Hallo Peter,
Liebes Kind, hör auf zu weinen! Also schön, er war in Trier.
Und? Du hast es wohlweislich unterlassen, den Rest der Punkte,
die mir zweifelhaft erschienen, hier nochmal anzuführen.
Ich habe komplett Deinen Kommentar zu dem Deschner Zitat angeführt und dazu Stellung genommen.
Kein
Wunder, bei einem Lehrmeister wie Deschner. Hast Du nicht
selbst von dem sehr hübschen Mithrasstein geschrieben? Ich
warte immer noch auf eine Antwort auf die Frage, wie der die
Zerstörung des Heiligtums überlebt hat.
Ach Peter, die Museen hier sind voll mit Weihesteinen, Überresten von Jupitersäulen usw. - obwohl erstaunlicherweise die Tempel, in oder bei denen sie ursprünglich standen, zerstört sind. Hier ist übrigens der Stein: http://www.zum.de/Faecher/G/BW/Landeskunde/rhein/ges…
Interessant ist ja vielleicht auch die Frage, was alles nicht überlebt hat. Alles, was außer dem Stein vom Mithraskult in Trier geblieben ist, sind ein 18 cm hoher Kopf eines Cautopates, vermutlich von einem Kultrelief abgeschlagen, das Bruchstück eines Löwenkopfes (evt. Bestandteil eines Aion) und ein Messer mit goldenem Griff.
Also, wir haben die
Zerstörung von 50 Tempeln (ohne Frage nach der Berechtigung
das zu tun), aber keine Brandspuren, einen hohen
Erhaltungsgrad des Mithrasheiligtums
und weiter Tempelteile.
Wie kommst Du auf einen „hohen Erhaltungsgrad“? Der gesamte Tempelbezirk war unter einem Kleingartengelände verschüttet und dadurch geschützt. Er wurde ausgegraben, die Fundstätte ausgewertet und dann wieder zugedeckt. Einen „hohen Erhaltungsgrad“ kann man das nicht unbedingt nennen. Einen „hohen Erhaltungsgrad“ haben in Trier die Kaiserthermen oder die Barbarathermen.
Aber Du starrst wie ein hypnotisiertes Karnickel auf
Athanasius
Ich starre nicht auf Athanasius, ich habe nur nicht darüber hinweggesehen, dass Du Deschner Geschichtsfälschung vorgeworfen hast, weil Athanasius angeblich Trier nie betreten hat, ja nicht einmal von seiner Existenz etwas gewusst haben soll. Tut mir leid.
Richtig, und mir fehlten hier ein paar Details. Wie Dir wohl
auch. Was aber immer noch nicht die Richtigkeit des oben
angeführten Vorganges beweist.
Lies das Zitat von Deschner einfach noch mal genau :
So vernichteten Trierer Christen bereits um 336 den großen
Tempelbezirk im Altbachtal, vermutlich auf Initiative des
Ortsbischofs… und des damals in Trier lebenden Hl.
Athanasius.
Da wird in Bezug auf Athanasius nichts behauptet, sondern vermutet. Eine begründete Vermutung, wie ich finde - auch wenn Du das anders siehst. Ist Dein gutes Recht.
Bisher wissen wir also nur,
dass die Zerstörung nicht sehr vollständig gewesen sein kann.
Ja, weil der Tempelbezirk danach wieder bis 399 genutzt wurde.
Und damit ergeben sich Zweifel. Bis Du also einen Fundbericht
vorlegst,
An der Zerstörung 275 aber zweifelst Du nicht - obwohl auch danach der Tempelbezirk wieder benutzt wurde? Ansonsten - ich habe Dir eine brauchbare Quelle genannt.
Tatsächlich
sieht, Deiner Beschreibung zufolge, das Mithräum nicht anders
aus, als andere Mithräen die nicht zerstört wurden (durch wen
auch immer).
Ich habe das Mithräum beschrieben? Ist mir nicht erinnerlich. Du kennst unzerstörte Mithräen?
Man sollte doch meinen, dass eine gewaltsame
Zerstörung Spuren hinterläßt, beispielsweise in Form von
Zerstörung, nicht wahr?
Mach Dich einfach sachkundig und lies das Buch.
Dass es nördlich der Alpen eine ganze Menge Mithrasheiligtümer
gab und auf jeden Fall eines im von Deschner erwähnten Trierer
Tempelbezirk im Altbachtal dürfte ja jetzt wohl auch klar
sein.Richtig, und? Siehe Einwad oben. Du bist mein Augenzeuge,
Ralf. Du hast gesehen, dass viel merh da ist, als sein dürfte,
wenn es diese Zerstörung in dieser Form wirklich gegeben
hätte.
