Eben und gerade...!?!

mir ist folgendes in der deutschen sprache aufgefallen:
wenn etwas vorhin (vor ein paar minuten) geschehen ist, kann man anstelle von „vorhin“ die wörter „eben“ und „gerade“ einsetzen. Bsp: Andreas ist eben gekommen. Andreas ist gerade gekommen.

Die Wörter eben und gerade sind aber auch gleichzeitig Adjektive und beschreiben z.B. eine Fläche. Bsp: Die Fläche ist eben. Die Fläche ist gerade.

Ist das Zufall das beide Wörter sowohl als Temporaladverbial, als auch als Adjektiv verwendet werden?? Oder ist da ein Zusammenhang??

das ist eben so, fällt mir gerade auf…
owt

Hallo,

es gibt einige, man könnte sogar sagen: viele Adjektive, die als Temporal-, Modal- und Lokaladverbien gebraucht werden.

Komm schnell! Die schnelle Gerdi …
Ich komme gleich. Das gleiche Auto …
Das dauert aber lang! Die lange Nase …

Wenn die Bedeutung des Adjektivs eine adverbiale Verwendung zulässt, dann kann es als Adverb verwendet werden.

Manche Adverbien haben sich ganz als solche etabliert, z. B. oft, bald, dort, heute.

Will man die als Adjektive verwenden, erhalten sie die Endung „-ig“.
baldig, dortig, heutig; oft macht da eine Ausnahme => öfter.
Manche lehnen diese Bildung ab: Der öftere Besuch des Zahnarztes. und wollen: Der häufigere Besuch des … hören.

Das war erst vor Kurzem hier Thema.

Ist das Zufall, dass beide Wörter sowohl als Temporaladverbial, als auch als Adjektiv verwendet werden?? Oder ist da ein Zusammenhang??

Siehe oben!

Hier: http://germa83.uni-trier.de/DWB/welcome.htm
kannst du die Artikel zu „gerade“ und „eben“ nachlesen. Es sind mit Belegen etwa 40 Seiten. Viel Spaß! :wink:

Gruß Fritz

vielleicht originell, aber hilfreich??? MOD
FRMOD

Nebenfrage, du kennst dich doch aus:
Hi,

„eben“, so wie ich es gerade verwendet habe, ist das spezifisch für Norddeutschland? oder versteht ein Bayer diese Bemerkung auch?

Gruß

Yoyi, dem manchmal der Schalk im Nacken sitzt

Hi,

oder versteht ein Bayer diese Bemerkung auch?

selbstverständlich!

Aber ein Bayer sagt : Des isch fei so!

Ein Schwabe sagt : Des isch halt so!

Hoschs?

Gruß Gudrun

Hallo Fritz,

ich hatte die Frage ganz anders verstanden.

Ob es ein Zufall ist, daß die doppelte Bedeutung von ‚eben‘ im Sinne einer Fläche und im Sinne einer Zeitbestimmung beinahe die selbe ist, wie bei ‚gerade‘. Man kann die beiden Worte praktisch für beide Bedeutungen austauschen, obwohl doch die eine mit der anderen nicht wirklich zu tun hat. Oder doch?

Ich habe eben/gerade noch geschlafen.
Der Estrich ist schön eben/gerade geworden.

Gruß Maid :smile:

Hi Fritz,

Komm schnell! Die schnelle Gerdi …
Ich komme gleich. Das gleiche Auto …
Das dauert aber lang! Die lange Nase …

Das ist aber hocherotisch… hab’ ich Dir nach dem Backen der Dreikönigla gar nicht zugetraut, wow!
Anja
(bitte, bitte, lass mir mei Späßle…)

Hi rable,
ich dachte immer, „eben“ hieße „nur kurz vorher“, „nicht lange her“ und dagegen „gerade“, dass dies die unmittelbar letzte Tätigkeit vor meinem Ausspruch war?
Oder sieht das nur mein Sprachgefühl so?
Gruß, Markus *eben gegessen und gerade deine Frage gelesen*

Hallo yoyipeifgatjortotipp

ist das spezifisch für Norddeutschland? oder versteht ein Bayer diese
Bemerkung auch?

in Baiern würde man „grad hob i…“ statt „eben habe ich…“ sagen.
In Gebieten, die mittlerweile von der Aussenwelt erschlossen wurden, wird „eben“ - im Zusammenhang gesehen - aber auch verstanden.

Wenn der Baier „eben!“ sagt, meint er allerdings etwas Anderes:
Genau!, grad drum! (gerade deswegen!)

Grüsse,
nilpferd

Aber ein Bayer sagt : Des isch fei so!
Ein Schwabe sagt : Des isch halt so!

Hallo, Gudrun,

dem Schwaben gelingen aber auch Sätze wie: Dees isch äba ned so oifach.
(Das ist eben nicht so einfach.)

Oder:

Ein S-Bahschaffner meldete in jener seligen Zeit, das es diese noch gab, eben die Fahrziele der Bahn: y x c z . Da wird er gefragt: Gôôt dia au nôch y? (Fährt diese Bahn auch nach y?
Drauf spricht der Beschirmmützte und Uniformierte die markigen Worte: Graad dure s´Maul zua.
(Gerade eben verschloss ich mein Sprechorgan.)

Gruß Fritz

Sag, Gundrun, klingen dir manche Äußerungen mancher Norddeutschen nicht auch so, als häben sie die deutsche Sprache erfunden und in Erbpacht?

