Der grosse Käse (Brandbrief)

Hallo :smile:

Auch in unserer Verwandtschaft gibt es ein deutlich verhaltensgestörtes Kind.

Klar dass die leidgeprüften Eltern eine Entschuldigung/Freibrief suchen – die Schuld/Ursache irgendwoanders, als bei sich selbst zu finden ist bequemer und, dem Himmel sei Dank (ironisch), inzwischen scheinbar auch gesellschaftlich akzeptiert.

Wie günstig, dass es seit ein paar wenigen Jahren eine neue Modeerkrankung gibt, deren „nebulöse“ Erscheinungsform so gut wie auf jede Verhaltensstörung passt = ADS (auch AHDS und andere Bezeichnungen, das Internet ist voll davon).

Ein Kind entspricht nicht dem üblichen Verhaltensmuster = ADS
Eltern kommen mit ihrer Verantwortung nicht klar = Kind hat ADS
Kommunikationsprobleme Allgemein und im Besonderen = ADS
Unzureichende Erziehungsziele = ADS
usw usw.

Leute, ich will die Existenz einer solchen Erkrankung nicht unbedingt und gänzlich in Abrede stellen aber was da so läuft passt auf keine Kuhhaut mehr. Es ist meiner Aufmerksamkeit nicht entgangen, dass diese neue Krankheit aus den USA importiert wurde. Ich stelle mal, leicht abschweifend, kühn die Behauptung auf, dass nicht alles was so aus USA kommt von Segen ist.

Aber:
Kinder/Heranwachsende brauchen Ziele.
Kinder/Heranwachsende brauchen Grenzen.
Kinder/Heranwachsende brauchen Orientierungspunkte.
Kinder/Heranwachsende brauchen Vorbilder.

Wenn aber den Kindern/Heranwachsenden von den dafür Zuständigen/Verantwortlichen keine Ziele gesetzt werden – dann braucht sich niemand zu wundern, dass sich eben genau diese Kinder/Heranwachsenden „ziellos“ zeigen.

Wenn aber den Kindern/Heranwachsenden von den dafür Zuständigen/Verantwortlichen keine Grenzen gesetzt werden – dann braucht sich niemand zu wundern, dass sich eben genau diese Kinder/Heranwachsenden „grenzenlos“ zeigen.

Wenn aber den Kindern/Heranwachsenden von den dafür Zuständigen/Verantwortlichen keine Orientierungspunkte gesetzt werden – dann braucht sich niemand zu wundern, dass sich eben genau diese Kinder/Heranwachsenden „orientierungslos“ zeigen.

Wenn aber den Kindern/Heranwachsenden von den dafür Zuständigen/Verantwortlichen keine Vorbilder gesetzt werden – dann braucht sich niemand zu wundern, dass sich eben genau diese Kinder/Heranwachsenden „vorbildlos“ zeigen.

Zuständigkeiten/Verantwortlichkeiten:
Es liegt in der Verantwortung der Eltern, den Kindern/Heranwachsenden Ziele zu setzen!
Es liegt in der Verantwortung der Eltern, den Kindern/Heranwachsenden Grenzen zu setzen!
Es liegt in der Verantwortung der Eltern, den Kindern/Heranwachsenden Orientierungspunkte zu setzen!
Es liegt in der Verantwortung der Eltern, den Kindern/Heranwachsenden Vorbilder zu geben!

Nicht die Kindern/Heranwachsenden sind therapiebedürftig – die Eltern sind es!
Nicht die Kinder und Heranwachsenden.
Nicht die Lehrer.
Nicht die Gesellschaft als Ganzes.
Die Eltern und nur die Eltern!

Steinigt mich, aber so sehe ich das und wenn immer das Gesprächsthema darauf kommt (und dies ist zunehmend der Fall – ich schliesse daraus, dass nicht alle blind sind) bekunde ich unverhohlen meine Meinung dazu. Erschreckenderweise erfahre ich Zustimmung auf breiter Linie – noch erschreckender, dass auch die betroffenen Eltern zustimmen – unter gleichzeitiger Anführung des Argumentes: „…Ja, aber das ist so anstrengend…“ (mir bricht das Herz).

Wir, d.h. meine Frau und ich – und zwar zusammen und bewusst – haben auch Kinder grossgezogen und auch wir haben die verschiedensten Phasen durchgemacht. Aber nie kam es uns in den Sinn aufzugeben oder gar auch nur einen Deut zurück zu stecken. Klar wissen wir nur zu gut, wie unsagbar anstrengend und mühsam die bewusste und verantwortungsvolle „Aufzucht“ der Kleinen sein kann.
Es hat sich gelohnt und (so ganz nebenbei, für uns stellt sich die Frage nach dem Sinn des Lebens nicht – es sind die Kinder!) wir sind stolz auf unsere Kinder. Und nun haben wir nochmal Zeit für uns :smile:

Auf interessante Beiträge freut sich
Anonym

PS: Ich hoffe, dieses, zugegeben, etwas provokante, Posting ist Einigen hilfreich.

Hallo Ray,

wahrscheinlich ist das das letzte Mal, das
ich zu dem Thema ADS in diesem Forum was schreibe,
weil man sich immer wieder gegen den gleichen
Kaese (dein Wort) wehren muss, aber weil du’s bist …

Bei unserem Sohn wurde mit knapp 12 Jahren ADS
diagnostiziert. Er hat die Form ADS ohne hyperkinetische
Symptome.