Was sollte denn Deiner Meinung alles nicht mehr da sein? Wohl das, was man gefunden hat - dann hätte man Deine Behauptung, es sei zweifelhaft dass es nördlich der Alpen überhaupt Mithrasheiligtümer gegeben habe, nämlich nicht widerlegen können. Findet man was, kann es keine Zerstörung gegeben haben. Findet man nichts, gab es nichts zum Zerstören. Du biegst es Dir gerade so hin, wie Du’s brauchst.
Aber hier findet sich
natürlich jetzt schon wieder ein Widerspruch. Der Mithraskult
wurde ja hauptsächlich durch Legionen verbreitet. Wenn es also
336 keine Legion mehr in Trier gab, wer benutzte das Heiligtum
überhaupt?
Wie wäre es mit entlassenen Veteranen, mit Kaufleuten, Beamten? Selbst Sklaven waren Mithrasanhänger, lediglich Frauen ausgeschlossen.
Aber wenn es doch nicht mehr benutzt war,
Wenn, wenn … das ist doch blanke Spekulation.
Jetzt wird Dein nächster Schritt also sein,
die Helena-Legende als unwissenschaftlich zu erklären,
Deswegen auch der Name ‚Legende‘ …
aber
das haut auch nicht hin, denn dann musst Du noch erklären,
woher die dann stammt, denn die ist in der Urform auf Eusebius
von C. zurückzuführen und der starb bereits 339.
Ja. Und was steht bei Eusebius? Dass Helena den Trierer Dom gestiftet hat? Oder gar die Heiligkreuzkapelle? Wohl kaum. Es gibt etliche lokale Varianten der Helenalegende und hier interessiert (wenn überhaupt) ausschließlich die Trierer Version, die sie mit Trierer Sakralbauten in Verbindung bringt. Und da bist Du im 9. Jahrhundet, nicht im 4.
Diskrepanzen
über Diskrepanzen.
In der Tat.
Wie viel Energie musst Du eigentlich
aufwenden um die alle nicht zu sehen?
Und wieviel Energie willst Du noch aufbringen um wegzudiskutieren, dass Deine Kritik an dem Deschnerzitat völlig aus der Luft gegriffen und unbegründet war?
Dass diese einem christlichen Sakralbau des
frühen 4. Jahrhunderts zuzuordnen ist, pure Fantasie.Mal langsam, Du bist ja immer gerne bereit, alles, was Dir
nicht passt als „albern“ und „pure Fantasie“ abzutun.
Ja, die Behauptung, Athanasius habe vermutlich nicht einmal gewusst, dass Trier existiert habe ich albern genannt. Ein derartiger Ignorant wäre wohl kaum Metropolit von Alexandria geworden. Und die Behauptung, die Heiligkreuzkapelle stehe auf den Fundamenten eines christlichen Sakralbaus aus dem frühen 4. Jahrhundert nenne ich pure Fantasie, solange ich keinen Beweis dafür sehe,
Was
jemanden, der in anderem Posting so dermaßen vom hohen Ross
runter argumentierte einen etwas schiefen Heiligenschein
aufsetzt.
Was das angeht - wer da dem Lesepublikum pauschal nicht zutrauen möchte, dass es merkt, dass Deschner keine neutrale und ausgewogene Kirchengeschichte schreibt und dazu bemerkt
90% lesen ohnehin keine Vorworte, 10% tun es und vergessen sie
wieder. Der Rest wird dann vom braven Laien für bare Münze genommen
- das warst Du. Wer da den „braven Laien“ vom hohen Ross herunter für begriffsstutzig hält, das bist ganz alleine Du.
a.) Wie Du selber sagst, es gibt Bauschichten unterhalb der
karolingischen Schicht.
Ich sagte, es ist angesichts der Lage in einem schon damals seit Jahrhunderten besiedelten Gebiet wahrscheinlich.
c.) Die erwähnung, dass sich darunter ein älterer Sakralbau
aus dem 4.Jahrhundert befinden soll, stammt aus einem
Stadtführer. Urheber dieser Geschichte muss also wohl das
Stadtarchiv sein. Das wiederum hat seine Quellen wo? Letzten
Endes wohl von den Leuten die gegraben haben.
Dann nenne doch mal die Quellen. Wenn es sich bei Deinem Stadtführer nicht um ein frommes Traktätchen handelt, das da unkritisch die Trierer Helenalegende kolportiert, müssten sie ja wohl angegeben sein. Die Kapelle wurde meines Wissens in den 70ern restauriert - vielleicht hat man ja wirklich etwas gefunden. Wenn ja, dann heraus damit.
Also, Fazit? Es gibt da etwas, das nach Größe und Zeit stimmt.
Das bliebe erst einmal zu beweisen. Sowohl, was Größe als auch was Zeit angeht, was ‚Sakralbau‘ angeht und was ‚christlich‘ angeht sowieso.
