Deutsche Ausländer dumm gehalten?

Hallo.

Ich weiß nicht, woher diese Illusion kommt, daß eine
engagierte Lehrerin eine 20 oder 25 (oder auch 30) Schüler
starke Klasse nicht so unterrichten kann, daß keiner unter die
Räder kommt.

Geht das wirklich? Angeblich geht das immer nicht, wenn ich
das mal bei den Lehrern anspreche.

Hier kann ich nur aus der Vergangenheit sprechen: Bei uns ging es damals (1989-1990,1991-1993). Wir waren in der Grundschule über 30 Leute in der Klasse und mit hoher Dichte von guten Schülern. Fast ein Drittel (Hälfte Jungs, Hälfte Mädels) waren richtig gut. Auf der anderen Seite gab es aber auch eine Behinderte in der Klasse und ein Grüppchen Leute, die halt nicht ganz so gut waren.

Die Lehrerin hat immer Mittel und Wege gefunden, die besseren Schüler geistig zu beschäftigen, konnte sich dann also um den Rest kümmern.

Das hängt natürlich auch mit dem eher disziplinierteren Unterricht des anderen Systems zusammen, daß die Elternschaft dahinter stand, daß der Lehrer automatisch über hohe Autorität verfügte, daß Leistung ERWÜNSCHT war und gefördert wurde.

Wenn man sich das momentan ansieht, haben die Lehrer recht, die sagen, es ginge in größeren Klassen nicht so (Benehmen und Einstellung der Schüler spielen erheblich mithinein).

Es ist eher das Problem, daß die Lehrer in ihre Methodik
regelrecht reingezwängt werden.

Von wem?

Oft von ihrer Ausbildung her, siehe Referendariate.

Wenn man so manche Referendare
über ihre Referendariate hört, kann einem übel werden.

Das würde mich interessieren. Kannst du mal konkreter werden?

Vorab: Natürlich gibt es genügend Referendare, die ein gutes Referendariat hatten. Aber viele haben eben auch regelrechte Psychoterrorgeschichten auf Lager.
Das Kollegium stichelt und verweigert Hilfe, der Rektor steht nicht hinter dem Referendar, der Betreuer duldert nur Unterricht nach seinen Vorstellungen, wer widerspricht, wird gleich als „nicht kritikfähig“ vermerkt, Bewertung ist oft sehr subjektiv, …

Wenn ich es kürzlich nicht bei meinem Flurnachbarn hier im Wohnheim erlebt hätte, würde ich wahrscheinlich immer leise an diesen Horrorgeschichten zweifeln, aber er hat genauso eine Tortur gerade hinter sich gebracht und mit Einblicke gewährt.

Das geht sogar soweit, daß einige Referendare trotz erfolgreichen Bestehens das Handtuch werfen vor Frust und Einschüchterung, andere sind noch Jahre danach in ernster psychischer Behandlung.

Abner wie gesagt, nicht überdramatisieren - es gibt auch genauso gute Gegendarstellungen und andere Erfahrungen.

Man muß dem Lehrer wieder Möglichkeiten einräumen, die
schlaueren Schüler in einer Klasse konstruktiv zu
beschäftigen, damit er sich den schwächeren widmen kann.

Das hat aber doch zur Folge, dass schwächere Schüler deutlich
mehr Zuwendung bekommen als schlauere. Und da sich die meisten
Menschen über Zuwendung freuen, werden sie doch infolgedessen
lieber schwache Schüler sein wollen als starke. - Oder?

Also ich halte diese Kette für übertrieben. Das klingt eher danach, daß die Kinder so emotional erkaltet sind, daß sie sich wie ein Einsiedler im Wald unglaublich nach zwischenmenschlicher Wärme und Beachtung sehnen.

Beachtung sicherlich - ich sprach aber nicht davon, daß der Lehrer die guten schüler vernachlässigt, wenn er sich hier und da (wenn es hängt), um die schlechteren kümmern muß.

