Den Vorlauf

Haalo Marco,

wenn deine ganzen Postings hier wirklich ernst gemeint sind-
sie scheinen mir zum Teil so überzogen, dass ich mir wirklich
nicht sicher bin- bin ich doch sehr froh, dass du „nur“
Versicherungen verkaufen willst und kein Polizist oder Richter
geworden bist:smile:)

Vielleicht :smile:
Aber dennoch hat der Beruf denke ich mit meiner Auffassung zu
diesem Thema wenig zu tun.

Ich denke doch dass es Berufe gibt, in denen man offensichtlich einen anderen Horizont eröffnet bekommt als in anderen. Muss nicht sein, ist aber oft so…mal davon abgesehen: Wie sagt schon Brecht so schön:smile: Was ist der Überfall einer Bank gegen die Gründung einer Bank(oder Versicherung:wink:? (oder so ähnlich*gg).

Dafür weiß ich jedenfalls, dass Versicherungsbetrug bei vielen
als Kavaliersdelikt angesehen wird… und das ist es bei
weitem nicht…

Ich halte das nicht für ein Kavaliersdelikt, aber was ist denn mit den Versicherungsfritzen, die mir Müll verkaufen, d.h. Versicheurngen, die dann im entscheidenden Moment nicht zahlen? Du hast so ein einseitiges Gerechtigkeitsenpfinden. Reiche und Mächtige haben bei uns das Knowhow und die Möglichkeiten sich über 100te von Schlupflöchern durchzumogeln. Das ist dann i.O. für dich (siehe deine Steuerphilosophie). Na toll. Das nen ich dann Gerechtigkeit.

Sicherlich mag mein Strafsystem nicht ausgeklügelt sein, aber
dennoch bin ich der Meinung, dass es zuviel Eigentumsdelikte
gibt. Viel zuviel.

Wenn wir hier über Gewaltverbrechen reden würden, hätte ich auch Probleme damit, ständig mit der sozialen Keule als Argument zu kommen. Bei reinen Eigentumsdelikten und vor allem, in Anbetracht dessen, dass du ja wirklich schon bei einem Schokonikolaus jemand verstümmeln würdest…ich denke eher, dass dann Gewaltdelikte sich vermehren würden. Lieber die Zeugen gleich töten oder bewusstlos schlagen, sonst verliere ich einen Arm. Verständlich.

Die Panik bei Verhaftungen, als Polizist hätte ich den totalen Höllenjob. Ohne mildernde Umstände, ohne Hoffung auf Rehabilitation, weshalb sollte noch irgendwer kooperieren wollen. Wer sollte auch diese grausamen Verstümmelungen vornehmen? Was für menschlich-psychische Krüppel werden da geschaffen? Der hypokratische Eid des Arztes verbietet sowas. Das ist alles eine Horrorvision.
Nicht Eigentumsdelikte zerstören unsere Gesellschaft und die Würde des Menschen. Aber deine Vision eines brutalen Polizeistaates, der Menschen verkrüppelt, weil sie eine Tafel Schokolade geklaut haben. Dann, Falschaussagen und Denunziationen…*gruselgruselgrusel*

Wenn ich zwischen Scharia und deinem (Un-)rechtsstaat wählen
müsste, würde ich mich für die Scharia entscheiden.

Da wäre der Finger aber ab… :smile:
Denn Diebstahl wird dort so geahndet… egal… ob arme Mutter
oder reicher Ölprinz.

Nein, das glaube ich nicht. Auch hier gibt es- einfach weil Richter auch vernunftbegabte mitfühelnde Menschen sein können- mildernde Umstände. Davon abgesehen hat im Islam jeder die Pflicht, dem armen Mütterchen so eine Kleinigkeit zu schenken. Armen muss man nämlich Almosen geben. Das ist eine religiöse Pflicht für einen Moslem.
Du hast noch keine einzige Pflicht des Staates genannt und der Gesellschaft, allen Bedürftigen zu helfen.

Im Mittelalter waren die meisten Strafen übrigends auf eine
Art „Wiedergutmachung“ ausgerichtet. Was viel sinnvoller wäre
bei Eigentumsdelikten und- weil du es ja vom Opferschutz hast
(der arme Lidl!!)- auch den Opfern was bringt. Nämlich ihr
Eigentum zurück. Gerade Opfer von Eigentumsdelikten hätten von
deiner Strafe gar nix.

Die Strafe… Hand ab… etc. hat heute schon einen
unwiderbringlichen Genugtuungseffekt…

Es geht nicht um Rache und Genugtuung. Da hast du unser Rechtssystem aber ganz gründlich missverstanden.

In deinem Fall passt wirklich mal ein Jesus Zitat: Und wer
keine Schuld auf sich geladen hat, der werfe den ersten
Stein…erzähl mir nicht, dass du ein perfekter Mensch bist,
der noch nie Fehler begangen hat! Das sind wir alle nicht.

Ich kann sicherlich keinen Stein werfen… und sicherlich
nicht als erster…

Das tust du aber gerade. In dem du die Kleindiebe beschuldigst, ihre Würde verwirkt zu haben. Darüber entscheidest nicht du!

Aber ich weiß, dass ich noch keinen Straftatbestand erfüllt
habe… und es hoffentlich auch nie machen werde… ich werde
es versuchen zu verhindern… und wenn doch, dann muss ich mit
den Folgen daraus leben.

Ach ja, wie beruhigend für dich. Hast du noch nie einem anderen Menschen weh getan, ihn verletzt (ich meine das gar nicht körperlich)? Bist du zu allen Menschen immer gut und verständnisvoll? Hilfst du einem Menshcne in Not? Wieso glaubst du, dass deine - vielleicht nicht im Strafrecht festgehaltetenen- Vergehen weniger würdelos sind? Was für ein Menschenbild hast du, wenn dir eine Tafel Schokolade so wichtig ist, dass du dafür sogar einen Menschen verstümmeln würdest?

Gruss, Barbara

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Hallo Raiko,

Dinge sind wichtiger als Lebewesen ??? Ich sage: NEIN !!!

Sind sie auch nicht. Nur wer selbst Dinge nicht achtet, der bewegt sich viel tiefer… und daher kann er kein Mensch mehr sein.

Durch die von mir getätigte Einschränkung „nach meinem
Empfinden“ ist meine Aussage nicht als Angriff auf Deine
Persönlichkeit auszudeuten.

Wie auch schon gesagt… bin ja keine Mimose… und kann das durchaus ab. Da ich auch kein Hardliner bin… habe ich damit noch weniger Probleme. Ich gebe zu, die Ansichten sind vielleicht provokant und weit vorgestürmt… aber ändern muss sich in meinen Augen in jedem Fall etwas am Strafsystem.

Oder sind wir mittlerweile nur alle bemüht, ein
Agreement mit jedem und alles zu schaffen?

Ich bin zwar noch nicht lange bei www unterweg, habe aber doch
schon so manchen Beitrag geschrieben - also Agreement als
Selbstzweck ist nun wahrlich nicht mein Ding, aber wenn wir
permanent alle Grundwerte neu verhandeln wollten, würden wir
rasch in einem Sumpf der Beliebigkeit ersticken. Ich sehe
einfach keine Notwendigkeit für eine Auseinandersetzung über
die „Menschenwürde“.

hier warst auch nicht du allein gemeint… ich meinte vielmehr die Gesellschaft, die, so kommt es mir vor, vor drastischen Strafen immer mehr zurückschreckt, nur aus Vorsicht vor der Psyche des Täters.

Könntest Du einen Eid auf das Grundgesetz der Bundesrepublik
Deutschland ablegen ???

Ich denke schon.
Wieso?

Marco

Nein, sind wir uns nicht, denn soweit ich weiß, erfüllt das Übertreten der Geschwindigkeit erst bei einer Geschwindigkeitsübertretung in dem Maße, in dem es Punkte erwirkt einen Straftatbestand.

Vorher ist es ein Ermahnen.

Und ich will, dass Straftatbestände geahndet werden. Würde ich so schnell fahren, dass ich Punkte bekäme, dann müsste ich diese Strafe ggf. akzeptieren. Nur wenn ich wüsste, dass es dieses Strafmaß gäbe, würde ich nicht so schnell fahren. Auf Garantie nicht… denn ich habe nur 2 Beine. :smile:

Gruß
Marco

Hallo Kerbi,

stimmt doch nicht, gerade bei Eigentumsdelikten gibts meines
Wissens ungerechtere Strafen als bei tätlichem Angriff auf
Menschenleben oder Würde (Sexualdelikte) oder immer noch
*Familienbrutalität*

Und ein tätlicher Angriff, wäre ein z.B. ein Raub… der steht über dem Eigentumsdelikt. Danach würden weitere Straftaten kommen.

da fang mal zu Richten an.

Es ist wirklich schwer, da ein geordnetes Strafmaß zu finden, dennoch finde ich unseren Strafenkatalog eindeutig in vielen Punkten zu mau.

da ist der „Knackpunkt“
und genau da verläßt dich der Staat!!!

Leider…

und ich muß dir sagen ich auch.
bei uns in Österreich hat ein 21J alter Junge seine Eltern
brutal ermordet?? ich habe keine Ahnung ob die Eltern wie wo
was falsch gemacht haben. ABER es ging um GELD !!

