Hallo,
in L&L kam es grade:
„Das passt wie die Faust aufs Auge“ mit der Bedeutung, das passt besonders gut.
Als ich noch kleiner war, als ich heute bin, da wurde der Spruch noch mit der komplett gegenteiligen Bedeutung verwendet. Klar, ne Faust passt nicht besonders gut auf ein Auge, hinterlässt unschöne bleue Flecken. Wie und warum hat sich die Bedeutung so gewandelt? Was passiert da?
Anderes Beispiel:
Ein Quantensprung: Wird heute als Beschreibung für einen besonders großen Fortschritt genutzt. Dabei handelt es sich in der Physik um die kleinste überhauptigste mögliche Änderung. Wo hat das Wort diesen Bedeutungswandel bekommen?
Sind das wie die Aufforderung, Beethovens „Erotica“ zu spielen? (Zauberberg)
zum Quantensprung kann ich folgendes sagen:
Zwar handelt es sich dabei absolut betrachtet um eine sehr kleine Distanz, aber das Bild ist insofern doch treffend, als dass dabei die Distanz quasi „übersprungen“ wird. Das Teilchen „bewegt“ sich also nicht von Ort A zu Ort B, sondern wechselt plötzlich von Ort A zu Ort B. Es ist also eine sprunghafte Bewegung, bei der man sich „plötzlich“ auf dem nächsten Niveau wiederfindet, es wurde die langwierige Bewegung unterschlagen.
aus der unverstandenen Ironie entwickelt sich die neue Bedeutung, ist ja fast wie im richtigen Leben.
PS. Beethoven? Erotica? Ist Dir da ein ‚c‘ reingerutscht???
Nicht reingerutscht und auch nicht mir. Im „Zauberberg“ (Th. Mann) gibts eine nicht sooo umfassend gebildete Dame, die bei passendem Anlass vorschlägt, die „Erotica“ von Beethoven spielen zu lassen. Ist mir erinnerlich geblieben.
Das schien mir spontan zur Verwendung der Augenfaust und des Quantensprungs zu passen.
in L&L kam es grade:
„Das passt wie die Faust aufs Auge“ mit der Bedeutung, das
passt besonders gut.
Als ich noch kleiner war, als ich heute bin, da wurde der
Spruch noch mit der komplett gegenteiligen Bedeutung
verwendet. Klar, ne Faust passt nicht besonders gut auf ein
Auge, hinterlässt unschöne bleue Flecken. Wie und warum hat
sich die Bedeutung so gewandelt? Was passiert da?
Da passiert gar nichts! Im allgemeinen wird auch heute noch der Vergleich so gebraucht wie Du und ich ihn früher aufgenommen haben, nämlich für eine unpassende Sache.
Für eine passende Sache verwendet man den Spruch: ‚Passt wie der A… auf den Eimer!‘ oder ‚Passt wie mein‘ Mann seiner!’
Anderes Beispiel:
Ein Quantensprung: Wird heute als Beschreibung für einen
besonders großen Fortschritt genutzt. Dabei handelt es sich in
der Physik um die kleinste überhauptigste mögliche Änderung.
Wo hat das Wort diesen Bedeutungswandel bekommen?
Auch hier gibt es keinen Bedeutungswandel. Diesen Unfug haben einige Politiker und Jungmanager von sich gegeben, die neben einigen fachlichen auch erhebliche Allgemeinbildungslücken aufzuweisen haben.
Die falsche Anwendung habe ich das erste mal Mitte der 80er Jahre bei Firmenbesprechungen im Rheinland gehört. Ich führe das auf bestimmte Assoziationen in den dortigen Dialekten zurück. Als ‚Quanten‘ bezeichnet man dort Schuhe und Füße ab Größe 45 aufwärts, also ‚Siebenmeilenstiefel‘. Also verband man den ‚Quantensprung‘ mit ‚Riesenschritten‘.
Der falsche Gebrauch hat aber auch seine Vorteile. Man erkennt sofort welche Nulpe man vor sich hat! ())
Mit freundlichen Grüßen
Alexander Berresheim
Ich führe das auf bestimmte Assoziationen in den dortigen Dialekten
zurück. Als ‚Quanten‘ bezeichnet man dort Schuhe und Füße ab
Größe 45 aufwärts, also ‚Siebenmeilenstiefel‘. Also verband
man den ‚Quantensprung‘ mit ‚Riesenschritten‘.
