Diverse Fragen

Hallo,

Zuerst muss ich sagen, dass ich Franzose bin, was einige meiner Fragen erklären mag, die für Deutsche keine Fragen sind.

Beim Lesen des STERN bin ich unter anderem auf folgende Wörter oder Ausdrücke gestossen, die ich im Wahrig nicht gefunden habe. Deshalb bitte ich Sie um Aufschluss:

was heisst:

  • gepieft
    -eine Trulla war mir gerade über den Deister gegangen
    -ein kniepiger Mensch
    -ein moppeliger Ehemann

Drei weitere Fragen:
was ist richtig:

Ich habe gestaubsaugt, staubgesaugt oder Staub gesogen?

Ist das Wort „unkaputtbar“ umgangssprachlich? Wodurch könnte man es in der „gehobenen“ Sprache ersetzen (in bezug auf einen Menschen)?

Heisst es : „Wo Fuchs und Hase sich gute Nacht sagen“ oder „wo die Füchse sich gute Nacht sagen“ (Wahrig)?

Sie müssen natürlich nicht sämtliche Fragen beantworten, aber über jede Antwort würde ich mich freuen.

MfG

Benoît

Teilantworten
Hallo Benoît,

erst einmal herzlich willkommen in der komplizierten Germanischen Sprachwelt (Ísländisch ist ähnlich kompliziert, wird aber nicht von so vielen Menschen gesprochen).

Zuerst muss ich sagen, dass ich Franzose bin, was einige
meiner Fragen erklären mag, die für Deutsche keine Fragen
sind.

Das kann man so nicht sagen. Das Deutsch gibt es, was Redewendungen angeht, sowieso nicht. Vor ca. 170 Jahren gab es noch nicht einmal Deutschland, sondern einen losen Zusammenschluss von ca. 180 Fürstentümern. Selbst zwischen der ehemaligen SBZ (DDR) und Westdeutschland gibt es (hat es - würde man im Süden Deutschlands sagen), von den Begriffen her, sehr starke Unterschiede.

Ich lasse das weg, was ich auch nicht kenne.

-ein moppeliger Ehemann

moppelig = Eigenschaftwort = dick, dicklich = also: ein dicker Ehemann

Ich glaube, dass der Begriff aus dem Rheinland stammt oder typisch linksrheinisch ist. Daheim im Saarland gibt es den auch. Möglicherweise kommt er aus dem Französischen.

Ich habe gestaubsaugt, staubgesaugt oder Staub gesogen?

Syntaktisch ist alles korrekt, nur der Sprachgebrauch ist:

  1. je nach Region und Bildung verschieden
  2. bei mir durch das Englische, mit dem strengeren Gebrauch der Zeiten, verfälsch

Daher würde ich, um den sauberen Teppich zu betonen, „ich habe gestaubsaugt“ sagen. Egen um diesen Zustand - der Teppich IST JETZT DANACH sauber - zu betonen.

Wenn ich die Mühe (die Arbeit) betonen möchte würde ich „staubgesaugt“ nehmen und evtl. nach neuer deutscher Schreibweise trenne.

Also:

Ich habe Staub gesaugt.
Ich habe staubgesaugt.

„Gesogen“ ist meiner Auffassung nach Schriftsprache und heutzutage eher ungebräuchlich. Außer man scheibt Drehbücher für „Derrick“. Beispieldialog:

„Warum ist ihr Mann denn zu Ihnen zurückgekehrt?“
„Es GELÜSTETE ihn nach mir!“

„Gelüstete“ würde heutzutage niemand im Sprechdeutsch benutzen.

Ist das Wort „unkaputtbar“ umgangssprachlich?

Ich kann es verstehen, benutze es aber nicht. Es wird auch nur für Dinge, Gegenstände, also für die unbelebte Welt genutzt.

