… einmal; diesmal für ihre - Achtung! - unchristlichen
Methoden im Rahmen der Inquisition. Die Meinung der
Katholiken unter Euch würde mich brennend interessieren. Ach
ja: ich beziehe mich u. a. auf diesen Artikel: http://www.baz.ch/news/index.cfm?ObjectID=296A9910-6….
Mich wundert eher deine geradezu allergische Reaktion auf
alles was mit Kirche, der katholischen im besonderen, zu tun
hat.
Erklär mir bitte in dem Kontext, was in Renees Posting für
Dich „allergisch“ war?
„Der weiß, spricht nicht; der spricht, weiß nicht.“
(zitiert nach einem gewissen Wolkenstein)
Ändert das was an der Lage, dass sich einzelne Kirchen im
Besitz der Wahrheit glauben? Neinnein, so eine Ausnahme
stellen die katholischen Christen ja nicht dar.
nicht nur die kirchen denken sie alleine haben die wahrheit gekauft. der islam ist da um nichts besser. ich frag mich, wann da mal eine offizielle entschuldigung fuer so absonderliche auswuechse wie den terrorismus kommt. die tun das ja auch im offiziellen auftrag von religioesen machtpersonen. und die juden denken glaub auch, dass nur sie die wahrheit haben? ich frag mich grad, ob es ueberhaupt eine religion gibt, welche multiple wahrheiten akzeptiert? wie stehts da mit dem budhismus??
ich frag mich grad, ob es ueberhaupt eine
religion gibt, welche multiple wahrheiten akzeptiert?
Davon gibt es sogar Dutzende! Praktisch alle pantheistische, schamanistische, animistische und sonstige Naturreligionen haben keinen Alleinvertretungsanspruch!
Davon gibt es sogar Dutzende! Praktisch alle pantheistische,
schamanistische, animistische und sonstige Naturreligionen
haben keinen Alleinvertretungsanspruch!
da kenne ich mich nicht aus, ich dachte eigentlich nur an die weltreligionen.
der hinduismus wird von vielen anhängern auch sehr offen praktiziert. die hängen ein jesusbilchen neben ihr krishnabildchen und haben gar keine probleme damit. wobei genau diese offenheit wiederum die geschlossenheit der anderen religionen verneint und deshalb ebenso als unrichtig bewertet.
nicht nur die kirchen denken sie alleine haben die wahrheit
gekauft. der islam ist da um nichts besser. :
Coco, eine Frage: … kirche denken … islam um nichts …
Ist bzw. hat der „Islam“ keine Kirche? Gut, geschenkt, sag Moschee. Obwohl „Moschee“ eigentlich nur die architektonische Bedeutung des Wortes „Kirche“ abdeckt. Kirche heißt aber auch, Summe aller Gläubigen - und die gibts imo in jeder Religion, also auch im Islam.
die wahrheit haben? ich frag mich grad, ob es ueberhaupt eine
religion gibt, welche multiple wahrheiten akzeptiert? wie
stehts da mit dem budhismus??
Anwar hat eine sehr gute Antwort gepostet, bezüglich Buddhismus könnt ich ja mal fragen. Die von mir unlängst erzählte Geschichte vom Teufel und seinem Freund und einem Stück Wahrheit kennst Du, ja?
und die juden denken glaub auch, dass nur sie
die wahrheit haben?
man muß keinesfalls an irgendwas bestimmtes glauben oder dinge tun die juden tun oder gar jude werden, um nach jüdischer lehre „in den himmel“ zu kommen (verzeih diesen flachen ausdruck, aber ich denke es ist klar was gemeint ist).
die hängen ein jesusbilchen neben ihr
krishnabildchen und haben gar keine probleme damit.
vielleicht haben christen damit probleme, daß ihr symbol neben einer krishnafigur steht? ich finde es eigenartig, daß grade so ein vereinnahmendes verhalten als beispiel für toleranz kommt.
