Der oft zitierte 'Kleine Mann'

Hallo!

Ich sinniere schon den ganzen Morgen über den „Kleinen Mann“, an dem offenbar viele Parteien, insbesondere die SPD, aber auch die CSU, die Innenpolitik im vollen Umfang ausrichten.

Kommen im tagespolitischen Geschäft einmal neue Ideen, wie die Wirtschaftsleistung in Deutschland erhöht werden kann, eine banhbrechende Idee zur Steuervereinfachung, Flexibilisierungsideen, um mehr Beschäftigung zu erreichen, mehr Eigenverantwortung, um die Sozialsysteme zu stärken, dann wird früher oder später der „Kleine Mann“ aus der Tasche gekramt, der hier nur der Verlierer sein kann. Dieses Argument ist so wirksam, daß man damit sofort in der Beliebtheitsskala der Politiker um eine volle Note nach oben gewertet wird.

Nur frage ich mich, wer ist denn der „Kleine Mann“, um den sich alle so reissen? Welche Leistungen hat er vollbracht, daß sich alle so um ihn zu bemühen scheinen? Sprechen wir hier von dem kleinen Sack, der irgendwie glaubt, Frauen gehören an den Herd, Ausländer raus, der gerne rechtsaussen wählt, wenn es am Stammtisch in diese Richtung geht, der aber auch gerne die Gewerkschaften unterstüzt, wenn sie 6 % Lohnerhöhung fordert, der meint, es muß endlich ein Schlußstrich unter die deutsche Geschichte gezogen werden, der die Steuer bescheisst, wo er nur kann, der auch mal auf arbeitslos macht und gleichzeitig schwarzarbeitet, der seinen Kühlschrank schon mal gerne im Wald entsorgt, wenn die Müllabfuhr dafür Geld verlangt, der gerne andere Menschen anzeigt, wenn sie vor seinem Haus parken, der gerne die BILD liest, der nur schaut, wer ihm welche Vorteile beschert und davon seine Wahlentscheidung abhängig macht oder in Ermangelung offensichtlicher Vorteile die Wahl einfach verweigert?

Ist es nicht geradezu lächerlich, daß sich die Politik an ihm ausrichtet, weil nur er die notwendigen Mehrheiten beschaffen kann? Weil man als Politiker mit einem hingeknallten Allgemeinplatz schneller Stimmen einfängt, als mit einer differenzierten Stellungnahme? Oder hat man einfach nur mächtige Angst vor dem „Kleinen Mann“, vor allem, wenn er in Gruppen über die Straßen marschiert?

Ich bitte um weitere Erörterung, vielleicht übersehe ich wichtige Aspekte.

Gruß,
Klaus

ulkige Metaphern

Hallo!

Ich sinniere schon den ganzen Morgen über den „Kleinen Mann“,
an dem offenbar viele Parteien, insbesondere die SPD, aber
auch die CSU, die Innenpolitik im vollen Umfang ausrichten.

Ich geh mir mal ein paar Gartenzwerge anschauen, vielleicht macht mich das ja schlauer :wink:

Tip: Lass dich nicht als kleinen Mann bezeichnen, vor allem, wenn du einer bist.

lachende Grüße,
Peter

Hallo,

Ich sinniere schon den ganzen Morgen über den „Kleinen Mann“,
an dem offenbar viele Parteien, insbesondere die SPD, aber
auch die CSU, die Innenpolitik im vollen Umfang ausrichten.

Davon habe ich noch nichts gemerkt. Ich bemerke nur, daß die Politik sich hauptsächlich um das Wohl einer kleinen Gruppe kümmert, nämlich um die Unternehmer.

Kommen im tagespolitischen Geschäft einmal neue Ideen, wie die
Wirtschaftsleistung in Deutschland erhöht werden kann, eine
banhbrechende Idee zur Steuervereinfachung,
Flexibilisierungsideen, um mehr Beschäftigung zu erreichen,
mehr Eigenverantwortung, um die Sozialsysteme zu stärken, dann
wird früher oder später der „Kleine Mann“ aus der Tasche
gekramt, der hier nur der Verlierer sein kann. Dieses Argument
ist so wirksam, daß man damit sofort in der Beliebtheitsskala
der Politiker um eine volle Note nach oben gewertet wird.

Ja, da hast Du Recht. Das ist aber nur gerede, sie tun ja nicht, was sie da versprechen.

Nur frage ich mich, wer ist denn der „Kleine Mann“, um den
sich alle so reissen? Welche Leistungen hat er vollbracht, daß
sich alle so um ihn zu bemühen scheinen? Sprechen wir hier von
dem kleinen Sack, der irgendwie glaubt, Frauen gehören an den
Herd, Ausländer raus, der gerne rechtsaussen wählt, wenn es am
Stammtisch in diese Richtung geht, der aber auch gerne die
Gewerkschaften unterstüzt, wenn sie 6 % Lohnerhöhung fordert,
der meint, es muß endlich ein Schlußstrich unter die deutsche
Geschichte gezogen werden, der die Steuer bescheisst, wo er
nur kann, der auch mal auf arbeitslos macht und gleichzeitig
schwarzarbeitet, der seinen Kühlschrank schon mal gerne im
Wald entsorgt, wenn die Müllabfuhr dafür Geld verlangt, der
gerne andere Menschen anzeigt, wenn sie vor seinem Haus
parken, der gerne die BILD liest, der nur schaut, wer ihm
welche Vorteile beschert und davon seine Wahlentscheidung
abhängig macht oder in Ermangelung offensichtlicher Vorteile
die Wahl einfach verweigert?

Nein, der ‚kleine Mann‘ ist der, der für das Geld arbeitet, das die Unternehmer dann ausgeben.

Ist es nicht geradezu lächerlich, daß sich die Politik an ihm
ausrichtet, weil nur er die notwendigen Mehrheiten beschaffen
kann? Weil man als Politiker mit einem hingeknallten
Allgemeinplatz schneller Stimmen einfängt, als mit einer
differenzierten Stellungnahme? Oder hat man einfach nur
mächtige Angst vor dem „Kleinen Mann“, vor allem, wenn er in
Gruppen über die Straßen marschiert?

Nein, das sind die vielen, die die Stimmen bringen. Die paar, die das ganze Geld haben und für die die Parteien alle arbeiten, bringen gerade mal die FDP über die 5% Hürde.

