Der Deutschen 'Anzeigen-Sport'

Hallo,

wenn ich hier in diesem Brett so die diversen Fälle durchlese, überkommt mich manchmal einfach nur Kopfschütteln und ich staune, wie „dünnhäutig“ doch „die Deutschen“ oft sind … da wird geklagt und angezeigt, wie wenn es gilt, einen Preis zu gewinnen.

Haben „die Deutschen“ eigentlich kein Selbstbewusstsein?
Haben wir eigentlich nichts Besseres zu tun?

Da wird wegen „Beleidigung“ oder „Stinkefinger“ angezeigt - wieso eigentlich? Wen trifft so ein „Pipifax“ eigentlich noch?

Kann einen nicht beleidigen wer will, sollte das einem mit einem gesunden Selbstbewusstsein nicht egal sein?
Sollte nicht jeder seinen eigenen Selbstwert kennen und derlei Kinderkam an einem abprallen à la DER hat ein Problem, nicht man selbst?

Jedwede Anzeigerei & Konsorten wäre zuviel Energieverschwendung für solche Subjekte.

Manchmal erscheint es einfach wie Missgunst des anderen gegenüber, oder wie Volkssport à la „wem kann ich denn heute wieder eine reinwürgen“ - oder haben unsere Gerichte und Anwälte nicht schon genug zu tun?

Außerdem muss sich ja noch jeder an die eigene Nase fassen:
jede Reaktion bedingt eine Aktion.

Und Grenzüberschreitungen im übertragenen Sinne sind an der Tagesordnung, was der eine noch als „normal“ empfindet, überschreitet des anderen Grenze bereits.

Ein bisserl sensual awareness täte uns Deutschen mehr not als eine wilde Anzeigerei für nix.

Was haben diejenigen davon?
Genugtuung?

Davon kann man sich auch nichts „kaufen“.
Und wie gesagt: wir in Deutschland haben Besseres zu tun als Pipifax-Anzeigerei, weil des Nachbars Kirschbaumzweig 2 cm in des anderen Garten ragt …

mipiace

Hallo,

wenn ich hier in diesem Brett so die diversen Fälle durchlese,
überkommt mich manchmal einfach nur Kopfschütteln und ich
staune, wie „dünnhäutig“ doch „die Deutschen“ oft sind … da
wird geklagt und angezeigt, wie wenn es gilt, einen Preis zu
gewinnen.

Wo denn? Ich hab das Brett mal von oben bis unten durchgelesen und nichts dergleichen finden können.

Haben „die Deutschen“ eigentlich kein Selbstbewusstsein?
Haben wir eigentlich nichts Besseres zu tun?

Warum fragst Du das hier? Im Brett „Sozialwissenschaften allgemein“ finden isch vielleicht bessere Fachleute dafür…

Da wird wegen „Beleidigung“ oder „Stinkefinger“ angezeigt -
wieso eigentlich? Wen trifft so ein „Pipifax“ eigentlich noch?

Ich nehme an, Du beziehst Dich auf meine Frage. Dann lies bitte auch den ganzen Thread. Allerdings hat sich das Thema erledigt, ich kenne die Identität und damit ist das für mich durch.

Kann einen nicht beleidigen wer will

Nein, das ist illegal, du Miststück.*

Jedwede Anzeigerei & Konsorten wäre zuviel
Energieverschwendung für solche Subjekte.

Stimmt.

Ein bisserl sensual awareness täte uns Deutschen mehr not als
eine wilde Anzeigerei für nix.

Deine Pauschalisierung halte ich für unzulässig.

Gruß,

Malte.


* Bitte entschuldige die Wortwahl. Ich nehme das hiermit ausdrücklich zurück, ich halte Dich nicht für ein solches. Ich wollte lediglich verdeutlichen, daß es eben NICHT okay ist, zu beleidigen wie man will (was mir in diesem Fall wirklich fernliegt!).