Dieser Papst steht in unmittelbarer Nachfolge
seiner folternden, menschenverachtenden und
scheinwahrheitsbesessenen Vorgänger. Wenn er sich
entschuldigt, so tut er dies für Amtsvorgänger in direkter Linie.
mmmmh… wenn ich mir alternative aussagen vorstelle…
„das war nicht so schlimm.“
„ich bin nicht selbst schuld, also berührt es mich nicht.“
„die opfer waren auch nicht so unschuldig.“
„andere haben auch schlimmes getan.“
„das waren nur wenige, und die meisten haben nichts gewußt.“
„damit soll die kirche zerstört werden.“
„die zahlen sind gelogen.“
„das ist antichristliche hetze.“
… dann muß man fast sagen: der mann hat mut!
isses eh nur politischer opportunismus? haben sie angst, daß noch mehr austreten? vielleicht. aber reinschauen kann ich nicht in seinen kopf und es ist mir persönlich wurst. was zählt sind fakten.
Coco, eine Frage: … kirche denken … islam um nichts …
Ist bzw. hat der „Islam“ keine Kirche? Gut, geschenkt, sag
Moschee. Obwohl „Moschee“ eigentlich nur die architektonische
Bedeutung des Wortes „Kirche“ abdeckt. Kirche heißt aber auch,
Summe aller Gläubigen - und die gibts imo in jeder Religion,
also auch im Islam.
ja, nur ist im heutigen sprachgebrauch kirche mit christentum korreliert.
Die von mir unlängst
erzählte Geschichte vom Teufel und seinem Freund und einem
Stück Wahrheit kennst Du, ja?
Der Teufel geht mit seinem Freund spazieren. Da beobachten die beiden, wie sich vor ihnen ein Mann bückt, um ein Stück Wahrheit aufzuheben. Sagt der Freund zum Teufel: „Beunruhigt Dich das nicht? Da hat jemand ein Stück Wahrheit gefunden“.
Antwortet der Teufel lächelnd: „Nein, keineswegs. Ich werde ihm sogar gestatten, daraus ein Religionsbekenntnis zu machen“.
da kenne ich mich nicht aus, ich dachte eigentlich nur an die
weltreligionen.
Das Judentum hat definitv keinen Alleinvertretungsanspruch. Der Islam und das Christentum schon. Bei Hinduismus und Buddhismus kenne ich mich nicht so aus, Shintoismus (in Japan) ist eine Religion, die nur wenig absolute Regeln hat und definitiv keinen Alleinvertretungsanspruch. Andere „große“ Religionen gibt es Dank der monotheistischen Schlächter (Christentum und Islam) ja nicht mehr.
der hinduismus wird von vielen anhängern auch sehr offen
praktiziert. die hängen ein jesusbilchen neben ihr
krishnabildchen und haben gar keine probleme damit. wobei
genau diese offenheit wiederum die geschlossenheit der anderen
religionen verneint und deshalb ebenso als unrichtig bewertet.
Jetzt beisst sich die Katzen in den Schwanz! Man kann nicht eine Religion, die einen Alleinvertretungsanspruch hat, als richtig akzeptieren, ohne Anhänger der Religion selbst zu sein!
Das Judentum hat definitv keinen Alleinvertretungsanspruch.
Der Islam und das Christentum schon.
Amüsant wird es dadurch, daß innerhalb dieser beiden Gruppierungen noch tausend Fraktionen sind, die alle behaupten, sie hätten die Wahrheit für sich gepachtet und jeder müsse es ihnen nachtun (das gilt nicht für alle, aber doch für viele!) und da faßt man sich dann an den Kopf:
„Christen sind die einzig wahre Religion, aber nicht DU DA in DEINER Gruppe sondern nur ICH HIER in MEINER Gruppe“ … o.O
Das Problem ist, daß gerade diese Fanatiker eigentlich für den „Ruhm“ der gesamten Religion sorgen einfach weil sie am meisten Staub aufwirbeln.
