Diplomarbeit mit Word schreiben?

Hallo zusammen,
kann mir jemand einen Tipp geben, womit ich die Diplomarbeit schreiben soll? Ich weiss, dass es spezielle Textverarbeitungs-Software gibt, aber lohnt es sich denn damit? Oder würde man mit Word klarkommen?

Bin für alles Dankbar.
Grüsse

hallo!

Word ist, obwohl Microschrott, sehr gut geeignet. Da kannst du Deckblätter, Seitennummerierungen, Gliederungen, Grafiken etc. etc. problemlos erstellen. Wenn du weitere Fragen hast, schreib einfach zurück!

Gruß Alex

Hallo Teddyman,

meine Diplomarbeit habe ich auch mit Word erstellt. War eigentlich kein Problem. Nur der Drucker sponn später wegen der vielen Grafiken rum. Hab auch viele andere große Dokumente in Word bearbeitet.

Aber wenn du Word bisher nur als „bessere Schreibmaschine“ verwendet hast, solltest du dich vorher mit dem Programm vertraut machen. Denn man kann da ganz schnell dran verzweifeln, wenn Word mal wieder seinen „eigenen Willen“ (Automatismen) durchsetzen will. Daran sind viele meiner Studienkollegen verzweifelt und die Arbeit landete dann in meiner Mailbox zur Korrektur.

Eine Alternative wäre Latech - ich selbst habe das Programm noch nicht benutzt, es soll aber an Unis und vor allem im Unix-/Linux-Bereich weit verbreitet sein. Damit kann dann letztendlich PDF-Dokumente erstellen, die für alle lesbar sind. Latech erfordert nach meinen Informationen zwar auch einiges an Einarbeitungszeit (die bei Word wesentlich geringer ist), man muss sich selbst noch irgendwelche Befehle oder ähnliches schreiben. Aber wenn mal das Grundgerüst steht und man damit umgehen kann, wurde das Programm sehr gelobt.

Mein Vorschlag:
Nimm Word, wenn du das Programm schon wenigstens etwas kennst, schau dir aber VORHER Dinge wie Formatvorlagen, Gliederung, Nummerierung, Seitenzahlen, Kopf- und Fußzeilen an. Wenn du die später einbauen willst, gibts oft Ärger.

Viele Grüße
Merlinchen

Hallo,

um dir ein Gefühl für LaTeX (so der korrekte Name) zu geben: Man schreibt es wie HTML-Seiten: Formatierungsbefehle und Klartext werden in einen ASCII-Text eingegeben. Das ist zunächst sehr ungewöhnlich aber recht einfach zu lernen - wenn man mit dieser Art der Texterstellung leben kann. WHYSIWYG gibt es nicht oder nur bedingt. Dafür sind die Vorteile: Eine sehr gute Formatierung besonders bei strukturierten langen - Wissenschaftlichen - Texten und bei komplexen Formeln gibt es nach wie vor nichts besseres.
Weiterhin ist TeX/LaTex über die verschiedensten Computersysteme hinweg portabel (LaTeX gibt es ausser für den C64 für alle möglichen Computer und der Austausch funzt immer)

Kurzes Fazit:

Nachteile:

Installation ist nicht immer trivial, man muss sich in jedem Fall einarbeiten, und der Text in der Bearbeitung sieht superkrude aus.

Vorteile:

Bei Wissenschaftlichen Texten schneller und logischer in der Handhabung
Bei langen (>100 Seiten) Dokumenten mit vielen Abbildungen, Tabellen, Fussnoten, Inhaltverzeichnissen und Indizes sehr stabil.
Bei sehr komplexen Formeln bislang (angeblich) ungeschlagen.

Will man Word für wiss. Arbeiten einsetzen sollte man sich mit Formatvorlagen, Feldfunktionen und Zentral- und Filialdokumenten auskennen. Und zwar bevor man die eigentliche Arbeit in Angriff nimmt - anderenfalls viel Spass :wink:

In der Hoffnung ein wenig geholfen zu haben.