Malte von der Vogelweide

Malte von der Vogelweide :

der Eingangsautor hat schon Recht. Und Du gehörst zu
den Leuten, die er beschreibt. Selbst mit offenem
Messer hantieren und fuchteln, den Sinn von Texten
verdrehen und ordentlich austeilen und nach der
Forums-Polizei rufen, wenn Dir die Argumente ausgehen.

Mich darfst Du z. B. „unter der Gürtellinie angehen“,
Du kannst mich nicht treffen, sondern nur Dich und
Deinen Charakter beschreiben !

Hallo,

wenn ich hier in diesem Brett so die diversen Fälle durchlese,
überkommt mich manchmal einfach nur Kopfschütteln und ich
staune, wie „dünnhäutig“ doch „die Deutschen“ oft sind … da
wird geklagt und angezeigt, wie wenn es gilt, einen Preis zu
gewinnen.

Wo denn? Ich hab das Brett mal von oben bis unten durchgelesen
und nichts dergleichen finden können.

Haben „die Deutschen“ eigentlich kein Selbstbewusstsein?
Haben wir eigentlich nichts Besseres zu tun?

Warum fragst Du das hier? Im Brett „Sozialwissenschaften
allgemein“ finden isch vielleicht bessere Fachleute dafür…

Da wird wegen „Beleidigung“ oder „Stinkefinger“ angezeigt -
wieso eigentlich? Wen trifft so ein „Pipifax“ eigentlich noch?

Ich nehme an, Du beziehst Dich auf meine Frage. Dann lies
bitte auch den ganzen Thread. Allerdings hat sich das Thema
erledigt, ich kenne die Identität und damit ist das für mich
durch.

Kann einen nicht beleidigen wer will

Nein, das ist illegal, du Miststück.*

Jedwede Anzeigerei & Konsorten wäre zuviel
Energieverschwendung für solche Subjekte.

Stimmt.

Ein bisserl sensual awareness täte uns Deutschen mehr not als
eine wilde Anzeigerei für nix.

Deine Pauschalisierung halte ich für unzulässig.

Gruß,

Malte.


* Bitte entschuldige die Wortwahl. Ich nehme das hiermit
ausdrücklich zurück, ich halte Dich nicht für ein solches. Ich
wollte lediglich verdeutlichen, daß es eben NICHT okay ist, zu
beleidigen wie man will (was mir in diesem Fall wirklich
fernliegt!).

*seufz*
Davon abgesehen, daß persönliche Angriffe hier fehlplatziert sind:

den Sinn von Texten verdrehen

Wo?

ordentlich austeilen

Wo?

wenn Dir die Argumente ausgehen.

Wo?

Mich darfst Du z. B. „unter der Gürtellinie angehen“,

Wo?

Dich und Deinen Charakter beschreiben !

Na aber gerne doch.

Herzlichst,

Malte.

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Nun mal langsam…
Hallo Lambert,

der Eingangsautor hat schon Recht.

Ach tatsächlich? Auch wenn es MOTZ (Näheres nachzulesen unter http://www.expertentreffen.de/fun/motz.htm) gibt: Moderatoren sind kein Freiwild, müssen sich nicht alles bieten lassen und dürfen sich sehr wohl wehren. Außerdem bekommt der ‚Otto Normaluser‘ nur einen Bruchteil dessen, was in einem Streitfall passiert, mit. Hinter den Kulissen - sprich: per eMail - geht es häufig weniger gesittet zu und artet nicht nur in Beleidigung sondern auch in handfeste Bedrohung aus.

Und Du gehörst zu
den Leuten, die er beschreibt.

Nein, daß tut er nicht. Malte hat eine sachliche Frage gestellt und bekam sachliche Antworten. Beleidigung, Verleumdung & Co. stellen nun einmal nach dem Gesetz Straftatbestände dar, insofern sehe ich nicht, was daran so verwerflich sein sollte. Es ging weder um den Maschendrahtzaun noch über einen Baumzweig, der unerlaubterweise in Nachbarsgarten reichte. Bedenke bitte auch, daß eine Beleidigung kein Kavaliersdelikt ist und mit bis zu zwei Jahren Knast ‚belohnt‘ werden kann; für eine Verleumdung kann man unter gewissen Umständen sogar für fünf Jahre auf Staatskosten einquartieren.

