Du sollst nicht töten!

Moin,

(sorry aber sonst hättest du die oben genannten zwei begriffe
„lebenswertes“ und „leben“ nicht benutzt!)

wenn du damit Probleme hast, in einer solchen oder irgend einer anderen Diskussion die Worte „lebenswert“ oder „Leben“ zu verwenden, dann darfst du gerne jede beliebige Form der Gehirn- und Wortakrobatik betreiben, diese Begriffe zu vermeiden.

Wenn du den Unterschied zwischen einem Menschen, der sein eigenes Leben als nicht lebenswert empfindet, bzw. ein Leben mit einer starken Behinderung als nicht lebenswert empfindet, und den von den Nazis verwendeten Begriff „unwertes Leben“ mit der entsprechenden Konsequenz eines millionenfachen Massenmordes nicht begreifst, dann ist das ebenfalls nicht mein Problem.

Wenn du allerdings den Gehinspagat anstrengen willst, einerseits einen Fötus abtreiben zu wollen, weil er eine Bürde für die Eltern oder Gesellschaft darstellen könnte , andererseits aber nicht in die Nähe der Denkweise von „unwertem Leben“ gebracht werden möchtest, dann hast du tatsächlich ein Problem.

Gruß
Marion

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(Der die 12 Wochen-Regelung für sehr angemessen und richtig
hält)

man beachte die art dieser diskussion.

ich denke, daß alle hier mitschreibenden in staaten leben, in denen eine abtreibung die die frau selbst wünscht und anordnet, nicht unter strafe steht, wo es also erlaubt ist, einen potentiellen menschen ohne jeden grund nicht geboren werden zu lassen - einfach weil es nicht ins konzept paßt, oder man beim ONS nicht aufgepaßt hat. aber alle regen sich drüber auf, wenn derselbe schritt unternommen wird, wenn es gute gründe dafür gibt - gründe, die das gesamte leben und die gesamte existenz von einem selber und der ganzen familie betreffen. das ist total unlogisch und widersinnig. und heuchlerisch sowieso.

gruß
dataf0x

Moin Simon,

Allerdings fehlt mir ein bedeutender Punkt, es wurde von der
zweiten Schwangerschaftswoche gesprochen, das schon als
eigenständiges Leben zu sehen halte ich für fragwürdig. Zu
diesem Zeitpunkt reden wir immerhin nur von einem Zellklumpen.

Die Definition, wann Leben beginnt und wann es sich um einen Zellklumpen handelt, muss jeder (innerhalb des gesetzlichen Rahmens) für sich selbst treffen. Der Gesetzgeber hat hier lediglich eine relativ willkürliche Grenze gesetzt, um Schwangerschaftsabbrüche zu ermöglichen, die strafrechtlich nicht geahndet werden.

Ich will hier wirklich keine Diskussion darüber anstoßen wann
oder wie ein Fötus als menschliches Leben zu bezeichnen ist,
aber ich kann durchaus verstehen wenn jemand in der
angeführten 2. Schwangerschaftswoche wegen evtl.
schwerwiegender Probleme abtreibt.

Das ist richtig, um diese Diskussion geht es hier tatsächlich nicht. Hier geht es nicht um die allgemeine Frage einer Abtreibung in der 2. Schwangerschaftswoche, sondern um die Frage, in wiefern eine mögliche Behinderung für eine Frau ein Grund für einen Schwangerschaftsabbruch wäre, die ansonsten eine Schwangerschaft fortführen würde und ob die Entscheidung der Frau für das Kind einen Anlass zur Verurteilung dieser Frau darstellt (wie im Ausgangsposting skizziert).

Dabei geht es nicht
zwangsläufig um eigene Ängste sondern oft auch darum, dass bei
einer schweren Benachteiligung die Chance sehr hoch ist, dass
es das Kind sehr schwer haben würde. Menschen wie Stephen
Hawkins sind ein Vorbild und eine Inspiration, aber sie sind
leider die Ausnahme.

Natürlich, hier habe ich ein Extrem der möglichen Bandbreite gewählt. Ob es ein Kind schwer haben wird, liegt aber nicht unbedingt an den vorhandenen oder nicht vorhandenen Fähigkeiten des Kindes, sondern leider viel häufiger daran, ob dieser Fähigkeiten mit den Erwartungen der eigenen Eltern und der Umwelt übereinstimmen. Ich kenne jede Menge Kinder, die es allein deshalb schwer haben, weil sie den Erwartungen der Eltern nicht gerecht werden.

