Die verZWEIFELung der Liebe Teil II

Hallo ihr lieben wwwler!

Wieder einmal suche ich euren Rat in Thema Liebesangelegenheiten. Möchte nicht in LuL posten, da mein Problem psychologischer Natur ist und ich mir die Antworten auch dahingehend wünsche…

Meine Beziehung läuft nun seit 2,5 Monaten. Objektiv gesehen ist die Zeit, die wir miteinander verbringen, schön.
IN mir sieht es häufig katastrophal aus…

In Gesprächen stellte sich heraus, dass er mal verliebt ist, mal nicht. Da er die Zeit mit mir jedoch durchweg schön findet (sagt er), könnte er sich vorstellen, dass (auch) er Angst vor dem sich-einlassen hat und sich deswegen emotional distanziert. Daher haben wir gesagt, wir versuchen es für eine Zeit miteinander und schauen, was sich entwickelt.

Zudem ist es so, dass er sehr viel zu tun hat. Und ebenfalls von vornerherein klar stellte, dass er seinen Freiraum brauche.

Das führt z.B. zu Situationen wie gestern, als wir eigentlich für den Baggersee verabredet waren, er jedoch kurzfristig absagte: Er wolle in seiner Wohnung „kruschteln“ (ist gerade erst umgezogen).
Meine Reaktion war: Ich hatte zu NICHTS mehr Lust. Habe den Tag vor dem PC und im Bett verbracht. Wollte niemanden sehen, niemanden sprechen, nicht raus… (und zog ab 17.00h die Vorhänge zu, um die Sonne nicht mehr zu sehen, die mich darüber ärgern lässt, dass ich den Tag nicht alleine genieße.)

Hier bin ich bereits mitten in meinem Problem.

Wenn er mich nicht sehen will, wenn er sich abweisend mir gegenüber verhält, betont er, dass es mit mir nichts zu tun habe, dass es alleine mit ihm zu tun hat. (Und so wie ich ihn bereits kenne, denke ich, davon ausgehen zu können, dass er ehrlich ist). Vom Kopf her kann ich das auch gut stehen lassen, habe jegliches Verständnis und jegliche Akzeptanz für seine Situation.

Aber mein Herz…
…macht Turbulenzen, die ich nicht mehr im Griff habe.

Die in meinem Kopf definierte Partnerschaft lässt und braucht Freiraum, innerlich wie äußerlich, sie gibt den Raum, sich zu entwickeln, alleine und miteinander.
In meinem Herzen: Angst, Angst, Angst.
Vorwiegend: Verlustängste.
Diese resultieren aus meiner Kindheit und sind im Geiste aufgearbeitet, jedoch nicht emotional.
Sie führen dazu, dass ich bei jeder Handlung seinerseits, die ich als Ablehnung empfinde, Angst habe, ihn zu verlieren. Was wiederum dazu führt, dass ich introvertiert werde, ihn angreife, blöde Sprüche loslasse, …
Was wiederum zu Folge hat, dass er IN DIESEM MOMENT SICHER NICHT in mich verliebt ist, was meine Angst wieder verstärkt. Somit ein katastrophaler Kreislauf.
(Ein Mechanismus meiner Kindheit: Mir die Bestätigung zu holen, dass ich nicht geliebt werde. Wenn ich keinen Grund sehe, dann liefere ich eben einen…)

Meine Frage an euch ist die, ob jemand eine gute Idee hat, wie ich mit meinen Verlustängsten umgehen kann. Sie dürfen ja ruhig da sein, aber ich will nicht mehr so darunter leiden, will mich nicht von ihnen so vereinnahmen lassen, dass sie mich in meiner Alltagsgestaltung und in meiner power so lähmen.

Mit ihm darüber zu reden hilft nichts, um meinen Zustand zu verändern, wie die Erfahrung zeigt.

Vor allem wäre ich an Erfahrungsberichten interessiert von Menschen, die Verlustängste kennen und damit einen guten Umgang gefunden haben.

