Die Zehn Gebote

Monotheismus und fertig is :smile:
Hallo datafox,

wenn ich mich zur (sittlichen) Richtigkeit eines Gebots bekenne, das es mir verbietet, jemandem anders als dem Gott des Mose Knechtdienst zu erbringen, so muss ich gezwungenermaßen alles Andere, was Menschen so anbeten, als nicht anbetungswürdig erachten. Da die Anbetungswürdigkeit, bzw. das Recht auf Knechtdienst, die eigentliche Definition des Begriffs „Gottheit“ ist, wird es ohne Zweifel schon für Moses selbstverständlich gewesen sein, was für Muslime heute selbstverständlich ist: Keine Gottheit außer Gott.

Die Sprache erlaubt es, von „Gottheiten anderer“ zu reden, ohne dies im absoluten Sinne zu meinen, sondern als Kurzform von „dem, was anderen als Gottheiten gilt“. Diese Anbetungsobjekte können durchaus existieren (Engel, Dämonen, von denen es ja auch nach dem Islam sehr mächtige gibt oder wenigstens gab), haben aber kein Recht auf den Knechtdienst der Menschen und dürfen unsererseits nicht als Gottheiten betrachtet werden.

Gruß,

Mohamed.

hallo,

wenn ich mich zur (sittlichen) Richtigkeit eines Gebots
bekenne, das es mir verbietet, jemandem anders als dem Gott
des Mose Knechtdienst zu erbringen, so muss ich
gezwungenermaßen alles Andere, was Menschen so anbeten, als
nicht anbetungswürdig erachten.

das folgt nicht zwingend, da dieses gebot sich auf die eigenen leute beschränkt. konkret wird im text das volk israel angesprochen und sonst niemand. wer nicht dazugehört, den betrifft es auch nicht. deshalb gibt es auch keinen „missionsauftrag“.

gruß
datafox

Jesus sagt in Markus 12:

falsch, jesus ZITIERT hier, als gebildeter jude keine
überraschung, die tora! keines dieser zitate sind von jesus.

Sagt… zitiert… ja und?

Jesus zitierte oft das alte Testament.
siehe auch Mat 5,17

Ihr sollt nicht wähnen, daß ich gekommen sei, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen! Ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen.

Hallo.

falsch, jesus ZITIERT hier, als gebildeter jude keine
überraschung, die tora! keines dieser zitate sind von jesus.

Sagt… zitiert… ja und?

Der Witz dabei ist, dass hier ja die Quelle zitiert wird, welche diese ganze Mitzwot (Gebote) vorgibt. Somit kann hiermit nicht gemeint sein, dass die zwei ausreichen, sondern nur, dass diesen eine besondere Bedeutung zukommt. Das Ende deines Zitates zeigt dieses ja dann auch auf:

„Kein anderes Gebot ist größer als diese beiden.“

Und die Quelle für das Zitat sind Diskussion im Talmud, wo eben auch diese Frage gestellt wurde. Und hier wie dort kam dabei niemand auf die Idee, dass dieses zur Verwerfung auch nur einer Mitzwa führen könnte. Wie auch, wo G’tt selber sagt (Deworim, 5. Buch Mojsche), dass jeder, welcher dieses tun würde, ein falscher Prophet wäre.

Scholem,
Eli

Hallo datafox.

Was ich mich da immer frage, er gibt ja praktisch zu das es
andere Götter gibt. Sagt aber das man nur an Jahwe glauben
darf. Oder wird irgendwo gesagt es _gibt_ nur einen Gott?

daß es nur einen gott gibt (monotheismus) stammt aus dem
mittelalter.

Und wie siehst du in dem Kontext zum einen z. B. das Schma als Stellen aus der Tora und auch spätere Schriften welche lange vor dem Mittelalter geschrieben wurden, welche alle bezeugen, dass G’tt einzig und einer ist?

Scholem,
Eli

Hallo, Christen und Christinnen!