Eltern lieben ihre Kinder, und mir als
Vater würde es unendlich weh tun mein Kind leiden zu sehen,
auch wenn es insgesamt vielleicht glücklich und mit seinen
Möglichkeiten zufrieden ist.

Wo leidet ein Mensch, der glücklich und mit seinen Möglichkeiten zufrieden ist ? Leiden in deinem Beispiel nicht viel eher die Eltern, weil sie kein perfektes oder gesundes Kind haben ? Darf man einem Menschen das Leben verwehren, weil man sich selbst mögliches Leid ersparen will ?

Das Ganze ist in jedem Fall keine einfache Frage und auch wenn
ich deinen Beitrag wirklich gut nachvollziehen kann klagt er
mir doch zu stark an.

Ich habe nicht vor, irgend jemanden anzuklagen. Ich möchte nur etwas der Vorstellung entgegen setzen, jemand anders habe das Recht dazu zu entscheiden, ob das Leben eines anderen lebenswert sein mag oder nicht, bzw. sogar Menschen zu verurteilen, die sich in dieser Situation für ein Kind aussprechen.

Wer in der 2. Schwangerschaftswoche abtreiben will, der mag das tun. Heutzutage braucht man dazu nicht mal mehr einen besonderen Grund außer dem, dass man sich der Situation nicht gewachsen sieht (warum auch immer). Ich bin die letzte, die eine Frau aufgrund dieser Entscheidungen verurteilen würde, aber ich bin die erste, die sich der Auffassung entgegen stellt, irgend ein anderes Leben wäre nicht lebenswert und somit sei es schon irgendwie ok, es auszulöschen.

Gruß
Marion

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Hallo Jürgen,

Und Datafox hat recht: Es geht meist nicht darum, ob des Leben
lebenswert ist oder nicht. Die Entscheidung wird tatsächlich
aus den genannten Gründen gefällt…

genau, es geht darum ob man Lust, Zeit und Geld hat so ein unwertes Leben
zu versorgen.
Oh Sorry, das Wort Lust ist ja garnicht gefallen, habe ich aber irgendwie in dem Zusammenhang vermisst.

Das finde ich unterste Schublade.

Gruß
roland

Vom Leiden erlösen?
Hallo Allerseits,

ein Punkt der hier betont werden muss, ist der Grund, warum prinzipiell Abgetrieben werden soll.

Antares hat in seinem Beitrag, der mir wirklich ein Schauer über den Rücken gejagt hat, darauf hingewiesen, dass man man leidende Tiere auch erlöst. Es ist nicht etwa generell so, das behinderte Kinder leiden. Ich kenne persönlich zwei mongoloide Kinder und eine geistig behinderte Frau. Die Kinder freuen sich ihres Lebens genauso, wie andere Kinder. Die Frau hat eine Arbeit und lebt in ihrer einer eigenen Wohnung.

Worum es hier geht, ist es hohe gesellschaftliche Kosten einzusparen.
Pflege oder Betreuung ist nun mal personalintensiv und teuer.

Mit der gleichen Legitimität kann man nun fragen, wie man mit Senioren oder Behinderte ab einer gewissen Pflegestufe umgeht?

Gruß
Carlos

Moin datafox

man beachte die art dieser diskussion.

ich denke, daß alle hier mitschreibenden in staaten leben, in
denen eine abtreibung die die frau selbst wünscht und
anordnet, nicht unter strafe steht, wo es also erlaubt ist,
einen potentiellen menschen ohne jeden grund nicht
geboren werden zu lassen - einfach weil es nicht ins konzept
paßt, oder man beim ONS nicht aufgepaßt hat. aber alle regen
sich drüber auf, wenn derselbe schritt unternommen wird, wenn
es gute gründe dafür gibt - gründe, die das gesamte leben und
die gesamte existenz von einem selber und der ganzen familie
betreffen. das ist total unlogisch und widersinnig. und
heuchlerisch sowieso.

Dieses Posting zeigt nur, dass du überhaupt nicht verstanden hast, um was es bei dieser Diskussion eigentlich geht.