Danke im Vorfeld,
liebe Grüße
von jeanne

Hallo Jeanne,

willkommen im Club :wink:

Ich bin auch so ein Mensch die unheimliche Angst vor dem „Verlassen“ und „Nichtgeliebt“ werden hat. Zwar nicht im Internet aber im RL.

Meine Frage an euch ist die, ob jemand eine gute Idee hat, wie
ich mit meinen Verlustängsten umgehen kann.

Ja, habe ich. Du brauchst einen Menschen der vollkommen auf dich eingeht und deine Ängste, deine Eifersucht, deine Furcht usw. sehr ernst nimmt und auch darauf eingeht.
Dein jetztiger Freund ist nicht der Mann der diese Anforderungen erfüllen kann. Dafür ist er zu individuell gestrickt. Er lebt in einer anderen Wohnung, braucht seinen Freiraum und ist, bei deinen verzweifelten Wutausbrüchen, komplett überfordert und kann es nicht nachvollziehen.
Solche Beziehungen hatte ich auch. Aber damals wusste ich es nicht besser und konnte nicht nachvollziehen warum sie nicht so leidenschaftlich liebten wie ich es tat. Aber die Menschen, ihre Vergangenheit und deren Erziehung, sind nun mal sehr sehr verschieden.

Wünsche dir den idealen Partner!

liebe Grüße
Krümel

Du brauchst einen Menschen der vollkommen auf

dich eingeht und deine Ängste, deine Eifersucht, deine Furcht
usw. sehr ernst nimmt und auch darauf eingeht…

Hallo,

diesem Rat von Kruemel kann ich nicht so ganz zustimmen.

Ich bin auch ein Mensch der früher mit Verlustangst zu kämpfen hatte (aus meiner Kindheit heraus enstanden). Ich finde in dem man sich als Verlustangstgeplagter einen Mensch sucht der voll und ganz auf einen eingeht, tut man sich im Grunde nichts gutes. Denn man arbeitet nicht an sich selbst, an seinen Ängsten. Diese Ängste schwelen immer weiter.

Es ist wie mit allen anderen Ängsten auch, man sollte sich diesen Stellen und somit an sich arbeiten, sich weiterentwickeln.

Ich habe damals eine Therapie gemacht, die mir sehr dabei geholfen hat mit den Verlustängsten besser umzugehen. Für mich wäre jemand der Bedingungslos auf mich eingeht nie in Frage gekommen. Mein Mann fällt somit nicht in diese Kategorie Mensch :wink: Am Anfang unserer Beziehung hat uns das vor manche Probleme gestellt. Seitdem ich meine Verlustängste bewältigt habe, ist unsere Beziehung viel entspannter für beide.

Ich denke das ist der beserere Weg, denn ansonsten haut einen jede Kleinigkeit in der man Verlust befürchet aus der Bahn.

Viele Grüße

Phoebe

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Hallo Krümel,

danke für deine Offenheit!

Dass nur die „totale“ Liebe diese Verlustängste heilen kann, hat mir mal ein Psychologe gesagt, der aus eigener Erfahrung sprach. Und so rein aus der Theorie heraus stimme ich euch auch zu.

In meiner momentanen Situation habe ich jedoch zwei Einwände.

Zum einen habe ich Angst, dass ich, sobald ich einen Menschen finden würde,

der vollkommen auf
dich eingeht und deine Ängste, deine Eifersucht, deine Furcht
usw. sehr ernst nimmt und auch darauf eingeht.

mich aufgeben würde.
(Dann kann ich mich selber nicht mehr im Spiegel anschauen und die Beziehung würde wahrscheinlich auch über kurz oder lang zerbrechen)

Zum anderen muss ich Phoebe zustimmen, dass ich mich dann ja nicht mit meinen Ängsten auseinander setze. Das ist aber genau mein Ziel.
Wenn sich unser Verhältnis, wo wie es jetzt ist, nicht verändert, ist dieser Mann mit Sicherheit auf Dauer nicht der Richtige. Aber um einem Mann zu begegnen, der sich in mich so sehr verliebt, wie du es beschreibst, muss ich, denke ich, auch erst mal entspannt, locker und einigermaßen angstfrei sein.
Sollte das also mit uns nichts werden, so möchte ich zumindest aus der Beziehung gelernt haben, d.h., einige Schritte weiter gegangen sein.

