subjektive Zeitwahrnehmung
Du hast Recht darin, daß die subjektive Wahrnehmung des „Flusses“ von Zeit sehr stark von der aktuellen Erlebnisdichte abhängt. Insbesondere bei starker - emotionaler ebenso wie kognitiver - Konzentration „vergeht die Zeit wie im Flug“. Dagegen scheint sie sich in spannungsvoller Erwartung (z.B. bei Vorfreude auf ein Ereignis, oder beim Warten auf das Nachlassen eines Schmerzes, beim Stehen in einer Warteschlange …) geradezu unendlich zu „dehnen“.
Eine kleine Literaturliste zum Thema gab es hier im Anschluß an eine Frage zu:
Edmund Husserl: Vorlesungen zur Phänomenologie des inneren Zeitbewusstseins (1928)
/t/subjektives-zeitempfinden/896591/16
Hier ist zu deiner Frage besonders das erwähnte Kapitel aus Augustinus („Bekenntnisse“) zu empfehlen. Aber auch Hermann Schmitz im erwähnten Band („Die Gegenwart“), wo eine umfangreiche Phänomenologie von Zeitwahrnehmungsformen studiert wird (z.B. Langeweile, Panik, Angst usw.).
Theo Rudolf Payk untersucht die pathologischen Formen des Zeiterlebens, auch die unter Einfluß von Haluzinogenen - und McTaggert ist der Philosoph, der (im Anschluß an Henri Bergson) die Unterscheidung der „objektiven“ Zeitlinie (die vorher-nachher-Relation) von der „subjektiven“ Zeitlinie (Vergangenheit-Gegenwart-Zukunft) in die Philosophie der Zeit eingeführt hat.
Gruß
Metapher