Übrigens nur mal so als Tipp: Die Entscheidung für ein Kind ist immer eine Entscheidung für eine gesamte Existenz von einem selbst, der ganzen Familie etc. und zwar immer mit ungewissem Ausgang. Mit dieser Ungewissheit umgehen zu können ist IMHO die Grundvoraussetzung, um überhaupt Kinder in die Welt zu setzen. Wenn du glaubst, durch die Vermeidung eines Kinds mit Behinderung deine Chancen auf ein perfektes Familienleben zu erhöhen, dann möchte ich gerne mal deine Berechnung sehen, um welchen Betrag diese Wahrscheinlichkeit unter Einbeziehung aller anderen Variablen deiner Meinung nach steigt.

Gruß
Marion

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Hallo Datafox,

alle regen
sich drüber auf, wenn derselbe schritt unternommen wird, wenn
es gute gründe dafür gibt - gründe, die das gesamte leben und
die gesamte existenz von einem selber und der ganzen familie
betreffen.

Umgekehrt, es geht darum, dass eine Frau, die ein behindertes Kind austrägt, als eine grausame und asosiale Egoistin betrachtet wird.

Gruß
Carlos

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Moin Jürgen,

Fraglich ist doch, wann menschliches Leben wirklich
menschliches Leben ist, also über das Niveau eines primitiven
Mehrzellers hinausgeht. Und hierbei geht es ja bei der
Möglichkeit der Abtreibung…

Wir reden hier aber nicht über unerwünschte Schwangerschaften, sondern wir reden hier über eine wahrscheinlich absichtlich herbgeigeführte Schwangerschaft, über Menschen, die bei dem postitiven Ergebnis des Schwangerschaftstest vermutlich einen Freundensprung gemacht haben.

Hier ist es einzig und allein die Diagnose „Behinderung“, die aus einem gewollten und mit Freude erwarteten Kind plötzlich einen unerwünschten „Zellhaufen“ macht, und nicht die Schwangerschaftswoche.

Gruß
Marion

Wenn du allerdings den Gehinspagat anstrengen willst,
einerseits einen Fötus abtreiben zu wollen, weil er eine Bürde
für die Eltern oder Gesellschaft darstellen könnte ,
andererseits aber nicht in die Nähe der Denkweise von
„unwertem Leben“ gebracht werden möchtest, dann hast du
tatsächlich ein Problem.

ich wußte nicht daß du eine abtreibungsgegnerin von der sorte bist, die einen embryo (nicht fötus) als mensch bezeichnen. damit ist die diskussion dann beendet, da es eh kein argument mehr gibt. allerdings begibst du dich dann ebenfalls in widersprüche: die „bürde“ ist dann gar kein argument mehr, denn wenn ein embryo ein mensch ist, dann darf er auf gar keinen fall angetastet werden.

gruß
dataf0x

Dieses Posting zeigt nur, dass du überhaupt nicht verstanden
hast, um was es bei dieser Diskussion eigentlich geht.

doch ich habe das sehr gut verstanden. ich habe nur die struktur der argumente betrachtet.

dann möchte ich gerne
mal deine Berechnung sehen, um welchen Betrag diese
Wahrscheinlichkeit unter Einbeziehung aller anderen Variablen
deiner Meinung nach steigt.

kosten für die betreuung und behandlung, zeitaufwand… aber ich weiß, daß du wahrscheinlich davon ausgehst, daß mittel und resourcen im bereich der medizin auf bäumen wachsen und jedem beliebig zustehen, egal ob er verantwortlich ist oder nicht. wie lange noch wird das so weitergehen? in zukunft wird es so sein, daß jede familie selbst die verantwortung übernehmen muß, wenn sie wissentlich (!) einen schwerstbehinderten gebären. reiche werden sich den luxus leisten können, arme eben nicht. (versteh mich nicht falsch - „besser“ wäre natürlich eine andere welt, aber DAS ist nunmal die realität.)

gruß
dataf0x.