Und: Eigentlich möchte ich DIESEN Mann!!!

Nochmals danke,
jeanne

Hallo Jeanne,

es ist nicht unbedingt so, dass DIESER Partner nicht zu dir passt oder der Falsche ist. Es ist eher „wrong time, wrong place“ das Problem - glaube ich.

Ganz aus persönlicher Erfahrung kann ich dir nur sagen, dass ich bis vor 5 Jahren JEDE Beziehung mit meiner Angst, Eifersucht und Klammerei (nicht allein etwas genießen können!) kaputt bekommen habe (allerdings habe dann immer ich auch den Schlussstrich gezogen, eigentümlicherweise).

Und vielleicht wäre das auch so weitergegangen.

2001 bekam ich einen Therapeuten empfohlen. Den probierte ich aus, er riet mir zu eine Analyse. Ich hatte höllische Angst davor. Komisch, Analyse, ICH…

Nun - ich habe zugegriffen, mit mir und dem Therapeuten gerungen, einen Kompromiss gefunden, leicht abgewandelte Form der Therapie (1 Termin in der Woche anstatt drei…). Nach drei Jahren war ich ein komplett anderer Mensch. Genoss mein Leben, auch ohne Partner. Hatte Ziele, war nicht mehr so „getrieben“ (‚ich brauch einen Mann an meiner Seite‘), legte mir Hobbies zu, die mir wichtig waren etc. pp.

Ich wurde vor allem selbstbewusst. Und verlor die Angst. Nicht zu 100%, das wäre wohl auch dumm, aber das ungesunde Maß an Angst war weg.

Und: ich bin heute glücklich verheiratet. Etwas ist geschehen, an das ich im Leben nicht mehr geglaubt hätte. Ich habe einen Partner an meiner Seite, mit dem ich über jede Angst, jede Freude, jeden Frust sprechen kann; der mir das Gleiche zurück gibt. Und ich meine, ohne diese Arbeit an mir wäre ich da wo ich jetzt bin nicht.

Vielleicht ist dieser Bericht eine kleine Anregung.

ich wünsch dir zumindest, dass er dir ein wenig Hoffnung macht.

Es könnte allerdings sein, dass deine derzeitige Beziehung in der Tat nicht die passende zum derzeitigen Seelenstand ist, diese Frage musst du dir halt versuchen ehrlich zu beantworten.

Alles Gute,
Demenzia

Hallo Jeanne,

zu Deinen „Verlustängsten“ und den Umgang damit, möchte ich mich nicht äußern, sondern einen Aspekt ansprechen, der ggf. eher im L&L-Brett vermutet würde:

zu der gestrigen Geschichte: Ihr beide seid (was heißt in dem Zusammenhang „eigentlich“? Ward Ihr verabredet oder nicht?) miteinander für etwas Schönes verabredet, was er kurzfristig aus m. E. unwichtigem Grund oder gar Vorwand absagt. Ich halte es für normal und völlig in Ordnung, wenn Du als „Sitzengelassene“ darüber stinksauer bist und erst mal keine Lust zu gar nichts mehr hast.

Er setzt Eure Verabredung und damit ein Stück weit auch Dich als Person zurück, weil er gerade Mal was Besseres zu tun hat oder einfach keinen Bock auf Dich resp. darauf, mit Dir das Abgesprochene zu machen.

Bei aller Liebe - da bist m. E. nicht Du das Problem, sondern dieser Selbstverwirklicher, bei dem ich in diesem Beispiel seine Beziehungsfähigkeit anzweifeln möchte.

Ich denke, dass ihr euch verständigen müsst, was für BEIDE verbindliche Abmachungen bedeuten und streicht aus eurem Vokabular „eigentlich“ (ihr könnt es einfach durch „jetzt“ ersetzen!).