Ich bitte um weitere Erörterung, vielleicht übersehe ich
wichtige Aspekte.

das glaube ich schon. Wenn Du einfach mal nur zählst und nicht wertest, wird Dir auffallen, daß unter die Rubrik ‚kleiner Mann‘ (könnte aber auch ne Frau sein) der weitaus größte Bevölkerungsteil fällt. Man könnte auch sagen: Das ist das Volk!

cu Rainer

Wer ist der kleine Mann???
Hallo,

Davon habe ich noch nichts gemerkt. Ich bemerke nur, daß die
Politik sich hauptsächlich um das Wohl einer kleinen Gruppe
kümmert, nämlich um die Unternehmer.

Das halte ich für ein Gerücht. Frag mal zur Abwechslung die Unternehmen, ob sie sich von der Regierung unterstützt fühlen. War es nicht eher so, daß die jetzige Regierung an die Macht gekommen ist, weil sie die Arbeitslosigkeit senken wollte und sich zudem um den „Kleinen Mann“ kümmern wollte? Was würde dagegen sprechen, wenn die Politik „dein“ Unternehmen stärken würde, deinen Arbeitsplatz sicherer machen würde und dein arbeitsloser Nachbar eingestellt werden könnte?

Ja, da hast Du Recht. Das ist aber nur gerede, sie tun ja
nicht, was sie da versprechen.

Wie sähe dann für dich eine wahrhaftige Politik aus? Was muss eine Regierung tun, damit die Interessen des „kleinen Mannes“ gewahrt werden. Was macht die Politik konkret falsch?

Nein, der ‚kleine Mann‘ ist der, der für das Geld arbeitet,
das die Unternehmer dann ausgeben.

Ich arbeite für Geld. Insofern bin ich also der „Kleine Mann“? Wofür geben die „Unternehmer“ mein Geld aus? Meinst du jetzt den Unternehmer als Menschentyp? Also der Inhaber eines mittelständigen Unternehmens, der das Geld, was Arbeitnehmer für ihn erwirtschaften, auf dem Golfplatz oder für seinen neuen Porsche ausgibt? Denkst du so?

Nein, das sind die vielen, die die Stimmen bringen. Die paar,
die das ganze Geld haben und für die die Parteien alle
arbeiten, bringen gerade mal die FDP über die 5% Hürde.

Nehmen wir einfach mal an, du hättest damit recht. Die FDP ist böse, will Reiche reicher machen und die einfachen Arbeitnehmer klein halten. Was macht dann die derzeitige Regierung besser? Warum steigt die Arbeitslosigkeit, obwohl doch Sozialdemokraten regieren?

das glaube ich schon. Wenn Du einfach mal nur zählst und nicht
wertest, wird Dir auffallen, daß unter die Rubrik ‚kleiner
Mann‘ (könnte aber auch ne Frau sein) der weitaus größte
Bevölkerungsteil fällt. Man könnte auch sagen: Das ist das
Volk!

Der „kleine Mann“ ist also das Volk, zumindest die Mehrheit desselben? Ärzte, Rechtsanwälte, Angestellte, Arbeiter, Bauern, Handwerker, Industrielle, Politiker, Gewerkschafter, Journalisten, Barpianisten und der Imbißbudenbesitzer sind alles kleine Leute? Nein! Gesellschaftlich versteht man darunter doch jene, die ein sehr begrenztes Einkommen haben. Die monatlich den Pfennig umdrehen müssen, um über die Runden zu kommen, oder? So wie mein Nachbar, Schichtarbeiter in einer Maschinenfabrik, der das von sich behauptet, einen flammneuen C-Klasse Mercedes fährt, 2 mal im Jahr in den Urlaub fliegt, den Kinder Markenkleidung kauft, immer das neueste Handy besitzt und permanent nölt, er wäre der Kleine Mann und hätte nie eine Chance gehabt, weil er aus einer Arbeiterfamilie kommt?

Also nochmal, falls es nicht deutlich geworden ist: Für wen machen wir die Politik in Deutschland? Wer ist der kleine Mann? Wer ist unzufrieden und vor allem warum?

Klaus

Ist es nicht geradezu lächerlich, daß sich die Politik an ihm
ausrichtet, weil nur er die notwendigen Mehrheiten beschaffen
kann?

Leider nein. So funktioniert die Demokratie. Daher sind gewisse Politiker auch nicht wirklich an der Müdigkeit der Bevölkerung interessiert.
Denn dann fänden so lächerliche Feindbilder wie der unten behauptete bevorzugten Unternehmer keinen Nährboden in Form von Ahnungslosigkeit.
Dann wären plakative kleine-Mann-Argumentationen ihrer Manipulationskraft beraubt. Aber es bleibt immer verführerisch einer Minderheit die Schuld zu geben. Und wenn diese Minderheit auch noch
erfolgreich ist… um so besser (siehe Judenverfolgung). Dein kleiner
Mann kann seine niederen Instinkte heutzutage gut als soziale Gesinnung tarnen. Ich verstehe Deinen Frust ; )
Aber wisse: Jedes Volk hat die Regierung, die es verdient : )

Gruß

Richard

Hallo,

Das halte ich für ein Gerücht. Frag mal zur Abwechslung die
Unternehmen, ob sie sich von der Regierung unterstützt fühlen.

Die hätten keine Zeit zu antworten, die müssen doch jammern.
Außerdem wäre ich da wohl kaum ein Gesprächspartner.

War es nicht eher so, daß die jetzige Regierung an die Macht
gekommen ist, weil sie die Arbeitslosigkeit senken wollte und
sich zudem um den „Kleinen Mann“ kümmern wollte?

Ja, beim Wollen ist’s geblieben. Getan wird das Gegenteil.

Was würde
dagegen sprechen, wenn die Politik „dein“ Unternehmen stärken
würde,

Ich habe ein Unternehmen? Du meinst das Unternehmen, für das ich arbeite! Das gehört mir nicht, ist also nicht ‚mein‘ unternehmen.

deinen Arbeitsplatz sicherer machen würde und dein
arbeitsloser Nachbar eingestellt werden könnte?

Wäre toll! Da ist das aber der falsche Weg.

Wie sähe dann für dich eine wahrhaftige Politik aus? Was muss
eine Regierung tun, damit die Interessen des „kleinen Mannes“
gewahrt werden. Was macht die Politik konkret falsch?

Sie geht davon aus, daß Arbeitsplätze geschaffen wird, wenn die Arbeit billiger wird. Das ist falsch! Wenn die Arbeit billiger wird, steigen die Gewinne, die Einkommen der Arbeiter sinken (irgendwoher muß das Geld ja kommen) und die Zahl der Arbeitsplätze bleibt zunächst gleich. Langfristig geht durch die sinkende Kaufkraft des ‚kleinen Mannes‘ :wink: der Umsatz zurück und das kostet Arbeitsplätze. Genau an dem Punkt sind wir! Genau das passiert genau jetzt!

