Duties & Taxes beim US-Import

Hallo,

ich möchte aus einem Onlineshop in den USA Waren im Wert von umgerechnet ca. 550 Euro bestellen, an der Kasse werden mir allerdings “Duties” und “Taxes” von knapp 100 Euro angezeigt.

Jetzt stellt sich mir die Frage, ob mich beim Zoll hier in Deutschland auch noch Einfuhrumsatzsteuern und Zollgebühren erwarten oder ob diese bereits abgegolten sind.

Gruß

skwalk

Also normal ist es, dass Preise in Amerika ohne Mehrwertsteuer ausgewiesen sind. Und es gibt sowohl regionale, als auch bundesweite Steuern. Da könnte also meiner Ansicht nach durchaus noch Zoll dazu kommen.

Danke für deine Einschätzung, ich denke wohl auch, dass diese Gebühren lediglich die, auf amerikanischer Seite sind. Dann werde ich von dem Kauf absehen, ich unterstütze diese Unverschämtheit nicht.

Welche jetzt genau? Ich frage, weil ich dein Problem nicht verstehe: dass Umsatzsteuer draufgerechnet wird, ist absolut normal, ist in Deutschland auch so, und dass beim Importieren Zollgebühren zahlen muss, ist auch nun nichts Außergewöhnliches.

Aber doch nicht beim Export, oder?

Die USA verlangen keinen Zoll auf die Ausfuhr von Waren. Im Gegenteil. Sie verlangen ja, dass jeder bei denen „Made in USA“ kaufen soll und abgabenfrei ins eigene Land bringt, während die bösen ausländischen Produkte beim Import in die USA mit Zöllen belegt werden, die der US-Importeur dann eben zahlen muss.

Bei Ebay ist es so, dass die voraussichtlichen Einfuhrabgaben angegeben werden, allerdings enthält der Betrag nicht nur die anfallenden Zollgebühren und Steuern, sondern auch Provisionen und sonstigen Gebühren (Damit wird zum Beispiel ein Zollabfertigungsdienst bezahlt werden).

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Dass ich 100 Euro an den amerikanischen Staat + Einfuhrsumsatzsteuer und Zoll an den deutschen Staat entrichten müsste. Sprich, ich würde da locker auf 200 Euro nur an Gebühren kommen…

Das wäre Prima, ich werde den Shopbetreiber gleich morgen mal anschreiben, wie die Sachlage ist.

In den USA ist es üblich, dass die Steuern, die Bundesstaaten und Counties erheben, offen auf den Nettopreis aufgeschlagen werden, während Du in Deutschland in der Regel den Bruttopreis siehst und irgendwo (oft kleiner) der enthaltene Umsatzsteuerbetrag aufgeführt wird.

In der Sache gibt es da aber keinen Unterschied. Das heißt, das Geld bezahlst Du in beiden Fällen an den Staat - ganz gleich, an welcher Stelle bzw. wie die auf der Rechnung ausgewiesen werden.

In dem Kontext von

zu sprechen, geht völlig an der Sache vorbei. Das betrifft übrigens auch das Thema Zölle/Einfuhrumsatzsteuer. Häufig haben Privatpersonen ja die Idee, ein Produkt bspw. in den USA zu kaufen, weil das gleiche Produkt in Deutschland teurer ist. Der Preisunterschied erklärt sich in der Regel aber genau durch die „Aufschläge“, die Du nun siehst bzw. noch sehen wirst - also Zoll, Einfuhrumsatzsteuer, Versandkosten usw.

Gruß
C.

Na ja, für den Händler ist es „Versand ins Ausland“, auch wenn es faktisch ein Export ist.
Wie wird das im europäischen Ausland (also EU, nicht Europa allgemein) gehandhabt?

Du findest es also nicht unverschämt, bei einem Warenwert von 550 Euro, 200 Euro an Abgaben zahlen zu müssen? Okay, dann haben wir da aber ganz andere Ansichten. Ich bin da jedenfalls raus aus der Nummer.

Du meinst, dass Du am Ende 750 Euro bezahlst, in denen 200 Euro Steuern und Abgaben enthalten sind. Das sind etwa 26,7%. Wenn Du in Deutschland etwas kaufst (was nicht dem ermäßigten Satz unterliegt), entfallen auf den Kaufpreis 16% Umsatzsteuer (bzw. sind darin enthalten). Das ist - finde ich - doch gar nicht so weit davon entfernt und dann hast Du noch keine Grenze überquert.