Hallo Demenzia,

sehr schöner Beitrag! Von mir ein Sternchen dafür.

Gruß

Phoebe

Hallo Tom,

zu der gestrigen Geschichte: Ihr beide seid (was heißt in dem
Zusammenhang „eigentlich“? Ward Ihr verabredet oder nicht?)
miteinander für etwas Schönes verabredet, was er kurzfristig
aus m. E. unwichtigem Grund oder gar Vorwand absagt. Ich halte
es für normal und völlig in Ordnung, wenn Du als
„Sitzengelassene“ darüber stinksauer bist und erst mal keine
Lust zu gar nichts mehr hast.

es geht, wenn ich Jeanne richtig verstehe, nicht darum, dass sie das gute Recht hat sauer zu sein. Sondern es geht darum wie sie für sich mit dieser Absage umgeht. Ihren Wert herab setzt, über Gebühr „schmollt“ (Fenster verdunkeln etc.).

Als „normal“ würde ich es empfinden (heute), man ist sauer, teilt das dem anderen mit, schmollt ne Runde oder so und widmet sich dann wieder Dingen, Freunden, die man halt gern macht.

Da ist schon ein Unterschied.

Bei aller Liebe - da bist m. E. nicht Du das Problem, sondern
dieser Selbstverwirklicher, bei dem ich in diesem Beispiel
seine Beziehungsfähigkeit anzweifeln möchte.

siehe oben. Die Erkenntnis nützt ihr u.U. eben leider nicht so viel, selbst wenn ihr das glasklar ist. Weil sie - auch u.U., halt wenn ich Jeanne richte interpretiere - eben ALLES an ihrer Person fest macht und an ihrer Angst (der Teufelskreis).

Grüße
Demenzia

Hallo Tom!

Auch wenn, wie Demenzia bereits richtig bemerkte, das nicht das Thema ist, so haben mir deine Worte gut getan - und wiederum doch nicht.
Gut deshalb, weil ich meine Reaktion völlig übertrieben fand und du sie doch einigermaßen „normalisiert“ hast.
Nicht gut getan hat mir folgendes, weil ich es nicht hören wollte: (und deshalb habe ich auch HIER gepostet)

Er setzt Eure Verabredung und damit ein Stück weit auch Dich
als Person zurück, weil er gerade Mal was Besseres zu tun hat
oder einfach keinen Bock auf Dich resp. darauf, mit Dir das
Abgesprochene zu machen.

weil auch ich das „komisch“ finde, vor allem, wenn eine Geschichte noch so frisch ist wie unsere.

Ihr beide seid (was heißt in dem
Zusammenhang „eigentlich“? Ward Ihr verabredet oder nicht?)
miteinander für etwas Schönes verabredet

Eigentlich heißt:
Samstag morgen sagte er zu mir: Morgen soll es schön werden, lass uns doch an den Baggersee fahren. Wir telefonieren vorher noch mal"
Für mich hieß „wir telefonieren“, um Zeit und Ort auszumachen.
Für ihn hieß das, es ist eine Idee und wir telefonieren nochmal, ob wir es fest machen.
Missverständnis oder Ausrede?

Ich denke, dass ihr euch verständigen müsst, was für BEIDE
verbindliche Abmachungen bedeuten

Was nützt mir eine verbindliche Abmachung, wenn er den Tag nur aufgrund der Verbindlichkeit mit mir verbringt, aber weder mit seinem Herzen, mit seinem Kopf, mit seiner Lust dabei ist, entweder, weil er lieber etwas anderes machen will oder aber keine Lust hat, mich zu sehen?

Ohje!

Danke auch für deinen Beitrag!
Grüße, jeanne

Hi Jeanne

@sieht es häufig katastrophal aus…

@In Gesprächen stellte sich heraus, dass er mal verliebt ist, mal nicht.

@ich introvertiert werde, ihn angreife, blöde Sprüche loslasse, …
Was wiederum zu Folge hat, dass er IN DIESEM MOMENT SICHER NICHT in mich verliebt ist, was meine Angst wieder verstärkt. Somit ein katastrophaler Kreislauf.