Ich arbeite für Geld. Insofern bin ich also der „Kleine Mann“?
Wofür geben die „Unternehmer“ mein Geld aus? Meinst du jetzt
den Unternehmer als Menschentyp? Also der Inhaber eines
mittelständigen Unternehmens, der das Geld, was Arbeitnehmer
für ihn erwirtschaften, auf dem Golfplatz oder für seinen
neuen Porsche ausgibt? Denkst du so?

Stark verkürzt, aber Du triffst den Kern.

Nehmen wir einfach mal an, du hättest damit recht. Die FDP ist
böse,

Opps, Kindergartensprache? :wink: Na gut. ich lass mir diese Behandlung mal gefallen, wenn’s der Diskussion dient …

will Reiche reicher machen und die einfachen
Arbeitnehmer klein halten. Was macht dann die derzeitige
Regierung besser? Warum steigt die Arbeitslosigkeit, obwohl
doch Sozialdemokraten regieren?

Weil die SPD ihre Wähler verraten hat und sich an die Unternehmerverbände verkauft. das wird die SPD auch zu spüren bekommen! Die werden in den nächsten Jahren nicht eine Wahl mehr gewinnen! Nach der nächsten Bundestagswahl ist die SPD weg von der Bühne! Dann haben sie weder im Bundestag noch im Bundesrat etwas zu melden. Schröder hat gut bei Möllemann abgeschrieben und verfolgt nun seinerseits das ‚Projekt 18‘ und es wird ihm gelingen.

Der „kleine Mann“ ist also das Volk, zumindest die Mehrheit
desselben? Ärzte, Rechtsanwälte, Angestellte, Arbeiter,
Bauern, Handwerker, Industrielle, Politiker, Gewerkschafter,
Journalisten, Barpianisten und der Imbißbudenbesitzer sind
alles kleine Leute? Nein! Gesellschaftlich versteht man
darunter doch jene, die ein sehr begrenztes Einkommen haben.

eben die masse des Volkes. …

Die monatlich den Pfennig umdrehen müssen, um über die Runden
zu kommen, oder? So wie mein Nachbar, Schichtarbeiter in einer
Maschinenfabrik, der das von sich behauptet, einen flammneuen
C-Klasse Mercedes fährt, 2 mal im Jahr in den Urlaub fliegt,
den Kinder Markenkleidung kauft, immer das neueste Handy
besitzt und permanent nölt, er wäre der Kleine Mann und hätte
nie eine Chance gehabt, weil er aus einer Arbeiterfamilie
kommt?

Komisch, ich bin Angestellter, arbeite Gleitzeit, fahre einen alten Fiat, bin noch nie in Urlaub geflogen, seit ich ‚Bundesbürger‘ bin, (als DDR-Bürger habe ich das geschafft. :wink:)
habe auch ein neues handy, hat sogar nen ganzen Euro gekostet. :wink:
Was ändern regionale unterschiede am Prinzip? Wenn SPD, FDP und CDU fertig sind, fährt auch dein Nachbar nicht mehr in Urlaub und der Mercedes ist auch weg, dann kauft er sich ein Fahrrad! Dafür stellt sich sein Chef dann noch nen Ferrari neben die S-Klasse.

Also nochmal, falls es nicht deutlich geworden ist: Für wen
machen wir die Politik in Deutschland? Wer ist der kleine
Mann? Wer ist unzufrieden und vor allem warum?

Ja, Dein Nachbar ist ‚der kleine Mann‘. Er ist unzufrieden, weil er demnächst für viel weniger Geld viel mehr arbeiten muß´und das nur, damit sein Chef, der vermutlich mehr Geld hat, als er ausgeben kann noch reicher wird. er ist unzufrieden, weil die Politik den Ausstig aus der paritätischen Finanzierung der Sozialsysteme vorantreibt. Er ist unzufrieden, weil die Aufweichung des Kündigungsschutzgesetzes Ihm jede Planungssicherheit nimmt! Er ist unzufrieden, weil er als AN der gefahr ausgesetzt ist, durch einen Fehler seines Chefs seinen gesamten Besitz zu verlieren, während der Chef nur den Vorteil, aber nicht das Risiko hat, wenn er wenigstens eine GmbH gründet.

cu Rainer

Ach Gottchen …
Mönch Rainer!

Komisch, ich bin Angestellter, arbeite Gleitzeit, fahre einen
alten Fiat, bin noch nie in Urlaub geflogen, seit ich
‚Bundesbürger‘ bin, (als DDR-Bürger habe ich das geschafft.
:wink:)

Sag das doch gleich. Dann erübrigt sich jede ernsthafte Diskussion, sowie mit Frank. Ich dachte du bist ein waschechter Saarländer! Also nochmal: In der DDR war alles super, man konnte sich den Urlaub leisten und der Arbeitsplatz war sicher.

habe auch ein neues handy, hat sogar nen ganzen Euro gekostet.
:wink:
Was ändern regionale unterschiede am Prinzip? Wenn SPD, FDP
und CDU fertig sind, fährt auch dein Nachbar nicht mehr in
Urlaub und der Mercedes ist auch weg, dann kauft er sich ein
Fahrrad! Dafür stellt sich sein Chef dann noch nen Ferrari
neben die S-Klasse.

Args … kein weiterer Kommentar, sonst bekomme ich am Ende ein Magengeschwür …

Klaus

Hallo Klaus,

Sag das doch gleich. Dann erübrigt sich jede ernsthafte
Diskussion, sowie mit Frank. Ich dachte du bist ein
waschechter Saarländer!

Ach so, wer das Pech hatte im Osten geboren zu werden ist für Dich kein Gesprächspartner, Du weißt alles, und wer anderer Meinung ist, kann sich nur irren? Du hättest prima in den Osten gepasst! :wink: Die haben das auch so gesehen.

Wenn es Dir gut geht, reicht das, was kümmern Dich die anderen.

(Übrigens hättest Du längst mal in meine ViKa sehen können, hab ich ja auch gemacht. :wink:)

cu Rainer

abschliessend
Hallo Rainer!

Ach so, wer das Pech hatte im Osten geboren zu werden ist für
Dich kein Gesprächspartner,

Falsch, wer im Osten geboren wurde und aus dem Konkurs der DDR-Wirtschaft nichts gelernt hat, wer noch immer Parolen aus der alten Zeit verbreitet, wer das menschenverachtende System, aus dem zu entfliehen vielen DDR-Bürgern die Ermordung einbrachte, als Paradies verkaufen möchte, mit dem möchte ich mich nicht über Wirtschaftspolitik unterhalten. Nicht, weil ich dich persönlich ablehne, sondern weil mir die Zeit zu schade ist und ich mich zu sehr aufregen würde.