Wäre das kein Eigentumsdelikt? *grübel*

Und bei dir auch, obwohl ich dich schon richtig verstanden
habe,
nur wenn du bei den falschen Werten zu richten anfängst, wo
bleibt dann die Grundethik ??

Das Geld alleine ist es nicht. Aber wenn ich sehe, dass ein 15 Jähriger permanent in fremde Keller einsteigt und die Räder dort klaut und hinterher dann wieder auf freien Fuß kommt, weil noch nicht strafmündig? Angeheuert von älteren… kann es sowas geben? Ich denke, da sollte der Staat Zugriff haben können und nicht machtlos mitansehen müssen, dass der Täter wieder fortkommt. Wieder klaut. Und so weiter. Und er merkt, dass er sich alles in seinem Alter erlauben kann --> strafunmündig… und was wird wohl sein nächstes Opfer sein… nur das leblose Fahrrad?
Ich bin schon der Meinung, dass es abschreckende Urteile geben sollte.

Gruß
Marco

Hallo Marco S.

-hoffentlich werde ich nicht mit dir verwechselt -
-bin glaub ich schon etwas laenger da-

Das wäre überlegbar… also schon Arbeit… und dabei muss
auch was sinniges produziert werden… Tische für Schulen /
Kindergärten. Schränke, Regale … bemalte Postkarten,
Webarbeiten… etc.pp.

Ich habe vor kurzen einen Artikel gelesen, dass den Knästen in Sachsen (D?) die Arbeit ausgeht, soll heissen, die wollen ihre Knastis beschäftigen, haben aber nix. Der Grund liegt wohl vor allem an den Asiaten…, die halt für sehr viel billiger produzieren. Man muss immer bedenken, dass einerseits nicht alles für Knastis geeignet ist, wg. der Gefahr der Bewaffnung und zweitens entstehen durch die Sicherheitsvorkehren weitere Kosten.
erade bei deinen Vorschlägen ist die Gefahr gross, das die Leute eher durchdrehen, da sie in deinem System kaum mehr Chancen haben.

Ich kann z.B. nicht verstehen, wieso Menschen im Gefängnis
sparen können… sowas darf es einfach nicht geben…

Warum sollen sie sonst arbeiten ? Oder besser gesagt, wie willst du sie sonst zu qualitätsgerechter Arbeit bei gleichzeitiger Schonung der Maschinen (ups, da ist ja die Zigarette in den Filter gelangt - wusste ja nicht das die 2-Mio Maschine das übel nimmt)

Kannst du jetzt der Logik etwas besser folgen?

Tschuess Marco.

Hallo Marco,

-hoffentlich werde ich nicht mit dir verwechselt -

Keine Bange, der Name W. ist wohl noch vom S. zu unterscheiden :smile:

-bin glaub ich schon etwas laenger da-

Irrtum… bin schon etwas länger dabei als du… aber ist eigentlich auch unerheblich…

Ich habe vor kurzen einen Artikel gelesen, dass den Knästen in
Sachsen (D?) die Arbeit ausgeht, soll heissen, die wollen ihre
Knastis beschäftigen, haben aber nix.

Hier in meiner Gegend wiederum, da machen sie nichts… weil es keinen Knasti gibt, der wohl arbeiten würde.

Man muss immer bedenken, dass einerseits nicht
alles für Knastis geeignet ist, wg. der Gefahr der Bewaffnung
und zweitens entstehen durch die Sicherheitsvorkehren weitere
Kosten.

Ich denke, soetwas würde sich auch prima in ein Gefängnis integrieren lassen können… und selbst, wenn soetwas nicht im Gefängnis durchgeführt werden würde… ich denke, wenn man will, finden sich auch günstige Möglichkeiten. Vorausgesetzt die Arbeit ist da… aber sowas lässt sich durchaus in die Volkswirtschaft einplanen.

erade bei deinen Vorschlägen ist die Gefahr gross, das die
Leute eher durchdrehen, da sie in deinem System kaum mehr
Chancen haben.

Warum haben sie keine Chancen?

Warum sollen sie sonst arbeiten ?

sie können sich ja was sparen. Davon müssten sie aber dann das TV etc. zahlen. Aber nicht arbeiten, Geld verdienen, Geld sparen und gleichzeitig das TV, Radio, Zeitung etc. umsonst zu bekommen und somit ein Sparen noch zu fördern. Das fördert eher Ungerechtigkeit, denn einen normalen Menschen kosten diese Dinge locker 100 DM pro Monat.

Oder besser gesagt, wie
willst du sie sonst zu qualitätsgerechter Arbeit bei
gleichzeitiger Schonung der Maschinen (ups, da ist ja die
Zigarette in den Filter gelangt - wusste ja nicht das die
2-Mio Maschine das übel nimmt)

Rauchen am Arbeitsplatz? *grübel* Wo darf man das denn in einem produzierendem Gewerbe noch?

Gut, deine Intention dieser Aussage ist durchaus angekommen… aber ich denke, im Zuge einer Risikovorbeugung und Risikovermeidung lässt sich vieles umgehen.

Marco

Worte in der Schrift umdrehen?
Hallo Barbara,

Ich denke doch dass es Berufe gibt, in denen man
offensichtlich einen anderen Horizont eröffnet bekommt als in
anderen.

Kann durchaus sein.

Wie sagt schon Brecht so schön:smile: Was ist der
Überfall einer Bank gegen die Gründung einer Bank(oder
Versicherung:wink:? (oder so ähnlich*gg).

Es ist eine rein rhetorische Aussage, die nicht unbedingt die Meinung wiedergibt, die du ihr andichtest. Ich denke eher vielmehr, dass er der Meinung war, dass es beides keine angenehmen Menschengruppen waren. Jeder hat etwas vom anderen genommen. Unter strafrechtlichen Gesichtspunkten war es aber auch damals schon ein himmelweiter Unterschied.

Ich halte das nicht für ein Kavaliersdelikt, aber was ist denn
mit den Versicherungsfritzen, die mir Müll verkaufen, d.h.
Versicheurngen, die dann im entscheidenden Moment nicht
zahlen?

Schlechte Beratung? Im übrigen, es liegt an dir, die Geschäftsbedingungen zu lesen uns sie zu deinem Vorteil auszulegen. Provokant gesagt. Aber es ist so.

Kleines Beispiel:

Minderjähriges Kind macht beim Nachbarn etwas kaputt.
Mutter meldet den Schaden, erwartet Anspruchsregulierung durch die Haftpflichtversicherung.
Diese fragt nach: Haben sie ihre Aufsichtspflicht verletzt? Antwort der Mutter: Nein, niemals. Ich würde soetwas nie machen.
Ganz normales Schutzbedürfnis der Mutter.
Antwort der Versicherung: Wir leisten nicht.

Und schon ist die Mutter sauer. Verständlich. Aber wie kann ein Schaden entstehen, wenn die Mutter kein Verschulden trifft? Wenn die Mutter in Ausübung ihrer Pflicht zusehen muss, dass das Kind einen Schaden anrichtet?

Hätte die Mutter gesagt, ja, ich habe meine Pflicht verletzt, wäre es ersetzt worden. Es ist nur eine kleine Antwort. Und auch so logische. Sie hat ja nunmal in dem Moment ihr Kind auch nicht beaufsichtigt, also ihre Pflicht verletzt.

Du hast so ein einseitiges Gerechtigkeitsenpfinden.

Finde ich nicht. Es liegt an dir, dass du den Schaden ersetzt bekommst.

Reiche und Mächtige haben bei uns das Knowhow und die
Möglichkeiten sich über 100te von Schlupflöchern
durchzumogeln. Das ist dann i.O. für dich (siehe deine
Steuerphilosophie). Na toll. Das nen ich dann Gerechtigkeit.

Meine Steuerphilosophie ist die, dass JEDER seine Belege einreichen kann, für Kosten, die er hatte. Eine Firma genauso wie der Privatmensch. Warum auch nicht? Aber es sollte nicht erlaubt sein, dass etwas (hier meine ich insbesondere Einnahmen) nicht angegeben werden.

Wenn wir hier über Gewaltverbrechen reden würden, hätte ich
auch Probleme damit, ständig mit der sozialen Keule als
Argument zu kommen.

Kommst du aber… du kommst ständig mit dem Argument, wir sollten uns doch sozial verhalten… und keine drakonischen Strafen durchführen.

Bei reinen Eigentumsdelikten und vor
allem, in Anbetracht dessen, dass du ja wirklich schon bei
einem Schokonikolaus jemand verstümmeln würdest…ich denke
eher, dass dann Gewaltdelikte sich vermehren würden. Lieber
die Zeugen gleich töten oder bewusstlos schlagen, sonst
verliere ich einen Arm. Verständlich.

Deine Logik ist nachvollziehbar.
Aber das sind die Umstände, die ich meine, dass es soetwas nicht geben darf. Diebstahl ist Diebstahl. Egal ob es ein Schokonikolaus, eine Tüte Chips, eine Flasche Alkohol oder Öl ist. Es läuft auf das gleiche raus. Wir zahlen diese Zeche über eine Risikoumlage und jemand bedient sich an einem fremden Eigentum.

Nicht Eigentumsdelikte zerstören unsere Gesellschaft und die
Würde des Menschen.

Die Würde verletzt der Täter selber. Er tritt sie nämlich mit Füßen. Oder ist es würdevoll eine Straftat zu begehen? Ist es ehrenhaft?