Absolut einfach obergenial, ab sofort werde ich „Quantensprung“ im landläufigen Sinne gebrauchen. Bei der Erklärung…!
„Das passt wie die Faust aufs Auge“ mit der Bedeutung, das
passt besonders gut.
kenn ich nicht so. eher umgekehrt. wenn etwas total aus dem rahmen fällt, nicht dazupaßt, zb. auf einen feinen ball mit lederhosen zu gehen, dann ist das „wie die faust aufs aug“.
Ein Quantensprung: Wird heute als Beschreibung für einen
besonders großen Fortschritt genutzt.
eher um einen qualitativen sprung im gegensatz zu einem großen sprung, der aber nichts neues bringt. insofern paßt der begriff sehr gut. zb. gibt es immer bessere fernsehschirme, immer größere, schärfere und dünnere. aber ein quantensprung wäre 3d-fernsehen - wenn sprunghaft eine distanz überwunden wird, ohne lineare entwicklung dazwischen.
mit einem Quentchen Glück
Hallo WWW-Leute,
hier meine Frage zu
Ein Quantensprung: Wird heute als Beschreibung für einen
besonders großen Fortschritt genutzt. Dabei handelt es sich in
der Physik um die kleinste überhauptigste mögliche Änderung.
Kommt das ‚Quentchen‘ auch daher???
Neugierig: Susette
Ein Quantensprung: Wird heute als Beschreibung für einen
besonders großen Fortschritt genutzt. Dabei handelt es sich in
der Physik um die kleinste überhauptigste mögliche Änderung.
Kommt das ‚Quentchen‘ auch daher???
Hallo, Susette,
bei Grimm steht zu „Quentchen“:
_QUENTCHEN, n. der vierte theil eines lothes , vgl. quentlein, quintchen, quintlein: ohne dasz sie um ein quentchen magerer werden. WIELAND 12, 330; ein quentchen witz zu einer zentnerfracht erhöhen. THÜMMEL reise 3, 29; gütiger himmel, gieb mir noch ein quentchen unglück mehr, als es (mein gehirn) trägt. LEISEWITZ Jul. 5, 6;
ein nestchen ist das leben in der schöpfung,
und ach, wie noch ein kleines quentchen ist
verstand und herz auf unsrer erde!
HERDER 1, 221 H._
kenn ich nicht so. eher umgekehrt. wenn etwas total aus dem
rahmen fällt, nicht dazupaßt,
Ja, das kenn und verwende ich genau wie du, führt in letzter Zeit sogar schon zu Missverständnissen mit anderen, die es in der „neuen Bedeutung“ verwenden.
eher um einen qualitativen sprung im gegensatz zu einem großen
sprung, der aber nichts neues bringt. insofern paßt der
begriff sehr gut. zb. gibt es immer bessere fernsehschirme,
immer größere, schärfere und dünnere. aber ein quantensprung
wäre 3d-fernsehen - wenn sprunghaft eine distanz überwunden
wird, ohne lineare entwicklung dazwischen.
Da nutzt du selbst wieder das räumliche Bild: „Distanz ohne lineare Entwicklung dazwischen“
Ein Quantensprung ist ein Übergang, bei dem absolut nix zwischen die beiden End-Zustände passt. Die kleinste überhaupt mögliche Zusatandsänderung, nur dass sie halt gequantelt ist und nicht, wie man sich klassisch vorstellen könnte, kontinuierlich. Bei deinem Beispiel mit dem 3-D Fernsehen fallen mir da spontan ne Menge Zwischenlösungen ein. Insofern versteh ich deine Erklärung wohl nicht.
das ist wieder mal ein Beispiel für Dinge, die einfach keiner mehr weiß. Der neueste Duden leitet das Quäntchen von Quantum ab; in meinem alten Schätzchen von 1990 kommt das Quentchen noch vom Quent, dort beschrieben als altes niederdeutsches Gewicht.