Es ist ja auch so, daß ein auf diese Weise handelnder Lehrer die besseren Kinder sowieso anders einbindet. Die durften schon seit jeher dann zentralere Rollen spielen, wie einen Diskussionskreis „moderieren“, gezielte Vorträge halten etc. etc…

Das geht auch im Frontalunterricht - erfordert aber vielmehr
eine Einstellung zu Schule, in der Bildung etwas zählt und
Leistung nicht per Dekret verpöhnt oder mit Anwiderung
ertragne wird.
Hier sind die Eltern gefragt.

Was sollen die denn machen?

Ein Klima in den Köpfen der Kinder etablieren, daß Leistung nichs Negatives ist.

  • Angenommen, man erfährt irgendeine Sache vom Schüler (also
    von seinem Kind), die man mit dessen Lehrer besprechen möchte,
    und macht also mit demselben einen Termin. Wer vormittags
    arbeitet, muss sich Urlaub nehmen, denn Termine beim Lehrer
    bekommt man meistens nur vormittags.
  • Der Lehrer stellt dann bei diesem Termin die Sache ganz
    anders dar als der Schüler. Man geht dann also nach Hause und
    sagt später zu seinem Kind: Das siehst du wahrscheinlich nicht
    richtig, der Lehrer hat mir dies und jenes erzählt. -
    Daraufhin wiederum erfährt man vom Schüler Dinge, die einen
    endgültig davon überzeugen, dass der Lehrer wohl doch was
    übersehen hat und der Schüler recht hat.
  • Wenn man nun aber wieder mit der gleichen Sache beim
    gleichen Lehrer vorsprechen möchte, dann wird man meistens
    ganz schön schief (als lästig) angesehen. Und selbst wenn das
    nicht der Fall ist oder dies einen noch nicht abschreckt:
    Entweder man geht nicht arbeiten oder man nimmt sich wieder
    einen halben Tag Urlaub dafür.

Das halte ich für übertrieben - skizziere doch einmal bitte einen konkreten Fall, bei dem sowas vorgekommen sein soll.

Ich sage es gleich vorab - pauschalisiere bitte nicht die Lehrer wegen der schwarzen Schafe. Es gab schon immer Lehrer, die hier und da einen auf dem Kieker hatten oder dergleichen. An sowas braucht man sich im allgemeinen gar nicht erst aufziehen, das ist selbstverständlich.

So wie Du aber schreibst, zielst Du auf die Gesamtheit der Lehrer ab.

Übrigens wäre mir das neu, daß Lehrer nur tagsüber zugänglich sind.
Du kannst auch erst einmal versuchen, solche Dinge telephonisch (auch per Anruf auf privat) zu klären, oder vielleicht einen Termin samstags oder dergleichen zu ergattern.

Sarkastisch könnte ich ja sagen: Schon da hätte Sonnabendunterricht Vorteile, weil die Eltern Zeit hätten und der Lehrer vor Ort wäre.
Schade, daß das abgeschafft wurde.

Das finde ich ein bisschen unfair gegenüber den Eltern, denn
jeder wünscht doch für sein Kind das beste, und dass es später
wenigstens eine Chance auf eine Lehrstelle bekommt.

Ich finde das gar nicht unfair. Diese Wünsche können die Eltern gerne haben wollen, sollten sie auch. Doch die Realität und Logik gebietet oft andere Töne, als dieses Auftrumpfen und aus purem Ego das eigene Kind als Statussymbol zu instrumentalisieren.

Die Diskussion hat sich sofort erledigt, wenn dann die ganzen Konsorten wieder auf die Realschule zurückmüssen; ich kann mir für das Kind und für die Eltern nichts Peinlicheres vorstellen.
Nein, warum nicht lieber erst Realschule und dann - mit 16 und einem viel gereifteren Charakter als im Vgl. zu 10 - über die Oberstufe nachdenken.

Nicht das Gymnasium hält alle Optionen für später offen, sondern die *Durchlässigkeit* des Systems hält alle Optionen offen.

Du kennst die wissenschaftliche Untersuchung von dem Professor
(ich glaube Block) aus Essen, nach der sich die Bewertung
(„Grundschulempfehlung“) durch die Lehrer als sehr
unzuverlässig - unzuverlässiger als die Einschätzung der
Eltern - herausgestellt hat?

