Ich verstehe nicht ganz, was jetzt der Unterschied ist, ob
jemand Probleme in Latein hat oder Probleme in
Französisch/Russisch/Spanisch etc.!?
Latein ist mit Sicherheit durch gewisse Randfaktoren als schwerer einzustufen.
Außerdem sprach ich explizit von Spanisch.
Ich weiß nicht, ob du Latein an der Uni nachholen musstest -
ich schon. In drei Semestern eine komplette Sprache zu lernen
ist selbst für mich, die ich mich als recht sprachbegabt und
interessiert einschätze, eine Wahnsinnsaufgabe. Du solltest
das nicht unterschätzen, was das für ein Arbeitsaufwand ist,
in drei Semestern zu lernen, wofür du in der Schule 5 Jahre
Zeit hast!
Es geht, weil es woanders und teilweise früher auch ging.
Sicher ist es eine gehörige Belastung - diese ist aber schaffbar - schließlich heißt es Studium. Du kennst doch sicherlich den lateinischen Ursprung des Begriffes >:-> …
Was zu beweisen wäre. Ich habe andere Erfahrungen gemacht.
Und ich eben andere.
Es geht hier nicht um grammatikalische Zusammenhänge beim Studium oder dergleichen. Latein ist mitnichten wichtig, um herausragendes Deutsch oder Englisch zu sprechen.
Man braucht Latein auch nicht zwingend, um hervorragend in der Grammatik bewandert zu sein.
Du weißt sicherlich selbst, daß es gerade diesen Gegensatz zwischen dem lateinischen Metrum und bspw. dem Deutschen gibt (schon wegen der verschiedenen Sprachgruppen). Daher auch diese ganze Hektik mit Jambus, Trochäus, Anapäst, Daktylus, Alexandriner und dem Querverweis, was das äquivalent im Lateinischen heißen würde…
Durch Latein eröffnet sich einem die
deutsche Grammatik erst richtig, sie ist Voraussetzung für
viele andere Sprachen und hilft, grammatische Systeme richtig
strukturieren zu können. Ich hatte teilweise einen richtigen
„Aha-Effekt“.
Sehr streitbar - es geht auf jeden Fall genauso gut ohne Latein.
Man muß dann in der Linguistik nur ständig die Fachbegriffe eher einmal nachschlagen, geschenkt.
Latein kann schon gar nicht ausschlaggebend für bspw. das Deutsche oder Englische sein, weil Deutsch und Englisch aus der gemanischen Sprachgruppe entstammen. Die Einflüsse bestehen eher aus Lehnwörtern, Fremdwörtern und Eindeutschen bspw…
Schüler von heute hätten auch viel weniger Schwierigkeiten mit Englisch, wenn es diesen historisch bedingten starken Einfluß des romanischen Französisch nicht gegeben hätte.
Daher ist es wohl mit Vorsicht zu genießen, Latein auf einen unberechtigten Sockel zu heben. Es profitiert eher von einem traditionellen Festhalten an gewisse Gepflogenheiten in der Sprachforschung.
Doch bleibt es dabei: Schüler können trotzdem nicht wirklich davon profitieren. Wenn, dann überhaupt erst beim Studium.
Somit sind wir wieder beim Punkt, daß man auch sehr gut darauf verzichten kann und wenigstens Kultursprachen lernt, die noch gesprochen werden (oder sogar Wirtschaftssprachen wie Spanisch).
Latein kann auch nicht mit einer lebendigen Sprache verglichen
werden, sein Wert ist ein ganz anderer. Latein ist eine
Kultursprache. Du kannst keine kultur- und
geisteswissenschaftliche Forschung betreiben ohne ausreichende
Lateinkenntnisse.
Lateinkenntnisse ungleich Verständnis für Latein. Stellte ich oben schon dar - die Fachdisziplinen sind aus diversen Gründen durchsetzt mit Vokabular aus dem Lateinischen. Ich muß aber zwingend kein Latein wirklich können, um eine echte sprachwissenschaftliche Kapazität zu sein.
In Bayern bekommen 1/3 der Gymnasiasten Nachhilfe!
Die Frageist, ob das alles Schüler sind, die für das Gymnasium nicht
geeignet sind, oder ob an bayerischen Gymnasien der Anspruch
ein anderer ist. Die Antwort sollte bekannt sein. Ob das
gerechtfertigt ist, darüber ließe sich trefflich streiten.