Alternativen:

  • unzerstörbar
  • vandalismusgeschützt

Wodurch könnte man es in der „gehobenen“ Sprache ersetzen (in bezug auf einen

Menschen)?

In Bezug auf einen Menschen würde man es so sagen:

  • robust
  • widerstandsfähig
  • hart im Nehmen
  • hält was aus

Umgangssprachlich:

  • Der ist ein Hartriegel. (nur für Badener)

Heisst es : „Wo Fuchs und Hase sich gute Nacht sagen“ oder „wo
die Füchse sich gute Nacht sagen“ (Wahrig)?

Dürfte durch die verschiedenen Deutschs (Mehrzahl-s) sowohl als auch sein. Also regional unterschiedlich. Beides ist für mich verständlich, wobei ich nur die 1. (einzahlige) Version mit beiden Tieren kenne.

Viel Spaß mit eurem neuen Präsidenten.

Und mit deinem guten Deutsch (wohl besser als mancher Deutscher) kannst du auch gerne hierher flüchten.

Gruß

Stefan

Hallo, Benoît,

was heisst:

  • gepieft

„piefen“ kenne ich als Ausdruck für „rauchen“.

-eine Trulla war mir gerade über den Deister gegangen

„Trulla“ kommt aus der Ruhrgebietssprache: „zappeliges Mädchen, das nur Unsinn macht; geringschätzige Bezeichnung…“
http://www.ruhrgebietssprache.de/lexikon/trulla.html

„Über den Deister gehen“ ist zu einer festen Redewendung unserer bildhaften Sprache geworden, der man in ganz Deutschland begegnen kann. Was „Über den Deister ist“, das ist kaputt oder verloren. Wer einmal weg ist, der ist „Über den Deister gegangen“…
http://www.schatzsucher.de/index.php?option=com_cont…

-ein kniepiger Mensch

…ist ein geiziger Mensch, ebenfalls Ruhrgebietssprache http://www.ruhrgebietssprache.de/lexikon/kniepig.html

Gruß
Kreszenz

Hallo Kreszenz,

Vielen Dank für diese Auskünfte. Ich schätze es sehr, dass Du auf den landschaftlichen Charakter dieses oder jenes Wortes hingewiesen hast. Als Ausländer sollte man sich wohl hüten, allzu regional gefärbte Ausdrücke in den Mund zu nehmen. Sonst kann man sich leicht lächerlich machen, wenn man nicht wie ein richtiger Rheinländer bzw. Berliner aussieht, oder? Wenigstens kann ich jetzt den Ausdruck „über den Deister“ gebrauchen!

MfG

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Hallo Stefan,

vielen Dank für deine Antwort! Besonders lustig fand ich die Anspielung auf das Derrick-Deutsch („es gelüstete mich nach ihm“).
Das ist eben das Schwierige für Ausländer, nämlich die verschiedenen Sprachebenen zu unterscheiden! Ich wäre aber nicht auf die Idee gekommen, dieses Verb zu gebrauchen.

An deiner Antwort merkt man, wie sehr das Deutsche regional gefärbt ist. In dieser Hinsicht ist das Presse-Französisch ziemlich überregional oder „neutral“. Das Spiegel-Deutsch auch, glaube ich, im Unterschied zum STERN.

Nach deinen Erklärungen werde ich fortan sagen: Ich habe staubgesaugt, denn es zählt für mich nicht zu den aufregendsten Tätigkeiten!

Ich danke dir dafür, dass du mir ggf. anbietest, nach Deutschland zu flüchten. Bisher halte ich es noch in Frankreich aus :smile: Mal sehen, was der (Ultra)Liberalismus à la Sarkozy bringt!

Wenn ich richtig verstanden habe, bist du aus dem Saarland. Ich schätze also, dass du auch Französisch kannst, oder?

Immerhin vielen Dank für deine Antworten!

