Der einfache weg?

hallo

nehmen wir an person A glaubt an die wiedergeburt und person B ist atheist

A sagt, das er mit seinem unzufriedennem leben abschliessen will, indem er keine nahrung mehr zu sich nimmt.

B möchte das nachvollziehen.

A weiss das B auch unzufrieden ist mit seinem leben.

A redet mit B und kann ihn von seiner meinung überzeugen, das B ebenso an wiedergeburt glaubt.

das führt dazu, das B das gleiche vorhaben sich als ziel gesetzt hat als A

nun nehmen wir mal an, A glaubt daran das er als engel oben erscheinen wird. es wäre das gleiche resultat.

was ist davon zu halten?

Hallo u
A würde gewissenlos handeln.
Gruß,
Branden

doofes leben

was ist davon zu halten?

ok, das ist eine meinungsfrage.

ich würde sowohl A als auch B die lebenshilfe-ratgeber wegnehmen und
eine reise in die minenfelder cambodias oder die aids-hochburgen
afrikas vorschlagen.

manchmal hilft die konfrontation mit der wirklichkeit, um für sich
den begriff „leben“ neu zu definieren und obskure glaubensmodelle zu
relativieren.

zum „engel“ können sich die beteiligten jederzeit verflüchtigen,
allerdings ist die lösung eher schlicht.

und: durch „überreden“ zu einem glauben zu gelangen, erscheint mir
fragwürdig.
es gehören doch „erlebnisse“ dazu, die natürlich in keinster weise
konditioniert sind?

soweit, so schwammig. vielleicht kannst du noch etwas konkreter
werden?

gruß,
e.c.

Hallo,
B wär ein Mitläufer.
A wäre in seinem nächsten Leben wieder genauso unzufrieden :wink:
und B,… naja
LG Patricia

A würde gewissenlos handeln.

nö, branden,

A glaubt ja. das bedeutet, absolute gewißheit.
B hat eigenverantwortung und kann entscheiden.

warum beide sich nun aufgeben wollen, wäre interessant.
mal sehen.

gruß,
e.c.

Hallo,

was ich davon halte? Na zuerst einmal, daß es am Ende dann nicht einen lebensmüden Idioten gibt sondern zwei.

Und ich denke mal, daß dann beide gar nichts begriffen haben. Denn der Gedanke der Wiedergeburt sagt ja nichts darüber aus, als was man wiedergeboren wird und ob man dann wirklich zufriedener ist mit seinem Leben.
Schließlich gibt es eigentlich nur wenige Chancen, echt zu einem materiell besseren Leben zu kommen. Wir haben ein recht hohes Lebenserwartung, eine recht gute gesundheitliche Betreuung, ein Sozialsystem, das zumindest verhindert, daß man hungern und frieren muß oder obdachlos ist. Wann gab es all das schon mal in der menschlichen Geschichte? Selbst die Ritter des Mittelalters sind durch zugige Räume in ihren im Winter sehr kalten Burgen gewandelt, vom harten Leben auf Feldzügen und der Gefahr, im Kampg getötet zu werden oder auch nur an einer billigen Verletzung zu sterben, mal abgesehen.
Wenn einer mit dem Leben heute nicht zufrieden ist - womit dann? Will er in Erdhütten hausen oder mit 30 am Rheuma sterben? Ist das echt besser?

Gernot Geyer

was ist davon zu halten?

Dein Beispiel hat keine Substanz. Es beruht auf einer logischen Formulierung, die man vielleicht für faule und gesunde Äpfel hernehmen könnte, aber nicht für die Wiedergeburt :smile:

rolf

hallo

nehmen wir an person A glaubt an die wiedergeburt und person B
ist atheist

A sagt, das er mit seinem unzufriedennem leben abschliessen
will, indem er keine nahrung mehr zu sich nimmt.

B möchte das nachvollziehen.

A weiss das B auch unzufrieden ist mit seinem leben.