Ich würde Dir höflich raten, Dir sehr rasch professionelle Hilfe zu suchen. Dein Freund wird es bestimmt sehr schnell leid sein sich mit Deinen bizarren und psychotischen Ausbrüchen auseinanderzusetzen.

Du klammerst und erstickst ihn - wegen Deiner sehr großen Angst und Deiner Panik - er weiß nicht ob er sich überhaupt auf Dich einlassen soll.

Du empfindest so viel mehr für ihn als er für Dich und Du brauchst ihn so viel mehr als er Dich…

Das ist meine persönliche Meinung.

Gruß
Siân

Hi Jeanne

Harte Fakten:

@oder aber keine Lust hat, mich zu sehen?

Wenn er Dich tatsächlich hätte sehen wollen, hättet ihr Beiden euch doch getroffen???

Weshalb weigerst Du Dich so vehement den Tatsachen ins Gesicht zu sehen?

Gruß
Siân

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Hallo Demenzia!

Vielen Dank für Deinen Artikel, der mich sehr berührt hat.

In meinem bisherigen Leben war es so, dass ich mich nie so weit auf einen Partner eingelassen habe, dass ich diese Angst überhaupt spürte.
Dass ich mich nie richtig einließ, wurde mir vor 3 Jahren erst richtig bewusst und ich kam zu der „Einsicht“, beziehungsunfähig zu sein. Die darauffolgende Zeit verbrachte ich hauptsächlich damit, mich damit auseinanderzusetzen und dachte dann vor kurzem, „ja, ich habe es endlich geschafft, mich einlassen zu können.“ Dauerte auch nicht allzu lange, dass mir o.g. Mann über den Weg lief.
Soll heißen, waren die letzten Jahre für den A***? Und gibt es keine Möglichkeit, im Hier und Jetzt mit meiner Angst konstruktiv umgehen zu können?
Soll auch heißen, wenn ich nun eine Therapie beginnen würde, die Beziehung aber nicht mehr hätte, wäre ich denn nahe genug an der Angst dran, um sie bearbeiten zu können? (Schließlich war sie mir in allen anderen Zeiten auch nicht präsent)
Und so ganz persönlich würde mich interessieren, was es war, dass die Therapie dir dein Selbstbewusstsein gegeben und dich beziehungsfähig gemacht hat? Weil- meine gesamte Kindheit habe ich bereits „durchgekaut“, was kann da noch kommen, was mich weiterbringt? (Vielleicht magst du mir darauf lieber an meine e-mail-Adresse schreiben?)

Liebe Grüße,
jeanne

P.S. So eigentümlich finde ich es übrigens gar nicht, dass immer Du diejenige warst, die den Schlussstrich gezogen hast - so hast du dich dem Schmerz entzogen, der vielleicht da gewesen wäre, wenn er sich getrennt hätte.
Und: die besten Wünsche für eure Liebe!!

Hallo Sian!

Weshalb weigerst Du Dich so vehement den Tatsachen ins Gesicht zu sehen?

Welchen Tatsachen? Meinst du die, dass er die Beziehung/ mich nicht mehr will? Falls dem so sei, wieso sagt er es dann nicht? Wieso meldet er sich dann doch immer wieder? Wieso betont er dann in Gesprächen über unsere Beziehung, dass auch er Angst hat, es jedoch mit mir „versuchen“ will?

Ich würde Dir höflich raten, Dir sehr rasch professionelle
Hilfe zu suchen.

Da mir das auch in anderen postings geraten wurde, werde ich das in Angriff nehmen.

Dein Freund wird es bestimmt sehr schnell
leid sein sich mit Deinen bizarren und psychotischen
Ausbrüchen auseinanderzusetzen.

Psychotisch??? Meinst du das ernst?
Und wieso Ausbrüche? Ausbrüche sind laut und heftig. Das bin ich nicht, im Gegenteil.

