Sehe gerade der Zug auf arte. Gab es wirklich diese Zugfahrt Lenins durch Deutschland?
LG manu
Das ist wohl eine historische Tatsache. Du meinst die Fahrt nach Sassnitz, dann Schweden, dann Finnland und von dort nach Petersburg.
Vom damaligen deutschen Polizeistaat wohlwollend gefördert, in der Hoffnung die zaristische Militärmacht zu schwächen.
Udo Becker
Merci, Udo.
Genau das wollte ich wissen. Dieser Zweiteiler war übrigens faszinierend.
Danke und LG manu
Neugierhalber: Ist in dem Film das Märchen vom „plombierten Wagen“ aufgegriffen worden?
Schöne Grüße
MM
Ich habe damals in der (DDR) Schule noch gelernt, dass Lenin heimlich, also auch vor den deutschen Behörden versteckt, die Reise absolvierte. Dabei soll er der Heizer der Lokomotive gewesen sein.
Hallo Aprilfrisch.
ich habe den Film auch gesehen.
„plombiert“ war der Zug nicht.
Im Film sind im Zug durch Deutschland zwei deutsche Offiziere mitgefahren - es wurde im Zug mit Kreide eine weiße Trennlinie vom deutschen Offizier gezogen, damit wurden die Abteile der russischen Exilanten im Rahmen der Immunität als „exterritoriales Gebiet“ erklärt (das hatte Lenin für sich und seine Mitreisenden verlangt).
Im Film gibt es eine Szene die am Frankfurter Bahnhof spielen soll, wo Bahnhofsarbeiter mitbekommen. daß das Lenin im Zug ist. Die Arbeiter wollen Lenin sehen, ein anderer Vertrauter Lenins (Radek) hält einen flammenden Appell, bis er aufgrund von Protesten des deutschen Offiziers gestoppt wird. Der Offizier deutet an, daß man die Fahrt durch Deutschland auch abbrechen könnte, jedoch hat er wohl nicht die Befehlsgewalt dazu.
Durch diese Aktion sieht Lenin die Mission gefährdet - und stellt seine Genossen zur Rede, da er eigentlich „inkognito“ reisen wollte und kein Aufsehen erregen wollte.
Inwieweit sich das mit den historischen Tatsachen deckt, weiß ich nicht.
Servus,
dieses
entspricht wohl in für einen Historienfilm bemerkenswerter Treue dem tatsächlichen Hergang. Ob es die Szene auf dem Frankfurtter Bahnhof wirklich gegeben hat, weiß ich nicht - das kann auch eine dramatisierende „Zutat“ sein, die zeigen will, wie sich die deutsche Führung mit der Förderung der russischen Revolution beinahe ein Eigentor geschossen hätte.
Schöne Grüße
MM
Servus,
nun hat ja auf einer Lokomotive selten gleich ein Dutzend Heizer Platz. Interessant ist, dass es die meisten aus der Gruppe von russischen Exilanten, mit der Lenin reiste, nach der seit den 1940er Jahren verordneten Lesart nie gegeben hat - sie waren direkt oder indirekt von Stalin „gesäubert“ worden. Die Legende vom alleine reisenden Heizer Lenin macht das von der Bordai verordnete Vergessen der russischen Revolutionäre leichter - wenn man sich an die historische Wahrheit gehalten hätte, wäre die Frage leichter aufgekommen, wer denn da mit Lenin unterwegs war.
Schöne Grüße
MM
Merck euch allen, war sehr interessant.
LG manu