Depressionen ohne Leidensdruck? (leider lang!)

Hi,

Du meinst also, besseren Möglichkeiten zuwider auf Kosten der
Allgemeinheit lebenden Personen den leistesten Hauch von
Kritik anzubringen ist unsozial?

Welchen besseren Möglichkeiten zuwider?
Welche wären das denn bitte?

Natürlich. Ich bin ein Kapitalist. Durch und durch.

Wenn du das sagst.

Das ist ein interessantes Thema. Um es zu verfolgen und
aufzuschlüsseln, müssten wir jetzt weit zurückgehen. Bis zum
Beginn der Feudalgesellschaft.

Es geht um einen gesellschaftlichen hohen Anspruch an Menschen denen der Arbeitsmarkt nicht offen steht und deren Stigmatisierung und Ausgrenzung.
Dass die Gewährleistung des Existenzminimums an Bedingungen geknüft ist, die teilweise gar nicht möglich sind zu erfüllen.
Und es geht auch darum, dass man sich fragen sollte, wer der Schuldige ist und wer und warum hier eigentlich „Buße“ tun muss und wofür? Dafür, dass man sich gar nicht monetär in die Gesellschaft einbringen kann, obwohl man gerne würde?

Müssen die Umstände geändert werden, oder sollte man überflüssige, bzw, die überzähligen nicht Geld verdienenden Leute nicht doch lieber wegrationalisieren, in dem man z. B. nach 5 J. Sozialleistungen einstellt, wie in den USA?

Aber das geht nun in eine politsche- und sozialwissenschaftliche Diskussion hinein.

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Hi,

Du meinst also, besseren Möglichkeiten zuwider auf Kosten der
Allgemeinheit lebenden Personen den leistesten Hauch von
Kritik anzubringen ist unsozial?

Welchen besseren Möglichkeiten zuwider?
Welche wären das denn bitte?

Ich redete nicht mer von der dir bekannten Person, sondern vom Allgemeinen.

Natürlich. Ich bin ein Kapitalist. Durch und durch.

Wenn du das sagst.

Jo. Einen Kommunisten würde mich bestimmt niemand heißen. :smile:

Das ist ein interessantes Thema. Um es zu verfolgen und
aufzuschlüsseln, müssten wir jetzt weit zurückgehen. Bis zum
Beginn der Feudalgesellschaft.

Es geht um einen gesellschaftlichen hohen Anspruch an Menschen
denen der Arbeitsmarkt nicht offen steht und deren
Stigmatisierung und Ausgrenzung.

Ich dachte, dir geht es um deinen mangelnden Zugang zur Gefählswelt der dir bekannten und beschriebenen Person.

Dass die Gewährleistung des Existenzminimums an Bedingungen
geknüft ist, die teilweise gar nicht möglich sind zu erfüllen.
Und es geht auch darum, dass man sich fragen sollte, wer der
Schuldige ist und wer und warum hier eigentlich „Buße“ tun
muss und wofür? Dafür, dass man sich gar nicht monetär in die
Gesellschaft einbringen kann, obwohl man gerne würde?

Wer hat verlangt zu büßen?

Wer hat die Kreide soweit schreiben lassen?

Müssen die Umstände geändert werden, oder sollte man
überflüssige, bzw, die überzähligen nicht Geld verdienenden
Leute nicht doch lieber wegrationalisieren, in dem man z. B.
nach 5 J. Sozialleistungen einstellt, wie in den USA?

Nein, auf gar keinen Fall.

Absolute Armut muss verhindert werden.

Es geht ja auch um wirklich Bedürftigte, die nicht können..

Das hat man aus vor allem dem letzten Jahrhundert gelernt.

Nichts nämlich wäre einfacher, als dass Hungernde den Pfeifen irgendwelcher Rattenfänger wie Linken oder gar noch Hohlbroten wie der NPD hinterher laufen.

Aber das geht nun in eine politische und
sozialwissenschaftliche Diskussion hinein.

Ich denke, meine Aussage hierzu war klar. Man kann das nicht
aufrechnen und sollte es auch gar nicht versuchen.

