Dieser Hass macht mich wahnsinnig!

Hallo!

Ich bitte um Eure Hilfe, denn ich hege schon seit längerer Zeit einen unheimlichen Hass, der mich hoffentlich nicht bald eine Dummheit begehen lässt.

Das Objekt meines Hasses ist mein Bruder.

Warum?

Um es kurz zu machen: Dieser kappte auf Drängen seiner Frau sämtlichen Kontakt zu unseren Eltern, inkl. Entzug der Enkelkinder. Einen Konflikt zwischen meinen Eltern und meinem Bruder gab es nicht, nur seitens seiner Frau. Leider folgte er ihrem „Befehl“, sämtliche Brücken abzubrechen.

Meine Eltern litten und leiden sehr darunter, mein Vater hat dieses leider mit ins Grab nehmen müssen. Mein Bruder war nicht einmal auf der Beerdigung. Die Sorge um unsere kranke Mutter, inkl. finanzieller Unterstützung, bleibt bei meiner Schwester und mir.

Es ist die falsche Loyalität meines Bruders gegenüber seiner Frau, die mich wahnsinnig macht, außerdem kann ich nicht begreifen, wie ignorant und gefühlslos hier jemand ist gegenüber seiner eigenen Mutter (die ihm wirklich nichts getan hat, ganz im Gegenteil).

Alleine bei dem Gedanken an ihn kommt mir die Galle hoch. Wenn ich wüßte, dass es für mich keinerlei Konsequenzen hätte, würde ich sofort zu ihm fahren und ihn totschlagen. Keine Übertreibung.

Diese Gedanken verfolgen mich nun nicht permanent, aber oft genug. Ich habe die Befürchtung, dass ich eines Tages doch eine Konfrontation mit ihm suche. Von einer zufälligen Begegnung mal ganz abgesehen.

Was kann ich tun?

Für Eure Antworten besten Dank.

Corwin

Hi Corwin,

zunächst finde ich gut, dass Du hier ein Ventil suchst, um Deinem Hass Luft zu machen.

Das Tun Deines Bruders, zumindest so, wie Du es beschreibst, finde ich auch nicht richtig - und doch: er ist ein freier Mensch und kann frei entscheiden und entsprechend handeln. Auch Du möchtest Dir bestimmt nicht gern vorschreiben lassen, was Du wann für oder mit wem zu tun oder zu lassen hast.

Wenn Dein Bruder tatsächlich ausschließlich auf Drängen seiner Frau den Kontakt zu seiner Verwandschaft abbricht, kann die „Liebe“ seiner Frau für ihn nur minimal und äußerst egoistisch sein, denn ansonsten verlangt man/frau sowas nicht vom Partner, sondern begleitet ihn schlimmstenfalls nicht z. B. zu den Eltern. Mit diesem Verlangen enthält sie ja nicht nur Euren Eltern den Sohn und die Enkelkinder vor, sondern auch umgekehrt ihren eigenen Kindern die Großeltern väterlicherseits.

Desweiteren zeigt das Verhalten Deines Bruders, wie schwach er (in der Partnerschaft) ist: ein Schwächling, der offenbar unter dem Pantoffel steht und nichts zu melden hat. Wo andere ein Rückgrad haben, knickt er ein. Dass er nicht einmal zur Beerdigung Eures Vaters kommt, zeigt in aller Deutlichkeit, was für ein armseliges Würstchen Dein Bruder ist.

Warum willst Du an so jemand Rache üben oder ihn gar totschlagen?

Lass´ ihn sein jämmerliches Leben fortführen - das ist mehr Rache als alles andere. Mit jeder Racheaktion würdest Du seiner Frau zuspielen, indem sie argumentieren kann: „Siehst Du, was für eine schlechte Familie Du hast!“

Dass Rache (-gelüste) nicht gut sind und selten daraus gute Ideen entstammen, muss man Dir als Anwalt hoffentlich nicht sagen - das solltest Du selbst wissen. Lass´ also den Dingen ihren Lauf. Wenn Dein Hass auf den Bruder bleibt, könntest Du ggf. in einer ambulanten Gesprächstherapie der Sache auf den Grund gehen. Das könnte ganz interessant werden, weil Dein Bruder Dir selbst (nach Deinen Ausführungen) gar nichts getan hat . . .

