Depressionen ohne Leidensdruck? (leider lang!)

Hallo ihr Helfer und Lebenserfahrenen,

Situation:
Langzeitarbeitslose Person. 49 J. bald 50.
Geistig und mental überdurchschnittlich befähigt mit vielen Talenten/Fähigkeiten/Kenntnissen, dass man ihr wahrlich ein Multitalent bescheinigen kann.
Gute, schnelle Auffassungsgabe, ausgeprägte Empathie und sog. Softskills, umfangreiches Wissen in vielen Gebieten, autodidaktische Fähigkeiten, soziales Engagement, ausgeprägtes Sozialdenken…

Kurzum, gemessen am Durchschnitt durchaus eine Person, wo es nicht schwierig sein dürfte, sie in ein gutes Arbeitsverhältnis zu bringen.

Problem:
Aktivierung dieser Person?

Einschätzung:
Sie reflektiert ihren Zustand sehr gut. Ist sich bewusst, dass sie extreme Antriebsarmut hat, eine „mir doch alles egal“ Einstellung. Sagt selbst, dass sie „vom Kopf her“ weiß, dass das gesellschaftlich nicht akzeptabel ist, sieht aber nicht ein, ihre Fähigkeiten „unter Wert zu verkaufen“, übt sehr fundierte „Systemkritik“. Sie wäre zwar erwerbslos, aber nicht arbeitslos und trage ihren Anteil zur Gemeinschaft auf andere, gesellschaftlich nicht so anerkannter Weise, bei (Nachbarschaftshilfe, Hilfe für Obdachlose, rechtliche Hilfestellung für AlG2 Empfänger, politische Aktivitäten).

Ihr vermeintliches Problem wird paradoxerweise zu meinem eigenen „Problem“. Insofern, dass die Einstellung, Argumentationen und Ansichten dieser Person mich selbst ins Wanken und zum Nachdenken bringen.

Es kann ja nicht sein, dass eine Person mit diesen Fähigkeiten keine Chance hat auf dem Arbeitsmarkt (Bewerbungsbemühungen und erstklassige Zeugnisse und Fortbildungkurse liegen vor)

Einerseits kann es ja nicht sein, dass ein Mensch mit dieser Energie und Fähigkeiten einfach jahrelang zu Hause rumsitzt und „nichts tut“. Solche Menschen gehören in den produktiven Kreislauf integriert.

Andererseits kann ich sie verstehen. Die Person hat ihre eigene Aufgabe für sich, fühlt sich nützlich und auch integriert in ihrem „selbst geschaffenen kleinen, privaten Kreis“ abseits der gesellschaftlichen Normen und Anforderungen.
Sie leidet nicht wirklich seelisch/psychisch, sondern nur auf intellektueller/rationaler Basis.

Diese ist - und jetzt geht es vom psychologischen ins philosophische - aber kein wirkliches Leiden ihrer Seele, es wirkt auf mich eher wie ein Druck der gesellschaftlichen Anforderungen, die der Person zwar bwusst sind, sie aber ablehnt.

Ich habe das Gefühl, dass dieser Druck für die Person viel wesentlicher ist als das, was ich/wir uns so vorstellen, bzw. nicht vorstellen können.

Dass nämlich ein Mensch einerseits isoliert lebt, kaum Freunde und Sozialkontakte hat (die, denen sie hilft, sind keine Freunde, sondern selbst hilflose Wesen) und sich dennoch nicht unnütz, einsam und abgeschoben fühlt.

Ich habe das Gefühl, dass diese Person in sich abgeklärter und glücklicher ist, als ich es mir rein nach den Umständen und Fakten vorstellen kann.

Das Erlebnis mit dieser Person stellt alle „normalen“ Gegebenheiten und „Sollzustände“ in Frage.

Ich bin gespannt auf die Kommentare derer, die es bis hier hin durchgehalten haben :wink:

Diphda, sich entschuldigend, dass sie es nicht kürzer schaffte

„Ich habe das Gefühl, dass diese Person in sich abgeklärter und glücklicher ist, als ich es mir rein nach den Umständen und Fakten vorstellen kann.“

Dann ist es doch gut, wenn sie sich in der Position wohl fühlt.

Wenn sie der Allgemeinheit nicht auf der Tasche liegt, hat auch niemand anders ein Problem damit.

Was wäre jetzt deines? Dass sie ihr Wissen, ihre Fähigkeiten und die ganzen Softskills der Öffentlichkeit, die diese dringend zu gebrauchen wollen muss, bewusst und hinterhältig entzieht?

Hi,

Dann ist es doch gut, wenn sie sich in der Position wohl
fühlt.

Ja, das sei jedem gegönnt.

Wenn sie der Allgemeinheit nicht auf der Tasche liegt, hat
auch niemand anders ein Problem damit.

Da sie Langzeitarbeitslose ist, tut sie das aber.

Was wäre jetzt deines? Dass sie ihr Wissen, ihre Fähigkeiten
und die ganzen Softskills der Öffentlichkeit, die diese
dringend zu gebrauchen wollen muss, bewusst und hinterhältig
entzieht?

Naja hinterhältig würde ich nicht sagen. Das geht ja teilweise eher Richtung offene Verweigerung.

Meins wäre der „Konflikt“, dass Menschen mit Potenzial doch gefälligst nicht dem Staat auf der Tasche zu liegen haben und dem, dass das in diesem Falle ein gesunder glücklicher Mensch ist, der ja nicht nichts tut, sondern sich durchaus gesellschaftlich einbringt. Eben nur nicht in der uns anerkannten materialistischen Form. Und das auch nur, weil er eben von dieser Geselsschaft/Arbeitsmarkt nicht gewollt oder abgerufen wird.

