Hallo Wissende,
warum dürfen in der Diakonie nur konfessionelle Pflegekräfte arbeiten?
Werden nicht auch unkonfessionelle Patienten gepflegt?
Gruß und Dank
vom haploid
Hallo Wissende,
warum dürfen in der Diakonie nur konfessionelle Pflegekräfte arbeiten?
Werden nicht auch unkonfessionelle Patienten gepflegt?
Gruß und Dank
vom haploid
Hallo Haploid,
warum dürfen in der Diakonie nur konfessionelle Pflegekräfte
arbeiten?
Weil die Diakonie ein kirchlicher Träger ist (ähnliches gilt auch für katholische bzw. evangelische Kindergärten, etc.) - die sind in dieser Hinsicht etwas eigen.
Werden nicht auch unkonfessionelle Patienten gepflegt?
Ja selbstverständlich.
Beste Grüße
Tessa
Hallo Haploid,
Kirche ist - so der Fachausdruck - ein „Tendenzbetrieb“. Das gibt ihr das Recht
bei ihren Angestellten zu fordern, daß diese - wenn nicht der jeweiligen Glaubensgemeinschaft evangelisch oder katholisch angehörend - zumindest Mitglieder einer Kirche der ACK sind.
ACK heißt „Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen“.
Bei Stellenausschreibungen findest Du also manchmal den Zusatz „ACK - Zugehörigkeit“ erforderlich oder ACK-Klausel.
Zur ACK gehören neben der evang. und kath. Kirche, die orthodoxe und einige - aber nicht alle - Freikirchen.
ihren Angestellten bestimmte Vorgaben in der Lebensführung zu machen. So darf in Südbayern ein Mensch, der einen Geschiedenen heiratet oder selber wiederverheiratet ist nicht bei Kirchens arbeiten
nur eine Mitarbeitervertretung zulassen - also keinen Betriebsrat
In Einzelfällen stellen Kirchen durchaus Leute ein, die keine Kirchenmitglieder sind, besonders in der Altenpflege in den neuen Ländern, weil sie die sonst nicht gewährleisten könnten.
Nur ist das im Einzelfall eine heikle Sache. Pfarrer XY kann die muslimische Erzieherin für den evangelischen Kindergarten einstellen. Er geht in den Ruhestand und sein Nachfolger hält es mit der ACK-Klausel, dann hat die muslimische Erzieherin Pech gehabt (gilt natürlich analog für aus der Kirche ausgetretene Leute auch).
Es gibt bei kath. Fachhochschulen dann auch die Variante, daß Nicht-Katholiken Lehraufträge höchstens in Höhe von vier Semesterwochenstunden bekommen können. Eine Anstellung über diesen Umfang hinaus wird meist abgelehnt.
Eine andere Geschichte ist nun die Seite derer, die die Leistungen von kirchlicher Sozial- und Jugendarbeit (Diakonie, Charitas etc.) in Anspruch nehmen. Da darf Kirche keine Einschränkungen machen. Sonst würde man staatliche Zuschüsse verlieren und ohne diese laufen die genannten Arbeitsbereiche nicht.
Die Sauerei - und die wurde hier im Brett auch schon diskutiert - ist also, daß wir alle, egal ob oder welcher Religion wir angehören oder auch nicht in Deutschland durch unsere Steuergelder kirchliche Arbeitsfelder ganz wesentlich mitfinanzieren, aber Kirche es sich nach wie vor herausnehmen kann, in ihrer Einstellungpolitik zu diskriminieren.
Es gibt viele Regionen, wo Kirche in bestimmten Bereichen der Sozialarbeit ein Monopol hat und sie ist in diesem Bereich der zweitgrößte Arbeitgeber.
Viele Grüße
Iris
Hallo Wissende,
warum dürfen in der Diakonie nur konfessionelle Pflegekräfte
arbeiten?
das ist grundsätzlich so nicht richtig. Denn wenn die Diakonie in der Diaspora arbeitet, können durchaus andere Pflegekräfte dort arbeiten.
Hier in Deutschland verhält es sich jedoch so, daß keiner arbeitslos sein muss, wenn Kirche ihm/ihr keine Arbeit gibt. So kann Kirche verlangen, daß diese besonderen Tätigkeiten auch in der speziellen Tradition und mit der speziellen Ausrichtung des Glaubens erledigt werden.
Stelle dir das Geschrei der Multikultis vor, wenn (bleiben wir bei dem Beispiel) ein/e Muslim/e dazu aufgefordert würde undter dem zeichen des Kreuzes zu arbeiten, bzw. mit einem Sterbenden zu beten, oder im Kindergarten nach evangelischer/Katholischer/ sonstiger Tradition zu erziehen.
Werden nicht auch unkonfessionelle Patienten gepflegt?
Ja , weil die liebende Hilfe jedem angedeihen soll, auch wenn er noch nicht zum rechten Glauben gefunden hat. (Tradition des barmherzigen Samariters)
Andererseits finde ich diese Einstellung nicht verwerflich. Ich stelle mir vor, ein Christ wolle in Israel Schlachter werden, oder Lehrer in einer Koranschule, oder Medizinmann bei den Pygmäen.
Gruss
winkel
Hallo, Haploid,
das wird nicht immer so streng gesehen, ich hab auch schon bei einer Diakonie-Pflegestelle mitgearbeitet und mein Bruder hat bei der Caritas seinen Zivildienst gemacht, in einem Krankenhaus, das von der katholischen Kirche getragen wird, und wir gehören beide keiner christlichen Kirche an.
Gruß, die Elbin
Hallo Iris,
finde ich auch nicht in Ordnung, dass die Kirche im sozialen Bereich, teilweise ein Monopol hat, da sie doch auch von allgemeinen Steuergeldern mitfinanziert wird.
Eine gute Bekannte von mir, war jahrelang als Pflegerin in einer Diakoniestation angestellt, nachdem der Zeitdruck immer grösser wurde (die Barmherzigkeit immer kleiner, weil man wirtschaftlich pflegen sollte) und die Diakoniestation sich aus Kostengründen umstrukturiert hatte (Verschlechterung der Arbeitsverträge etc.) und das Gerede vom diakonischem Auftrag nur noch eine Farce war, hat sie gekündigt und sich einen anderen Job gesucht.
Sie hat sich dann von der Kirchensteuer abgemeldet, weil ihr Mann keiner Konfession angehörig war und sie seit dem Jahr 2001, durch das „Kirchgeld“ auch für ihn Kirchensteuer mitbezahlen musste - echt schizophren, diese Regelung.
Die Bekannte wollte später wieder in einer Diakoniestation arbeiten, aber sie wurde nicht genommen, weil sie konfessionslos sei (obwohl sie erzählt hat, warum sie ausgetreten ist - hatte ja nichts mit „Nichtgläubigkeit“ zu tun).
Der Witz an der Sache ist, dass in der Zeit, in der sie in der Diakoniestation gearbeitet hat, mehrere neue Pfleger/innen über sogenannte e.V. Krankenpflegevereine (die diese Diakoniestation finanziell unterstützten), obwohl ohne Konfession, zu gleichen Konditionen wie sie selbst, eingestellt wurden.