Du weißt alles, und wer anderer
Meinung ist, kann sich nur irren?

Das hier ist ein Expertenforum. Ich schreibe, um etwas zu lernen. Dies funktioniert auch in der Diskussion. Ich antworte auch, weil ich Wirtschaft studiert habe und seit Jahren im mittleren Management in der Industrie tätig bin. Insofern kann ich auch wichtige Informationen geben, von denen andere lernen können. So funktioniert das Forum. Ich habe aber einfach keinen Bock, mir auf Dauer einen ideologischen Schlagabtausch mit Ex-Ossis zu liefern, die ideologische Feindbilder aufbauen möchten. Bei der Vielzahl der Unternehmenspleiten und ganz persönlichen, damit verbundenen Schicksalen von Menschen, die ich sehr schätze, ist es mehr als unpassend, hier ein Bild von Ferrari-hortenden Unternehmertypen zu zeichnen, die die Belegschaft dafür ausbluten lassen. Das ist primitivster Sozialneid und hat nichts mit der Realität zu tun.

Du hättest prima in den
Osten gepasst! :wink: Die haben das auch so gesehen.

Das bezweifle ich!

Wenn es Dir gut geht, reicht das, was kümmern Dich die
anderen.

  1. weißt du nichts darüber, ob es mir wirtschaftlich gut geht oder nicht. Auch wenn ich nichts verdienen würde, würde ich Holzhacken gehen und nicht jammern.
  2. kümmern mich die anderen sehr. Ich möchte Vollbeschäftigung. Gute Ausbildungs- und Berufschancen für meine Kinder. Ich leide mit meiner hohen Steuerlast ganz persönlich an der Versorgung anderer. Ich zahle die Subventionen, ich zahle den Soli, ich zahle die Arbeitslosengelder, ich zahle alle die Transferzahlungen vom Staat an die Empfänger in unserer Gesellschaft. Es wäre lächerlich, wenn mich die anderen nicht interessieren würden. Wenn ich Kapitalist wäre, also viel Geld hätte, könnte ich in einer Steueroase von meinen Zinsen leben. Das ist aber nicht der Fall. Also beteilige ich mich an der wirtschaftspolitischen Diskussion und bringe meine wohl überlegten Vorschläge dazu ein. Über den Sinn dieses Handelns kommen mir allerdings inzwischen große Zweifel.

Klaus

Hallo Klaus!

Ach so, wer das Pech hatte im Osten geboren zu werden ist für
Dich kein Gesprächspartner,

Falsch, wer im Osten geboren wurde und aus dem Konkurs der
DDR-Wirtschaft nichts gelernt hat, wer noch immer Parolen aus
der alten Zeit verbreitet, wer das menschenverachtende System,
aus dem zu entfliehen vielen DDR-Bürgern die Ermordung
einbrachte, als Paradies verkaufen möchte, mit dem möchte ich
mich nicht über Wirtschaftspolitik unterhalten. Nicht, weil
ich dich persönlich ablehne, sondern weil mir die Zeit zu
schade ist und ich mich zu sehr aufregen würde.

Das sind reine Unterstellungengen von deiner Seite. Ich kann mich nicht dran erinnern, hier jemals eine DDR-Glorifizierung gelesen zu haben. Jedenfalls mir ginfg es immer darum, die Unterschiede der Wirtschaftssysteme herauszustellen. Und wer da immernoch behauptwet, eine DDR wäre wirtschaftlich pleite gegangen, ist schlicht dumm weil unwissend und Tatsachen ignoriert. Erstens konnte nach diesem Wirtschaftssystem nichts pleite gehen und zweitens kann man die Wirtschaft und ihre Ursachen nur im Zusammenhang mit der globalen Makroökonomie erfassen.
Dass sie in weiten Teilen veraltet war und dass das System politisch pleite ging, bezweifelt doch keiner. Aber 89 ging kein einziger deshalb auf die Strasse, weuil er blank war oder sein wirtschaftliches Lebensumfeld verloren hat. Das ist weit an den Tatsachen vorbei.
Wäre es dem Westen so wie jetzt gegangen, wage ich sogar zu bezweifeln, dass es zur Wiedervereinigung, zumindest unter solchen Umständen gekommen wäre.

Das ist primitivster
Sozialneid und hat nichts mit der Realität zu tun.

„Neid“ ist wohl ein unpassendes Wort, ansonsten gebe ich dir sogar recht.
Das Problem ist doch eher die Chancen- und Möglichkeitsungleichheit.

Du hättest prima in den
Osten gepasst! :wink: Die haben das auch so gesehen.

Das bezweifle ich!

Doch, da gebe ich Rainer glatt auch recht. Du bestehst heute noch darauf, anderen Leuten die Kekse wegzufressen, als legitim zu betrachten.
Du solltest mal mit bedenken, dass wir zwei Systeme kennengerlernt haben, du das zweite wohl nur am Rande. Beide haben Vor- und Nachteile, denn beides waren nur „künstliche“ Systeme, die wohl beide eine historische Rechtfertigung haben und hatten aber mit Sicherheit nicht der Weissheit letzter Schluss sind.
Hier sollte anstelle der ökonomischen etwas mehr geistige Flexibilität gefordert werden. Und die ideologiefrei.

Gruß
Frank

Hallo Klaus,

Falsch, wer im Osten geboren wurde und aus dem Konkurs der
DDR-Wirtschaft nichts gelernt hat, wer noch immer Parolen aus
der alten Zeit verbreitet, wer das menschenverachtende System,
aus dem zu entfliehen vielen DDR-Bürgern die Ermordung
einbrachte, als Paradies verkaufen möchte,

Wieso bringst Du das mit mir in Verbindung?

mit dem möchte ich
mich nicht über Wirtschaftspolitik unterhalten. Nicht, weil
ich dich persönlich ablehne, sondern weil mir die Zeit zu
schade ist und ich mich zu sehr aufregen würde.

Reicht Dir dann die Qualifikation ‚Praktischer Sozialwirt AfAS‘?

Glaub mir, ich rege mich nicht weniger auf, wenn ich Deine Meinung lese.

Insofern kann ich auch wichtige Informationen geben, von denen andere lernen
können. So funktioniert das Forum. Ich habe aber einfach
keinen Bock, mir auf Dauer einen ideologischen Schlagabtausch
mit Ex-Ossis zu liefern, die ideologische Feindbilder aufbauen
möchten.