Es wird aber aufgerechnet, und das ist ja eines der Probleme.
Der Stellenwert, der bestimmten Tätigkeiten zugesprochen wird und wie er in Geld bewertet wird.
Schöpferisches Tun, ist da sogar noch kresser, als soziales Tun. Und letzteres ist für mein Empfinden stark unterbewertet. Was kann einer Gesellschaft mehr dienen, als gegenseitige Hilfe, denn die ist es ja letztlich auch, die jedem einzelnen Kraft gibt und ihn am Leben erhält, da der Mensch im Grunde ein soziales Wesen, ein Herdentier ist.
Wer gesund ist und sich von der Gesellschaft angenommen fühlt, wird in der Regel auch den Drang verspüren etwas davon zurück zu geben.
Wenn er dies nicht kann und dafür dann auch noch psychisch unter Druck gesetzt wird und sich als schlechter Mensch fühlen muss, der kann schon mal in eine Krise kommen.

Wo steht, dass sie sich bemühen würde?

Hier:
/t/depressionen-ohne-leidensdruck-leider-lang/6629713
Es kann ja nicht sein, dass eine Person mit diesen Fähigkeiten keine Chance hat auf dem Arbeitsmarkt ( Bewerbungsbemühungen und erstklassige Zeugnisse und Fortbildungkurse liegen vor )

Und dass bei Lsngzeitarbeitslosen Bewerbungsbemühungen vorgeschrieben sind und restriktiv kontrolliert, sowie bei Nichtbeachtung sanktioniert werden, dürfte dir bekannt sein, wenn ich diese Aussgae von dir richtig interpretiere.

Seit ich Leuten, die überhaupt kein Interesse an Arbeit haben,
keine Stempel mehr gebe, kommt keiner mehr - spricht sich
herum.

Und dieses hier

Nunja.

„Er bemühte sich, die ihm übertragenen Aufgaben zu erfüllen.“

„Kevin bemühte sich im vergangenen Schulhalbjahr um mehr
Konzentration.“

Ich kann immer sagen, dass ich mich ja bemüht habe.

ist pure Polemik und ich finde soclhe Äußerunge wenig respektvoll!

Das bekommt man auch offen in’s Gesicht gesagt. HarztIV
reicht. Wenn mal etwas mehr Geld benötigt würde, würde man
schwarz arbeiten.

Regelfall oder Ausnahme? Verlässliche Zahlen zum Leistungsmissbrauch gibt es nicht, wohl aber zu rechtswidrigen Sanktionen.

UP spricht wiederum über eine dritte Person. Über deren
Gemütszustand möchte ich nicht spekulieren.

Um diese geht es aber :wink:
Warum spekulierst du denn überhaupt?

Und wenn jemand keine Depression hat und nicht arbeitet, ist
er etwa faul? Das ist aber vor dem Hintergrund der in
ständiger Verteidigungssprechung der Betroffenen eine gewagte
These. Hört hört.

Hm, also ich interpretiere dies da nicht hinein.
Naja, jeder hat eine andere Lesart und mit deiner komme ich gar nicht klar. Lässt sich mit meiner leider null vereinbaren.

Sehr schön, wirklich. Der UP wollte aber wissen, ob man
Depressionen haben kann, ohne es zu merken.

U. a. ja. Und dies wurde, im Gegensatz zu deinen Auslassungen auch schon beantwortet.

Ich meine gar nichts.

Hm, was genau sind deine Beweggründe dein Wissen hier kund zu tun?

Diese Diagnose sollten wir dann doch besser einem
Fachmediziner überlassen, der die Person untersucht hat.

Das macht dieses Brett hier eigentlich überflüssig :wink:

Was ist dann in den Hintern zu treten?
Das war übrigens ein Sinnbild. Extra für dich sei dies gesagt.
Ich will nicht, dass das jemand als Aufforderung zur
körperlichen Gewalt versteht!!!

Ich habe das nicht als Aufruf verstanden, und Janina bestimmt auch nicht.

Es ist aber zu differenzieren, in welchem Verhältnis die Personen des Arschtreters und des in den Arsch Getretenen stehen.

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sorry wegen der Fehler.
Telefoniere nebenher :smile:

Jo. Einen Kommunisten würde mich bestimmt niemand heißen. :smile:

Die Konvertiten sind immer die Schlimmsten :wink:

Gruß
T.

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Wie mein Schwiegerhund. Der kläfft und hechelt auch unablässig um einen herum, egal, wohin man geht.

Hallo Diphda,

ich kenne auch jemanden (seit Menschengedenken ein regelrechtes Arbeitstier), die im Zuge der Wirtschaftskrise ihren Job verloren hat und überrascht war, dass sie nicht so ohne weiteres eine neue akzeptable Anstellung finden konnte.