Dann ist da noch „meins“, dass es meine Aufgabe ist, diese Person „gesellschaftskonform zu machen“ und zu schauen, in wie weit da seelische, psychische Hemmnisse sind (Depression) und ob und wie (Therapie) diese angegangen werden können.

Nur was ist in diesem Fall gesellschaftskonform?
Da liegt einerseits eine offenkundige Resignation und Frustration dieser Person vor, gleichzeitig müsste sie sich aller „allgemeingültiger Definitionen“ nach eigentlich total einsam und unglücklich fühlen und da herausgerissen werden.
Doch dem ist nicht so. Sie ist zwar resigniert und hat verstanden und sich damit abgefunden, dass die Gesellschaft/Arbeitsmarkt sie nicht will oder braucht.
Aber in all dieser Resination, Antriebslosigkeit und Gleichgültigkeit, macht sie nicht den Eindruck, dass sie total verzweifwlt oder todunglücklich wäre.
Offenbar hat sie einen Weg gefunden, trotzdem glücklich und zufrieden zu sein.

Mir stellt sich die Frage warum und in wie fern soll ich da einwirken?
Ich erkenne keinen wirklichen Leidensdruck (was mW Voraussetzung für die Bereitschaft einer Änderung/Therapie ist) und ich erkenne auch keinen wirklichen Schaden für die Gesellschaft, selbst wenn diese Person nicht zum Erwerb und wirtschaftlichen Produktionsfaktor beiträgt, sondern der Solidargemeinschaft auf der Tasche liegt.

Viellicht hätte ich das eher in Philosophie oder Sozialwissenschaften unterbringen sollen mit der Überschrift. „Was bedeutet Arbeit in unserer Gesellschaft“ oder „Stellenwert und Anerkennung von Arbeit“, oder „Bewertung und Differenzierung zw. Erwberstätigkeit und schöpferischem Tun/ Dienst am Menschen“

Ach da gibt es viel, was ich schreiben könnte.
Da diese Person so aus dem Rahmen fällt, eröffnen sich sehr viele Fragen.

Mein Instinkt sagt mir. Lass sie doch machen, sie schadet letztlich keinem und tut im Kleinen sogar gutes an einzelnen Menschen. Warum in eine Schablone pressen, nur weil es auf den ersten Blick schwer fällt zu verstehen, dass auch ein vermeintlich einsamer, sozial isolierter Mensch nicht unglücklich sein muss.

Wem soll hier eigentlich gedient werden?
Warum und für wen sollen „verrückte“ Menschen eigentlich „zurechtgerückt“, „konform“ gemacht werden?

Wer gibt uns das Recht in ein Leben derart einzugreifen, nur weil wir und die gesellschaftlichen Ansprüche es für nötig halten, dass jeder in „unser“ Schema passt.
So nach dem Motto, weil nicht sein kann, was nicht sein darf.

Ach ich merke schon. Das was diese Person in mir auslöste passt doch wirklich eher in ein anderes Brett.

Hätte ich omentan nicht Urlaub, hätte ich gar nicht die Zeit, so intensiv darüber nachzudneken. Noch so ein Thema, über das man nachdenken könnte.

Oh, Schreck ich geh jetzt wohl lieber ins Bett :wink:

Wenn sie der Allgemeinheit nicht auf der Tasche liegt, hat
auch niemand anders ein Problem damit.

Da sie Langzeitarbeitslose ist, tut sie das aber.

Das ist dann etwas anderes. Man kann nicht nur nehmen.

Moin,

Wenn sie der Allgemeinheit nicht auf der Tasche liegt, hat
auch niemand anders ein Problem damit.

Da sie Langzeitarbeitslose ist, tut sie das aber.

Dich fuchst also, dass sie ‚ohne Leistung‘ ein paar Kröten bekommt?

Meins wäre der „Konflikt“, dass Menschen mit Potenzial doch
gefälligst nicht dem Staat auf der Tasche zu liegen haben …

Du glaubst also, dass Menschen die arbeiten das ‚verdienen‘ was sie auf’s Konto bezahlt bekommen? Wie kommt es dann, das Menschen die wirklich wichtige Arbeit für die Gesellschaft leisten - Krankenschwestern, Müllkutscher, Lehrer relativ wenig verdienen, Vorstandsvorsitzende von Banken aber noch einen goldenen Händedruck bekommen wenn sie Milliarden in den Sand setzen? Informiere dich mal über das Grundeinkommen und die Idee die dahinter steht.

Dann ist da noch „meins“, dass es meine Aufgabe ist, diese
Person „gesellschaftskonform zu machen“ und zu schauen, in wie
weit da seelische, psychische Hemmnisse sind (Depression) und
ob und wie (Therapie) diese angegangen werden können.

Eine Depression bedingt einen Leidensdruck. Hat sie den nicht, hat sie keine Depression, sondern du meinst sie müsste eine haben - vielleicht weil du in ihrer Situation eine hättest.

Da liegt einerseits eine offenkundige Resignation und
Frustration dieser Person vor, …

wo?

… macht sie nicht den Eindruck, dass sie total
verzweifwlt oder todunglücklich wäre.
Offenbar hat sie einen Weg gefunden, trotzdem glücklich und
zufrieden zu sein.

Wer hat denn dann das Problem - du oder die Person?

Mir stellt sich die Frage warum und in wie fern soll ich da
einwirken?

Gute Frage!

Mein Instinkt sagt mir. Lass sie doch machen, …

Warum nur dein ‚Instinkt‘?

