Hallo Cess,
da das Thema in diesem Forum schon ca. 999x durchgeseiert wurde, auf ein Neues, um die Tausend vollzumachen.
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Es ist ja richtig, dass in der Schöpfungsgeschichte ein Tag gemeint ist, wenn dort ein Tag geschrieben steht. Unterstrichen wird dies noch dadurch, wenn gesagt wird, dass es Abend und wieder Morgen und damit ein neuer Tag wurde. Allerdings sagt der Verfasser dabei nichts darüber aus, ob er einen Bericht schreibt oder vielleicht nur mit poethischen Mitteln der Sprache spielt. Dass es aber ein Bericht eines Augenzeugen sein könnte, lässt sich mit absoluter Sicherheit ausschließen, denn niemand kann über die Geschehnisse einer Zeit Zeugnis ablegen, in der es nur Gott gab. Klar also, die Schöpfungsgeschichte ist kein Bericht, sondern muss irgendwie anders gemeint sein.
Der Apostel Petrus, ein Jude, der doch sehr, wie auch Jesus, an Mose angelehnt war, sagt in 2.Petr 3,8: „Dies eine aber sei euch nicht verborgen, Geliebte, dass beim Herrn ein Tag ist wie tausend Jahre und tausend Jahre wie ein Tag.“ Aber auch das Alte Testament lässt diese Tagesbeschreibung der Genesis etwas relativierter erkennen und nimmt’s gleichzeitig auch mit der genaueren Umschreibung mit Tag und Nacht auf in Psalm 90,4: „Denn tausend Jahre sind in deinen (also Gottes) Augen wie der gestrige Tag, wenn er vergangen ist, und wie eine Wache in der Nacht.“
Damit: Die Schöpfungsgeschichte ist kein Bericht und will damit gar keinen Anspruch auf naturwissenschaftliche Nachvollziehbarkeit erheben, und ein Tag ist biblisch nicht zwangsläufig ein Tag, nur weil er als ein Tag beschrieben wird…Poesie gibt’s nicht erst seit hundert Jahren.
Daher kann selbst ein Naturwissenschaftler nicht sagen, die Schöpfungsgeschichte wäre unzulänglich oder gar falsch, denn sie ist kein naturwissenschaftlicher Bericht und kann daher auch keinem naturwissenschaftlichen Bewertungsmaßstab unterworfen werden.
Drum wundert’s mich nicht, dass es diese Diskussion zumeist nur unter Wannabe’s gibt, moderne Natur- und Geisteswissenschaftler hierüber jedoch kaum im Konflikt liegen. Ich kenne keinen Geistlichen, der sagen würde „So, wie’s in der Bibel steht, ist’s gewesen.“. Ganz im Gegenteil. Die Wissenschaften konnten schon längst den poethischen Gehalt der Genesis ausmachen und wie man sieht - die Bibel (z. B. Petrus und Ps 90,4) rahmen diese wissenschaftlichen Erkenntnis auch noch ein.
Was die Sache mit dem „Tod“ anbelangt: Tod bedeutet in der Bibel nicht zwangsläufig die Abwesenheit von lebenswichtigen Organfunktionen. Tod bedeutet in der Bibel insbesondere die Abwesenheit von Lebensfreude, oder aber auch die Entfernung des Menschen von Gott. Wer nicht bei Gott ist, der ist tot, auch wenn er lebt. Jesus sagt: „Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt“ (Joh 8,12). Leben ist also Glaube an und Liebe zu Gott, Annahme durch Gott. Tod das Gegenteil und steht in biblischem Sinne mit Dinosaurierknochen daher nur sehr, sehr bedingt in Verbindung. Schlicht: Adam war tot, weil er gesündigt und sich somit von Gott entfernt hat. Er war quasi in einem lebendigen Organismus begraben.
Sicherlich kann ich mir - wenn auch unverständig - vorstellen, dass es für manchen eine riesen Gaudi ist, die Genesis zu verlächerlichen, weil man’s ja aufgrund des derzeit gültigen Standes der Wissenschaft besser zu wissen glaubt. Peinlich nur, wenn man bei genauerem Hinsehen erkennen muss, dass es da gar nichts besser zu wissen gibt, denn die Genesis ist gar nicht das, was man evolutionswissenschaftlich, sondern bestenfalls sprachwissenschaftlich und religionshistorisch bewerten kann.
Daher kann ich Deine Frage eigentlich nur am Rande mit meinem Fazit beantworten. Meine Meinung zu jener Seite ist: Es gibt andere Internetseiten, mit einem höheren Nährwert, z. B. Schluempfe.de
Gruss
tigger