Hallo Thea
Sprechen lernt man, indem man spricht. Im Kindergarten,
draußen beim Spielen, im Hort …
richtig, in deinem Beitrag ging es doch aber nicht nur um
sprechen, sondern um schreiben und lesen in Türkisch.
Da meinte ich jetzt aber Deutsch.
Dann hab ich dich wohl missverstanden.
In
welchem Alter sollen die Kinder das lernen? Vor der Schule? In
der ersten Klasse gleichzeitig zum Deutschunterricht?
Keine Ahnung, im Moment kann ich hierüber nicht mehr
weiterdiskutieren, weil mir da etwas die Spezialkenntnisse
fehlen. Ich denk nur wirklich, dass es wichtig ist, wenigstens
eine Sprache richtig zu verstehen. Also besser eine Sprache
richtig lernen als zwei Sprachen so halb.
Das ist ja gerade das tolle am Kindesalter: Da lernt man locker zwei oder sogar drei Sprachen „richtig“, also auf muttersprachlichem Niveau. Wäre ja nicht das große Problem. Ich vertrete ja die Meinung, dass es ab 3 Jahren KiGa-Pflicht in Deutschland geben sollte (muss ja nicht unbedingt ganztags sein, aber ein paar Stunden wären schon nicht schlecht). Dadurch ließen sich nach meiner Überzeugung Entwicklungsprobleme besser feststellen und zum Teil abmildern. Dass auch der KiGa ein intaktes Zuhause nicht ersetzen kann, ist klar, aber zumindest würden die türkischen Kinder Deutsch schon drei Jahre vor der Einschulung anfangen zu lernen und auch deutsche Freunde finden, sodass die Sprach- und Kulturbarriere in der Schule nicht mehr bestünde.
Grammatik lernen 6-Jährige doch erst recht nicht.
Na ja doch, irgendwie schon. Ob man dann der, die oder das
sagt, oder dass mit 2 ss schreibt, ob groß oder klein
geschrieben wird …
Wird natürlich da noch nicht doll begründet, aber so ein
bisschen schon. Ob das wirklich schon in der 2. Klasse kommt,
weiß ich jetzt nicht, aber Schriftsprache hat auch irgendwie
immer was mit Grammatik zu tun, sonst schreibt man doch immer
falsch.
Nee, ich war ja schon über die Begründung entsetzt, was groß und was klein geschrieben wird, die meine Nichte in der 2. Klasse bekommen hat: Man schreibt all das groß, was man anfassen kann. Daraufhin verstand sie nicht, warum man „Herz“ groß schreibt, denn das kann sie ja auch nicht anfassen. Von „Wolken“ oder „Angst“ ganz zu schweigen.
Bewusst lernen die Kids Grammatik in der Schule erst später.
Kinder
lernen Sprachen „automatisch“.
Ja, aber auch sie verstehen entweder die Grammatik intuitiv
oder auch nicht. Wenn ja, dann geht es hinterher mit dem
Grammatik-lernen, und sie können auch einigermaßen richtig
schreiben. Wenn nicht, dann ist es schwierig.
Intuitiv verstehen sie die aber, wenn sie früh dem entsprechenden sprachlichen Umfeld ausgesetzt sind. Deshalb auch mein Lösungsvorschlag mit der Kindergartenpflicht.
Bei diesen Kindern muss man aber nicht beim Erlernen der
türkischen Schrift, sondern schnellstmöglich beim mündlichen
Erlernen von richtigem Deutsch ansetzen.
Na ja, gut, aber gehen wir doch davon aus, dass es Kinder
gibt, die es im Grundschulalter eben nicht gelernt haben.
Ja, diese Kinder sollten imho Intensivstsprachkurse erhalten, und zwar ab einem Jahr vor der Einschulung (spätestens dann sollte man’s nämlich testen).
Ich bin auch nicht für Türkisch-Sprachige Schulen oder Unis
hier. Aber ich bin auch nicht dafür, einfach immer nur zu
sagen: Es liegt an den Eltern, und fertig. Aber wie genau im
Einzelnen, wie gesagt, da fehlen mir die Spezialkenntnisse.
Ich finde schon, dass es an den Eltern liegt, aber das hilft dem Staat bei der Lösung der Probleme ja auch nicht weiter. Deshalb müssen manche Sachen imho von oben verordnet werden. Das würde im übrigen auch deutschen Kindern nicht schaden. Als im KiGa meiner Nichte ein Jahr vor der Einschulung ein Sprachtest durchgeführt wurde (für Kids unter einer Grenzpunktzahl gab es einmal die Woche „Deutschunterricht“), lud die Erzieherin ihre Mutter zu sich ein. Sie dachte nämlich, das Kind komme aus einer deutschen Familie, in der das Kind sprachlich nicht genug gefördert werde - meine Nichte war genau an der Grenzpunktzahl. Im Deutschunterricht, wo meine Nichte letztlich hinkam, gab es auch einige deutsche Kinder. Es scheint also auch viele deutsche Kinder zu geben, die Sprachdefizite aufweisen und für die eine zusätzliche Förderung sinnvoll ist.
Ja nicht wahr, großartige Leistung 
Wenn man den erheblichen Unterschied zwischen den Sprachen bedenkt - ja.
In der Oberstufe lernt man übrigens allein das russische Alphabet 6 Wochen lang, habe ich mir sagen lassen.
)
Ich kann auch schon einen Plural bilden, und mehrere
Fremdwörter wie z. B. Dokument, Traktorfahrer, Studenten und
Butterbrot.
Perfekt. 
Warum gerade
Russisch?
Das hat vor allem 3 Gründe:
- habe ich dieses Buch sehr preiswert auf dem Flohmarkt
bekommen, sonst hätte mich noch Italienisch, Rumänisch oder
Schwedisch interessiert.
Rumänisch und Schwedisch würden mich auch interessieren. 
- Meine Vorfahren mütterlicherseits haben zum großen Teil da
gewohnt, allerdings eher in Lettland, manche aber auch in
Russland. Das waren aber keine Russen, die Familie kam eher
aus Ostpreußen oder so.
- habe ich im letzten Jahr öfters mal bei uns im örtlichen
LIDL Russen zugehört, wie sie sich unterhalten haben (die
sahen übrigens alle aus wie Putin, nur netter), und ich fand,
dass ich noch nie vorher eine Sprache gehört habe, die so
schön klingt.
Ja, Russisch hat viele dehnbare Vokale, dadurch klingen auch russische Lieder sehr schön.
Viel Erfolg beim Weiterlernen! 
Grüße
Anja