Was soll man dazu sagen, da läuft doch irgendwas falsch.
Sind Monopole in Deutschland nicht verboten?
Gruß und Dank
vom haploid
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Hallo haploid,
warum dürfen in der Diakonie nur konfessionelle Pflegekräfte
arbeiten?
Das Stichwort Tendenzbetrieb wurde schon erläutert. Obwohl ich diese Vorgehensweise auch ganz anders erklären kann:
Ein AG zahlt einem AN Lohn und dafür darf er Treue für die seine Sache erwarten.
Ob Daimler sich wirklich freut, wenn der Blaumann nach der Schicht Anti-Auto-Plakate klebt bzw. einen entsprechenden Stand vor dem Werkstor aufmacht ?
Jemand der nicht in der Kirche (s.u. ACK) ist, zeigt doch dass ihm dieser Verein schnurz ist (genau dies lese ich aus der Geschichte deiner Bekannten heraus). Warum soll eine person, die mein Corporate Identy ablehnt, einstellen (s. Beispiel Daimler).
Wenn die Kirche im Pflegebereich fast das Monopol hat, dann ist das doch die Chance für deine Bekannte: Die Zahl der Nichtchristen wächst, damit auch der Bedarf an nicht-kirchengebundener Pflege. Let’s start!
Werden nicht auch unkonfessionelle Patienten gepflegt?
ja, es gibt dabei drei Aspekte:
Die Diakonie (auch Caritas) wurden im letzten Jh. gegründet mit zwei Zielsetzungen: Hilfe für Unterschichtmenschen und Mission, eine Zeitgemässer weltlicher Ansatz von ‚ora et labora‘.
Der rechtliche Aspekt wurde schon richtig beschriben.
Der finanzielle Aspekt: Meines Wissens bekommen die kirchl. Sozialeinrichtungen die gleichen Tages-/Patientensätze wie die AWO oder ein privater Pflegedienst-/krankenhausbetreiber. Daher kann ich den Vorwurf der Kirchenfinanzierung über die Sozialschiene nicht nachvollziehen.
Tschuess Marco.
Hallo Haploid,
finde ich auch nicht in Ordnung, dass die Kirche im sozialen
Bereich, teilweise ein Monopol hat, da sie doch auch von
allgemeinen Steuergeldern mitfinanziert wird.
…
Sind Monopole in Deutschland nicht verboten?
Im Prinzip hast Du recht, aber diese Monopol nützt dem Staat ganz handfest finanziell.
Die kirchlichen Tarife sind nur angeglichen an den BAT (Bundesangestelltentarif), nach dem im öffentlichen Dienst bezahlt wird. Das heißt, diese „Angleichung“ bedeutet faktisch, daß die Kirche etwas weniger bezahlt.
Beim Beispiel der Krankenschwester in der Diakonie läuft das je nach Alter und Eingruppierung schon mal auf 150,00 DM aufwärts netto raus!
Viele Grüße
Iris
Hallo Winkel,
Hier in Deutschland verhält es sich jedoch so, daß keiner
arbeitslos sein muss, wenn Kirche ihm/ihr keine Arbeit gibt.
Da habe ich leider schon anderes gehört.
So kann Kirche verlangen, daß diese besonderen Tätigkeiten
auch in der speziellen Tradition und mit der speziellen
Ausrichtung des Glaubens erledigt werden.
Wenn es denn bei den Kirchenmitgliedern so wäre, könnte man das als Standard akzeptieren. Für einen großen Teil der Leute, die bei der Kirche arbeiten, ist die Kirchenzugehörigkeit aber eine rein formale Sache.
Bei Einstellungsgesprächen wird meist auch nicht mehr abgefragt, als dieser Fakt einer formalen Zugehörigkeit oder Nichtzugehörigkeit. Es gibt zwar das Konstrukt „Dienstgemeinschaft“, aber meist wird doch nicht mehr als allgemein humanistische Ethik gewünscht, die eben auch tolerante Nicht- oder Nichtmehr-Kirchenmitglieder erbringen können.
Stelle dir das Geschrei der Multikultis vor, wenn (bleiben wir
bei dem Beispiel) ein/e Muslim/e dazu aufgefordert würde
undter dem zeichen des Kreuzes zu arbeiten, bzw. mit einem
Sterbenden zu beten, oder im Kindergarten nach
evangelischer/Katholischer/ sonstiger Tradition zu erziehen.
Es gibt evangelische Kindergärten mit einem multikulturellen Ansatz, wo sehr wohl Muslimas einen Platz haben.
Wieviele Erzieher und Erzieherinnen mit formaler Kirchenzugehörigkeit beten denn im evangelischen Kindergärten mit den Kindern? Das dürften die wenigsten sein.
Andererseits finde ich diese Einstellung nicht verwerflich.
Ich stelle mir vor, ein Christ wolle in Israel Schlachter
werden, oder Lehrer in einer Koranschule, oder Medizinmann bei
den Pygmäen.
Das ist so nicht vergleichbar, weil das explizit religiöse Akte sind. In unserer Diskussion geht es aber um Sozialarbeit, die zwar von der Theorie her (Diakoniewissenschaft) christlich motiviert sein sollte und als Ausdruck der Religion verstanden werden sollte, aber im praktischen Vollzug läuft es faktisch nicht so. Da besteht also eine Inkonsistenz und die wird bemängelt.
Abgesehen davon gibt es in diversen jüdischen Gemeinden derzeit Sozialarbeiterinnen, die nicht-jüdisch sind und im Bereich der sozialen Integration von russischen Juden arbeiten.
Ich weiß auch von Einzalfällen, wo nicht-jüdische Erzieherinnen im jüdischen Kindergarten gearbeitet haben.
Es gäbe nämlich gar nicht genug jüdische.
Viele Grüße
Iris
Hallo Winkel,
Hier in Deutschland verhält es sich jedoch so, daß keiner
arbeitslos sein muss, wenn Kirche ihm/ihr keine Arbeit gibt.Da habe ich leider schon anderes gehört.
Wenn du dem Hörensagen glaubst und nicht den Tatsachen, bitte.
So kann Kirche verlangen, daß diese besonderen Tätigkeiten
auch in der speziellen Tradition und mit der speziellen
Ausrichtung des Glaubens erledigt werden.Wenn es denn bei den Kirchenmitgliedern so wäre, könnte man
das als Standard akzeptieren. Für einen großen Teil der Leute,
die bei der Kirche arbeiten, ist die Kirchenzugehörigkeit aber
eine rein formale Sache.
also wenn dir der nachweis zur Zugehörigkeit als vorgeschoben werscheint, wärst du also für eine Gewissensprüfung, damit du deinen Frieden mit den Christen finden kannst?
Bei Einstellungsgesprächen wird meist auch nicht mehr
abgefragt, als dieser Fakt einer formalen Zugehörigkeit oder
Nichtzugehörigkeit. Es gibt zwar das Konstrukt
„Dienstgemeinschaft“, aber meist wird doch nicht mehr als
allgemein humanistische Ethik gewünscht, die eben auch
tolerante Nicht- oder Nichtmehr-Kirchenmitglieder erbringen
können.
die können diese ja in Nicht-Kirchlichen Institutionen tun, warum wollen die unbedingt die kirchen unterwandern?