Hendrik

Hi Du,

ich schreibe im Moment meine Diplomarbeit -> in Word. Und soweit ich weiß, alle meine KommilitonInnen auch. Word kann mehr, als man auf den ersten Blick denken mag. :wink:

LG SunFlower

PS.: Früher hat man Bestseller auch nur auf einer schnöden Schreibmaschine verfaßt. :wink:

Hi SunFlower,

ich schreibe im Moment meine Diplomarbeit -> in Word. Und
soweit ich weiß, alle meine KommilitonInnen auch. Word kann
mehr, als man auf den ersten Blick denken mag. :wink:

Ja das geht natürlich *g* und Word „kann“ auch das wesentliche, was für eine Diplomarbeit wichtig ist. Und noch viel mehr als das. Das Problem ist halt… man muss ein paar Dinge bedenken (vor allem wenn man viele Grafiken hat), damit Word auch nach 100 Seiten noch mitmacht. Aber es geht … bei mir an der Uni hatten auch eigentlich alle ihre Diplomarbeit mit Word geschrieben, und so weit ich weiß gab es keine größeren Probleme.

Halt immer Backups machen ;o)

Viele Grüße,

Dennis

Hallo,

in welchem Fach schreibst du denn? Brauchst du nur Text oder auch Grafiken, Formeln, … Im ersten Fall ist Word eine gute Wahl. Du solltest vor dem eigentlichen Beginn der Arbeit nach Vorgabe deines Prüfungsamtes die nötigen Formatvorlagen und das Seitenformat definieren, dich schon einmal mit der Fuß- und Endnotenthematik beschäftigen und insbesondere auch schon mal Inhaltsverzeichnisse erstellt haben. Schaden kann es auch nicht, sich schon mal über Zentral- und Filialdokumente zu informieren, Abschnittswechsel mit getrennten Seitenzahlen auszuprobieren und so einige Besonderheiten wie die automatischen Formatierhilfen zu Aufzählungen und Absatzformaten vorab auszutesten. Dann immer alle Formatierungen sofort über die hierfür offiziell vorgesehenen Funktionen machen und nie versuchen die Vorgaben auszutricksen. Dann macht die Sache viel Spaß und wenig Frust.

Ich habe inzwischen zig eigene Haus- und Examensarbeiten und längere Gutachten, technische Anleitungen, … absolut problemlos in Word erledigt, aber auch schon manchen Schreikrampf bekommen, wenn „liebe Freunde“ einen Tag vor Abgabetermin mit einem vollkommen versauten Worddokument bei mir ankamen und dies dann wieder in lesbare Form gebracht haben wollten. Alle hierbei entstandenen Ärgernisse waren weit weniger auf Fehler in Word als vielmehr auf nicht ausreichend geschulte Anwender und insbesondere auf Versuche zurückzuführen, an sich ordentlich arbeitende Automatikfunktionen zu vergewaltigen! Letztenendes habe ich alle diese Arbeiten, bis hin zu medizinischen Dissertationen, wieder in Ordnung gebracht, aber der Aufwand war groß und wäre vermeidbar gewesen.

Für eher naturwissenschaftliche Arbeiten würde ich zur Einarbeitung in LaTeX raten, da dieses Programm in dem Bereich eigentlich Standard ist und man sich hier oft bereits auf die entsprechenden mitgelieferten Formatvorlagen eingeschossen hat. Der Aufwand für einen Neuling ist sicher nicht ganz ohne und ein 08/15-Worduser tut sich sicher leichter, bei Word ein wenig Zusatzwissen aufzubauen, als mit LaTeX bei Null anzufangen, aber spätestens beim Formelsatz dürfte es sich rentieren. Für z.B. eine juristische Arbeit würde ich aber LaTeX als eher übertrieben ansehen, wenn man sich mit dem Programm nicht ohnehin schon auskennt.

Und BTW: Wenn dann mal was elektronisch als PDF o.ä. veröffentlicht werden muss, kann man auch das Wordfile problemlos konvertieren.

Gruß vom Wiz

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Meine Empfehlung: LaTeX
Hallo,

endlich jemand, der sich Gedanken zum Werkzeug macht, bevor der Nagel halb eingeschlagen krumm ist :smile:

kann mir jemand einen Tipp geben, womit ich die Diplomarbeit
schreiben soll?

„Schreiben soll“ ist sicherlich eine unglückliche Formulierung, letzlich ist es Deine Entscheidung.

Ich kann jedoch nur dringend empfehlen, ein LaTeX-System in die nähere Wahl zu nehmen.

Gründe:

  • LaTeX ist ausgereifte und stabile Software, die auf TeX aufbaut. TeX ist übrigens ein Programm, welches man mit Fug und Recht als frei(!) von Bugs bezeichnen kann.