Selbst mit offenem
Messer hantieren und fuchteln, den Sinn von Texten
verdrehen und ordentlich austeilen und nach der
Forums-Polizei rufen, wenn Dir die Argumente ausgehen.

Nenn mir bitte ein konkretes Beispiel. Ich kann Dir außerdem versichern, daß Malte keinesfalls auf den Mund gefallen ist und seine Argumente stets sitzen (sofern man einem Troll überhaupt Argumente entgegenbringen kann - Trolle sind gegen sowas bekanntlich resistent).

So… Und nun schlage ich vor, daß wir uns alle beruhigen und Freitag, den 13. Freitag, den 13. sein lassen… :wink:

Gruß

Renee

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PS
Hallo,

der Eingangsautor hat schon Recht. Und Du gehörst zu
den Leuten, die er beschreibt.

ich KANN gar nicht dazu gehören. Ich hab in meinem ganzen Leben noch nie jemanden angezeigt, stand selbst noch nie vor Gericht und bin davon überzeugt, daß man fast alles auch „so“ klären kann, ohne Staatsmacht - wenn man will.

In diesem Sinne: Sechs, setzen. Charakter fehlinterpretiert.

Hi Annika,

„dünnhäutig“ würde ich nicht sagen.
In manchen Fällen scheint mir eher die Fähigkeit verkümmert, sich gütlich zu einigen und aussergerichtlich zu arrangieren.

Wer allerdings mit beiden Händen austeilt, der empfindet die Empfänger sicherlich als dünnhäutig. Jedoch stellt es sich meisstens heraus, dass der Austeiler selbst dünnhäutig ist.
Gruss,

Hallo,

wenn ich hier in diesem Brett so die diversen Fälle durchlese,
überkommt mich manchmal einfach nur Kopfschütteln und ich
staune, wie „dünnhäutig“ doch „die Deutschen“ oft sind … da
wird geklagt und angezeigt, wie wenn es gilt, einen Preis zu
gewinnen.

Also, ich kann nur für mich sprechen (und das momentan auch nict besonders gut, weil der Alkoholspiegel ausnahmsweise bei mir mal recht hoch ist):

Vielleicht geht es gar nicht so sehr um: „ich mache es“ sondern darum, seine Möglichkeiten abzuschätzen. Ob man mit dem persönlichen Rechtsempfinden richtig liegt.

Ich zB poste oft allgemeine und spezielle Beispiele zu denen ich mir meine persönliche Meinung gebildet habe und die eben bestätigt oder wiederlegt bekommen möchte… einfach andere Meinungen zum Thema hören möchte.
ZB mein Post zur üblem Nachrede der Rundfunkanstalt: Ich käme nie auf die Idee mir die Mühe einer Anzeige zu machen, aber ich bin eben der Meinung, dass eine Anzeige durchaus möglich wäre und habe deswegen nachgefragt, ob es Argumente dafür oder dagegen gibt. Aus den Antworten versuche ich zu lernen und ggf. die nächste Situation unter Einbeziehung der Antworten zu beurteilen. nIe im Leben würde der Scherge eine Anzeige von mir bekommen, viel zu viel Aufwand (und er tut mir auch irgendwie leid, er will ja auch nur Geld verdienen). Aber es immer gut seine Rechte zu kennen. Ich denke, vielen anderen geht es genauso. Einfach nur informieren, was man tun könnte und dann mit einem „guten Gefühl“ schlafen gehen, weil man weiß, dass man im Recht ist. Oder aber auch die Kritik an der eigenen Ansicht akzeptieren und überlegen, warum es falsch ist, was man denkt.