Wahre „Rache“ kannst Du nehmen, wenn Dein Bruder sich eines Tages in Not an Dich wendet und Du ihm …

na, was wohl?

einfach hilfst.

Hallo~

Hat dein Bruder diese Entscheidung unter dem Druck seiner Frau getroffen und leidet eigentlich selbst darunter, oder ist es ihm wirklich egal, dass kein Kontakt besteht?

Falls es ihm egal ist, dann hat er sich sozusagen „entschieden“. Es ist oft so, dass die Bindung zu den Eltern als weniger intensiv oder wichtig empfunden wird, da man ja eigentlich auch vorbereitet wird, sein „eigenes“ Leben zu haben.
Dass das nun von deinem Bruder so drastisch umgesetzt wird, ist natürlich schade, aber solange er „unter der Fuchtel“ ist, wahrscheinlich nicht zu ändern.

Du hast dich entschieden, für deine Mutter da zu sein. Das ist schön, aber du kannst eben auch nur für dich so entscheiden. Mach dich von dem Gedanken los, dass dein Bruder sozusagen die Familie „verraten“ hat.
Eure Mutter ist nicht ganz allein! Sie hat dich und deine Schwester. Wenn dein Bruder sich abwendet, kann er dir am A… vorbei gehen, auch wenn dir sein Verhalten nicht passt.

Man kann leider nicht erwarten, dass jeder die gleiche Einstellung dazu hat. Also lass ihn doch einfach~
Natürlich kannst du dich darüber aufregen, aber ist es das wert? Vor allem, wenn er sowieso schon „verloren“ ist? Belaste dich nicht unnötig selbst!

Auch wenn es dir jetzt darum vielleicht nicht so wirklich geht, - finanziell kann man ihn schon verpflichten. Auch wenn seiner Frau das nicht gefällt.

Ich möchte jetzt weder unhöflich, noch vorlaut oder sonstwas sein, -mir nix herausnehmen, denn ich kenne dich (euch) ja nicht. Aber kann es vielleicht auch sein, dass du mitunter so sauer (neidisch? *sorry*) bist, weil er es sich „heraus nimmt“, frei zu sein und an dir, mit deinem Verantwortungsbewusstsein, bleibt alles hängen?
Das ist jetzt meine Gegenfrage…

nicht böse sein
Kathrina

Wut und Hass
Hi Corvin,

soviel ist klar: Es gibt radikale Kontaktabbrüche. Und wenn diese dem „Abgebrochenen“ nicht deutlich und eindeutig begründet werden, ist das ein Hinweis auf erhebliche Persönlichkeitsdefizite.

Die Gründe können sein:
entweder erhebliche moralische Vergehen, persönliche Grenzüberschreitungen der ignorierten Personen,
oder nicht zu bewältigende moralische oder Loyalitätskonflikte auf Seiten des Kontaktabbrechenden,
oder direkte unausweichliche Erpressung durch einen Dritten (etwa eine politische Institution, eine Sekte, oder ein durchgeknallter Ehepartner).

Aber die Gründe müssen dem Betroffenen in eindeutiger Form geäußert werden. Wo das nicht der Fall ist, wo jemand das gründliche klarstellende Gespräch verweigert, da liegen sowohl moralische Defizite als auch Persönlichkeitsdefizite vor, die man umgangssprachlich mit Feigheit bezeichnen muß (z.B. ein narzißtischer Größenwahn), oder erhebliche psychische Probleme, etwa, daß jemand in inneren Konflikten zerfressen ist, denen er sich aber nicht zu stellen bereit ist, was auf dasselbe umgangssprachliche Attribut hinausläuft.

Was aber kann die andere Seite tun? Kaum kann sie die Aufrechterhaltung des Kontaktes einfordern, aber sie kann ihrerseits zur Stellungsnahme auffordern - egal, ob es sich um verwandtschaftlische oder freundschaftliche Beziehungen handelt.

