Effenberg's Meise

Hat der Effenberg keine Vollmeise? Ich spiele auf das Playboy-Interview an. Sein Kommentar bezueglich der Arbeitlosen.
Der Herr Effenberg hat zwar teilweise (aber wirklich nur teilweise) recht…
Aber als Fussballer, der für viele Leute unmoralische 4,5 mMio Euro verdient per anno halte ich seine Aussagen für eine maßlose Frechheit. Der Typ hat sein Hobby zum Beruf gemacht, hat einen vergleichsweise (!!) lauen und überbezalhten JOb und haut so einen Scheiss raus. Das gibt es gar nicht. Ich wünsche ihm, dass er keinen neuen Verein finden wird und selber arbeitslos ist. Was würde Herr Effenberg dann wohl machen!?!? Einen Job annehmen als Strassenreiniger? Nein - der Penner hat genug Kohle und macht sich einen lauen Lebensabend (mit Mitte 30).
Toll Effe. Der kriegt dann vermutlich noch Arbeitslosengeld und -hilfe!!!

Wo ich Effe recht geben muss: Es gibt in der Tat einige Arbeitlose, die sich auf Kosten anderer (auf Staatskosten) ausruhen. Aber das ist noch lange kein grund Pauschalaussagen zu treffen. Ganz im übrigen liegt da ein politisches Problem: Dass nämlich oftmals die Arbeitslosenhilfe weitaus höher ist als so mancher Lohn eines 40 Std Jobs!
All das entschuldigt aber in keisnter Weise Effe’s Ausführungen. Der Junge solte sich für sein grosses Maul schämen.

Moin moin,

soso, eigentlich hat er also recht, nur er als stinkreicher Fussballer darf es nicht sagen?

Irgendwie versteh ich die Aufregung nicht, er hat doch sonst auch schon genug Blödsinn von sich gegeben, Matthäus hat früher auch nicht anders gehandelt.

Meines Erachtens ist eine Aussage von Effe zu dem Thema ungefähr so interessant wie eine Aussage von Jenny Elvers zum Nahostkonflikt. Die Meinung einer in diesem Zusammenhang völlig unrelevanten Person.

Gruß

ALex

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Off Topic: Effenbergs Meise
Hallo.
Natürlich hat der Typ einen Knall.
Das sage ich sogar als bekennender Bayern Fan.
Aber: Das Apostroph muss weg!!! Es heißt: „Effenbergs Meise“ und nicht „Effenberg’s“ oder gar „Eff’en’berg’s“ Meise.
Hier ein guter surf-Tipp:
http://members.aol.com/apostrophs/
Viel Spaß,
Aragorn
P.S.: Nicht zu ernst nehmen! :wink:

Ergänzung
Hallo noch mal,
passt dieses Posting eigentlich zu „Sport“?
Wenn Otto Schily sich zu einem Fußballspiel äußert, fällt es dann unter den Bereich Innenpolitik?
Lasst den Effe doch labern…
Gruß,
Aragorn

Hallo,

warum kritisiert ihr denn Effenberg. Er plappert doch nur nach, was Schröder, Stoiber, Merkel und Co. ohne rote Karte tage- und wochenlang verbreiten. Lasst doch Effe das Recht, so intelligent zu reden, wie unsere Politiker. Mir ist der Effe auf jeden Fall als Nicht-Bayern-Fan sympathischer wie der Torwart, der andere beisst und jeden Spieltag vor die Mikrofone kriecht.

Grüsse - morgen wird Leverkusen Dt. Meister - Grüsse

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Hab ne Idee …
Moin!

Fühle mich betroffen, weil gerade arbeitslos.
Fühle mich nicht angesprochen, weil ich gern nen Job hätte.
Hab für mich zur Überbrückung folgende Idee:

Wenn Effe nicht mehr kickt, dann stell ich mich bei ihm mit Turnhose in den Garten und kraul mir am Sack. Er darf dann dabei zusehen. So wie ich das Samstags oft genug bei ihm machen mußte (sehen was er aufm Rasen macht, nicht kratzen!). :c)

So. Und dafür zahlt er mir dann. Sechsstellig.
Dann weiß er, das ich was „tue“, und mein ALG darf er dann meinetwegen auch kürzen.

Das findet er bestimmt klasse. Oder …?
Warum hab ich bloß nich Fußballer gelernt …

Soll ich etwa im Brett „Innenpolitil“ posten? hahaha
Wäre noch dämlicher… :smile:

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Hallölli!!!

Meines Erachtens ist eine Aussage von Effe zu dem Thema
ungefähr so interessant wie eine Aussage von Jenny Elvers zum
Nahostkonflikt. Die Meinung einer in diesem Zusammenhang völlig
unrelevanten Person.