Das mein ich nicht. Auf meinen Grundschulzeugnissen gab es ab Klasse 1 Zensuren, Kopfzensuren und eine verbale Einschätzung -
wenn ich ehrlich bin, gelten die heute noch bei mir (was ich sehr erstaunlich finde).

Mit den verbalen Einschätzungen meine ich nicht, daß nun Empfehlungen oder sonst etwas erteilt werden, sondern daß das Verhalten, das Wissen, der Charakter und die Einstellung des Schülers über ein halbes/ ganzes Schuljahr hinweg niedergeschrieben wird - natürlich die Essenz des ganzen, keine detaillierte Abhandlung.

MfG

Hallo Thea,

ich ging auf ein „Ost-Gymnasium“, so langsam kamen aber auch neue Lehrer, „Westler“, hinzu. Den Unterschied in der Methodik bemerkt man deutlich.

Einerseits lief der Unterricht bei Ost-Lehrern wesentlich disziplinierter ab, Hausaufgaben wurden wirklich gemacht etc. Andererseits habe ich dadurch, dass es mehr Frontalunterricht gab, mehr gelernt. Frontalunterricht heißt ja nicht, dass die Schüler gar nicht zu Wort kommen. Aber Gruppenarbeiten sind eine Farce, weil dort nichts gemacht wird. Unterricht, bei dem sich „die Schüler alles selbst herleiten sollen“ ist unproduktiv und hatte - jedenfalls für mich - einen geringeren Lerneffekt. Die Bewertung, in die zu einem SEHR hohen Teil (2/3 in manchen Fächern) der mündliche Teil einfloss, war höchst unfair: Diejenigen mit der großen Klappe wurden bevorzugt (man musste nicht unbedingt qualifizierte Antworten hervorbringen, sondern einfach nur möglichst oft melden und 'was dazu sagen), die stillen Schüler - auch wenn sie gut vorbereitet waren und in Klausuren gut abschnitten - hatten keine Chance auf gute Noten.

Der Höhepunkt war eine neue Lehrerin, frisch aus dem Referendariat, die versucht hat, die ihr im Studium vermittelten Konzepte 1:1 auf die 12. Klasse in Deutsch zu übertragen. Das artete in solch tolle Bemerkungen aus, wie „Ihr sollt bei der Diskussion doch nicht zu mir schauen, sondern eure Mitschüler ansehen, ich bin doch keine Autorität!“. Das war nur noch lustig (auf unsere Entgegnung, sie vergebe doch die Noten, antwortete sie verdutzt: ja, stimmt). Und entsprechend respektlos haben sich die Schüler ihr gegenüber verhalten. Nach einem Jahr ist sie gegangen.
Wir hatten übrigens mehrmals versucht ihr zu erklären, dass es SO nicht funktioniere. Sie antwortete immer mit einer total hilflosen Miene und einer nicht gerade überzeugten Stimme, das habe man ihr doch so im Studium beigebracht.

Das war natürlich ein Extremfall. Dennoch muss ich sagen: Mit einer solchen Lehrerausbildung ließe sich auch in Klassen von 15 Leuten kaum etwas erreichen. Wissen besteht in erster Linie aus Fakten. Diese Fakten müssen vermittelt werden, bevor Schüler Diskussionen führen (sonst sind das Diskussionen auf Stammtischniveau, und so lief es auch ab). Um Fakten zu vermitteln, muss in der Klasse Disziplin vorherrschen. Dafür wiederum muss der Lehrer für die Schüler eine Autorität sein. Wenn jedoch ein Lehrer von vornherein beigebracht bekommt, er dürfe keine Autorität sein, nur die mündliche Mitarbeit zähle (nicht das Faktenwissen und die schriftliche Darstellung von Zusammenhängen) und Schüler müssten sich das Wissen selbst erarbeiten (Fakten kann man sich aber nun mal nicht erarbeiten, die muss man lernen!), dann kann das nicht gut gehen.