A redet mit B und kann ihn von seiner meinung überzeugen, das
B ebenso an wiedergeburt glaubt.

genau hier ist der denkfehler! b müsste erst vom glauben überzeugt werden, und anschliessend noch an den schwachsinn der wiedergeburt (da glauben ja selbst die meisten gläubigen nicht dran). aber dafür muss er ganz derb unter drogen gesetzt worden sein.

das führt dazu, das B das gleiche vorhaben sich als ziel
gesetzt hat als A

nun nehmen wir mal an, A glaubt daran das er als engel oben
erscheinen wird. es wäre das gleiche resultat.

was ist davon zu halten?

relativ wenig. es gibt weltlichere und realistischere möglichkeiten sein leben zu gestalten als wegzulaufen bzw. nen schlussstrich zu ziehen. es gibt IMMER eine lösung. aber selbst wenn jemand für sich entscheidet aus dem leben zu treten (a) ist es unverantwortlich eine weitere person (b) mitzureissen - zumal diese „nur“ ein unglücklicher realist ist - während die andere die einschläge eh nicht mehr merkt. mfg wgn

Durch Aufgeben hat noch nie einer gewonnen :smile:

hallo

nehmen wir an person A glaubt an die wiedergeburt und person B
ist atheist

A sagt, das er mit seinem unzufriedennem leben abschliessen
will, indem er keine nahrung mehr zu sich nimmt.

B möchte das nachvollziehen.

A weiss das B auch unzufrieden ist mit seinem leben.

A redet mit B und kann ihn von seiner meinung überzeugen, das
B ebenso an wiedergeburt glaubt.

das führt dazu, das B das gleiche vorhaben sich als ziel
gesetzt hat als A

nun nehmen wir mal an, A glaubt daran das er als engel oben
erscheinen wird. es wäre das gleiche resultat.

Wer glaubt, einfach aufzugeben würde
dazu führen, ein besseres Leben zu
erhalten, ist blöd.

Selbstmord und Mord sind beides echt
böse Sünden bei uns Christen, und jede
Religion, die das Gegenteil behauptet
ist menschenverachtend und im Grunde
auf Ausbeutung der armen „Mitglieder“
angelegt.

Ansonsten empfehle ich zu diese Thema
http://www.selbstmordforum.de

Gruss, Marco

Hi,

Jeder hat Eigenverantwortung, stimmt.
Aber darüber hinaus haben wir trotzdem noch Verantwortung für andere.

Angel

Hallo

Also, wenn A wirklich an Wiedergeburt glauben würde, dann wäre das keine reale Situation, denn diese Theorie besagt ja, dass man auch z.B. als Kakerlake wiedergeboren werden kann, wenn man so etwas wie Selbstmord begeht. Also nicht unbedingt eine Verbesserung.

Ähnlich sieht es aus, wenn A an Gott glauben würde. Bei dem ist Selbstmord um des eigenen Vorteils willen nicht gut angesehen und dann würde eine unangenehme Gerichtsverhandlung folgen. Also lieber nicht versuchen.

Realistischer ist folgendes Szenario:

A ist mit seinem Leben unzufrieden. A hat Depressionen und weiss nicht mehr weiter. Weil er aber weiss, dass es einen Gott gibt, wendet er sich ihm zu und beklagt sich bitterlich.

Gott antwortet A nun, macht ihm Mut und schickt ihm einen guten Therapeuten als Hilfe. Dadurch gewinnt A wieder Freude am Leben, er überwindet seine Depressionen und kann wieder etwas leisten.

Unter anderem wendet er sich B zu und hilft ihm wiederum, seine Lebensunlust zu überwinden.

Gruß
Thomas

was ist davon zu halten?

wenn du davon weißt und den selbstmord zuläßt, wirst du u.u. straffällig. ob ja oder nein ist strittig. das internet ist voll mit beispielfällen.

hilfst du nach erfolgtem selbstmordversuch immer noch nicht, wirst du definitiv straffällig (unterlassene hilfeleistung).

gruß
dataf0x

Moin,

Der Sinn von Religion ist IMHO unter anderem, dem Menschen ein Konzept für den Tod und was danach vermeintlich passiert an die Hand zu geben. Dieses soll zum einen dazu dienen, dem Menschen etwas von der Angst vor dem Tod zu nehmen, ihn zum anderen über den Verlust von geliebten Menschen hinweg zu trösten, indem er sie „woanders“ gut aufgeoben weiß. Somit beinhaltet fast jede Religion einen Aspekt des „zum Besseren“ in diesem Konzept (Paradies, im Himmel als Engel sitzen, günstige Wiedergeburt etc.).