Stelle dir das Geschrei der Multikultis vor, wenn (bleiben wir
bei dem Beispiel) ein/e Muslim/e dazu aufgefordert würde
undter dem zeichen des Kreuzes zu arbeiten, bzw. mit einem
Sterbenden zu beten, oder im Kindergarten nach
evangelischer/Katholischer/ sonstiger Tradition zu erziehen.Es gibt evangelische Kindergärten mit einem multikulturellen
Ansatz, wo sehr wohl Muslimas einen Platz haben.
Ja sicher weil die Evangelischen doch sehr freidenkend sind. Nur die angesprochene Diakonie ist doch auch evangelisch!
Caritas, wäre die katholische Variante. Also erstmal informieren, daß man sich in der diskussion nicht selbst widerspricht. Denn dann stellen die Evangelischen doch keine Kulti-Grenzen auf, oder?
Wieviele Erzieher und Erzieherinnen mit formaler
Kirchenzugehörigkeit beten denn im evangelischen Kindergärten
mit den Kindern? Das dürften die wenigsten sein.
Das siehst du falsch: Inden evangelischen Kindergärten ist es Tradition mindest einmal im Monat einen Familiengottesdienst abzuhalten und übers Kirchenjahr die einzelnen dazugehörigen Bibelgeschichten hinzuziehen.
Andererseits finde ich diese Einstellung nicht verwerflich.
Ich stelle mir vor, ein Christ wolle in Israel Schlachter
werden, oder Lehrer in einer Koranschule, oder Medizinmann bei
den Pygmäen.Das ist so nicht vergleichbar, weil das explizit religiöse
Akte sind. In unserer Diskussion geht es aber um Sozialarbeit,
die zwar von der Theorie her (Diakoniewissenschaft) christlich
motiviert sein sollte und als Ausdruck der Religion verstanden
werden sollte, aber im praktischen Vollzug läuft es faktisch
nicht so. Da besteht also eine Inkonsistenz und die wird
bemängelt.
Die Inkonsistenz besteht nicht, denn daß hier eine christliche/konfessionelle Grundeinstellung gefordert wird, wenn man IN der Kirche und in Teilstrukturen der Kirche arbeiten will, bedeutet ebenso eine religiöse Handlung.
Du wirfst doch auch keinem Angehörigen einer Naturreligion vor, daß er lächelnd dabeisitzt, wenn der Schamane oder Medizinmann Hokus-Pokus macht, aber er dürfte nicht dabeisitzen, wenn er nicht zur Gemeinschaft gehören würde.
Abgesehen davon gibt es in diversen jüdischen Gemeinden
derzeit Sozialarbeiterinnen, die nicht-jüdisch sind und im
Bereich der sozialen Integration von russischen Juden
arbeiten.
Offensichtlich aber nur wohl deswegen, weil die Israeli´s zur integrativen Arbeit nicht fähig sind.
Ich weiß auch von Einzalfällen, wo nicht-jüdische
Erzieherinnen im jüdischen Kindergarten gearbeitet haben.
Es gäbe nämlich gar nicht genug jüdische.
aha, also wenn es genug jüdische gegeben hätte, gäb es auch nur jüdische dort? Ist da denn keine Inkontinenz, weil juden ja immer artig und brav glauben, nur die Christen eben auch mal ihre Religiösität vorschieben.
PS: Man kann nicht einfach in der Kirche sein, man muss schon getauft sein. Und die Taufe ist ein Sakrament, daß die Zugehörigkeit zur irche und zu Gott manifestiert. Das äußer zeichen ist die Zugehörigkeit zur Gemeinschaft.
Ich weiss nicht was ihr hier wollt, wenn es die kirchlichen Krankenhäuser und sozialen Einrichtungen nicht gäbe, wäre unser Sozialsystem nicht auf diesem Niveau. Den Kirchen jetzt ans Bein zu pinkeln wegen ihrer Personalpolitik ist schlicht und einfach unüberlegt dumm und böse.
gruss
winkel
Hallo Haploid,
finde ich auch nicht in Ordnung, dass die Kirche im sozialen
Bereich, teilweise ein Monopol hat, da sie doch auch von
allgemeinen Steuergeldern mitfinanziert wird.
umgekehrt ist es richtig: Weil die Kirchen hier wesentliche Aufgaben übernommen haben, die eigentlich dem Staat obliegen, zeigt sich der Staat durch unterstützende Finanzierung dankbar.
Nicht die Kirchen haben sich ein Monopol geschaffen, es wurde ihnen aus Gründen der Faulheit und der leeren Kassen des Staates überlassen.
…
Sind Monopole in Deutschland nicht verboten?
Nein, bzw. erkundige dich was Monopole rechtlich sind.
Im Prinzip hast Du recht, aber diese Monopol nützt dem Staat
ganz handfest finanziell.
Also nutzt der Staat die Krchen aus und nicht umgekehrt!!!
Die kirchlichen Tarife sind nur angeglichen an den BAT
(Bundesangestelltentarif), nach dem im öffentlichen Dienst
bezahlt wird. Das heißt, diese „Angleichung“ bedeutet
faktisch, daß die Kirche etwas weniger bezahlt.
Wer sagt denn, daß BMW soviel bezahlen muss wie VW???
Beim Beispiel der Krankenschwester in der Diakonie läuft das
je nach Alter und Eingruppierung schon mal auf 150,00 DM
aufwärts netto raus!
Beim Unterschied zwischen dem Angestellten in München und dem in Verden an der Aller liegt bei ungefähr 600Euro netto.
Viele Grüße
winkel
Hallo Îris,
Hier in Deutschland verhält es sich jedoch so, daß keiner
arbeitslos sein muss, wenn Kirche ihm/ihr keine Arbeit gibt.Da habe ich leider schon anderes gehört.
konkretes Beispiel bitte.
So kann Kirche verlangen, daß diese besonderen Tätigkeiten
auch in der speziellen Tradition und mit der speziellen
Ausrichtung des Glaubens erledigt werden.Wenn es denn bei den Kirchenmitgliedern so wäre, könnte man
das als Standard akzeptieren. Für einen großen Teil der Leute,
die bei der Kirche arbeiten, ist die Kirchenzugehörigkeit aber
eine rein formale Sache.Bei Einstellungsgesprächen wird meist auch nicht mehr
abgefragt, als dieser Fakt einer formalen Zugehörigkeit oder
Nichtzugehörigkeit. Es gibt zwar das Konstrukt
„Dienstgemeinschaft“, aber meist wird doch nicht mehr als
allgemein humanistische Ethik gewünscht, die eben auch
tolerante Nicht- oder Nichtmehr-Kirchenmitglieder erbringen
können.
Dies ist ein anderes Thema, welches sich lohnt zu diskutieren. Aber es hat eine wesentlich andere Zielrichtung als die Ausgangsfrage, daher gehe ich hier nicht darauf ein.