Hat irgendjemand euren Bruder je zu dieser Stellungnahme aufgefordert? Gab es Gespräche mit diesem Inhalt zwischen den Eltern und ihm? Zwischen dir und ihm?

Sorry - du schreibst darüber nichts!

Wird diese Stellungnahme verweigert, klar, dann spielen die eigenen Affekte Feuerwerk, und sie stehen dann vor der Schere, sich entweder in Lethargie oder in Aggression zu realisieren.

Es macht dann aber keinen Sinn, die Schuld für diese Verletzung bei einem Dritten zu suchen. Deine Schwägerin mag eine durchgeknallte Kanaille sein, und dein Bruder mag ein devoter Waschlappen sein: Daß SIE die „Täterin“ ist, ist und bleibt eine Interpretation (oder sogar Spekulation) eurerseits. Oder hat sie euch eindeutig selbst gesagt, daß sie ihrem Mann den Kontakt verbietet? Oder hat der Bruder euch eindeutig gesagt, daß seine Frau ihm den Kontakt verbietet?

Der Agierende in eurem Drama ist und bleibt der Bruder, nicht seine Frau.

Dies dritte Möglichkeit zwischen Lethargie und Aggression ist aber, dasselbe zu tun, wie der Bruder: rigoros „Abhaken“. Aber NICHT - wie er - wortlos! Sondern eindeutig Stellung beziehend. Benennt sein Verhalten und die Verletzung in eindeutigen und bewertenden Worten (und wenn diese auch „Feigheit“ und „Waschlappen“ heißen mögen) und bekundet, daß ihr diese im Familienverbund endgültig nicht mehr duldet. Zieht Konsequenzen! Leidet nicht still vor euch hin und verzehrt euch selbst in Wut und Haß und in Aggressionsphantasien! Das verdreht die Verletzung, die er euch zufügt, in Selbstverletzung!

Gruß

Metapher

Wenn ich das lese- dann frage ich mich WAS genau DICH eigentlich daran stört???

Was genau betrifft DICH???

Ich lese von Deinem Bruder- von Deinen Eltern-- aber wenn man es genau betrachtet ist das doch etwas, was DICH gar nichts anzugehen hat!!

Das ist eine Sache zwischen denen-- und man kann es als wenig gut verurteilen-- aber muss man sich da so fühlen,wie Du es tust???

Wieso fühlst Du Dich verantwortlich, wenn es Deinen Eltern mit diesem Rückzug schlecht geht??
Du hast damit nichts zu tun- und wirst- egal, was du tust oder denkst- an diesem Konflikt nichts ändern können, da es NICHT um DICH geht!!!

Was die Abgrenzung Deines Bruders angeht- auch da will ich nicht in Deine „Spur“ treten!
DA offen ist, was nun genau die Gründe dazu sind- bleibt doch auch die Frage, ob er nicht für sich SELBER Gründe hat, diesen Weg gegangen zu sein!??

Wie genau waren denn die Verhältnisse zwischen Deinen Eltern und seiner Frau/ seiner Ehe???
Was weisst Du denn dazu??

Wenn ein wirklicher Konflikt zwischen Herkunftsfamilie und eigener entsteht-- wie bitteschön soll man sich denn dann entscheiden??
Wenn einem der Partner wichtig ist-- soll man dann bei den Eltern bleiben???

Für manche Menschen muss eine Entscheidung dazu her- anders geht kein miteinander!!

Ich schreibe das deshalb, da ich mir zig Male gewünscht habe, daß mein Mann sich ZU mir stellt und eben NICHT nur seiner FAmilie „nachläuft“…
Mittlerweile- nach vielen Jahren ist das was anders-- udn glaub mir-- ich werde von der Schwiegerfamilie deshalb auch schön „geächtet“!!
Dabei hat sich keienr von denen jemals die Mühe gemacht, wirklch zu fragen- zuzuhören oder zu verstehen…

Hast Du je Kontakt zu Deinem Bruder gesucht?
Je den Anlauf gemacht zu verstehen WAS da passiert ist und warum??