Nach unzähligen Bewerbungen und einigen sicher teuren aber nutzlosen, bestenfalls die Arbeitslosenstatistik verschönernden „Qualifikationsmaßnahmen“ hat sie sich dann irgendwie in ihr Schicksal gefügt, war zunächst ziemlich deprimiert und orientierungslos, hat dann aber jede Menge Interessen kultiviert und ist seit langem ein sehr glücklicher Mensch.

Ex post ist sie dankbar für den Verlust der Arbeit, sagt immer, dass sie vermutlich gestorben wäre, ohne wirklich gelebt zu haben und dies nicht mal bemerkt hätte.

Ich könnte mir vorstellen, dass man für Depressionen prädestiniert ist, wenn man täglich einen Job macht, für den man keine Wertschätzung erfährt. Unglückliche Menschen erkranken früher oder später auch auf körperlicher Ebene und sind dann ein viel unerfreulicherer Kostenfaktor für die Solidargemeinschaft.

LG
sine

Dass nämlich ein Mensch einerseits isoliert lebt, kaum Freunde und :Sozialkontakte hat (die, denen sie hilft, sind keine Freunde, sondern :selbst hilflose Wesen) und sich dennoch nicht unnütz, einsam und :abgeschoben fühlt.

Es gibt doch auch Leute, die nicht ständig andere um sich herum brauchen.

Ich habe das Gefühl, dass diese Person in sich abgeklärter und :glücklicher ist, als ich es mir rein nach den Umständen und Fakten :vorstellen kann.

Wenn die Person glücklich ist, muss sie eich doch auch nicht ändern. Mit 50 eine Beschäftigung zu finden ist ja auch nicht ganz einfach. Und sie sitzt ja nicht den ganzen Tag allein zuhause. Wird also offensichtlich von ihrem Umfeld akzeptiert und das ist wichtig.

Gruß
T.

Hi,

Welchen besseren Möglichkeiten zuwider?
Welche wären das denn bitte?

Ich redete nicht mer von der dir bekannten Person, sondern vom
Allgemeinen.

Wir sind ohnehin schon sehr OT und reden inzw. sowieso im Allgmeinen und diese Diskussion hat ja gar keinen oder kaum noch Bezug zu dem Fall.

Daher denke ich schon, dass meine Frage berechtigt ist und du auch ganz allgemein sagen kannst, was du damit meinst und wo denn faktisch die reellen Möglichkeiten liegen sollen, diesen Zustand zu verhindern.

Du meinst also, besseren Möglichkeiten zuwider auf Kosten :der Allgemeinheit lebenden Personen

Ich dachte, dir geht es um deinen mangelnden Zugang zur
Gefählswelt der dir bekannten und beschriebenen Person.

Auch, aber dazu haben bisher nur Janina und Katze sachdienliche Antworten gliefert.

Der Rest der Poster ging bisher nur auf diese OT-Themen ein.
Und das auch für mein Gefühl mehr polemisch und ausweichend.

Wer hat verlangt zu büßen?

Die Gesetze tun es, weil das Existenzminimum nicht bedingungslos ist, die Politiker und Medien tun es, indem sie fast schon Volkshetze betreiben und „Hartzer“ als Schmarotzer darstellen, obwohl gar nicht genug Arbeit für alle da iast und schon rein zahlenmäßig Millionen Menschen auf der Strecke, sprich ohne Chance auf Arbeit bleiben müssen.

nach 5 J. Sozialleistungen einstellt, wie in den USA?

Nein, auf gar keinen Fall.

Gut, dann bist du ja wenigstens ein sozialer Kapitalist :wink:

Absolute Armut muss verhindert werden.

Ja, würde nur noch mehr soziale Probleme bingen und volle Gefängisse.

Es geht ja auch um wirklich Bedürftigte, die nicht können..

Die Zahl derer, die nicht können ist halt verdamt hoch. Selbst wenn da ein paar dabei sind die nicht wollen, müsste das für eine Gesellschaft zu schultern sein. Zudem nehmen diese dann denen die wollen wenigstens nicht die Arbeit weg :wink:

Wie gesagt, letztlich sind wir total OT und man müsste das alles in einem anderen Brett duskutieren.