Aber deine Vision eines brutalen
Polizeistaates, der Menschen verkrüppelt, weil sie eine Tafel
Schokolade geklaut haben.

Aber nur die Täter… und wenn es ein paar solcher Täter gäbe, dann würden andere weniger werden. Da bin ich mir sicher.

Dann, Falschaussagen und
Denunziationen…*gruselgruselgrusel*

Und Nachweise? Ich habe nie etwas davon gesagt, dass es standrechtliche Urteilsvollstreckung gibt.
Ich habe immer gesagt, dass man einen Ladendieb auf frischer Tat erwischt, auch bestrafen muss. Wenn er auf frischer Tat erwischt wird, hat er die Beute noch bei sich. Wird er nicht sofort erwischt, kann man ihn maximal durch Videoaufzeichnung überführen. Sonst nie.

Nein, das glaube ich nicht. Auch hier gibt es- einfach weil
Richter auch vernunftbegabte mitfühelnde Menschen sein können-
mildernde Umstände. Davon abgesehen hat im Islam jeder die
Pflicht, dem armen Mütterchen so eine Kleinigkeit zu schenken.
Armen muss man nämlich Almosen geben. Das ist eine religiöse
Pflicht für einen Moslem.

Ich gebe Almosen. Und das sicherlich in so einem Umfang, wie ich es mir leisten kann. Und wie ich es für angemessen ansehe.

Du hast noch keine einzige Pflicht des Staates genannt und der
Gesellschaft, allen Bedürftigen zu helfen.

Ich habe auch nicht mit dem Zitieren vom GG angefangen.
Und die Aufgabe des Staates ist es sicherlich, alles zu helfen. Das soll auch weiterhin seine Aufgabe sein. Aber wer ein Täter ist, der sollte seine Rechte verwirken.

Die Strafe… Hand ab… etc. hat heute schon einen
unwiderbringlichen Genugtuungseffekt…

Es geht nicht um Rache und Genugtuung. Da hast du unser
Rechtssystem aber ganz gründlich missverstanden.

Ich brachte dieses Beispiel nur an, weil du sagtest, dass es keine Befriedigung des Opfers wäre. Es ist mir durchaus bewusst, dass der Staat keine Racheinstitution ist und nie sein darf. Ich wollte lediglich deine Aussage widerlegen. Ansonsten ist eine gesetzlich vorgeschriebene Strafe das Maß des Urteils.

Das tust du aber gerade. In dem du die Kleindiebe
beschuldigst, ihre Würde verwirkt zu haben. Darüber
entscheidest nicht du!

Es entscheidet der Richter darüber. Aber wieso sollte ein Mensch, der seine eigene Würde mit den Füßen tritt, seine Würde durch einen anderen immer wieder permanent zugesprochen bekommen?

Hast du noch nie einem
anderen Menschen weh getan, ihn verletzt (ich meine das gar
nicht körperlich)?

Das will ich nicht abstreiten. Gefühle kann man leicht verletzen… es ist aber ein himmelweiter Unterschied, ob ich die Gefühle eines anderen verletze, weil ich seine nicht erwider oder weil ich ihn psychisch oder physisch quäle. Das letzte ist eindeutig ein Straftatbestand. Das erste würde ich nicht so urteilen. Wenn das erstere doch einer sein sollte, warum?

Bist du zu allen Menschen immer gut und
verständnisvoll?

Soweit es in meiner Fähigkeit und Zeit liegt. JA.
Zumindest höre ich jedem aufmerksam zu. Und das kann auch schon helfen.

Im Übrigen kommen wir hier weg vom möglicherweise menschenverachtenden aus der Straftatsbestandsebene zur Gefühlsebene. Und das ist ein Unterschied.

Hilfst du einem Menshcne in Not?

JA.

Wieso
glaubst du, dass deine - vielleicht nicht im Strafrecht
festgehaltetenen- Vergehen weniger würdelos sind?

Weil es einen Unterschied zwischen Gefühlen und Opfern ( die Geschädigten eines Täters gibt). Man kann für Opfer Gefühle haben. Man kann sie auch für Täter haben. Aber es ist ein Unterschied der Würde, die diese Menschen haben.
Wenn ich jemanden emotionell verachte, dann ist dies ein Gefühl. Und berührt wahrscheinlich des anderen Würde. Keine Frage.

Aber dieser Mensch hat dennoch eine Würde.

Ein Täter hat seine mit den Füßen getreten. Und wenn er sich selber als würdelos ansieht, warum soll ich sie ihm dann wieder zusprechen? Er hat keine Würde und somit kann ich auch keine verletzen.

Was für ein
Menschenbild hast du, wenn dir eine Tafel Schokolade so
wichtig ist, dass du dafür sogar einen Menschen verstümmeln
würdest?

Damit hat es überhaupt nichts zu tun. Für mich ist ein Mensch ein wichtiges Indididuum. Egal welcher Rasse, egal welcher Hautfarbe. Aber es kann nicht sein, dass sich jemand an dem Besitz eines anderen bedient. Und wenn sich jemand an fremden Besitz bedient, dann steht dieser ihm nicht zu. Und da er das Recht eines anderen getreten hat, gehört er gestraft.

In diesem Sinne… MArco

Hi Marco,

mich stört an deinen Statements

  1. deine Einseitikeit, was zu bestrafen ist
  2. daraus abgeleitet, dass du das Menschenrecht auf Eigentum absolut setzt
  3. die Unbarmherzigkeit und Unangemessenheit deiner Bestrafung
  4. Das Menschenbild, dass sich daraus ableitet.

Ich denke eher
vielmehr, dass er der Meinung war, dass es beides keine
angenehmen Menschengruppen waren. Jeder hat etwas vom anderen
genommen. Unter strafrechtlichen Gesichtspunkten war es aber
auch damals schon ein himmelweiter Unterschied.

Da verstehst du Brecht falsch.

Schlechte Beratung? Im übrigen, es liegt an dir, die
Geschäftsbedingungen zu lesen uns sie zu deinem Vorteil
auszulegen. Provokant gesagt. Aber es ist so.

Tja, das ist genau das, was ich bei dir so einseitig finde. Es gibt nunmal Leute, die haben ihre zwar legalen, aber moralisch bedenklichen Schlupflöcher, aber das ist ja ok bei dir.
Gilt genauso für dein Statement zum Thema Geschwindigkeitsübertretung. Man kann in Situationen sein, die vielleicht nicht abgedeckt sind durch ein Strafgesetzbuch, aber normalerweise durch gesunden Menschenverstand und ein Gewissen. Das muss in deinem Staat niemand mehr haben, da nur noch die Angst regiert.

Du hast so ein einseitiges Gerechtigkeitsenpfinden.

Finde ich nicht. Es liegt an dir, dass du den Schaden ersetzt
bekommst.

Doch, weil Recht und Gerechtigkeit nicht immer konform gehen.
Bei dir ersetzt Strafrecht jede Gerechtigkeit.

Nicht Eigentumsdelikte zerstören unsere Gesellschaft und die
Würde des Menschen.

Die Würde verletzt der Täter selber. Er tritt sie nämlich mit
Füßen.

Eben nicht. Du sprichst sie ihm ab.

Oder ist es würdevoll eine Straftat zu begehen? Ist es
ehrenhaft?

Ist es ehrenhaft, jemand wegen einer geklauten Schokolade zu verstümmeln? Und wer soll das bitte tun? Überleg dir das mal.

Aber deine Vision eines brutalen
Polizeistaates, der Menschen verkrüppelt, weil sie eine Tafel
Schokolade geklaut haben.

Aber nur die Täter… und wenn es ein paar solcher Täter
gäbe, dann würden andere weniger werden. Da bin ich mir
sicher.

Wenn ich mir angucke, dass es in Amerika die Todestrafe gibt und Verbrechen und Gewalt dort vielmehr zum Alltag gehören als bei uns…ich glaube ganz fest, dass dein brutaler und gewaltätiger Staat eine Atmosphäre der Gewalt und Verachtung der Menschen erzeugen würde, die Verbrechen und zwar die von der brutalen Sorte, steigern würde. Es zeigt sich auch, dass im Krieg und in der Zeit nach einem Krieg Vergewaltigungen u.ä. exponentiell ansteigen. Wird Gewalt in disem Ausmaß geduldet und abgesegnet, schwinden Hemmungen, Konflikte jeder Art gewaltfrei zu lösen.

Dann, Falschaussagen und
Denunziationen…*gruselgruselgrusel*

Und Nachweise? Ich habe nie etwas davon gesagt, dass es
standrechtliche Urteilsvollstreckung gibt.
Ich habe immer gesagt, dass man einen Ladendieb auf frischer
Tat erwischt, auch bestrafen muss. Wenn er auf frischer Tat
erwischt wird, hat er die Beute noch bei sich. Wird er nicht
sofort erwischt, kann man ihn maximal durch Videoaufzeichnung
überführen. Sonst nie.

Die wenigstens Verbrechen lassen sich so beweisen. Was machst du mit Indizienprozessen? Mord?

Du hast noch keine einzige Pflicht des Staates genannt und der
Gesellschaft, allen Bedürftigen zu helfen.

Ich habe auch nicht mit dem Zitieren vom GG angefangen.
Und die Aufgabe des Staates ist es sicherlich, alles zu
helfen. Das soll auch weiterhin seine Aufgabe sein. Aber wer
ein Täter ist, der sollte seine Rechte verwirken.