Versteh mich bitte nicht falsch- ich will Dich nicht angreifen!
Ich sehe ja auch- durch mein Leben- daß dann, wenn Eltern leiden, man das gerne ändern würde!

Nur- Du kannst Deiner Mutter alle STerne von Himmel holen-- solange Dein Bruder nicht SEINEN Anteil dazu tut- wird es nie vollkommen sein!!

Vor allem steht- denke ich- VERSTEHEN!
Das kann man aber nur, wenn man die Hintergünde kennt- und wenn man verstehen will :wink:
Selbst WENN Dein Bruder sich NUR den Wünschen seiner FRau unterworfen hat-- das ist dann SEIN Weg…

Kitty

Wo derart die Gefühle kochen …
Hallo Corwin,

Wo derart die Gefühle kochen ist nicht alles nur schwarz oder weiß.

Wie seid ihr den bisher mit Konflikten umgegangen? Der derzeitige Status quo ist ja wohl nicht von einem Tag zum nächsten entstanden.

Der Bruder setzt sich komplett von der Familie ab, du kochst vor Hass und redest sogar von umbringen, aber miteinander reden inklusive dem Willen zum Zuhören ist scheinbar nicht drin.

Wie ihr mit euren Konflikten umgeht, weckt in mir den Verdacht auf einen Nährboden, der schon seit Jahren oder Jahrzehnten gärt und auf dem die heutige Situation „gewachsen“ ist.

Mit Deinem Hass wirst Du auf jeden Fall nichts zum positiven bewegen können, weil damit kein vernünftiges Gespräch zustande kommen kann.

Also erstmal alle Schuldzuweisungen lassen und versuchen miteinander zu reden und zuhören.

Morrighan

Hallo Corwin

Es ist die falsche Loyalität meines Bruders gegenüber seiner
Frau, die mich wahnsinnig macht

An diesem Satz blieb ich erstmal hängen und fragte mich, ob Du das einigermaßen „objektiv“ sehen kannst.
Ich verstehe wiederum DEINE Loyalität gegenüber Deiner Mutter, bin aber skeptisch, ob Du in dieser Situation wirklich beurteilen kannst, ob die Loyalität Deines Bruders gegenüber seiner Frau „falsch“ ist. Wer will das messen und woran?
Gruß,
Branden

Guten Abend Corwin,

wir kennen Deine Seite der Geschichte - ich fasse zusammen: deine
Schwägerin mag aus uns nicht bekannten Gründen ihre Schwiegereltern
nicht und fordert erfolgreich, dass ihr Mann und ihre Kinder den
Kontakt zu ihnen abbrechen.

Jetzt stellen sich bei mir ganz spontan folgende Fragen:

Wenn Du auch in der hintersten Ecke Deines Gedächtnisses kramst:
könntest, hättest Du dann eine Vermutung warum sie das tut?

Kennst DU sie und wie schätzt Du sie ein?

Gab es einen Konflikt?

Gab es vor dem Konflikt eine einigermaßen gut funktionierende
Beziehung innerhalb der Familie?

Weißt Du, ob dein Bruder auch den Kontakt zu anderen abgebrochen hat
(z.B. Freunde).

Wie lange dauert die Funkstille schon und gab es Versuche einander
die Hand zu reichen?

Wie alt sind die Kinder und wie intensiv war vorher der Kontakt zu
ihnen?

Wohnt ihr örtlich nah beieinander?

Könntest Du Dir vorstellen Deine Wut und Deinen Hass kurz mal in den
Schrank zu packen und darüber nachdenken, dass Dein Bruder vielleicht
nicht ganz freiwillig in der Situation ist in der er sich gerade
befindet.