MfG

Benoït

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Hallo Benoît,

was heisst:

  • gepieft

am häufigsten wohl ‚rauchen‘. Ich habe es auch schon in der Bedeutung von ‚schlafen‘ gehört. In der deutschen Übersetzung von Monty Python’s ‚Dead Parrot Sketch‘ heisst es: „Der ist nicht tot. Der pieft nur 'ne Runde …“ Es ist jedenfalls ein Slangausdruck, der nur regional gebräuchlich ist.

-eine Trulla war mir gerade über den Deister gegangen

Zu ‚Trulla‘ wurde schon etwas gesagt. Der Deister ist eine recht unbedeutende Hügelkette in der Gegend von Hannover, die jedoch schon seit langer Zeit eine Territorialgrenze war. Es wird also - das ist das ‚Bild‘, das hier gezeichnet wird - eine Grenze überschritten. „Über den Deister gehen“ ist eine lokale Variante des allgemein gebräuchlichen „über den Jordan gehen“ - sinnbildlich für sterben. Eine andere (bekanntere) lokale Variante ist „über die Wupper gehen“ (Wupper = Fluss in Nordrhein-Westfalen).

Hier ist es im übertragenen Sinn gemeint. Wenn einem „die Trulla über den Deister geht“, dann hat er sich mit seiner Freundin verkracht. Die Freundin könnte natürlich auch verstorben sein - aber dafür wäre der Ausdruck ‚Trulla‘ dann doch zu respektlos. Nur ein Mensch mit sehr zweifelhaftem Charakter würde so von einer verstorbenen Freundin reden. Schon bei einer Ex-Freundin ist es nicht gerade gentleman-like.

-ein kniepiger Mensch
-ein moppeliger Ehemann

kniepig = geizig
moppelig = mollig, (leicht) übergewichtig

Ich habe gestaubsaugt, staubgesaugt oder Staub gesogen?

Nach aktueller Rechtschreibungsregelung kann man sowohl getrennt als auch zusammen schreiben: ‚staubsaugen‘ oder ‚Staub saugen‘. Entsprechend dann ‚gestaubsaugt‘ bzw. ‚Staub gesaugt‘. ‚Gesogen‘ ist eine veraltete Form; heute wird ‚saugen‘ üblicherweise regelmäßig konjugiert. Also ‚saugen - saugte - gesaugt‘ anstatt ‚saugen - sog - gesogen‘.

Ist das Wort „unkaputtbar“ umgangssprachlich? Wodurch könnte
man es in der „gehobenen“ Sprache ersetzen (in bezug auf einen
Menschen)?

Ursprünglich war „unkaputtbar“ einer dieser gräßlichen Bastarde aus der Werbesprache. Leider hat dieses Wort tatsächlich in die Umgangssprache Eingang gefunden. Bei einem Menschen würde ich das Wort ‚unverwüstlich‘ vorschlagen.

Heisst es : „Wo Fuchs und Hase sich gute Nacht sagen“ oder „wo
die Füchse sich gute Nacht sagen“ (Wahrig)?

Ersteres. Ein Ort, „wo Fuchs und Hase sich gute Nacht sagen“ - wo sie also friedlich miteinander leben und freundlich miteinander umgehen - ist so abgelegen, dass man noch nie etwas davon gehört hat. Der Ausdruck ist also eine scherzhafte Übertreibung. Mit „wo die Füchse sich gute Nacht sagen“ funktioniert das nicht so recht.

Bei uns (Pfalz / Naheland), wo man eine deftige Sprache liebt, sagt man auch schon einmal „do gauzen die Hunn midm Aschloch“ (dort bellen die Hunde mit dem anderen Ende des Körpers) oder „do sann die Kieh schenner wie die Mäd“ (dort sind die Kühe attraktiver als die Frauen).

Freundliche Grüße,
Ralf

Hallo Benoît,

Sie müssen natürlich nicht sämtliche Fragen beantworten

Das ist aber schön, sonst hätte ich nämlich den Schnabel halten müssen. :wink:

Ist das Wort „unkaputtbar“ umgangssprachlich?