So funktioniert aber ein zivilisiertes, aufgeklärtes Gemeinwesen nicht.

Im Übrigen kommen wir hier weg vom möglicherweise
menschenverachtenden aus der Straftatsbestandsebene zur
Gefühlsebene. Und das ist ein Unterschied.

Das liegt daran, weil ich mich allen ernstes frage, was du für ein erbarmungsloser Mensch sein musst. Wenn du deine Freundin beim Klauen erwischst, dann zeigst du sie auch an und lässt ihr den Arm abschlagen?

Aber dieser Mensch hat dennoch eine Würde.

Ein Täter hat seine mit den Füßen getreten. Und wenn er sich
selber als würdelos ansieht, warum soll ich sie ihm dann
wieder zusprechen? Er hat keine Würde und somit kann ich auch
keine verletzen.

Eben doch. Aber wie schon Raiko sagte. Es gibt eine gewisse Basis, eine Grundeinstellung zum Thema Menschsein. Wenn das sowenig gegeben ist, kommen wir hier eh nicht weiter. Du sprichts diesen Menschen ihre Würde und ihr Menschsein ab. Damit bist du für mich jemand, der gefährlich nahe an an Menschen, die meinen, andere Menschen töten und quälen zu dürfen, weil sie weniger wert sind. Für mich ist es in diesem Zusammenhang irrelevant, ob du meinst, dass sie ihre Würde selbst verloren haben.

Damit hat es überhaupt nichts zu tun. Für mich ist ein Mensch
ein wichtiges Indididuum. Egal welcher Rasse, egal welcher
Hautfarbe. Aber es kann nicht sein, dass sich jemand an dem
Besitz eines anderen bedient. Und wenn sich jemand an fremden
Besitz bedient, dann steht dieser ihm nicht zu. Und da er das
Recht eines anderen getreten hat, gehört er gestraft.

Wenn du so grundsätzlich die allgemein akzeptierten Menschenrechte hinterfragst, warum hinterfragst du dann nicht das Recht auf Eigentum? Wieso sollte das mehr gelten als die anderen Menschenrechte? Das ist doch eine willkürliche Festlegung von dir.

Barbara

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Also schön…
hi Marco

Ich komme langsam mit deiner Argumentation durcheinander.

Also ganz kurz:
Du plädierst für: Abschaffung der Apellation (Berufung/Revision) und des Gnadenrechtes

Du plädierst für die Einführung von Leibstrafen bei Bagatelldelikten

Du sprichst von Bandbreite beim Strafrecht, plädierst aber gleichzeitig für obligatorische Höchststrafe (Bandbreite dann stumpfes oder scharfes Beil…)

Das gibts nicht mal in Iran!

Um es ganz deutlich zu sagen: DAS GG VERBIETET ALLE KÖRPERSTRAFEN! Das Grundgesetzt bindet nämlich nicht nur den Bürger, sondern auch den Staat (habe mich erkundigt).
(meine letzte Aussage hierzu)

Was mich auch sehr stark verwirrt, ist deine Konzentration auf Eigentumsdelikte (Diebstahl, Raub)
Ich meine, wir zahlen derzeit für den durch diese Straftaten entstandenen Schaden. (Etwas höhere Preise) Wieviel macht das eigentlich aus? Nenn doch mal Zahlen.

Um wieviel billiger kann ich einkaufen, wenn ich irgendwelchen armen Wichten deswegen die Hand abschlage…

100 DM… 500 Dm…
Ist es das wert… Eine Hand für 500 Mark???
Wo bleibt da die Verhältnismäßigkeit…

Nächster Punkt:
Ich selber darf keinem die Hand abhauen da das Rache wäre, der Staat darf das, weil es bei ihm generelle Prävention ist.
Gelten für einen Staat andere Moralvorschriften.
Wieso darf der Staat Dinge tun, die er unter keinen Umständen an Einzelpersonen delegieren wird.
(Z.B. darf ein Kapitän eines Schiffes einen Straftäter einsperren, bis er einen Hafen erreicht… das kann schon mal dauern)

Sehr interessant finde ich auch deine definition, was moralisch ist und was nicht. So nach dem Motto, jeder Staat definiert sich seine eigene Moral.
Es gibt also deiner Meinung nach keine allgemein Gültigen Menschenrechte, die für jeden Menschen gelten.
Oder definierst Du einen Menschen über seine „Ehre“. Ministraftat = Ehrverlust = keine Grundrechte = Freiwild…

wer keine Ehre hat, ist kein mensch mehr, oder was? Die Ehre muß dann durch ein „Opfer“ wiederhergestellt werden?

Noch etwas: Du hast gegenüber Barbara (Huhu… *wink*) von einer „Befriedigung“ des Opfers bei einer derartigen Strafe gesprochen.
Wenn mir einer die Brieftasche klaut, und er wird erwischt, und die hauen ihm die Hand ab… Ich wäre der erste, der die Unterschrift auf das Gnadengesuch setzten würde, DAS ISSES NICHT WERT!. (Oh Pardon… Gnadengesuche gibt es nicht…)
Es würde mich in keinster Weise befriedigen. (Nur zur Info, mir wurde mal die Briftasche gezogen, Täter nie gefasst)
Ausserdem bedeutet „Befriedigung“ so etwas wie „Rache“ für die Tat. also verstümmelt der Staat doch stellvertretend für das Opfer. Also doch ein „niedriges Motiv“

Mit einem derartigen buchstäblich gnadenlosen Strafrecht, das ausserdem die Eigentumsdelikte relativ schwerer bestraft als Verbrechen gegen Menschen, gibst du elementare Rechtsprinzipien auf, die sich z. T. seit über 2000 Jahren bewährt haben. (Verhältnismäßigkeit, Apellation, Gnade, Resozialisierung)
Was bleibt ist eine brutale Abschreckung und eine sadistische Justiz.

So etwas ist unethisch. Es schafft eine Atmosphäre des Grauens, der Angst und des Schreckens.
So nach dem Motto, „Tja, er wars halt doch net, aber den Arm hammer ihm schon abgehauen“.
je brutaler der staat vorgeht, umso schwieriger wird es, selber gewaltfrei zu bleiben, denn in einenem Klima der Gewalt gedeiht die eigene Gewalt am besten.
Beispiel: England um 1850. Das schärfste Strafrech fast aller Zeiten… und eine Hochzeit des Verbrechens.

Das Verbrechensvolumen lässt sich meineserachtens (und auch nach vielen Kriminologen… schau mal zum KFN) nicht durch ein drastisches Strafrecht signifikant verringern, es verschiebt sich höchstens.

Ziemlich entsetzte
Grüsse
Mike

Hallo Barbara,

möglicherweise gelingt es mir nicht eindeutig rüberzubringen, was ich mit meinen Aussagen beabsichtige.

  1. deine Einseitikeit, was zu bestrafen ist

Was bitte schön ist daran einseitig?

  1. daraus abgeleitet, dass du das Menschenrecht auf Eigentum
    absolut setzt

Stimmt nicht. Ein Menschenrecht ist ein Recht, welches jedem zusteht. Auch wenn ich es nicht permanent erwähne, es steht einem zu. Zu diesen Rechten gehört auch das Recht auf Eigentum. Und wer dieses Recht verletzt, der tritt andere Rechte mit den Füßen. Daraus ableiten lässt sich eine Strafe. Der Umfang dieser Strafe ist geregelt. Aber nicht durch irgendwelche Konventionen. Sondern durch Gesetze.

  1. die Unbarmherzigkeit und Unangemessenheit deiner Bestrafung

Es hat nichts mit Unbarmherzigkeit zu tun. Sicherlich, ich würde mich fragen, warum eine arme alte Mutter für ihren Enkel klauen musste. Es macht aber keinen Unterschied, dass sie das Recht eines anderen verletzt hat. Und da sie es verletzt hat, gehört sie gestraft. Wenn in dem Gesetz, dies ist ja nunmal nicht der Fall, stehen würde: Auf Diebstahl von Nikoläusen stehen 30 Peitschenhiebe, dann müsstest du die Strafe akzeptieren. Die alte Frau und ich auch. Es steht nicht drin, also muss sie diese Strafe nicht akzeptieren. Es steht aber drin, gemeinnützige Arbeit etc. ABER … wenn sie jetzt ihre „Mitleidstour“ abzieht… wieso soll sie dann von der Strafe verschont bleiben? Hat sie denn kein Recht verletzt? Ich denke, Gnade hin und her. Wenn jeder es mit der Mitleidtour schaffen kann, sein Strafmaß zu mildern, warum haben wir dann überhaupt ein Strafmaß?

  1. Das Menschenbild, dass sich daraus ableitet.

Oh ja… menschenverachtend wie ich bin… ich mag keinen Menschen, außer mich selbst…
Oder was habe ich für ein Menschenbild in deinen Augen?

Da verstehst du Brecht falsch.

Und was gibt dir diese Sicherheit? :smile:
Immerhin hat Brecht bestimmt auch dazu keine Position bezogen. Wie bei fast allen seinen Aussagen… er hat das Ende offengelassen…

Es gibt nunmal Leute, die haben ihre zwar legalen, aber
moralisch bedenklichen Schlupflöcher, aber das ist ja ok bei
dir.