Dass viele Eltern heutzutage der Ansicht sind, Schule sei ja „nicht so wichtig“ oder gar überflüssig, kann ich bestätigen. Das mündet dann in Mitschülern, die in der 6. Klasse zu faul sind, ein vorher bekanntes Diktat einzuüben und darin eine 6 kriegen. Dies ist im Übrigen auch einer der Gründe, warum ich für das dreigliedrige Schulsystem bin: Schüler mit einer solchen Einstellung demotivieren andere und ziehen das Klassenniveau herunter. Insofern finde ich sehr wohl, dass Eltern mehr Verantwortung tragen, als vielen lieb ist (nein, die Schule ist nicht an allem schuld). Und die besteht imho nicht darin, von früh bis spät mit dem Nachwuchs zu Hause zu sitzen, sondern darin, den Kindern eine bestimmte Grundhaltung gegenüber Bildung und Disziplin mitzugeben. Es sind leider viel zu viele, die sich entweder gar nicht um die Schule ihrer Kinder kümmern oder aber sofort zum Lehrer hinrennen und ein Skandal veranstalten, weil dieser mal Disziplin verlangt hat.

Grüße,
Anja

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Hallo Thea,

Natürlich wird niemand gezwungen. Kann man ja auch nicht, wenn
noch nichtmal genügend Kindergartenplätze oder Ganztagsschulen
vorhanden sind.

Was ich immer maüsant finde, wie die Leute sofort auf Zwang
kommen?

Doch, natürlich wird man irgendwie gezwungen.

Nein du zwingst dich selbst, weil du glaubst alles genauso machen zu müssen wie die anderen. Sry aber das ist wirklich kein Argument.

Erstens: Wenn alle anderen Kinder ganztags im Kindergarten
sind, muss man sein Kind wohl auch dort hinschicken, wenn man
möchte, dass es ab und zu andere Kinder trifft.

Nun Ganztags bedeutet doch nicht bis zum zu Bett gehen!!!
Was tust du denn wenn das Kind von der Kiga nach hause kommt so gegen 16:00 Uhr? Es in die Ecke stellen?

Zweitens gibt es einen gewissen Zwang durch eventuell
auftretende Geldknappheit. Allerdings gäbe es hier als Abhilfe
wohl nur so eine Art Erziehungsgehalt.

Wenn du dies als negativ belasteten Zwang ansiehst solltest du wirklich dringend etwas an deiner Einstellung tun. Arbeit ist nun wirklich nichts negatives, mal abgesehen davon das sie Geld in die Haushaltskasse bringt gibt es noch viele weitere Vorteile.

Die halbe Gesellschaft wäre dankbar, wenn es ein
flächendeckendes Betreuungssystem aus Kindergarten und Hort
gäbe, damit endlich wieder Konstanz in das Leben der Kinder
kommt,…

Das stimmt, aber im Ausbildungssystem der Erzieher, und/oder
in der Hierarchie innerhalb der Betreuungseinrichtungen müsste
noch etwas geändert werden. Und es wäre gut, wenn es etwas
mehr berücksichtigt würde, dass Kinder eine feste Bezugsperson
brauchen (zum Teil ist die Fluktuation beim Personal der
Betreuungseinrichtungen sehr hoch), und dass nicht immer so
getan wird, als wäre ein Erzieher wie der andere.

Hmm, bei einer hohen Fluktuation an Erziehern stimmt was nicht im Personalgefüge und meist bei der Leitung nicht. Ich habe mehrere Kigas mitgemacht zwecks zweier notwendiger Umzüge. bei dem zweiten Kiga den wir hatten hätte ich meinen Sohn auch raus genommen und woanders untergebracht wären wir nicht umgezogen. Hier stimmte es auf Personalebene total nicht. Dies lag aber an der Kiga-Leitung. Bei sowas sollte man sich trauen die Konsequenzen zu ziehen und nicht rumjammern.

Und jetzt mal generell: 1- oder 2-jährige Kinder finde ich zu
klein, um sie ganztags irgendwo unterzubringen. Außer wenn da
ein Betreuer auf höchstens 4 Kinder kommt, und wenn
gewährleistet ist, dass da immer derselbe Betreuer zur
gleichen Zeit da ist (meinetwegen Betreuer A vormittags und
Betreuer B immer nachmittags, oder besser immer der Gleiche).
Aber beides ist ja wohl kaum der Fall. Auch 3-jährige Kinder
orientieren sich noch stark an Erwachsenen, und wenn da so
ungefähr 1 - 2 Leute für 26 Kinder da sind, das finde ich
nicht gerade optimal.

