fast
Hallo,
der Summe Deiner Aussagen entnehme ich, dass Du wirkliches
Interesse hast
Auf jeden Fall - bin ja kein Troll.
und auch grundsätzlich die Existenz von ADS
nicht bestreitest.
Wie könnte ich. Nur weil ich etwas nicht kenne, bedeutet dies doch nicht, dass es dies dann nicht gibt:wink:
Du kritisierst Missstände in der Erziehung, die mit ADS
entschuldigt werden.
Jawohl. Genau das ist es!
Ich stelle mir das so vor: Du redest mit angeblich betroffenen
Eltern, hörst „ADS“ - und legst los.
Nicht ganz so allgemein. Es geht hier schon um einen spezifischen Fall - aber wenn dieser dann angesprochen wird, dann ist es wohl schon so…
Nun gibt es für Dein Gespräch mit Eltern zwei Varianten:
1.) Dein Gegenüber hat ADS sozusagen anhand von
Zeitungsberichten selbst „diagnostiziert“.
Ich weiss nicht woher die das anfänglich hatten…
Oder der Kinderarzt
hat einen Verdacht geäußert, was gerne als „Diagnose“ verdreht
wird.
Nein, es war eindeutig so, dass die „Diagnose“ von den Eltern „vorgestellt“ wurde und dann und anschliessend der „passende“ Arzt gesucht und schlussendlich auch gefunden wurde (es war der dritte Mediziner welcher dann „mitspielte“).
Das Kind bekam ein Medikament (ich weiss nicht welches, aber die Mutter versicherte mir, dass es nur dieses Eine gäbe) und das Kind setze dieses Medikament nach wenigen Tagen ab und die Eltern verteidigen dies. Das Kind ist 12 Jahre alt und die Eltern erklären, dass das Kind schon weiss was es tut (OT Eltern: „…die Natur wird`s schon richten…“ und „…das Kind würde nie etwas nehmen was ihm schaden würde…“ und „…der Arzt würde doch auch nichts verschreiben was schaden könnte…“).
Dann kannst Du das angebliche ADS in deiner Meinungsäußerung
schlicht vergessen, sondern auf fehlende Erziehung, TV-und
Playstationmißbrauch, Wohlstandsverwahrlosung usw. abzielen.
Genau in diese Richtung zielen meine Überlegungen, zumal auch sonst in dieser Familie eine deutliche „Verwahrlosung“ zu erkennen ist - immer wieder und heftigster Diskussionsstoff in der weiteren Familie.
Ob Du allerdings eine Änderung erreichst, wage ich zu
bezweifeln.
Diese Befürchtung beschlich mich schon nach Branden`s entsprechendem Posting.
2.) Dein Gegenüber ist tatsächlich Elternteil eines
ADS-Kindes.
Meine Gegenüber sind beide die Elternteile des betreffenden Kindes. Es sind die tatsächlichen Eltern! Nur bezweifel ich sehr stark, dass das Kind tatsächlich ADS hat.
Wäre ICH als alter Hase in der Thematik im Real
Life Dein Gesprächspartner, könnten wir wahrscheinlich ein
gutes Gespräch führen, sofern mein jüngster Hypie beschäftigt
wäre
. Wäre allerdings das Inselchen vor einigen Jahren
Dein Gesprächspartner, damals, als Familie Inselchen
mißtrauisch anfing, sich über diese Modediagnose zu
informieren und sich schwor, niemals Psychopillen zu
verabreichen, dann hättest Du mich mit solchen Aussagen
richtig verletzt.
Ja, das verstehe ich und kann das auch nachvollziehen.
Denn die Frage „WAS HABEN WIR NUR FALSCH
GEMACHT ?“ stellen sich Eltern von ADS’lern andauernd.
Das ist hier, in diesem speziellen Fall, ein weiterer Knackpunkt. Die Eltern stellen sich diese Frage NIE. Sie machen, nach eigener Überzeugung, nichts falsch, denn (ich fass es einfach nicht): OT: "...die Natur wirds schon richten. Ich (so OT des Vaters) hatte keine Erziehung und die Nautr hat`s auch gerichtet…"
Vor
allem dann, wenn sie noch die Ursache für die Schwierigkeiten
mit dem Kind suchen, sämtliche Erziehungsratgeber gelesen
haben,
Klar suchen die nach den Ursachen - indes, nicht bei sich selbst.
Klar haben die alle möglichen und unmöglichen Ratgeber gelesen (liegen zuhauf bei denen rum) aber ich habe so meine Zweifel ob sie die Inhalte dieser Erziehungsberater auch verarbeiten.
selbst Wert auf eine gute Erziehung legen,
Negativ
ein
geregeltes Spießerleben vorleben - aber das Kind rastet
trotzdem aus…
Nun ja, das ist Deine persönliche Formulierung. Ich weiss nicht und will das auch nicht einschätzen oder beurteilen (das mit dem „Spiesserleben“)… aber klar leben sie dem Kind auch was vor: Gleichgültigkeit, Chaos, Bequemlichkeit, Konfliktscheue, usw.
Was meinst Du, wie man sich da fühlt, wenn einem jemand die
richtige Erziehung nahelegen will ???
Ich weiss nicht wie sich andere dann fühlen. Mir wäre es ein, womöglich auch trotziger, Ansporn, es „denen zu zeigen“ (im positiven Sinne).
Ich fühle mich oft als
Dinosaurier, vor allem vor Weihnachten - auch dieses Jahr
kommt mir keine Playstation ins Haus (obwohl ICH gerne eine
hätte *sichoutet*), auch in diesem Jahr werden meine Kinder
meckern, dass sie soooo früh ins Bett müssen, usw.
. Zeit
für meinen Mann und mich gibt es wenig, aber wir wollten die
Kinder ja 
Übereinstimmung
Ich bin übrigens auch stolz auf meine Kinder. Stolz darauf,
dass sie trotz ihres Handicaps den Alltag wunderbar meistern,
dass sie superinteressante Ideen haben, lustig, sonnig und
lebensklug sind - leider, leider passen sie oft nicht in die
Normen, die Schule und Gesellschaft vorgeben.
Da kannst Du dann auch stolz sein!
Übrigens hat selbst mein Vater - ein schwieriger Mensch ohne
besonderes Verständnis für Kinder - inzwischen festgestellt,
dass er, wäre er HEUTE Kind, die allergrößten Probleme hätte.
DAMALS aber war er einfach nur ein Lausejunge und ist heute
ein beruflich sehr erfolgreicher Mensch - der sich mit ADS im
Seniorenalter beschäftigt
.
Respekt.
Nun, ich lese sehr aufmerksam die Beiträge.
Es sind interessante Denkanstösse dabei und es sind leider auch Sachen dabei mit denen ich unglücklicherweise nicht so viel anfangen kann.
Als Fazit scheint sich abzuzeichnen, dass ich wohl keine Möglichkeit habe regulierend, nein besser helfend einzugreifen.
Das ist unbeschreiblich traurig.
Freundliche Grüsse
Anonym