Deutsches Geblüt

hallo Spongepop,
bitte erklär mir, wieso nach späterstens 10 Generationen die
asiatischen ( oder irgendwelche) Gene ausgekreuzt sein müßten?
Würde das nicht nur dann so passieren, wenn eine Art „bewußter
Zuchtwahl“ stattfindet? Gruß, I.

Hallo I.

Wir sprechen hier nicht von Millionen mongolischer Nachkommen, sondern von ein paar Hundert. Es ist also eher umgekehrt: um das mongolische Erbgut zu erhalten hätte eine „bewußte Zuchtwahl“ stattfinden müssen.

Gruß

S.

Hallo Marion,

das ist ne echt gute Frage - was ist eigentlich deutsch?

Bei der Staatsbürgerschaft bin ich im Zweifel. Immerhin hat sich schon ein Staat in Nichts aufgelöst, der den Anspruch darauf erhoben hatte, mein Vaterland zu sein, ohne daß das viel geändert hat in mir. Und mit dem neuen Staat kann ich mich nicht so recht identifizieren, da fehlt gefühlsmäßig was.
Ich kann auch mit dem Begriff Nationalstolz nichts anfangen. Stolz kann ich ja nur auf etwas sein, was ich selbst erreicht habe - und die Zugehörigkeit zum deutschen Volk ist mir ja ohne eigenes Zutun einfach zugefallen.
Es hat wohl hauptsächlich etwas mit dem Heimatgefühl zu tun. Ich gehöre einfach hier her, hier in dieses Land. Das ist meine Kultur, diese Menschen sind mir nicht fremd, das ist meine Sprache und Geschichte.
obei… geschichte… da wird es spürbar. Nämlich immer dann, wenn mir in sen vorwiegend westdeutsch geprägten Medien die Geschichte der BRD als einziger Teil der deutschen Nachkriegsgeschichte vorgeführt wird. Das ist dann wie ein Stachel, verstehst Du - weil ich dann immer das Gefühl habe, hier wird mir meine eigene Geschichte gestohlen. Das ist unnatürlich, ich soll auf einmal Adenauer, Ehrhard, das Wirtschaftswunder, die 68iger, die Ölkrise und was weiß ich noch alles als meine Geschichte begreifen. Irgendwie ist es zwar so - aber dann sind bitte nun auch Ulbricht, Honecker, das braunkohlekombinat Schwarze Pumpe und die Kollektivierung der Landwirtschaft auch Teil der bundesdeutschen Geschichte.

Klar… in einem bayrischen Dorf wäre ich irgendwie auch fremd. Aber wohl nicht so sehr, wie in einem anderen Land.
10 km weg von mir stehen Goethe und Schiller auf dem Denkmal vorm Theater in Weimar. Die gehören dazu, das ist ein Teil von mir. 6 oder 7 km nördlich davon liegt die gedenkstätte des ehemaligen KZ Buchenwald. Auch das gehört dazu - leider.

Es ist schwer zu sagen und zu beschreiben. Aber da ist etwas, eine Art Zusammengehörigkeitsgefühl. Hervorgerufen durch eine gemeinsame geschichte, gemeinsame Sprache und gemeinsame Kultur.

Gernot Geyer

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Hallo Gernot,

da in meinem Freundeskreis ein Jurist sich ausgiebig mit Rückgabe jüdischen Eigentums in der DDR beschäftigt hat, habe ich ihm Punkt 1 Deines Postings geschickt.
Hier nun sein Kommentar:

In Thüringen "gab es in der Tat während der
Zeit der amerikanischen Besetzung (also bis zur Postdamer Konferenz in etwa)
den Erlass des US-Rückerstattungsgesetzes (wie in Bayern z.B.). Nachdem
ein Auswechseln der Besatzungsmacht stattfand, wurde dieses Recht
zunächst einfach nicht mehr angewandt, dann „vergessen“, schliesslich
ignoriert.
Die praktitsche Bedeutung der Thüringer Rückerstattungen sind völlig
unbedeutend, allein wegen der sehr kurzen praktischen Anwendungszeit.
Wenn in diesen Monaten 2-3 Rückerstattungen abgewickelt worden sind, so
ist das schon viel.

Wie hat die DDR nun rechtlich und moralisch argumentiert, um das Raubgut
der Nazis behalten zu können?
Anders als im Westen ging man nicht von einem Weiterbestehen *des*
deutschen Staates als Völkerrechtssubjekt aus, sondern von dessen Untergang im Mai 1945. Der völkerrechtliche Begriff hierfür ist „Debellatio“.

Die SU habe nun das gesamte Vermögen der Nazis und Kriegsgewinnler (also auch arisiertes Vermögen) unter Beschlagnahme und unter einen Sequester
gestellt. Kraft DDR-Recht und völkerrechtlicher Verträge mit der SU ist dieses Vermögen 1949 Volkseingentum geworden.