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Wenn die Person glücklich ist, muss sie eich doch auch nicht
ändern. Mit 50 eine Beschäftigung zu finden ist ja auch nicht
ganz einfach. Und sie sitzt ja nicht den ganzen Tag allein
zuhause. Wird also offensichtlich von ihrem Umfeld akzeptiert
und das ist wichtig.

Sehe ich auch so.

Blöd nur, wenn z.B. ejemand einen Bericht schreiben muss und die Aufgabe hat, diese Person zu motivieren und auch Ergebnisse vorzulegen.

Ein wirklicher Fall für den Psychologen oder gar Therapie scheint dies nicht zu sein.

Gelder werden für diese Person seitens des Amtes auch nicht mehr gewährt, obwohl Bereitschaft für eine andere Berufsausbildung oder weitere Fortbildung durchaus da wäre.

Aber zu schreiben, lasst sie doch einfach so weiter machen und nehmt ein bisschen Druck raus, geht ja auch nicht.

Die Person bewirbt sich ja auf Stellen, aber weigert sich mehr und mehr sinnlose Bewerbungen aus reiner Pflichterfüllung zu schreiben.
Zudem frustriert sie es, immer Absagen zu bekommen. Je mehr Bewerbungen um so mehr Absagen.
Das belastet die Person stärker, als ihre Situation an sich.

Sofern man von einer „versteckten“ Depression ausgehen kann, ist das jedenfalls auch nicht förderlich. Aber einfach in Ruhe lassen geht halt auch nicht.

Noch mehr Ehrenämter kann und mag sie nicht annehmen, da sie es wiederum nicht einsieht, dass ihr das Einkommen dieser Ehrenämter dann auch noch abgezogen wird. Bisher sind die Einnhamen anrechnungsfrei.
Wenn statt vieler Ehrenämter Stellen im öffentlichen Sektor geschaffen würden, wäre sie die erste, die da ja zu einem Job sagt.

Auch Anfragen beim Arbeitsamt, halbtags als „Bescheiderklärer“ angestellt zu werden, wurden abgelehnt.

Wenn ich könnte würde ich dieser Person einen Job backen :wink:

Hi Sine,

wie recht du hast!

Daher stellt sich mir auch die Frage. Wäre es nicht doch vielleicht sinnvoller, manche Menschen einfach machen zu lassen, statt Druck zu machen.

Vor allem wenn es sich um Fälle wie diese handelt, wo die Leute sich ja engagieren und auch glücklich, gesund und zufrieden sind.

In der jetzigen Arbeitsmarktsituation ist ja eigentlich gar nicht schlecht, dass da einige vom Arbeitsmarkt wegfallen.
Diese dann aber noch zu plagen, kann krank machen und letztlich teurer werden.

Tja und die Duckmäuser muss man halt irgendwie mit durchschleppen.

Vielleicht lieber sie sinnlos vergeudeten Gelder der JC in Kontrollen gegen Schwarzarbeiter und Steuerhinterzieher stecken. Das würde die Kosten für die Duckmäuser und Faulen sicherlich locker aufwiegen.

Hallo,

für mich klingt das, als wäre die Person gesund, realistisch, pragmatisch und vernünftig. Und durchaus motiviert, sinnvolle Bewerbungen zu schreiben, Arbeiten anzunehmen und ehrenamtliche Tätigkeiten auszufüllen.

Ich weiß ja nun nicht, was für einen Bericht Du zu schreiben hast, aber kannst Du das - vorausgesetzt Du siehst das auch so - nicht reinschreiben? Dass die Person durchaus motiviert ist und in vielen Bereichen Eigeninitiative zeigt, aber keine sinnvollen Arbeitsangebote findet?

Ich jedenfalls bin heilfroh, dass ich nicht in der Situation bin, nur für irgendwelche Richtlinien Bewerbungen verfassen zu müssen, die von vornherein aussichtslos sind. Und dass ich nicht ständig durch die emotionale Achterbahn muss, denn es ist ja doch jedesmal wieder Hoffnung damit verbunden, denk ich mir.

Viele Grüße,

Jule

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Hallo Diphda,

… Wäre es nicht doch
vielleicht sinnvoller, manche Menschen einfach machen zu
lassen, statt Druck zu machen.

Definitiv wäre es sinnvoller. Es sollte m. E. ohnehin auch nur sinnvolle Arbeit verrichtet werden. Prozentual kann ich es schwer einschätzen, aber ein enorm großer Anteil aller Jobs wäre nicht nur verzichtbar, sondern die Erde samt Menschheit wäre deutlich besser dran, wenn diese Leute zu Hause blieben und sich um ihre Familien kümmerten.