Es kann prinzipiell auch wenig anderes gewesen sein,
Oh, da kann eine ganze Menge Anderes gewesen sein. Z.B. ein heidnisches Tempelchen, wenn es schon ein Sakralbau sein muss.
auch wenn
ich offen für andere Vorschläge bin.
Ich halte in solchen Fällen fantasievolle Spekulationen für sinnlos. Greifen wir doch auf Deinen Stadtführer zurück und schauen, ob er Genaueres weiß.
… Also erklärt der Herr Boeck alles, was eventuell nicht in
sein Bild passt für „unhistorisch“.
Nein - ich erkläre einfach, dass außer einer lokalen volkstümlichen Legendentradition, die in vielfacher Hinsicht unhistorische Züge trägt und zeitlich sehr weit von der Lebenszeit Helenas entfernt ist, nichts für Deine These spricht, die Heiligkreuzkapelle stehe auf den Fundamenten einer christlichen Kapelle des frühen 4. Jahrhundert (was ich davon abgesehen für einen Anachronismus halte). So unerheblich diese Frage insgesamt für die Diskussion um das Deschner-Zitat ist.
Ich habe Dir ja in meinem letzten Posting schon zugestanden, dass man das wider alle Wahrscheinlichkeit ruhig einmal annehmen kann - dass es aber dann immer noch nicht Dein Argument stützt, der Tempelbezirk sei schon 336 christianisiert gewesen oder meinetwegen auch nur teilchristianisiert.
Aber er rief seine Mutter nach seinem
Regierungsantritt nach Trier. Man beachte, Trier. Nicht Rom,
nicht York.
Das bedeutet, dass es eine Beziehung zu Trier gegeben haben
muss.
Ach Peter, muss ich denn jetzt wirklich noch einmal erläutern, dass Trier die Residenz eines Tetrarchen war? Und dass Konstantin nach dem Tod seines Vaters dessen Amt als Cäsar usurpierte und daher auch in Trier residierte?
Das mit dem Gasthaus vor den Toren Triers ist eine nette und auch konsistente Theorie, aber weder belegt noch belegbar. Sie hängt schlicht von zu vielen unbeweisbaren Annahmen ab. Pure Spekulation - das kannst Du in einem historischen Roman verwenden, aber zu mehr taugt es nicht.
die Porta Alba direkt zur Kirche gehen? Also nahe, aber
sozusagen baulich getrennt?
Ja - wobei das nicht notwendig war, denn der mittelalterliche Mauerring war deutlich kleiner als der römische und die Porta Alba war da nicht mehr in die Mauer integriert. Deswegen wurde sie auch abgerissen - sie bot potentiellen Angreifern einen Stützpunkt.
Weißt Du zufällig, welche der
Heerstraßen durch die Porta Alba führte?
Keine. Durch die Porta Nigra ging die heute so genannte Via Ausonia (unhistorisch) über den Hunsrück nach Vingium (Bingen) und weiter nach Mogontiacum (Mainz) an den Rhein. Eine weniger bedeutende Straße ging an der Porta Inclyta über die steinere Moselbrücke nach Tolbiacum (Zülpich), wo sie die Hauptstraße von Colonia Claudia Ara Agrippinensis (Köln) nach Durocortorum Remorum (Reims) kreuzte und weiter über Novaesium (Neuss) nach Colonia Ulpia Traiana (Xanten) lief. An der Porta Media ging die Straße über Divodurum (Metz) nach Lugdunum (Lyon) an die Rhône, wobei es 15 km südlich von Trier bei Tawern noch eine Abzweigung nach Durocortorum Remorum (Reims) gab. Vielleicht war dieses Tawern (von Taberna, Gasthaus natürlich), das auch einen schön restaurierten gallo-römischen Tempelbezirk hat, der Geburtsort der Helena? Eine Vermutung ist so gut wie die andere … 
Soweit ich jetzt nur
mal schnell nachsehen konnte, gehörte die PA nicht zu den
ursprünglichen vier Toren sondern wurde nachträglich zur
Entlastung eingefügt.
Ja, zur Entlastung des Amphitheaters, das vorher alleine einen Ausgang aus der Stadt nach Osten bot. Sie hatte nur lokale Bedeutung.
Das bringt mich zu zwei Fragen: a.) wann
und b.) warum war ausgerechnet auf dieser Seite eine
Entlastung notwendig? War das Verkehrsaufkommen so hoch? Und
wenn, warum baute man ein schmaleres Tor und nicht gleich zwei
Bögen wie bei den älteren Toren?
Es gab eine kleinere Straße (dafür war das Tor dann ja auch kleiner) nach Crutisium (bei Merzig) an der Saar. Bei der Datierung bin ich nicht sicher - ich meine mich zu erinnern, die Porta Alba stamme aus dem späten 4. Jahrhundert. Was auch Wikipedia schreibt, allerdings ohne Beleg.