Nach der Diagnose setzte uns der Arzt (Psychiater) hin
und erklaerte die Moeglichkeiten der Behandlung. Grob
einzuteilen in ‚Medikamente‘ und ‚Verhaltenstherapie‘.
Erstmal waren wir total gegen Medikamente. Also, die
andere Version. Dann zaehlte er auf, was es da alles
gibt und siehe da, in der einen oder anderen Form machten
wir das alles schon! Weil wir eben nicht an eine
Krankheit oder Fehlfunktion dachten, sondern uns als
Eltern gefordert fuehlten. Meinem Sohn ging es damals
bestimmt besser, als wenn wir das alles nicht gemacht
haetten, aber das heisst nicht, dass er nicht trotzdem
Schwierigkeiten hatte (weshalb wir ja beim Arzt gelandet
sind).

Und jetzt sagst du mir, mein Kind hat nicht ADS, sondern
ich habe vergessen ihm Ziele zu geben, mich mit ihm
zu beschaeftigen.
Komisch auch, dass ich wohl nur ein Kind total ausgeblendet
haben muss, denn der andere Sohn hat es nicht.

Ja, es wird mit der vorschnellen Diagnose von ADS und ADHS
Schindluder getrieben.
Nein, nicht alle ADSler und ADHSler sind einfach nur
schlecht oder nicht erzogen oder kranken an unzureichenden
Eltern.

Ich finde es ist eine Unverschaemtheit, jemandem eine
Krankheit abzusprechen, nur weil das schoen in die eigene
diagnostizierte Theorie der Gesellschaftsmalaise passt.

Alles, was du schreibst, was Kinder brauchen, ist sicher
richtig. Aber das hilft Betroffenen absolut ueberhaupt
nicht und macht nur wuetend.

Gruesse
Elke

ja
Hallo Elke,

Bei unserem Sohn wurde mit knapp 12 Jahren ADS
diagnostiziert. Er hat die Form ADS ohne hyperkinetische
Symptome.

Nach der Diagnose setzte uns der Arzt (Psychiater) hin
und erklaerte die Moeglichkeiten der Behandlung. Grob
einzuteilen in ‚Medikamente‘ und ‚Verhaltenstherapie‘.
Erstmal waren wir total gegen Medikamente. Also, die
andere Version. Dann zaehlte er auf, was es da alles
gibt und siehe da, in der einen oder anderen Form machten
wir das alles schon! Weil wir eben nicht an eine
Krankheit oder Fehlfunktion dachten, sondern uns als
Eltern gefordert fuehlten.

Das spricht für Euch als Eltern.
Aber genau dies scheint heute nicht mehr „in“ zu sein - die bewusste Auseinandersetzung mit diesem Problem.

Meinem Sohn ging es damals
bestimmt besser, als wenn wir das alles nicht gemacht
haetten, aber das heisst nicht, dass er nicht trotzdem
Schwierigkeiten hatte (weshalb wir ja beim Arzt gelandet
sind).

Genau so sollte es auch laufen.
Aber so läuft es eben nicht zuverlässig.
Ich stand unter dem Eindruck dies ausreichend vermittelt zu haben.

Und jetzt sagst du mir, mein Kind hat nicht ADS, sondern
ich habe vergessen ihm Ziele zu geben, mich mit ihm
zu beschaeftigen.

Aber nicht doch, Elke. Natürlich kannst Du Dir diesen Schuh anziehen.
Das kannst Du nur selbst beantworten - sofern Du das willst.
Andererseits gehe ich sehr wohl davon aus, dass Du mich genau richtig verstanden hast und mein sicherlich provokantes Posting zielte ja auch nicht auf Dich persönlich ab (übersieh dies doch bitte nicht - trotz Deines „personal involvement“).

Komisch auch, dass ich wohl nur ein Kind total ausgeblendet
haben muss, denn der andere Sohn hat es nicht.

Nix mit komisch. Das ist eine total ernste Angelegenheit.

Ja, es wird mit der vorschnellen Diagnose von ADS und ADHS
Schindluder getrieben.

Genau dies ist der Kern meines Postings.

Nein, nicht alle ADSler und ADHSler sind einfach nur
schlecht oder nicht erzogen oder kranken an unzureichenden
Eltern.

Habe ich dies behauptet, Elke?

Ich finde es ist eine Unverschaemtheit, jemandem eine
Krankheit abzusprechen, nur weil das schoen in die eigene
diagnostizierte Theorie der Gesellschaftsmalaise passt.

Ok, Elke, wenn Du das so interpretieren willst…
Selbstverständlich kannst Du in meinen Text hineininterpretieren was und wie Du es möchtest - die daraus folgenden Fragen brauche ich Dir nicht zu stellen.

Alles, was du schreibst, was Kinder brauchen, ist sicher
richtig.

Danke

Aber das hilft Betroffenen absolut ueberhaupt nicht

Kommt drauf an. Dazu wäre ein, für die Betroffenen sicherlich schmerzlicher, Prozess erforderlich - sofern diese es zu erkennen vermögen und wollen und die erforderlichen Schlussfolgerungen daraus ziehen

und macht nur wuetend.

schon klar und deshalb nannte ich es auch „Brandbrief“

Ich empfinde Deinen Deitrag als hilfreich - hilfreich in einer Auseinandersetzung mit diesem „Tabuthema“.
Tabuthema in Bezug auf das alzu voreilige „Abschieben“ von Verhaltungsstörungen auf eine Krankheit (deren tatsächliche Existenz ich ja auch ausdrücklich nicht in Abrede stellte). Eine Krankheit deren nebulöse Erscheinungsform(en) sich dafür ja auch geradezu anbietet.
Anbietet für die „bequemen“ Verweigerer.
Verweigerer an der Verantwortung ihren Kindern gegenüber.

Freundliche Grüsse
Anonym

Hallo, Elke,
ich denke nicht, dass Ray bezweifelt, dass es ADS gibt.

Aber auch ich wehre mich dagegen, dass eine Krankheit oder ein Syndrom als Entschuldigung für elterliches Versagen herhalten soll. Damit tut man den wirklich Betroffenen Unrecht und mogelt sich vielfach aus der Verantwortung.