Gibt es bei Euch in der Nähe eine Familienberatung (die ist
kostenlos). Mediatoren sind auch gut (kosten allerdings was, aber bei
der Familienberatung gibt es auch Mediatoren). Vielleicht gehst Du
dort erstmal alleine hin und erzählst Deine Geschichte. Danach kann
ein Treffen mit Deinem Bruder und Dir arrangiert werden. Danach mit
Dir, Deinem Bruder und Deiner Mutter und ggf. noch mit der Gattin
Deines Bruders. Das Gespräch wird von dem Mediator gelenkt und
begleitet. Er stellt Fragen und hört zu. Wenn er das Gefühl hat, dass
einer nicht kapiert worum es geht, lenkt er behutsam ein. Er ist
unparteiisch und sein Ziel ist es zu klären und zu schlichten. Wenn
Du jemanden erwischst, den Du vertraust, ist dies ein sehr
erfolgsversprechender Weg.

Ich wünsche Dir viel Kraft und möchte nochmal betonen, dass Hass ein
sehr lähmender Zustand ist - es trübt die Sinne und löst kein
Problem.

.

Hallo Corwin!

Die Geschichte kann ich Dir so nicht abnehmen: Sie wird einerseits uneinfühlbar, unplastisch, einseitig, unlebendig vorgetragen; anderseits vollständig & militant überzeugt, von auch nur winzigen Zweifeln unangekränkelt, sektiererisch wahrheitsdurchdrungen, dazu noch missionarisch.

Anders Dein Haß: lebendig, plastisch, einfühlbar, ansprechend.

Was diese Unkorrelationen bedeuten, weiß ich natürlich nicht.

Was ich aber anmerken kann: Dein Haß geht mit der Geschichte nicht auf. Sitzt tiefer, lodert höher, reicht in viele Dimensionen.

Vielleicht besprichst Du Deinen Haß mit jemandem, der etwas Kompetenz, Verständnis und Aufgeschlossenheit dafür hat, unaufgeregt Dir zuhört, und nachdenklich mit Dir sucht, und wartest ab, ob diese Gespräche Dir eventuell neue innere Türen/Sichtweisen öffnen.

Und Finger weg von der Weihnachtszeit!

Ich wünsche Dir eine Auflösung, welche Dir die derzeitige für Dich unerträgliche Last mindert und etwas Kraft erneut gewinnen läßt.

abifiz

.

Hallo Corwin,

ungeachtet dessen, dass du hier schon einige gute Antworten bekommen hast, möchte ich dir auch noch etwas schreiben.

Die Situation, so wie du sie schilderst, ist sicher unschön, traurig, kommt aber relativ häufig vor.
Wenn jemand alle Bande zu seiner Familie abbricht, hat er sicherlich seine Gründe, diese gälte es zu klären, um danach eventuell neue Bande knüpfen zu können.

Völlig unerklärlich ist mir aber dein Hass auf deinen Bruder, der dich, wie du ja selber schreibst, bis zum Totschlag bringen könnte.
Wenn du traurig, unzufrieden, resigniert oder wütend auf Grund der Situation wärst, wäre das normal.

Aber der Hass, der da richtig auflodert, ist nicht mehr normal.
Entweder kommt da etwas aus früherer Zeit zu Tage, was du nun auf die Situation projezierst, oder dein Hass wird von außen ständig geschürt.

Dies gälte es erst einmal zu klären, bevor du irgendetwas unternimmst um die Situation zu ändern.

Dabei drängt sich mir eine Vermutung geradezu auf:

Gab es schon früher Konflikte zwischen dir und deinem Bruder? Haben deine Eltern dich dabei besser behandelt als deinen Bruder?
Eventuell sogar ungerecht Partei ergriffen? Warst du vielleicht das Lieblingskind? Wenn das nicht stimmt, kann es sein, dass dein Bruder sich so fühlt?

Vielleicht hat sich dein Bruder ja von seiner Familie losgesagt, weil dein Hass schon früher vorhanden war und die Familie zu dir hält.

Möglicherweise sieht deine Schwägerin die einzige Möglichkeit, in Frieden zu leben, gerade darin, dass sie deinen Bruder von seiner Familie fernhält.

Darüber solltest du vielleicht einmal nachdenken.

Gruß Nemo.