Das Wort ‚unkaputtbar‘ gibt es eigentlich nicht - es ist eine Erfindung der Werbeagentur, die irgendwann Mitte der 90er Jahre eine Kampagne für BONAQA in der PET-Flasche (es war das erste Mineralwasser in einer PET-Flasche auf dem Markt) entwickelt hat. Inzwischen hat es sich allerdings in der Tat in die Umgangssprache eingeschlichen.

Wodurch könnte
man es in der „gehobenen“ Sprache ersetzen (in bezug auf einen
Menschen)?

Unkaputtbar würde ich nicht in Bezug auf einen Menschen verwenden… Einen ‚unkaputtbaren‘ Menschen könntest Du zum Beispiel als ‚unzerstörbar‘ oder ‚unverletzlich‘ bezeichnen.

Heisst es : „Wo Fuchs und Hase sich gute Nacht sagen“ oder „wo
die Füchse sich gute Nacht sagen“ (Wahrig)?

Definitiv Variante 1. Schau mal auch hier: http://www.geo.de/GEOlino/mensch/redewendungen/52905…

Grüße
Renee

„do sann die Kieh schenner wie die Mäd“ (dort sind die Kühe
attraktiver als die Frauen).

Für die Gegend um Hermeskeil trifft das oft sogar zu.

Der Deister ist eine
recht unbedeutende Hügelkette in der Gegend von Hannover, die
jedoch schon seit langer Zeit eine Territorialgrenze war. Es
wird also - das ist das ‚Bild‘, das hier gezeichnet wird -
eine Grenze überschritten. „Über den Deister gehen“ ist eine
lokale Variante des allgemein gebräuchlichen „über den Jordan
gehen“ - sinnbildlich für sterben. Eine andere (bekanntere)
lokale Variante ist „über die Wupper gehen“ (Wupper = Fluss in
Nordrhein-Westfalen).

Hallo Ralf,

Deine Erklärungen sind im allgemeinen unschlagbar, doch hier stimmt etwas nicht so ganz.
„Über den Deister gehen“ hat nicht den Sinn von „setrben“, sonder von verschwinden, sich entziehen. Das hat in der Tat damit zu tun, daß der Deister eine Territorialgrenze war. Auf der einen Seite war das Kurfürstentum, später Königreich, Hannover, auf der anderen Seite verschiedene kleine Territorien. Die Hannoveraner verkauften oder verschenkten ihre Soldaten nach England, und von da aus kamen sie nach Amerika in den Unabhängigkeitskrieg.
Wer sich den Werbern entziehen wollte, ging „über den Deister“ in ungefährliche Gebiete.
"Über die Wupper gehen2 hat tatsächlich den Sinn von „sterben“, weil das Tal der Wupper so schmal und eng ist, daß der Friedhof oft nicht auf der gleichen Seite wie die Siedlung angelegt werden konnte. und so mußte, wer gestorben war, „über die Wupper“ zum Friedhof gebracht werden.
Aber das sind Feinheiten und tun der Qualität Deiner Beiträge keinen Abbruch.

Gruß - Rolf

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Immerhin vielen Dank für deine Antworten!

Servus Benoit,

nachdem Du Dich hier schon als sehr stilsicher zeigst, soll es noch einen Schritt in Richtung Perfektion gehen:

Das ‚Immerhin‘ hätte ein stilsicherer Muttersprachler in diesem Kontext nixht verwendet. Es klingt ein wenig herablassend und so, als hätte sich der Dankende einer lästigen Pflicht entledigt. Beispiel: „Die Gehaltserhöhung habe ich zwar nicht bekommen, aber immerhin bekomme ich jetzt ein Büro mit zwei Eckfenstern.“

„Jedenfalls“, oder „Auf jeden Fall“ wäre näher an dem, was Du wahrscheinlich sagen wolltest.