Wieso ist es ein moralisches Schlupfloch, wenn ich 10-15 km zu schnell fahre? Fährst du nicht zu schnell? Wieso ist es moralisch bedenklich, wenn ich meine Ausgaben versuche bei der Steuer anzugeben? Wieso ist es moralisch bedenklich, dass ich nicht mit dem deutschen Strafmaß in jedem Bezug konform gehe?

aber normalerweise durch gesunden Menschenverstand und ein
Gewissen.

Nun versuch mir nicht klar zumachen, dass dein Gewissen dich daran hindert, deine Ausgaben bei der Steuer anzugeben. Dass dein Gewissen dich daran hindert, dass du außerorts schneller mit dem Auto unterwegs bist ( 10-15 km/h). Oder hindert dich daran dein Menschenverstand?

Das muss in deinem Staat niemand mehr haben, da nur
noch die Angst regiert.

Wer sich im Rahmen des legalen bewegt, braucht heute keine Angst vor Strafe zu haben und wird es auch künftig nicht müssen. Auch nicht dann, wenn Peitschenstrafe oder Hand abhacken eingeführt würde. Ich kann heutzutage genauso jemanden denunzieren, wie künftig. Es ist also kein Unterschied. Was ich auch nicht verstehe, dass ihr immer gleich das Extreme an die Wand malen müsst. Aber egal. Es sei euch gegönnt.

Doch, weil Recht und Gerechtigkeit nicht immer konform gehen.
Bei dir ersetzt Strafrecht jede Gerechtigkeit.

Nein. Ersetzt es definitiv nicht.
Nur ist es gerecht, wenn jemand eine Straftat verübt? Egal aus welchen Beweggründen. Gerechtigkeit hat nichts damit zu tun, ob eine Täter zum Täter wird oder nicht.
Warum sollte ein Dieb einem Nichtdieb gleichgestellt werden. Nur weil der Dieb arm ist und der Nichtdieb vielleicht 2 DM mehr hat und sich den Nikolaus leisten kann? Ist mir nicht nachvollziehbar.

Eben nicht. Du sprichst sie ihm ab.

Er hat sich Rechte verwirkt. Ich spreche keinem die Rechte ab, zumal ich dazu auch gar nicht befugt bin.

Der von euch so vielfach zitierte Artikel 1 GG

(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

(2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.

(3) Die nachfolgenden Grundrechte binden Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht.

Der Staat würde also bei einer Straftat, die immer ein Eingriff in die Würde des anderen Menschen ist und ein Angriff auf die persönlichen Rechte des anderen darstellt, eingreifen und den Verursacher (Täter) strafen.
Soweit gehen wir konform, oder?

Und das was euch mich menschenverachtend erscheint, ist doch die Höhe des Strafmaßes. Richtig?

Und nur weil ich ein härteres Strafmaß für gut empfinde, spreche ich anderen die Menschenwürde ab? Dieses Strafmaß betrifft doch nur die Menschen, die das Recht anderer vorher verletzt haben.

Ist es ehrenhaft, jemand wegen einer geklauten Schokolade zu
verstümmeln? Und wer soll das bitte tun? Überleg dir das mal.

Es mag vielleicht nicht ehrenhaft erscheinen. Aber jemand, der eine Straftat begangen hat, hat mit dem Strafmaß zu leben. Und

Kurze Frage dazu… hat die Kirche nicht einmal mit solchen Strafmaßen angefangen gehabt? Es ist halt auch nicht alles Gold was glänzt… :smile:

Wenn ich mir angucke, dass es in Amerika die Todestrafe gibt
und Verbrechen und Gewalt dort vielmehr zum Alltag gehören als
bei uns…

Nur für den Fall, dass du die etwa 10 Aussagen von mir dazu überlesen hast… von einer Todesstrafe: Urteil, Kopf ab… daon halte ich absolut nichts.

ich glaube ganz fest, dass dein brutaler und
gewaltätiger Staat eine Atmosphäre der Gewalt und Verachtung
der Menschen erzeugen würde,

Wieso? ES würde sich doch lediglich das Strafmaß ändern. An der Art, was eine Strafe ist, würde sich nichts ändern. Außer, dass es keinem mehr möglich sein sollte, aufgrund von Gutachten strafunfähig zu werden. Oder aufgrund seines vermurksten Lebens Strafmilderung genießen zu dürfen. Verachtung würde dann nur dem entgegenkommen, der ein Täter war. Und das nach dem gleichen Recht, wie es heute schon geurteilt wird. Es wäre wie schon gesagt, nur ein Strafmaßunterschied.

Es zeigt sich auch, dass
im Krieg und in der Zeit nach einem Krieg Vergewaltigungen
u.ä. exponentiell ansteigen.

Das liegt dann aber auch daran, dass eben diese Täter nicht zur Rechenschaft gezogen werden. Warum sollten es sich diese Menschen erlauben dürfen? Nur weil sie den Krieg führen? Sie dürfen sich dennoch nicht über Rechte hinwegsetzen. Denn sie verletzen andere Rechte und gehören somit bestraft. Am besten durch Kastration und einer weiteren Strafe… das mag jetzt vielleicht auch wieder sich hart anhören. Aber jemand, der die Würde eines anderen durch Vergewaltigung beschmutzt, dessen Strafe sollte es sein, dass er soetwas nie wieder machen kann. Hat er doch die Rechte anderer getreten. Und jemand der soetwas macht, ist kein Mensch… er ist ein Tier… er befriedigt seine niederen Bedürfnisse… und ein Mensch unterscheidet eigentlich sich vom Tier dadurch, dass er keine niederen Bedürfnisse befriedigen muss. Und wenn er kein Mensch ist, wieso sollten ihm dann Menschenrechte zugesprochen werden? Bevor hier wieder was falsch interpretiert wird… das bezog sich auf den Vergewaltiger.

Wird Gewalt in disem Ausmaß
geduldet und abgesegnet, schwinden Hemmungen, Konflikte jeder
Art gewaltfrei zu lösen.

In keinster Weise… ich sagte nie etwas von Standrechtlichkeit.
Und ein anderes Strafmaß würde keine Strafordnung außer Kraft setzen…

Die wenigstens Verbrechen lassen sich so beweisen. Was machst
du mit Indizienprozessen? Mord?

Wieso läßt sich ein Mord nicht beweisen? Eine Verurteilung kann so lange nichts rechtskräftig werden, wie es nicht eindeutig bewiesen ist. Es gilt ja immer noch der Grundsatz… im Zweifel für den Angeklagten… und dem stimme ich zu. Und wenn ein Mord nachgewiesen wird, dann wird er heute bestraft. In Zukunft auch. Wenn dann dafür das Strafmaß: Tod durch verhungern … dann wäre das Strafmaß anders, aber nicht die Verurteilung.

Das liegt daran, weil ich mich allen ernstes frage, was du für
ein erbarmungsloser Mensch sein musst.

Wieso erbarmungslos? Ich würde nur das Strafmaß ändern und sicherlich auch die Punkte, dass man sich aufgrund des Alters, der Armut oder der Psyche eine Strafmilderung erschleichen kann.

Wenn du deine Freundin
beim Klauen erwischst, dann zeigst du sie auch an und lässt
ihr den Arm abschlagen?

Ich würde sie anzeigen. Und wenn das Strafmaß wäre: Arm ab,… dann wüsste sie es vorher… das hat absolut nichts mit Freundschaft zu tun, wenn ich einen Täter decke…
Oder würdest du deinen Freund decken, wenn er jemanden vergewaltigt hat… es aber dein Freund wäre und auf Vergewaltiger die Todesstrafe stünde?
Ich denke, du würdest ihn auch anzeigen. Selbst unter diesen Umständen. Machst du es nicht… machst du dich sogar selber strafbar. Denn auch heute gilt vor Gericht immer noch die Devise: Mitgegangen mitgehangen…

Eben doch. Aber wie schon Raiko sagte. Es gibt eine gewisse
Basis, eine Grundeinstellung zum Thema Menschsein.

Ein Mensch ist ein Mensch, weil er sich vom Tier unterscheidet. Ein Tier raubt dem anderen etwas und befriedigt somit seine niederen Bedürfnisse… Macht ein Mensch dies, ist er nichts anderes als ein Tier.

Wenn das
sowenig gegeben ist, kommen wir hier eh nicht weiter.

Ich habe Achtung vor dem Menschen, aber keine Achtung vor Tätern.

Du sprichts diesen Menschen ihre Würde und ihr Menschsein ab.

Ja… denn es besteht kein Unterschied mehr zwischen diesen Menschen und einem Tier… und hat ein Tier anrecht auf Menschenrechte?

Damit bist du für mich jemand, der gefährlich nahe an an
Menschen, die meinen, andere Menschen töten und quälen zu
dürfen, weil sie weniger wert sind.

Nicht weil sie weniger wert sind. Ein Mensch kann nie weniger wert sein. Ein Mensch ist ein Mensch und bleibt immer gleich wertvoll. Aber ein Mensch ist ein Mensch un kein Tier.
Ein Tier kann in meinen Augen nicht an den Wert eines Menschen heranreichen.

Wenn du so grundsätzlich die allgemein akzeptierten
Menschenrechte hinterfragst,

Ich stelle sie weder in Frage noch akzeptiere ich sie nicht.

warum hinterfragst du dann nicht
das Recht auf Eigentum? Wieso sollte das mehr gelten als die
anderen Menschenrechte?

