Doping beim Volkslauf ?

Hallo Leute,
habe diesmal wieder am Paderborner Osterlauf (Halbmarathon) teilgenommen. Unterwegs habe ich 2x dieses Power Gel von der Firma PowerBar geschluckt. Das sind kleine Plastiktütchen mit 40 Gramm klebrig süßer Masse gefüllt. Die Wirkung fand ich verblüffend. Im Gegensatz zum Training, wo ich regelmäßig gegen Ende einer langen Strecke müde und langsam werde, kam ich diesmal flott und ohne große Anstrengung durch.
Ist das Doping? Irgendwie fühle ich mich so, als hätte ich es getan. Dabei ist in dem Zeug bestimmt nichts drin, was nicht zulässig wäre.
Ich hatte diese Tütchen noch übrig, als mich vor 2 1/2 Jahren andere Läufer zu diesem ‚Doping‘ überredet hatten. Damals war die positive Wirkung auch sehr verblüffend.
Ich bin Senior-Freizeitjogger. Mir kommt es nicht auf Schnelligkeit an, sondern auf Fitness. Insofern brauche ich das Zeug nicht. Wenn ich aber nocheinmal an einer großen Veranstaltung teilnehme und ohne Gehpausen durchkommen möchte, werde ich wohl meine restlichen Tütchen aufbrauchen.
Was denkt Ihr über dieses ‚Doping‘ ? Ist das ganze vielleicht nur ein Placeboeffekt?
Bei einem Vortrag über Marathon-Laufen wurde über die Verpflegung vor und während des Laufs gesprochen. Zu den vielen ‚Dopingmitteln‘ wie Isotonische Getränke, Mineralpillen, Traubenzucker usw. sagte der vortragende Sportarzt „Lassen Sie das! Das ist alles Rattengift!“
Hat er Recht?
Bin für jeden Kommentar dankbar.
Dieter Kirchner

Hallo,
es ist für den Körper leichter Kohlenhydrate (KH) zur Energiegewinnung heranzuziehen als (Körper)fett und (Muskel)eiweiß. Insofern sind gut gefüllte KH-/Glykogendepots und durchgänge KH-Versorgung während dem Lauf leistungssteigernd. Doping im Sinne des IOC ist das nicht. Die vom IOC „gebannten“ Mittel sind überwiegend Medikamente aber keine Nahrungsmittel.
Energieriegel sind hilfreich ersetzen aber keine vernünftige Ernährung vor dem Wettkampf (z.B. größere Mengen an Nudeln am Vorabend). Persönlich bin ich bis jetzt am besten mit Bananen als „Marschverpflegung“ gefahren.

Gruss
Enno

es ist für den Körper leichter Kohlenhydrate (KH) zur
Energiegewinnung heranzuziehen als (Körper)fett und
(Muskel)eiweiß. Insofern sind gut gefüllte KH-/Glykogendepots
und durchgänge KH-Versorgung während dem Lauf
leistungssteigernd.

Nur so ne’ Frage zum Verständnis:
Wen man also sog. „Powersnacks“ zu sich nimmt und somit seinen Kohlenhydratspeicher auffrischt, werden doch auch vorwiegend Kohlenhydrate zur Energiegewinnung angezogen, oder?
Heisst dass, wenn man Laufen/Joggen geht, um Körpergewicht zu verlieren, ist die Einnahme von diesen KH-Lieferanten während dem Lauf abzuraten? Man will ja schließlich Fett verlieren und dazu muss der Körper doch vorwiegend Fett verbrennen.
Richtig oder falsch?

èl Curto

Hallo,

Heisst dass, wenn man Laufen/Joggen geht, um Körpergewicht zu
verlieren, ist die Einnahme von diesen KH-Lieferanten während
dem Lauf abzuraten?

ja die würde ich weglassen. Die bringen zudem beim Joggen zur (überwiegenden) Fettverbrennung keinen merklichen Vorteil - dabei läuft man ja üblicherweise deutlich langsamer als bei Wettkämpfen.

Gruss
Enno

Hallo Dieter,
du kannst ganz beruhigt sein, als Doping wird das kein ernstzunehmender Sportler ansehen. Es ist einfach eine Zusatzernährung die dir Kohlenhydrate verschafft. Wie schon erwähnt, tun Bananen genau dasselbe, sind aber eben nicht so gut zu transportieren. Bei Langstreckenwettkämpfen spricht eigentlich nichts dagegen, sich mit solchen Nahrungsmitteln zu versorgen.(dazu gehören aber nicht die erwähnten Getränke,Pillen und sonstiges,da vertrete ich genau dieselbe Meinung wie dieser Sportarzt)
Heb`dir aber die Beutelchen nicht zu lange auf,
da sie bei zu langer Lagerung zu einem gewaltigen Dünnpfiff führen können. Das ist bei einem Halb- oder Marathon überhaupt nicht lustig…:smile:)
Gruß Mister Jones

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Hallo Enno / Mr. Jones,
danke für die Erklärung und den Bananentipp.
Bananen hatte ich schon mal gehabt, bei längeren Volksläufen und bei einer 80 km Radsportveranstaltung. Da habe ich nicht im geringsten an Doping gedacht, weil das ja ein normales Nahrungsmittel ist. Ich kann mich auch nicht erinnern, dass mir das nennenswert geholfen hat.
Ich hatte mal gelesen, dass Bananen während des Sports kaum Sinn machen. Die Verdauung - d.h. die Umwandlung in ‚verbrennbares‘ Glykogen - würde meistens länger dauern als die Sportveranstaltung dauert. Man hätte erst etwas davon, wenn man sich schon geduscht auf dem Sofa ausruht.
So wurde das auch mal im Fernsehen kritisch kommentiert, als Boris Becker während eines langen 5-Satz Matches in der Pause eine Banane verdrückte.
Wie dem auch sei, Power Gel ist also ok.
Danke
Dieter

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