  • LaTeX nimmt die Routinearbeiten wie Textformatierung, Seitennumereierung, Literaturverweise, Fußnoten, Inhalts- und Abbildungsverzeichnisse, Silbentrennung, sinnvolle Plazierung von Tabellen und Bildern und so fort ab und erzielt dabei hervorragende Ergebnisse (was ja nicht selbstverstäbdlich ist).

  • LaTeX ist auf einer Vielzahl von Betriebssystemen verfügbar.

  • LaTeX erzeugt Dateien, die auf jedem Rechner gleich aussehen. Die PDF-Dateien haben einen aufklappbaren Navigationsbaum, Thumbnails von den einzelnen Seiten und klickbare Links im Text zum Beispiel bei Seiten- oder Abbildungsverweisen.

  • LaTeX erzeugt im Gegensatz zu anderen üblichen Textverarbeitung ein typographische ausgesprochen schönes Textbild. Einfach mal drei Textseiten mit Word und LaTeX schreibenm, ausdrucken, nebeneinanderhalten und staunen (sonst kann man sich das als jemand, der bislang andere Textverarbeitungen genutzt hat einfach nicht vorstellen).

  • LaTeX hat ein Dateiformat, welches auch in 30 Jahren noch lesbar sein wir. LaTeX ist etabliert. LaTeX kennt keine wild herumspringenden Abbildungen, keine defekten Seitennumerierungen. LaTeX macht einfach nur das, was es soll.

  • LaTeX hat hervorragende Unterstützung auch für komplexe Formeln.

  • LaTeX hat mit BibTeX eine hervorragende Literaturdatenbank.

  • LaTeX hat für veröffentliceungen in internationalen Journals einen ganzen Berg beigefügte Zitierstiele, neue lassen sich ebenfalls erstellen.

  • LaTeX hat mit jurabib auch speziell ein Paket für die Anforderungen von Juristen (nur, weil das hier auch anders klang …)

  • LaTeX-Quelldateien sind reine Text-Dateien udn daher automatisiert zu verarbeiten (Austauschen bestimmter Begriffe oder Formatierungen)

  • LaTeX ist freie und quelloffene Software, nicht nach den Interessen des Herstellers entwickelt, sondern nach den Interessen des Anwenders.

Ich bin sicher, nicht vollständig die wichtigen Punkte genannt zu haben, aber das ist sicher schon ein Anfang.

LaTeX ist jedoch nur ein Teil des Systems, nämlich derjenige, der aus Quell-Dateien das fertige Fokument macht. Die Quell-dateien könnte man im Prinzip mit NOTECRAP.EXE bearbeiten, das ist aber sehr umständlich: es gibt Editoren, die da viel Hilfe anbieten.

Unter Window. gibt es MikTeX (das kenne ich nicht, soll aber eine bekannte Oberfläche bieten).

Unter praktisch allen auf Arbeitsrechnern vorhadenen Betriebssystemen läuft (X)Emacs, ebenfalls Freie Software. Die Bedienung ist erst unegwohnt, mit AucTeX und RefTeX hat man jedoch eine Arbeitsumgebung, die keine Wünsche übrig läßt. Gigantisch, wirklich.

Unter LaTeX wirst Du ersteinmal lesen müssen (es gibt eine sehr gute deutssprachige Anleitung im Netz, URL habe ich offline gerade nicht parat). Wenn Du das Prinzip, wie man mit LaTeX schreibt, verstanden hast (es hat in der Tat Ähnlichkeiten mit dem Schreiben von HTML), kannst Du sehr effektiv arbeiten und bekommst Arbeitsergebnisse in extrem hoher Qualität.

Wenn Du Fragen hast (oder zu einzelnen Punkten ein Beispiel haben willst, z. B. als PDF-Datei), kannst Du Dich gerne melden.

Nebenher: Will mir jemand helfen, das Beispiel mit der schönen Typographie zu veranschaulichen? Dann schickt sie/er mir einen mit Word geschriebenen Text (drei bis vier Seiten), den ich in LaTeX setze und als PDF ausgebe (ich werde keine Tricks im Feintuning machen: es wird ganz plump die KOMA-Script-Klasse mit 12pt Schrift im Haupttext).

Ich würde gerne dieses und ein mit Word erstelltes PDF mit dem gleichen Text zur verfügung stellen, um deutlich zu machen, wie gute und schlechte Typographie aussieht. Die Dinger werden zum allgefälligen Vergleich und zur allgemeinen Illustration auf meine Homepage hochgeladen). Um das klarzustellen: es geht nicht darum, wilde Texteffekte zu erstellen, sondern eindach nur drei bis vier seiten schönen und gut lesbaren Text zu erzeugen.