Damit die Gläubigen nun aber nicht scharenweise diese Welt freiwillig verlassen, wenn es hier mal übel wird, haben die Religionen jede Menge Hürden errichtet, um dieses „Bessere“ für den Gläubigen überhaupt erst erreichbar zu machen. Dem „Besseren“ wird ein Gegenpol an die Seite gestellt, das „Schlechtere“, also zum Beispiel die Hölle. Wer die Hürden der Religion nicht erfolgreich meistert, landet dann im „Schlechteren“. Bei Manchen Religionen ist Selbstmord sogar soweit sanktioniert, dass derjenige, der sich selbst tötet, automatisch im Schlechteren landet.

Ähnliche Konzepte gibt es auch bei Religionen, die eine Wiedergeburt einer Entität „Ich“ lehren (ich möchte hinzufügen, dass dies z.B. beim Buddhismus ausdrücklich nicht der Fall ist).

Die Art und Weise des derzeitigen Lebens eines Menschen bestimmt somit, wie es nach dem Tod mit ihm weitergeht. Mit ist jedoch keine Religion bekannt, die lehrt, dass eine Wiedergeburt so eine Art „Neues Spiel, neues Glück“ darstellt, wo der Mensch sozusagen nochmal bei „Null“ anfangen darf.

Der von dir geschilderte Fall legt jedoch den Verdacht nahe, dass der dortige Glaube an „Wiedergeburt“ eher ein privates Konzept darstellt, dass von keiner der großen Religionen gestützt wird. Hier scheint jemand ganz persönliche Vorstellungen davon zu haben, wie es nach dem Tod vermeintlich „Besser“ weitergehen soll.

Ich würde empfehlen, mit diesem Menschen über dieses „Besser“ zu reden. Wie genau stellt er sich dieses „Besser“ vor ? Was soll in diesem „neuen“ Leben anders sein als im jetzigen etc.

Der nächste Schritt wäre dann, zu versuchen dem Menschen klarzumachen, dass er tatsächlich nur in diesem Leben die reale Chance hat, sein Leben hin zur entsprechenden Vorstellung zu veraendern. Dieses Leben ist somit die einzige sichere Chance, die der Mensch hat. Alles andere ist nur Spekulation und kann leicht nach hinten losgehen.

Gruss
Marion

Hallo Gernot,

was ich davon halte? Na zuerst einmal, daß es am Ende dann
nicht einen lebensmüden Idioten gibt sondern zwei.

Lebensmüdigkeit=Idiotie?

Und ich denke mal, daß dann beide gar nichts begriffen haben.

Immerhin hat B A „begriffen“!

Denn der Gedanke der Wiedergeburt sagt ja nichts darüber aus,
als was man wiedergeboren wird und ob man dann wirklich
zufriedener ist mit seinem Leben.

„Wiedergeburt“ (zumindest so wie sie vom Ausgangsposter dargestellt wurde) wäre doch zumindest eine neue Chance für A, die Chance neu anzufangen, die Würfel ein erneutes Mal zu werfen …

Allgemein bietet der Selbstmord die Chance aus dem bestehenden „Würfelspiel“ aussteigen zu können: neu geboren zu werden, in einer „besseren Welt“ zu sein oder eben -für die Atheisten mit Freud gesprochen- ein Zurück ins Anorganische, ein Ende eines als leidvoll empfundenen Lebens.

Kann man hier wirklich die Gleichsetzung Lebensmüdigkeit=Idiotie aufrecht erhalten?

Schließlich gibt es eigentlich nur wenige Chancen, echt zu
einem materiell besseren Leben zu kommen.

"materiell"!

Man muss bestimmt kein „Idealist“ sein, um fragen zu können: was besagt dies?

Ist eine Gleichsetzung zulässig: materieller Wohlstand=gutes Leben?

wer darauf mit Ja antworten möchte, der wird auf der Suche nach guten Argumenten dafür lange beschäftigt sein.