Es gilt nicht mehr. Es gilt genausoviel.
Nur ihr versucht mich hier mit einer jeweiligen Aussage festzunageln.

Gruß
Marco

Oh Marco…
Hallo Marco,

ich lese deine und die anderen Beiträge zu diesem Thema schon die ganze Zeit mit und jetzt möchte ich dich doch einmal bitten, inne zu halten und über folgendes nachzudenken:

Auf welchen Werten fußt denn eigentlich unsere Gesellschaft? Doch nicht nur auf „law and order“, sondern auf der Übereinkunft, dass es so etwas wie ein Grundrecht, ein Menschenrecht auf „Würde“ gibt. Woher kommt dieses Grundrecht? Steckt da nicht auch die christliche Lehre mit drin, nachdem jeder Mensch ein Recht auf menschliche Behandlung hat?

Ich bin wahrlich nicht sehr religiös (im kirchlichen Sinne), aber du erinnerst mich mit deinen Forderungen sehr an die Pharisäer, die Jesus verachtet hat, weil sie in ihrem Rechtsempfinden keine Gnade und Barmherzigkeit kannten.

Der Staat, der den Kleinkriminellen für seine Straftat verstümmelt, stellt sich auf die gleiche Ebene wie Staaten, die Menschen foltern, weil diese nach der dortigen Gesetzgebung gegen „bestehendes Recht“ verstoßen haben.

Du bewegst dich mit deinen Forderungen auf sehr dünnem und gefährlichem Eis, Marco…

Mir fällt dazu auch ein Film über Indien ein, den ich kürzlich im Fernsehen gesehen habe. Da leben Tausende von Menschen auf Kohleabbau-Gebieten, die ihren einzigen Lebensunterhat damit verdienen, dass sie dort jeden Tag ein bißchen Kohle klauen und dann in Orten in der Nähe verkaufen. Die Kohleförderungsgesellschaft (also die Eigentümer) wissen das - und tolerieren es. Warum? Weil sie auch wissen, dass diese Menschen sonst gar nichts zum Leben hätten.

Solche Verhältnisse herrschen in Deutschland Gott sei Dank nicht, und eigentlich müsste hier niemand stehlen. Und ich rede hier sicherlich nicht der Kriminalität das Wort, aber ich würde es mir nie anmaßen, jeden, der mal irgendwo etwas hat mitgehen lassen, so zu verurteilen und zu bestrafen, wie du es forderst.

Das ist schlicht und einfach unmenschlich und sehr, sehe selbstgerecht. Pharisäerhaft eben…

Gruß
Uschi

Hallo Uschi,

Auf welchen Werten fußt denn eigentlich unsere Gesellschaft?
Doch nicht nur auf „law and order“,

Nein… Unsere Gesellschaft wird durch Law and Order unterstützt.

sondern auf der
Übereinkunft, dass es so etwas wie ein Grundrecht, ein
Menschenrecht auf „Würde“ gibt. Woher kommt dieses Grundrecht?
Steckt da nicht auch die christliche Lehre mit drin, nachdem
jeder Mensch ein Recht auf menschliche Behandlung hat?

Es verwundert mich nur umso mehr, dass in diesem Zusammenhang immer der Christliche Glauben genannt wird. Geschahen nicht unter dem Zeichen des Kreuzes die meisten Straftaten, die die Menschheit je gesehen hat? Wo blieb da die christliche menschliche Behandlung?

Ein Recht auf Würde hat jeder Mensch und er soll sie behalten. Aber wenn er sie mit eigenen Füßen tritt… und ein Täter macht dies in meinen Augen…

Dann hat er doch selber kundgetan, dass er es nicht würdig ist, dass er diese Würde trägt… warum sonst sollte er sie tragen?

Agreement, wie z.B. ist sicherlich denkbar. ABER … in Deutschland muss man nicht klauen. Wie du festgestellt hast… also warum sollte es so ein Agreement in Deutschland geben?

Ich bin wahrlich nicht sehr religiös (im kirchlichen Sinne),
aber du erinnerst mich mit deinen Forderungen sehr an die
Pharisäer, die Jesus verachtet hat, weil sie in ihrem
Rechtsempfinden keine Gnade und Barmherzigkeit kannten.

Barmherzigkeit kann ich vorher geben. Bei der Vollstreckung eines Urteils, gehört dem Täter das Maß, was per Gesetz diese Zuwiderhandlung vorsieht. Egal, welches Maß. Es ist auch heute schon so. Nur dass Gnadesgesuche etc. pp. dann möglich sind, wenn der Täter Besserung gelobt… und wieviele Täter werden doch wieder rückfällig? Genug. Zuviele.
Aber wenn du mich mit den Pharisäern vergleichen willst… ich könnte da sicherlich schon Gemeinsamkeiten erkennen. Und dazu stehe ich.

Du bewegst dich mit deinen Forderungen auf sehr dünnem und
gefährlichem Eis, Marco…

Wie schon gesagt… es ist mir bewusst… dass mein Strafsystem keinesfalls ausgeklügelt ist… aber das bisherige Strafmaß geht mir dann doch in manchen Punkten nicht weit genug.

jeden, der mal irgendwo
etwas hat mitgehen lassen, so zu verurteilen und zu bestrafen,
wie du es forderst.

Ich hätte es bei demjenigen gerne gemacht, der mir 3 Räder gestohlen hat. Ich kenne ihn, aber er ist zu jung gewesen für eine Verurteilung. Ich kenne auch die Leute, die im Hintergrund standen… Aber wie soll ich ihnen etwas nachweisen? Und diese Machtlosigkeit, die das deutsche Strafsystem da offenbart, die finde ich nicht im Sinne eine Gerechtigkeit. Daher sollten gerade in diesen Randbereichen die Strafmaße überdacht werden.

Gruß
Marco

Menschenrechte
Hallo Marco

es gibt verschiedene Menschenrechte, die sich alle aus der Idee ableiten, dass wir alle gleich viel wert sind. Du hast nicht erklärt, warum du das Eigentumsrecht über das Recht auf die Würde und körperliche Unversehrtheit der Menschen stellst. Erkläre mir, wieso das Eigentumsrecht für dich eine höhere Bedeutung hat.

Das Eigentumsrecht, das du so verabsolutierst steht im GG übrigends erst an 14. Stelle!

  1. deine Einseitikeit, was zu bestrafen ist

Was bitte schön ist daran einseitig?

Vgl. auch Mikes Posting gerade (*huhu*:smile:))). Du verabsolutierst Eigentumsdelikte und hebst das Eigentumsrecht, also das Recht, Sachen zu besitzen, über das Recht, als Mensch gesund und unverstümmelt durchs Leben zu gehen.

  1. Das Menschenbild, dass sich daraus ableitet.

Oh ja… menschenverachtend wie ich bin… ich mag keinen
Menschen, außer mich selbst…
Oder was habe ich für ein Menschenbild in deinen Augen?

Du setzt das Recht, Sachen zu besitzen über das Recht, gesund zu bleiben. Damit sind Dinge für dich offensichtlich wichtiger als Menschen.

Da verstehst du Brecht falsch.

Und was gibt dir diese Sicherheit? :smile:
Immerhin hat Brecht bestimmt auch dazu keine Position bezogen.
Wie bei fast allen seinen Aussagen… er hat das Ende
offengelassen…

Brecht hat in guter alter marxistischer Manier die Bonzen kritisiert. Mehr nicht. Eigentum ist dort ja bekanntlich Diebstahl…

Wieso ist es ein moralisches Schlupfloch, wenn ich 10-15 km zu
schnell fahre?

Weil dort 30km steht und wenn du 45 fährst auf einer Spielstrasse nicht mehr rechtzeitig bremsen kannst, wenn ein Kind um die Ecke kommt. Das hast du dann getötet. Deshalb z.B.

Fährst du nicht zu schnell?

Ich fahre ehrlich gesagt gar kein Auto, weil KA eine geniale Fahrradstadt ist.

gleich das Extreme an die Wand malen müsst. Aber egal. Es sei
euch gegönnt.

Der Extremist bist du hier und man muss ja irgendwie auf deine extremistische Ansicht eingehen beim argumentieren.

Der von euch so vielfach zitierte Artikel 1 GG

(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und
zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

(2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen
und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder
menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit
in der Welt.

(3) Die nachfolgenden Grundrechte binden Gesetzgebung,
vollziehende Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar
geltendes Recht.

Die Frage ist, was greift die Würde eines Menschen eher an: ihn den Arm abzuhaken oder ihm eine Tafel Schokolade zu klauen. Deine Unverhältnismäßigkeit ist so schockierend für mich.

Und nur weil ich ein härteres Strafmaß für gut empfinde,
spreche ich anderen die Menschenwürde ab? Dieses Strafmaß
betrifft doch nur die Menschen, die das Recht anderer vorher
verletzt haben.

Es geht eben um die Verhältnismäßigkeit der Strafe.

Kurze Frage dazu… hat die Kirche nicht einmal mit solchen
Strafmaßen angefangen gehabt? Es ist halt auch nicht alles
Gold was glänzt… :smile:

Was das jetzt für ein Argument sein soll, versteh ich nicht so ganz. Die Kirche hat übelste Folter in der Inquisition angewandt mit der Begründung, dass damit wenigstens die Höllenqualen im Leben danach kleiner werden für die Seele. Dies Denke verstehen wir aufgeklärten Menschen nicht mehr und lehnen sie aus guten Grund ab.