Wie schön einfach ist es doch, einem Kind, das nach Liebe und Beachtung, nach Zuwendung und Aufmerksamkeit schreit, das Label ADS aufzupappen. Dann noch schnell ein paar Pillen einwerfen, eine betroffene Leidensmine aufzusetzen und sich des Mitleids der Bekannten und Verwandten sicher zu sein, ohne wirklich sein eigenes Verhalten kritisch hinterfragen oder - Gott verhüte - es gar ändern zu müssen.

Wie gesagt, ich zweifle nicht daran, dass es dieses Syndrom gibt. Und ich zweifle überhaupt nicht daran, dass die betroffenen Kinder und ihr Umfeld darunter leidet. Wogegen ich aber - wie Ray - argumentiere, ist die vorschnelle Laiendiagnose und die leichtfertige Ettiketierung.

ADS ist ein ernstes Krankheitsbild, keine Entschuldigung für Mängel in der Hinwendung zu den eigenen Kindern.

Und leider ist es eben oft so, dass Kinder, denen es an Zuwendung und Liebe fehlt ein Verhalten zeigen, das dem von ADS zum Verwechseln ähnlich sieht. Bei allem, was vielen Eltern heutzutage ebenso wichtig, wenn nicht wichtiger ist als die Hinwendung zu ihren Kindern, kann man die Verhaltensauffälligkeiten vieler Kinder wohl kaum einem epidemieartigen Auftreten von ADS zuschreiben.

Gruß
Eckard

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@Eckard und Ray
Hallo ihr zwei,
ich mach das mal in einem Aufwasch, weil’s eh’
zusammengehoert:

Eckard meinte, dass Ray nicht die Existenz von
ADS an sich in Frage stellen wuerde.
Dann haette er aber das:

Leute, ich will die Existenz einer solchen Erkrankung nicht
unbedingt und gänzlich in Abrede stellen aber was da so läuft
passt auf keine Kuhhaut mehr.

vorsichtiger formulieren wollen.
Zusammen mit der Tatsache, dass er genau ueber einer
Mutter postet, die anscheinend an ihre Belastbarkeitsgrenzen
kommt (niemand gibt sein Kind aus Jux und Dollerei wegen
ein paar Problemchen in die Psychiatrie), kann man das
ohne grosses „Hineininterpretieren“ als ein ‚in Frage
stellen‘ verstehen.

Klar dass die leidgeprüften Eltern eine
Entschuldigung/Freibrief suchen – die Schuld/Ursache
irgendwoanders, als bei sich selbst zu finden ist bequemer
und, dem Himmel sei Dank (ironisch), inzwischen scheinbar auch
gesellschaftlich akzeptiert.

DAS - die gesellschaftliche Akzeptanz - halte ich fuer
ein Geruecht. Geht mal ins Archiv und guckt euch an.
Wenn Nicht-direkt-Betroffene zu dem Thema posten, dann ist
das fast alle negativ. Rays These - Modekrankheit, die
Eltern machen es sich zu einfach - ist ja nicht neu noch
besonders originell. Als Mutter darf man sich das fast
taeglich anhoeren. Oder versucht mal dem normalen
Feld-Wald-und-Wiesenlehrer etwas davon zu erzaehlen -
viele haben (erstaunlich, aber wahr, wie ich dieses Jahr
feststellen musste, als ich nach Schulen in D fuer meine
Jungs suchte) davon noch sehr wenig gehoert, sind nicht
informiert ,aber wenn einer eine Meinung zu dem Thema hat,
dann dass es eine Modekrankheit ist und dass Kinder mit
Medikamenten ruhig gestellt werden (was angesichts eines
nicht-hyperaktiven ADS-Kindes purer Hohn ist).

Wie günstig, dass es seit ein paar wenigen Jahren eine neue
Modeerkrankung gibt, deren „nebulöse“ Erscheinungsform so gut
wie auf jede Verhaltensstörung passt = ADS (auch AHDS und
andere Bezeichnungen, das Internet ist voll davon).

ADS (AHDS ist eine Variation von ADS) gibt es nicht seit ein
paar Jahren. Abgesehen davon, dass es die Krankheit selbst
schon immer gegeben hat (obwohl es Gruende gibt, auf die
ich hier nicht eingehen will, warum es heutzutage mehr
Kinder mit ADS gibt/zu geben scheint), ist ADS in den USA
seit über 50 Jahren bekannt (auch bei Nicht-Medizinern).

Ein Kind entspricht nicht dem üblichen Verhaltensmuster = ADS

Eltern kommen mit ihrer Verantwortung nicht klar = Kind hat
ADS
Kommunikationsprobleme Allgemein und im Besonderen = ADS
Unzureichende Erziehungsziele = ADS
usw usw.

Diese Behauptung laesst voellig ausser Acht, dass es
serioese (zeitintensive) Diagnosemoeglichkeiten fuer ADS
existieren und angewendet werden.

Es ist meiner Aufmerksamkeit
nicht entgangen, dass diese neue Krankheit aus den USA
importiert wurde. Ich stelle mal, leicht abschweifend, kühn
die Behauptung auf, dass nicht alles was so aus USA kommt von
Segen ist.

Das ist Polemik.

Aber:
Kinder/Heranwachsende brauchen Ziele.
Kinder/Heranwachsende brauchen Grenzen.
Kinder/Heranwachsende brauchen Orientierungspunkte.
Kinder/Heranwachsende brauchen Vorbilder.

Wenn aber den Kindern/Heranwachsenden von den dafür
Zuständigen/Verantwortlichen keine Ziele gesetzt werden – dann
braucht sich niemand zu wundern, dass sich eben genau diese
Kinder/Heranwachsenden „ziellos“ zeigen.

Ja und? Was hat das mit ADS zu tun? „ziellos“ ist keine
Beschreibung, die ich bei ADS-lern fuer zutreffend halte.