Wir haben ein recht
hohes Lebenserwartung, eine recht gute gesundheitliche
Betreuung, ein Sozialsystem, das zumindest verhindert, daß man
hungern und frieren muß oder obdachlos ist. Wann gab es all
das schon mal in der menschlichen Geschichte?

Zweifellos ist dies eine Erfolgsgeschichte (natürlich nur, wenn man davon absieht, dass dies auch alles seinen Preis hat), aber:

kann man solche historische Fortschritte, also die Fortschritte, die im Laufe mehrerer Menschenleben und im Zuge von Zusammenwirken vieler Menschenleben erzielt worden sind, als aussagekräftig betrachten, wenn man sich ein einzelnes Menschenleben anschaut?

Es mag sein (wobei ich mir dabei nicht einmal sicher bin), dass sich der achso weltflüchtende Mensch des Jammertal-Barocks, würde er im 20. Jahrhundert landen, plötzlich im guten Leben finden würde;

was aber mit uns Menschen, die wir ins 20. Jahrhundert geboren sind, welchen Vergleich könnten wir finden?
ab nach Kambodscha?
oh sancta simplicitas!

Was also besagt Dein Hinweis auf unseren hohen materiellen Lebensstandard?

Dass wir doch zufrieden sein sollen, dass wir dafür uns als dankbar erweisen müssen, da wir doch so mit reichen Gaben gesegnet seien,…?

Was könnte dem A ein solcher Dankbarkeit fordernder erhobener Zeigefinger bringen?

Wenn einer mit dem Leben heute nicht zufrieden ist - womit
dann?

Mit einem glücklichen Leben vielleicht!

Will er in Erdhütten hausen oder mit 30 am Rheuma
sterben? Ist das echt besser?

Gegenfrage: Ist das echt schlechter?, denn als eine ironische, ihre Antwort bereits implizierende Frage, kann ich diese gewiss nicht akzeptieren.

Die große Frage wäre doch: Was ist mit einer „inneren“ Wirklichkeit, einer „eigentlichen“, psychisch-wirksamen Wirklichkeit, einer Wirklichkeit des Einzelnen, die seiner Außenwelt, der materiellen Welt (Lebensstandard, statistische Lebenserwartung, Erdhütte und Rheuma) gegenüber eine relative Autonomie besitzt, die sich nicht viel darum schert, ob sie in der Hütte oder im Palast sich in Selbstzweifeln und ähnlichen Dingen wälzt?

Darf man eine solche Wirklichkeit, in der ein Trip nach Cambodia nicht viel wirkt, so einfach übersehen?

Viele Grüße
franz

Moin Marion,

Ich würde empfehlen, mit diesem Menschen über dieses „Besser“
zu reden. Wie genau stellt er sich dieses „Besser“ vor ? Was
soll in diesem „neuen“ Leben anders sein als im jetzigen etc.

diese Frage beschäftigt mich auch immer, wenn ich diesen Text im Radio höre:
"Wann i wieder zur Welt komm,
mach i alles ganz anders,
denn i kenn meine Fehler von heut.
Wann i wieder zur Welt komm,
wird alles gelingen,
ihr werd’t es schon alle noch seh’n.
I mach sicher alles besser –
irgendwann im nächsten Leb’n.
"
http://www.golyr.de/peter-cornelius/songtext-irgendw…

Scheint eine merkwürdige Vorstellung über den Begriff Wiedergeburt zu geben.

Gruss Harald

Hallo franz,

ich lehne für mich den Gedanken an Selbstmord ab. einfach, weil ich ja nicht weiß, was danach kommt und überhaupt etwas kommt. Auf jeden Fall beendet ein Selbstmord erst einmal das Leben und das ist erst einmal eine einmalige Sache.
ES ist dabei ja nicht gesagt, daß ich immer zufrieden und glücklich bin. Aber so lange ich lebe, habe ich wenbigstens die Chance es irgendwann mal zu sein. Von dem, was danach kommt, kann ich das nicht sicher sagen.
Insofern halte ich es nicht für ein Zeichen von Intellegenz, wenn jemand sein Leben wegwerfen will (mal abgesehen von unheilbar Kranken, die leiden müssen, aber um die geht es in diesem Beispiel ja wohl nicht). Weil es ja auch ein Verzicht ist, das Leben aktiv mitzugestalten.

