Hallo Humancrossing,
Ich sagte sollen! Ich weiss es auch nicht, ich kenne sogar
einen Heilpraktiker, der behauptet ALLE Krankheiten hätten
ihren Ursprung in der Psyche, sogar Unfälle. (selffilling
prophecy) Also autosuggestiv. Die Schulmedizin wird ja auch
vehement daran kritisiert, dass sie lediglich an Symtomen
herumdoktert und die Ursachen nicht berücksichtigt, während
die ganzheitliche Medizin alles behandelt. Aber das gehört
wohl ins Medizinbrett.
Jaja, kenn ich alles und halte es für Geschwätz. Selffullfilling prophecy gibt es sicher, aber manchmal ist an einem Unfall schlicht und ergreifend jemand anderes schuld! Aber das gehört wohl wirklich nicht hierher.
Selbst an die mußt du glauben. Ich denke bei „Glauben“ haben
wir beide ein Definitionsproblem. Dann nenn es halt Vetrauen
oder sonstwie, alles was nicht schlüssig beweisbar ist muss
man erst mal glauben. Aber nenn ein Beispiel damit ich
verstehe.
Hehe, ein ganz konkretes Beispiel? Na, ich ziehe z.B. jede Menge Energie aus der Existenz einer guten Flasche Chianti. Zu materiell? Warum soll man nicht die kleinen Freuden des Alltags genießen? Glauben tue ich an die Fähigkeit der Menschen ihr Leben und auch ein positives Miteinander selbstbestimmt zu gestalten. Das ist zwar schon etwas abstrakter, es gibt zumindest ein paar Beispiele, bei denen es schon einigermaßen funktioniert hat (auch wenn es oft noch nicht funktioniert).
Da reduzierst du Gott aber ganz gewaltig. Man kann nicht etwas
negieren, bloß weil die Populärmeinung ein subjektives Bild
zeichnet.
Was negiere ich?? Was soll da existieren, das man negieren muss? Wovon zeichnet die Populärmeinung ein Bild?
Egal wie wir uns Gott vorstellen, es wird immer falsch sein.
Was sollen wir uns vorstellen? Wovon machen wir uns ein falsches Bild?
Also besser keinen Gott, als einen Falschen.
Was soll es besser nicht geben?
Wenn du nach der
Wahrheit suchst, mußt du objektiv bleiben. Deine subjektiven
Ansichten und Erfahrungen sind wissenschaftlich gesehen
unrelevant. Aber ansonsten verstehe ich dich schon und teile
gewisse Anschauungen.
Klar sind diese Erfahrungen wissenschaftlich nicht relevant. Ich bin viel zu intelligent, um Gott wissenschaftlich widerlegen zu wollen *gg*. Der Punkt ist doch vielmehr, dass ich ihn gar nicht widerlegen muss, um nicht zu glauben. Schließlich ist er/sie/es ja auch nie wissenschaftlich bewiesen worden. Folglich können wir uns doch alle nur auf unsere subjektive Wahrnehmung berufen. Und nichts anderes tue ich.
Nicht du persönlich sonder allgemein meinte ich das, mit dir
als fassbarem Wesen. Wenn ich jeden Einzelnen unter einen Hut
bringen wollte, würde mein Leben nicht ausreichen.
Naja, du hast von Ungläubigen gesprochen. Da gehöre ich auch dazu. Folglich müsste mir theoretisch doch auch etwas fehlen. Zumindest wenn es zutrifft, dass der Glaube so wichtig und toll ist, wie du schreibst. Ansonsten geht es doch auch ohne ganz gut und wozu dann diese Diskussion?
Und diese Wertvorstellungen, die du hast, kann ein Gläubiger
nicht auch haben? Weshalb nicht? Aber er kann darüber hinaus
noch etwas haben…
Was kann er darüber hinaus noch haben??? Ein paar Illusionen mehr? O.k., die kann er haben und von mir aus auch behalten.
Nicht du persönlich, sondern allgemein. Das ist ein
menschliches Phänomen, mit dem Neid und Sozialneid. Aber
vielleicht bist du ja ein Superwesen! 
Naja, das mit niemanden war schon ein bisschen gelogen. Natürlich hätte ich manchmal auch ganz gerne ein paar Milliönchen auf den Konto und eine schicke Segelyacht. Ich habe damit gemeint, dass ich nicht auf die Gläubigen neidisch bin, weil ich nicht glaube, dass sie irgendetwas haben, das mir fehlt. Und nun behaupte bloß nicht, die Gläubigen wollen die Million (oder was immer jeder subjektiv vermisst) nicht.
Und du befürchtest kein bißchen, dass nicht du falsch liegen
könntest?
Nein, eigentlich befürchte ich das tatsächlich nicht! Ich denke, dass meine Überzeugung in dieser Hinsicht zumindest sehr viel stabiler ist als die der meisten Gläubigen, die doch fast ständig von Zweifeln heimgesucht werden. Und wenn einem das öfter passiert, sollte man so ein Gefühl vielleicht ernst nehmen. Könnte ja ein Hinweis sein, dass mit dem eigenen Weltbild wirklich etwas nicht stimmt.
*ggg* Ich bin Philosoph, ich suche nach der Wahrheit. Da hat
Glauben halt keinen Platz. Eigentlich poste ich auch im
Philosophieforum, bin hier nur Zaungast.
Ah so, ein Philosoph. Na dann lachst du wahrscheinlich schon die ganze Zeit über mein Rumgestümper auf diesem Gebiet *gg*. Man sollte immer aufpassen, was man so von sich gibt, solange man nicht weiß, wer eigentlich der Gesprächspartner ist. Welche Wahrheit suchst du denn?
Die Ansicht, teilst du übrigens mit A. Camus, der sagt:
Das Wahre suchen, heißt nicht das Wünschenswerte suchen.
Mist, immer wenn ich mir einbilde, mal eine gute Idee gehabt zu haben, war schon wieder irgendjemand anders schneller *ggg*. Hmhm, Mädel so wird das nie was!
Mit Neid spielte ich auf diese Destruktivposter an. Welche
Motivation könnten sie denn haben, jemand in dessen Suppe zu
spucken? Was stört sie daran, wenn nicht ein persönliches
Interesse bestünde?
Ja, wie gesagt, manchmal wird man auch als „Ungläubier“ von christlicher Seite angegriffen und diskriminiert. Meistens sind noch nicht mal die Gläubigen schuld dran, sondern lediglich die Tatsache, dass viele Traditionen noch sehr christlich geprägt sind und die Bedürfnisse von „Ungläubigen“ gar nicht wahrgenommen oder ignoriert werden. Und daher suchen viele „Ungläubige“ nach einer Plattform, um die eigenen Ideen und Vorstellungen zu verbreiten. Und manchmal auch einfach, um ein wenig Dampf abzulassen. Der Neid bezieht sich also nicht unbedingt auf die Glaubensinhalte, sondern lediglich auf die gesellschaftliche Position und Einflußnahme, die das Christentum herzulande noch hat.
Eine schöne Einstellung, die ich unterschreiben würde! 
Danke für die Blumen!
Viele Grüsse,
Lisa