Umgekehrt, es geht darum, dass eine Frau, die ein behindertes
Kind austrägt, als eine grausame und asosiale Egoistin
betrachtet wird.

es ist also „schlimmer“, wenn ein behindertes embryo abgetrieben wird, weil die mutter existenzängste hat, als wenn ein völlig gesundes abgetrieben wird, nur weil der mutter ein „unfall“ unbequem ist?

gruß
dataf0x

Moin,

ich wußte nicht daß du eine abtreibungsgegnerin von der sorte
bist, die einen embryo (nicht fötus) als mensch bezeichnen.

Als was ich einen Embryo bezeichne, tut hier gar nichts zur Sache, da nicht ich vor dieser Entscheidung stehe.

Ich weiß aber, dass ich für Menschen, für die das so ist, die Möglichkeit gesichert wissen möchte, dass diese ihr Kind auch ohne Vorwürfe austragen können, genau so wie ich für Menschen, die eine Schwangerschaft innerhalb der gesetzlichen Grenzen abbrechen möchten, diese Möglichkeit ebenfalls gesichert sehen möchte.

damit ist die diskussion dann beendet, da es eh kein argument
mehr gibt. allerdings begibst du dich dann ebenfalls in
widersprüche: die „bürde“ ist dann gar kein argument mehr,
denn wenn ein embryo ein mensch ist, dann darf er auf gar
keinen fall angetastet werden.

Und genau das war wohl bei der Frau der Fall, die diese siamesischen Zwillinge bekommen hat (siehe Ausgangsposting). Insofern dürfte klar sein, dass dein Argument der „Bürde“ hier für diese Frau fehl am Platz ist. Aus der Sicht der Menschen, für die ein Embryo bereits ein Mensch ist, begibst du dich mit deiner Argumentation der „Bürde“ auf sehr dünnes Eis. Etwas anderes wollte ich nicht verdeutlichen.

Gruß
Marion

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Dieses Posting zeigt nur, dass du überhaupt nicht verstanden
hast, um was es bei dieser Diskussion eigentlich geht.

doch ich habe das sehr gut verstanden. ich habe nur die
struktur der argumente betrachtet.

Ich habe mehr den Eindruck, du scannst Postings nach bestimmten Stichworten, um dann gleich dein Lieblingsthema Nazis und Israel reinzubringen ohne zu merken, dass der Inhalt und Zusammenhang hier vielleicht mal ein ganz anderer ist. Das kannst du zwar machen, musst dann aber damit leben, dass andere dich nicht so recht ernst nehmen mit deinen Einwänden.

dann möchte ich gerne
mal deine Berechnung sehen, um welchen Betrag diese
Wahrscheinlichkeit unter Einbeziehung aller anderen Variablen
deiner Meinung nach steigt.

kosten für die betreuung und behandlung, zeitaufwand… aber
ich weiß, daß du wahrscheinlich davon ausgehst, daß mittel und
resourcen im bereich der medizin auf bäumen wachsen und jedem
beliebig zustehen, egal ob er verantwortlich ist oder nicht.
wie lange noch wird das so weitergehen?

Es wird so lange so weitergehen, wie wir wollen, dass es so weitergeht. Du erwähnst „verantwortlich“ nur im Zusammenhang mit pränataler Diagnostik. Allerdings sind viele der heutigen Krankheiten selbstverschuldet, sei es durch Bewegungsmangel, Überfressen, riskantes Autofahren, Hochleistungssport und vieles mehr.

Wenn allerdings Stimmung gegen Behinderte gemacht wird, während andere Risiken offenbar klaglos mitversichert sein wollen, dann hängt das nicht mit dem Gesundheitssystem zusammen, sondern mit der Einstellung bestimmter Leute gegenüber Behinderten.

In zukunft wird es so
sein, daß jede familie selbst die verantwortung übernehmen
muß, wenn sie wissentlich (!) einen schwerstbehinderten
gebären.

Ich weiß nicht, in welcher Zukunft du leben willst. Deine Meinung, die du hier verbreitest, mag dazu beitragen, dass es in die Richtung gehen könnte, aber zum Glück scheinst du mit dieser Meinung zumindest in der europäischen Kultur noch in der Minderheit zu sein, und das ist auch gut so. Hier in Europa ist jedenfalls nicht geplant, Behindert, Alte, chronisch Kranke oder sonstige hohe Kostenverursacher aus dem Gesundheitssystem rauszunehmen.

reiche werden sich den luxus leisten können, arme
eben nicht. (versteh mich nicht falsch - „besser“ wäre
natürlich eine andere welt, aber DAS ist nunmal die realität.)