Welches Leid haben Banker und sonstige Anlageberater über den Globus gebracht, indem sie sich täglich von früh bis spät Finanzprodukte ausgedacht und an ahnungslose Lemminge verkauft haben, die nun alsbald um ihre Ersparnisse erleichtert sein werden? Sollte man für so einen Job morgens früh aufstehen, seine Kinder fremdbetreuen lassen, ständig neue Anzüge, Schuhe und Autos kaufen (weil der Job es erfordert), die Autobahn verstopfen, die Umwelt belasten …?

Vor allem wenn es sich um Fälle wie diese handelt, wo die
Leute sich ja engagieren und auch glücklich, gesund und
zufrieden sind.

Man sollte, im Gegenteil, Leute, die nicht dermaßen kosmisch verbunden und geleitet sind, auf diesen Weg aufmerksam machen, damit sie nicht mit Bier, Chips und Zigaretten vor der Glotze dahinvegetieren und darüber klagen, dass sie als Hartzer keine Designerklamotten für sich und ihre Kids kaufen können. Das ist aber politisch unerwünscht, denn das Wirtschaftssystem braucht nun mal gierige Konsumenten, da Zins und Zinseszins ihren Tribut zollen.

In der jetzigen Arbeitsmarktsituation ist ja eigentlich gar
nicht schlecht, dass da einige vom Arbeitsmarkt wegfallen.
Diese dann aber noch zu plagen, kann krank machen und
letztlich teurer werden.

Krank ist zwar a priori unschön, ein gesunder Sklave ist dem System lieber, aber ein Kranker wird ja über kurz oder lang von Medizin und Pharma (die meisten dort Berufstätigen sind gutgläubig, unwissend, gedankenlos) 2 Meter tiefergelegt, nachdem er bzw. die Solidargemeinschaft zuvor nochmal richtig was in die Kasse spülen durfte.

Tja und die Duckmäuser muss man halt irgendwie mit
durchschleppen.

Wenn man Menschen das Gefühl vermittelt, gebraucht zu werden, packen sie an, sofern sie irgendwie können. Eine menschenwürdige Bezahlung gehört m. E. dazu und menschenwürdig bedeutet, dass man davon sorglos und schön leben kann, wie Gott es für all seine Kinder gewollt hat.
Wenn nur wirklich benötige Jobs getan werden, ist jeder Job gleichwertig, ob Kanalarbeiter, LKW/Bus/Taxi-Fahrer, Friseur, Lehrer, Richter, Arzt oder Kloputzer. Alles muss getan werden und verdient entwprechende Wertschätzung, auch monetär, solange dieses System eben so angelegt ist.

Vielleicht lieber sie sinnlos vergeudeten Gelder der JC in
Kontrollen gegen Schwarzarbeiter und Steuerhinterzieher
stecken.

Nein, das fände ich auch schlecht. Welche Seele sollte denn an so einem Job wachsen? Man muss den Hebel m. E. auf der anderen Seite ansetzen. Man kann Moral/Tugend/Ethik auch nicht gesetzlich erzwingen. Man muss die Menschen in ihrem inneren erreichen, wenn sie es denn nicht schon wissen.

Das würde die Kosten für die Duckmäuser und Faulen
sicherlich locker aufwiegen.

In meiner Weltsicht gibt es diese Leute eigentlich gar nicht. Sie wurden nur vom System zum Außenseiter gestempelt, weil sie nicht durch das kleine, wirtschaftsorientierte Raster passen wollten.

LG
sine

P.S.: Großes Thema, was du hier angestoßen hast :smile:

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Hallo,

aber kannst Du das - vorausgesetzt Du siehst das auch so

  • nicht reinschreiben? Dass die Person durchaus motiviert ist
    und in vielen Bereichen Eigeninitiative zeigt, aber keine
    sinnvollen Arbeitsangebote findet?

das sehe ich auch so.

Diese Dinge sind dem JC auch bekannt. Aber offenbar genügt das nicht?
Es wurde der Besuch eines Psychosozialen Dienstes (PSD) per Eingliederungsvereinbarung angeordnet.

Hier mal ein Dokument. das ich gefunden habe.
http://www.berlin.de/imperia/md/content/sen-soziales…

Auf Seite 2 Nr. 3 sieht man, wann eine solche Anordnung verlangt werden kann.