Wem soll hier eigentlich gedient werden?
Warum und für wen sollen „verrückte“ Menschen eigentlich
„zurechtgerückt“, „konform“ gemacht werden?

Wie kommst du darauf, dass sie ‚verrückt‘ ist?

Ach ich merke schon. Das was diese Person in mir auslöste
passt doch wirklich eher in ein anderes Brett.

Och, ich denke, das Brett passt schon…
Schönen Urlaub…lux

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Da sie Langzeitarbeitslose ist, tut sie das aber.

Dich fuchst also, dass sie ‚ohne Leistung‘ ein paar Kröten
bekommt?

Das Gefühl kann ich allerdings teilen.

Wer dazu imstande ist, seinen Beitrag zu leisten, und es nicht tut und vielmehr seinen Lebensunterhalt von den anderen bestreiten lässt,
handelt unsozial. Zugute halten muss man der Person natürlich, dass sie sich karitativen (ich nenne das jetzt einmal so) Aufgaben widmet.
Inwiefern jenes das eine aufwiegt, können wir von hier aus nicht beurteilen, ist nicht unsere Aufgabe und ist auch nicht Gegenstand der Fragestellung.

Meins wäre der „Konflikt“, dass Menschen mit Potenzial doch
gefälligst nicht dem Staat auf der Tasche zu liegen haben …

Du glaubst also, dass Menschen die arbeiten das ‚verdienen‘
was sie auf’s Konto bezahlt bekommen?

Auch darum geht es nicht.

Wie kommt es dann, das
Menschen die wirklich wichtige Arbeit für die Gesellschaft
leisten - Krankenschwestern, Müllkutscher, Lehrer relativ
wenig verdienen,

Die arbeiten zu festgelegten zeiten, allmeist zu einer Entlohnung nach Tarif.

Da finde ich eher den Arzt im Krankenhaus unterbezahlt, der beim Bändigen von Herzstörungen, Magen-OPs und Notbehandlungen von Unfallopfern nicht danach fragen kann, ob er nicht schon längst Feierabend hätte oder seit 2 Stunden schon dringend seinen Stuhlgang herauslassen müsste.

Vorstandsvorsitzende von Banken aber noch
einen goldenen Händedruck bekommen wenn sie Milliarden in den
Sand setzen?

Das ist natürlich die himmelschreiendste Sauerei in diesem Lande.

Informiere dich mal über das Grundeinkommen und
die Idee die dahinter steht.

Und das ist das kräftigste Wasser auf so einige Mühlen, ja :smile:

Eine Depression bedingt einen Leidensdruck. Hat sie den nicht,
hat sie keine Depression, sondern du meinst sie müsste eine
haben - vielleicht weil du in ihrer Situation eine hättest.

Das ist eine interessante These.

Du meinst, die Person handelt nach „Arbeitslos und Spaß dabei“ ?

Da liegt einerseits eine offenkundige Resignation und
Frustration dieser Person vor, …

wo?

Würde ich auch nicht sehen.

Wer hat denn dann das Problem - du oder die Person?

Mir stellt sich die Frage warum und in wie fern soll ich da
einwirken?

Gute Frage!

Es kommt darauf an, ob das eine familienangehörige Person ist, der man man weisungsbefugt ist.

Wer dazu imstande ist, seinen Beitrag zu leisten, und es nicht
tut und vielmehr seinen Lebensunterhalt von den anderen
bestreiten lässt, handelt unsozial. Zugute halten muss man der Person :natürlich, dass sie sich karitativen (ich nenne das jetzt einmal so)
Aufgaben widmet.

Wieso zugute halten? So, wie du das formulierst, steht die Person auf der „bösen Seite“, weil sie nicht für den eigenen Lebensunterhalt aufkommt. „Zu gute halten“ hat etwas von: Jetzt steht sie etwas weniger böse, aber böse immer noch, das bestätigt:

Inwiefern jenes das eine aufwiegt, können wir von hier aus
nicht beurteilen,

Da schwingen doch deutliche Zweifel mit, OB es aufwiegt.

Nur ist das eine Person, die nach Beschreibung eben nicht Leistungsverweigerer ist, sondern sich bemüht hat und bemüht - ohne Erfolg. Die Resonanz, die nach vielen Absagen gekommen sein, wird mit großer Wahrscheinlichkeit sein: wir brauchen dich nicht, du bist uns nichts wert, nicht so viel, dass wir uns wenigstens mal kurz ernsthaft mit dir beschäftigen. Zudem: Geh mal davon aus, dass diese Person genau weiß, dass sie anderen „auf der Tasche liegt“ und mit großer Wahrscheinlichkeit nicht glücklich über diesen Umstand ist. (Zumal er ja immer wieder pauschalierend abfällig durch die Medien und Diskussion geht).

Das immer wieder erleben zu müssen, birgt ein ungemeines Frustpotenzial. Jetzt geht diese Person hin und engagiert sich sozial. Damit gibt sie zunächst der Gesellschaft zurück, auf deren Kosten sie lebt. Und sie bekommt auf einmal signalisiert: Ey, du kannst ja etwas, leistest etwas, du bist etwas wert.

Jetzt muss sie zwar immer noch mit dem Makel leben, dass offiziell sie immer noch auf der Tasche liegt und das Auskommen mit diesem „Einkommen“ nicht groß ist - aber man kann sich selbst gegenüber schon einigermaßen verkaufen, dass die „Stütze“ als Einkommen umdeklariert wird, wenn auch nicht offiziell.

Da finde ich eher den Arzt im Krankenhaus unterbezahlt, der
beim Bändigen von Herzstörungen, Magen-OPs und Notbehandlungen
von Unfallopfern nicht danach fragen kann, ob er nicht schon
längst Feierabend hätte oder seit 2 Stunden schon dringend
seinen Stuhlgang herauslassen müsste.