Oh ja!! Der Vrgleich ist köstlich!! Hab sooo gelacht!! ;o)

Aber mal ehrlich, ich finde, in dem Zusammenhang ist Effenberg der erste, dem man das gehalt halbieren sollte, oder richtig drastisch kürzen!
Und beachten sollte man solche Aussagen natürlich auch nicht weiter, denn wir wissen ja, das die Bayern gerne mal ihre Nase in Angelegenheiten reinstecken, won denen sie wenig bis gar keine Ahnung haben. Und zu denen sie auch lieber schweigen sollten, denn mal ehrlich, WEN interessiert denn Effes Meinung zu diesem Thema schon?
Mich hats genauso wenig interessiert, wie damals, als Scholl was zu den Grünen gesagt hat ( Hängt die Grünen so lange es noch Bäume gibt), oder Mathäus Eskapaden!
Anscheinend brauchen die das, wenn se schon nicht mehr Meister werden können ;o)
Ach ja…und wenns die liebe Bildzeitung nicht gäbe, dann würden viele kleine Mücken nicht zu entsetzlich großen Elefanten aufgeblasen werden!!

zwinkernde Grüße

Berlind

Hallo McFly,

Hat der Effenberg keine Vollmeise? Ich spiele auf das
Playboy-Interview an. Sein Kommentar bezueglich der
Arbeitlosen.

Auch wenn ich jetzt Gefahr laufe, gelyncht zu werden. Ich denke, Effenberg sagt das, was viele denken. Ich nehme mich da nicht aus. Ich sehe, wie bei mir zu Hause (also in der Heimat) Menschen lieber arbeitslos rumsitzen (weil man es ja gerade noch so aushält), anstatt sie sich Arbeit suchen. Diese ist manchmal nicht ums Eck zu bekommen, klar… keine Frage. ABER dann muss ich eben wechseln.

Dadurch gibt es wieder Altersstrukturprobleme, auch keine Frage, denn eigentlich können ja nur jüngere Menschen wechseln, da sie noch recht flexibel sind und auch anderswo schnell einen neuen Freundeskreis aufbauen können.

Aber dennoch: Sicherlich ist es eine Pauschalisierung, dass allen Arbeitslosen das Geld gekürzt werden sollte. Es gibt ja immerhin nur 40% die sich nachweislich (!!) laut BA nicht um eine Stelle bemühen und ich glaube weitere 20%, die es nur unzureichend (weniger als das Gesetz von ihnen eigentlich verlangt) machen.

Ich weiß auch von vielen Menschen, die sagen: Ich bin das und das… solche Arbeit mache ich nicht. sie ist unter meinem Niveau.

Hier ist doch das entscheidende Problem der Deutschen. Sie haben so ein brachiales Titeldenken. Ich bin Doktor (jetzt nicht unbedingt Arzt) und fahre keinen Müll einsammeln, fege die Straße oder trage eben die Post aus. Warum? Ich muss früh aufstehen, bin jedem Wetter ausgesetzt oder es ist eine dreckige Arbeit.

Nein. So kann der Spieß nicht gut werden. Ich bin arbeitslos und nehme jede Stelle an, die mir angeboten wird. Und das Arbeitslosengeld (–hilfe) liegt unter dem Mindestlohn, der in Deutschland gezahlt werden muss.

Ihr glaubt nicht, was das für eine Motivation auslöst. Geld ist nunmal Motivationsfaktor… Ist es da… keine Probleme… aber sobald es fehlt, dann stört es jeden.

Ich sehe es ja auch, dass dies klappt. Wenn man will. Man muss auch vielmehr bereit sein, in anderen Berufen, als dem gelernten zu arbeiten. Der Deutsche ist in meinen Augen da noch weitestgehend unflexibel.

Daher: Ich sehe es genauso wie Effenberg. Ich würde seine Aussage jederzeit so bestätigen. Egal, ob ich vor 50 Leuten stehe, die arbeitslos sind oder nicht. Falls diese wirklich ernsthaft Arbeit suchen, dann können sie mir auch ihre Meinung sagen, aber ich bin mir einfach sicher… mehr als 20 sind es auf keinen Fall. Die anderen würden sich hinter diesen 20 evtl. verstecken oder aber dazu stehen.

Darüber sich zu beschweren, dass Effenberg das gesagt hat, empfinde ich mehr als grotesk. Ich empfinde es schon eher als heuchlerisch.
Jemand, der wirklich Arbeit sucht, der findet einen Job. Egal wo.

Wieviele Arbeitslose arbeiten denn nebenher noch schwarz irgendwo… ? In meinem fernen Bekanntenkreis kenne ich ca. 6 Leute, die arbeitslos sind… davon arbeiten min. 2 nebenher. Ohne dem Amt dies mitzuteilen.

