hallo sharon,
Ich mische mich mal ein
gerne 
Oliver und Du, ihr redet irgendwie aneinander vorbei
durchaus, ja.
Du gehst immernoch von einem gesunden Menschen aus, der
sterben will, Oliver redet aber davon, daß derjenige krank
ist!
ja. und das bezweifle ich für manche, vorstellbare, fälle…
Das heißt nicht unbedingt, daß jeder der sterben will,
psychisch krank ist - aber mal ehrlich, wieviele psychisch
völlig gesunde wollen schon sterben? Das ist wohl eher die
Ausnahme…
aber genau um diese ausnahmen - so es sie überhaupt gibt - geht es mir. ich hab doch betont, dass ich diese frage theoretisch diskutiere, dass meine gedanken sehr hypothetisch sind…
Die „einfachste“ psychische Störung wäre hier wohl die
Depression. Depression ist leider ein Modewort teilweise und
wird schnell zur Hand genommen, wenn einer mal „down“ ist. Bei
einer echten Depression ist man psychisch krank. So
einige Depressive wollen sich umbringen, geht die depressive
Phase vorbei, sind sie erleichtert und froh, sich eben nicht
umgebracht zu haben und können ihre Gründe im nachhinein
selbst nicht verstehen und nachvollziehen.Hätte da sie jemand nicht davon abgehalten, Selbstmord zu
begehen, tja…
das ist mir alles klar, aber um solche fälle geht es mir überhaupt nicht…
Bei „schwereren“ Erkrankungen ist es auch so, daß es die Leute
nicht wollen würden, wären sie bei klarem Verstand.
Da ist er wieder, dieser Begriff „klarer Verstand“. Das ist
wirklich nicht einfach zu definieren, erst recht nicht für
einen Laien. So ist ein Dementer, an Alzheimer erkrankter
durchaus bei „klarem Verstand“ - vereinfacht ausgedrückt: in
einigen Momenten oder in einigen Situationen. Aber insgesamt
ist er aber eben nicht bei „klarem Verstand“.
Oder würdest du einen Dementen, der seine Familie erkennen
kann und sich völlig normal mit ihnen unterhalten kann, aber
ansonsten praktisch lebensunfähig ist, als geistig
vollorientiert, diskussionsfähig und mit hohem Intellekt
ausgestattet etc. bezeichnen?
naja, die hohe intelligenz (und erst nicht der intellekt, der hat damit meines erachtens nichts zu tun) darf ja wohl kein kriterium sein. da dürfte so manch einer nicht mehr über sich selbst bestimmen…
Oder ein anderes Beispiel:
Nehmen wir eine Person, die weiße Mäuse an der Wand sieht und
gleichzeitig Selbstmordgedanken hat. Die weißen Mäuse würdest
du klar als Blödsinn abtun, denn sie sind nicht wirklich, die
Selbstmordgedanken aber schon?
Was ist, wenn beides eben durch die Erkrankung hervorgerufen
wird? Was ist, wenn du dir klarmachst, daß nach einer
BEhandlung sowohl die weißen Mäuse als auch der Wunsch der
Selbsttötung verschwindet?Waren dann die Selbstmordgedanken real?!?
nein, es geht nicht darum, ob die gedanken real sind oder nicht.
wer sagt denn,
dass sie nicht das für SIE richtige tun oder getan haben?Daran zweifle ich bei einer psychischen Erkrankung.
ja, bei einer psychischen erkrankung. aber es wurden menschen „zwangsbekehrt“, die homosexuell waren, die linkshänder waren, die außerhalb ihres standes geheiratet haben (durch enterbung oder zwangsverzicht auf titel…)… diese menschen waren nicht krank. sie waren nur anders als die mehrheit.
Wir reden hier von einer psychischen Erkrankung.
nein. ich rede eben genau NICHT von einer psychischen erkrankung.
Da ist
etwas im Gehirn nicht in Ordnung, bei einigen wenigen
Erkrankungen findet man sogar körperliche, meßbare Schäden im
Gehirn.
Da hat man keinen freien Willen, wie du ihn kennst! Denn
dieser ist manipuliert durch die Erkrankung!
für all diese fälle gilt meine argumentation ja gar nicht. an diese fälle denke ich nicht.
danke für deinen vermittlungsversuch 
viele grüße
tabaiba