Gerade der Absolutheitsanspruch einzelner Splittergruppen macht es aber für Außenstehende vollkommen lächerlich „Meine Religion“ „Nein Meine“ … „aber die sind doch eigentlich gleich?“
wobei genau diese offenheit wiederum die geschlossenheit der anderen
religionen verneint und deshalb ebenso als unrichtig bewertet.
Jetzt beisst sich die Katzen in den Schwanz! Man kann nicht eine Religion, die einen Alleinvertretungsanspruch hat, als richtig akzeptieren, ohne Anhänger der Religion selbst zu sein!
Nein, ich denke das Argument ist ein völlig Anderes, nämlich daß man als Anhänger eine „offene Religion“ mit in seine eigene aufnimmt, um Toleranz zu beweisen und damit sagen will, daß man die „geschlossene“ Religion, die nicht so offen ist, für falsch empfindet - stellt sich wiederum die Frage, wieso man eine Religion, die man für falsch empfindet, in seine eigenen Glaubenssätze aufnimmt, nicht wahr?
die hängen ein jesusbilchen neben ihr krishnabildchen und haben gar keine probleme damit.
vielleicht haben christen damit probleme, daß ihr symbol neben
einer krishnafigur steht? ich finde es eigenartig, daß grade
so ein vereinnahmendes verhalten als beispiel für toleranz kommt.
Ich finde das schön, daran sieht man wunderschön wer die Fanatiker sind. zB mir wäre das ziemlich egal, ob da ein Jesus sich mit Krishna knuddelt, oder ob der Bhuddist neben Bhudda auch gleich für Jesus ein Räucherstäbchen anmacht.
Immerhin lehrt die Bibel uns, daß der christliche Glaube „kein Bildnis machen soll“ und „im Geist und in der Wahrheit“ praktiziert wird.
Daher haben die ganzen Jesusbildchen für mich keinerlei geistliche Bedeutung, da ich sie nicht als solche empfinde, selbst wenn es hundertmal draufsteht. Und an Voodoo, also daran, daß was man dem Bild tut, der wirklichen Person wiederfährt, glaube ich auch nicht.
Soll jeder machen, wenn ihn das glücklich macht. Wieso nicht?
Achja, ein schönes Beispiel für heidnische Rituale im christlichen Umfeld ist ja auch zB in „Die Nebel von Avalon“, genauso wurde es ja oft gemacht in der Anfangszeit des Christentums, man hat einfach die heidnischen Götter und Idole umbenannt und dann die Leute diese anbeten lassen.
Wäre etwa so, wie wenn man einen Bhuddisten dadurch zum Christen macht, indem man ihm sagt „Dein Bhudda heißt Jesus und nu mach weiter“… auf diese Weise kann man einen Absolutheitsanspruch sehr einfach durchsetzen, man sagt den Leuten einfach „Ihr glaubt an dasselbe, ihr nennt es nur anders“. Und man kommt sich noch toll vor mit seiner selbstproklamierten Toleranz.
Was ich so süss fand, war als dem Papst eine weltliche Auszeichnung als Würdigung seiner Verdienste um die Vereinigung Europas verliehen wurde.
In seiner Ansprache erwähnte er, daß das neue, geeinte Europa auf dem [wörtlich:] „Humus der christlichen Kultur“ gedeihe.
Wobei mir bis heute noch nicht ganz klar ist, wie etwas zu Humus werden kann, bevor es nicht völlig verrottet und zerfallen ist
Ich finde das schön, daran sieht man wunderschön wer die
Fanatiker sind.
entschuldige meine nachfrage, aber ich verstehe nicht worauf du dich beziehst. was ist „schön“? daß jemand zwei religionen vermischt oder meine entgegnung darauf?
auf diese Weise kann man einen
Absolutheitsanspruch sehr einfach durchsetzen, man sagt den
Leuten einfach „Ihr glaubt an dasselbe, ihr nennt es nur
anders“. Und man kommt sich noch toll vor mit seiner
selbstproklamierten Toleranz.
