Moin,
Der Fehler:
ist der Fehler nur das Ergebnis einer falschen Handlung oder ist die Handlung selbst ein Fehler? Was ist, wenn eine Handlung bewusst entgegen einer Regel erfolgt, ist das dann auch ein Fehler?
Vielleicht kennt jemand Quellen, die sich mit der Frage „Fehler, falsches Verhalten, regelwidriges Verhalten“, etc. befasst.
thx
moe.
Moin,
Der Fehler:
ist der Fehler nur das Ergebnis einer falschen Handlung oder
ist die Handlung selbst ein Fehler? Was ist, wenn eine
Handlung bewusst entgegen einer Regel erfolgt, ist das dann
auch ein Fehler?
Die Handlung selber kann natürlich kein Fehler sein - sonst bräuchte man ja nur nichts tun um keinen zu begehen. (Das war jetzt kein ganz ernst gemeinter Kommentar). Auch eine bewusst regelwirdige Handlung ist nur aus der Sicht der ‚beleidigten‘ Regel ein „Fehler“, aus einer übergeordneten Perspektive hingegen nicht unbedingt. Z.B. dann nicht, wenn die „Regel“ selbst (oder das Gesetz", welches das Handeln ‚regulieren‘ sollte) aus dieser ‚höheren‘ Sicht als Fehler bzw. Verstoß gegen ein umfassenderes Prinzip erkannt wird. Das ist der Fall bei dem Tabu der mythischen (Selbst)Erkenntnisbaum-Berührung, das so gut wie allen nachantiken philosophisch-abendländischen Betrachtungen zum „Irrtums“-Phänomen zugrunde liegt: Dieses Verbot ist zwar das Fundament der moralischen Gesetze („10 Gebote“; Grundlage auch der staatlichen „Verfassungen“), es stellt aber einen eklatanten Verstoß gegen die Naturgesetze dar. Ansonsten findest Du in dem Buch „Der Staat“ (von Platon) eine gute Betrachtung zum fehlerhaften Handeln und den Konsequenzen, die ein psychisch gesunder Mensch daraus zieht. Und natürlich bei Freud, z.b. in „Psychopathologie“ des Alltags, wo es allerdings schwerpunktmäßig um die Erörterung einer unbewussten Motivation der sog. „Fehlleistungen“ geht.
Hallo,
Auszug aus „Dorsch. Psychologisches Wörterbuch“:
Fehler=nicht erwünschte Bestandteile oder Folgen von psychischen Prozessen (z.B. Denkfehler) und von Handlungen (z.B. Daneben-Greifen), die das Erreichen expliziter oder impliziter Ziele verhindern.Fehlerforschung ist nach ersten systematischen Ansätzen (z.B. Weimer 1922) lange Zeit vernachlässigt worden…
… Ein bedeutsames Untersuchungsfeld in der Arbeits-und Organisationspsychologie (Wehner 1992)sowie auf dem Gebiet der Mensch-Computer-Interaktion (Frese & Zapf 1992) ist die Erfoschung menschlicher Fehler bei der Bewältigung von Arbeitsaufgaben. Als F. werden Ereignisse bezeichnet, in denen eine geplante Abfolge mentaler oder physischer Aktivitäten nicht zu dem intendierten Ergebnis führen, und dies nicht dem Einfluss einer dritten, Einfluss nehmenden Größe zugeschrieben werden kann (Reason 1990). Es wird davon ausgegangen, dass Fehler nur bei zielorientiertem Verhalten auftreten, potenziell vermeidbar sind und das Nichterreichen eines Handlungsziels ider Teilziels beinhalten. Als an der Fehlerentstehung beteiligte Bestandteile menschlicher Informationsverarbeitung werden insbesondere Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Denken genannt."