Wenn aber den Kindern/Heranwachsenden von den dafür
Zuständigen/Verantwortlichen keine Grenzen gesetzt werden –
dann braucht sich niemand zu wundern, dass sich eben genau
diese Kinder/Heranwachsenden „grenzenlos“ zeigen.

Auch das ist eigentlich kein Ausdruck, der auf
ADS-Symptome passt. Allerdings moegen Aussenstehende
das oefter so sehen.

Wenn aber den Kindern/Heranwachsenden von den dafür
Zuständigen/Verantwortlichen keine Orientierungspunkte gesetzt
werden – dann braucht sich niemand zu wundern, dass sich eben
genau diese Kinder/Heranwachsenden „orientierungslos“ zeigen.
Wenn aber den Kindern/Heranwachsenden von den dafür
Zuständigen/Verantwortlichen keine Vorbilder gesetzt werden –
dann braucht sich niemand zu wundern, dass sich eben genau
diese Kinder/Heranwachsenden „vorbildlos“ zeigen.

Hier wird es eben fuer Betroffene langsam beleidigend.
Die meisten Eltern mit ADS-Kindern, die ich kenne,
vernachlaessigen weder die Orientierung noch sind sie
schlechte Vorbilder.

Nicht die Kindern/Heranwachsenden sind therapiebedürftig – die
Eltern sind es!
Nicht die Kinder und Heranwachsenden.
Nicht die Lehrer.
Nicht die Gesellschaft als Ganzes.
Die Eltern und nur die Eltern!

Und hier ist es mit Sicherheit beleidigend.

Was Ray hier gemacht hat, ist, von einem Beispiel
aus seiner Verwandtschaft, das er naehere kennt (wieviele
andere ADS-Kinder kennst du naeher?), auf alle geschlossen
und Allgemeinplaetze formuliert.

Und wie gesagt, es ist eigentlich nur den betroffenen Eltern
bzw. den betroffenen erwachsenen ADSlerns gegenueber provokativ,
alle anderen werden sich naemlich zufrieden zurueck-
lehnen und sagen: Genauso sehen wir das auch.

ADS war noch nie als wirkliche Krankheit von der Oeffentlich-
keit akzeptiert. Wobei ich zugebe, dass unserioese Bericht-
erstattung (vor allem in sogenannten „Frauenzeitschriften“ und
im Seicht-TV) sowie unfundierte Diagnosen von Nicht-Fachleuten,
es nicht leichter machen, diese Akzeptanz zu erreichen.

Gruesse
Elke

Hallo ihr zwei,
ich mach das mal in einem Aufwasch, weil’s eh’
zusammengehoert:

voll o.k.

Eckard meinte, dass Ray nicht die Existenz von
ADS an sich in Frage stellen wuerde.
Dann haette er aber das:

Leute, ich will die Existenz einer solchen Erkrankung nicht
unbedingt und gänzlich in Abrede stellen aber was da so läuft
passt auf keine Kuhhaut mehr.

vorsichtiger formulieren wollen.

Nun, Diplomatie war noch nie meine Stärke. Ich erkenne Deinen Punkt.

Zusammen mit der Tatsache, dass er genau ueber einer
Mutter postet, die anscheinend an ihre Belastbarkeitsgrenzen
kommt (niemand gibt sein Kind aus Jux und Dollerei wegen
ein paar Problemchen in die Psychiatrie), kann man das
ohne grosses „Hineininterpretieren“ als ein ‚in Frage
stellen‘ verstehen.

Nein! Das war und ist tatsächlich Zufall. Es ist, das solltest Du, Elke, auch wenn Du jetzt vielleicht (aus welch „berechtigten“ Gründen auch immer) „überreagierst“, wissen. Du solltest wissen, dass es nicht unbedingt an uns liegt ein Posting an einer ganz bestimmten Stelle erscheinen zu lassen. Solch ein Posting schreibt man in irgendeinem Textprogramm vor, liesst es durch, korrigierte es, verbessert oder „verschlimmbessert“ es und kopiert es dann in „Neuer Beitrag“. Da sieht man nicht unbedingt, wer, wo und was (bitte jetzt nicht wieder „off topic“ polemisieren) sonst noch so gepostet wurde. Eine derartige Postingchoreographie gibt es nicht - oder wäre zumindest nur sehr schieig herstellbar. Berücksichtge dies bitte, Elke.

DAS - die gesellschaftliche Akzeptanz - halte ich fuer
ein Geruecht. Geht mal ins Archiv und guckt euch an.

Habe ich getan.

Wenn Nicht-direkt-Betroffene zu dem Thema posten, dann ist
das fast alle negativ.

Sehe ich so nicht.

Rays These - Modekrankheit, die Eltern machen es sich zu einfach - ist ja nicht neu noch besonders originell.

Liebe Elke, ich nehme weder in Anspruch etwas „Neues“, noch etwas „Originelles“ zu posten. Ich vermag dieses, Dein Statement jetzt, nicht nachzuvollziehen.

Als Mutter darf man sich das fast taeglich anhoeren. Oder versucht :mal dem normalen
Feld-Wald-und-Wiesenlehrer etwas davon zu erzaehlen -
viele haben (erstaunlich, aber wahr, wie ich dieses Jahr
feststellen musste, als ich nach Schulen in D fuer meine
Jungs suchte) davon noch sehr wenig gehoert, sind nicht
informiert

Entsetzlich

ADS (AHDS ist eine Variation von ADS) gibt es nicht seit ein
paar Jahren.

Ich weiss, wie schon geschrieben - ich habe mir zuerst das Archiv angesehen und dann im Internet gelesen.