Freiwillige, irgendwo?

Gruß,

Sebastian

Ein paar Gedanken zur Auswahl der Textverarbeitung
Hallo Teddyman,

kann mir jemand einen Tipp geben, womit ich die Diplomarbeit
schreiben soll? Ich weiss, dass es spezielle
Textverarbeitungs-Software gibt, aber lohnt es sich denn
damit? Oder würde man mit Word klarkommen?

Zunächst einmal ein großes Lob, dass Du vorher fragst und nicht erst, wenn alles zu spät ist.

Meiner Meinung nach kommt es dabei auf folgende Punkte an:

  • Wie willig bist Du, Dich auf etwas neues einzulassen?
  • Wie weit hast Du Dich schon mit der Beherrschung von Word auseinandergesetzt? Was sagen Dir also Begriffe wie „Formatvorlage“, „Filialdokument“ etc.?
  • In welchem Fachbereich studierst Du?
  • Arbeitest Du gerne unter großem Stress und Zeitdruck?

Wenn Du kein absoluter Word-Profi bist, würde ich Dir dringend raten, Deine Arbeit lieber mit LaTeX zu schreiben. Es ist (wie bereits erwähnt) radikal anders, aber wirklich in sehr kurzer Zeit zu erlernen. Über die ersten Hürden (Installation, Präambel schreiben) kann Dir sicher einer der hier mitlesenden Experten hinweghelfen. Danach ist es ein Kinderspiel, wenn man mit englischen Begriffen wie „chapter“ und „section“ etwas anfangen kann.

LaTeX ist in der Tat eine Markup-Sprache, wie sie früher von Setzern in Manuskripte der Autoren gekritzelt wurde, um den Satzspiegel festzulegen. Danach gab es etliche proprietäre Systeme, bis sich das Verlagswesen auf ein paar Formate eingeschossen hat.

Für Dich als Autor bietet es klare Vorteile: Du konzentrierst Dich ganz auf den reinen Inhalt. Das kann nämlich bei einer Diplomarbeit auch schon für sich genommen recht zeitraubend sein. Deinem Text fügst Du nur ein paar Anmerkungen für den Setzer ein, z.B. „hier fängt ein neues Kapitel an“, „hier bitte eine Aufzählung“ oder auch „hier bitte Verweis auf Zitat Müller-Mallersdorf“. Vor allem für technisch/naturwissenschaftliche Texte ist LaTeX hervorragend geeignet. Der Formelsatz ist wirklich unübertroffen.

Die eigentliche Arbeit am Text erledigt dann Dein professioneller Setzer, während Du Dich genüsslich zurücklehnst. Leider sind heutige Rechner so schnell, dass es dabei zu einer Tasse Tee längst nicht mehr reicht.

Während die Wordnutzer noch mit verschwundenen Seiten, kaputten Abbildungen und deplazierten Fußnoten kämpfen, bist Du schon im Copyshop und lässt die x Exemplare binden, die Du für die Abgabe brauchst :smile:

LaTeX hat eine steile Lernkurve, d.h. anfangs ist es sehr ungewohnt, doch man macht sehr schnell Fortschritte und kann sich schon nach kurzer Zeit nicht mehr vorstellen, dass man ein komplexes Dokument mit Word schreiben wollte.

Alles, was Du für LaTeX brauchst, findest Du gratis und frei im Internet.

Das „nackte“ LaTeX (Installer, „minimal“ reicht!)
http://www.miktex.org/

Eine Benutzeroberfläche nebst sehr gutem Editor
http://dante.ctan.org/CTAN/systems/win32/TeXnicCente…

Eine Einführung (deutsch!)
http://dante.ctan.org/CTAN/info/german/LaTeX2e-Kurzb…

Eine FAQ (auch Deutsch :smile:
http://www.dante.de/faq/de-tex-faq/html/de-tex-faq.html

Gruß & viel Erfolg mit Deiner Arbeit

Fritze

Hi,

Ich würd mich auch mal bei deinem Betreuer/Professor erkundigen manche bestehen auf ein bestimmtes Format (z.B. Word). Mit word gehts denk ich auch, ich könnte mir nur vorstellen, das es bei vielen eingefügten Bildern und instabil oder zumindest ziemlich langsam wird. Einige Einarbeitszeit benötigst du aber in word auch um erstmals alles so einzustellen wie du es haben willst. Aber die meisten Vor- und Nachteile wurden hier ja schon beschrieben…