Klar ist Glück nicht unbedingt gleichzusetzen mit Wohlstand. Das ist wohl richtig. Und sicher waren die Menschen auch früher auf ihre Weise zufrieden und glücklich.
Ich habe aber die erfahrung gemacht, daß Glück und Zufriedenheit auch immer etwas mit mir selbst zu tun hat, mit meiner einstellung zum Leben und davon, was ich vom Leben erwarte. Es ist immer auch die Frage, ob ich unter den Rahmenbedingungen zufrieden leben kann, unter denen ich mich befinde.
Und da denke ich schon, daß jemanden, dem die Bedingungen udn Chancen heute nicht für ein zufriedenes Leben reichen, die Bedingungen im 17. Jahrhindert zum Beispiel schon gar nicht reichen werden.
Wer (mal krass gesagt) heute nach einem Zweitwagen schielt und auf den NAchbarn neidisch ist und auf seinen Chef sowieso - der wird das auch in jeder anderen Zeit sein.

Unser Lben ist doch letztlich immer, was wir selber daraus machen. Und ich denke, es greift einfach zu kurz, da zu sagen, ich ein freilos und irgendwann nochmal neu anfangen.

Gernot Geyer

Hallo Marion.

Der Sinn von Religion ist IMHO unter anderem, dem Menschen ein
Konzept für den Tod und was danach vermeintlich passiert an
die Hand zu geben.

Was mich wieder dazu führt, dass ich wohl keine Religion habe, bzw. das Judentum keine Religion ist, denn hier ist nichts so offen und unklar, wie das was nach dem Tod kommen mag. Gleichzeitig interessiert dieses aber eben auch die meisten Frommen hier überhaupt nicht.

indem er sie „woanders“ gut aufgeoben weiß.

Bei uns wird eigentlich das Leben dieser Menschen hervorgehoben und bewusst gemacht und nicht das, was jetzt spekulativ sein könnte.

Somit
beinhaltet fast jede Religion einen Aspekt des „zum Besseren“
in diesem Konzept (Paradies, im Himmel als Engel sitzen,
günstige Wiedergeburt etc.).

Nu, kann ich hierfür auch dieses Leben nennen? Sonst wäre es nämlich schwer…

[…] Bei Manchen Religionen ist Selbstmord sogar
soweit sanktioniert, dass derjenige, der sich selbst tötet,
automatisch im Schlechteren landet.

Das Vebot des Selbstmords wird im Judentum eigentlich aus dem Verbot seinen Körper zu schädigen abgeleitet. Der Körper ist ein Geschenk von G’tt und gehört ihm auch, weswegen uns dessen Verstümmelung oder Ermordung verboten ist. Eine besondere Schwerpunktsetzung auf einen Selbstmord kenne ich so eigentlich nicht.

Die Art und Weise des derzeitigen Lebens eines Menschen
bestimmt somit, wie es nach dem Tod mit ihm weitergeht. Mit
ist jedoch keine Religion bekannt, die lehrt, dass eine
Wiedergeburt so eine Art „Neues Spiel, neues Glück“ darstellt,
wo der Mensch sozusagen nochmal bei „Null“ anfangen darf.

Mh, soweit ich mich erinnere, gibt es diese Vorstellung im Judentum schon. Wie aber oben schon erwähnt, sind die Vorstellung im Judentum hier recht komplex und ungenau (letzteres liegt vielleicht daran, dass ich es nicht verstanden habe :wink:, aber hier gibt es mit auch die Vorstellung der Wiedergeburt und wenn ich nicht ganz daneben liege, hat Rabbi Nachman sich einmal entsprechend dazu geäussert.

Scholem,
Eli

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Moin Eli,

bzw. das Judentum keine Religion ist, denn hier ist nichts so
offen und unklar, wie das was nach dem Tod kommen mag.