Und was ist mit der Krankenschwester oder der Altenpflegerin, die von den Zeiten her nur minimal weniger schlecht dran ist, ebenfalls ein enormes Arbeitspensum hat, einen hoch verantwortungsvollen Job hat, was sie auch notfalls strafrechtlich und wirtschaftlich zu spüren bekommt, sollte sie einen Fehler machen! - und das für einen Stundenlohn von 8,50 brutto?

Stimmt, dieser Job fällt ja „nur“ unter Soziales ist damit leider ziemlich unten angesiedelt im Image.

Da liegt einerseits eine offenkundige Resignation und
Frustration dieser Person vor, …

wo?

Würde ich auch nicht sehen.

Offenkundig nicht. Aber entweder sie hat vorgelegen und ist jetzt erfolgreich (im Sinne des Selbstwertgefühls) umgemünzt worden oder sie ist erfolgreich kaschiert. Ich würde - aus Erfahrung mit anderen Betroffenen in ähnlichen Situationen - eher tippen auf letzteres. Allerdings ist das ins Blaue geschossen.

Es kommt darauf an, ob das eine familienangehörige Person ist,
der man man weisungsbefugt ist.

Du bist deinen Familienangehörigen gegenüber weisungsbefugt? Und bist überhaupt der Meinung, dass sich das Problem über „Weisung“ lösen lässt?

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Wieso zugute halten? So, wie du das formulierst, steht die
Person auf der „bösen Seite“, weil sie nicht für den eigenen
Lebensunterhalt aufkommt. „Zu gute halten“ hat etwas von:
Jetzt steht sie etwas weniger böse, aber böse immer noch, das
bestätigt:

Es ist nicht an mir, das zu beurteilen.
Wir sehen nur, was der UP schreibt: Sie lebt von der Unterstützung, gibt aber auch etwas zurück, und auch wenn das nicht in materieller Form ist.

Eine Aufrechnung ist sicher weder möglich noch statthaft.

Inwiefern jenes das eine aufwiegt, können wir von hier aus
nicht beurteilen,

Da schwingen doch deutliche Zweifel mit, OB es aufwiegt.

Es ist hingegen nicht an dir, meine Aussagen auszulegen.

Nur ist das eine Person, die nach Beschreibung eben nicht
Leistungsverweigerer ist, sondern sich bemüht hat und bemüht -

Wo steht, dass sie sich bemühen würde?

ohne Erfolg. Die Resonanz, die nach vielen Absagen gekommen
sein, wird mit großer Wahrscheinlichkeit sein: wir brauchen
dich nicht, du bist uns nichts wert, nicht so viel, dass wir
uns wenigstens mal kurz ernsthaft mit dir beschäftigen. Zudem:
Geh mal davon aus, dass diese Person genau weiß, dass sie
anderen „auf der Tasche liegt“ und mit großer
Wahrscheinlichkeit nicht glücklich über diesen Umstand ist.

Nach der Aussage des UP sei sie dies aber.

(Zumal er ja immer wieder pauschalierend abfällig durch die
Medien und Diskussion geht).

was hat’n das hier jetzt wieder mit den Medien zu tun?

Das immer wieder erleben zu müssen, birgt ein ungemeines
Frustpotenzial. Jetzt geht diese Person hin und engagiert sich
sozial. Damit gibt sie zunächst der Gesellschaft zurück, auf
deren Kosten sie lebt. Und sie bekommt auf einmal
signalisiert: Ey, du kannst ja etwas, leistest etwas, du bist
etwas wert.

Sehr schön, wirklich. Der UP wollte aber wissen, ob man Depressionen haben kann, ohne es zu merken.

Und was ist mit der Krankenschwester oder der Altenpflegerin,
die von den Zeiten her nur minimal weniger schlecht dran ist,
ebenfalls ein enormes Arbeitspensum hat, einen hoch
verantwortungsvollen Job hat, was sie auch notfalls
strafrechtlich und wirtschaftlich zu spüren bekommt, sollte
sie einen Fehler machen! - und das für einen Stundenlohn von
8,50 brutto?

Das ist jetzt aber schon längst offroad, oder wie das heißt.

Es kommt darauf an, ob das eine familienangehörige Person ist,
der man man weisungsbefugt ist.

Du bist deinen Familienangehörigen gegenüber weisungsbefugt?
Und bist überhaupt der Meinung, dass sich das Problem über
„Weisung“ lösen lässt?

Man kann es wieder mal richtig schön alles falsch verstehen, nicht?

Handelt es sich um einen Lebenspartner oder Kinder, kann man ihm/sie zur Seite gehen, gucken, wo man ihn/sie unterstützen und motivieren kann, auch mal ein Tritt in den Hintern soll nicht schaden.

Handelt es sich hingegen um fermde Personen, dann … ich denke du weißt wie ich das meine.

Es ist nicht an mir, das zu beurteilen.

Warum tust du es dann?

Eine Aufrechnung ist sicher weder möglich noch statthaft.

Warum versuchst du es dann?

Es ist hingegen nicht an dir, meine Aussagen auszulegen.

Auszulegen vielleicht nicht - aber Stellung nehmen. Das ist ein öffentliches Forum.

Wo steht, dass sie sich bemühen würde?

Aus dem Text geht sehr gut hervor, dass sie sich zumindest bemüht hat. Sonst wären die dort beschriebenen Erfahrungen wohl kaum möglich.

Nach der Aussage des UP sei sie dies aber.

