Desutsche Sprache, schwierige Sprache :-)

Hallo André,

ganz schnell, bevor die Arbeit zuschlägt :wink:

Bei „Da werden Sie geholfen“ ist’s anders — der Satz ist wohl
in keinem Dialekt und auch nicht in der Umgangssprache
möglich.

Ich bin dennoch der Meinung, dass „sowas von“ ursprünglich genauso gekünstelt entstanden ist wie „da werden Sie“. Sicher schwer zu belegen und schon um einiges älter und deshalb ist „da werden Sie“ durch TV-Verbreitung eben viel schneller rumgekommen.

In aller Munde ist er, weil er damals eben im
Fernsehen war.

Und inzwischen als Spruch 1000mal zitiert und „in die Sprache eingegangen“.

Also wirklich ein Wort- bzw. Sprachspiel.

Genauso glaube ich, dass „sowas von“ entstanden ist.

Ja, ich hatte’s ja wieder gelöscht. Aber dein Mitspracherecht
abgesprochen? Hm. Kann ich mich jetzt nicht so dran erinnern.

Vielleicht hab ich nur „empfindlich gelesen“, beeinflusst durch zwei zeitgleiche Diskussionen (hier weiter unten und in einem anderen Brett), die mit etwas härteren Bandagen ausgetragen wurden (wobei die hier unten schließlich einen ganz eigenen Unterhaltungswert entwickelt hat :wink: ) — also: vergiss es bitte.
Gruß
Elke

Ich habe mal gegoogelt und mir die Resultate angeguckt.

Vergleicht man mal den gefragten Satz bei Google:
• „sowas von keine Ahnung“ = 4.850 Hits, fast alle mit einer
Form von
„haben“ davor
• „sowas von keiner Ahnung“ = 509 Hits, auch fast alle mit
„haben“

Was soll das? Wenn etwas im Netz 4850-mal auftaucht, dann muss es korrekt sein? Ab morgen findest du beim Googlen nach „desutsche“ auch diese Diskussion hier. Du kannst das dann als Beleg dafür hernehmen, dass dies ein heutzutage durchaus gebräuchliches Synonym für „deutsche“ ist.
Gruß
Rainer

Hallo Sebastian,

da es derlei wohl noch nicht gibt, können wir ja anfangen, das
Verteilungsmuster zu untersuchen … ;o)

Aus welcher Ecke Deutschlands kommst Du gekrochen? Denn mein
wild pubertierendes Tochterherz benutzt diesen Ausdruck
definitiv nicht.

Ich bin in Oberfranken großgeworden, jetzt Mittelfranken. Ich bin auch schon über meine Pubertät ein bisschen hinaus :wink:.

Nicht ordinär, sondern einfach nur Unterschicht.

Hm, auch nicht direkt. Nicht so wie „Alda, has du Problem“ :smile:. Ich würde mich und meinen Umkreis eher der nicht allzu niedrigen Mittelschicht zuordnen. Andererseits haben wir hier ja ohnehin kein so starkes Schichtendenken in D wie anderswo, meine ich gehört zu haben.

Ich verbinde das „sowas von“ jetzt auch deutlich mit meiner Jugend, in der wir das Hobby pflegten, „dumm rumzulabern“ :wink:. Keine Ahnung, woher diese Wendung gehoppt gekommen sein mag. Ich würde „sowas von“ jetzt aber immer noch - in einer Kraftausdruckssituation und colloquially - benutzen.

Grüße,
Sebastian

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anderer Ansatz - Englisch
Hallo,

mir klingt bei dieser Wendung auch Englisches im Ohr (vielleicht angeregt durch den Abschweifer zu „Sinn machen“):

I am so not willing to (do something or other).

I am so not going to meet him tonight.

Ebenfalls eine grammatikalisch falsche Konstruktion (im Englischen würde das niemand als grammatikalisch richtig einstufen), die dennoch weit verbreitet ist und in umgangssprachlichen Situation benutzt wird.

Auch hier würde ich sagen: umgangssprachlich benutzter Ausdruck, der sich falscher hochsprachlicher Grammatik bedient (ohne dass dadurch gleich eine umgangssprachliche Grammatikkonstruktion kreiert wird).

Gruß
Elke

Hallo André!

Denn mein
wild pubertierendes Tochterherz benutzt diesen Ausdruck
definitiv nicht.