Die Realität sieht allerdings völlig anders aus, nämlich so, dass es Gesellschaften gibt, die Behinderte als eigenständigen und gleichberechtigten Bestandteil der Gesellschaft ansehen, die selbstverständlich in den Genuss aller Vorzüge der Gesellschaft kommen sollen, wie alle anderen auch, und Gesellschaften, die das nicht so sehen. Der Wohlstand einer Gesellschaft ist für diese Einstellung übrigens weniger relevant, sondern wohl eher die etischen und moralischen Werte, auf die eine Gesellschaft gegründet ist, und die wir alle im übrigen für unsere Gesellschaft in der wir Leben mitbestimmen.

Gruß
Marion

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Hallo Marion,
habe Deine Argumentation hier verfolgt und stimme zu

In zukunft wird es so
sein, daß jede familie selbst die verantwortung übernehmen
muß, wenn sie wissentlich (!) einen schwerstbehinderten
gebären.

Ich weiß nicht, in welcher Zukunft du leben willst. Deine
Meinung, die du hier verbreitest, mag dazu beitragen, dass es
in die Richtung gehen könnte, aber zum Glück scheinst du mit
dieser Meinung zumindest in der europäischen Kultur noch in
der Minderheit zu sein, und das ist auch gut so. Hier in
Europa ist jedenfalls nicht geplant, Behindert, Alte,
chronisch Kranke oder sonstige hohe Kostenverursacher aus dem
Gesundheitssystem rauszunehmen.

Das Schlimme ist aber, daß ich datafox’ Pessimismus teile. Natürlich werden sie einem nicht verbieten, ein behindertes Kind zur Welt zu bringen, aber man wird wohl keine Möglichkeit mehr bekommen, es bei einer Krankenversicherung anzumelden. Tatsächlich will auch ich in dieser Zukunft nicht leben (und gestehe zu, daß es daran liegt, daß ich den Wert des Lebens nicht empirisch festzumachen vermag). Letztlich wird es dann wohl so weitergehen, daß ja schon die genetische Prädisposition zu einer zum Zeitpunkt der UNtersuchung nicht heilbaren Krankheit zu einem Teilausschluß im Versicherungsschutz führen wird…

Die Realität sieht allerdings völlig anders aus, nämlich so,
dass es Gesellschaften gibt, die Behinderte als eigenständigen
und gleichberechtigten Bestandteil der Gesellschaft ansehen,
die selbstverständlich in den Genuss aller Vorzüge der
Gesellschaft kommen sollen, wie alle anderen auch.

Ich hoffe, es bleibt denn auch so.

Grüße,
Taju

Gruß
Marion

Moin,

Natürlich werden sie einem nicht verbieten, ein behindertes
Kind zur Welt zu bringen, aber man wird wohl keine Möglichkeit
mehr bekommen, es bei einer Krankenversicherung anzumelden.

Ich frage mich, wie du zu solch einer Auffassung gelangst ? Die wenigsten behinderten Kinder verursachen riesige Kosten bei den Krankenversicherungen (ein behindertes Kind ist nicht unbedingt häufiger krank als ein nicht behindertes Kind). Da sieht es bei Alten Leuten und chronisch kranken Erwachsenen schon ganz anders aus.

Letztlich wird es dann
wohl so weitergehen, daß ja schon die genetische
Prädisposition zu einer zum Zeitpunkt der UNtersuchung nicht
heilbaren Krankheit zu einem Teilausschluß im
Versicherungsschutz führen wird…

Wie z.B. Krebs ? Ja wen willst du denn dann überhaupt noch versichern ?

Die Realität sieht allerdings völlig anders aus, nämlich so,
dass es Gesellschaften gibt, die Behinderte als eigenständigen
und gleichberechtigten Bestandteil der Gesellschaft ansehen,
die selbstverständlich in den Genuss aller Vorzüge der
Gesellschaft kommen sollen, wie alle anderen auch.

Ich hoffe, es bleibt denn auch so.