Ein großer Teil ist sicherlich unberechtigt dort - das bringt das frühselektive System (in ganz Deutschland) mit sich.
Ironisch ist nur: Vielleicht stellen die Bayern wirklich andere Ansprüche - hinten kommt kein entscheidendes Plus an Bildung heraus.
Also ein ähnlicher Sachverhalt wie mit echten Ganztagsschulen (nicht das umgemünzte Modewort Ganztagsschule wegen fehlender Nachmittagsbetreuung in den Alten Ländern).
Ja, das sehe ich wiederum genauso. Alles eine Frage des
Managements. Wenn man Wissens- und Zeitmanagement allerdings
nicht lernt, dann ist es auch nicht praktizierbar. Wie schon
gesagt, so richtig intensiv habe ich mich erst in der Uni
damit auseinandersetzen können (müssen). Ansonsten hatte ich
stets das Glück des Tüchtigen ;o)
Generell muß man „Zeitmanagement“ nicht lernen; das obliegt einfach dem gesunden Menschenverstand.
Man braucht nur ein Minimum an Fähigkeiten in Sachen Selbsteinschätzung, logisches Denken etc., um erkennen zu können, wie ich was erledigen muß.
Wenn man so etwas heutzutage schon explizit beibringen muß, ist wohl viel falsch.
Naja, Konfirmantenunterricht bezeichne ich als Hobby. Es steht
doch jedem frei, ob er das betreibt oder nicht.
Ja, dann soll aber Regina nicht jammern, daß sie das auch noch leisten muß/leisten müssen wird.
Dazu braucht man keinen Konfirmantenunterricht. Eine
Jugendweihe tuts auch - ich hatte gar nichts von beidem und
denke mit Fug und Recht, daß ich weiß Gott nichts verpaßt
habe.
Wo kann man denn in Bayern eine Jugendweihe feiern?! ;o)
Das interessiert mich als kosmopolitischer Sachse nicht die Bohne.

Der Streß in der Schule steht und fällt nicht mit solchen irrwitzigen Sachen wie Jugendweihe oder Konfirmation. 
Mich wundert es nur, daß es den bayrischen Schülern dann auch nicht zu denken gibt, daß solche religiösen Dinge „erwartet“ oder „verlangt“ werden. Ich wette aber: Ein vernünftig erzogenes bayrisches Kind hätte kein Problem mit diesem Kram zu brechen.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass in Bayern so wahnsinnig
viel mehr gelernt wird als in TH oder in SA.
Richtig.
Meine Mitstudenten weißen kein höheres Allgemeinwissen auf als ich
(ehrlich gesagt sogar teilweise ein wesentlich schlechteres,
besonders in Bezug auf Deutschland) -
Das erinnert mich an einen Ausschnitt aus PREMIERE ZAPPING.
Ein Mädel ruft bei einer MTV-Sendung (oder dergleichen) an und wird gefragt „Hallo, Du kommst aus Süddeutschland, oder?“ – „Nee, aus Bayern“.
LOL.
Mich hat es immer
aufgeregt, dass wir in Ethik mehr über die verschiedenen
Weltanschauungen und Religionen gelernt haben als unsere
Reli-Schüler, die immer Plätzchen gegessen und Pappfiguren von
Heiligen gebastelt haben.
Mich nicht. Ethik ist eine - wie ich an anderer Stelle schon geschrieben habe - potentielle intellektuelle Spielwiese.
Man beschäftigt sich distanziert aus atheistischer Sicht mit den Religionen - so soll es sein.
Leider weiß ich nicht, inwiefern das schon passiert. Ich habe
immer das Gefühl, dass es „private“ Entrüstung gibt, sich aber
kein Widerstand formiert. Die Initiative zur Abschaffung des
G8 ist gescheitert, weil sie in ihrer Formulierung albern war.
Es sollte das Interesse aller Beteiligten am schulischen
Alltag sein, die Situation zu verbessern. Bayern rühmt sich
beispielsweise einer fortschrittlichen Bemühung um
Schulentwicklung. Zu Schulentwicklung gehört aber m.M. nach
mehr als neue Lernformen im Unterricht. Besonders die
konstruktive Zusammenarbeit der Eltern mit der Schule sollte
hier im Vordergrund stehen.