Abgesehen davon, dass es die Krankheit selbst
schon immer gegeben hat (obwohl es Gruende gibt, auf die
ich hier nicht eingehen will, warum es heutzutage mehr
Kinder mit ADS gibt/zu geben scheint), ist ADS in den USA
seit über 50 Jahren bekannt (auch bei
Nicht-Medizinern).

Dies scheint mir einer der Knackpunkte zu sein. Möglicherweise gibt es diese Krankheit schon länger (ich kenne diese Texte im Internet auch). Ich schreibe „möglicherweise“ und nehme dies keineswegs als gegeben und wahr hin. Ich hege den Verdacht, dass es eine „Zivilisationskrankheit“ ist.

Ein Kind entspricht nicht dem üblichen Verhaltensmuster = ADS

Eltern kommen mit ihrer Verantwortung nicht klar = Kind hat
ADS
Kommunikationsprobleme Allgemein und im Besonderen = ADS
Unzureichende Erziehungsziele = ADS
usw usw.

Diese Behauptung laesst voellig ausser Acht, dass es
serioese (zeitintensive) Diagnosemoeglichkeiten fuer ADS
existieren und angewendet werden.

Nein, Elke, lässt es nicht. Das interpretierst Du nur hinein.

Es ist meiner Aufmerksamkeit
nicht entgangen, dass diese neue Krankheit aus den USA
importiert wurde. Ich stelle mal, leicht abschweifend, kühn
die Behauptung auf, dass nicht alles was so aus USA kommt von
Segen ist.

Das ist Polemik.

Ja. Und ich fügte deshalb einen „erläuternden/begleitenden“ Text hinzu. Sieh hin.

Aber:
Kinder/Heranwachsende brauchen Ziele.
Kinder/Heranwachsende brauchen Grenzen.
Kinder/Heranwachsende brauchen Orientierungspunkte.
Kinder/Heranwachsende brauchen Vorbilder.

Wenn aber den Kindern/Heranwachsenden von den dafür
Zuständigen/Verantwortlichen keine Ziele gesetzt werden – dann
braucht sich niemand zu wundern, dass sich eben genau diese
Kinder/Heranwachsenden „ziellos“ zeigen.

Ja und? Was hat das mit ADS zu tun?

Komm, Elke, ich glaube Du versteigst Dich nun ein bischen.
So verlieren wir das Thema (auch Deine folgenden Kommentare miteinbeziehend). Das müssen wir uns doch nicht geben.

„ziellos“ ist keine
Beschreibung, die ich bei ADS-lern fuer zutreffend halte.
Auch das ist eigentlich kein Ausdruck, der auf
ADS-Symptome passt. Allerdings moegen Aussenstehende
das oefter so sehen.

Elke, ich habe mit meinem Posting eine ganz bestimmte Aussage in den Raum gestellt und wie aus meinem Text ersichtlich bin ich, anders als Du, genau dieser Aussenstehende. Weshalb, Elke, meinst Du denn habe ich diesen Beitrag gepostet? Nur um irgendwas loszuwerden? Wahrscheinlich nicht. Möglicherweise will ich etwas erfahren. Möglicherweise habe ich einen bestimmten Stil und bestimmte Aussagen bewusst gewählt.

Hier wird es eben fuer Betroffene langsam beleidigend.

Elke, das ist Unsinn. Wie ich bereits schrieb, wenn Du unbedingt willst oder meinetwegen auch „musst“, dann kannst Du Dir diesen Schuh ja anziehen. Du kannst - Du musst nicht. Du kannst mir helfen - Du musst nicht. Verstehst Du mich?

Die meisten Eltern mit ADS-Kindern, die ich kenne,
vernachlaessigen weder die Orientierung noch sind sie
schlechte Vorbilder.

Genau dies stellt sich aber für mich, der ich ja nur diesen einen Fall direkt miterlebe, gänzlich anders dar und es ist mir eine Hilfe zu lesen, dass es eben nicht der „Standard-Fall“ ist.

Was Ray hier gemacht hat, ist, von einem Beispiel
aus seiner Verwandtschaft, das er naehere kennt (wieviele
andere ADS-Kinder kennst du naeher?), auf alle geschlossen
und Allgemeinplaetze formuliert.

Ja, das erkennst Du völlig richtig.
Ich kenne eben nur einen Fall (beantwortet vielleicht Deine diesbzügliche Frage).

Und wie gesagt, es ist eigentlich nur den betroffenen Eltern
bzw. den betroffenen erwachsenen ADSlerns gegenueber
provokativ,
alle anderen werden sich naemlich zufrieden zurueck-
lehnen und sagen: Genauso sehen wir das auch.

Und genau weil es so ist - kam mein Posting, denn von diesen „Abnickern“ oder den in diesem speziellen Fall (sofern es denn einer ist) betroffenen Eltern kommt nichts sinnvolles rüber.

ADS war noch nie als wirkliche Krankheit von der Oeffentlich-
keit akzeptiert. Wobei ich zugebe, dass unserioese Bericht-
erstattung (vor allem in sogenannten „Frauenzeitschriften“ und
im Seicht-TV) sowie unfundierte Diagnosen von
Nicht-Fachleuten,
es nicht leichter machen, diese Akzeptanz zu erreichen.

Es ist kaum möglich aus dem Internetangebot die „seriösen“ von den unseriösen herauszulesen.

Aber dafür gibt es wer-weiss-was

Aber obwohl Deine Postings sehr emotional geladen sind und Du mit dem ersten Stein wirfst (betr.: Polemik) danke ich Dir für Deine Beiträge.

Freundliche Grüsse
Anonym

@ Eckard
Hallo :smile:

ich denke nicht, dass Ray bezweifelt, dass es ADS gibt.

Genau, ich meinte dies auch formuliert zu haben. Ich bzweifele keineswegs, dass es diese Krankheit gibt.