Vielleicht hast du’s nur noch nie von ihr gehört? :smile:
Vorschlag: Frag sie einfach mal, ob sie den Satz so kennt und
ob sie ihn oft hört und dann, ob sie ihn eventuell benutzen
würde.

Richtig. Gegenüber meinen Eltern würde ich den Satz nie verweden, weil er wirklich sehr stark umgangssprachlich ist und sie sich sicherlich darüber aufregen würden, aber wenn ich ganz stark betonen will, dass ich wirklich keine Ahnung davon habe und ich mit Leuten in meinem Alter zusammen bin und wir sowieso sehr umgangssprachlich sprechen, könnte ich ihn durchaus mal benutzen.

Ich komme aus der Nähe von Bielefeld, kenne ihn aber auch aus anderen Regionen.

Viele Grüße
Car

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Hallo André,

Vielleicht hast du’s nur noch nie von ihr gehört? :smile:

da meine Kinder zu …mmh … Geschwätzigkeit neigen (von wem sie das nur haben können *gg*), bilde ich mir ein, ihre sprachlichen Eigenheiten ganz gut einschätzen zu können.

Vorschlag: Frag sie einfach mal, ob sie den Satz so kennt und
ob sie ihn oft hört und dann, ob sie ihn eventuell benutzen
würde.

Dies habe ich zwischenzeitlich getan, und sie kennt nur die Variante ‚ich habe voll keine Ahnung‘; selbst benutzt sie diesen Ausdruck nicht, da er einer der Lieblingsausdrücke der Leute in ihrer Klasse ist, die sich selbst für cool halten, weil sie rauchen, Alkohol trinken und die Klassenstufe zum wiederholten Mal besuchen.

Nun ist meine Tochter bestimmt nicht repräsentativ, alldieweil ihre Schule ein katholisches Mädchengymnasium ist. Allerdings sollte vielleicht bedacht werden, dass die Sozialstruktur und damit auch die Unterschicht sowohl in studentich geprägten Städten - in einer solchen befindet sich die Schule - wie auch in Badisch-Patagonien - wo wir wohnen - eine andere ist als z.B. in Berlin-Neukölln oder dem Großraum Halle-Leipzig.

Dies wird mit Sicherheit auch Auswirkungen auf die jeweilige Umgangssprache haben … ;o)

Beste Grüße

=^…^=

Beste Grüße

=^…^=

Hallo!

Wie wäre es zumindest mit: „Davon habe ich keine Ahnung“, oder
etwas hochgestochener: „Darüber bin ich nicht im Bilde“, oder
psychologisch geschickt: „Meine diesbezüglichen Kenntnisse
könnte ich noch ein wenig vertiefen.“?

Was aber eine andere Bedeutung hat als die ursprünglichen Sätze - und zwat sowohl inhaltlich als auch vom Charakter her.

So arm ist die deutsche Sprache doch nicht an
Ausdrucksmöglichkeiten, dass man nur immer die
abgedroschensten Phrasen verwenden muss…

Eben drum.

Gruß,
Max

mir klingt bei dieser Wendung auch Englisches im Ohr
(vielleicht angeregt durch den Abschweifer zu „Sinn machen“):

Ich denke, eher nicht. Dazu sind die Konstruktionen zu unterschiedlich, bei „sowas von“ sollte man eher etwas wie „something from/of“ erwarten. Lehnübersetzungen sind meist wörtlicher.

Grüße,

  • André

Was soll das? Wenn etwas im Netz 4850-mal auftaucht, dann muss
es korrekt sein? Ab morgen findest du beim Googlen nach
„desutsche“ auch diese Diskussion hier. Du kannst das dann als
Beleg dafür hernehmen, dass dies ein heutzutage durchaus
gebräuchliches Synonym für „deutsche“ ist.

Nein, natürlich nicht. So doof bin ich auch nicht. :-p
Ich wollte überprüfen, welche Version häufiger ist. Es lässt sich ja erkennen, dass die Variante ohne das Dativ-r häufiger (ca. 10×) vorkommt, also – ausgehend von der Umgangssprache, dann nur um die geht es uns im Moment – möglicherweise (muss man sich jetzt überlegen ob eine 10× größere Häufigkeit ausreicht) die Standardform ist.

So und nicht anders ist das zu interpretieren. Hier ging’s nie um „korrektes grammatisches Hochdeutsch“, sondern immer um die Umgangssprache.

Gruß,

  • André