Dieser kappte auf Drängen seiner Frau
sämtlichen Kontakt zu unseren Eltern, inkl. Entzug der
Enkelkinder.

Aha! … und weiter? … Ist das seine einzige ‚Verfehlung‘?

Einen Konflikt zwischen meinen Eltern und meinem
Bruder gab es nicht, nur seitens seiner Frau. Leider folgte er
ihrem „Befehl“, sämtliche Brücken abzubrechen.

Jeder ist ‚sein eigener Mensch‘ und kann machen, was er will und für richtig hält, solang er niemandem schadet.
Wie Du und Ich und aber auch Dein Bruder.
Wenn jemand unter ‚fremden‘ Entscheidungen (bzw der Deines Bruders) meint, leiden zu müssen, ist das sein Problem.

Meine Eltern litten und leiden sehr darunter, mein Vater hat
dieses leider mit ins Grab nehmen müssen.

Beileid. Aber da kann wohl Dein Bruder nix dafür.

Mein Bruder war
nicht einmal auf der Beerdigung.

Jaja. logisch, … bei dem Streßpotential, kann ich verstehen.

Die Sorge um unsere kranke
Mutter, inkl. finanzieller Unterstützung, bleibt bei meiner
Schwester und mir.

Das wär’ 'ne Verantwortlichkeit, die Deinen Bruder auch 'was angeht.

Es ist die falsche Loyalität meines Bruders gegenüber seiner
Frau, die mich wahnsinnig macht, außerdem kann ich nicht
begreifen, wie ignorant und gefühlslos hier jemand ist
gegenüber seiner eigenen Mutter (die ihm wirklich nichts getan
hat, ganz im Gegenteil).

Ganz genau so, wie Du in Deinem Urteil gefangen /befangen bist, ist es natürlich auch Dein Bruder. Aber in einer ganz anderen Situation, als Du, versteht sich.
Es ist und bleibt seine Entscheidung (wie er sich, seine Frau und den ‚Rest‘ der Familie durchbringt /abgrenzt /behandelt).

Alleine bei dem Gedanken an ihn kommt mir die Galle hoch.

Ah … Was kann Dein Bruder für Deine Gefühle?
Leben und leben lassen.

Wenn
ich wüßte, dass es für mich keinerlei Konsequenzen hätte,
würde ich sofort zu ihm fahren und ihn totschlagen.

Spaß? Sachst Du so? Übertreibung?

Keine
Übertreibung.

Ah! Doch nicht
Dann gehörst Du unschädlich gemacht.

Diese Gedanken verfolgen mich nun nicht permanent, aber oft
genug. Ich habe die Befürchtung, dass ich eines Tages doch
eine Konfrontation mit ihm suche. Von einer zufälligen
Begegnung mal ganz abgesehen.

Heftig.

Was kann ich tun?

Aufhören, Deinen Bruder für alles verantwortlich zu machen. (wahrscheinlich ist er der Ältere, und Du siehst zu ihm auf)

Für Eure Antworten besten Dank.

Corwin

Schlimm.
Wenn Tragödien anfangen, dann so, wie Du schreibst und sprichst.
Deshalb bin ich froh - auch wenn es mich eigentlich überhaupt nix angeht - daß Du hier eine Antwort suchst!

(Das zeigt, daß Du eine andere Lösung suchst, als, was Du gedroht hast)

Du mußt Deinen Bruder und seine Entscheidung erst 'mal respektieren!
Er kennt die Situation ähnlich, wie Du und hat seine ‚bestmögliche‘ Lösung dafür.
Wahrscheinlich ist diese Situation völlig überlastet bei allen Beteiligten.
Da ist jede ‚Lösung‘ eine Notlösung. (Und die Lösung des Anderen jeweils falsch in zB Deinen Augen)
Wenn Du das begriffen hast - nicht nur aus Deiner kleinen Weltsicht heraus, sondern insgesamt begriffen hast, daß es eine für alle Beteiligten sehr schwierige Situation ist (Alle haben recht, oder Alle haben Unrecht, wie man’s nimmt), kannst Du überhaupt erst wieder mitreden.
Streit ist immer falsch.
Bevor Du etwas tust, was Du eigentlich nicht wolltest, … ja … wie soll ich sagen … Finde einen friedlichen Weg.