Hier muß ich sogar hämisch sagen, daß Bayern ein schlecht durchlässiges System aufweist.
Wenn ich mit technischem Profil an der Realschule doch noch das Abitur erwerben will, ist bis auf den heutigen Tag keine regüläre Möglichkeit gegeben, weil es an der zweiten Fremdsprache mangelt!
Ein Versuch, ihre Fachoberschule in einem 13. Jahr in der Allgemeinen Hochschulreife fit zu bekommen, sind noch im Teststadium.
Hier sind Ba-Wü und Sachsen um Welten weiter mit ihren Beruflichen Gymnasien.
Man rühmt sich also auch in Bayern nur mit Einschränkungen … 
Ich habe auch das Gefühl (es kann mich täuschen!), dass es
eine Hemmschwelle gibt zu sagen: „In den neuen BL am G8 klappt
es auch, und zwar so-und-so.“ Ich habe das Gefühl, man brödelt
sein eigenes Zeug und will rein aus Prinzip keinen Blick auf
erfolgreiche Systeme riskieren.
Achtung, hier stichst Du in ein Wespennest!
Ich habe zweierlei Erfahrungen in den Alten Ländenr gemacht:
Vielen Leuten ist es mehr als egal, daß man aus den Neuen Ländern kommt. Ein nicht unerheblicher Teil ist sogar richtig neugierig und will reden und lernen im Dialog.
Ich habe aber auch ganz viele andere Situationen erlebt.
Da spricht die Oma zum Enkel „Und mußt Du wieder in die Zone fahren“ oder wenn man das Wort „Sozialismus“ erwähnt, ist sofort der Tunnelblick da.
Man assoziiert zu sehr viele Begriffe mit „DDR“ und damit im selben Atemzug als „schlecht“. Es kostet schon Mühe, aus ganz neutraler (philosophischer) Sicht solchen Leuten klarzumachen, daß bspw. „Sozialismus“ eben nicht „DDR“ heißt und alles was damit zu tun hat.
Hier wird einfach aus einer gewissen Ignoranz gegenüber sprachlichen Feinheiten heraus pauschalisiert.
Je weiter man nach Süden in Bayern kommt, desto schlimmer wird das [subjektiv gesehen, wie gesagt, ich habe um Welten mehr positive Resonanz auch aus Bayern erlebt, als solche Aussetzer].
Die Barriere ist auch einfach hier und da nach 16 Jahren Wende noch spürbar (warum auch nicht - man hat den Leuten 40 Jahre lang auf beiden Seiten ideologische Scheiße eingetrichtert und kann das nicht binnen eines Jahrzehnts umkehren).
Aber lassen wir das - ganz anderes Thema, sonst kippt es hier wieder in einer hitzigen Debatte ab
…
Dass ein Aufschrei durch ein
traditionell geprägtes Land geht, wenn Nachmittagsunterricht
ansteht, und dieser als „Ganztagsschule durch die Hintertür“
beschimpft wird, bestärkt mein Gefühl noch. Irgendwie hat man
Angst vor Veränderungen. Und es scheint keine konstruktive
Zusammenarbeit zu geben - zwischen Bildungspolitik,
Schulverwaltungen, Schulen, Kollegien, Eltern und Schülern.
Zumal Ganztagsschule ja nichts mit bspw. Schule + Hort (DDR) zu tun hat. Ganztagsschulen sind bspw. Schulen in GRoßbritannien, wo dann auch in der Schule ausgedehnter Aktivität bis weit in den Abend nachgegangen wird.
Hier ist schon die erste Ungenauigkeit, die Begriffe so leichtfertig umzuwerten.
Und was ist bitte an diesem System schlimm? Es würde sogar vieler Probleme Abhilfe schaffen: Geregeltes Erledigen von Hausaufgaben, Sozialisierung der Kinder, Erlernen des Prinzips „erst unterordnen/einfügen - dann hervorstechen/führen“ et cetera et cetera.
Das hat auch mit der Tradition nicht viel zu tun - das ist einfach nur intoleranter und ungebildetes Gröhlen gegen den Wandel unter Abschaltung der Großhirnrinde.
Doch sowas ist man ja auch vom bayrischen Ministerpräsidenten gewohnt
…
MfG 