Falsch! Ich will hier keine Feindbilder aufbauen, ich wehre mich nur gegen das gejammer, daß die Unternehmer so hart arbeiten und viel zu schlecht verdienen. Ich wehre mich dagegen, daß die Opfer, die Arbeitslosen als Täter, als Schmarotzer bezeichnet werden. Ich wehre mich dagegen, daß der Abbau des Sozialstaates als notwendige Reform verkauft wird.

Was Du als Aufbau von ideologischen Feindbildern bezeichnest, ist eine relistische Betrachtung der Unternehmenseinkommen. Wenn niemand gigantische Summen verdient, braucht der spitzensteuersatz ja nicht gesenkt zu werden, er trifft ja dann keinen, oder?

Bei der Vielzahl der Unternehmenspleiten und ganz
persönlichen, damit verbundenen Schicksalen von Menschen, die
ich sehr schätze, ist es mehr als unpassend, hier ein Bild von
Ferrari-hortenden Unternehmertypen zu zeichnen, die die
Belegschaft dafür ausbluten lassen.

Was passiert denn dem Unternehmer, wenn die GmbH pleite geht? Sein privates Vermögen bleibt doch unangetastet. Der AN verliert alles, was er aufgebaut hat. Der haftet nämlich immer und für alles mit seinem privaten Vermögen.

Das ist primitivster
Sozialneid und hat nichts mit der Realität zu tun.

Das ist Polemik! Mit ‚Neid‘ kommen immer alle, wenn sie andere abzocken. Das zieht nicht.

Du hättest prima in den
Osten gepasst! :wink: Die haben das auch so gesehen.

Das bezweifle ich!

Wenn es Dir gut geht, reicht das, was kümmern Dich die
anderen.

  1. weißt du nichts darüber, ob es mir wirtschaftlich gut geht
    oder nicht. Auch wenn ich nichts verdienen würde, würde ich
    Holzhacken gehen und nicht jammern.

Das bezweifle ich nun wieder.

  1. kümmern mich die anderen sehr. Ich möchte
    Vollbeschäftigung. Gute Ausbildungs- und Berufschancen für
    meine Kinder.

Ja, für Deine. Ich dagegen für alle.

Ich leide mit meiner hohen Steuerlast ganz
persönlich an der Versorgung anderer.

Wenn Du gut verdienst ist das auch richtig so.

Ich zahle die Subventionen, ich zahle den Soli,

Wem nützt das?

ich zahle die rbeitslosengelder,

Das glaube ich nicht. Entweder hast Du eine hohe Steuerlast, oder du Zahlst in die Arbeitslosenversicherung ein. Beides gibt es nicht.

ih zahle alle die Transferzahlungen vom
Staat an die Empfänger in unserer Gesellschaft. Es wäre
lächerlich, wenn mich die anderen nicht interessieren würden.
Wenn ich Kapitalist wäre, also viel Geld hätte, könnte ich in
einer Steueroase von meinen Zinsen leben. Das ist aber nicht
der Fall. Also beteilige ich mich an der
wirtschaftspolitischen Diskussion und bringe meine wohl
überlegten Vorschläge dazu ein. Über den Sinn dieses Handelns
kommen mir allerdings inzwischen große Zweifel.

Steuern zahle ich auch. Weniger als Du, dafür habe ich auch ein geringerers Einkommen.

Bei mir festigt sich auch die Erkenntnis, daß die meisten Leute eine gefestigte politische Meinung haben, die nur sehr schwer zu beeinflussen ist. Treffen stark unterschiedliche Meinungen aufeinander, führt das in der Regel eher zur Verfestigung der eigenen Meinung.

Deshalb erwarte ich nicht, Dich davon überzeugen zu können, daß Dein neoliberaler Denkansatz der Wirtschaft schadet. Genau so wenig wirst Du mich vom Gegenteil überzeugen können.

Mir einen Wunsch auf die Rückkehr in eine DDR zu unterstellen ist … lassen wir das, ich beschimpfe Dich ja auch nicht.

cu Rainer

Hi Klaus,

Ich sinniere schon den ganzen Morgen über den „Kleinen Mann“,

Das ist doch wohl der Twixel? Dein bester Freund?

Nur frage ich mich, wer ist denn der „Kleine Mann“, um den
sich alle so reissen?

Wenn sich die Mädels drum reißen, ist das doch ein gutes Zeichen!

Welche Leistungen hat er vollbracht

Bisher nur schlechte Koordination.

vor allem, wenn er in
Gruppen über die Straßen marschiert?

Eine Dreiergruppe würde hier Zustimmung finden.

Gruß

Sancho

Hallo Klaus,

Gesellschaftlich versteht man
darunter doch jene, die ein sehr begrenztes Einkommen haben.
Die monatlich den Pfennig umdrehen müssen, um über die Runden
zu kommen, oder?
So wie mein Nachbar, Schichtarbeiter in einer
Maschinenfabrik, der das von sich behauptet, einen flammneuen
C-Klasse Mercedes fährt, 2 mal im Jahr in den Urlaub fliegt,
den Kinder Markenkleidung kauft, immer das neueste Handy
besitzt und permanent nölt, er wäre der Kleine Mann und hätte
nie eine Chance gehabt, weil er aus einer Arbeiterfamilie
kommt?

M.W. hat die Pisastudie ergeben, dass ein Aufstieg aus den unteren Bevölkerungskreisen in der Tat sehr viel schwerer ist.
Woher willst Du wissen, ob Dein Nachbar nicht über die Ohren verschuldet ist, um gesellschaftlich mithalten zu können?

Also nochmal, falls es nicht deutlich geworden ist: Für wen
machen wir die Politik in Deutschland? Wer ist der kleine
Mann? Wer ist unzufrieden und vor allem warum?

Die Politik in Deutschland muss für alle Bürger gemacht werden.
Unzufrieden ist die Mehrheit in Deutschland, weil keiner so recht weiss, wie seine Zukunft in Deutschland aussehen wird.
Der Unternehmer, weil er nicht vorausschauend planen kann.
Der Arbeitnehmer weil er nicht weiss, ob sein Arbeitsplatz sicher ist und ob er eine seiner Arbeitsleistung entsprechende Rente erwarten kann.

Klaus

Gruß
karin

Hallo,

Das halte ich für ein Gerücht. Frag mal zur Abwechslung die
Unternehmen, ob sie sich von der Regierung unterstützt fühlen.

Die hätten keine Zeit zu antworten, die müssen doch jammern.
Außerdem wäre ich da wohl kaum ein Gesprächspartner.

Mir erzählte einmal ein Mensch, so einer wie du jetzt, er gönne Unternehmen keine gewinne. Wenn Unternehmen Gewinne einfahrn, haben sie auch die Möglichkeit, mehr Lohn zu zahlen.