Liebe Grüße
Timi

Das meinte ich ja!
Eben das meinte ich ja: das ist Deutschland inclusive der Gesetze:

Beleidigung,
Verleumdung & Co. stellen nun einmal nach dem Gesetz
Straftatbestände dar,

Es ist Gesetz, peng, also muss ich das natürlich als staatstreuer Bürger auch weidlich ausnutzen?
Hab ich nichts Besseres zu tun?
Was interessieren mich Leute, die mir ans Bein pinkeln?

Hier schreib vorhin einer mal so schön: „wenn einer einen anderen beleidigt, trifft es den einen nicht, der andere stellt nur sich und seinen Charakter dar.“ Das trifft genau das, was ich meine!

Es ging weder um den Maschendrahtzaun
noch über einen Baumzweig, der unerlaubterweise in
Nachbarsgarten reichte.

Hallo! Das ist eine Metapher!

Beleidigung kein Kavaliersdelikt ist und mit bis zu zwei
Jahren Knast ‚belohnt‘ werden kann; für eine Verleumdung kann
man unter gewissen Umständen sogar für fünf Jahre auf
Staatskosten einquartieren.

Naja, eben! Das ist es eben! Beleidigungen - wie tragisch!
Ich sehe ja noch ein, wenn Bedrohungen geahndet werden … aber „Beleidigungen“?
Wer definiert, was eine Beleidigung ist?
Wenn ich meinem Nachbarn sage „du hast einen Knall“?
Ist das schon eine Beleidigung?

Und was, wenn er das zu mir sagt?
Hilfeeeeeee, da muss ich soooooooofort zur Polizei, Anzeige erstatten.

Nur das meine ich mit meinem Thread, das „sich-gleich-auf-den-schlips-getreten-fühlen“… darüber kann ich mich nur wundern …

Und da werden dann Gelder auf den Kopf gehauen, Anwälte und Gerichte betraut, die weiß Gott Besseres zu tun haben?

sofern man
einem Troll überhaupt Argumente entgegenbringen kann - Trolle
sind gegen sowas bekanntlich resistent).

Wollen wir jetzt hier ins Märchenland abwandern oder in den Kindergarten?

mipiace

Obrigkeitshörig
Hallo mipiace,

die Anzeigelust und Klagefreudigkeit liegt nach meiner Erfahrung zum einen im System begründet, zum anderen liegt es an der Obrigkeitshörigkeit der Deutschen.

In Deutschland hat jeder Sozialhilfeempfänger das Recht und die Möglichkeit, den Staat auf seine Viagra zu verklagen … kostet ja nichts, der Staat muss die Kosten zahlen. Im Mietrecht sind Mietminderungen ein beliebter Sport geworden, die Miete nicht zu zahlen. Eine Strafanzeige kostet auch nichts - kommt zwar nichts dabei raus, aber was solls. Andererseits haben gerade die Deutschen kaum noch soziale Kompetenz. Wenn in anderen Ländern prozessiert wird, geht es meistens wirklich um etwas. In Deutschland wird um jeden Gartenzaun prozessiert, weil die Deutschen nicht die Fähigkeit haben, die Dinge untereinander zu regeln - der Staat, das Gesetz, das Gericht soll es tun.

Vielleicht liegt es daran, dass viele Deutsche einfach zu viel Zeit zur Verfügung haben und sie nichts Besseres zu tun haben.

mipiace

Du musst ziemlich ausführliche Quellen über andere Länder haben, wenn du das so beurteilen kannst, wie du es vorgibst…

Levay

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Hallo Levay,

genau das meinte ich mit „obrigkeitshörig“. Ich kann dir keine Statistiken vorweisen, sondern nur meine Erfahrung, die ich als Referendarin in Südamerika gesammelt habe und als Projektmitarbeiterin für 1 Jahr in den USA …

Du musst ziemlich ausführliche Quellen über andere Länder
haben, wenn du das so beurteilen kannst, wie du es vorgibst…

Levay

Ich bin „obrigkeitshörig“, weil ich es unsachlich finde, wilde Behauptungen aufzustellen, die überhaupt nicht begründet werden können?