U.a.
Abbruch / Verweigerung von Angeboten ( z.B. auch Motivationsmangel )
Verweigerung zum Abschluss einer Eingliederungsvereinbarung

Das schien wohl der Fall, da die Person sich weigerte unsinnige Bewerbungen zu schreiben und eine in ihren Augen unsinnige und streng vorgegebe Eingliederungsvereinbarung zu unterschreiben, in der ihr nur Pflichten, aber keine Recht auferlegt wurden.

Nach dieser Weigerung kamm dann wohl diese Verpflichtung.
Ich selbst bin nicht bei diesem PSD, sondern wurde über andere Wege eingeschaltet.

Ich jedenfalls bin heilfroh, dass ich nicht in der Situation
bin, nur für irgendwelche Richtlinien Bewerbungen verfassen zu
müssen, die von vornherein aussichtslos sind. Und dass ich
nicht ständig durch die emotionale Achterbahn muss, denn es
ist ja doch jedesmal wieder Hoffnung damit verbunden, denk ich
mir.

Sehe ich auch so.

Hallo Diphda,

ich nehme an, Du hast keine Möglichkeit, den (oder das?) JC (was ist denn das?) zum Psychosozialen Dienst oder zumindest zu einem Realitätstraining zu schicken?

Grundsätzlich ist es ja nicht dumm gedacht, jemandem mit auffallend wenig Motivation eine psychosoziale Hilfestellung anzubieten bzw. abzuklären, ob beispielsweise eine Depression vorliegt.

In diesem Fall scheint mir das

Das schien wohl der Fall, da die Person sich weigerte
unsinnige Bewerbungen zu schreiben und eine in ihren Augen
unsinnige und streng vorgegebe Eingliederungsvereinbarung zu
unterschreiben, in der ihr nur Pflichten, aber keine Recht
auferlegt wurden.

eher als ein Zeichen von Intelligenz und Selbstbewusstsein.

Ich hab ja nun keine Ahnung von Zusammenhängen und Abläufen und von Deiner Rolle, aber so ganz blauäugig könnte ich mir vorstellen

  1. dass Du die Person in dem Gutachten in ihrer Position irgendwie stärken kannst, indem Du zwischen den Zeilen durchscheinen lässt, dass sie ja nun recht hat und ihre Kräfte nicht auf Unsinniges verschwenden sollte - eben indem Du über ihre Motivation und ihren Realitätssinn schreibst. Kannst Du denn eine Abänderung der Eingliederungsvereinbarung empfehlen?

und 2) dass Du vielleicht ihr Hilfestellung geben kannst (so Du die Möglichkeit hast) zu schauen, wie sie mit der Resignation und der frustrierenden Situation umgehen kann, wie sie vielleicht auch Wege zu einem bereichernden Sozialleben finden lassen. Ob sich neue Ideen zur Berufstätigkeit finden lassen, wage ich nicht zu vermuten.

Ein Nebengedanke noch zu 1): Blöd wäre natürlich, wenn ein solches Gutachten ihr schaden würde, weil ihr, wenn sie keine Depression hat, Repressionen drohen. Ist das Deine Zwickmühle?

Viele Grüße,

Jule

selber klug
JC = Jobcenter, ich hab’s!

Hallo Diphda,

Regelfall oder Ausnahme? Verlässliche Zahlen zum
Leistungsmissbrauch gibt es nicht, wohl aber zu rechtswidrigen
Sanktionen.

Zahlen zu der Motivation und Leistungsbereitschaft der Bezieher von Alg2 gibt es aber, sogar von der Bundesarbeitsagentur selbst, auch wenn das in geradezu penetranter Weise von der Öffentlichkeit ignoriert wird:

http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/0,1518,77…

http://www.iab.de/389/section.aspx/Publikation/k1008…

Beste Grüße

=^…^=

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Dein Bericht über die Person ist sehr emotional gehalten. Das macht mich immer sehr mistrauisch. Denn dabei werden häufig Eigene und Klienten-Bedürfnisse und Ansichten vermischt. (was du ja auch selber so beschreibst)
Wenn du zu ihr in einer professionellen Beziehung stehst, muss zuerst dies reflektiert sein. Dem Klienten zuliebe.

