An die „unbarmherzige“ Sybille
und alle wackeren Poster,
inspiriert von der tollen Diskussion im „Barmherzigkeits-Thread“ möchte ich das Thema Bibelstellen etwas weiterführen.
Ich denke rel. Schriften entstanden ursprünglich, weil sie Menschen in verschiedenen Geschichten zum Nachdenken anregen sollen, iSv. Carlos’ bemerkenswerter Liste „Was sollte ein allmächtiger Gott deiner Meinung nach tun?“
Aber: Diese Schriften wurden von Kirchen seit jeher auch benutzt, um sich die Gläubigerschar gefügig zu halten…Was in den letzten Jahrhunderten zunehmend schwerer fällt: Wir „wissen“ einfach mehr und müssen deshalb weniger „glauben“.
Das mit der Gefügigkeit klingt etwas hart, aber das Beispiel, dass die Kirche irgendwann behauptet, mann und frau sei in Sünde geboren, man sich aber mit Absolution gegen Bares (für die Kirche) daraus erretten kann, ist schon eine interessante Blickweise …
Ich glaube, „Gott“ wurde in der Bibel oft so dargestellt/ interpretiert, wie es für die Kirche zu jener Zeit vorteilhaft/ gewinnbringend war. Das ist menschlich, denn es hat mit Macht in/durch Organisationen zu tun.
Heute fällt es der Kirche aber zunehmend schwerer sich mit Bibelzitaten oder bibeltreuen Losungen zu behaupten, die kaum verständlich/nachvollziehbar sind oder einfach aus einer Zeit stammen, in denen den Menschen gesagt wurde „Das musst Du einfach glauben…“
Deshalb meine Frage an Euch :
Wenn wir heute eine Bibel o.ä. „für das 3. Jahrtausend“ zu schreiben hätten: Was müsste drin bleiben, was müsste weg, was neu hinein? Und als Folge: Was für einen „Gott“ hätten wir dann?
Schöne Grüsse,
Marcus
PS: Liebe Sybille, „umbarmherzig“ bezieht sich auf den Argumentationsstil und ist somit als Kompliment zu verstehen! …konnte dem Wortspiel nicht widerstehen *g*