Diese Altersgruppe wird im Kiga gar nicht abgedeckt, ausserdem war ich bisher der Meinung das um diese Kinder auch nicht ging.

Meine Kinder sind ungerne in den Kindergarten gegangen, weil
es zu laut, zu voll, zu wenig Platz war, sie wurden z. T. zum
Basteln gezwungen, mussten den Teller leer essen. - Sie haben
dort folgendes gelernt: - Dass Basteln doof ist, - dass es
doof ist, sich zu entschuldigen, - dass Jungs kein Pink tragen
und überhaupt fast garnichts dürfen außer Mädchen ärgern,
rumpöbeln und angeben, - ganz hastig das Mittagessen zu
verschlingen und dann sofort den Nachtisch zu verlangen usw. -
Natürlich gab es auch nette Erlebnisse, und auch nette
Erzieherinnen, nur hatten die nichts zu bestimmen, und waren
z. T. auch nur kurz da. - Ich wollte nur mal kurz deutlich
machen, warum ich von Kinderbetreuungen nicht in jedem
Falle
so begeistert bin.

Sry, du hattest eine schlechte Kiga für deine Kinder und nicht die Konsequenzen gezogen, warum? Du bist erwachsen und kannst selbst bestimmen wo dein Kind betreut wird.

Vielmehr sollte sich endlich in die Köpfe setzen, daß diese
geregelte Betreuung außerhalb der Familie genauso wichtig ist,
wie elterliche/familiäre.

Ich fände es schon gut, wenn es sich mal wieder in die Köpfe
setzen würde, dass überhaupt eine Betreuung wichtig
ist, sogar auch noch bei 13-jährigen. Diese Betreuung muss
natürlich völlig anders aussehen als bei Kleinkindern, und
besteht vielleicht zu 70 % aus Machtkampf. Aber der ist auch
wichtig für die Kinder. Jedenfalls, solange außer der
Werbebranche sonst keiner Lust hat, sich mit den Jugendlichen
zu beschäftigen.

Nun deswegen diskutieren wir hier doch, oder? Ich denke richtiger ist zu sagen das manche erst mal kapieren müssen das angepasste Betreuung für jedes Kind notwendig ist, von 0 bis 18 oder?

Nordische Grüße
Andrea

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Bis auf die bekannte Tatsache, daß wir bei Frühselektion unterschiedlicher Ansicht sind, brauche ich nichts hinzufügen. Absolut richtig.

MfG :smile:

Ohne Freizeit kein Verlangen danach?

In Deutschland gibts sowas nicht, zumindest nicht
flächendeckend, und das ist auch gut so!

Sehe ich genau umgekehrt. Kinder dauerhaft und vielseitig
fördern kann man nur, wenn man Schule nicht auf ein paar
Stunden pro Tag reduziert, die am besten möglichst schnell
abgewickelt werden sollen. Auf diese Weise vermittelt man
Schülern den Eindruck, in eine Strafanstalt gekommen zu sein
und erschwert ihnen die Identifikation mit der Schule.
Außerdem tragen qualifizierte Hausaufgabenbetreuung,
Förderunterricht (sowohl für über- wie auch für unterforderte
Schüler) sowie die Integration zahlreicher Freizeitangebote
(z.B. Sport, Chor) imho zu der erfolgreichen Ausführung des
Bildungsauftrags erheblich bei. Die Aufteilung in „vormittags
Schule, nachmittags endlich Spaß und Freizeit“ ist imho
kontraproduktiv.

Immer nur in die Schule sperren, damit sie nicht mitkriegen, wie schön es ausserhalb ist, bringt nichts. Die Kinder sind nicht blöd. Da wird der Wunsch, aus der Schule rauszukommen nur noch größer.