Aber auch ich wehre mich dagegen, dass eine Krankheit oder ein
Syndrom als Entschuldigung für elterliches Versagen herhalten
soll. Damit tut man den wirklich Betroffenen Unrecht und
mogelt sich vielfach aus der Verantwortung.

Volltreffer!

Wie schön einfach ist es doch, einem Kind, das nach Liebe und
Beachtung, nach Zuwendung und Aufmerksamkeit schreit, das
Label ADS aufzupappen. Dann noch schnell ein paar Pillen
einwerfen, eine betroffene Leidensmine aufzusetzen und sich
des Mitleids der Bekannten und Verwandten sicher zu sein, ohne
wirklich sein eigenes Verhalten kritisch hinterfragen oder -
Gott verhüte - es gar ändern zu müssen.

Genau dies ist der Knackpunkt.

Wie gesagt, ich zweifle nicht daran, dass es dieses Syndrom
gibt. Und ich zweifle überhaupt nicht daran, dass die
betroffenen Kinder und ihr Umfeld darunter leidet. Wogegen ich
aber - wie Ray - argumentiere, ist die vorschnelle
Laiendiagnose und die leichtfertige Ettiketierung.

Ja. Unglücklicherweise scheint es aber auch genügend Mediziner zu geben (ich will hier niemanden verunglimpfen!) welche dann die „vorgestellte“ Diagnose bestätigen (aus welchen Beweggründen auch immer - ich vermute schlichtweg so eine Art „Überlastung“).

ADS ist ein ernstes Krankheitsbild, keine Entschuldigung für
Mängel in der Hinwendung zu den eigenen Kindern.

Hat niemand behauptet.

Und leider ist es eben oft so, dass Kinder, denen es an
Zuwendung und Liebe fehlt ein Verhalten zeigen, das dem von
ADS zum Verwechseln ähnlich sieht. Bei allem, was vielen
Eltern heutzutage ebenso wichtig, wenn nicht wichtiger ist als
die Hinwendung zu ihren Kindern, kann man die
Verhaltensauffälligkeiten vieler Kinder wohl kaum einem
epidemieartigen Auftreten von ADS zuschreiben.

Tja, Eckard, da bleibt mir nur, Dir einen Bewertungspunkt zu geben :wink:

Aber ich bin wirklich wissbegierig ob da aus der Runde noch etwas kommt (war ja nun etwas unglücklich, dass sich Elke so auf den "Schlips getreten gefühlt hat), etwas, was mir - und auf verschlungenen Umwegen auch den in diesem speziellen Fall betroffenen Eltern/Familie - helfen könnte.

Freundliche Grüsse
Anonym

So ist es, Ray, und nicht anders. Ich hätte es nicht besser ausdrücken können.
Als ob RITALIN die Persönlichkeitsentwicklung therapieren würde! Wenn man es dann nach Jahr und Tag absetzt, hat man sich die ganze Zeit nicht mit der wirklichen Probelamtik auseinandergesetzt und steht wie die Kuh vor dem neuen Tor. Nur die RITALIN-Praxen haben guten Umsatz gemacht.
Gruß, Branden

@Ray
Hallo, du einer!

Nun, Diplomatie war noch nie meine Stärke.

Okay, da stimme ich dir zu :wink:

Eine derartige Postingchoreographie gibt es nicht -
oder wäre zumindest nur sehr schieig herstellbar.
Berücksichtge dies bitte, Elke.

Ich glaub dir das mal, Ray, ‚weil du’s bist‘ –
aber es ist schon ein ziemlicher Zufall, gibst du
sicher auch zu, dass du just nach Tanya gepostet hast.
Das sieht schon so aus, als ob du von ihrem Posting
(und von dem … ehh naja, dem halt, ich will nicht
beleidigend werden, der drauf ein so hilfreiches wie
mitfuehlendes Posting draufgesetzt hat, so wie man
es von ihm -leider- gewohnt ist) angetrieben wurdest,
aber weil deine Gedanken allgemeiner sind, hast du
halt mal einen neuen Thread angefangen.

Liebe Elke, ich nehme weder in Anspruch etwas „Neues“, noch
etwas „Originelles“ zu posten. Ich vermag dieses, Dein
Statement jetzt, nicht nachzuvollziehen.

Nun du formulierst so, als ob du erwartest, mit
deiner Meinung zur Minderheit zu gehoeren. Meine Erfahrungen
besagen aber, dass das keineswegs der Fall ist.
Der Vorwurf, dass ADS Modekrankheit sei, kommt doch
in schoener Regelmaessigkeit immer wieder.

Dies scheint mir einer der Knackpunkte zu sein. Möglicherweise
gibt es diese Krankheit schon länger (ich kenne diese Texte im
Internet auch). Ich schreibe „möglicherweise“ und nehme dies
keineswegs als gegeben und wahr hin. Ich hege den Verdacht,
dass es eine „Zivilisationskrankheit“ ist.

Das kaeme drauf an, wie du „Zivilisation“ definierst.
Wenn du mal zu Dr. Hoffmann gehst, dann findest du in seinem
‚Struwwelpeter‘ z.B. den Hans-Guck-in-die-Luft (ein typischer
Traeumer) und den Zappelphilipp. Diese Typen gab es offensichtlich
schon damals. Ausserdem deutet einiges daraufhin, dass ADS
(oder die Veranlagung dafuer) vererbbar ist. Ich nehme an,
dass ADSler in frueheren Jahrhunderten nicht alt wurden,
bzw. in irgendwelchen Nischen landeten, wo sie mehr schlecht
als recht lebten.

Was die Polemik betrifft, habe ich mich auf deine
USA-Begruendung bezogen. USA-bashing ist derzeit modern.