Du kannst dir ja mal die Anleitung „Diplomarbeit in LaTeX“ ansehen, da ist das meiste beschrieben (auch die Installation):
http://www.dml.drzoom.ch/diplomarbeit_mit_latex_v1.8…

mehr:
http://maitre.physik.uni-kl.de/~pospiech/latex.php

Gruß

Sebastian

Hallo,

Mit word gehts denk ich auch, ich könnte mir nur
vorstellen, das es bei vielen eingefügten Bildern und instabil
oder zumindest ziemlich langsam wird.

Da zeigt sich eine weitere, fundamentale Schwäche des „WYSIWYG“ Prinzips. Wenn Du in einem längeren Dokument (sagen wir mal 200 Seiten) auf Seite 20 ein paar Zeilen löscht, dann berechnet Word den Umbruch für alle folgenden 180 Seiten neu. Dann fügst Du auf Seite 22 eine Zeile ein, und Word berechnet den Umbruch für 178 Seiten neu. Dadurch hat sich jetzt aber eine Abbildung auf Seite 70 total doof verschoben. Also schiebst Du sie wieder zurück … und Word berechnet den Umbruch von 130 Seiten neu. Das Spiel dauert selbst auf neuesten Rechnern noch seine Zeit und wird vor allem in der Endphase einer Arbeit zur echten Geduldsprobe.

Gruß

Fritze

Warum nicht
Ich schreibe ja auch Handbücher damit: 40 - 120 Seiten incl Graphiken als WMF, GIF und JPG.

Allerdings gilt: Formatvorlagen! Formatvorlagen! Formatvorlagen!

Ein Problem, dass Word 97 mit allen beiden Servicepacks immer noch hat und wahrscheinlich auch Word 200x. Beim Drucken vergißt es irgendwann die Graphiken. Abhilfe => Bei jemandem, der den Distiller hat, als PDF per Makro machen und dann das PDF drucken. Oder Abschnittweise drucken und vorher die Seiten durchblättern, damit die Graphiken geladen werden.

TIPP: Einfach drauflosschreiben und erst spät das Layout per Formatvorlagen zentral einstellen. Aber vorher schon Überschriften & co, sowie Feldfunktionen für Querverweise und Fußnoten nutzen!

Gruß

STefan

Hallo zusammen,

Hi,

kann mir jemand einen Tipp geben, womit ich die Diplomarbeit
schreiben soll? Ich weiss, dass es spezielle
Textverarbeitungs-Software gibt, aber lohnt es sich denn
damit? Oder würde man mit Word klarkommen?

Unbestaetigten Geruechten zu folge soll es ja irgendwo da draussen auch Menschen geben, die mit MS Word klar kommen.

MS Word mag ganz gut geeignet sein, um mal eben ein paar schnelle Seiten hinzukleckern. Typographisch gesehen ist das, was da raus kommt aber das absolute Grauen. Versuch einfach mal folgendes: schreibe eine Seite voll mit Text ohne Absaetzen, drucke sie aus und blinzle von einem Meter Abstand drauf. Die hellen und dunklen Flecken stoeren unbewusst den Lesefluss. Anderes Beispiel sind Ligarturen: diese scheinen MS Word (in der hier vorliegenden Inkarnation 2000) immer noch ein Fremdwort zu sein. Etwas, was ich weniger beurteilen kann, da ich einfach noch nie die Geduld hatte, ueber genuegend Versionen von MS Word hinweg mit dem Programm zu arbeiten: die Mutation des Dateiformats. MS aendert dieses ganz gern mal, was den Austausch von Dokumenten ueber Versionsgrenzen hinweg erschwert. Das sind ganz klare technische Argumente gegen MS Word.