Aber dass irgenwas nach dem Tod kommt, davon geht das Judentum schon aus ? Oder gibt es auch die Option, dass mit dem Tod alles endgültig aus und vorbei ist ?

Gleichzeitig interessiert dieses aber eben auch die meisten
Frommen hier überhaupt nicht.

Auch nicht, was nach dem Tod mit den körperlichen Überresten passiert?
Ich weiß ja nun so gut wie nichts übers Judentum, aber was ist mit der Schattenwelt (Sheol) und dem Verbot der Einäscherung ?

Somit
beinhaltet fast jede Religion einen Aspekt des „zum Besseren“
in diesem Konzept (Paradies, im Himmel als Engel sitzen,
günstige Wiedergeburt etc.).

Nu, kann ich hierfür auch dieses Leben nennen? Sonst wäre es
nämlich schwer…

Naja, das Thema lautete ja, was die Religionen für ein Konzept nach dem Tod anbieten, da kann man dieses Leben dann eher nicht nehmen :smile:

Das Vebot des Selbstmords wird im Judentum eigentlich aus dem
Verbot seinen Körper zu schädigen abgeleitet. Der Körper ist
ein Geschenk von G’tt und gehört ihm auch, weswegen uns dessen
Verstümmelung oder Ermordung verboten ist.

O.k., aber wenn aus Sicht des Judentum nach dem Tod eh nichts mehr kommt, dann kann es einem Selbstmörder doch wurscht sein, dieses Verbot zu übertreten, denn wie soll er für diesen Übertritt bestraft werden ? Er ist ja anschließend tot.

aber hier gibt es mit auch die
Vorstellung der Wiedergeburt und wenn ich nicht ganz daneben
liege, hat Rabbi Nachman sich einmal entsprechend dazu
geäussert.

Hast du da eine Textquelle für mich oder weißt du, wie alt diese Vorstellungen sind und woher sie stammen ?

Gruß
Marion

Totenwelten
Hi Marion,

Der Sinn von Religion ist IMHO unter anderem, dem Menschen ein
Konzept für den Tod und was danach vermeintlich passiert an
die Hand zu geben.

Das hört sich so an, als seien „die Religionen“ und „die Menschen“ etwas Verschiedenes. Die weitaus meisten religiösen Erscheinungen haben sich innerhalb der Völker über Jahrhunderte und Jahrtausende entwickelt: Wer sollte da wem und aus welchem Grund etwas an die Hand (ge)geben (haben)?

Daß es dabei im Wesentlichen um ein „Konzept für den Tod“ geht, läßt sich kaum bestätigen. Was aber sicherlich dazugehört, sind Formen des rituellen Umgangs mit den Körpern der Gestorbenen … m.a.W. „Totenkult“. Das heißt aber noch lange nicht, daß konkrete Vorstellungen über die Existenzweise der Toten bestanden haben müssen.

Dieses soll zum einen dazu dienen, dem Menschen etwas von der Angst vor dem Tod zu nehmen, ihn zum anderen über den Verlust von geliebten Menschen hinweg zu trösten, indem er sie „woanders“ gut aufgeoben weiß.

Durch was soll denn eine eventuell bestehende Angst vor dem Tod genommen werden? Und ist z.B. die Vorstellung des griechischen Hades von einer lichtlosen kalten Welt ein Trost für den Verlust eines geliebten Menschen?

Und wie sollte das denn vor sich gegangen sein: „Laßt uns mal eine Vorstellung zurechtbasteln, was mit den Toten so vor sich geht, damit wir unter dem Verlust unserer Geliebten nicht mehr so leiden …“?

Somit
beinhaltet fast jede Religion einen Aspekt des „zum Besseren“
in diesem Konzept (Paradies, im Himmel als Engel sitzen,
günstige Wiedergeburt etc.).

Das läßt sich nicht generalisieren. Die „Paradiese“ der altindischen Religionen sind gar keine Reiche der Toten, das Reich Gottes (d.h. Ahura Mazda) des Zarathustra ist ebensowenig ein Reich der Toten wie der Garten Edän der Thora. Und der Hades, der Tartaros, Niflhem, Scheol und andere „Unterwelten“ sind allzumal keine trostreichen Aufenthaltsorte … Natürlich gibt es solche auch gelegentlich, bei sog. Naturvölkern ebenso wie im späteren Christentum und im Islam. Aber das ist keineswegs verallgemeinerbar auf alle Religionen.