LG

Kai

Hallo Benoît,

Das ist eben das Schwierige für Ausländer, nämlich die
verschiedenen Sprachebenen zu unterscheiden!

… oder auch zu wissen, wann eine Redewendung gesellschaftfähig ist oder nicht.

An deiner Antwort merkt man, wie sehr das Deutsche regional
gefärbt ist. In dieser Hinsicht ist das Presse-Französisch
ziemlich überregional oder „neutral“. Das Spiegel-Deutsch
auch, glaube ich, im Unterschied zum STERN.

Dafür nutzt der Spiegel, so wie ich auch, sehr viele Kommata, um die, üblicherweise verschachtelten, deutschen Sätze zu strukturieren. Im Gegenzug wirst du im Spiegel ganz selten einen Gedankenstrich finden.

Wenn ich richtig verstanden habe, bist du aus dem Saarland.
Ich schätze also, dass du auch Französisch kannst, oder?

Auch wenn die Saarländer im sog. „Reich“ früher als Saar-Franzosen bezeichnet wurden, hatte ich in meiner Schulzeit Englisch als Fremdsprache. So kann ich heute nur noch einen Satz:

Je ne parle pas Français :wink:

Na gut: Qu’est-ce vous faites dans le weekend?

Gruß

Stefan

Hallo zusammen,

„Über den Deister gehen“ ist zu einer festen Redewendung
unserer bildhaften Sprache geworden, der man in ganz
Deutschland begegnen kann. Was „Über den Deister ist“, das ist
kaputt oder verloren. Wer einmal weg ist, der ist „Über den
Deister gegangen“…

http://www.schatzsucher.de/index.php?option=com_cont…

dieser Ausdruck ist mir in Benoîts Frage zum ersten Mal begegnet. Bei „uns“ (Niederrhein) sagt man eher „über die Wupper“.

Gruß,
Sabine

„Über den Deister gehen“ ist zu einer festen Redewendung
unserer bildhaften Sprache geworden, der man in ganz
Deutschland begegnen kann. Was „Über den Deister ist“, das ist
kaputt oder verloren. Wer einmal weg ist, der ist „Über den
Deister gegangen“…

Also mir ist der Ausdruck „über die Deister gehen“ hier auch das
erste Mal aufgefallen, bei uns „Frankfurt“ sagt man „über den Jordan
gehen“. Allerdings sah ich oben noch eine etwas andere Erklärung für
„über die Deister gehen“. „Über den Jordan gehen“ würde man
jedenfalls in meiner Gegend nie für eine verlorene Frau (im Sinne von
Ex-Freundin) nutzen, sondern eher für Tod oder Zerstörung.

Aber besonders im Hinblick auf Benoit möchte ich darauf hinweisen,
dass man mit dem Ausdruck „über die Deister gehen“ in einige Teilen
Deutschlands durchaus für Verwirrung und Unverständnis sorgen könnte.

Gruß

Hallo Rolf,

„Über den Deister gehen“ hat nicht den Sinn von „setrben“,
sonder von verschwinden, sich entziehen. Das hat in der Tat
damit zu tun, daß der Deister eine Territorialgrenze war.

danke für Deine Korrektur.

Die Hannoveraner verkauften oder verschenkten
ihre Soldaten nach England, und von da aus kamen sie nach
Amerika in den Unabhängigkeitskrieg.

Hier möchte ich allerdings meinerseits auch etwas korrigieren - Du nimmst es mir sicher nicht übel. Die im Unabhängigkeitskrieg eingesetzten deutschen Soldaten kamen zum größten Teil (weit über die Hälfte) aus Hessen-Kassel. Kleinere Kontingente kamen aus Braunschweig-Wolfenbüttel, aus Hessen-Hanau, Waldeck, Anhalt-Zerbst und aus Ansbach-Bayreuth. Hannoversche Truppen durften nicht außerhalb Europas eingesetzt werden - obwohl oder besser weil der britische König in Personalunion auch Kurfürst von Hannover (eigentlich Herzog von Braunschweig-Lüneburg) war. Während des Unabhängigkeitskrieges wurden hannoversche Truppen allerdings an Stelle von britischen auf Gibraltar und auf Menorca stationiert, was auch nicht gerade beliebt war.