Rein subjektiv empfinde ich das Arbeiten mit Word als Krampf (das mag an mir liegen). Der ein oder andere erahnt es schon, ich bin von der Pro-LaTeX-Fraktion. Folgende (teilweise untechnischen) Gruende: ich mag es,

  • mich auf das eigentliche Schreiben zu konzentrieren.
  • wenn ich einfach nur sagen muss, dass jetzt ein neues Kapitel „Einleitung“ anfaengt (\begin{chapter}{Einleitung}). (Ich mag es nicht, "‚Einleitung‘ hinzuschreiben, auf ‚Formatvorlage‘ zu klicken, ‚Ueberschrift 1‘ zu waehlen.) _Wie_ das formatiert wird, ist mir egal (davon hab ich eh wenig Ahnung). Ich will nur, _dass_ es formatiert wird.
  • wie selbstverstaendlich ein Inhalts-, Abbildungs-, Tabellenverzeichnis, eine Bibliographie und einen Index zu kriegen.
  • dass ich mir keine Gedanken machen muss, wo meine Bilder oder Tabellen (allg.: floatings) positioniert werden.
  • dass trotzdem alle meine Verweise darauf richtig zusammengesammelt werden.
  • mit einem Makropaket zu arbeiten, dass auf einem Programm aufbaut, dass zu den wenigen gehoert, die zu Fug und Recht als bugfree bezeichnet werden. Niemand geringeres als Donald E. Knuth hat TeX zu einer Zeit begonnen zu entwickeln, als MS-Produkte noch nicht mal zu erahnen waren. Er hat die Entwicklung mittlerweile als abgeschlossen erklaert, weil es nicht besser geht. Er gibt an jeden, der einen bug in TeX selbst findet einen Scheck ueber 20$ aus. Diese Schecks sind nicht wertvoll wegen der 20$, sondern weil sie _extrem_ selten sind. (Das gesamte MS-Kapital wuerde wohl nicht ausreichen, um alle bugs in MS-Office derart abzugleichen.)
  • selbst zu bestimmen, mit welchem Editor ich meinen Text schreibe. Die Texteingabekruecke, die MS untrennbar mit dem eigentlichen Textverarbeitungswerkzeug (?) verkleistert hat, hat (AFAIK) keine Ahnung von Wort-, Satz-, Absatzanfaengen bzw. -enden. Und ich muss (schnell!) Anweisungen der Art „Ersetze diesen Satz bitte mit…“ geben. (Man staunt, MS hat jetzt neuerdings immerhin schon 12 (?) Zwischenablagen.)
  • Formeln der Art $g_{ab},\ddot{q}^b+\Gamma_{abc},\dot{q}^b\dot{q}^c=Q^a$ mit unter 20 Klicks zu setzen und sie ggf. anschliessend durch copy & paste umzustellen.
  • meine Dokumentenerstellung von mittels Makefiles von Bildern, Diagrammen (oder Daten dafuer) abhaengig zu machen.
  • meine (bzw. in dem Fall besser unsere) Dokumente ohne Probleme von einem System zum version managment verwalten zu lassen.
  • meine Bibliographie automatisch je nach verwendeten Textreferenzen aus einer getrennten Litheraturdatenbank zu generieren.
  • absolut determinter zu Arbeiten. Fuege ich in LaTeX irgendwo ein Bild oder eine Formel ein, mache ich mir nicht die geringsten Sorgen, was wohl als naechstes mit meinem Dokument passiert. In MS Word krieg ich aus unbekannten Gruenden immer ein leichtes Zittern.
  • das alles kostenlos nutzen zu koennen.

Just my 2cent,
Gruss vom Frank.

Da zeigt sich eine weitere, fundamentale Schwäche des
„WYSIWYG“ Prinzips. Wenn Du in einem längeren Dokument (sagen
wir mal 200 Seiten) auf Seite 20 ein paar Zeilen löscht, dann
berechnet Word den Umbruch für alle folgenden 180 Seiten neu.

Hallo Fritze,

das stimmt theoretisch, hat aber praktisch keine Relevanz, da zunächst immer nur bis zum nächsten festen Seitenumbruch neu formatiert wird. Und da man Kapitel hierüber üblicherweise trennt, hat man in der Praxis maximal ein Kapitel neu zu formatieren, und dies hat bei ordentlichem Schreibstil eher weniger als 180 Seiten :wink:

Bei reinem Text geht die Formatierung zudem auch recht schnell, nur bei Abbildungen dauert es gerne mal. Aber wie ich schon schrieb, dann ist man eh eher ein LaTeX-Kandidat, auch wenn ich schon medizinische Dissertationen mit jeder Menge Bildern unter Word ganz wunderbar hinbekommen habe. Und wäre der Hilferuf nicht erst gekommen als alles zu spät war, hätte die Schreiberin auch die gesamte Bearbeitung über unter Word damit problemlos arbeiten können. Und beim DAU vor dem Schirm ist die verwendete Software ohnehin egal.