Nun, dann hatte er erzählt, dass sein Chef mind. 50% Gewinn macht. Ich habe ihn kurzerhand einen Lügner genannt und aufgezählt, was der Staatm Behörden und sonstige Institutionen aus ihm raussaugen und das er dann jammert, ist sein gutes Recht. Nirgendwo auf der Welt wird der Mittelstand derartig ausgeblutet, wie in Deutschland.

Das fängt bei Kleinigkeiten an: Versicherungen für die Firma, Strom, Wasser, Grundsteuer, ev. Miete, Berufsgenossenschaftsgeb., Lohn, Arbeitslosenversicherung, Pflegeversicherung, Rentenversicherung

geht über zu kleineren Anschaffungen: kleine Software/Hardware, Verbrauchsmaterialien, Werkzeuge

bis hin zu großen Anschaffungen: Gebäudesanierung, Absicherung gegen schlechte Wirtschaftslage, teure Messgeräte usw.

Der „kleine Mann“, also du, liest nur aus der BILD-Zeitung, dass sich die Regierung mehr um den Mittelstand kümmern will. dann denkt der „kleine Mann“: „Der hat eine Firma, der muss reich sein, dem muss man was wegnehmen.“

Gründe mal eine Firma und entwickle und verkaufe Kleingeräte. Die Steine, die dir in den Weg gerollt werden, kannst du als „kleiner Unternehemr“ gar nicht überwinden.

Das fängt an bei: Startkapital für eine GmbH (man möchte ja nicht haften) oder mit einer Produkthaftpflichtversicherung, Berufsgenossenschaftsbeitrag, Rentenversicherung, Krankenversicherung, Miete, Verbrauchsmatrial, Equipment für die Entw./Prod. usw. Ehe du nur einen Cent verdient hast, haben schon hunderte Institutionen, die nichts mit deinem Produkt zu tun haben, dich ausgeblutet.

Darum jammert der Unternehmer. Du kommst in D. gar nicht zum Geldverdienen.

Hallo,

Mir erzählte einmal ein Mensch, so einer wie du jetzt, er
gönne Unternehmen keine gewinne. Wenn Unternehmen Gewinne
einfahrn, haben sie auch die Möglichkeit, mehr Lohn zu zahlen.

Da hast Du mich aber gründlich mißverstanden. Unternehmensgewinne sind notwendig, anders kann die Wirtschaft ja nicht funktionieren. Der Gewinn muß mindestens die potentiellen Zinsen übersteigen und das unternehmerische Risiko rechtfertigen. Da bin ich Deiner Meinung.

Nun, dann hatte er erzählt, dass sein Chef mind. 50% Gewinn
macht. Ich habe ihn kurzerhand einen Lügner genannt

Da würde sich der Chef aber freuen. :wink: Renditen von 50% sind in D illusorisch.

und
aufgezählt, was der Staat Behörden und sonstige Institutionen
aus ihm raussaugen und das er dann jammert, ist sein gutes
Recht. Nirgendwo auf der Welt wird der Mittelstand derartig
ausgeblutet, wie in Deutschland.

Ja, stimmt. Je kleiner um so mehr. Habe ich anderes behauptet?

Das fängt bei Kleinigkeiten an: Versicherungen für die Firma,
Strom, Wasser, Grundsteuer, ev. Miete,
Berufsgenossenschaftsgeb., Lohn, Arbeitslosenversicherung,
Pflegeversicherung, Rentenversicherung

geht über zu kleineren Anschaffungen: kleine
Software/Hardware, Verbrauchsmaterialien, Werkzeuge

bis hin zu großen Anschaffungen: Gebäudesanierung, Absicherung
gegen schlechte Wirtschaftslage, teure Messgeräte usw.

So weit fast richtig, denn Betriebsausgaben werden ja nicht vom Gewinn getätigt.

Der „kleine Mann“, also du, liest nur aus der BILD-Zeitung,

??? Ich lese die Bildzeitung? ich halte Dir zugute, daß Du mich nicht kennst, sonst wäre ich jetzt beleidigt. :wink:

dass sich die Regierung mehr um den Mittelstand kümmern will.
dann denkt der „kleine Mann“: „Der hat eine Firma, der
muss reich sein, dem muss man was wegnehmen.“

Gründe mal eine Firma und entwickle und verkaufe
Kleingeräte. Die Steine, die dir in den Weg gerollt werden,
kannst du als „kleiner Unternehemr“ gar nicht überwinden.

Ohne Kapital wird’s auch nichts werden.

Das fängt an bei: Startkapital für eine GmbH (man möchte ja
nicht haften) oder mit einer Produkthaftpflichtversicherung,
Berufsgenossenschaftsbeitrag, Rentenversicherung,
Krankenversicherung, Miete, Verbrauchsmatrial, Equipment für
die Entw./Prod. usw. Ehe du nur einen Cent verdient hast,
haben schon hunderte Institutionen, die nichts mit deinem
Produkt zu tun haben, dich ausgeblutet.

Dazu rechnet man ja, bevor man anfängt. Nur wenn ein Gewinn abfällt, fängt man an.

Darum jammert der Unternehmer. Du kommst in D. gar nicht zum
Geldverdienen.

Die ‚Unternehmer‘ haben gerechnet und angefangen. Übel wird es, wenn sich die Bedingungen so verschlechtern, daß die Berechnung zur Makulatur wird.

Darum ging es doch aber gar nicht.

Die Frage war: Wer ist der ‚kleine Mann‘.
Das kann auch ein kleiner Unternehmer sein. Selbst der wird in den Chefetagen der großen Banken belächelt. Kredite erhält er nur, wenn er nicht darauf angewiesen ist. Sobald er in Not gerät, ist er nicht mehr kreditwürdig.

Erkläre mir aber mal, was das mit dem Arbeitnehmer zu tun hat?

Wenn das Kündigungsschutzgesetz aufgeweicht wird, verliert der jede Planungssicherheit. Das nützt dem kleinen Unternehmer, das stimmt. Aber zu welchem Preis? Dieser Manchester-Kapitalismus ist Menschenverachtend und das ist es, was ich verurteile.
Dahin strebt die aktuelle Politik, darüber rege ich mich auf.

cu Rainer

Hallo Karin,

ich freue mich sehr, daß du dich an der Diskussion um den Kleinen Mann beteiligst. Das meine ich ganz ernst!

M.W. hat die Pisastudie ergeben, dass ein Aufstieg aus den
unteren Bevölkerungskreisen in der Tat sehr viel schwerer ist.

