Antwort an alle Zweifler
jetzt, wo ich drueber nachgedacht habe…muss ich gestehen, so
ganz ok ist das aber nicht.
verschwinden = verschwindbar
wegkommen = wegkommbar
entkommen = entkommbar
fliehen = fliehbar
entfliehen = entfliehbar
entrinnen = entrinnbar
Da hast du aber leider nicht fertig bzw. ziemlich falsch gedacht. Es gibt eine Minimal voraussetzung für die Adjektivbildung mit dem Suffix -bar, nämlich, dass das Verb das Passiv bilden kann. Das trifft schon mal auf deine beiden ersten Verben nicht zu. Die sind intransitiv und scheiden deshalb aus.
Darüberhinaus gibt es eine ganze Reihe von Adjektiven auf -bar, die nur mit dem Negationspräfix un- vorkommen, dazu gehört beispielweise „unentrinnbar“. Also ist dein letztes Beispiel in deiner seltsamen Aufzählung auch falsch.
Die Verben entkommen, fliehen und entfliehen haben zwar eine ähnliche Bedeutung wie entrinnen, sie werden aber kaum jemals passivisch gebraucht und gehören deshalb auch nicht zu denen, die ein Adjektiv auf -bar bilden können.
Das Suffix -bar gehört mit zu den „produktivsten“ der deutschen Sprache. Wir haben heutzutage eine große Zahl von Adjektiven, die erst vor relativ kurzer Zeit gebildet wurden (ein paar Beispiele: erneuerbar, anklickbar, digitalisierbar…). Endungen mit ähnlicher Funktion sind übrigens -lich, -abel, -ibel. Im Englischen gibt es die Entsprechung -able. Allerdings haben diese Endungen nicht immer eine passivische Bedeutung!
Was nun, und ich wiederhole mich, „unentrinnbar“ betrifft, so bleibe ich bei meiner ersten Antwort. Dieses Adjektiv existiert, es wird häufig auch adverbial gebraucht, aber es sagt genau das aus, was ich schon schrieb:
unentrinnbar ist etwas dann, wenn man ihm nicht entrinnen kann. Und selbstverständlich existiert auch das Nomen „Unentrinnbarkeit“.
Da mir ja nicht geglaubt wird, habe ich mir die Mühe gemacht, die Seite aus dem Duden Großwörterbuch einzuscannen, auf der meine „Behauptung“ bestätigt wird:
http://www.webwelten.de/unentrinnbar.PDF
Noch etwas zur generellen und offenbar gern geäußerten Kritik an Journalisten:
„Die ZEIT“ ist ja nun nicht gerade berüchtigt dafür, Artikel in schlechtem Deutsch zu veröffentlichen. Ganz im Gegenteil. Hier in diesem speziellen Fall finde ich es übrigens ganz besonders gelungen, wie virtuos und treffend der Autor einen Begriff benutzt, der oft im Zusammenhang mit „Schicksal“ zu lesen ist. Er skizziert damit ein Bild, wie es anschaulicher nicht sein konnte. Ich wäre froh, würde mir das Schreiben so leicht von der Hand gehen.
Und noch eine Anmerkung, die Alexanders „Google-Beschimpfung“ betrifft:
Wie kann man nur so hochnäsig alles abtun, was man durch Google finden kann? Manchmal ist es schon hilfreich für die eigene Horizonterweiterung, den einen oder anderen Link, den Google liefert, anzuklicken und nicht nur die Anzahl der Treffer zu lesen. Da hätte man u.a. z.B. eine Magisterarbeit finden können, die sich mit Adjektiven mit der Endung -bar befasst…
Google alleine kann natürlich niemals ein Garant dafür sein, ob etwas wahr oder falsch ist. Aber man kann mit Hilfe von Google (oder meinetwegen auch mit jeder anderen Suchmaschine) sehr interessante Veröffentlichungen finden.
Grüße
Uschi