Aber man sieht hier mal wieder den deutlichen Unterschied zwischen den Leuten die einfach an der Praxis orientiert objektiv zu beraten und die Vor- und Nachteile beider Möglichkeiten für verschiedene Anwendungsfälle klar auseinandersetzen und denjenigen, die eine „Mission“ haben.

Gruß vom Wiz

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Das Problem ist halt… man muss ein paar
Dinge bedenken (vor allem wenn man viele Grafiken hat), damit
Word auch nach 100 Seiten noch mitmacht.

Einfachste Loesung waere hier unter 100 Seiten zu bleiben.
Hat auch den Vorteil, das es Deinen Aufwand verringert und die Nerven vom Gutachter schont. Kein Witz.
T

Hi Teddy,
wenn Du viele und/oder komplizierte Formeln hast, nimm Latex. Hier
http://www.math.auc.dk/~dethlef/Tips/introduction.html
findest Du eine Installationsanleitung fuer Windows.

Wenn Du keine komplizierten Formeln hast, ist es ziemlich egal, welches Programm Du nimmst, besonders wenn Du noch mit keinem davon Erfahrung hast. Dann wirds auf jeden Fall ein bisschen nervig. Word ist aber etwas leichter zu lernen, weil das meiste visuell ablaeuft.

Fur Latex gibt es auch WYSYWYG-Umgebung wo Du siehst, was passiert;
die Leute die sie benutzen schwoeren darauf, das sie das beste sind, kalr. Ich bescheide mich mit einem einfachen Texteditor und das tuts auch soweit. Freie Latex-WYSYWIG Editoren sind z.B. Lyx oder Texmacs.
http://www.lyx.org/
http://www.texmacs.org/

Dann noch was ganz anderes. Fass Dich kurz und bring die Sachen auf den Punkt. Wenn Du nicht wirklich einen guten Schreibstil und/oder klasse Ergebnisse hast, freut sich der Gutachter ueber jede Seite weniger. Das ist wichtiger als Word oder Latex.

Viel Erfolg!
Thomas

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Literaturdatenbanken: Alternativen zu pybliograper
Hallo,

auch
wenn ich schon medizinische Dissertationen mit jeder Menge
Bildern unter Word ganz wunderbar hinbekommen habe.

Wie koppelt man Word eingentlich an Medline an? Mit „pybliographer[1]“ tippe ich meine suchanfrage in eben jenes Progtamm ein und ich bekomme eine lokale Literaturdatenbank, die ich sofort in LaTeX/BibTeX verwenden kann.

Gruß,

Sebastian

[1] http://pybliographer.org/

Hallo,

auch
wenn ich schon medizinische Dissertationen mit jeder Menge
Bildern unter Word ganz wunderbar hinbekommen habe.

Wie koppelt man Word eingentlich an Medline an? Mit
„pybliographer“ tippe ich meine suchanfrage in eben jenes
Progtamm ein und ich bekomme eine lokale Literaturdatenbank,
die ich sofort in LaTeX/BibTeX verwenden kann.

Mit Endnote[1]. Das kostet aber. Und zwar Valuta :smile:

Gruß

Fritze

[1] http://www.endnote.com/

Hallo,

Aber man sieht hier mal wieder den deutlichen Unterschied
zwischen den Leuten die einfach an der Praxis orientiert
objektiv zu beraten und die Vor- und Nachteile beider
Möglichkeiten für verschiedene Anwendungsfälle klar
auseinandersetzen und denjenigen, die eine „Mission“ haben.

Ganz meine Meinung. Für Eine Diplomarbeit allen Ernstes zu Word zu raten, dass muss schon missionarischer Eifer sein.

Gruß

Fritze

Also,
ich habe inzwischen einige Diplomarbeiten „miterlebt“ und selber die Word-Kämpfe durchlebt. Nun stehe ich vor der Diss. und ich glaube, auch rückwirkend, wenn es was „sinnvolleres“ gibt, dann lohnt es sich eher, das zu lernen (kann ja auch für den Lebenslauf nicht schaden), als sich alleine das mit dem Inhaltsverzeichnis in Word anzutun. HÖLLE!
Ich werde mir nun das andere hier erwähnte Programm mal anschaun…
Viel Erfolg auf jeden Fall…
P.S.: Es gibt sicherlich auch Gutachter, die gerne viel (guten) Text lesen :wink:
K.