Ich hoffe, ich konnte Anregung geben.
Schreib’ hier 'rein, wie’s Dir ergangen ist!

ohne Gruß, weil übel 'rumgedroht
RoNeunzig

und noch, … tiefer
… jetzt hab’ ich mich eingelesen (auch die anderen Antworten) und mir fällt auch auf, daß Dein Haß und Wut noch tiefer sitzen müssen, als nur bei der Frau Deines Bruders.

Woher kommt dieser Haß.

Wenn Du eine Antwort darauf findest, besteht Hoffnung, dieses Gefühlschaos zu verstehen und das Leben so zu nehmen, wie es eben ist. Auch, wenn’s vielleicht schmerzt. Das muß Jeder.

[So, jetzt geh’ ich in ‚‚Mechanik & Konstruktion‘‘]

… und schreib’ hier 'rein, ob bzw wie Du Dich entschieden hast bzw klargekommen bist ;o]

Danke an alle…
…die mir eine Antwort geschrieben habe.

Werde mir Eure (teils doch recht kritischen, aber jederzeit nachvollziehbaren) Postings in aller Ruhe zu Gemüte werden und dann weiter entscheiden.

Den Vorschlag mit der Gesprächstherapie fand ich gut, vielleicht werde ich diesen Weg wählen.

Euch allen schöne Feiertage!

Corwin

Hallo Corwin,

ich werde auch von diesem FIEBER gepackt, mal mehr oder weniger grausam (Hass unter Geschwistern). Das Fieber senke ich dadurch, dass ich die Achtung vor MIR selbst stabilisiere und dadurch erhalte. Das funktioniert. Ganz gut sogar. :smile:

Gruß
guvo

… muss das denn sein???

Fragende Grüße

Samira

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… muss das denn sein???

Fragende Grüße

Samira

Vielleicht ja.

Aber dann sollte man nie den Überblick über seine LogIns verlieren.

Viele Grüße

Luzifer Di Angeli

2 „Gefällt mir“

… muss das denn sein???

Fragende Grüße

Samira

Hallo Samira,

in einigen „heiklen“ Brettern muss es vielleicht wirklich sein.

Besser fände ich es allerdings, wenn es eine andere Möglichkeit gäbe, bei Fragen in diesen Brettern anonym zu bleiben.

Gruß, Nemo.

Ein Gedanke,
eigentlich zwei, kommen mir, wenn ich mir Dein Posting
durchlese:

Es ist die falsche Loyalität meines Bruders gegenüber
seiner Frau, die mich wahnsinnig macht, außerdem kann
ich nicht begreifen, wie ignorant und gefühlslos hier
jemand ist gegenüber seiner eigenen Mutter (die ihm
wirklich nichts getan hat, ganz im Gegenteil).

„Wo ich bin, ist vorn!“ (Zitat ViKa)

Etwas Reflexion (im philosophischen Sinne) wäre hier vielleicht angebracht.

Wenn ich wüßte, dass es für mich keinerlei
Konsequenzen hätte, würde ich sofort zu ihm fahren und
ihn totschlagen. Keine Übertreibung.

„Ich bin frischgebackener Anwalt…“ (Vika)

In Deinem Studium scheint einiges schiefgelaufen zu sein.

Ich würde an deiner Stelle ernsthaft über ein Gespräch mit einem Psychologen o.ä. nachdenken.

besorgten Gruss

Wolf

PS. Ich würde denselben Rat auch ohne Kenntnis Deiner ViKa geben.

Von „Ltd. Angestellter (14.4.2004)“ zu „frischgebackener Anwalt (27.1.2005)“ in neun Monaten. Tolle Leistung.

Ehrfürchtige Grüsse
Wolf

(der sich jetzt überlegt, wie ernst er manche Postings nehmen soll und über das Thema „Gutgläubigkeit mancher Zeitgenossen“) nachdenken wird.

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