Dies stellt die UP aber in Frage. Und wenn man genau liest, klingt das auch alles andere als glücklich.

was hat’n das hier jetzt wieder mit den Medien zu tun?

Es geht um die Frage, ob jemand eine Depression o.ä. hat. Da haben die Medien und die Reaktion der Öffentlichkeit in dem Zusammenhang einen großen Einfluss.

Das immer wieder erleben zu müssen, birgt ein ungemeines
Frustpotenzial. Jetzt geht diese Person hin und engagiert sich
sozial. Damit gibt sie zunächst der Gesellschaft zurück, auf
deren Kosten sie lebt. Und sie bekommt auf einmal
signalisiert: Ey, du kannst ja etwas, leistest etwas, du bist
etwas wert.

Sehr schön, wirklich. Der UP wollte aber wissen, ob man
Depressionen haben kann, ohne es zu merken.

Und du meinst, das von mir geschriebene hat nichts mit einer Depression zu tun? Hat es aber! Und um die Frage zu beantworten: JA, man kann eine Depression haben, ohne es zu merken! Das ist sogar in bestimmten Phasen der Depression eher die Regel als die Ausnahme.

Und was ist mit der Krankenschwester oder der Altenpflegerin,
die von den Zeiten her nur minimal weniger schlecht dran ist,
ebenfalls ein enormes Arbeitspensum hat, einen hoch
verantwortungsvollen Job hat, was sie auch notfalls
strafrechtlich und wirtschaftlich zu spüren bekommt, sollte
sie einen Fehler machen! - und das für einen Stundenlohn von
8,50 brutto?

Das ist jetzt aber schon längst offroad, oder wie das heißt.

Du hast mit dem Arzt angefangen. „Offroad“ habe ich mich nur deshalb begeben, weil du in dem Zusammenhang auch wieder ein Klischeebild bedient hast, was dazu dient, bestimmte Berufsgruppen abzuwerten und hier im Speziellen soziale Berufe, die ohnehin stark davon (und damit müssen) leben, dass sie viel geben.

Es kommt darauf an, ob das eine familienangehörige Person ist,
der man man weisungsbefugt ist.

Du bist deinen Familienangehörigen gegenüber weisungsbefugt?
Und bist überhaupt der Meinung, dass sich das Problem über
„Weisung“ lösen lässt?

Man kann es wieder mal richtig schön alles falsch verstehen,
nicht?

Nein, nicht falsch verstanden. Der Begriff weisungsbefugt ist eindeutig. Und ist weit davon entfernt, jemandem (partnerschaftlich, freundschaftlich, familiär) in den Hintern zu treten.

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Wo steht, dass sie sich bemühen würde?

Im UP:

Bewerbungsbemühungen und erstklassige Zeugnisse und Fortbildungkurse liegen vor

Der UP wollte aber wissen, ob man Depressionen haben kann, ohne es zu merken.

Ja, kann man - wenn man sozusagen langsam hinabgleitet und dadurch den Zustand als normal zu empfinden lernt.

Sehr viel wahrscheinlicher ist es allerdings, dass die Depression äußerst gekonnt vor der Umwelt verborgen wird. Oft geht der größte Teil der Restenergie dafür drauf, das Bild des früheren Selbst aufrecht zu erhalten.

=^…^=

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Tut sie ja nicht.

Nur in einer Form, die der Gesellschaft nicht passt.
Nicht alles das ein Mensch gibt muss und kann in Geld erfolgen :wink:

Hi,

du hast das alles leider nicht richtig verstanden.

Lies die Beiträge von JaninaG, sie hat die Angelegenheit sehr gut erfasst und ausgedrückt.

Hi,

genau derlei Ansichten erachte ich als unsozial.
Das ist mE zu kurz gedacht und viel zu materialistisch und kapitalistisch.

Könnte der „Staat“ oder Wirtschaft gewährleisten, dass für jeden Erwerbsarbeit möglich ist, und auch jegliche Art von Tätigkeit ordentlich bezahlt, wäre da etwas anderes.

Z. B. eie Denkweise, der sich besagte Person entzieht.

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Hi Janina,

Nur ist das eine Person, die nach Beschreibung eben nicht
Leistungsverweigerer ist, sondern sich bemüht hat und bemüht -
ohne Erfolg. Die Resonanz, die nach vielen Absagen gekommen
sein, wird mit großer Wahrscheinlichkeit sein: wir brauchen
dich nicht, du bist uns nichts wert, nicht so viel, dass wir
uns wenigstens mal kurz ernsthaft mit dir beschäftigen. Zudem:
Geh mal davon aus, dass diese Person genau weiß, dass sie
anderen „auf der Tasche liegt“ und mit großer
Wahrscheinlichkeit nicht glücklich über diesen Umstand ist.
(Zumal er ja immer wieder pauschalierend abfällig durch die
Medien und Diskussion geht).

du bringst gut auf den Punkt.

Durch den Frust entwickelt sie sich innerlich allerdings Richtung Leistungsverweigerer, was ich aber auch verstehen kann. Wer sich von der Gesellschaft ausgestoßen und nicht gebraucht fühlt, sucht sich mitunter andere Kanäle - wie glücklicherweise in diesem Fall -. Da sie ja in vielen Dingen kompetent ist, hat sich wohl eine Art Trotzverhalten ergeben. Die wollen mich nicht, dann bekommen die mich auch nicht, oder sollen gefälligst anständig bezahlen.
Dann mach ich eben mein eigenes Ding im Kleinen.

Das immer wieder erleben zu müssen, birgt ein ungemeines
Frustpotenzial. Jetzt geht diese Person hin und engagiert sich
sozial. Damit gibt sie zunächst der Gesellschaft zurück, auf
deren Kosten sie lebt. Und sie bekommt auf einmal
signalisiert: Ey, du kannst ja etwas, leistest etwas, du bist
etwas wert.