Bei mir klingeln immer so ein bisschen die Alarmklocken bei dem Begriff Systemkritik. Ja man kann ein/das System kritisieren. Und auch mit guten Gründen. (Wobei ich auch schon viel intellektuell angehauchte Kritik gehört habe, der man auch sehr klar entgegen treten kann).

Nur: Egal wie gerechtfertigt, es gibt kein Recht (göttlich? staatlich?) auf eine perfekte Welt und man muss seine Handlungsalternativen und den gegebenen Bedingungen wählen.
Das klingt und ist mitunter hart. Doch das kann z.B. eine Aufgabe sein, einen Klienten auf dieser Reise zu begleiten.

Auf deinen Fall angewendet kann das bedeuten die Frage abzuändern: was man für seine Fähigkeiten bekommt anstatt ob man sich unter Wert verkauft.

Dahinter steckt von mir weder Utilitarismus oder eine wir-machen-druck Kampagne. Sondern auch die Frage , wie kann ich Denkblockaden gerade von Personen wie du sie beschreibst aufheben.

Ein anderer Punkt ist das Bewerbungsszenario. Natürlich spielt hier der oben genannte Punkt mit eine Rolle. Wenn jede Bewerbung ein Verrat an sich selber ist, ist es demotivierend. Wenn eine Bewerbung zu einem bewussten Abklären seines Marktwertes ist, kann es zwar immer noch hart sein, aber es kriegt eine andere Wertung.

Vielleicht ist für sie das klassische bewerben auch nichts. Vielleicht is auch ihr Bewerbungsleitfaden zu ordinär/schlecht. Ja davon gibt es sehr viele. jova-nova fährt z.B. einen etwas anderen.

Bewertung rumsitzen und produktiver Kreislauf.
Was denn nun? sitzt sie rum oder bringt sie sich auf vielfältige Weise gesellschaftlich ein? Deine Beschreibung ist auch hier sehr wertend, was es schwierig für mich Leser macht, eine klaren Blick auf die Person zu werfen? sind das ihre Begrifflichkeiten oder deine, die du benutzt.
Ehrenamt kann erfüllend sein, kann aber auch eine Ausflucht sein. Warum kann es nicht sein, dass so eine Person nicht in die Arbeitswelt integrierbar ist? Mir fallen da spontan einige Gründe ein:

  • Ausfallrisiko durch Lebenslauf (Brüche, Lücken, viele Umschulungen gleich viel geparkt)
  • sehr viele Bewerber, dadurch obigen Punkte mehr gewichtet
  • wenn sie ihre Systemkritik auch bei Bewerbungen/Gesprächen durchklingen lässt dann kann das bis hin zu Beleidigungen gehen
  • mehr von den gleichen Bewerbunge (branche, Jobprofil) anstatt austesten weitere Berufsfelder. Konkret haben bei mir Kollegen über 100 Bewerbungen geschrieben, andere hatten bei gleicher formaler Qualifikation bei 4 aus 10 Bewerbungen ein Gespräch. Weil Sie Nischen angesprochen haben und ihre Unterlagen gut aufbereitet waren.
  • hatte mal auch eine sehr kompetent auftretende Bewerberin, die so kompetent war, dass sie mir als Einstellenden erklärt hat, wie ich meine Arbeit zu machen habe. Ich habe Sie nicht genommen. Nicht deswegen, (was viele wahrs. getan hätten, stichwort unruhestifter) sonder weil ihr auftreten zwar selbstbewusst war, ihr Forderungskatalog für uns schlicht nicht erfüllbar (unrealistisch und unflexibel für die entspr. Branche) Eigentlich hätte ich so ne Person sogar benötigt (auch wenn ihre Vorstellung wie ich es richtig machen sollte ich nicht teilte).
  • fällt mir noch so ein Kanditat ein: er war (glaubhaft) gewillt zu arbeiten, allerdings nur im Einzugsgebiet seines Fahrrads (auf dem Lande) und auf keinem Fall PC. Komisch das der nix gefunden hat, oder? Wir haben ihn vor die Wahl gestellt: Führerschein machen für Auto oder PC. Hat geholfen.

Isolierung.

Es gibt das Wort der Intelektualisierung. Wenn man zB emotional belastende Ereignisse, Situationen nicht mehr als solche wahrnimmt, sondern sich von seinen Gefühlen abkapselt und die Situation intelektualisiert.
Das hilft, um sich vor diesen starken Gefühlen zu schützen, kann aber auch zur Selbstentfremdung führen, was wiederum handlungshindernd sein kann. Dieser Prozess findet nicht bewusst statt.