Du klammerst und erstickst ihn - wegen Deiner sehr großen
Angst und Deiner Panik

Er bekommt außer meiner emotionalen Distanz und manchen Angriffen gar nichts mit, da ich meine Angst nur mit mir selber (und mit euch) ausmache.

er weiß nicht ob er sich überhaupt auf Dich einlassen soll.

Aber nicht wegen mir, sondern weil er noch verstrickt ist in eine alte Beziehung und nicht weiß, ob er in der Lage ist, sich richtig einzulassen.

Du empfindest so viel mehr für ihn als er für Dich und Du
brauchst ihn so viel mehr als er Dich…

Ich würde sagen: Ich kann die Gefühle für ihn mehr zulassen als er die Gefühle für mich. Und: jemanden brauchen hatte für mich noch nie was mit Liebe zu tun. Ich brauche ihn nicht, mit meinen Ängsten werde ich auch alleine und/ oder mit professioneller Hilfe zurecht kommen. Wenn überhaupt, können wir beide uns was geben.

Wenn er Dich tatsächlich hätte sehen wollen, hättet ihr Beiden euch doch getroffen???

Hat dein Freund IMMER oberste Priorität?

Grüße,
jeanne

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Hallo jeanne,

danke für deine Offenheit!

Ich bin nur bei den Schwächen offen die ich hinter mir zu wissen glaube.

Dass nur die „totale“ Liebe diese Verlustängste heilen kann,
hat mir mal ein Psychologe gesagt, der aus eigener Erfahrung
sprach. Und so rein aus der Theorie heraus stimme ich euch
auch zu.

Die „totale“ Liebe hört sich irgendwie utopisch an. Es sollte ein Partner sein der dich, so wie du bist, wahr nimmt. Damit meine ich nicht jemanden der Tag und Nacht an deiner Seite ist und deine Hand hält. Denn so ein Mensch ist emotional zu schwach für dein Temperament.
Und auch nicht jemand der dich für deine Schwächen bedauert sondern jemand der deine Stärken stärkt und sie unterstützt.

In meiner momentanen Situation habe ich jedoch zwei Einwände.

Zum einen habe ich Angst, dass ich, sobald ich einen Menschen
finden würde,

der vollkommen auf
dich eingeht und deine Ängste, deine Eifersucht, deine Furcht
usw. sehr ernst nimmt und auch darauf eingeht.

mich aufgeben würde.

Dann ist das auch ein Partner der zu jemandem passt, jedoch nicht zu dir. Wie gesagt, meinte ich damit einen Menschen der dir Stärke gibt und du in dieser Partnerschaft mehr an Selbstvertrauen gewinnst.

Wenn du diese Sicherheit und Stärke an deiner Seite hast, dann wirst du auch die innere Ruhe, als auch Distanz haben um dich mit deinen Ängsten ausernander zu setzen. Denn bist du psyschich gestärkt, so hast du viel weniger Angriffsflächen für Dinge die dich heute aus der Bahn werfen und dich an dir zweifeln lassen.

Sollte das also mit uns nichts werden, so möchte ich zumindest
aus der Beziehung gelernt haben, d.h., einige Schritte weiter
gegangen sein.

Wir lernen jeden Tag und an vielen Erlebnissen in unserem Leben. Nur das Verinnerlichen und die emotionale Akzeptanz fällt uns schwer, weil wir in Denkschematan und Verhaltensweisen gefangen sind. Das ist menschlich und natürlich. In 30 Jahren wirst du einige tausend Schritte weiser sein :wink:

Und: Eigentlich möchte ich DIESEN Mann!!!

Vielleicht erzählst du mehr über ihn und man kann dir einige Tipps oder Ratschläge geben wie du ihn behandeln bzw. mit ihm umgehen könntest? Im Leben ist nichts unmöglich :wink:

Wünsche dir von ganzem Herzen alles Gute und dass du endlich dem Prinzen über den Weg läufst der dir die Welt zu Füssen legt :smile:)))

Liebe Grüsse
Krümel

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Brems dich mal…
Hi Sian,

@sieht es häufig katastrophal aus…

@In Gesprächen stellte sich heraus, dass er mal verliebt ist,
mal nicht.