Jetzt muss sie zwar immer noch mit dem Makel leben, dass
offiziell sie immer noch auf der Tasche liegt und das
Auskommen mit diesem „Einkommen“ nicht groß ist - aber man
kann sich selbst gegenüber schon einigermaßen verkaufen, dass
die „Stütze“ als Einkommen umdeklariert wird, wenn auch nicht
offiziell.

Sehr schön analysiert! Genau so sehe ich das auch.
Nur müsste das mal in die Köpfe der Leute und der Politik.

Offenkundig nicht. Aber entweder sie hat vorgelegen und ist
jetzt erfolgreich (im Sinne des Selbstwertgefühls) umgemünzt
worden oder sie ist erfolgreich kaschiert. Ich würde - aus
Erfahrung mit anderen Betroffenen in ähnlichen Situationen -
eher tippen auf letzteres. Allerdings ist das ins Blaue
geschossen.

Ich denke in diesem Fall ist es eine Mischung aus beidem.
Die Person hat sich einerseits arrangiert, ist mit ihrem Leben, wie sie es sich nun eingerichtet hat zufrieden, leidet aber dennoch noch ein bisschen unter dem gesellschaftlichen Druck, dass sie ein Schmarotzer wäre und nichts leisten würde. Davon will sie sich mehr und mehr befreien und lehnt sich gegen diesen Druck der gesellschaftlichen Erwartung und Bewertung der Menschen nach dem, was sie geldmäßig verdienen auf.

Sie meinte ich bin zwar erwerbslos, aber nicht arbeitslos.
Sie erklärt es so, dass sie keinen Sinn mehr darin sieht sich zu bemühen und dass man sie dann doch einfach in Ruhe lassen soll.
Sie erklärt, dass ihr ihr Kopf sagt, dass sie so nicht denken dürfe (Über-Ich *gg*), ihr Herz und Gefühl sagt ihr aber, dass es so ok. ist, weil sie sich nichts vorzuwerfen hätte.
Es scheint teilweise wie eine Überreaktion, indem sie sich innerlich verweigert und eine Art Wut, fast schon Hass gg. dieses „System“ entwickelt und sich innerlich dagegen auflehnt. Ihre hohe „Moral“ und ihre an sich soziale gemeinschaftliche Einstellung lässt das aber nicht wirklich zu. Das passt nicht zusammen, einerseits die Gesellschaft und Gemeinschaft zu verachten und sich ihr zu entziehen, andererseits finanziell von ihr abhängig zu sein und ihr „auf der Tasche zu liegen.“. Ihrer Meinung nach sind die asozialen und unsozialen auf ganz anderen Ebenen zu suchen und sie soll es ausbaden und als Schuldige herhalten.

Ich denke dieser Person wäre sehr geholfen, wenn dieser „moralische Druck“ weg wäre und wir in einer Gesellschaft leben würden, wo eben auch viele kleine Dinge und Dienste an einzelnen Menschen mehr zählen würden.

Und das finde ich wirklich sehr überdenkenswert für uns alle.

Es kommt darauf an, ob das eine familienangehörige Person ist,
der man man weisungsbefugt ist.

Du bist deinen Familienangehörigen gegenüber weisungsbefugt?
Und bist überhaupt der Meinung, dass sich das Problem über
„Weisung“ lösen lässt?

:wink:

Jajaja, Menschen, oder genauer „die Gesellschaft“ (das sind ja wir alle) meint, dass jeder so und so zu sein hat. Wer anders ist, passt nicht und muss eben per „Weisungsbefugnis“ so gemacht werden. Das meinte ich weiter oben. Wer hat das Recht dazu Menschen in Schablonen zu pressen. So lange sie sich an die Regeln des Zusammenlebens und anständigen Umgangs miteinander halten, kann man sie doch Individuum sein lassen.

Ich persönlich tendiere jedenfalls dazu, diese Person nicht „zwangsaktivieren“ zu müssen.
Sie erwähnte zwar mal in einem Nebensatz, dass sie evtl. schon denkt, dass sie eine Deptression hat (sie hat auch ein bisschen medizinische und psychologische Grundkenntnisse) weil ihr alles scheiß egal ist und sie keinen Antrieb mehr hätte, aber dies nicht so fühlt und bis auf manche Momente ganz zufrieden damit ist, in den Tag hinein zu leben.

Die Frage die sich mir stellt, leidet sie wirklich nicht, oder verdeckt sie das nur und macht sich etwas vor?
Sie hat ja keine Freunde, also keine engen sozialen Kontakte, außer im Rahmen ihres Engagements.
Ich habe das bei ihr das Gefühl, dass „wir“ uns einfach nur nicht vorstellen können, dass so jemand glücklich ist.
Aber ich weiß es nicht, ich bin mir da unsicher.

Aber letztlich könnte ich da sowieso nichts machen, denn die Motivation an ihrem Leben etwas zu ändern und wieder „gesellschaftskonform“ zu werden, müsste von ihr kommen.

Hi,

Ja, kann man - wenn man sozusagen langsam hinabgleitet und
dadurch den Zustand als normal zu empfinden lernt.

denke ich auch, man hat sich damit arrangiert und macht das Beste aus der Situation. Die motivation, daran etwas zu ändern geht dann mehr und mehr gegen Null.
Und auch die Vorstellung, wie es war oder sein könnte verschwindet wohl mehr und mehr. Da spielen sicher auch Ängste vor einer Veränderung mit hinein. So ist es ja schön bequem und vorausschaubar, was da kommt, bzw. nicht kommt.