Selbstreflexion.
mir fällt zu ihrer Selbstreflexion noch etwas ein. Das sind wertende Sätze, keine deskriptiven. vielleicht kennst du das innere TEam von Schulz von Thun. wär interessant zu kucken, welcher Teamer das sagt und ob es nicht noch andere Stimmen gibt.
Damit sind wir aber dann auch schon im therapeutischen Bereich.

Nach deiner Schilderung zu folgern klingt es richtig, hier psychologische Unterstützung mit einzubringen. Um genau solche Punkte zu klären.

Deine Beschreibung der Situation klingt übrigens fast wie ein Klassiker: Bericht eines SozPäd Praktikanten.

Lange Fragen verursachen lange Antworten
Ulrich

Hi Katze (hoffe diese Abkürzung ist ok)

Zahlen zu der Motivation und Leistungsbereitschaft der
Bezieher von Alg2 gibt es aber, sogar von der
Bundesarbeitsagentur selbst, auch wenn das in geradezu
penetranter Weise von der Öffentlichkeit ignoriert wird:

http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/0,1518,77…

http://www.iab.de/389/section.aspx/Publikation/k1008…

mal eine Studie, die das Klischee und die Vorurteile Volkshetze entkräftet. Eher selten.

Auch wenn mir das Ergebnis gefällt und auch meine Überzeugung teilt, bin ich bei Studien grundsätzlich mal skeptisch. Bei Statistiken noch mehr :wink:

Tja die Politik und die Medien propagieren eben lieber die Aufrechterhaltung von Feindbildern. Es ist immer besser auf mehrere Pferde zu setzen.

Sollten Muslime, Kopftücher, Ausländer nicht mehr ausreichen ist es doch viel besser, man hat noch ein paar Sozailschmrotzer in Petto.

Und damit das alles nicht so auffällt, betreibt man zwischendurch mal ein bisschen Managerschelte und schert die ebenso über einen Kamm.

Was mich bedrückt - bleiben wir ruhig bei dem für mich interessanten OT-Thema, solange es der Mod noch duldet :wink: -
dass der Politik entweder nicht klar ist, was sie mit derlei Prozessen auslöst und der Gesellschaft keinen Gefallen tut, weil sich die sozialen Probleme nur verschärfen, oder sie stellen sich einfach darüber, weil der Auftrag des Souveräns längst nicht mehr das ist was zählt, sondern persönlicher Vorteil und das Geld der Lobbyisten.

Freiheit durch Arbeit?

Ich habe das Gefühl, dass diese Person in sich abgeklärter und glücklicher ist, als ich es mir rein nach den Umständen und Fakten vorstellen kann.

Das Erlebnis mit dieser Person stellt alle „normalen“ Gegebenheiten und „Sollzustände“ in Frage.

Du hast unglaublich viel über diesen Menschen herausgefunden und wichtiger noch - denke ich - erkannt, dass das eigentliche Problem wohl eher bei Dir selbst liegen müsste als bei ihm.

Deine dafür maßgebliche Innere Situation - u.a. die (i.d. Regel) „moralisch“ anerzogenen Kriterien, anhand der die umgebenden Phänomene, Dinge, Lebewesen „bewertet“ werden - lässt sich an diesem Ort lieber nicht in die Tiefe klären. Eine eventuell weiter führende ideologische Diskussionsgrundlage aber könnte sein, dass die von der akademischen Psychologie vorgenommene Gleichsetzung der statistischen sog. „Normailität“ mit „Gesund“ absolut unzureichend ist, den Gesundheits- und Krankheitszustand eines Menschen zutreffend zu bewerten. Die Angehörigen der „unnormalen“ gesellschaftlichen Randgruppen können also sowohl überragend psychisch gesund als auch extrem abweichend krank sein. Einige sehr wenige von der ersteren Sorte sind sogar so gesund, abgeklärt und glücklich, dass sie völlig immun gegen Anfechtung ihres So-Seins sind und nicht darüber diskutieren, sondern all ihre Talente, Wissen, Kraft, Befähigungen in die selbstlose Einsatzbereitschaft zugunsten ihrer hilf- und ratloseren Artgenossen stellen und wo angebracht eine tiefenpsychochologische Untersuchung ihrer Problematik empfehlen…