Der Trick ist offensichtlich, die Zäsur nur eine scheinbare und der Umweg über die SU ein müdes Alibi.

Rückerstattungen oder Entschädigungen *konnten* aus Billigkeitsgründen „gewährt“ werden, wenn der Berechtigte selbst in der DDR lebte. Die praktische Bedeutung war auch hier gering.

Interessant ist die Behandlung der hängenden Fälle durch die DDR. Ein Beispiel: Durch die 11. VO zum Reichsbürgergesetz wurden deutsche Juden, die zum Stichtag (Nov. 1941) im Ausland waren oder später den Aufenthalt nach dorthon „verlegten“ (Deportation und Vernichtung!!) staaten- und vermögenslos. Das Vermögen verfiehl dem Reich.

Das war die Nazi-Theorie. In der Praxis jedoch gelang oftmals die formelle Umschreibung des Grundbuches von dem deportierten Juden auf das Reich nicht. Dieser war dann auch im Mai 1945 noch im Grundbuch drin.

Die SU und die spätere DDR konnten aus Gründen der Reputation bei diesen Vermögenswerten ja nicht den von den Nazis begonnenen Weg einfach weiterbeschreiten und das Grundbuch unter Berufung auf die 11. VO in
Volkseigentum berichtigen.

Für diese Fälle gab es vertrauliche und interne Arbeitsanweisungen. Man enteignete einfach aus Gründen des „Gemeinwohls“, meistens im Wege des sog. „Aufbaugesetzes“ nochmal. Das Procedere war ein wenig gestrafft gegenüber „echten“ Fällen. Eben eine kleine Scharade.

Später dann, so ab der 1. Hälfte der 80er Jahre, als Honny auf internationaler Anerkennung schielte, begann die DDR den Bereich der offenen Vermögensfragen über Staatsverträge zu regeln. Einzig eine gewisse Bedeutung hat erlangt der Staatsvertrag Österreich DDR.
Nazi-Raubgut verblieb im „Volkseigentum“, die DDR zahlte an Österreich eine bestimmte Summe, welche zur Entschädigung zur Auszahlung kam.

Soviel erstmal.
Das von Dir mitgeteilte Posting ist aus rechter Propagandasicht ja gar nicht so ungeschickt aufgebaut. Aber immerhin wird ein Überraschungserfolg mit
Thüringen erzielt, wenn man die lediglich marginale praktische Bedeutung der US-Rückerstattung verschweigt."

Ich finde das sehr erhellend - wie Du hier herumtrickst.

Auf Deine Verschwörungstheorie weiter unten, von wegen die Juden seien mit schuld, dass sich kein Mittelstand aufbauen konnte, weil sie auf alles und jedes einen Rückübertragungsanspruch gestellt haben, gehe ich verständlicherweise nicht mehr ein.

Iris

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Hallo,

Moment mal - den geschilderten Fall gibt es wirklich. Unde ich habe ihn für den Regelfall gehalten. Wenn dem nicht so war, war es natürlich echt eine Sauerei, was da lief nach 45. Nur konnte ich das dann nicht wissen, weil ja nicht stattgefundene Vorgänge auch nicht in Grundstücksakten stehen.

Natürlich unterstelle ich keinem, daß er 1990 absichtlich etwas behindert hat. Aber faktisch ist es so rausgekommen.
Es war wirklich so, daß die zuständige jüdische organisation pauschal erst einmal bei allen Rückübertragungsobjekten Wiederspruch eingelegt hat - auch um eventuelle Ansprüche, die nicht sofort bekannt waren, nicht verfallen zu lassen.
Das hat aber in der Realität dazu geführt, daß praktisch keine Rückübertragungen schnell erfolgen konnten, der ganze Prozeß zog sich so hin bis weit nach 1995.
Nun konnten aber Firmen die ihnen laut Grundbuch noch nicht gehörenden Grundstücke nicht als Banksicherheit nutzen - ist ja logisch. Sie konnten auch nicht ohne Risoko renovieren bzw. umbauen, da ja noch nicht geklärt war, ob sie die Grundstücke und Gebäude je bekommen würden.
Ich war damals auf ner Raiffeisenbank tätig - es betraf ja aucvh unser Firmengebäude. Das war zur DDr Zeit zum Volkseigentum erklärt worden und nun bekamen wir es ewig nicht wieder. Und wir mußten aber umbauen entsprechend den gültigen Sicherheitsrichtlinien, um bei Überfällen noch versicherungsschutz zu haben. Gut - ne Bank hat Geld. Aber einige unserer Kunden hatten das nicht und wir mußten denen mangels Sicherheit die Krdite verweigern, die sind Pleite gegangen und ein paar Hundert Leute sind arbeitslos geworden.