Es gibt evangelische Kindergärten mit einem multikulturellen
Ansatz, wo sehr wohl Muslimas einen Platz haben.
Wieviele Erzieher und Erzieherinnen mit formaler
Kirchenzugehörigkeit beten denn im evangelischen Kindergärten
mit den Kindern? Das dürften die wenigsten sein.
Also ich kenne es durchaus so, dass in christl. Kindergärten vor dem Essen ein christl. Kanon (=gesungenes Gebet) gesungen wird. Auch werden in der Beschäftigung bibl. Themen vermittelt.
In unserer Diskussion geht es aber um Sozialarbeit,
die zwar von der Theorie her (Diakoniewissenschaft) christlich
motiviert sein sollte und als Ausdruck der Religion verstanden
werden sollte, aber im praktischen Vollzug läuft es faktisch
nicht so. Da besteht also eine Inkonsistenz und die wird
bemängelt.
Es gibt zwei Diskussionen hier:
1.) Kann der AG Treue zu seiner Sache verlangen ? Dies ist die Ausgangsfrage. s. dazu meine Antwort im Posting weiter oben: Auto-Gegner, der bei Daimler arbeiten will)
2.)Wie setzen die Kirchen/kirchl. Werke ihren Anspruch von Dienstgemeinschaft um ? Wie christlich geht es bei der Arbeitsausübung und im Verhältnis Vorgesetzer - Untergebener wirklich zu. s.o. Dies ist ein anderes Themawo man sich die Def. Dienstgemeinschaft genau anschauen müsste, den Eigenansprucjh der Kirche in Bezug auf ihre einzelnen Aufgabengebiete und dies mit ihrer christl. Lehre abgleichen. Also nix für zwischendurch.
Abgesehen davon gibt es in diversen jüdischen Gemeinden
derzeit Sozialarbeiterinnen, die nicht-jüdisch sind und im
Bereich der sozialen Integration von russischen Juden
arbeiten.
Ich weiß auch von Einzalfällen, wo nicht-jüdische
Erzieherinnen im jüdischen Kindergarten gearbeitet haben.
Es gäbe nämlich gar nicht genug jüdische.
Diese Ausnahmefälle scheint es zumindest in der Diakonie ebenfalls zu geben. Beispiele wurden von anderen Postern hier schon gebracht.
Tschuess Marco.
Hallo Haploid,
ich denke eigentlich auch, dass das Problem gar nicht so sehr bei den Kirchen liegt. Die sind natürlich eine Interessensgemeinschaft und verhalten sich eben auch so. Als Nicht-Christin habe ich in der Regel auch kein Interesse bei einem kirchlichen Träger zu arbeiten und das entsprechende Wertesystem mitzutragen.
Das Problem ist eher, dass es im sozialen Bereich hierzulande (insbesondere im ländlichen Bereich) einfach zu wenige andere Träger gibt. Und das ist nicht nur für die potentiellen Angestellten, sondern auch für manche Nutzer der Einrichtungen ein Problem. Man kann ja schon froh sein, wenn man überhaupt einen Kindergartenplatz bekommt und es ist wohl zuviel verlangt, wenn man für sein Kind keine kirchliche Erziehung möchte. Ich finde, dass die sozialen Aufgaben hier von staatlicher Seite vernachlässigt und quasi an die kirchlichen Träger abgeschoben werden.
Viele Grüsse,
Lisa
mißverständlich - vielleicht verwechselst Du was?
Hallo Winkel,
Hier in Deutschland verhält es sich jedoch so, daß keiner
arbeitslos sein muss, wenn Kirche ihm/ihr keine Arbeit gibt.Da habe ich leider schon anderes gehört.
Wenn du dem Hörensagen glaubst und nicht den Tatsachen, bitte.
Ich habe ganz konkret von Leuten, die aus der Kirche ausgetreten sind sowie einer Jüdin gehört, daß sie als KrankenpflegelehrerIN keine Stelle in ihren jeweiligen Regionen bekommen, weil die Ausbildungseinrichtungen kirchlich sind.
So kann Kirche verlangen, daß diese besonderen Tätigkeiten
auch in der speziellen Tradition und mit der speziellen
Ausrichtung des Glaubens erledigt werden.Wenn es denn bei den Kirchenmitgliedern so wäre, könnte man
das als Standard akzeptieren. Für einen großen Teil der Leute,
die bei der Kirche arbeiten, ist die Kirchenzugehörigkeit aber
eine rein formale Sache.also wenn dir der nachweis zur Zugehörigkeit als vorgeschoben
werscheint, wärst du also für eine Gewissensprüfung, damit du
deinen Frieden mit den Christen finden kannst?
Ich brauche in dieser Hinsicht keinen Frieden mit wem auch immer. Ich weise hier nur auf Inkonsistenzen hin.
Es geht auch gar nicht um „vorgeschoben“, sondern um konkrete Mitarbeiter in kirchlichen Einrichtungen, die von sich selber sagen, daß ihnen Kirche und christliche Inhalte egal sind, sie aber wegen ihres Arbeitsplatzes nicht aus der Kirche austreten könnten. Ob man eine solche Identifikation mit dem Arbeitgeber als formal oder nicht formal bezeichnet, muß man selber entscheiden.
Bei Einstellungsgesprächen wird meist auch nicht mehr
abgefragt, als dieser Fakt einer formalen Zugehörigkeit oder
Nichtzugehörigkeit. Es gibt zwar das Konstrukt
„Dienstgemeinschaft“, aber meist wird doch nicht mehr als
allgemein humanistische Ethik gewünscht, die eben auch
tolerante Nicht- oder Nichtmehr-Kirchenmitglieder erbringen
können.die können diese ja in Nicht-Kirchlichen Institutionen tun,
warum wollen die unbedingt die kirchen unterwandern?
Ich hatte nicht den Eindruck, daß sie die Kirchen unterwandern wollen, sondern einen Arbeitsplatz, mit dem sie sich genauso viel oder wenig identifizieren, wie diverse Leute, die eine formale Kirchenzugehörigkeit haben. So habe ich es zumindest verstanden.
Stelle dir das Geschrei der Multikultis vor, wenn (bleiben wir
bei dem Beispiel) ein/e Muslim/e dazu aufgefordert würde
undter dem zeichen des Kreuzes zu arbeiten, bzw. mit einem
Sterbenden zu beten, oder im Kindergarten nach
evangelischer/Katholischer/ sonstiger Tradition zu erziehen.Es gibt evangelische Kindergärten mit einem multikulturellen
Ansatz, wo sehr wohl Muslimas einen Platz haben.Ja sicher weil die Evangelischen doch sehr freidenkend sind.
Nur die angesprochene Diakonie ist doch auch evangelisch!
Caritas, wäre die katholische Variante. Also erstmal
informieren, daß man sich in der diskussion nicht selbst
widerspricht. Denn dann stellen die Evangelischen doch keine
Kulti-Grenzen auf, oder?