Du müsstest schon ein paar mehr Länder mehr bereisen, um sagen zu können, dies sei „typisch Deutsch“. Das hat mit „Obrigkeitshörigkeit“ schon begrifflich nicht das Geringste zu tun, es ist einfach unsachlich, was du schreibst, man könnte auch sagen: unwissenschaftlich. Pure Spekulation eben.

Levay

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Hallo!

In Deutschland hat jeder Sozialhilfeempfänger das Recht und
die Möglichkeit, den Staat auf seine Viagra zu verklagen …
kostet ja nichts, der Staat muss die Kosten zahlen.

Entschuldige mal, das hat damit nichts zu tun. Ein Sozialhilfeempfänger hat ja wohl wie jeder andere Mensch in einem Rechtsstaat auch das Recht, Rechtsmittel gegen rechtswidrige Verwaltungsakte zu erheben - und der Staat ist es einem Sozialhilfeempfänger wie jedem anderen Menschen auch schuldig, ihm diese Möglichkeit zu geben!! Was ist denn bitte falsch daran, wenn ein Sozialhilfeempfänger sein Recht vor Gericht geltend macht??

Wenn ein Sozialhilfeempfänger hier seine Rechte geltend macht ist das schlecht und wenn irgendeine Versicherung oder Bank oder sonst irgendwer mit Geld gegen einen armen Versicherungsnehmer so lange prozessiert, bis ihm wegen der Kosten die Luft ausgeht ist das besser oder wie? Warum geht man eigentlich immer auf die Schwächsten los - ist es nicht gerade Aufgabe der Anwälte jedem einzelnen zu seinem Recht zu verhelfen und insbesondere denen, denen ihr Recht sonst nicht gewährt wird?

Und noch was: wenn man das Sozialamt beim Verwaltungsgericht verklagt kann das denkmöglich gerade nichts mit Obrigkeitshörigkeit zu tun habenh - das wäre ja wohl ein Widerspruch in sich.

Versteh mich nicht falsch - ich bin auch gegen sinnloses Herumprozessieren und verstehe viele Streitereien vor Gericht, in denen es eigentlich nur um irgendwelche persönlichen Probleme geht, überhaupt nicht (ich denke, viele Leute bräuchten eher einen Psychiater als einen Richter) - aber ich bin auch gegen diese Art von Rhetorik - jeder einzelne hat das Recht, sein Recht auch geltend zu machen - gegen Privatpersonen und gegen den Staat. Das kann von keiner demokratisch gesinnten Person in Frage gestellt werden.

Gruß
Tom

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USA…
Hallo!

Auszug aus spiegel-online - jaja, bei uns wird ja sinnlos prozessiert und in den USA geht es um was…

Hier ein Link: www.auswandern-heute.de/auswandern_berichte/usa-klag…

"Es wird munter drauflos geklagt…
Nach seriösen Schätzungen geben Unternehmen in den USA pro Jahr rund 200
Milliarden Dollar für die anfallenden Verfahrenskosten aus. Das sind fast zwei
Prozent der Wirtschaftsleistung der gesamten Vereinigten Staaten. Bei einigen
Produkten, die als besonders klageanfällig gelten, sind inzwischen gut 20 Pro-
zent des Preises in Wahrheit Prämien für die Rechtsschutzversicherer. Inzwischen kann man in Amerika für fast alles Regress fordern: weil man sich
an einem Hot Dog verschluckt hat oder von der Leiter gefallen ist. Weil man
raucht, trinkt oder zu viel im Casino spielt; weil man zu dick ist - oder zu dünn.
Die Unternehmen versuchen, sich gegen Haftungsklagen zu schützen, indem
sie auf ihre Produkte immer neue Warnhinweise pappen: Drucker-Kartuschen
tragen die Aufschrift „Nicht zum Verzehr geeignet“, auf Babyrollern steht, dass
man seine Kinder vor dem Zusammenklappen bitte herausnehmen soll…
Bei dem Spiel können die Firmen nicht gewinnen. Zigarettenpackungen warnen
in Amerika seit Mitte der sechziger Jahre vor den mit dem Rauchen verbunden-
en Gesundheitsgefahren. Jetzt argumentieren die Anwälte, dass ihre Mandanten
diese Warnungen nicht hätten befolgen können, weil der Zigarettenkonsum ab-
hängig mache. Jedes Bagatellverfahren kann heute zu einem Millionen-Dollar-Prozess aufgeblasen werden.
„Wir haben uns angewöhnt, bei jedem Fehler und bei jedem Missgeschick nach jemandem zu suchen, den wir verantwortlich machen können“, sagt Catherine Crier, früher Staatsanwältin, dann Richterin. Jetzt moderiert sie bei dem Jus-
tizsender Court TV. „Wir haben uns zu einer Opferkultur entwickelt, und der soziale Preis, den wir dafür zahlen, ist vielleicht noch höher als der ökonomi-
sche.“