Dein Argument läuft ja
wohl darauf hinaus, der Tempelbezirk sei 336 bereits
christianisiert gewesen und daher auch nicht von Christen
zerstört worden.Zunächst einmal läuft dieses Argument auf gar nichts hinaus.
Wozu führst Du denn sonst die Heiligkreuzkappelle mit ihrer dubiosen Helena-Verknüpfung an?
a.) Die Christianisierung war 336 mit Sicherheit nicht
abgeschlossen. In einem der Texte die Du verlinkt hast, ist ja
auch die Rede davon, dass der Tempelbezirk zumindest in Teilen
bis knapp vor 400 benutzt wurde. Also bis heidnischen Tempel
grundsätzlich verboten waren.
Das wiederum würde aber bedeuten, dass wir eine totale
Zerstörung im Jahre 336 ausschließen können.
Ja.
Es deckt sich mit
dem, was Du selbst gesehen hast: Ein unzerstörter
Mithrasstein,
… der wahrscheinlich Teil eines größeren Ensembles war
ein relativ intakte Anlage, keine großen Spuren
gewaltsamer Zerstörung.
nun ja - relativ kann viel heißen …
b.) Ich bin davon ausgegangen, dass die Kapelle noch innerhalb
der Mauer lag. Da habe ich scheinbar unzuverlässiges
Kartenmaterial. Außerhalb der Mauer kann sie natürlich wenig
direkt christianisiert haben, wenn man von der räumlichen Nähe
mal absieht, die ja irgendwie doch eine Provokation
dargestellt haben mag.
Provoziert fühlten sich nach 313 (dem „Toleranzedikt“) eigentlich nur noch Christen …
c.) Der unklare Punkt für mich ist die Porta Alba. Sie wurde
später errichtet und, wie die anderen Tore auch, Befestigung
im Sinne einer Torburg. D.h. man konnte dort auch wohnen.
Oder, wie ich weiter oben vermutet habe, dort könnte es ja
auch ein Gebäude gegeben haben, dass sich ohnehin bereits im
Besitz der Helena befand. Interessant, um die eine oder andere
Version auszuschließen, wäre zu wissen, wann genau die Porta
Alba erbaut wurde und ob es neben den großen Toren bereits
vorher kleiner Pforten (möglicherweise Ausfallpforten) in der
Mauer gegeben hat.
Wie schon angedeutet (Entlastung), das Amphitheater hatte Zugänge innerhalb und außerhalb der Stadtmauer. Es konnte also auch als befestigtes Stadttor dienen.
d.) Ich habe zu wenig Anhaltspunkte über Helena selbst. Sie
war Christin und offensichtlich nicht nur auf dem Papier. Aber
es gelang ihr nicht, ihren Sohn frühzeitig zu missionieren,
was ja eigentlich spätestens nach 312 kein Problem hätte
gewesen sein sollen. Ihre Einstellung zu Religion erscheint
mir also wesentlich „inbrünstiger“ als die ihres Sohnes.
Das dürfte zutrefen.
Wenn es die PA bereits zu Helenas Zeiten gab, oder auch nur
eine Teilbefestigung mit Tor, dann bildeten Tempelbezirk, Tor
und sicher auch der Bereich vor der Mauer eine Art
Stadtwiertel.
Nein, s.o. PA Ende 4. Jahrhundert, südlich des Tempelbezirks und im Südosten der Stadtmauer; davor als östliches Stadttor das Amphitheater im Nordwesten des Tempelbezirks. Wegen der nicht vollständigen Ausgrabung des Tempelbezirks ist die Südgrenze des Bezirks nicht eindeutig festgestellt, sie dürfte aber mindestens 400 Meter nördlich der PA gelegen haben.
Später sowieso, denn nun ist ja seit dem
Mittelalter der ganze Bereich sowieso mal Wisport.
Nach Abschaffung der Tetrarchie und Gründung Konstantinopels schrumpfte Trier kontinuierlich, und zwar gerade im Süden. Die Mittelalterliche Stadtmauer lag im Süden etwa auf der Linie Kaiserthermen-Moselbrücke. Die Porta Alba, die Kartause St. Alban (1331 gegründet) am Fuße des Heiligkreuzberges und die Heiligkreuzkapelle standen zunächst ziemlich einsam auf weiter Flur. Um die PA entwickelte sich dann das Dörfchen Wisport/Heiligkreuz. In der Übergangszeit gab es keine Notwendigkeit, außerhalb der (römischen) Stadtmauern zu siedeln - die mangels Bevölkerung verfielen.
Freundliche Grüße,
Ralf
, überlasse ich dir gerne mit einer evtl. Antwort das berühmte letzte Wort.
eschner gerne mal den Deckel hält, es geht hier :um Glauben.
olitik, immer implizit einen Alleinherrschaftsanspruch enthält.