Es ist echt nur gut, daß solche internen Geschäftsvorgänge nicht bekannt geworden sind, die Firmenleitungen haben ja meist nur gesagt, daß die Bank keinen Kredit gegeben hat. Denn ich möchte nicht wissen, wie die Stammtische diskutiert hätten anschließend.

Das hat sicher keiner so beabsichtigt und gewollt - aber es ist passiert.

Gernot Geyer

Nachgefragt
Hallo Iris,

das ist jetzt das zweite Mal, dass ich direkt mitbekomme, wie versucht wird, jüdische Kritiker der israelischen Politik, auf sehr gehässige Art und Weise mundtod zu machen (da kann man ja direkt froh sein, wenn man in den Augen dieses Herrn als Nicht-Jude allenfalls als einfacher kleiner Antisemit dasteht *g*).

Was mich interessieren würde: Werden solche Stimmen in der außerisraelischen jüdischen Welt überhaupt ernst genommen ? Zeigen solche Einschüchterungsversuche überhaupt Wirkung oder werden sie eher als „Freaks“ belächelt ?

Gruß
Marion

Hallo

Die DDR hat Israel nie anerkannt. Wiedergutmachungen sind abgelehnt worden.

Sich unter dem Deckmantel des Antifaschismus antisemitisch zu betätigen ist ja nichts, das grade heute erfunden wurde.

Gruß
dataf0x

Oder kommt da nicht dann doch
irgendwo das Gefühl, daß das so nicht stimmt, weil man ja auch
zum jüdischen Volk gehört?

Woher nimmst du die Erfahrung darüber, welches Gefühl da kommt?

Das ist meines Wissens
ziemlkich einzigartig und wird damit automatisch von anderen
als unlogisch, unbegreiflich oder auch absurd empfunden. Es
wäre genau so, als wenn die Zugehörigkeit zur anglikanischen
Kirche darüber entscheiden würde, ob jemand Engländer ist oder
nicht - eigentlich irgendwie undenkbar.

Das ist keinesfalls einzigartig und sogar innerhalb der EU (!) rechtlich möglich: Wer als Mönch den Athos- oder Meteoroklöstern beitritt, wird automatisch Grieche und somit EU-Bürger. Er gehört damit zum griechischen Volk. Griechenland hat übrigens eine Staatskirche - bis heute. Dasselbe passiert auch im Vatikan. Wenn ein Vatikaner die Staatsbürgerschaft verliert und dabei staatenlos würde, wird er Italiener. Vatikaner kann man aber nur werden, wenn man eine kirchliche Funktion irgendeiner Art hat.

Daß Nationalität und Religion fließend ineinander übergehen ist also keinesfalls eine jüdische Besonderheit. Diese Dinge fallen einem nur nicht auf, weil man sie gewohnt ist und hinnimmt.

wie soll ich mit jemdnen
diskutieren, der sich für den Angehörigen eines auserwählten
Volkes hält?

Merkst du eigentlich wie klischeehaft-antsemitisch diese Aussagen wirken? War es das, was man in der DDR so zu hören bekam?

Gruß
dataf0x

Das Gefühl der Zugehörigkeit zu einem Volk oder einer Nation,
das begreifen der Sprache, Kultur und Geschichte als meine
eigene - das ist es doch. Ja verdammt… auch das Gefühl von
Heimat und von zu Hause sein, falls man so was überhaupt noch
hat.

Man kann mehrere Heimaten haben, sich an mehreren Orten zuhause, und auch als fremd, fühlen. Man kann sich mehreren Ländern verbunden fühlen. Das Leben verläuft in mehr als nur einer Bahn. Innerhalb eines Lebens kann man mehrere „Geschichten“ haben, Kindheit, Jugend, Erwachsenenalter - wer sagt, daß sie alle in ein und demselben Umfelg ablaufen müssen? Was ist daran so unverständlich? So eine Lage ist einerseits nicht einfach, weil sie mit Konflikten einhergeht. Aber auf der anderen Seite eröffnet sie einem Perspektiven, die ein kulturell eingleisiger Mensch nie sich auch nur vorstellen kann. Das merkt man ja auch hier sehr deutlich, wenn ich deine Beiträge lese.

Aber es ist trotzdem ein Fakt: Die Juden begreifen sich als
ein Volk und werden nie vollständig assimiliert woanders.

Warum ist Assimilierung, d.h. nicht nur Anpassung sondern völlige Aufgabe seiner vorigen Lebensgeschichte, überhaupt ein Ideal? Ich finde diese Forderung menschenfeindlich. Jeder hat eine einzigartige Geschichte und sie form uns wie wir als Person uns sehen. Warum muß man sich in eine einzige Identität hineinpressen lassen? Dagegen wehre ich mich entschieden.

Gruß
dataf0x

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