neulich wurde ich von einem Freund auf die Wirkung von Farben aufmerksam gemacht und habe daraufhin zum ersten Mal wirklich realisiert wie viele Assoziationen ich mit Farben habe. Jeder Unterricht an der Uni hat seine eigene Farbe, dementsprechend kaufe ich sogar unbewusst Schnellhefter. Außerdem verbinde ich auch Städte, Länder, Menschen, Lieder, sich wiederholende Ereignisse und Handlungen (Joggen, Radfahren, der Weg zur Uni, Einkaufen, Kindheitserinnerungen …) mit verschiedenen Farben.
Ich habe mich online über Farben informiert, finde aber häufig keinen Zusammenhang mit meinen Assoziationen (eine Uni-Veranstaltung die ich für sehr sinnvoll halte und die ich gerne besuche ist rot/ Ein sehr guter Freund mit dem ich mich gerne treffe ist braun/…).
Will mir nun mein Unterbewusstsein damit etwas sagen? Wenn die Farben Sinn machen würden, dann wäre ich nicht so sehr daran interessiert, aber meiner ehrlichen persönlichen Meinung nach machen sie das nicht. Kann ich diese Assoziationen irgendwie nutzen/ausnutzen? Da muss doch ein Sinn dahinter stecken! Warum assoziiere ich nichts mit blau?
Da bist du nicht allein
Willkommen im Club der Synästhetiker!
Ich hab das auch, seit Kindesbeinen und finde es - ganz lustig.
Jede Person, jeder Buchstabe, jede Ziffer hat eine Farbe bei mir.
Wladimir Nabokov hatte auch dieses Denken. Vielleicht steckt ein uralter Wunsch, die Dinge konkreter aussehen zu lassen, dahinter.
Gruß,
Branden
meine jüngste Tochter ordnete bereits im Kindergarten den Stimmen der (erwachsenen) Menschen, mit denen sie zu tun hatte, Farben zu. Leute mit braunen Stimmen mochte sie gerne, vor Leuten mit grünen oder gelben Stimmen hatte sie Angst. Die Farbzuordnungen wurden mit wachsender Farbkenntnis immer differenzierter. Wenn sie Bilder malte, bekamen die Personen die Farben ihrer Stimme zugeteilt.
Irgendwann im Laufe der Pubertät verlor sich diese Einschätzungsmethode, aber heute verwenden wir sie manchmal innerhalb der Familie als Bestandteil der Familiensprache, wenn wir über Dritte reden.
Guck dich doch hier mal ein wenig um: http://www.synaesthesie.net/ Ich selber habe nach und nach dank der Anregungen durch jenes Forum immer mehr Dinge herausgefunden, die bei mir auch noch mit Farben verknüpft sind, und die mir gar nicht bewusst waren. Einiges davon nutze ich inzwischen bewusst als mein persönliches „Orientierungssystem“.
Vielleicht, weil Blau bei Dir für „Logik“ steht, während Du alle anderen Farben in Richtung „Rot“ am anderen Ende des sichtbaren Lichtspektrums mit „Gefühl“ in Verbindung bringst? Interessant wäre, ob sich diese Zuordnung auch in den Träumen fortsetzt.
Ich beneide dich. Habe im Gimnasium eine Freudin gehabt die Bethowens ahte in dunkelbraun sah, ich dachte dahmals sie spinnt:smile:
Kognitionsforscher vermuten heute hinter Inteligenz die Synesthesie.