Wieso - wo siehst Du hier den Widerspruch. Das Beispiel mit den muslimischen Erzieherinnen war als Ausnahmefall formuliert, und der Hinweis war auch dabei, daß der Nachfolgepfarrer, wenn er das nicht will wegen ACK-Klausel selbige Muslima nicht weiterbeschäftigen muss.
Wieviele Erzieher und Erzieherinnen mit formaler
Kirchenzugehörigkeit beten denn im evangelischen Kindergärten
mit den Kindern? Das dürften die wenigsten sein.Das siehst du falsch: In den evangelischen Kindergärten ist es
Tradition mindest einmal im Monat einen Familiengottesdienst
abzuhalten und übers Kirchenjahr die einzelnen dazugehörigen
Bibelgeschichten hinzuziehen.
In DEN evangelischen Kindergärten sicher nicht. In wievielen das der Fall ist weiß ich nicht und auch nicht, inwieweit es über die Formen religiöser Erziehung in diesem Arbeitsbereich Untersuchungen gibt.
Andererseits finde ich diese Einstellung nicht verwerflich.
Ich stelle mir vor, ein Christ wolle in Israel Schlachter
werden, oder Lehrer in einer Koranschule, oder Medizinmann bei
den Pygmäen.Das ist so nicht vergleichbar, weil das explizit religiöse
Akte sind. In unserer Diskussion geht es aber um Sozialarbeit,
die zwar von der Theorie her (Diakoniewissenschaft) christlich
motiviert sein sollte und als Ausdruck der Religion verstanden
werden sollte, aber im praktischen Vollzug läuft es faktisch
nicht so. Da besteht also eine Inkonsistenz und die wird
bemängelt.Die Inkonsistenz besteht nicht, denn daß hier eine
christliche/konfessionelle Grundeinstellung gefordert wird,
wenn man IN der Kirche und in Teilstrukturen der Kirche
arbeiten will, bedeutet ebenso eine religiöse Handlung.
Die Theorie habe ich ja oben erwähnt, aber wie ist die Praxis konkret - also Anspruch und Wirklichkeit.
Du wirfst doch auch keinem Angehörigen einer Naturreligion
vor, daß er lächelnd dabeisitzt, wenn der Schamane oder
Medizinmann Hokus-Pokus macht, aber er dürfte nicht
dabeisitzen, wenn er nicht zur Gemeinschaft gehören würde.
Den Vergleich verstehe ich nicht und von „vorwerfen“ kann keine Rede sein, sondern es geht mir um Strukturen und deren immanente Logik oder Un-Logik.
Abgesehen davon gibt es in diversen jüdischen Gemeinden
derzeit Sozialarbeiterinnen, die nicht-jüdisch sind und im
Bereich der sozialen Integration von russischen Juden
arbeiten.
Offensichtlich aber nur wohl deswegen, weil die Israeli´s zur
integrativen Arbeit nicht fähig sind.
Was meinst Du denn jetzt damit? Wir reden doch von sozialer Arbeit in Deutschland. Was hat das mit Israelis zu tun oder was haben die damit zu tun wenn es in Deutschland nicht genug hier ausgebildete und aufgewachsene mit dem System vertraute jüdische SozialarbeiterInnen für die Arbeit mit den russischen Juden gibt.
Wenn Du aber von Israel sprichst, ist das eine andere Sache, die mit Juden in Deutschland nichts zu tun hat.
Wieso sollten Israelis nicht zu integrativer Arbeit fähig sein?
Israel ist eine multikulturelle Einwanderungsgesellschaft, die glücklicherweise im Hinblick auf „integrative Arbeit“ was die russisch jüdischen Zuwanderer betrifft deren Potentiale zu nutzen weiß.
In Deutschland finden doch dauernd Sozialarbeiter- oder Heilpädagogik-Tagungen statt, zu denen Fachleute aus Israel eingeladen werden um ihre Erfahrungen bzgl. integrativer Arbeit darzustellen, wie im Moment in Bremen.
Es gibt ganze Bücher die diesen Wissenschaftsretransfer als solchen beschreiben, denn im Berlin der 20iger Jahre wurden im der Sozialarbeit und Heilpädagogik in jüdischen Einrichtungen wegweisende Konzepte „integrativer Arbeit“ entwickelt, die dann von den Emigranten nach Palästina (oder Amerika) mitgenommen wurden, dort weiterentwickelt wurden und jetzt im Zuge dieses Re-Transfers wieder nach Deutschland kommen.
Ich weiß auch von Einzalfällen, wo nicht-jüdische
Erzieherinnen im jüdischen Kindergarten gearbeitet haben.
Es gäbe nämlich gar nicht genug jüdische.aha, also wenn es genug jüdische gegeben hätte, gäb es auch
nur jüdische dort?
Da haben wir wegen des Holocaust keine Vergleichsmöglichkeiten.
Vor dem Holocaust war es - wegen konfessioneller Abgeschlossenheit - nicht üblich, daß egal ob jüdische, evangelische oder katholische Erzieherinnen in konfessionell anders ausgerichteten Einrichtungen gearbeitet hätten.
Der Vergleichspunkt ist auch nicht der, ob und inwieweit es gemischt religiöse Teams gibt, sondern daß in jüdischen Einrichtungen keine Analogie zur ACK-Klausel besteht und folglich - auch nicht bei Leitungswechsel im Trägerteam (analog zum Pfarrer gesehen) die nichtjüdische Fachkraft entlassen wird so sie einmal eingestellt ist und die übliche Probezeit bestanden hat.
Ist da denn keine Inkontinenz, weil juden
ja immer artig und brav glauben, nur die Christen eben auch
mal ihre Religiösität vorschieben.
„Inkontinenz“ ist allerschöööönst 
Schwieriger Vergleich, weil „Glauben“ als Kategorie in der religiösen Tradition nicht die Bedeutung hat wie im Christentum. Es kommt auf das Ausführen der Mizwot (Gebote) an.
Aber gerade, weil das mit dem „Glauben“ und wie er denn sichtbar ist, eine heikle Sache ist, kam vielleicht oben Deine Anmerkung mit der „Gewissensprüfung“, die für mich nicht so nachvollziehbar ist.
PS: Man kann nicht einfach in der Kirche sein, man muss schon
getauft sein. Und die Taufe ist ein Sakrament, daß die
Zugehörigkeit zur Kirche und zu Gott manifestiert. Das äußer
zeichen ist die Zugehörigkeit zur Gemeinschaft.
Ja eben - das äußere!
Ich weiss nicht was ihr hier wollt, wenn es die kirchlichen
Krankenhäuser und sozialen Einrichtungen nicht gäbe, wäre
unser Sozialsystem nicht auf diesem Niveau. Den Kirchen jetzt
ans Bein zu pinkeln wegen ihrer Personalpolitik ist schlicht
und einfach unüberlegt dumm und böse.
Kann es sein, daß Du hier was reinliest, was keine/r von den bis jetzt an der Diskussion beteiligten Postern gemeint hat - nach meinem Verstehen.