@ich introvertiert werde, ihn angreife, blöde Sprüche
loslasse, …
Was wiederum zu Folge hat, dass er IN DIESEM MOMENT SICHER
NICHT in mich verliebt ist, was meine Angst wieder verstärkt.
Somit ein katastrophaler Kreislauf.

Ich würde Dir höflich raten, Dir sehr rasch professionelle
Hilfe zu suchen. Dein Freund wird es bestimmt sehr schnell
leid sein sich mit Deinen bizarren und psychotischen
Ausbrüchen auseinanderzusetzen.

Wenn schon hier einer von euch beiden professionelle Hilfe braucht, dann bist das aus meiner Sicht eher du!
Jeanne ist definitiv weder bizarr noch psychotisch.

Du klammerst und erstickst ihn - wegen Deiner sehr großen
Angst und Deiner Panik - er weiß nicht ob er sich überhaupt
auf Dich einlassen soll.

Aus ein paar Zeilen einer Schilderung ist für dich alles klar?
Du weisst doch nicht mal was er zu der ganzen Sache zu sagen hat.

Du empfindest so viel mehr für ihn als er für Dich und Du
brauchst ihn so viel mehr als er Dich…

Wilde Phantasie;- es könnte genausogut das Gegenteil der Fall sein und er liebt sie viel mehr als sie ihn;- nur dass er z.B. zu schüchtern ist …

Das ist meine persönliche Meinung.

Kannst du haben.

Ich kriege den Horror wenn ich mir vorstelle, dass Jeanne dich ernst nehmen könnte.
Zum Glück ist sie ein klar denkender Mensch (im Gegensatz zu dir) und hat eine weitaus vernünftigere und „erwachsenere“ Sicht der Dinge als du.

Gruß

Gruss auch
Stefan

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Danke!! & welche Therapie?
Hallo ihr,

ganz, ganz herzlichen Dank für all eure Antworten! Ich habe geweint und gelacht…

Also, mir scheint, da ich den Mann ja noch nicht gefunden habe, der mir seine ganze Liebe schenkt, muss wohl doch die Therapie herhalten :smile:

Gesprächstherapie: hatte ich schon, denke ich, nicht weiter zu kommen
Verhaltenstherapie: m.E. in diesem Kontext unsinnig
Analyse: Habe ich eigentlich mein Lebtag mit mir selbst betrieben

Da meine Ängste aus den ersten Lebensjahren resultieren, denke ich öfters an Traumatherapie. Wäre das das Richtige, trotz dass es „nur“ seelischer Missbrauch war?

Dankbar um alle Vorschläge,
jeanne

Hi

@Das ist meine persönliche Meinung.

Den Satz hast Du wohl leider überlesen.

Gruß
Siân

Hi Jeanne

ich hatte geschrieben:

MEINE persönliche Meinung-

@Hat dein Freund IMMER oberste Priorität?

Wenn wir verabredet sind ja, das sind aber stets beidseitige klare Absprachen…Dass kann man aber mit Deiner Beziehung nicht vergleichen da er es weder „mit mir versuchen will“ noch emotional in alten Geschichten steckt. etc

Ich wünsche Dir viel Glück.

Gruß
Siân

…macht die Musik!

Hi Sian,

inhaltlich ist gegen DEINE MEINUNG natürlich nichts einzuwenden. Es war die Art und Weise, in der du geschrieben hast, die weder besonders einfühlsam noch sachlich sondern überspitzt, unklar und provozierend KLANG.
(Im Klartext: Deine Zeilen hörten sich FÜR MICH so an, als sei ich der letzte Idiot, der nicht merkt, dass der Typ nichts von mir will und ich ihm nur speichelleckend hinterherrenne und ihm das Leben zur Hölle mache)

Mit deiner Argumentation kann ich alles jedem an den Kopf hauen und dazu schreiben, „das ist meine Meinung“, und wenn ich dann Kritik ernte, sagen, „hast wohl nicht richtig gelesen“.

