Hallo ihr lieben wwwler!
Wieder einmal suche ich euren Rat in Thema Liebesangelegenheiten. Möchte nicht in LuL posten, da mein Problem psychologischer Natur ist und ich mir die Antworten auch dahingehend wünsche…
Meine Beziehung läuft nun seit 2,5 Monaten. Objektiv gesehen ist die Zeit, die wir miteinander verbringen, schön.
IN mir sieht es häufig katastrophal aus…
In Gesprächen stellte sich heraus, dass er mal verliebt ist, mal nicht. Da er die Zeit mit mir jedoch durchweg schön findet (sagt er), könnte er sich vorstellen, dass (auch) er Angst vor dem sich-einlassen hat und sich deswegen emotional distanziert. Daher haben wir gesagt, wir versuchen es für eine Zeit miteinander und schauen, was sich entwickelt.
Zudem ist es so, dass er sehr viel zu tun hat. Und ebenfalls von vornerherein klar stellte, dass er seinen Freiraum brauche.
Das führt z.B. zu Situationen wie gestern, als wir eigentlich für den Baggersee verabredet waren, er jedoch kurzfristig absagte: Er wolle in seiner Wohnung „kruschteln“ (ist gerade erst umgezogen).
Meine Reaktion war: Ich hatte zu NICHTS mehr Lust. Habe den Tag vor dem PC und im Bett verbracht. Wollte niemanden sehen, niemanden sprechen, nicht raus… (und zog ab 17.00h die Vorhänge zu, um die Sonne nicht mehr zu sehen, die mich darüber ärgern lässt, dass ich den Tag nicht alleine genieße.)
Hier bin ich bereits mitten in meinem Problem.
Wenn er mich nicht sehen will, wenn er sich abweisend mir gegenüber verhält, betont er, dass es mit mir nichts zu tun habe, dass es alleine mit ihm zu tun hat. (Und so wie ich ihn bereits kenne, denke ich, davon ausgehen zu können, dass er ehrlich ist). Vom Kopf her kann ich das auch gut stehen lassen, habe jegliches Verständnis und jegliche Akzeptanz für seine Situation.
Aber mein Herz…
…macht Turbulenzen, die ich nicht mehr im Griff habe.
Die in meinem Kopf definierte Partnerschaft lässt und braucht Freiraum, innerlich wie äußerlich, sie gibt den Raum, sich zu entwickeln, alleine und miteinander.
In meinem Herzen: Angst, Angst, Angst.
Vorwiegend: Verlustängste.
Diese resultieren aus meiner Kindheit und sind im Geiste aufgearbeitet, jedoch nicht emotional.
Sie führen dazu, dass ich bei jeder Handlung seinerseits, die ich als Ablehnung empfinde, Angst habe, ihn zu verlieren. Was wiederum dazu führt, dass ich introvertiert werde, ihn angreife, blöde Sprüche loslasse, …
Was wiederum zu Folge hat, dass er IN DIESEM MOMENT SICHER NICHT in mich verliebt ist, was meine Angst wieder verstärkt. Somit ein katastrophaler Kreislauf.
(Ein Mechanismus meiner Kindheit: Mir die Bestätigung zu holen, dass ich nicht geliebt werde. Wenn ich keinen Grund sehe, dann liefere ich eben einen…)
Meine Frage an euch ist die, ob jemand eine gute Idee hat, wie ich mit meinen Verlustängsten umgehen kann. Sie dürfen ja ruhig da sein, aber ich will nicht mehr so darunter leiden, will mich nicht von ihnen so vereinnahmen lassen, dass sie mich in meiner Alltagsgestaltung und in meiner power so lähmen.
Mit ihm darüber zu reden hilft nichts, um meinen Zustand zu verändern, wie die Erfahrung zeigt.
Vor allem wäre ich an Erfahrungsberichten interessiert von Menschen, die Verlustängste kennen und damit einen guten Umgang gefunden haben.
Danke im Vorfeld,
liebe Grüße
von jeanne

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