Es hat doch auch keiner unterstellt, daß die Kirchen schlechte Sozialarbeit machen. Aber gerade, weil für viele Leute nicht erkennbar ist, daß das, was die Kirchen tun - auch wenn sie den Anspruch vertreten - mehr als Sozialarbeit ist, entsteht doch immer wieder in den Ausbildungseinrichtungen für Erzieherinnen, Heilpädagogen, Sozialarbeiter etc. die Frage, warum die Nichtkirchenmitglieder keinen Zugang haben, obwohl der Etat meist mehrheitlich über nicht-kirchliche Mittel finanziert wird.
Das ist für viele in einer säkularen Gesellschaft nicht (mehr) nachvollziehbar. Und es sind doch nicht nur - wie Du anscheinend annimmst - hauptsächlich die Leute von außen, die das kritisch sehen, sondern das wird doch auch innerkirchlich an der Basis thematisiert.
Die Dinge, auf die ich hier Bezug nehme habe ich in und aus kirchlichen Institutionen gehört, da ich viele Jahre lang - und derzeit nur noch gelegentlich - in der Aus- und Fortbildung von Fachkräften in der sozialen Arbeit tätig war.
Viele Grüße und allen ein schönes Wochenende
Iris
Hallo Winkel,
okay, der Staat nutzt die Kirchen aus, die Kirchen nutzen die Pflegekräfte aus, weil sie weniger zahlen als üblich und zusätzlich, muss man Kirchensteuern bezahlen um überhaupt in der Diakonie arbeiten zu dürfen.
Macht sumasumarum ziemlich viel weniger Gehalt bei den kirchlichen Arbeitgebern.
Bei Deinem Beispiel mit den Arbeitern von BMW und VW und dem Angestellten in München und Verden an der Aller, vergisst Du, dass im Pflegebereich ein sehr viel geringerer Lohn gezahlt wird, gemessen an den Arbeitszeiten, der Verantwortung und der physischen/ psychischen Belastung.
Nun ja, in Ballungszentren herrscht jetzt schon ein gewaltiger Pflegebedarf, der nicht befriedigt werden kann.
Mal sehen, wie es in der Diakonie mit den sozialen Angeboten weitergehen wird, wenn kein Personal da ist.
Den Pflegebedürftigen dürfte doch kaum zu vermitteln sein, dass die Kirche sich um sie sorgt und sie gleichzeitig in der Pflege keine Hilfe von kirchlicher Seite bekommen können, weil die Kirche nur zwingend konfessionelle Pflegekräfte einstellt.
Eine Ehefrau, die bei der Pflege ihres Mannes, die sie überfordert, allein gelassen wird, interessiert es sicherlich wenig ob die Pflegekraft, die ihr eine Erleichterung wäre, getauft ist oder nicht, wenn sie geistlichen Beistand benötigt, ist doch der Pfarrer für sie da.
Gruß
vom haploid
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Hallo Iris,
ich habe auch schon oft gehört, dass Mitarbeiter in kirchlichen Einrichtungen, nur noch „in der Kirche sind“, weil sie sonst ihren Job verlieren würden.
Was sagt das über die Kirche aus?
Das Klima wird wirtschaftlich rauher - und schwuppdiwupp, sind auch die Leistungsansprüche an die Pfleger/innen gestiegen.
Wenn früher Diakonissen ihren Dienst taten, die bei den Pflegebedürftigen noch ein Frühstück zum Dank einnehmen durften, werden inzwischen die Pflegekräfte im Minutentakt eingesetzt.
Frau M. hatte eine schlechte Nacht - nur nicht nachfragen - sonst wird das als Bereitschaft zum Zuhören missbraucht und dafür ist einfach keine Zeit.
Die Pflegeversicherung hat auch im kirchlichen Bereich für eine Kunden-/Dienstleistermentalität gesorgt.
Leistungen werden eingekauft und Arbeitsleistungen werden ausgerechnet - für religiöse Gespräche und Handlungen, wäre doch sowieso keine Zeit mehr.
Wirtschaftliches Arbeiten - das steht doch auch bei den Kirchen im Vordergrund - mit welchem Recht wird auf eine religiöse Einstellung der Pflegepersonen gepocht - es ist doch gar keine Zeit mehr für kirchlich/religiöse Belange vorhanden.
Gruß
vom haploid
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Monopol brechen !
Hallo lisa,
Das Problem ist eher, dass es im sozialen Bereich hierzulande
(insbesondere im ländlichen Bereich) einfach zu wenige andere
Träger gibt. Und das ist nicht nur für die potentiellen
Angestellten, sondern auch für manche Nutzer der Einrichtungen
ein Problem. Man kann ja schon froh sein, wenn man überhaupt
einen Kindergartenplatz bekommt und es ist wohl zuviel
verlangt, wenn man für sein Kind keine kirchliche Erziehung
möchte. Ich finde, dass die sozialen Aufgaben hier von
staatlicher Seite vernachlässigt und quasi an die kirchlichen
Träger abgeschoben werden.
Bei Kindergärten läuft es meines Wissens so, dass Kindergärten fast prinzipiell immer in einer nicht-staatlichen Trägerschaft sind: Neben der Caritas und Diakonie kenn eich noch die Awo und den ASB als grosse überregionale nichtkonfess. Träger. Meines Wissens gibt es auch regionale Träger.
Es steht dem doch nichts entgegen, dass Menschen sich zu einem Verein zusammenfinden, die einen nicht-konfessionellen Kindergarten tragen wollen. Wenn wirklich viele damit ein Problem haben, sollte die krit. Masse schnell erreicht sein. Wenn der Verein und ein Konzept steht, verhandelt man mit der Kommune um Zuschüsse. Ev. sind diese sogar auf Bundeslandebene gesetzl. festgelegt. Dann geht es los.
Der Weg ist sicher steinig, aber in Sachsen haben private (i.d.R. christliche) Vereine Grund-/Mittelschulen vor der Schliessung bewahrt. Die Kirche in Sachsen steht da nicht mit grossen Geld dahinter, weil sie keins hat.
Tschuess Marco.
Hallo Haploid,
finde ich auch nicht in Ordnung, dass die Kirche im sozialen
Bereich, teilweise ein Monopol hat, da sie doch auch von
allgemeinen Steuergeldern mitfinanziert wird.
wie jedes andere Krankenhaus, jeder Kindergarten oder Pflegedienst auch
umgekehrt ist es richtig: Weil die Kirchen hier wesentliche
Aufgaben übernommen haben, die eigentlich dem Staat obliegen,
zeigt sich der Staat durch unterstützende Finanzierung
dankbar.Nicht die Kirchen haben sich ein Monopol geschaffen, es wurde
ihnen aus Gründen der Faulheit und der leeren Kassen des
Staates überlassen.