Sehr viel wahrscheinlicher ist es allerdings, dass die
Depression äußerst gekonnt vor der Umwelt verborgen wird. Oft
geht der größte Teil der Restenergie dafür drauf, das Bild des
früheren Selbst aufrecht zu erhalten.

Guter Gedanke, da sinniere ich mal darüber.

du hast das alles leider nicht richtig verstanden.

Ja, kann sein - Hauptsache, du hast alles verstanden.

Hier wird von vielen Leuten aus ihrer eigenen Weltanschauung heraus alles mögliche interpretiert.
Der einzige, der wirklich weiß, ob die Situation ihn/sie beschwert ist die Person selbst. Wie wärs, wenn du mal fragst?

Ich finde auf jeden Fall - und dabei bleib ich: Wie jemand sein Leben verbringt ist allein seine Sache. Jeder hat das Recht ein Basiseinkommen zu haben mit dem die grundlegenden Bedürfnisse zu decken sind - ohne dafür ‚Leistung‘ erbringen zu müssen. Mich würde interessieren, was ein z.B. ein Broker ‚für‘ die Gemeinschaft macht?

Arbeit ist genug da - nur wird die meiste Arbeit nicht entlohnt. Sozialhilfe ist ein Almosen, wer es schafft, damit ein zufriedenes Leben zu führen - Hut hab.

2 „Gefällt mir“

du hast das alles leider nicht richtig verstanden.

Ja, kann sein - Hauptsache, du hast alles verstanden.

du hattest mich einfach fehlinterpretiert, mehr wollte ich nicht ausdrücken.

Hier wird von vielen Leuten aus ihrer eigenen Weltanschauung
heraus alles mögliche interpretiert.

Stimmt. Sind ja auch Mutmaßungen, bzw. ausgebildete Psychologen können da wohl auf Erfahrungswerte und Definitionen der Krankheitsbilder zurückgreifen, was die reinen Interpretationen etwas einschränkt.

Der einzige, der wirklich weiß, ob die Situation ihn/sie
beschwert ist die Person selbst. Wie wärs, wenn du mal fragst?

Klar weiß das die Peson selbst am besten. Wen oder was sollte ich fragen?

Ich finde auf jeden Fall - und dabei bleib ich: Wie jemand
sein Leben verbringt ist allein seine Sache. Jeder hat das
Recht ein Basiseinkommen zu haben mit dem die grundlegenden
Bedürfnisse zu decken sind - ohne dafür ‚Leistung‘ erbringen
zu müssen. Mich würde interessieren, was ein z.B. ein Broker
‚für‘ die Gemeinschaft macht?

Da sind wir uns vollkommen einig.

Nur diverse Gegenfragen und „Unterstellungen oder Interpretationen“ deinerseits, wie z.B. diese hier:
Dich fuchst also, dass sie ‚ohne Leistung‘ ein paar Kröten bekommt?
Du glaubst also, dass Menschen die arbeiten das ‚verdienen‘ was sie auf’s Konto bezahlt bekommen?
sondern du meinst sie müsste eine haben - vielleicht weil du in ihrer Situation eine hättest.
Wer hat denn dann das Problem - du oder die Person?

musste ich eben als „du hast es nicht verstanden“ beantworten, weil sie auf mich sehr polemisch und meine Person angreifend von mir empfunden wurden :wink:

Und dies hier:
Wie kommst du darauf, dass sie ‚verrückt‘ ist?
zeigt ebenfalls, dass du inhaltlich nicht richtig verstanden hast, was ich meinte. Ich dachte aus meinen Beiträgen gingen meine Grundansichten hervor. Zudem war das verrückt in „“ und im Kontext Warum und für wen sollen „verrückte“ Menschen eigentlich „zurechtgerückt“, „konform“ gemacht werden? dachte ich schon, dass es klar wird, dass sich die Frage stellt was „verrück sein“ bedeutet, und wer dies definiert.

Arbeit ist genug da - nur wird die meiste Arbeit nicht
entlohnt. Sozialhilfe ist ein Almosen, wer es schafft, damit
ein zufriedenes Leben zu führen - Hut hab.

Ich denke auch, dass das nicht einfach ist, sich da für sich selbst die Würde und den Selbstwert zu erhalten.
Das fasziniert mich ja auch so an diesem Fall. Denn dieser Person scheint es wohl doch gelungen zu sein.

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Hi,

genau derlei Ansichten erachte ich als unsozial.

Du meinst also, besseren Möglichkeiten zuwider auf Kosten der Allgemeinheit lebenden Personen den leistesten Hauch von Kritik anzubringen ist unsozial?

Das ist mE zu kurz gedacht und viel zu materialistisch und
kapitalistisch.

Natürlich. Ich bin ein Kapitalist. Durch und durch.

Könnte der „Staat“ oder Wirtschaft gewährleisten, dass für
jeden Erwerbsarbeit möglich ist, und auch jegliche Art von
Tätigkeit ordentlich bezahlt, wäre da etwas anderes.

Das ist ein interessantes Thema. Um es zu verfolgen und aufzuschlüsseln, müssten wir jetzt weit zurückgehen. Bis zum Beginn der Feudalgesellschaft.

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Es ist nicht an mir, das zu beurteilen.

Warum tust du es dann?

Tu ich doch gar nicht.

Eine Aufrechnung ist sicher weder möglich noch statthaft.

Warum versuchst du es dann?

Ich denke, meine Aussage hierzu war klar. Man kann das nicht aufrechnen und sollte es auch gar nicht versuchen.

Gelesenes verstehen kannst du, oder?

