Hallo Metapher
ok, damit sagst du einiges von dir, das ich noch nicht wußte
… war aus deinen sonstigen Äußerungen auch nicht so direkt
zu entnehmen 
Siehst Du, man lernt Menschen nur ganz langsam kennen und ist geneigt, vorschnell zu urteilen! 
Nur bin ich fest überzeugt, dass diese ganzen Religionen von
sehr klugen Menschen geschaffen wurden. Wer kräftig zu dieser
Meinung beigetragen hat, bist Du.
Also, daß ein Einzelner oder Einzelne, wenn auch klug, eine
Religion „geschaffen“ haben, dafür gibt es nach meinem
Kenntnisstand keinerlei Beispiel.
Das war auch nicht meine Behauptung. Vielleicht habe ich das nicht richtig geschrieben. Ich meinte den Plural. Eine gute Religion (wie die christliche oder jüdische) kann unmöglich von einem Menschen erschaffen werden. Hier spielt die Lebenserfahrung vieler, vieler Generationen rein. Auch die Machtgelüste der Herrschenden (ich bin nun mal etwas „kommunistisch“ angehaucht: der Mensch wird frei geboren!)
… Dass hier nur Menschen daran gearbeitet haben. Über viele Generationen hin.
Ja, daran gearbeitet, und, ja es waren Menschen. Wer sonst?
Nun, die Religionen behaupten alle, dass jedes Wort von ihrem Gott kam.
Und das bezweifele ich ganz entschieden. Es sind so viele menschliche Kennzeichen in den „Gottesbüchern“ (Bibel, Koran,…), dass ich zur Überzeugung kam, dass alle Religionen Menschenwerk sind.
Wie gesagt, ich will nicht behaupten, dass es keinen „Gott“ gibt. Dazu bin ich viel zu unwissend (und alle Menschen ebenso: wie kann z.B. eine Amöbe den Menschen begreifen). Ich glaube nur, dass diese Existenz, falls es so etwas gibt, so unvorstellbar über uns steht, dass wir es gar nicht einmal zu 1% begreifen.
Es ist deswegen sinnlos, Choräle zu singen, Beichtstühle breitzudrücken, im Namen Gottes Kriege zu führen…
Wenn diese Nahtoderfahrungen nur in etwas wahr sind, so ist die „heiligste“ Handlung nicht beten, sondern lernen, mit seinen Mitmenschen möglichst gut auskommen.
Was gut und böse ist, ist sowieso nur Zivilisationssache.
Etwas ganz anderes ist aber die Sakralisierung von
Gegenständen, Gebäuden, Handlungsformen, Texten … und von
einzelnen Menschen, denen dann dadurch eine bestimmte Rolle in
der Gruppe zugeordnet bzw. zugestanden wird (der Terminus
dafür in den Rel.-Wiss. ist „persona sacra“). DAS ist ein
Kennzeichen aller religiöser Phänomene. Und mit dieser -
ebenfalls durch wohlbestimmte Rituale bewirkten - besonderen
Definition dieser Dinge ist dann eben auch bestimmt, daß ein
Gott oder bestimmte Götter diese Sakralisierung geleistet
haben.
Wenn meine Vorstellung von einer höheren Existenz einigermaßen stimmt, dann ist dies alles nur zur Steuerung und Ausbeutung der Gläubigen erfunden worden.
Auch die Gesetzestelen, die Hammurabi um ca 1750 v.u.Z.
herstellen ließ,
eine phantastische Leistung, auf die sogar unsere heutigen Gesetze fußen.
und auf denen sich viele Gesetze befinden,
die sich auch bei den israelitischen finden (auch im
Dekalog!), wurden von den Göttern hergestellt. Mit anderen
Worten: Die göttliche Herkunft von solchen Dingen wie zB
Gesetze, ist etwas, das den jeweiligen Religionen
immament ist: Es ist selbst eine religiöse
Verhaltensweise, die natürlich auch nur innerhalb derselben
ihre (dann allerdings bedingungslose) Bedeutung hat.
Gesetze sind m.M. alle von Menschen gemacht.
Gründe: das reibungslose Zusammenleben zu regeln, das eigene Volk vor Überfremdung zu schützen, hervorzuheben aus der Masse anderer Völker (wer fühlt sich nicht wichtiger als andere?) und irgendwann auch um die Macht einzelner zu festigen und zu erhöhen (Priester, Adel…).
Wo sollte für einen Anhänger einer bestimmten Religion das
Problem sein, das für sich selbst so zu übernehmen (falls er
nicht historisch denkt)? Es ist eine rituelle
Auffassung, genauso, wie er auch andere rituelle
Handlungen für sich übernimmt. Man sollte das respektieren -
falls diese damit nicht missionieren gehen und anderen,
Nichtanhängern, diese religionsimmmanente „Wahrheit“
aufdrücken.
richtig! Ich akzeptiere jede Religion und Sekte. Solange sie mir nicht auf den Schlips tritt.
Es ist keineswegs eine israelitische „Erfindung“, sondern war
immer schon im ganzen vorderen Orient so üblich. Und es ist
nicht überliefert, daß sich Babylonier und Israeliten
gestritten hätten, ob shamash oder jhwh
diejenigen Gesetze gegeben hätte, die in beiden Codices nahezu
identisch sind?
Eigentlich ist es nach so langer Zeit vollkommen gleichgültig, wer den zündenden Funken gab. Das Ergebnis ist wichtig.
Etwas darüber u.a.z.B. hier:
http://www.efg-hohenstaufenstr.de/downloads/bibel/ha…
[keine Verbindung meinerseits mit dem Betreiber der Seite]
Muss ich mal heute Nachmittag mir zu Gemüte führen.
Grüße
Raimund