Freundliche Grüße,
Ralf

Bei „uns“ (Niederrhein) sagt man eher „über die Wupper“.

Hallo, Sabine,
dieser schöne Fluss fließt hier ca 300m entfernt am Haus vorbei.
Es gilt hier das Gleiche wie für den Deister. Hier wie dort verlief da die Grenze (im Falle der Wupper die zwischen dem Erzbistum Köln und der Grafschaft Berg, Jülich, Kleve) und hier wie dort konnte man sich der Gerichtsbarkeit oder dem Wehrdienst durch Überschreiten der Grenze entziehen.

Sowohl den Übergang über den Deister oder durch die Wupper verbindet also nichts mit dem Tod, es ist lediglich ein Verschwinden.

Wie es mit dem „über den Jordan“ aussieht, weiß ich allerdings nicht zu sagen. Da scheint mir die Konnotation „Tod“ wahrscheinlicher, denn durch diesen Übergang gelangte man schließlich ins „gelobte Land“ (Wobei nicht nur heute „gelobt“ nicht immer und unbedingt mit „fest versprochen“ gleichgesetzt wurde, obwohl das eigentlich damit gemeint ist).

Gruß
Eckard

Hallo Ralf,

Deine Antwort hat mir die ugen geöffnet: Ich habe etwas Unverzeihliches getan, was ich sonst bei anderen immer verachte. Ich habe das oberflächlich Augenfällige für richtig gehalten, ohne ein wirkliche und tiefere Ahnung von den Dingen zu haben.
Deswegen danke ich Dir erstens für die sachliche Korrektur und zweitens für den Gewinn an Erkenntnis und Selbsterkenntnis!

Gruß - Rolf

Hallo Rolf,

Ich habe etwas
Unverzeihliches getan, was ich sonst bei anderen immer
verachte.

nu ja - ist doch menschlich-allzumenschlich und somit nicht unbedingt unverzeihlich oder gar verachtenswürdig … :wink:

Ich habe das oberflächlich Augenfällige für richtig
gehalten, ohne ein wirkliche und tiefere Ahnung von den Dingen
zu haben.

Ging mir doch auch so, als ich ‚über den Deister‘ einfach als lokale Variante von ‚über den Jordan‘ interpretiert habe - ohne genauere Kenntnis des praktischen Sprachgebrauchs zu haben, also davon, auf welche Umstände diese Redewendung tatsächlich angewandt wird.

Es irrt der Mensch, so lang er lebt strebt …

Jetzt aber Schluss, bevor uns der MOD ans Plauderbrett verweist.

Freundliche Grüße,
Ralf

Hallo Kai,

Danke für diese Bemerkung. Ich gebe zu, dass mein Sprachgefühl seine Grenzen hat! Ich werde in Zukunft vorsichtiger mit „immerhin“ umgehen:smile:

MfG

Benoît

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Hallo Renee,

ich glaube, da, wo ich das Wort gesehen habe, bezog sich „unkaputtbar“ auf einen Menschen, aber ich werde in Zukunft dieses Wort vermeiden, denn anscheinend klingt es für deutsche Ohren nicht sehr schön!

MfG

Benoit

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Hallo Benoît,

Hallo Ralf,

Danke für die Hinweise!
Könnte man sagen: „Letzte Woche ist mir mein Auto über den Deister gegangen“ im Sinne von „davon bleibt nichts übrig“ ?

Noch eine Frage: ist kniepig: norddeutsch? ugs ? es steht nicht im Wahrig!

MfG

Benoît