Es ist hingegen nicht an dir, meine Aussagen auszulegen.

Auszulegen vielleicht nicht - aber Stellung nehmen. Das ist
ein öffentliches Forum.

Aber natürlich, JaninaG.

Wo steht, dass sie sich bemühen würde?

Aus dem Text geht sehr gut hervor, dass sie sich zumindest
bemüht hat. Sonst wären die dort beschriebenen Erfahrungen
wohl kaum möglich.

Nunja.

„Er bemühte sich, die ihm übertragenen Aufgaben zu erfüllen.“

„Kevin bemühte sich im vergangenen Schulhalbjahr um mehr Konzentration.“

Ich kann immer sagen, dass ich mich ja bemüht habe.

Das machen auch die Stempelsammler, die von Unternehmen ziehen, damit sie angebliche Bemühungen vorweisen können.

Seit ich Leuten, die überhaupt kein Interesse an Arbeit haben, keine Stempel mehr gebe, kommt keiner mehr - spricht sich herum.

Das bekommt man auch offen in’s Gesicht gesagt. HarztIV reicht. Wenn mal etwas mehr Geld benötigt würde, würde man schwarz arbeiten. Wer einem geregelten Arbeitsleben nachgeht, ist ja schön blöd. Der Staat sorgt immer für uns.

Nach der Aussage des UP sei sie dies aber.

Dies stellt die UP aber in Frage. Und wenn man genau liest,
klingt das auch alles andere als glücklich.

UP spricht wiederum über eine dritte Person. Über deren Gemütszustand möchte ich nicht spekulieren.

was hat’n das hier jetzt wieder mit den Medien zu tun?

Es geht um die Frage, ob jemand eine Depression o.ä. hat. Da
haben die Medien und die Reaktion der Öffentlichkeit in dem
Zusammenhang einen großen Einfluss.

Und wenn jemand keine Depression hat und nicht arbeitet, ist er etwa faul? Das ist aber vor dem Hintergrund der in ständiger Verteidigungssprechung der Betroffenen eine gewagte These. Hört hört.

Das immer wieder erleben zu müssen, birgt ein ungemeines
Frustpotenzial. Jetzt geht diese Person hin und engagiert sich
sozial. Damit gibt sie zunächst der Gesellschaft zurück, auf
deren Kosten sie lebt. Und sie bekommt auf einmal
signalisiert: Ey, du kannst ja etwas, leistest etwas, du bist
etwas wert.

Sehr schön, wirklich. Der UP wollte aber wissen, ob man
Depressionen haben kann, ohne es zu merken.

Und du meinst, das von mir geschriebene hat nichts mit einer
Depression zu tun?

Ich meine gar nichts.

Hat es aber! Und um die Frage zu
beantworten: JA, man kann eine Depression haben, ohne es zu
merken! Das ist sogar in bestimmten Phasen der Depression eher
die Regel als die Ausnahme.

Diese Diagnose sollten wir dann doch besser einem Fachmediziner überlassen, der die Person untersucht hat.

Und was ist mit der Krankenschwester oder der Altenpflegerin,
die von den Zeiten her nur minimal weniger schlecht dran ist,
ebenfalls ein enormes Arbeitspensum hat, einen hoch
verantwortungsvollen Job hat, was sie auch notfalls
strafrechtlich und wirtschaftlich zu spüren bekommt, sollte
sie einen Fehler machen! - und das für einen Stundenlohn von
8,50 brutto?

Das ist jetzt aber schon längst offroad, oder wie das heißt.

Du hast mit dem Arzt angefangen. „Offroad“ habe ich mich nur
deshalb begeben, weil du in dem Zusammenhang auch wieder ein
Klischeebild bedient hast, was dazu dient, bestimmte
Berufsgruppen abzuwerten

Ja gottverdammt nochmal, warum fühlt sich immer jemand gleich abgewertet, wenn mal etwas Tacheles spricht?

Ein Arzt steht immer irgendwo mit einem Bein vor dem Kadi, oder im Gefängnis.

und hier im Speziellen soziale
Berufe, die ohnehin stark davon (und damit müssen) leben, dass
sie viel geben.

Es kommt darauf an, ob das eine familienangehörige Person ist,
der man man weisungsbefugt ist.

Du bist deinen Familienangehörigen gegenüber weisungsbefugt?
Und bist überhaupt der Meinung, dass sich das Problem über
„Weisung“ lösen lässt?

Man kann es wieder mal richtig schön alles falsch verstehen,
nicht?

Nein, nicht falsch verstanden. Der Begriff weisungsbefugt ist
eindeutig.

Hab ich es hier mit einem Autisten zu tun?

Die Mutter weist das Kind an, seine Hausaufgaben zu machen. Der Polizist weist den Kraftfahrer an, rechts heran zu fahren, das Fahrzeug zu verlassen und die Papiere bereit zu halten. Ich weise meinen Kumpel an, mir kein Billigbier mehr zu kredenzen.

Anweisen könnte man hier mit „halten“ beschreiben.

Und ist weit davon entfernt, jemandem
(partnerschaftlich, freundschaftlich, familiär) in den Hintern
zu treten.

Was ist dann in den Hintern zu treten?
Das war übrigens ein Sinnbild. Extra für dich sei dies gesagt. Ich will nicht, dass das jemand als Aufforderung zur körperlichen Gewalt versteht!!!

Mich würde interessieren, was ein z.B. ein Broker
‚für‘ die Gemeinschaft macht?

Das Vermögen der Anleger zu mehren. Das ist seine bestimmungsgemäße Aufgabe.

Anleger aus allen Schichten der Bevölkerung gehören meines Wissens auch zur Gemeinschaft.