Davon abgesehen, sagt mir meine christliche Ethik, dass ein Mensch, der bereut, sogar besonders wertvoll ist (Gleichnis vom verlorenen Sohn). Außerdem hat sich Jesu gerade für „zwielichtigere“ Gestalten eingesetzt und war für die besonders da. Selbst in der katholischen Kirche gibt es eine Absolution bei Reue. Zu Recht, wie ich finde.

Wenn ich mir angucke, dass es in Amerika die Todestrafe gibt
und Verbrechen und Gewalt dort vielmehr zum Alltag gehören als
bei uns…

Nur für den Fall, dass du die etwa 10 Aussagen von mir dazu
überlesen hast… von einer Todesstrafe: Urteil, Kopf ab…
daon halte ich absolut nichts.

Es geht darum, dass harte Strafen offensichtlich das Gegenteil von dem auslösen, was du anstrebst, nämlich weniger Verbrechen.

ich glaube ganz fest, dass dein brutaler und
gewaltätiger Staat eine Atmosphäre der Gewalt und Verachtung
der Menschen erzeugen würde,

…ich wiederhole das Gesagte.

::Wird Gewalt in disem Ausmaß

geduldet und abgesegnet, schwinden Hemmungen, Konflikte jeder
Art gewaltfrei zu lösen.

In keinster Weise… ich sagte nie etwas von
Standrechtlichkeit.
Und ein anderes Strafmaß würde keine Strafordnung außer Kraft
setzen…

Die Gewalt und Brutalität würde in einem Maße vom Staat ausgehen, die die Hemmschwelle, selbst Gewalt anzuwenden, sinken lässt. Darauf bezog sich auch das Beispiel mit dem Krieg.

Außerdem hast du mir nicht die Frage beantwortet (seit 2 Postings), wer dies grausamen Strafen vollziehen soll und wer diese Menschen dann psychisch betreut.

Das liegt daran, weil ich mich allen ernstes frage, was du für
ein erbarmungsloser Mensch sein musst.

Wieso erbarmungslos? Ich würde nur das Strafmaß ändern und
sicherlich auch die Punkte, dass man sich aufgrund des Alters,
der Armut oder der Psyche eine Strafmilderung erschleichen
kann.

Du bist erbarmungslos, weil du kein Erbarmen kennst. Ganz einfach.

Oder würdest du deinen Freund decken, wenn er jemanden
vergewaltigt hat… es aber dein Freund wäre und auf
Vergewaltiger die Todesstrafe stünde?

Nein, bei Vergewaltigung wohl nicht, würde er aber eine Schokolade klauen, würde ich ihm sagen, dass ich das kindisch und scheiße finde, aber wohl ein Auge zu drücken und sicher nicht zur Polizei deswegen rennen.

Eben doch. Aber wie schon Raiko sagte. Es gibt eine gewisse
Basis, eine Grundeinstellung zum Thema Menschsein.

Ein Mensch ist ein Mensch, weil er sich vom Tier
unterscheidet. Ein Tier raubt dem anderen etwas und befriedigt
somit seine niederen Bedürfnisse… Macht ein Mensch dies,
ist er nichts anderes als ein Tier.

Tut ein Mensch böses, bleibt er trotzdem ein Mensch.

Wenn das
sowenig gegeben ist, kommen wir hier eh nicht weiter.

Ich habe Achtung vor dem Menschen, aber keine Achtung vor
Tätern.

Täter sind auch Menschen, vielleicht oft schlechte, die bestraft gehören, aber vor dir würde ich sie immer beschützen wollen.

Du sprichts diesen Menschen ihre Würde und ihr Menschsein ab.

Ja… denn es besteht kein Unterschied mehr zwischen diesen
Menschen und einem Tier… und hat ein Tier anrecht auf
Menschenrechte?

Jedes Geschöpf hat Rechte, ich würde auch nicht wollen, dass man ein Tier unnötig verstümmelt. Und ein Mensch ist nie ein Tier.

Damit bist du für mich jemand, der gefährlich nahe an an
Menschen, die meinen, andere Menschen töten und quälen zu
dürfen, weil sie weniger wert sind.

Nicht weil sie weniger wert sind. Ein Mensch kann nie weniger
wert sein. Ein Mensch ist ein Mensch und bleibt immer gleich
wertvoll. Aber ein Mensch ist ein Mensch un kein Tier.
Ein Tier kann in meinen Augen nicht an den Wert eines Menschen
heranreichen.

Du widersprichst dich.

Wenn du so grundsätzlich die allgemein akzeptierten
Menschenrechte hinterfragst,

Ich stelle sie weder in Frage noch akzeptiere ich sie nicht.

Doch. Tust du.

warum hinterfragst du dann nicht
das Recht auf Eigentum? Wieso sollte das mehr gelten als die
anderen Menschenrechte?

Es gilt nicht mehr. Es gilt genausoviel.

Du wirst beim Nachdenken feststellen, dass hier eben zwei Rechte aufeinandertreffen, die in einer bestimment Situation nicht vereinbar sind. Du entscheidest dich für das Eigentumsrecht. Jetzt erkläre mir, wieso gerade dafür.

Barbara

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Hallo Uschi,

Es verwundert mich nur umso mehr, dass in diesem Zusammenhang
immer der Christliche Glauben genannt wird. Geschahen nicht
unter dem Zeichen des Kreuzes die meisten Straftaten, die die
Menschheit je gesehen hat? Wo blieb da die christliche
menschliche Behandlung?

Ich trenne zwischen christlichen Werten (wie sie Jesus laut Bibel vorgelebt und etabliert hat) und der Kirche. Das eine hat meiner Meinung nach so gut wie nichts mit dem anderen zu tun. Ich bin aus der Kirche ausgetreten, allerdings versuche ich nach christlich-ethischen Grundsätzen zu leben.

Ein Recht auf Würde hat jeder Mensch und er soll sie behalten.
Aber wenn er sie mit eigenen Füßen tritt… und ein Täter
macht dies in meinen Augen…

Dann hat er doch selber kundgetan, dass er es nicht würdig
ist, dass er diese Würde trägt… warum sonst sollte er sie
tragen?

Wenns nur immer so leicht wäre. Deine Logik stimmt hier eben nicht immer. Es gibt sicher viele unterschiedliche Motive fürs Klauen (wie ist es z.B. mit den Kindern, für die das - auch zu meiner Zeit schon - eine Mutprobe ist, in einem Kaufhaus z.B. einen Radiergummi mitgehen zu lassen?).
Unsere Gesellschaft lebt im Überfluss, und da willst du so einem armen Wurm, der sich bestimmte Dinge eben nicht leisten kann, obwohl sie ihn überall anschreien: „Kauf mich!“ „Nimm mich!“, die Würde absprechen, wenn er auch einmal in Versuchung geführt wird?
Versteh mich nicht falsch, Diebstahl kann nicht toleriert werden, aber die Umstände müssen berücksichtigt werden.

Agreement, wie z.B. ist sicherlich denkbar. ABER … in
Deutschland muss man nicht klauen. Wie du festgestellt hast…
also warum sollte es so ein Agreement in Deutschland geben?

Ja, uns geht es gut, gell? Wir verdienen genug und können uns mehr oder weniger alles kaufen, was man so zum Leben braucht, nicht wahr? Können aber nicht alle, Marco, auch in Deutschland nicht…
Es redet sich so leicht, wenn man selbst keine Not leidet, ein ordentliches Elternhaus hatte, eine gute Erziehung genossen hatte…

Ich bin wahrlich nicht sehr religiös (im kirchlichen Sinne),
aber du erinnerst mich mit deinen Forderungen sehr an die
Pharisäer, die Jesus verachtet hat, weil sie in ihrem
Rechtsempfinden keine Gnade und Barmherzigkeit kannten.

Barmherzigkeit kann ich vorher geben. Bei der Vollstreckung
eines Urteils, gehört dem Täter das Maß, was per Gesetz diese
Zuwiderhandlung vorsieht. Egal, welches Maß. Es ist auch heute
schon so. Nur dass Gnadesgesuche etc. pp. dann möglich sind,
wenn der Täter Besserung gelobt… und wieviele Täter werden
doch wieder rückfällig? Genug. Zuviele.

Und wenn es nur einen gäbe, der nicht mehr rückfällig würde, so hätte sich das schon gelohnt. Woher stammt das denn gleich wieder…?

Ich hätte es bei demjenigen gerne gemacht, der mir 3 Räder
gestohlen hat. Ich kenne ihn, aber er ist zu jung gewesen für
eine Verurteilung. Ich kenne auch die Leute, die im
Hintergrund standen… Aber wie soll ich ihnen etwas
nachweisen? Und diese Machtlosigkeit, die das deutsche
Strafsystem da offenbart, die finde ich nicht im Sinne eine
Gerechtigkeit. Daher sollten gerade in diesen Randbereichen
die Strafmaße überdacht werden.

Hmmm…der Nachweis wird wohl hoffentlich bei deinem Strafmaß auch erbracht werden müssen? Oder willst du den Leuten auf Verdacht die Hand abhacken???

Gruß
Uschi

Hallo Mike,

Also ganz kurz:
Du plädierst für: Abschaffung der Apellation
(Berufung/Revision) und des Gnadenrechtes

Zumindest dann, wenn es nur darum geht, dass eine Strafmilderung oder Strafaussetzung erwirkt werden soll. Also bspw. bei einem psychologischem Gutachten das Aussetzen der Strafe.
Geht es darum, die Unschuld zu beweisen… dann dient es ja der Rechtsfindung.