Gruss, Marco

Hallo,

Immer nur in die Schule sperren, damit sie nicht mitkriegen,
wie schön es ausserhalb ist, bringt nichts. Die Kinder sind
nicht blöd. Da wird der Wunsch, aus der Schule rauszukommen
nur noch größer.

da kommt bei dir diese negative Einstellung gegenüber der Schule durch. Und genau das ist das Problem. Schule wird mit etwas Negativem assoziiert. Warum aber kann ein Kind nicht eben so seine Freizeit mit seinen Freunden (Klassenkameraden) auf dem Schulgelände beim Spielen, Toben, bei diversen Freizeitangeboten etc. verbringen? Dann nämlich bessert sich auch die Einstellung der Kinder zur Institution Schule.

Gruß,
Anja

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Hallo

Erstens: Wenn alle anderen Kinder ganztags im Kindergarten
sind, muss man sein Kind wohl auch dort hinschicken, wenn man
möchte, dass es ab und zu andere Kinder trifft.

Nun Ganztags bedeutet doch nicht bis zum zu Bett gehen!!!
Was tust du denn wenn das Kind von der Kiga nach hause kommt
so gegen 16:00 Uhr? Es in die Ecke stellen?

Na ja, aber mit anderen Kindern, die vielleicht nicht im Kindergarten sind, dann noch spielen, wohl eher nicht.

Zweitens gibt es einen gewissen Zwang durch eventuell
auftretende Geldknappheit. Allerdings gäbe es hier als Abhilfe
wohl nur so eine Art Erziehungsgehalt.

Wenn du dies als negativ belasteten Zwang ansiehst solltest du
wirklich dringend etwas an deiner Einstellung tun. Arbeit ist
nun wirklich nichts negatives, mal abgesehen davon das sie
Geld in die Haushaltskasse bringt gibt es noch viele weitere
Vorteile.

Ein paar Beiträge weiter oben hatte jemand gesagt, er wäre gegen den Zwang, sein Kind in eine „Betreuungsanstalt“ bringen zu müssen. Dann hat jemand anderes gesagt, von Zwang könne keine Rede sein. Und dann habe ich gesagt, doch ein bisschen schon, erstens siehe oben, und zweitens aus finanziellen Gründen.

Das hat mit meiner persönlichen Einstellung dazu überhaupt nichts zu tun.

Meine Kinder sind ungerne in den Kindergarten gegangen, weil
es zu laut, zu voll, zu wenig Platz war, sie wurden z. T. zum
Basteln gezwungen, mussten den Teller leer essen. - Sie haben
dort folgendes gelernt: - Dass Basteln doof ist, - dass es
doof ist, sich zu entschuldigen, - dass Jungs kein Pink tragen
und überhaupt fast garnichts dürfen außer Mädchen ärgern,
rumpöbeln und angeben, - ganz hastig das Mittagessen zu
verschlingen und dann sofort den Nachtisch zu verlangen usw. -
Natürlich gab es auch nette Erlebnisse, und auch nette
Erzieherinnen, nur hatten die nichts zu bestimmen, und waren
… Ich wollte nur mal kurz deutlich
machen, warum ich von Kinderbetreuungen nicht in jedem
Falle
so begeistert bin.

Sry, du hattest eine schlechte Kiga für deine Kinder
und nicht die Konsequenzen gezogen, warum? Du bist erwachsen
und kannst selbst bestimmen wo dein Kind betreut wird.

Nein, so ganz kann ich das nicht selbst bestimmen, da in den Kindergärten, die ich mir gewünscht hatte, keine Plätze frei waren. Ich kann doch nicht meinen Traumkindergarten aus dem Boden stampfen, ich kann noch nicht mal einen selber aufbauen, weil ich dafür keine Erlaubnis bekommen würde. Man muss schon nehmen, was man kriegt, oder eben garnichts nehmen.

Übrigens habe ich die Geschichte reichlich abgekürzt, zur besseren Lesbarkeit. Es handelte sich um mehrere Kindergärten.

Ich hab jetzt aber keine Lust, mich zu rechtfertigen; ich wollte damit hauptsächlich gesagt haben, dass man das bedenken muss, dass nicht alle Kindergärten und Kinderbetreuungen gut sind.

