Vorab muss ich ehricherweise sagen, dass ich Dein Anliegen nicht vollkommen ernst nehmen kann. Gut, vielleicht sollte man dann nicht antworten, aber as juckt schon gehörig in den Fingern.
Ich tendiere zu Ansicht, dass
die deutsche Sprache nicht
mehr benötigt wird (falls überhaupt jemals),
nur noch für die,
die keine andere Sprache gelernt haben.
Woran misst Du den Bedarf an einer Sprache?
Brauchen wir Religionen? Diejenigen, welche kein anderes Weltbild haben, schon.
Braucht jemand, der fließend Englisch spricht, noch Deutsch? Natürlich braucht er es. Ich spreche sehr gut Englisch und Türkisch. Diese Sprachen entstammen aber nicht dem Kulturraum, aus dem ich komme. Folglich lässt sich auch nicht alles, womit ich in meinem Leben konfrontiert bin, mit diesen Sprachen exakt abbilden.
Ansonsten sollte man sie auslaufen lassen,
im Laufe der nächsten Jahrzehnte,
zugunsten von Englisch, beide Sprachen sind
sich ohnehin ähnlich.
Soll das der Bundestag entscheiden. Was machen wir mit den ganzen Deutschen, die diese sinnlose Sprache noch sprechen? Glaubst Du, die sterben innerhalb von 50 Jahren aus?
Die Deutsche Sprache ist zu kompliziert
(und auch im Verhältnis dazu uneindeutig)
und zu teuer und ernährt nur Juristen und Lehrer,
die sich damit einem Effizienzvergleich mit anderen
internationalen Fachkräften entziehen.
Juristen schätzen die deutsche Sprache wegen ihrer Möglichkeit zur Eindeutigeit und Präzision. Weiterhin glaube ich nicht, dass Juristen und Lehrer, von Germanisten abgesehen, ihren Lebensunterhalt maßgeblich dieser Sprache verdanken. Dass sie sich auch mal mitteilen wollen und dafür die einzige Sprache wählen, in der sie von allen verstanden werden können, kann man ihnen doch nicht übel nehmen.
Eine „internationale“ Fachkraft ist mir in 20 Jahren Berufsleben noch nie begegnet. Vielmehr handelte es sich um gewöhnliche Staatsangehörige eines anderen Landes, da es den „Weltenbürger“ im juristischen Sinn nicht gibt. Auch diese pflegen ihre jeweilige Muttersprache, die sich zwar oft - dennoch aber zufällig - Englisch nennt, jedoch nicht uneingeschrängkt mit klassischem Englisch kongruiert.
Da, wie schon angedeutet, die wenigsten Berufe ihre Wertschöpfung aus einer Sprache ziehen, scheint es mir absurd, das Deutsche würde einem Vergleich der Effizienz entgegenstehen. Wer die Leistungsfähigkeit eines Germanisten gegen die eines Anglisten aufwiegen will, begiebt sich wegen der Natur der Kulturwissenschaft prinzipiell auf dünnes Eis, selbst wenn man die sprachspezifischen Aspekte noch garnicht in Betracht zieht.
Alle anderen, die nur arbeiten, in der Produktion,
im Gesundheitswesen (in englisch und Latein) etc. müssen die
mitzahlen, und sich die Komplexitäten der Deutschen Sprache
antun, was sie in der international wettbewerbsfähigen
Beherrschung ihres Berufes hindert.
Du bringst an dieser Stelle einen politischen Unterton ins Spiel, nämlich das Modell, die Gesellschaft in nutzlose Intelektuelle und fleißiges Arbeitervolk aufzuteilen. Zu Ende gedacht ist dieses Modell menschenverachtend und wird auch durch die Ausdehnung des Arbeitervolkes auf hochqualifizierte Berufszweige nicht salonfähig. Hinzu kommt, dass eine heutige Gesellschaft längst nicht mehr so einfach strukturiert ist, wie es diese Theorie vorsieht. Alle Versuche, diese Form der Primitivität ins 21. Jahrhundert zu retten, sind gesscheitert.
…sie nutzten diese schöne Afrikanssparche zu Isolation
der Schwarzen von der westlichen Bürgerrechtskraft.
Sicher. Wenn man aber bedenkt, dass die Deutschen nicht als Kolonialmacht nach Mitteleuropa gekommen sind, verliert dieses Argument an Bedeutung.
Deutsch als Sprache für Kneipen- oder Küchenecken oder
Literaturzirkel zusätzlich zu Englisch würd ich aber durchaus
befürworten, und auch die Reinkarnation, falls man die
Deutsche Sprache oder dn ein ode andren Dialekt doch noch
braucht.
Was denn nun? Abschaffen auf Probe? Oder ein Gesetz, das Deutsch nur in Kneipen und geschlossenen Räumen erlaubt (sozusagen komplementär zum Rauchverbot)?
Wenn Du hier schon Kneipen anführst, will ich mal die Frage in die Runde werfen, ob man Sprachen überhaupt braucht. Als Mann und aus Kneipenerfahrung weiß ich, dass Kommunikation auch durch Grunz-Töne erfolgen kann. Überlassen wir die Sprache also den Frauen und beschränken wir ihre Praxis auf Friseurläden!