Hallo Franz,

auf für uns Juden steht das Zehnwort am Anfang unserer Volkswerdung und sind Teil der Mitzwot (Gebote), welche wir erfüllen müssen, damit wir G’tt ein heiliges Volk sind. Aus diesem Grund mache ich einmal kurz meine Anmerkungen, welche aufzeigen, dass zwangsläufig die Christen hier schon modifizieren mussten.

Gerade habe ich die Zehn Gebote durchgelesen. Die Hälfte kann
man doch heutzutage vergessen und den Rest müsste man
modifizieren.

Der Anfang des Zehnwortes (nicht bei allen Christen Teil der Zehn Gebote) lautet ja:

„Ich bin der Herr, dein G’tt, der Ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt habe“ (20:2).

Daraus folgt zumindest für uns Juden, dass das Folgende erst einmal nur uns direkt gegeben wurde und wir danach zu leben haben, was wir ja auch bis heute tun.

Gleichzeitig ist es jüdische Lehre, dass dieses Zehnwort an die ganze Menschheit ging, was der Name der Parascha (Wochenabschnitt) „Jithro“ schon zeigt, welcher der nichtjüdische Schwiegervater von Mojsche war. Aber eben nicht im Sinne von Geboten, sondern bezogen auf den darin enthaltenden Inhalt. Den nur das jüdische Volk wurde von G’tt aus Mitzwajim herausgeführt.

Hierdurch bedingt es sich aus jüdischer Sicht, dass Christen das Zehnwort modifizieren mussten, um es auf sich zu übertragen. Und einige Veränderungen zeigen diese Modifikation ja auch. Neben dem fehlenden Anfang z. B. auch bei vierten Gebot (20:8) vom Schabbat, welcher nach Bereschit (Genesis) aber der siebte Tag ist und somit der Samstag.

Welche Bedeutungen diese Modifikationen nun innerchristlich habe, ist wiederum nicht mehr mein Thema. Ich wollte nur aufzeigen, dass sie anfänglich schon verändert wurden.

Findet ihr nicht auch?

Da ich auch nach dem Zehnwort lebe, sehe ich nicht warum hier etwas modifiziert werden müsste. Damit will ich nicht sagen, dass es einfach wäre danach zu leben, aber im Zehnwort steht auch nichts davon, dass es einfach wird.

Alles darin ist immer noch zeitgemäß und relevant.

Scholem,
Eli

off topic…
moses kommt vom berg sinai:

„leute, alle mal herhören! ich habe eine gute und eine schlechte nachricht! die gute nachricht ist: ich bin zur zeit runter auf zehn gebote. die schlechte: ehebruch ist immer noch dabei!“

nicht ganz ernste grüße
burkhard

Der Christenmensch ist ein freier Herr und niemandem untertan.

Glück kann man nicht kaufen!
Was Kinder zum Glücklichsein brauchen, sind liebevolle Eltern.

Gruss Harald

Hallo Eli,

Und die Quelle für das Zitat sind Diskussion im Talmud, wo
eben auch diese Frage gestellt wurde. Und hier wie dort kam
dabei niemand auf die Idee, dass dieses zur Verwerfung auch
nur einer Mitzwa führen könnte. Wie auch, wo G’tt selber sagt
(Deworim, 5. Buch Mojsche), dass jeder, welcher dieses tun
würde, ein falscher Prophet wäre.

ich möchte Deuteronomium 4,2 auch nicht streichen.
Vielleicht hätte ich schreiben sollen, dass die zwei genannten Gebote eigentlich die restlichen 8 mit einschließen. Denn wenn ich meinen Nächsten liebe, werde ich ihn sicherlich weder ermorden, noch beklauen usw.

In der Offenbarung des Johannes steht z.B. auch, dass wir nichts vom Text weglassen sollen. Dennoch ist die Bibel meiner Meinung nach nicht wie ein Kochbuch zu lesen. Es geht doch bestimmt eher darum den Sinn der Bibel nicht zu verändern.

Friede, Joe

„Da kommt Mose mit den 15…“
Mose stolpert und eine der 3 Steintafeln die er hält fällt hin und zerbricht.
„… äh mit den 10 Geboten“

Szene aus irgend einem Film

Hallo Jörg.