Viele Grüße
Thea

Hallo,

Immer nur in die Schule sperren, damit sie nicht mitkriegen,
wie schön es ausserhalb ist, bringt nichts. Die Kinder sind
nicht blöd. Da wird der Wunsch, aus der Schule rauszukommen
nur noch größer.

da kommt bei dir diese negative Einstellung gegenüber der
Schule durch. Und genau das ist das Problem. Schule wird mit
etwas Negativem assoziiert. Warum aber kann ein Kind nicht
eben so seine Freizeit mit seinen Freunden (Klassenkameraden)
auf dem Schulgelände beim Spielen, Toben, bei diversen
Freizeitangeboten etc. verbringen? Dann nämlich bessert sich
auch die Einstellung der Kinder zur Institution Schule.

Auf dem Schulgelände spielen dürfen und auf dem Schulgelände spielen müssen ist ein Unterschied.

Ich habe früher gerne da gespielt, auch AG-s (von der Schule angebotene Arbeitsgemeindschaften) waren toll. Aber das war alles freiwillig und kein Zwang.

Gruss, Marco

Hallo.

Auf dem Schulgelände spielen dürfen und auf dem Schulgelände
spielen müssen ist ein Unterschied.

Ich habe früher gerne da gespielt, auch AG-s (von der Schule
angebotene Arbeitsgemeindschaften) waren toll. Aber das war
alles freiwillig und kein Zwang.

Gruss, Marco

Du überschätzt völlig den Willen eines Kindes.
In der Situation heute halte ich es sogar für gerechtfertigt, Kinder zur „frischen Luft“ zu zwingen.
Ich sehe es doch an den mir zugänglichen Horten: Die Kinder wissen NICHTS, NICHTS mehr wirklich mit sich selbst anzufangen; es wird nur noch herumgeschrien, gekämpft, geschlagen, Sachen absichtlich kaputt gemacht. Die Kinder wollen nur noch drinnen herumhocken, haben nur noch Fernsehen, Computer, Playstation oder sonst was für Mist im Kopf.

So einfach funktioniert es dann auch aber auch nicht: Wenn das Wetter den „Herren“ genehm ist, geht man sogar noch gerne raus.

Dennoch dramatisierst Du die Sache über: Es wird in keinem Hort, den ich kannte und kenne wirklich gezwungen zum Spielen.

Du mußt einfach 'mal Dein Schreckgespenst im Kopf loswerden und von der völlig surrealen Vorstellung abrücken, rein familiäre Betreuung sei vorteilhafter als alles andere.

MfG

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Hallo

Ich antworte einfach mal,ohne die ganzen anderen Beiträge gelesen zu haben, denn dieser Beitrag betrifft zum größten Teil meinen Job, und ich denke, dass es wichtig ist da mal ein paar Dinge richtig zu stellen.
Sicherlich sind die in Deutschland lebenden Ausländer (oder Migranten) Bildungstechnisch benachteiligt. Dies liegt aber nicht nur allein am deutschen Bildungssystem, sondern natürlich auch an den sozialen Gegebenheiten. Hierbei ist besonders die Sprache zu sehen. Denn ohne vernünftigen Spracherwerb gibt es auch keinen vernünftigen Bildungserwerb. Wenn in den Familien zB nicht richtig Deutsch gesprochen wird, dann haben die Kinder ein Problem. Ich arbeite gerade an einer Langzeitstudie mit, die genau das zeigt: Kinder aus Familien, die wenig Bildungshintergrund haben, und auch die deutsche Sprache nicht gut oder gar nicht sprechen, sind natürlich benachteiligt.
Denn die Eltern können ihnen in Bildungsfragen nicht helfen!

Deswegen ist es wichtig, dass es schon frühzeitige Sprachförderprogramme in Kindergärten gibt…und auch die Eltern müssten Sprachkurse bekommen.
Aber wie das ja so ist…in Bildung wird extrem wenig investiert…und wenn die nächsten Ergebnisse des nächsten Bildungstests kommen, dann ist das Geschrei wieder laut!

Viele Grüße
Pia