Elke, ich habe mit meinem Posting eine ganz bestimmte Aussage
in den Raum gestellt und wie aus meinem Text ersichtlich bin
ich, anders als Du, genau dieser Aussenstehende. Weshalb,
Elke, meinst Du denn habe ich diesen Beitrag gepostet? Nur um
irgendwas loszuwerden?

Den Eindruck hatte man allerdings. Du hast nirgends eine
wirkliche Frage gestellt, lediglich deine Beobachtungen
eines Kindes beschrieben, und davon allgemeine Schlussfolgerungen
gezogen.

Möglicherweise
will ich etwas erfahren. Möglicherweise habe ich einen
bestimmten Stil und bestimmte Aussagen bewusst gewählt.

Nun, dann hast du bewusst Betroffene vor den Kopf geschlagen.
Es ist ja eben (wie oben erwaehnt) nicht so, dass uns
als Eltern sowas noch nie gesagt wurde. Wir hoeren es
ja staendig. Das hat nichts mit „Schuh anziehen“ zu tun,
sondern damit, dass wenn man immer wieder etwas vorgeworfen
bekommt, man vielleicht nicht die Ruhe behaelt, die
das Thema verdient.

Genau dies stellt sich aber für mich, der ich ja nur diesen
einen Fall direkt miterlebe, gänzlich anders dar und es ist
mir eine Hilfe zu lesen, dass es eben nicht der
„Standard-Fall“ ist.

Das freut mich. Aber diese Info haettest du einfacher
und schneller haben koennen.

Es ist kaum möglich aus dem Internetangebot die „seriösen“ von
den unseriösen herauszulesen.

Damit hast du nun ganz sicher Recht.

Aber dafür gibt es wer-weiss-was

Nein, nicht wirklich (s.o.)

Aber obwohl Deine Postings sehr emotional geladen sind und Du
mit dem ersten Stein wirfst (betr.: Polemik

hab ich erklaert und da stehe ich zu und geschmissen hab
ich nichts
) danke ich Dir für

Deine Beiträge.
Freundliche Grüße

Gleichfalls
Elke

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die schlimme Befürchtung
Hallo Torsten,

ich habe genau dies befürchtet.

Ich hoffte mich in meinem „Brandbrief“ klar formuliert zu haben und habe tatsächlich bereits auf Dein Statement gewartet.
Dein Antwortposting aus berufenem Munde hilft zwar nicht wirklich, bestätigt mich in meiner Einschätzung aber unglücklicherweise.

Aber was ist zu tun?
Ich kann die Leute ja leider nicht zwingen sich um ihren Nachwuchs zu kümmern. Ich habe mir schon den Mund fusselig geredet - ich weiss nicht was es ist, entweder sie wollen nicht begreifen oder können nicht begreifen. Ich befürchte Letzteres, denn es zeigen sich auch andere, nun sagen wir mal „Indikatoren“ für eine allumfassende Verwahrlosung (ich weiss, ich weiss und höre schon wieder alle schreien) und obwohl - oder gerade weil - der Vater, anlässlich eines zielgerichteten Gesprächs (Erziehung, Zielsetzung, Grenezen aufzeigen, etc.) vorgab: „…ich will, dass meine Kinder mich in positiver Erinnerung behalten…“ und erzieherische Massnahmen (das klingt jetzt übel, ist es aber nicht, ist nur die Formulierung) kathegorisch ablehnt. „…Die Natur wird`s schon richten…“, kommt auch gerne.

Dennoch sind sie von einem Arzt zum Nächsten (die Schule setzte sie bereits diesbzüglich unter „massiven Druck“ - sofern man dies so bezeichnen will) und die haben doch tatsächlich einen Arzt gefunden der genau die „vorgestellte“ Diagnose bestätigte. Also gab es Pillen (erinnert mich immer irgendwie unheimlich an „mothers little helper“ - Rolling Stones). Aber, es wird Dich nicht überraschen - diese „Pillentherapie“ wurde von der betroffenen Familie bereits wieder abgebrochen (klar, weil sie genau wissen (unbewusst???) ), dass dies die falsche Therapie ist.
Und nun geht alles seinen Gang (wohin? keine Frage = in die soziale Verelendung - im Sturzflug Richtung Boden). Das ist der wahre Horror - nicht diese komischen Filme und Computerspielchen.

Ich bin ratlos - und das will bei mir was heissen.
Ich würde sogerne helfend eingreifen.

Freundliche Grüsse
Anonym

Hi Ray.

Ich kenne weder ADS, noch AHDS und weiss auch nicht, was er/sie/es ist.

Was Du ansonsten in bester Satire beschreibst, ist m. E. eines unserer großen gesellschaftliche Probleme: die allgemeine Volksverdummung.

Was PISA und andere Untersuchungen belegen, ist m. E. nicht nur das Versagen des deutschen Schulsystems, sondern ein Armutszeugnis für Eltern und die ganze Gesellschaft darum herum.

Trotz (oder wegen?) umfangreichster Informationen aus „Dschungelcamp“, aktuellen Neuigkeiten aus dem „BB-Container“ und aktiver Beteiligung an „DsdS“ verblöden die Leute immer mehr. Dass Kindererziehung und allgemein Bereitschaft zu Verantwortung dabei zu kurz kommen, ist fast zwangsläufig.