Ich sehe die Monopole nicht: es gibt jede Menge private Pflegedienste, Kindergärten in freier Trägerschaft (bzw. von AWO, ASB), Krankenhäuser in Kreisträgerschaft/privater Trägerschaft und von AWO/ASB
Sind Monopole in Deutschland nicht verboten?
wo
okay, der Staat nutzt die Kirchen aus, die Kirchen nutzen die
Pflegekräfte aus, weil sie weniger zahlen als üblich und
zusätzlich, muss man Kirchensteuern bezahlen um überhaupt in
der Diakonie arbeiten zu dürfen.Macht sumasumarum ziemlich viel weniger Gehalt bei den
kirchlichen Arbeitgebern.Bei Deinem Beispiel mit den Arbeitern von BMW und VW und dem
Angestellten in München und Verden an der Aller, vergisst Du,
dass im Pflegebereich ein sehr viel geringerer Lohn gezahlt
wird, gemessen an den Arbeitszeiten, der Verantwortung und der
physischen/ psychischen Belastung.
Nun ja, in Ballungszentren herrscht jetzt schon ein gewaltiger
Pflegebedarf, der nicht befriedigt werden kann.
Mal sehen, wie es in der Diakonie mit den sozialen Angeboten
weitergehen wird, wenn kein Personal da ist.
Jede Pflegefachkraft kann einen Pflegedienst gründen und in die Lücke stossen. Wenn so viele atheist. Pflegekräfte auf der Suche sind und so viele Nachfrager existiere, steht dem Wachstum ja nix entgegen. Ich kenne hier in DD mind. 2 Pflegedienste mit mind. 20 Autos (die stehen tagsüber in der Nähe der Zentrale, daher ist da noch eine D unkelziffer hinzuzurechnen). Die Zahl der kleinen mit 3-10 Angestellten möchte ich nicht zählen müssen.
Den Pflegebedürftigen dürfte doch kaum zu vermitteln sein,
dass die Kirche sich um sie sorgt und sie gleichzeitig in der
Pflege keine Hilfe von kirchlicher Seite bekommen können, weil
die Kirche nur zwingend konfessionelle Pflegekräfte einstellt.
Eine Ehefrau, die bei der Pflege ihres Mannes, die sie
überfordert, allein gelassen wird, interessiert es sicherlich
wenig ob die Pflegekraft, die ihr eine Erleichterung wäre,
getauft ist oder nicht, wenn sie geistlichen Beistand
benötigt, ist doch der Pfarrer für sie da.
s.o. Der Markt wartet auf ein Angebot. Aus meiner Anschauung ist dies platte Polemik.
Tschuess Marco.
Hallo Winkel,
Ich habe ganz konkret von Leuten, die aus der Kirche
ausgetreten sind sowie einer Jüdin gehört, daß sie als
KrankenpflegelehrerIN keine Stelle in ihren jeweiligen
Regionen bekommen, weil die Ausbildungseinrichtungen kirchlich
sind.
Dann sollen sie doch kirchenneutrale oder öffentliche Schulen besuchen: DRK, AWO, Private Schulen, öffentliche Pflegeschulen, Krankenhäuser. (Aber mir dröhnt es schon im Ohr: kostet Geld, ist 10km entfernt, möchte mich nicht von Mami trennen oder so nen Antimobilitätskram)
Ich brauche in dieser Hinsicht keinen Frieden mit wem auch
immer. Ich weise hier nur auf Inkonsistenzen hin.
Es geht auch gar nicht um „vorgeschoben“, sondern um konkrete
Mitarbeiter in kirchlichen Einrichtungen, die von sich selber
sagen, daß ihnen Kirche und christliche Inhalte egal sind, sie
aber wegen ihres Arbeitsplatzes nicht aus der Kirche austreten
könnten. Ob man eine solche Identifikation mit dem Arbeitgeber
als formal oder nicht formal bezeichnet, muß man selber
entscheiden.
Die Kirchen, wie auch der Deutsche Fußballbund, wie auch die Gewerkschaften sind derart verfasst, daß sie vom Staat sogar das eingeschränkte Recht der eigenen Gerichtsbarkeit haben. Versuch mal nen Job beim DGB zu bekommen ohne mit dem Arbeitsvertrag die Mitgliedsanträge zu unterschreiben. Versuche Trainer in einem Verein zu werden, ohne Mitglied dieses Vereines zu sein, versuche beim ADAC zu arbeiten, ohne Mitglied des ADAC zu sein, und wehe du bist Mitglied im ACE. Versuche bei einer Versicherungsgesellschaft zu arbeiten und bei einer anderen versichert zu sein!
Also kurz um: warum ist Inkonsistenz in den Kirchen, aber nicht anderswo?
Ich hatte nicht den Eindruck, daß sie die Kirchen unterwandern
wollen, sondern einen Arbeitsplatz, mit dem sie sich genauso
viel oder wenig identifizieren, wie diverse Leute, die eine
formale Kirchenzugehörigkeit haben. So habe ich es zumindest
verstanden.
Das klingt eher nach Neid. Denn gegen den Mitgliedsbeitrag der Kirchenstuer können sie den Job ja auch haben. Also worum geht´s, ums Moralaposteln? das seid ihr hier ja päpstlicher als der Papst.
Wieso - wo siehst Du hier den Widerspruch. Das Beispiel mit
den muslimischen Erzieherinnen war als Ausnahmefall
formuliert, und der Hinweis war auch dabei, daß der
Nachfolgepfarrer, wenn er das nicht will wegen ACK-Klausel
selbige Muslima nicht weiterbeschäftigen muss.
Du musst in Bayern leben, denn hier in NRW werden Muslime und andere in jedem kirchlichen Kindergarten ausgebildet, nur eben nicht angestellt. Aber sie haben ihre Ausbildung und können ja im DRK oder der AWO oder in städtischen Kindergärten arbeiten. Dein Beispiel ist keine Ausnahme, es ist System. Aber wenn man irgendwo Probleme sehen will, kann man sich welche machen.
In DEN evangelischen Kindergärten sicher nicht. In wievielen
das der Fall ist weiß ich nicht und auch nicht, inwieweit es
über die Formen religiöser Erziehung in diesem Arbeitsbereich
Untersuchungen gibt.
Also ich kenne bald jeden Kindergarten hier in OWL, der evangelisch ist. Aber wie kannst du meiner aussage widersprechen und im Nachsatz sagen, daß du es eigentlich garnicht weißt.
Und was soll eine Untersuchung erreichen, deren Endaussage sein wird: In allen konfessionellen Kindergärten wird Wert auf eine religiöse Erziehung gelegt.
Die Theorie habe ich ja oben erwähnt, aber wie ist die Praxis
konkret - also Anspruch und Wirklichkeit.
Der Anspruch ist immer höher als die Wirklichkeit zu leisten imstande ist.
Du wirfst doch auch keinem Angehörigen einer Naturreligion
vor, daß er lächelnd dabeisitzt, wenn der Schamane oder
Medizinmann Hokus-Pokus macht, aber er dürfte nicht
dabeisitzen, wenn er nicht zur Gemeinschaft gehören würde.Den Vergleich verstehe ich nicht und von „vorwerfen“ kann
keine Rede sein, sondern es geht mir um Strukturen und deren
immanente Logik oder Un-Logik.