Das liegt ja an uns selbst.
Gruß
Marion

Ich weiß aber, dass ich für Menschen, für die das so ist, die
Möglichkeit gesichert wissen möchte, dass diese ihr Kind auch
ohne Vorwürfe austragen können

diese möglichkeit würde ich auch gern gesichert wissen. derweil ist sie das ja noch, d.h. alle krankenversicherungen zahlen für die medizinischen versorgung von behinderten, auch wenn vor der geburt bereits klar war, daß diese kosten entstehen werden - es also bewußt in kauf genommene kosten sind. wie lange das noch so sein wird kann man nicht sagen. aber eines steht fest: es wird sich auf längere sicht ändern, denn medizin kostet geld. vor einiger zeit konnte man sich auch nicht vorstellen, daß raucher und übergewichtige höhere prämien zahlen sollen. jetzt tun sie es (bzw. sie kriegen die „bonusse“ nicht.) ich finde das ganze ganz sicher nicht toll, aber es ist die realität, über die man diskutieren können MUSS, ohne daß nazivergleiche fallen.

genau so wie ich für Menschen,
die eine Schwangerschaft innerhalb der gesetzlichen Grenzen
abbrechen möchten, diese Möglichkeit ebenfalls gesichert sehen
möchte.

ist sie, d.h. es gibt keine strafe, nur muß man eine abtreibung selber zahlen, wenn keine indikation vorliegt (wie ist das in deutschland?).

Aus der Sicht
der Menschen, für die ein Embryo bereits ein Mensch ist,
begibst du dich mit deiner Argumentation der „Bürde“ auf sehr
dünnes Eis.

das stimmt schon, aber bleiben wir bei der realität: nach dem BGB ist ein embryo nunmal kein mensch. (ob das gut oder schlecht ist steht auf einem anderen blatt - nur ist DIESE frage eine religiöse, die jede frau mit sich selber ausmachen muß. ein staat und seine gesetze haben wohl nicht über abtreibungen zu entscheiden, weder in die eine noch in die andere richtung. dafür haben die frauenrechtlerinnen ja gekämpft.)

gruß
dataf0x

genau, es geht darum ob man Lust, Zeit und Geld hat so ein
unwertes Leben
zu versorgen.

nein, nein und nochmal nein!

weiviele menschen gibt es, die derart reich sind, daß sie es sich leisten können, eine 24/7 versorgung für ihr kind anzustellen? dazu die medizinischen behandlungen und die nötigen geräte? den hausumbau? spezielle autos? das sind millionenbeträge. NOCH ist es so, daß alle diese dinge die versicherung oder der staat zahlt, selbst dann, wenn bereits weit vor der geburt feststeht, daß das so kommen wird. irgendwann wird pränatale diagnostik normal sein und jede versicherung wird sich einfach weigern bei einer diagnose „mögliche schwerstbehinderung“ auch nur einen cent zu zahlen. das hat mit „lust“ und „zeit und geld“ einfach nichts zu tun sondern ist eine existenzfrage. man kann dann zwar immer noch sagen „dann muß halt der staat einspringen“ - meinst du, die mehrheit der bevölkerung würde dem zustimmen, daß sie steuern dafür zahlen sollen, damit bestimmte menschen sich bewußt für siamesische zwillinge entscheiden können, während andere sich OPs nicht leisten können oder nicht mehr zum zahnarzt gehen, weil sie kein geld haben? du überschätzt das wohlwollen der menschen aber gewaltig.

ich sehe schon, die diskussion läuft sich immer wieder auf das gleiche hinaus: moralische überheblichkeit und das protzen damit, was man für ein „aufrichtiger mensch“ doch ist. (natürlich am besten von einem mann, der von natur aus nichtmal schwanger werden kann und schon gar nicht mit einem möglichweise behinderten.)

gruß
dataf0x

[Team: Diskussion zu persönlich und unsachlich, daher gelöscht.]

Ich habe mehr den Eindruck, du scannst Postings nach
bestimmten Stichworten, um dann gleich dein Lieblingsthema
Nazis und Israel reinzubringen

ROFL. mit nazivergleichen haben ganz andere angefangen. ich habe mich dagegen verwehrt! und was israel damit zu tun hat würde ich gern wissen :wink:

Es wird so lange so weitergehen, wie wir wollen, dass es so
weitergeht.

träum weiter.