Darüberhinaus („als Engel im Himmel sitzen“ ist gar keine religiöse Vorstellung, denn Dämonen sind überall, wo es solche überhaupt gibt, ganz andere Wesen als tote Menschen) sind Wiedergeburt, Reinkarnation, Auferstehung (anástasis) und Konzepte der Existenzweise von Toten derartig unterschiedliche Begriffe: Da ist kaum etwas Allgemeines, Gemeinsames zu finden …

Damit die Gläubigen nun aber nicht scharenweise diese Welt
freiwillig verlassen, wenn es hier mal übel wird, haben die
Religionen jede Menge Hürden errichtet …

Wieder dasselbe: „die Gläubigen“ einerseits und „die Religionen“ andererseits??? Ganz abgesehen davon (siehe oben), daß „glückliche“ Existenzformen der Toten relativ selten zu religiösen Konzepten gehören …

Gruß

Metapher

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Hallo Marion.

Aber dass irgenwas nach dem Tod kommt, davon geht das
Judentum schon aus ? Oder gibt es auch die Option, dass mit
dem Tod alles endgültig aus und vorbei ist ?

Es trennt sich die Seele vom Körper und der Körper zerfällt dann. Mehr kann man eigentlich nicht als allgemein anerkannt annehmen. Was mit der Seele passiert ist völlig offen. So gibt es eben auch die Option, dass dann alles vorbei ist. Insgesamt würde ich diese Offenheit aber nicht als Konzept beschreiben, welches diese Frage klärt.

Auch nicht, was nach dem Tod mit den körperlichen Überresten
passiert?

Das hat zwei Gründe, die aber nichts mit dem zu tun haben, was nach dem Tod kommt.

Ich weiß ja nun so gut wie nichts übers Judentum, aber was ist
mit der Schattenwelt (Sheol)

Schattenwelt?

und dem Verbot der Einäscherung?

Auch dieses hat wieder mehrere Gründe, wobei ich - vielleicht mehr Fehler hier - die Auferstehung der Toten, nicht als Konzept nach dem Tod ansehe. Auch hier ist nämich mehr als unklar, wie dieses in Beziehung zu uns und unserem jetzigen Leben genau steht. Hierzu ein Beispiel, welches dieses verdeutlich: In diesem Leben kann es - G’tt behüte - passieren, dass meien Frau stirbt und ich wieder heirate. Bin ich dann in der kommenden Welt mit beiden oder mit welche Frau verheiratet? Bin ich dann überhaupt nocht verheiratet?

Naja, das Thema lautete ja, was die Religionen für ein Konzept
nach dem Tod anbieten, da kann man dieses Leben dann eher
nicht nehmen :smile:

Gut, das Judentum richtet sich in dieser Frage aber an diesem Leben aus.

O.k., aber wenn aus Sicht des Judentum nach dem Tod eh nichts
mehr kommt, dann kann es einem Selbstmörder doch wurscht sein,
dieses Verbot zu übertreten, denn wie soll er für diesen
Übertritt bestraft werden ? Er ist ja anschließend tot.

Nur weil es keine Kontinuität gibt, bedeutet dieses ja wiederum nicht, dass es keine Wirkung hat. So ist die Idee etwas nicht zu tun, weil man dafür bestraft wird, dem Judentum eigentlich auch wieder fremd. Von der Idee tut man etwas nicht, weil G’tt das so will. Wer sich hier G’tt nicht unterordnet, den wird auch eine Strafe nicht davon abhalten. Wie auch, wenn er nicht daran glaubt?

Hast du da eine Textquelle für mich oder weißt du, wie alt
diese Vorstellungen sind und woher sie stammen ?

Die Vorstellung von der Wiedergeburt findet sich schon im Tanach und im Talmud. Somit ist es unklar, wie alt diese Vorstellung ist. Und von mir erhälst du hier halt nur die Antwort, dass die Idee seit Anbeginn bestand :wink:

Kol tuw,
Eli