Hallo Ray
Ich weiß nicht, obes wirklich hilfreich ist, wenn ich jetzt die Eltern „etwas entlaste“ (wahrscheinlich fühlen sie sich nicht wirklich entlastet dadurch), aber die Wahrheit liegt ja wie so oft in der Mitte. Die Art und Weise, die die WEltern mit dem Kind umgehen, ist eine Sache, aber die andere ist (wie auch bei allen Neurosen und Persönlichkeitsstörungen) ein Stück weit konstitutionell. Ich kenne auch wunderbare Eltern, die mit einem üblen Balg geschlagen sind. Es ist wohl ein Körnchen Wahrheit dabei, wenn der Kabarettist Michael Mittermeier sagt, man könne „auf den ersten Blick“ sehen, ob es ein „Arschloch-Kind“ wird. Das ist natürlich stark übertrieben, aber ich kenne so Kinder, wo wir schon im Kinderladen (Eikita) die Augen gerollt haben oder die Hände über dem Kopf zusammenschlugen. Diese Kinder sind jetzt als Teenager genauso unerträglich. Ob ADS oder ADHS oder Persönlichkeitsstörung, das Etikett ist eigentlich egal.
Gruß, Branden

noch schlimmer
Erstmal Danke für Deine Antwort, Torsten,

dann ist es also tatsächlich so, dass ich - als „Aussenstehender“ - über das bisherige Engagement hinausgehend, wirklich nichts machen kann…
Habe ich das richtig geschlussfolgert?

Betrübliche Grüsse
Anonym

Ich weiß nicht so recht, Ray, soweit würde ich wohl nicht gehen. Es gibt ja immerhin Kinderpsychotherapeuten. Aucvh analytisch orientierte! :wink:
Ich stelle mir gerade vor, die Mutter von Adolf Hitler käme zum Kinderarzt, und es hätte damals schon ADS und Ritalin gegeben, und sie sagt: „Der Kleine ist so schwierig…was können wir machen?“ Und der Kinderarzt holt die große Ritalin-Packung hervor.
Nein, ich will das jetzt nicht weiter spinnen. Aber es „lappt ins Pholosophische“, wie Du siehst. In den 50er Jahren gab es eine ähnliche Begeisterung, als die ersten Neuroleptika auf dem Markt waren und einige Psychiater meinten, nun könne man die schizophrenen Patienten damit „heilen“.
Es grüßz Dich
Branden

na das macht ‚Mut‘
[…]

es ein „Arschloch-Kind“ wird. Das ist natürlich stark
übertrieben, aber ich kenne so Kinder, wo wir schon im
Kinderladen (Eikita) die Augen gerollt haben oder die Hände
über dem Kopf zusammenschlugen. Diese Kinder sind jetzt als
Teenager genauso unerträglich. Ob ADS oder ADHS oder
Persönlichkeitsstörung, das Etikett ist eigentlich egal.

Oh man, wenn ich das so lese kriege ich echt Angst selber mal so ein Kind zubekommen, das einen auf dem Kopf rumtanzt…
So erst neulich wieder im Wartezimmer beim Arzt gesehen.
Gewitzter Schlitzaugen-Blick…„Mama“ -keine Reaktion- „MamAA!“ […] „MAAAMMAAA!!“ (Wiederholung folgt)

Ob man „so ein“ Kind dann nicht richtig lieb hat?
Ich wünschte, ich wäre schon so alt wir ihr, dann hätte ich das hinter mir :smile:

Grüsse,
Nicole

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Was ist ein hochbegabtes Kind mit ADS?
Antwort:
Eine Fehldiagnose.

Ob man „so ein“ Kind dann nicht richtig lieb hat?
Ich wünschte, ich wäre schon so alt wir ihr, dann hätte ich
das hinter mir :smile:

Deine Beschreibung im Wartezimmer hat mir gefallen, Kröti.
Aber nur Mut, zum Glück ist der Prozentsatz der von M.Mittermeier diagnostizierten Arschloch-Kinder nicht allzu hoch…:wink:
Gruß, Branden

Hallo an alle,

eine wirkliche Diskussion über die Störung ADS, ihre vermuteten Ursachen, den Umgang mit ihr sowie ihre Therapie fände ich lohnenswert. Auch wäre eine Diskussion über die Zunahme der Diagnose ADS und der Verschreibung von Ritalin spannend. Ich würde mir als Teilnehmer gern den einen Arzt und Psychotherapeuten mit Schwerpunkt ADS wünschen, den wir im Forum haben und den ich auch schon mal als Ansprechpartner empfohlen habe.

Leider ist eine solche Diskussion im Rahmen dieses Threads wohl nicht möglich. Für mich ist es offensichtlich, daß es in erster Linie nicht um die ADS-Kinder oder um ein Verständnis der Problematik geht. Wenn so etwas, was hier abläuft, als Expertentum verkauft wird, obwohl von den „Experten“ vor kurzem das Wort „Ritalin“ nicht richtig geschrieben werden konnte, biegen sich die Löffel und werden Marmortische federleicht.

Grüße,

Oliver Walter

Antwort:
Eine Fehldiagnose.

Hallo Brandy,

dein Beitrag zeigt wunderbar, das nicht nach der Urasache
geforscht wird, sondern das ein Symptom (-Cluster)
„gelabelt“ wird. ADS ist eine Diagnose, die nichts
über die Ursache der Krankheit sagt… das ist
schon mal schlecht. Ohne eine klare Ursache dürfte eine
„echte“ heilende Therapie schwierig sein … (–:

Danke für deinen Beitrag

Oliver

Hallo Oliver,

dein Beitrag zeigt wunderbar, das nicht nach der Urasache
geforscht wird, sondern das ein Symptom (-Cluster)
„gelabelt“ wird.

es wird seit Jahrzehnten sowohl nach den Ursachen geforscht als auch ein Syndrom (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom) benannt.

ADS ist eine Diagnose, die nichts
über die Ursache der Krankheit sagt…

Das gilt für fast alle psychischen Störungen.

das ist schon mal schlecht.

Wenn man die Ursache nicht kennt, kann man trotzdem die Informationen nutzen, die man hat. Andernfalls dürfte man überhaupt keine Aussagen zu den meisten psychischen Störungen machen.

Ohne eine klare Ursache dürfte eine
„echte“ heilende Therapie schwierig sein … (–:

Es gibt keine heilende Therapie für die meisten psychischen Störungen.

Grüße,

Oliver Walter

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