Jedes Mitglied der Kirche ist wichtig und nicht aufgegeben. Solange es in der Gemeinschaft sich aufhält und die Gemeinschaft ihm/ihr Rahmen und Halt gibt, besteht Hoffnung für die arme Seele. Hier setzt deine Begrifflichkeit von Logik und Unlogik aus. Bezeichne es ruhig als Kundenfang. Kirche nennt es Mission.
Abgesehen davon gibt es in diversen jüdischen Gemeinden
derzeit Sozialarbeiterinnen, die nicht-jüdisch sind und im
Bereich der sozialen Integration von russischen Juden
arbeiten.Offensichtlich aber nur wohl deswegen, weil die Israeli´s zur
integrativen Arbeit nicht fähig sind.Was meinst Du denn jetzt damit? Wir reden doch von sozialer
Arbeit in Deutschland. Was hat das mit Israelis zu tun oder
was haben die damit zu tun wenn es in Deutschland nicht genug
hier ausgebildete und aufgewachsene mit dem System vertraute
jüdische SozialarbeiterInnen für die Arbeit mit den russischen
Juden gibt.
Da seh ich eher Inkonsistenz, da werden UNgläubige herangezogen, um sie nachher pauschal als potentielle Antiblabla´s zu beschimpfen, nur weil sie Deutsche sind. Entschuldige diesen Ausflug in andere Threads, aber mir platzt gerade mal wieder die Stirnader, wenn mir hier verklickert werden soll, wie edel doch Juden im Gegensatz zu Christen sind.
Israel ist eine multikulturelle Einwanderungsgesellschaft, die
glücklicherweise im Hinblick auf „integrative Arbeit“ was die
russisch jüdischen Zuwanderer betrifft deren Potentiale zu
nutzen weiß.
Ja multikulti, solange jüdisch im Glauben, das ist Rassismus in Reinkultur. (Nichtjuden dürfen keine Grundstücke kaufen! Da kotz ich doch, so braun ist allein der Gedanke.)
In Deutschland finden doch dauernd Sozialarbeiter- oder
Heilpädagogik-Tagungen statt, zu denen Fachleute aus Israel
eingeladen werden um ihre Erfahrungen bzgl. integrativer
Arbeit darzustellen, wie im Moment in Bremen.Es gibt ganze Bücher die diesen Wissenschaftsretransfer als
solchen beschreiben, denn im Berlin der 20iger Jahre wurden im
der Sozialarbeit und Heilpädagogik in jüdischen Einrichtungen
wegweisende Konzepte „integrativer Arbeit“ entwickelt, die
dann von den Emigranten nach Palästina (oder Amerika)
mitgenommen wurden, dort weiterentwickelt wurden und jetzt im
Zuge dieses Re-Transfers wieder nach Deutschland kommen.
Entschuldige: Was sollen wir von der Integration der Palastineser durch die Juden lernen, daß wir für die Integration der Afrikaner oder Süd- und Ost-Europäer gebracuehn könnten? Der Militäreinsatz?
Ich weiß auch von Einzalfällen, wo nicht-jüdische
Erzieherinnen im jüdischen Kindergarten gearbeitet haben.
Es gäbe nämlich gar nicht genug jüdische.aha, also wenn es genug jüdische gegeben hätte, gäb es auch
nur jüdische dort?Da haben wir wegen des Holocaust keine
Vergleichsmöglichkeiten.
Vor dem Holocaust war es - wegen konfessioneller
Abgeschlossenheit - nicht üblich, daß egal ob jüdische,
evangelische oder katholische Erzieherinnen in konfessionell
anders ausgerichteten Einrichtungen gearbeitet hätten.
Siehste und was beschwerste dich jetzt über diese Tradition bei den christlichen Kirchen?
Der Vergleichspunkt ist auch nicht der, ob und inwieweit es
gemischt religiöse Teams gibt, sondern daß in jüdischen
Einrichtungen keine Analogie zur ACK-Klausel besteht und
folglich - auch nicht bei Leitungswechsel im Trägerteam
(analog zum Pfarrer gesehen) die nichtjüdische Fachkraft
entlassen wird so sie einmal eingestellt ist und die übliche
Probezeit bestanden hat.
Das ist eine tolle Behauptung: siehe doch mal in aller ruhe in diesem Film nach: Yentl, da siehst du viel, was Ressentiments gegen Nichtangehörige der Glaubensgemeinschaft angeht.
*ironie an*
Aber das ist ja Geschichte, so sind wir doch heute nicht mehr. Nur die bösen christen leben noch in alten Traditionen.
*ironie aus*
Ist da denn keine Inkontinenz, weil juden
ja immer artig und brav glauben, nur die Christen eben auch
mal ihre Religiösität vorschieben.„Inkontinenz“ ist allerschöööönst
Schwieriger Vergleich, weil „Glauben“ als Kategorie in der
religiösen Tradition nicht die Bedeutung hat wie im
Christentum. Es kommt auf das Ausführen der Mizwot (Gebote)
an.
Das wäre jetzt einer Erkärung wert, denn letzendlich kommts bei den Christen auch auf die Ausführung der Eucharistie an und das Glaubensbekenntnis.
Aber gerade, weil das mit dem „Glauben“ und wie er denn
sichtbar ist, eine heikle Sache ist, kam vielleicht oben Deine
Anmerkung mit der „Gewissensprüfung“, die für mich nicht so
nachvollziehbar ist.
naja bei dem besipiel Juden ist es auch einfacher. Da lautet die Frage: War deine Mutter Jüdin? Danach ist egal was du denkst, dann bist du Jude.
PS: Man kann nicht einfach in der Kirche sein, man muss schon
getauft sein. Und die Taufe ist ein Sakrament, daß die
Zugehörigkeit zur Kirche und zu Gott manifestiert. Das äußer
zeichen ist die Zugehörigkeit zur Gemeinschaft.Ja eben - das äußere!
Das innere ist eine Sache zwischen Gott und dem Gläubigen.
Das ist für viele in einer säkularen Gesellschaft nicht (mehr)
nachvollziehbar. Und es sind doch nicht nur - wie Du
anscheinend annimmst - hauptsächlich die Leute von außen, die
das kritisch sehen, sondern das wird doch auch innerkirchlich
an der Basis thematisiert.
Die Gesellschaft ist nicht so säkular, wie sie von den Religionsfreien begriffen wird. Dass die Kirche „leise“ ihre Arbeit tut und kaum ein Christ noch wagt sich zu bekennen, heißt nicht, daß sie nicht die Mehrheit in der BRD sind.
gruss
winkel
entschuldige mal
Ja multikulti, solange jüdisch im Glauben, das ist Rassismus
in Reinkultur. (Nichtjuden dürfen keine Grundstücke kaufen! Da
kotz ich doch, so braun ist allein der Gedanke.)
das gehört aber hier nicht zum Thema!
naja bei dem besipiel Juden ist es auch einfacher. Da lautet
die Frage: War deine Mutter Jüdin? Danach ist egal was du
denkst, dann bist du Jude.
Bei den christl. Kirchen wird auch nur gefragt: Bist Du getauft?
Und dazu hast Du noch gar nichts selber beigetragen, zur Taufe wirst Du getragen, ob Du willst oder nicht.
Gruss Harald