Du plädierst für die Einführung von Leibstrafen bei
Bagatelldelikten

Überzogen gesagt ja… ich bin eben der Meinung, dass die jetzigen Strafen in vielerlei Belange heutzutage nicht weitgenug gehen… es müssen in meinen Augen auch abschreckende Wirkung erzeugt werden.

Was mich auch sehr stark verwirrt, ist deine Konzentration auf
Eigentumsdelikte (Diebstahl, Raub)
Ich meine, wir zahlen derzeit für den durch diese Straftaten
entstandenen Schaden. (Etwas höhere Preise) Wieviel macht das
eigentlich aus? Nenn doch mal Zahlen.

Bei der Steuer habe ich mal etwas von 2-4% bei der Mwst gelesen.
Und das ist auf das Jahr gesehen schon immens…
Genauere Zahlen liegen mir leider auch nicht vor.

wer keine Ehre hat, ist kein mensch mehr, oder was? Die Ehre
muß dann durch ein „Opfer“ wiederhergestellt werden?

Die verlorene Ehre kann man nicht zurückbekommen… aber man soll anderen öffentlich aufzeigen, dass sie sich bei diesem Menschen vorsichtiger bewegen sollten… bzw. sollte der Täter gewisse Taten nicht mehr ausführen können…

Ich wäre der erste, der die
Unterschrift auf das Gnadengesuch setzten würde, DAS ISSES
NICHT WERT!.

Ich würde es nicht machen… was hat er in meiner Hosentasche zu suchen?

Es würde mich in keinster Weise befriedigen.

Befriedigen nicht unbedingt… aber ich wüsste, er würde mir nichts mehr klauen…

Mit einem derartigen buchstäblich gnadenlosen Strafrecht, das
ausserdem die Eigentumsdelikte relativ schwerer bestraft als
Verbrechen gegen Menschen,

Ich habe nur die Vorstufe gebracht… sozusagen als Einleitung.

Ich finde, dass ein Körperliches Vergehen jeglicher Art an einem anderen ein derartig hohes Strafmaß erfordert,… was heute auch nicht in dem Umfang gegeben ist. Ein Mörder sollte z.B. keine Möglichkeit der Begnadigung bekommen… nicht mal ansatzweise…

Vielleicht habe ich so wieder etwas Luft rausgenommen…

In diesem Sinne…

Marco

Nein, sind wir uns nicht, denn soweit ich weiß, erfüllt das
Übertreten der Geschwindigkeit erst bei einer
Geschwindigkeitsübertretung in dem Maße, in dem es Punkte
erwirkt einen Straftatbestand.

Vorher ist es ein Ermahnen.

Und ich will, dass Straftatbestände geahndet werden. Würde ich
so schnell fahren, dass ich Punkte bekäme, dann müsste ich
diese Strafe ggf. akzeptieren. Nur wenn ich wüsste, dass es
dieses Strafmaß gäbe, würde ich nicht so schnell fahren. Auf
Garantie nicht… denn ich habe nur 2 Beine. :smile:

also, gewissermassen ‚gleiches recht fuer alle‘,
aber nur fuer dich bleiben die beine dran.
weil DU ja nur ‚verwarnt‘ wirst - obwohl du gegen das recht vestiessest… denk mal an!
gruss - digi

Endlich… :smile:
Hallo Uschi,

Hmmm…der Nachweis wird wohl hoffentlich bei deinem Strafmaß
auch erbracht werden müssen? Oder willst du den Leuten auf
Verdacht die Hand abhacken???

Nein…Auch hier gilt die Beweisführung… also nichts standrechtliches usw.

Ist es vor Gericht eindeutig erwiesen, dann folgt die Strafe… künftig wie in der Vergangenheit und heute.

Es ändert sich ggf. nur das Strafmaß… und das muss nicht meiner Vorstellung entsprechen. :smile:

In diesem Sinne…

Marco

Augenreib…
hallo Marco
Ad 1: mich würde es tatsächlich interessieren, Ob deiner Meinung nach für einen Staat andere moralische Werte gelten wie für seine Bürger?

Ad. 2:
Das war erst der Vorlauf…
wie sieht dann der hauptlauf aus…

was bekomme ich, wenn ich z.B einem eine Reinhaue…

Du musst eine sehr GNADENLOSE Auffassung von Recht und Gesetz haben.

Apropo, es ging um Schäden durch Ladendiebstahl, nicht durch Steuerhinterziehung! (Was machst eigentlich mit denen? Augenausstechen?)

Hallo Mike,

Also ganz kurz:
Du plädierst für: Abschaffung der Apellation
(Berufung/Revision) und des Gnadenrechtes

Zumindest dann, wenn es nur darum geht, dass eine
Strafmilderung oder Strafaussetzung erwirkt werden soll.

Aber gehört die Bewertung des Motivs und der Umstände nicht zur Bemessung der Strafe? Wie war das mit dem "Ermessensspielraum? Du redest zwar davon, gleichzeitig negierst Du ihn auch!

Also
bspw. bei einem psychologischem Gutachten das Aussetzen der
Strafe.

und?, wenn einer tatsächlich unzurechnungsfähig ist?
Oder wenn er resozialisiert ist?
Soll er dann weiterhin dem Staat auf der tasche liegen, wenn er
a: Gefahrlos entlassen werden kann
b: eine weitere Verbesserung der Rechtssicherheit durch Aufrechterhaltung der haft nicht erreicht werden kann?
Ein Gefangener kostet min. 130 DM am tag. Das kann der NIEMALS erarbeiten.

Geht es darum, die Unschuld zu beweisen… dann dient es ja
der Rechtsfindung.

Na, das hört sich schon besser an…
Und wie isses mit dem ältesten recht überhaupt, dem Gnadenrecht?

Du plädierst für die Einführung von Leibstrafen bei
Bagatelldelikten

Überzogen gesagt ja… ich bin eben der Meinung, dass die
jetzigen Strafen in vielerlei Belange heutzutage nicht
weitgenug gehen… es müssen in meinen Augen auch
abschreckende Wirkung erzeugt werden.

Derartige Strafen würden, wie ich vorher ausgeführt habe, unsere Gesellschaft zerstören.

wer keine Ehre hat, ist kein mensch mehr, oder was? Die Ehre
muß dann durch ein „Opfer“ wiederhergestellt werden?

Die verlorene Ehre kann man nicht zurückbekommen… aber man
soll anderen öffentlich aufzeigen, dass sie sich bei diesem
Menschen vorsichtiger bewegen sollten… bzw. sollte der
Täter gewisse Taten nicht mehr ausführen können…

Also doch keine Resozialisierung: Da kannst jemanden, der einen ladendiebstahl begangen hat, ja gleich Grün anstreichen…

Ich wäre der erste, der die
Unterschrift auf das Gnadengesuch setzten würde, DAS ISSES
NICHT WERT!.

Ich würde es nicht machen… was hat er in meiner Hosentasche
zu suchen?

Es würde mich in keinster Weise befriedigen.

Befriedigen nicht unbedingt… aber ich wüsste, er würde mir
nichts mehr klauen…

Naja, wennst schon solche positionen vertrittst, dann ist das auch nur konsequent

Vielleicht habe ich so wieder etwas Luft rausgenommen…

Ja, mir bleibt sie immer noch weg

Gruss
Mike

Hallo Marion

eine kleine Korrektur.

Man kann seine Würde vor dem GG nicht abgeben. Weshalb du dich
auch nicht in die Sklaverei verkaufen kannst. So ein Vertrag
wäre in der BD nichtig.

Doch, so etwas ist ein Arbeitsvertrag.

(Bei dem Gedanken, daß ich morgen wieder bis an den Rand des Nervenzusammenbruchs schuften kann, könnte ich mich wieder übergeben.)

Gruß
Carlos

Hallo Marion

Hallo Carlos, nicht nur für dich: Barbara:wink:)

Man kann seine Würde vor dem GG nicht abgeben. Weshalb du dich
auch nicht in die Sklaverei verkaufen kannst. So ein Vertrag
wäre in der BD nichtig.

Doch, so etwas ist ein Arbeitsvertrag.

(Bei dem Gedanken, daß ich morgen wieder bis an den Rand des
Nervenzusammenbruchs schuften kann, könnte ich mich wieder
übergeben.)

Ich vermute, das war ironisch gemeint? Du weisst schon, das echte Sklaven nicht als vollwertigen Menschen galten (wenn überhaupt) und ihr Herr über Leib und Leben entscheiden durfte? Du kannst kundigen. Ein Sklave kann nur sterben, wenn er aus freien Willen den Besitzer verlassen will. Du kannst abends heimgehen, ein Sklave nicht. Sie durften übrigends in den karibischen Kolonien oft nichtmal zum Sonntagsgottesdienst, und die Sklavenhalter waren wenig begeistert von den missionarischen Bemühungen der katholischen Priester. 1. weil sie eigentlich verpflichtet waren., Christen für den Sonntag frei zu geben und 2. weil die rudimentäre Bildung der Schwarzen in den Sonntagsschulen dafür sorgte, dass sie sie nicht mehr ohne weiteres als Tiere haben ansehen können…

Beste Grüße,
Barbara