Hi,
ja, Elke’s posting hat mir mal wieder nen paar Gedankenanstösse
gegeben…
Hm, was mir für England noch eingefallen ist:
- Beim Aussteigen aus dem Bus bedankt man sich. Zumindest ist
das in Bath der Fall, woanders bin ich noch nicht im Bus
gefahren.
Das macht man in Südafrika auch. Kommt übrigens auch
im Odenwald gut an, nachdem der Busfahrer sich vom ersten
Schock erholt hat.
Mach’ ich auch in Hamburg, und hier musste sich seltsamerweise noch
niemand von dem Schock erholen - die kamen mir, im Gegensatz zu
vielem anderen hier, vor, als wüssten sie, dass das in Dublin gang
und gäbe ist, ich dortherkomme, und sie nun doch mal brav mitmachen
sollten… *g* Nee, echt, Hamburger sind echt freundlich.
Tea! Tea, tea und nochmals tea.
Ich bin immer wieder ein bisschen schockiert, muss mich anstrengen,
mich nicht auf den Schlips getreten zu fühlen, wenn ich in
Deutschland bei jemandem zu Hause reinschaue, und NICHT ne Tasse Tee
angeboten kriege (incl meine Eltern! das sind meine ELTERN, und sie
bieten mir nicht sofort ne Tasse Tee an??? *g*).
Nur, GANZ wichtig: In Irland zumindest lehnt man alles immer höflich
erstmal ab, nur um noch ein, zwei Mal gefragt zu werden, wo man sich
dann endlich erlauben kann, doch ja zu sagen.
(‚No thanks‘. ‚Are you sure?‘ … ‚Ok, I’ll have one then‘.
oder noch häufiger: ‚only if you’re having one‘)
Mir sind schon ne Reihe Iren über den Weg gelaufen, die lechzend in
ner deutschen Bude sassen, schockiert, dass, nachdem sie das erste
Mal nein gesagt hatten, sie nicht noch ein zweites Mal gefragt worden
waren!
Man gibt sich entweder gar nicht die Hand oder es ist
ein ausführliches Ritual, das an Gangsterfilme ‚in the
hood‘ erinnert.
Ach ja - streck’ sofort die Hand aus, statt abzuwarten, wie die
anderen grüssen, und Du bist sofort ultra-deutsch in Deinem
Verhalten.
Weil man auf Afrikaans alle älteren (es kann sich um Monate
handeln!) mit ‚Tannie‘ und ‚Oom‘ anspricht, hat sich das
im Englischen auch für die ‚Aunties‘ eingebürgert. Allerdings
nur, wenn man doch sichtlich älter ist, und nicht für Männer.
Ok, DAS dann doch nicht, aber umgekehrt geht, sowohl in IRL als auch
UK, ne 40 oder 50jährige Frau mit den ‚girls‘ aus, wenn sie sich mit
ihren gleichaltrigen Freundinnen auf nen drink trifft.
(jaja, auch hier bin ich - und das auch noch hier im w-w-w - vor ein
paar Monaten ins Fettnäpfchen getreten, als ich eine max. 25jährige
als ‚Mädchen‘ bezeichnete, und persönlich alles andere nicht ok
gefunden hätte… andere Länder, andere Sitten *g*).
Und ja, ist es nicht wunderbar, wenn man ausm Flughafengebäude
rauskommt, und bevor man auch nur 2 sec auf den Bus gewartet hat,
schon mit diversen Reisenden plaudert?
Hier in D würde einen jeder für halb verrückt halten, wenn man mit
Fremden so drauflosplaudert (obwohl ich auch schon in Bus & Bahn
interessante Gespräche mit ‚ganz normalen‘ Personen hatte), aber dort
(IRL) kommt man auch mal aus nem Laden erstmal nicht mehr raus,
obwohl man schon längst gezahlt hat, weil the shopkeeper noch mitten
in irgendner Geschichte ist.
Aber bitte, Nike, don’t tar everybody with the same brush!
Wenn man in the US aus einem Laden geht, wird einem ‚have a nice day‘
nachgerufen, was jedem Iren oder Engländer völlig befremdlich ist.
Bei so ziemlich allen anderen Sachen ist das ähnlich.
Aber noch ne Sache: ‚going dutch‘ - normalerweise zahlt man alles
zusammen, zb einer kauft ne Runde Bier, dann der nächste, etc. Oder
ne ganze Reihe von Leuten geht zusammen essen - dann wird am Ende IN
ETWA durch die Teilnehmerzahl geteilt, aber nicht jeder Pfennig
auseinanderklamüsert. Das Auseinanderklamüsern nennt sich eben ‚going
dutch‘, und ist als etwas knauserig verrufen. You know, why make it
complicated and difficult, when you can have it easy and simple with
the same result?
(auch hier hab ich auch schon ein drink, noch ein drink, and so on,
für ne deutsche Freundin gekauft - nicht IN Deutschland, wohlgemerkt
- weil ich dachte, also, JETZT muss sie doch endlich mal raffen, dass
SIE nun dran ist!).
Oh, and speaking of which: Man ist VIEL WENIGER direkt als in
Deutschland. ‚Beating around the bush‘, ohne direkt Kritik etc
auszusprechen, ist normal. Alles andere wird als Affront
wahrgenommen.
Gruss, isabel