Es gäbe sicherlich Aspekte, die dafür sprechen würden. Ab einem bestimmten Bildungslevel, werden die Eltern nicht mehr viel unterstützen können. Trotzdem glaube ich, daß die Möglichkeiten in diesem Land grundsätzlich nicht schlecht sind. Wichtig erscheint mir für junge Menschen aber doch die Erkenntnis, daß Initiative und Eigenverantwortung sich lohnen. Die Gesellschaft lebt aber etwas anderes vor. Namentlich das Einfordern von staatlicher Unterstützung. So, als wenn die Höhe des Bafög über die Bildungschancen eine Auskunft gäbe. Ich habe über die komplette Studienzeit immer gearbeitet und mein eigenes Geld verdient. Geschadet hat es mir nicht. Es wäre für mich ein wichtiger politischer Impuls, wenn eine Regierung hier wahrhaftig sprechen würde. Wenn sie jungen Menschen klarmachen würde, dass die Staatsfürsorge, so wie man sie kennt, nicht mehr finanzierbar ist. Das soll aber nicht im Frust enden, sondern ein positives Signal haben: Macht was, tut was, ihr könnt alles schaffen, wenn ihr nur wollt.

Woher willst Du wissen, ob Dein Nachbar nicht über die Ohren
verschuldet ist, um gesellschaftlich mithalten zu können?

Wer sagt ihm denn, daß er gesellschaftlich mithalten muss? Willst du gesellschaftliche Zwänge dafür verantwortlich machen, wenn jemand über seine Verhältnisse lebt? Auch hier habe ich so ein merkwürdiges Gefühl. Der kleine Mann muss gesellschaftlich mithalten können. Er ist ein Opfer. Er kann nicht anders. Er muss nicht selbst verantwortlich sein. Der Staat muß für ihn sorgen und wenn er dann verschuldet ist, dann muß man ihn entschulden. Er kann ja nichts dafür. Diese Einstellungen lähmen unser Land seit Jahren.

Eine Bekannte, die auf dem Sozialamt arbeitet, erzählte mir gestern eine m. E. bezeichnende Geschichte: Eine Sozialhilfeempfängerin rief erbost bei meiner Bekannten an und forderte im gebrochenen Deutsch, sie habe zwar die beantragten Vorhänge bekommen, aber das Sozialamt solle doch jetzt bitte auch jemanden schicken, der die Vorhänge für sie aufhängt.

Die Politik in Deutschland muss für alle Bürger gemacht
werden.
Unzufrieden ist die Mehrheit in Deutschland, weil keiner so
recht weiss, wie seine Zukunft in Deutschland aussehen wird.

So weit gehe ich mit dir konform. Gerade hier sehe ich meinen Ansatz. Es fehlt an unbequemen Wahrheiten. Die alte Regierung erzählte uns pausenlos, die Rente wäre sicher und im Osten gäbe es blühende Landschaften. Niemand erzählt aber, was man dafür tun muss, um die Renten zu sichern und die Landschaften im Osten zum blühen zu bringen. Das erfordert nämlich extreme gemeinsame Anstrengungen. Ein solcher gesellschaftlicher Konsens ist in diesem Land undenkbar. Das zeigt doch die Diskussion hier im ganz kleinen Kreis. Wir müssen Lohnkosten und Steuerbelastungen drastisch senken. Und zwar sofort, heute noch!

Der Unternehmer, weil er nicht vorausschauend planen kann.

Um die Unternehmen mach dir mal keine Sorgen, die werden nach wirtschaftlichen Überlegungen handeln. In Osteuropa gibt es noch wachsende Märkte und geringere Lohnkosten. Dann wandern sie eben ab. Die Menschen in Polen wollen doch auch arbeiten und Geld verdienen. Es wäre doch nur gerecht, wenn sie für ihren Leistungswillen belohnt würden. Oder gibt es ein Gesetz, in dem steht, dass nur Deutsche viel Geld verdienen sollen?

Der Arbeitnehmer weil er nicht weiss, ob sein Arbeitsplatz
sicher ist und ob er eine seiner Arbeitsleistung entsprechende
Rente erwarten kann.

Der Arbeitnehmer spürt es so langsam. Die volle Wahrheit hat er noch nicht wirklich erkannt. Hätte er das, würde er freiwillig 2 Stunden länger arbeiten. Er würde freiwillig anbieten, dass auch 20 Tage Urlaub völlig ausreichen oder 8 statt 13 Feiertage im Jahr genügen. Diese Erkenntnis wird aber kommen, wenn der Leidensdruck entsprechend zugenommen hat. Dabei könnte man schon heute entgegensteuern, aber dann müssten wir den „kleinen Mann“ einmal mit anderen Augen sehen.

Gruß,
Klaus

Ohne Kapital wird’s auch nichts werden.

Fälle, wie in Amerika, also die typische Garagenfirma, wird es aus diesem Grund nicht geben. Du kannst eine großartige Idee haben, durch die Steine in deinem Weg kannst du sie aber nicht verwirklichen. Vielen bleibt nur ein Ausweg, die Idee im Ausland in die tat umsetzen.

Hallo Klaus,

ich freue mich sehr, daß du dich an der Diskussion um den
Kleinen Mann beteiligst. Das meine ich ganz ernst!

Danke!

M.W. hat die Pisastudie ergeben, dass ein Aufstieg aus den
unteren Bevölkerungskreisen in der Tat sehr viel schwerer ist.

Es gäbe sicherlich Aspekte, die dafür sprechen würden. Ab
einem bestimmten Bildungslevel, werden die Eltern nicht mehr
viel unterstützen können.

Das denke ich auch.
Nachhilfe ist teuer - kann sich Das Jeder leisten?

Trotzdem glaube ich, daß die
Möglichkeiten in diesem Land grundsätzlich nicht schlecht
sind. Wichtig erscheint mir für junge Menschen aber doch die
Erkenntnis, daß Initiative und Eigenverantwortung sich lohnen.

Ich beschäftige mich seit einiger Zeit - rein aus Interesse - mit diesem Thema und bin zu dem Schluss gekommen, dass die junge Generation, nicht mehr die gleichen Möglichkeiten hat, wie wir beide (ich bin Jahrgang 60).
Schon bei dem Bewerbungsprozedure geht es ganz anders zu, als zu Deiner und meiner Zeit - heute werden zig schriftliche Nachweise über irgendwelche Fähigkeiten verlangt, bevor man überhaupt zu einem Vorstellungstermin geladen wird - früher wurde man gefragt, was man sich zutraut - und dann hatte man den Job - oder auch nicht.
Es gibt heutzutage einfach weniger Jobs, umso strenger sind dann die Auswahlkriterien.

Ich habe über die komplette Studienzeit immer gearbeitet und
mein eigenes Geld verdient.

Ich auch während meiner Ausbildung.

