Hallo 
Auch in unserer Verwandtschaft gibt es ein deutlich verhaltensgestörtes Kind.
Klar dass die leidgeprüften Eltern eine Entschuldigung/Freibrief suchen – die Schuld/Ursache irgendwoanders, als bei sich selbst zu finden ist bequemer und, dem Himmel sei Dank (ironisch), inzwischen scheinbar auch gesellschaftlich akzeptiert.
Wie günstig, dass es seit ein paar wenigen Jahren eine neue Modeerkrankung gibt, deren „nebulöse“ Erscheinungsform so gut wie auf jede Verhaltensstörung passt = ADS (auch AHDS und andere Bezeichnungen, das Internet ist voll davon).
Ein Kind entspricht nicht dem üblichen Verhaltensmuster = ADS
Eltern kommen mit ihrer Verantwortung nicht klar = Kind hat ADS
Kommunikationsprobleme Allgemein und im Besonderen = ADS
Unzureichende Erziehungsziele = ADS
usw usw.
Leute, ich will die Existenz einer solchen Erkrankung nicht unbedingt und gänzlich in Abrede stellen aber was da so läuft passt auf keine Kuhhaut mehr. Es ist meiner Aufmerksamkeit nicht entgangen, dass diese neue Krankheit aus den USA importiert wurde. Ich stelle mal, leicht abschweifend, kühn die Behauptung auf, dass nicht alles was so aus USA kommt von Segen ist.
Aber:
Kinder/Heranwachsende brauchen Ziele.
Kinder/Heranwachsende brauchen Grenzen.
Kinder/Heranwachsende brauchen Orientierungspunkte.
Kinder/Heranwachsende brauchen Vorbilder.
Wenn aber den Kindern/Heranwachsenden von den dafür Zuständigen/Verantwortlichen keine Ziele gesetzt werden – dann braucht sich niemand zu wundern, dass sich eben genau diese Kinder/Heranwachsenden „ziellos“ zeigen.
Wenn aber den Kindern/Heranwachsenden von den dafür Zuständigen/Verantwortlichen keine Grenzen gesetzt werden – dann braucht sich niemand zu wundern, dass sich eben genau diese Kinder/Heranwachsenden „grenzenlos“ zeigen.
Wenn aber den Kindern/Heranwachsenden von den dafür Zuständigen/Verantwortlichen keine Orientierungspunkte gesetzt werden – dann braucht sich niemand zu wundern, dass sich eben genau diese Kinder/Heranwachsenden „orientierungslos“ zeigen.
Wenn aber den Kindern/Heranwachsenden von den dafür Zuständigen/Verantwortlichen keine Vorbilder gesetzt werden – dann braucht sich niemand zu wundern, dass sich eben genau diese Kinder/Heranwachsenden „vorbildlos“ zeigen.
Zuständigkeiten/Verantwortlichkeiten:
Es liegt in der Verantwortung der Eltern, den Kindern/Heranwachsenden Ziele zu setzen!
Es liegt in der Verantwortung der Eltern, den Kindern/Heranwachsenden Grenzen zu setzen!
Es liegt in der Verantwortung der Eltern, den Kindern/Heranwachsenden Orientierungspunkte zu setzen!
Es liegt in der Verantwortung der Eltern, den Kindern/Heranwachsenden Vorbilder zu geben!
Nicht die Kindern/Heranwachsenden sind therapiebedürftig – die Eltern sind es!
Nicht die Kinder und Heranwachsenden.
Nicht die Lehrer.
Nicht die Gesellschaft als Ganzes.
Die Eltern und nur die Eltern!
Steinigt mich, aber so sehe ich das und wenn immer das Gesprächsthema darauf kommt (und dies ist zunehmend der Fall – ich schliesse daraus, dass nicht alle blind sind) bekunde ich unverhohlen meine Meinung dazu. Erschreckenderweise erfahre ich Zustimmung auf breiter Linie – noch erschreckender, dass auch die betroffenen Eltern zustimmen – unter gleichzeitiger Anführung des Argumentes: „…Ja, aber das ist so anstrengend…“ (mir bricht das Herz).
Wir, d.h. meine Frau und ich – und zwar zusammen und bewusst – haben auch Kinder grossgezogen und auch wir haben die verschiedensten Phasen durchgemacht. Aber nie kam es uns in den Sinn aufzugeben oder gar auch nur einen Deut zurück zu stecken. Klar wissen wir nur zu gut, wie unsagbar anstrengend und mühsam die bewusste und verantwortungsvolle „Aufzucht“ der Kleinen sein kann.
Es hat sich gelohnt und (so ganz nebenbei, für uns stellt sich die Frage nach dem Sinn des Lebens nicht – es sind die Kinder!) wir sind stolz auf unsere Kinder. Und nun haben wir nochmal Zeit für uns 
Auf interessante Beiträge freut sich
Anonym
PS: Ich hoffe, dieses, zugegeben, etwas provokante, Posting ist Einigen hilfreich.
