Hallo McFleih,
Zur Ergänzung meiner Vorposter.
Also bei Amazon 'reingeschaut, und da geht das Chaos los:
hunderte von Angeboten zum Thema Bibel; die Elberfelder Bibel,
Standardbibel mit Apokryphen, Luther-Bibel, oft auch
„Bibelausgaben“…
Kann mich jemand darüber aufklären was das alles ist und
wonach ich suchen muß um ganz schlicht und einfach „Die Bibel“
zu finden?
Die wirst Du nicht finden, ausser Du nimmst die (wahrscheinlich lateinische) Ausgabe des Konzils von Laodizea (in Kleinasien) im Jahr 360 n. Chr.
Alles was dort nicht in den Kanon (Verzeichnis der Lehrschriften) aufgenommen wurde, ist Apokryph. Die Apokryphen der Lutherbibel sind nur ein ganz kleiner Teil, der jedenfalls in der ev. Kirche gelesen wird. In dem Buch „Das NT und die frühchristlichen Schriften“ ist eine stark erweiterte Sammlung von Apokryphen enthalten.
Ich suche keine Kinderbibel, keine Scientology-Version, keine
Kinderbibel… einfach nur das
„christliche/römisch-katholische Standardwerk“ mit AT und NT.
Wäre prima wenn mir jemand auf die Sprünge helfen kann und
sagen kann wonach ich eigentlich suchen muß in einem Wald, den
man vor lauter Bäumen nicht sehen kann… 
Kurz und gut die Bibel ist auf aramäisch (AT) bzw. griechisch (NT) entstanden. Alles was in einer aktuellen Hochsprache vorliegt, ist eine Übersetzung. Da gibt es gute und weniger gute und sehr bekannte.
Die im deutschsprachigen Raum bekannteste, aus welcher auch die ganzen Zitate stammen, ist von Luther, die sog. Luther-Bibel. Sie wird von Verlagen der ev. Kirchen herausgegeben. Randbemerkung: Es gibt auch nicht die Luther-Bibel, da es zu Lebzeiten Luthers schon mehrere Versionen (1.0.0, 1.0.1, etc. pp.) gab und auch aktuell immer wieder Textstellen verändert werden.
Die reformatorischen Kirchen (v.a. die Schweizer) stützen sich auf die Zürcher Bibel. In wesentlichen Teilen mit Lutherbibel gleich, hat aber an manchen Stellen eine andere Blickrichtung.
Die offizielle Bibel der dt. kath. Kirche ist die Einheitsübersetzung. Sie ist ähnlich der Lutherbibel. M.W. aber v.a. im Bereich des NT für feminist. interessante Stellen (Stellung der Frauen in frühchristl. Gemeinden) ungenau/falsch.
Soweit ich weiss, ist die originaltextgetreuste in normalen deutsch lesbare Bibelfassung die Eberfelder Bibel.
Noch Originalgetreuer, aber nicht in kompletten Sätzen ausformuliert (eine Art Babbelfisch-Version) ist z.B. die Münchener Übersetzung der Bibel (kenn sie nur fürs NT).
Am anderen Ende der Skala in Bezug auf Texttreue steht die „Gute Nachricht“. Auch bei viel Gegenwind bleibe ich dabei, dass der durch moderne Sprachgebrauch erzielte Gewinn durch schlicht sachlich falsche Stellen (im Vgl. zu Luther- und Eberfelder) wieder aufgefressen wird.
Die Bibelübersetzung von M.Buber kann ich leider nicht einordnen, da ich sie noch nicht länger als 2 min in der Hand hatte.
Ansonten gibt es noch eine Menge Schmuckbibeln (z.B. mit Illustrationen von Marc Chagall).
Solange man nicht die Originalbibel (s. ganz oben) lesen kann und man sich wirklich Gedanken über konkrete Aussprüche/Geschichten machen möchte, sollte man mind. zwei ‚anerkannte‘ Übersetzungen (für mich Münchener, Eberfelder, Zürcher, Luther/Einheitsübersetzung) lesen, sonst. hängt man sich an einer (modernen) Wortbedeutung auf, welche im nOriginal so nicht (zwingend) enthalten war (Jungfrau/junge Frau).
Tschuess Maxet