Nix für ungut
-nur zur Anregung-

Grüße, jeanne

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Hallo, Jeanne!

Ich hatte seit meiner Kindheit unter Verlustängsten zu leiden und auch an dem, was ich als menschliche Zurückweisung empfinde. Ich erkenne mich in dem, was du über dieses Telefonat geschrieben hast sehr gut wieder. (Unterschiedlich scheint mir nur die Reaktion darauf zu sein. Ich wurde immer distanzierter und kälter, so dass der andere annehmen musste, mir liege nichts mehr an ihm. Du scheinst ja doch öfter eine Konfrontation zu suchen, resp. zu provozieren.)

Wichtig war für mich zu lernen, dass MEINE Sicht der Dinge schief lag, nicht unbedingt die Handlungsweise der ANDEREN. Damals hätte ich dieses „wir telefonieren nochmal“ ebenso wie du interpretiert und mich nach der Absage genauso enttäuscht zurückgezogen.
Heute sehe ich in so einer Floskel das, was sie auch wirklich bedeutet: „wir telefonieren nochmal = ich überleg es mir noch“.

Deinem Partner ist nicht bewusst, was er da in dir auslöst. Ich gebe dir Recht, dass Gespräche da nichts bringen. Und selbst dir ist ja verstandesmäßig klar, dass deine emotionale Reaktion übertrieben ist. Du kannst in dieser Sache nur an dir selbst arbeiten. Trotzdem gibt es kleine Tips wie man das „Amoklaufen“ der Gefühle verhindern kann.

Für mich gehörte dazu z.B. das Lernen, einerseits verbal die (scheinbare) emotionale Ablehnung auszuhalten und andererseits notfalls sogar dagegen zu halten (was für mich äußerst schwer war). Gelegentlich war es für mich schon ein Erfolg, mich aus der Situation ziehen zu können, ohne gleich in Tränen auszubrechen.

Außerdem habe ich (in ähnlichen Fällen wie die Sache mit der abgesagten Verabredung) eine Liste mit Dingen aufgestellt, die ich sofort unternehmen kann und richtig Spaß habe. Wohlgemerkt: BEVOR eine solche Situation eintritt. Wenn dann so etwas vorkam, sah ich auf die Liste und zwang mich, als Ausgleich sofort das allererste auf der Liste zu machen. Das konnte sein: eine Freundin zum Kaffee treffen, schwimmen gehen, etc. So war ich sofort abgelenkt und kam zumindest aus der Grübelkrise heraus. Anfangs war das manchmal zäh und schwierig, aber dann lief es gut.
Am Ende des Tages konnte ich dann in einem Gespräch mit der besagten Person so etwas sagen wie: „eigentlich war ich enttäuscht, dass du abgesagt hast, aber dann habe ich dies oder das gemacht und so ist der Tag für mich doch noch ganz schön geworden.“

Ein großes Problem sehe ich auch darin, dass ich viel zuviel über das Leben und die Menschen nachgegrübelt habe, zuviel analysiert und zuviel interpretiert habe. Dir scheint das ähnlich zu gehen. Wenn mir heute eine Bemerkung (oder Handlungsweise) missverständlich ist, frage ich nach. Auf deine Situation angewendet hieße das: „Was meinst du mit „wir telefonieren noch“? Heißt das, wir machen nur noch die genaue Zeit aus oder entscheiden wir das überhaupt erst morgen?“ Dieses stete Nachfragen lässt dann nur noch kaum oder auch gar keinen Raum mehr für Spekulationen! Manchmal kommen diese Interpretationen ja erst später im stillen Kämmerlein - dann häng dich einfach ans Telefon und hak nochmal nach. Ich hab dadurch wesentlich mehr innere Ruhe gewonnen.

So gibt es sicher noch andere kleine Wege aus der Angst- und Grübelfalle. Vielleicht fallen dir selbst noch welche ein.

Ich hoffe, ich war trotzdem eine kleine Hilfe.

LG für dich,

Cat