Vielleicht hätte ich schreiben sollen, dass die zwei genannten
Gebote eigentlich die restlichen 8 mit einschließen. Denn wenn
ich meinen Nächsten liebe, werde ich ihn sicherlich weder
ermorden, noch beklauen usw.

Das sagen die Schreiben von Handbüchern auch immer, wenn es zu Reklamationen kommt :wink:

In der Offenbarung des Johannes steht z.B. auch, dass wir
nichts vom Text weglassen sollen. Dennoch ist die Bibel meiner
Meinung nach nicht wie ein Kochbuch zu lesen. Es geht doch
bestimmt eher darum den Sinn der Bibel nicht zu verändern.

Das Problem ist dabei aber, dass in der Bibel Kochrezepte stehen und oft der Sinn dahinter uns verborgen ist. Somit bleibt uns bei vielem erst einmal nichts anderes übrig, als danach zu kochen. Wie es geschmeckt hat, erfahren wir später.

Letztlich treffen wir hier den Konflikt zwischen Judentum und Christentum und ich meine, dass wir den jetzt hier nicht aufrollen müssen.

Scholem,
Eli

Sagt… zitiert… ja und?

es entsteht ein falscher eindruck.
warum wird bei „auge um auge“ immer direkt zitiert?

die „guten“ stellen sind immer „jesus sagte“ und die „bösen“ stehen „im alten testament“.

gruß
datafox

Und wie siehst du in dem Kontext zum einen z. B. das Schma als
Stellen aus der Tora und auch spätere Schriften welche lange
vor dem Mittelalter geschrieben wurden, welche alle bezeugen,
dass G’tt einzig und einer ist?

kein widerspruch!

zitat: „J. ist *unser gott* - J. ist EINER!“

(nur er ist der gott unseres volkes und sonst keiner. er ist ein einziger gott und nicht mehrere und er hat keine teile.)

das ist völlig konsistent mit der annahme, daß das nachbarvolk einen gott X. und Y. hat, wobei Y aus den teilen a und b besteht. diese gottheiten sind allesamt tabu, später: hirngespinste, wirkungslos.

gruß
datafox

Szene aus irgend einem Film

mel brooks’ history of the world.

datafox

Schlechtes Beispiel, da Buddha kein Gott ist.

eine statue, zu der gebetet wird, gilt im judentum per se ein
idol.

hallo datafox,
statuen werden von buddhisten genausowenig angebetet wie götter. menschen übrigens auch nicht - gautama shakyamuni buddha war ein mensch. buddhisten kommen ganz gut ohne gott oder götter und auch ohne gebete aus.

wenn du dich zu kultischen oder liturgischen bräuchen anderer religionen äußern willst, dann wäre es sinnvoll, du würdest dich zunächst kundig machen. du erwartest ein solches verhalten (zu recht) ja wohl auch deinerseits, wenn es um jüdische bräuche geht.

freundliche grüße,
ralf

Szene aus irgend einem Film

mel brooks’ history of the world.
datafox

Moses geht zu einem Bildhauer und bestellt Steintafeln für 20 Gebote. Der Bildhauer hat aber nur noch 10 Stück auf Lager.

wenn du dich zu kultischen oder liturgischen bräuchen anderer
religionen äußern willst, dann wäre es sinnvoll, du würdest
dich zunächst kundig machen.

gut. ACK. nur ist es in dem fall nicht relevant. ich habe ja nicht über den buddhismus referiert (das würde ich mir nicht zutrauen!), sondern darüber, wie statuen vom orthodoxen judentum in relation zu einem juden wahrgenommen werden - das kann durchaus objektiv falsch sein und dem buddhismus, bzw. der relation eines buddhisten zu diesen statuen, unrecht tun. das scheint passiert zu sein. war nicht meine absicht!

gruß
datafox

Hallo Franz

Nein finde ich nicht. Wieso denn, bitte um erklärungen

Gruss
beat

Danke für die Klarstellung.
Gruß,
Ralf

Hi Beat!
Die Zehn Gebote sind jetzt über 2000 Jahre alt.

Nein finde ich nicht. Wieso denn, bitte um erklärungen

Gruss
beat