Geschadet hat es mir nicht.

Mir auch nicht :wink:

Es
wäre für mich ein wichtiger politischer Impuls, wenn eine
Regierung hier wahrhaftig sprechen würde. Wenn sie jungen
Menschen klarmachen würde, dass die Staatsfürsorge, so wie man
sie kennt, nicht mehr finanzierbar ist.

Ich denke, Das wissen die jungen Menschen schon jetzt.

Das soll aber nicht im
Frust enden, sondern ein positives Signal haben: Macht was,
tut was, ihr könnt alles schaffen, wenn ihr nur wollt.

Heutzutage ist Das nicht mehr so einfach, wie zu den Zeiten, als ein Jürgen Schrempp vom Automechaniker zum Manager von DaimlerChrysler aufsteigen konnte.

Wer sagt ihm denn, daß er gesellschaftlich mithalten muss?

Okay, das ist ein Argument.

Willst du gesellschaftliche Zwänge dafür verantwortlich
machen, wenn jemand über seine Verhältnisse lebt?

Gegenfrage, was denkst Du wieviel Menschen sich gesellschaftlichen Normen widersetzen können?

Auch hier
habe ich so ein merkwürdiges Gefühl. Der kleine Mann
muss gesellschaftlich mithalten können. Er ist ein
Opfer. Er kann nicht anders. Er muss nicht selbst
verantwortlich sein.

Doch, er ist immer noch selbst verantwortlich für seine Schulden und gefährdet bei einem zu sorglosen Umgang mit Krediten, seine Existens/Ehe/gesellschaftliches Ansehen.

Der Staat muß für ihn sorgen und wenn er
dann verschuldet ist, dann muß man ihn entschulden. Er kann ja
nichts dafür. Diese Einstellungen lähmen unser Land seit
Jahren.

So einfach ist es nicht, die Wirtschaft hat doch auch grosse Vorteile aus kreditfinanzierten Anschaffungen geschöpft.

Eine Bekannte, die auf dem Sozialamt arbeitet, erzählte mir
gestern eine m. E. bezeichnende Geschichte: Eine
Sozialhilfeempfängerin rief erbost bei meiner Bekannten an und
forderte im gebrochenen Deutsch, sie habe zwar die beantragten
Vorhänge bekommen, aber das Sozialamt solle doch jetzt bitte
auch jemanden schicken, der die Vorhänge für sie aufhängt.

Das ist ein absolutes Knockout-Argument und betrifft doch sicherlich nur eine Minderheit der Sozialhilfefälle - oder?

Wir müssen Lohnkosten
und Steuerbelastungen drastisch senken. Und zwar sofort, heute
noch!

Ganz Deiner Meinung!

Der Unternehmer, weil er nicht vorausschauend planen kann.

Um die Unternehmen mach dir mal keine Sorgen, die werden nach
wirtschaftlichen Überlegungen handeln. In Osteuropa gibt es
noch wachsende Märkte und geringere Lohnkosten. Dann wandern
sie eben ab. Die Menschen in Polen wollen doch auch arbeiten
und Geld verdienen. Es wäre doch nur gerecht, wenn sie für
ihren Leistungswillen belohnt würden. Oder gibt es ein Gesetz,
in dem steht, dass nur Deutsche viel Geld verdienen sollen?

Nein, Gesetze gibt es m.W. nicht, die Arbeitnehmer in Polen zahlen ihre Steuern in das polnische System ein.

Der Arbeitnehmer weil er nicht weiss, ob sein Arbeitsplatz
sicher ist und ob er eine seiner Arbeitsleistung entsprechende
Rente erwarten kann.

Der Arbeitnehmer spürt es so langsam. Die volle Wahrheit hat
er noch nicht wirklich erkannt. Hätte er das, würde er
freiwillig 2 Stunden länger arbeiten. Er würde freiwillig
anbieten, dass auch 20 Tage Urlaub völlig ausreichen oder 8
statt 13 Feiertage im Jahr genügen.

Entschuldige, wenn ich 2 Stunden länger am Tag arbeite (was ich im Übrigen schon desöfteren getan habe), wird dieses Verhalten doch keine neuen Arbeitsplätze schaffen.
Für Jobs im Gesundheitswesen kann ich nur feststellen, dass freiwillige Überstunden keine Verbesserung für Arbeitnehmer und Klienten schafft.
In diesem Bereich sollte man endlich ehrlich sein und auf eingeschränkte Leistungsangebote verweisen.

Diese Erkenntnis wird aber
kommen, wenn der Leidensdruck entsprechend zugenommen hat.

Du meinst, wenn immer mehr Menschen keinen Arbeitsplatz in Deutschland finden.

Dabei könnte man schon heute entgegensteuern,

Wie?

aber dann
müssten wir den „kleinen Mann“ einmal mit anderen Augen sehen.

Mit welchen Augen?

Gruß,
Klaus

Gruß
karin

Na, der unter 140cm …
Hallo Twix,
…, weil, der unter 120cm läuft unter der Bezeichnung „Ganz Kleiner Mann“.

Nein, mal im Ernst. Als „altem“ Politikprofi ist Dir sicherlich bekannt, dass so ne Floskel („Kleiner Mann“) ganz praktisch ist, um ein gegnerisches Ansinnen ohne weitere (konstruktive) Diskussion abschmettern zu können. Niemand hat den je getroffen, aber wozu auch. Ansonsten könnt ja rauskommen, dass der gaaaaaaanz, gaaaaaanz anderer Meinung ist.

PolitikerInnen aller Coleur lernen die Floskel vermutlich in ihrer ersten Kommunikationslehrstunde. „Brauchn Sie nen Totschlagargument, hier isses … !“

Gruß,

Grüße zurück

Klaus

Wolkenstein

Politik für alle Bürger braucht das Land.
Hallo Karin,

Die Politik in Deutschland muss für alle Bürger gemacht
werden.

Du sprichst ein wahres Wort gelassen aus. Das Problem ist, der „kleine Mann“ und die derzeitige Übergangsregierung verstehen dieses Konzept so, daß Politik für jeden einzelnen Bürger gemacht werden. Besser wäre es aber, wenn man Politik für alle machen würde, also keine Politik des personifizierten Zuteilens, sondern eine Politik, die auf eine breite Verbesserung der Situation hin ausgerichtet ist. Das wiederum kann nur bedeuten, daß man die Lage der Wirtschaft verbessert, damit daraus wieder Impulse für alle ausgehen.

Und bevor ich wieder das Geschrei aufkommt: Einen Satz sollte man sich auf der Zunge zergehen lassen: Die Wirtschaft sind wir alle.

Gruß,
Christian