Was spricht denn gegen Folgendes? „S’war Scheisse, was wir
damals gemacht haben, wir versuchen, daraus zu lernen und
ähnliches in Zukunft zu vermeiden“. Was würde dagegen
sprechen?
Woher weißt Du, daß sie nicht so sagen?
Die jungen Männer, die da auf dem deutschen Friedhof vo La Cambe begraben sind, wollten zum Teil frisch von der Schulbank weg „für das Vaterland“ (ja: für das Vaterland!) kämpfen.
Sie waren Verführte - genau wie es heute Verführte gibt, die sich für die falschen Ideale einsetzen. Die Geschichtsbücher über diese Zeit waren damals noch nicht geschrieben, und Informationsquellen wie Fernsehen oder gar Internet gab es nicht. Es gab damals nur Propaganda.
Vielleicht fehlt Dir ein wenig das Geschichtverständnis. Ich weiß ja nicht, wann Du zur Schule gegangen bist, und ob im Geschichtsunterricht auch noch über eine andere Zeit als die verhängnisvollen „zwölf Jahre“ unterrichet wird.
Im Mittelalter gab es eine Verquickung von Staat und Kirche und eine gemeinschaftliche Weltanschauung. Was die Kirche verbrochen hat, hat genauso der Staat verbrochen. Die Hexenverbrennungen waren z.B. nicht allein eine Angelegenheit der kirchlichen Obrigkeit, sondern auch der weltlichen.
Daß es eine „direkte“ Nachfolge in der weltlichen Obrigkeit nicht gibt - da haben wir aber Glück gehabt. Sonst müßten wir uns ja dauernd für die Hexenverbrennungen und
ähnliches entschuldigen, so aber können wir das allein dem Papst überlassen. Das hat schon Komfort für uns!
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Zunächst mal zur Klärung: Ich hab niemandem unterstellt, dass er was nicht tut. Das würd ich allein deswegen nicht machen, weil ich Pauschalurteile ablehne.
Ich hatte zwei Großväter und etliche Großonkel. Nicht alle hatten sich der Diskussion über Nationalsozialismus und den 2. WK verweigert und nicht wenige davon hatten lange nach dem Krieg immer noch die gleiche Einstellung.
Die jungen Männer, die da auf dem deutschen Friedhof vo La
Cambe begraben sind, wollten zum Teil frisch von der Schulbank
weg „für das Vaterland“ (ja: für das Vaterland!) kämpfen.
Ja, ich weiß. Baldur von Schirach hat mal gesagt, dass „Kinder und Jugendliche wie Wachs in seinen Händen seien“. http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/SchirachBaldur/
Aber Du hast selber geschrieben: „… zum Teil …“. Ich bezog mich aber nicht auf die Kinder, sondern auf Erwachsene.
Sie waren Verführte - genau wie es heute Verführte gibt, die
sich für die falschen Ideale einsetzen. Die Geschichtsbücher
über diese Zeit waren damals noch nicht geschrieben, und
Informationsquellen wie Fernsehen oder gar Internet gab es
nicht. Es gab damals nur Propaganda.
Da hast Du durchaus recht. Aber es gibt so was wie das eigene Gewissen. Das erfordert allerdings sehr viel Mut; unter Umständen Mut bis zur Selbstaufgabe - nicht jeder kann ein Jägerstädter sein. http://www.aeiou.at/aeiou.encyclop.j/j067307.htm
Diesen Mut kann man im Nachhinein nur sehr schwer - eigentlich gar nicht - verlangen. Was ich aber verlangen kann, ist, dass die Leute im Nachhinein die begangene Scheisse einsehen. Ich hab leider doch einige getroffen, bei denen das Jahre nach dem Krieg immer noch nicht der Fall war.