Sind ja “nur” 10,7 % mehr an Märchensteuern. Ich weiß nicht, wie man sich so etwas noch schönreden kann. By the Way, ich finde 16% schon unverschämt, der Staat ist in meinen Augen eh die größte Mafia…

Stimmt, es wäre viel besser, es gäbe gar keine Steuern! Die sind ja komplett unnütz, gell?

Das ufert jetzt so ein bisschen aus. Ich denke, wir verkürzen das einfach mal auf die Formel „kauf es oder lass es“.

Kleine Anekdote: ich bestellte früher einen bestimmten Kalender in Großbritannien, der es mit Versandkosten auf knapp über 10 Euro brachte. Nach dem Brexit kamen Zoll, Handling Fees und so ein Zeug obendrauf, so dass sich der Gesamtpreis auf etwas über 20 Euro belief. Also eine glatte Verdoppelung. Da ich mittlerweile eh kaum noch im Büro bin, wo ich den immer aufhängte, bestellte ich ihn nicht mehr.

Der Kalender wird allerdings auch inzwischen über den deutschen Buchhandel vertrieben. Für 21,99 Euro. Klingt nach einem fairen Preis für einen Monatskalender, oder? Machen die Informationen, was darin alles enthalten ist, den Preis auf einmal „zu hoch“? Oder ist es der Umstand, dass der Staat da etwas abgreift?

Reine Polemik, das habe ich nie behauptet! Aber niedrigere Steuern bedeuten im Umkehrschluss auch eine höhere Kaufkraft und das wiederum… Aber wenn Karl der Zweite damit leben kann, sich vom Staat auf jede erdenkliche Weise abzocken zu lassen, kann ich auch gut damit leben.

Bei einem Kalender, der 22 Euro statt zum damaligen Zeitpunkt 10 Euro kostet, kann ich ich nicht von einem fairen Preis sprechen, aber das ist wohl reine Ansichtssache. Wenn ich aber 200 Euro Gebühren bezahlen soll, ist das noch einmal eine ganz andere Hausnummer…

Der Punkt ist, dass sich niemand darüber aufregen würde, dass ein Kalender 22 Euro kostet, wenn er nicht wüsste, dass der vorher 10 Euro gekostet hat.

Und genauso regst Du Dich nur auf, weil Dir offen gezeigt wird, wie sich die 200 Euro zusammensetzen, die auf den „eigentlichen“ Preis draufkommen. Würde da einfach nur 750 Euro stehen, würdest Du Dich nicht aufregen.

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So, Zollmensch hier.

Ganz so einfach ist der Fall nicht zu beantworten, im Folgenden gibt es Konjunktive!

Man könnte davon ausgehen, dass die Ware über ein US Warehouse umgeschlagen wird, das legen die US-Zölle nahe. Es kann durchaus sein, dass der Verkäufer (in den USA ansässig) das nicht anders händeln kann. Das kann man aber aus den gemachten Angaben nicht entnehmen.

Es kann genauso gut sein, dass die Ware direkt aus dem Drittland in die EU verbracht wird. In diesem Fall sehe ich die US Zölle als nicht gerechtfertigt an, aber: das kann man mit den gemachten Angaben nicht sagen.

Grundsätzlich gibt es beim Verbringen in die EU Zoll (EU-weit gleich geregelt, der Zollsatz kann je nach Ware und Präferenzabkommen auch bei 0% liegen) sowie Einfuhrumsatzsteuer (Länderrecht). Zusätzlich sind noch Verbote- und Beschränkungen zu beachten, eine Konformitätserklärung wäre eine solche Beschränkung, lässt sich aber anhand des UP ebenfalls nicht beurteilen.

Es sind sowohl Commodity, Ursprungsland wie auch die Beförderungsroute unbekannt.

TL;Dr: mit den gemachten Angaben ist der Sachverhalt nicht zu beurteilen.

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Ich weiß sehr wohl, dass die Artikel keine 750 Euro wert sind…

würde dann erkauft z. B. durch Straßen, die gar nicht mehr erneuert werden, eine Eisenbahn, die Hauptstrecken aufgeben müsste, viel größere Klassen in Schulen, Schließen von Schwimmbädern, noch weniger Personal in Ämtern, weniger Polizei und Feuerwehr…nein, das ist keine Abzocke.