Quelle: Spiegel-online"

Gruß
Tom

Tja … da geht es um Geld, um sehr viel Geld und in den USA wirst du im Gegensatz Deutschland keinen Anwalt finden, der wegen 100 Euro vor Gericht zieht.

Hallo Tom,

ganz deiner Meinung. Nur: jeder normale Mensch überlegt es sich, bevor er klagt, weil es Geld kostet. Kostet es kein Geld, dann wird eben wie im Fall von „Viagra-Kalle“ prozessiert was das Zeug hält, weil man den ganzen Tag sonst nichts zu tun hat. Dann kommt es zu Gerichtsverfahren, bei denen der Sozialhilfeempfänger Viagra einklagt oder sich den Besuch im Bordell vom Steuerzahler vergüten lassen möchte. Und das genau ist der Unterschied zu den USA. In den USA kostet jeder Prozess sehr viel Geld, es geht keiner vor Gericht, nur weil der Wasserhahn mal tropft, man regelt diese Dinge unter sich. In Deutschland holt man sich schnell mal Prozesskostenhilfe, einen Beratungsschein, läuft zum Mieterverein oder zieht gleich vor Gericht. Je mickriger der Fall, umso weniger kostet die Sache.

Gruss
BM

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Mein lieber Nachwuchskollege,

wenn du meine Erfahrungen so unglaublich „unsachlich“ findest, dann mach dir doch die Mühe und setz dich einen Tag in das Amtsgericht und hör dir an, um welchen Pippifax die Leute streiten. Und dann mach dir die Mühe und sprich mit ausländischen Kollegen, geh eine Zeitlang ins Ausland und schau dich ausserhalb von Deutschland um. Ich bin mir sicher, du wirst nirgendwo eine derartige Häufung von Querulanten finden, wie in Deutschland. Ich bin kein Psychologe und kein Sozialwissenschaftler, ich habe es auch nicht als „die“ Wahrheit hingestellt, ich sprach nur von den Gründen, die ich persönlich bei solchen Leuten sehe und habe nur aus meinem Erfahrungsschatz berichtet.

CU … vielleicht

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Also, abgesehen davon, dass das nicht stimmt, was du schreibst, weil man in den meisten Gerichtsverfahren ja das Risiko trägt, Gerichtskosten und sogar die Auslagen der gegnerischen Partei tragen zu müsssen…

Es gibt natürlich Ausnahmen Z.B. die erste Instanz vor dem Verwaltungsgericht. Wenn dem aber nicht so wäre, hätte das nur eine einzige Konsequenz:

Wer finanziell schwach ist, bekommt weniger Recht.

So einfach. Du magst hier ja scheinbar Bagatellfälle schildern, aber was ist mit anderen Fällen? Fällen, in denen es beispielsweise einen guten Grund gibt zu klagen? Vielleicht gegen eine Behörde? (Von wegen Obrigkeitshörigkeit…, ich würde, wenn es angebracht wäre, auch gegen den Staat klagen).

Wie kann man nur diese, verzeih!, Arroganz besitzen und diese Kurzsichtigkeit und faktisch fordern, Klagen den Wohlhabenden vorzubehalten…???

Levay

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