Du erwähnst „verantwortlich“ nur im Zusammenhang
mit pränataler Diagnostik. Allerdings sind viele der heutigen
Krankheiten selbstverschuldet, sei es durch Bewegungsmangel,
Überfressen, riskantes Autofahren, Hochleistungssport und
vieles mehr.

ja und das wird auch bereits berücksichtigt (bonussystem).

sondern mit der Einstellung bestimmter Leute
gegenüber Behinderten.

möglich - ist aber reine spekulation.

Ich weiß nicht, in welcher Zukunft du leben willst.

am liebsten im paradies wo einem die gebratenen hühnchen ins maul fliegen.

Deine
Meinung, die du hier verbreitest

ich verbreite gar keine meinung sondern stelle bestimmte sachverhalte fest. meine meinung ist die, daß diese sachverhalte traurig sind.

in die Richtung gehen könnte, aber zum Glück scheinst du mit
dieser Meinung zumindest in der europäischen Kultur noch in
der Minderheit zu sein

warte noch 10 jahre bis der letzte wohlfahrtsstaat bankrott gegangen ist.

Europa ist jedenfalls nicht geplant, Behindert, Alte,
chronisch Kranke oder sonstige hohe Kostenverursacher aus dem
Gesundheitssystem rauszunehmen.

behinderte, alte und chronisch kranke sind keine zellhaufen sondern menschen. (hat nicht die frauenbewegung genau dafür gekämpft, daß abtreibungen nicht mehr als mord gelten - mein bauch gehört mir)?

Der Wohlstand
einer Gesellschaft ist für diese Einstellung übrigens weniger
relevant, sondern wohl eher die etischen und moralischen
Werte, auf die eine Gesellschaft gegründet ist, und die wir
alle im übrigen für unsere Gesellschaft in der wir Leben
mitbestimmen.

sehr hehre worte - realitätsbezug null. (wie bei fast allen meinungen zu diesem thema.)

gruß
dataf0x

Letztlich wird es dann
wohl so weitergehen, daß ja schon die genetische
Prädisposition zu einer zum Zeitpunkt der UNtersuchung nicht
heilbaren Krankheit zu einem Teilausschluß im
Versicherungsschutz führen wird…

genau das habe ich gemeint. es sieht düster aus. schön daß du das erkannt hast ohne mich persönlich anzugreifen.

gruß
dataf0x

ich sehe schon, die diskussion läuft sich immer wieder auf das
gleiche hinaus: moralische überheblichkeit und das protzen
damit, was man für ein „aufrichtiger mensch“ doch ist.

Ich nehme mal als Beispiel Lea, du weisst, der überlebende Siamesische Zwilling nach der Trennung.
Der kleinen geht es jetzt gut und sie freut sich bestimmt, das aufrichtige Menschen sich entschieden haben, sie nicht zu töten.

(natürlich am besten von einem mann, der von natur aus
nichtmal schwanger werden kann und schon gar nicht mit einem
möglichweise behinderten.)

Das Argument musste irgendwann kommen. Ich gehe aber mal davon aus, das es sich dabei nur um reine Polemik handelt. Wer sorgt denn normalerweise für das Kind und die Mutter nach der Geburt? Hat der Vater es nach der Geburt des behinderten Kindes einfacher als die Mutter?
Ich muß auch keine Kuh sein um zu wissen wie Milch schmeckt.

Übrigens meine Meinung zu Abtreibung im allgemeinen, steht 100%ig fest das ein Kind schwerstbehindert zur Welt kommt, ohne Möglichkeit auf Heilung oder Besserung, womöglich noch leidend ohne Aussicht auf Linderung, dann wäre ich uneingeschränkt für Abtreibung. Leider ist es oft so, das Frauen eine Abtreibung aus Bequemlichkeit vornehmen, keinen Mann, keine Arbeit und keine Perspektiven, Kind wär aber gesund, bis auf kleinere Behinderungen. Diesen Frauen spreche ich jegliche Eigenverantwortung und Entscheidungsfähigkeit ab.

Komischerweise muß für den Erwerb eines Hundes ein Befähigungsnachweis erbracht werden. Aber jeder minderbemittelte (du sprichst ja schliesslich von finanziellen Dingen) darf Kinder zeugen. Würde ähnliches auch für Frauen oder Eltern gelten, gäbe es dieses Thema (Abtreibung) garnicht.

Gruß
roland

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