Hallo, Anja,

Das ist aber hocherotisch…

Da darf jede und jeder hinein- und herauslesen, was er oder sie will. ;.)

hab’ ich Dir nach dem Backen der Dreikönigla gar nicht zugetraut, wow!

Das bin ich gewöhnt, man unterschätzt mich - trotz allem - immer noch viel zu oft. :smile:

(bitte, bitte, lass mir mei Späßle…)

Suum cuique!

Fritz

Hallo, Maid,

ich hatte die Frage ganz anders verstanden.
Ich habe eben/gerade noch geschlafen.
Der Estrich ist schön eben/gerade geworden.

Das scheint nun doch ein Zufall zu sein, dass es zwei Adjektive gibt, die beide als Temporaladverbien verwendbar sind.
Vielleicht liest du auch mal die entsprechenden Grimmartikel. Wie schon gesagt: fast vierzig Seiten.
Sind zu viele, um sie hier rein zu stellen.

Gruß Fritz

Danke an Gudrun und dich, aber…

Sag, Gundrun, klingen dir manche Äußerungen mancher
Norddeutschen nicht auch so, als häben sie die deutsche
Sprache erfunden und in Erbpacht?

sagt mal, haltet ihr das wirklich für etwas deutschähnliches, was in Süddeutschland (oder gar Österreich/Schweiz/südtirol) so gesprochen wird?

Gruß Yoyi

Hi Yoyi

sagt mal, haltet ihr das wirklich für etwas deutschähnliches,
was in Süddeutschland (oder gar Österreich

Ja, halten wir. Du fühlst Dich doch nicht etwa ausgeschlossen?
Lernen, lernen und nochmals lernen, das hilft!

Schweiz

französisch (westlich) und italienisch (südlich)

Südtirol

italienisch (ab Bozen südlich)

Das ist wohl alles sprachlich nicht deutschähnlich. Da magst Du recht haben.

Gruß Gudrun *grins*

Hallo Fritz,

Aber ein Bayer sagt : Des isch fei so!
Ein Schwabe sagt : Des isch halt so!

dem Schwaben gelingen aber auch Sätze wie: Dees isch äba ned
so oifach.

und auch solche: Dees isch halt äba grad net so oifach.

Graad dure s´Maul zua.

Diese Art der Schaffner-Konversation scheint mir berufs-immanent
zu sein: Könn’ Se nich hören? oder Ha ick doch eben jesaacht.

Sag, Gudrun, klingen dir manche Äußerungen mancher
Norddeutschen nicht auch so, als häben sie die deutsche
Sprache erfunden und in Erbpacht?

Sie häben eben! Und sie wollen immer wissen, ob’s der Süden denn auch versteht und wie der Süden spricht.
Im Süden hingegen macht man sich da keine Sorgen:
Mir schwätzed so, wia ons dr Schnabl gwachse isch. Gell?

Wennd mei n wegnemmsch, kriagsch au Dei r wieder. :wink:))))

MOD: n weg r dazu!

Gruß Gudrun

Danke,
Gudrun,

dass du die Antwort übernommen hast.

Fritz

Guten Morgen, Martin,

das ist gut beobachtet und schön dargestellt.

Manchmal sind die Schwaben, die hier für Süddeutsche allgemein stehen mögen, denn in Bayern oder Baden, Hessen und der Pfalz lässt sich das auch beobachten, wirklich oft nur zu ganz geringen Zugeständnissen an Norddeutsche bereit sind.

Es bleibt meiner Beobachtung nach nichts anderes, als festzustellen: Schriftdeutsch gesprochern mit den kleinen regionalen norddeutschen Phonetikfehlern - also: Wo kommst du wech? Von wechen, der falsche Wech! Am Freitag kommt Füsch auf den Tüsch! Über einen s-pitzen S-tein s-tolpern auf der S-traße. uwdDm - , die verhindern, dass es sich wirklich um reines Hochdeutsch handelt, das es ja auch gar nicht gibt, klingt für einen biederen Schwaben nahezu unerträglich arrogant, was auch der Inhalt sein mag.

Da mag der tiefsitzende Minderwertigkeitskomplex der Schwäbelnden Schuld sein, der es selbst mir schwer machte und noch macht, ernst zu bleiben, wenn Schäuble und Teufel und Öttinger und Döhring oder früher Kiesinger oder Gerstenmaier oder Kinkel vor der Kamera sprachen. Wobei ich nicht sagen kann, ob spontane Reden, die mit Suevismen gespickt waren oder vorbereitete Reden, die in dem Ton gehalten wurden, den sich die Herren als Hochdeutsch vorstellten, mich mehr zum Erröten oder Lachen brachten.

Bis die Ostfriesen diese Rolle der Deppen der Nation übernahmen, war in deutschen Theaterstücken, du weißt schon, diese Boulevardkommödien, der Depp vom Dienst, nein im Stück ein schwäbisch sprechender Neureicher oder Hygieneprofessor.

Bei solchen Nord-Süddeutsch-Diskussionen kommt es darauf an, dass man seine angeborene ironische Distanz zum anderen so nett verpackt, dass dieser sich nicht herausgefordert oder gekränkt fühlt.
Mir gelingt das nicht immer.

Gruß Fritz

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ot: wie kommt das *I* in die verben?
Servus, Fritz:smile:
man sagt: das verb(um) - die verben
woher kommt in den *adverbien* das *I*???
ich weiss, dass beides häufig gebraucht wird…aber…wie kommts rein, das *I*??
lg jenny