Da bekommt man schon ein wenig die Hasskappe…

zu guter Letzt…

Herr Effenberg ist sein Geld wert. Und dies sage ich als Borussenfan.

Jeder Fußballstar ist sein Geld wert. Mit ihnen werden soviele Umsätze und Gewinne generiert, warum sollen sie daran nicht teilhaben? Es ist ein Unternehmen. Der Zuschauer, die Medien und die Fans bezahlen das Unternehmen. Das Unternehmen bezahlt seinen Mitarbeitern soviel, dass es selber noch Gewinn erwirtschaftet. Ein Angestellter in einem „normalen“ Unternehmen bekommt auch nur soviel Geld, wie sein Unternehmen ihm geben kann und will.

Auch hier ist wieder ein deutsches Problem: Hohes Einkommen = hoher Neidfaktor.
Falsch: Ein hohes Einkommen ist eine Anerkennung seiner Tätigkeit. Wer nix schafft (keine Gewinne, keinen Umsatz), kann nix verdienen. Je mehr Gewinn das Unternehmen macht und je weniger Mitarbeiter das Unternehmen hat, umso mehr bekommt der Angestellte eben… ganz einfache Mathematik.

In diesem Sinne…

Gruß
Marco

Wer mich aus den Politikforen kennt, kann sich denken, dass ich Effenberg alles andere als zustimme.

Aber es wird immer gejammert, dass die Fussballprofis nur noch aalglatt sind, keine Ecken und Kanten mehr haben. Man kann von Effenberg halten, was man will (ich eher weniger): aber er ist noch einer mit Ecken und Kanten (jedenfalls etwas). Warum soll sich Effenberg nicht zur Politik äußern dürfen? Es ist ja nicht zwingend so, dass das die Leute nicht interessiert (sonst wäre es nicht so in der Diskussion). Und er hat ja, was GünterW schon angesprochen hat, nur gesagt, was auch einige Politiker sagen (also nichts rechts- oder linksradikalen - da wäre die Aufregung sicherlich richtig).

Ihn wegen einer politischen Äußerung aus der Mannschaft zu nehmen, finde ich absolut unangebracht.

Allerdings hätte Effenberg schon seit Jahren aus der Mannschaft genommen werden müssen - allerdings aus anderen Gründen. Ein Spieler, der von allen Fussballexperten zu den besten Mittelfeldspielern Deutschlands gehört (oder gehört hat), aber nicht in der Nationalmannschaft spielen will, sollte deutlich gemacht werden, dass dies nicht die richtige Einstellung für einen Profi ist. Was wenn sich hieran einige Fussballprofis ein Vorbild genommen hätten? Dann könnten wir die Nationalmannschaft gleich ganz von den Turniern abmelden.

Aber das ist ein anderes Thema.

Aber dennoch: Sicherlich ist es eine Pauschalisierung, dass
allen Arbeitslosen das Geld gekürzt werden sollte. Es gibt ja
immerhin nur 40% die sich nachweislich (!!) laut BA
nicht um eine Stelle bemühen und ich glaube weitere
20%, die es nur unzureichend (weniger als das Gesetz von ihnen
eigentlich verlangt) machen.

Möglich. Ich denke aber mal, dass vieler dieser Menschen krank und/oder alt etc. sind. Also in einer (oder mehreren) Kategorien, wo es eh praktisch sinnlos ist, Arbeit zu suchen.

Hier ist doch das entscheidende Problem der Deutschen. Sie
haben so ein brachiales Titeldenken. Ich bin Doktor (jetzt
nicht unbedingt Arzt) und fahre keinen Müll einsammeln, fege
die Straße oder trage eben die Post aus. Warum? Ich muss früh
aufstehen, bin jedem Wetter ausgesetzt oder es ist eine
dreckige Arbeit.

Ist aber auch umgekehrt: bewerb Dich mal als Doktor bei der Müllabfuhr. Da hast Du eh keine Chance, weil überqualifiziert. Das heißt, die Arbeitgeber denken sich: warum soll ich den einstellen, bei einem besseren Angebot (und die Wahrscheinlichkeit, dass er ein solches bekommt, ist realtiv hoch), ist er eh weg.

Nein. So kann der Spieß nicht gut werden. Ich bin arbeitslos
und nehme jede Stelle an, die mir angeboten wird. Und
das Arbeitslosengeld (–hilfe) liegt unter dem Mindestlohn,
der in Deutschland gezahlt werden muss.

Wo wird einem arbeitslosen eine Stelle angeboten? Ist eh alles auf Eigeninitiative. Vom Arbeitsamt angebotene Stelle ist fast so häufig wie ein Lottogewinn.

Ihr glaubt nicht, was das für eine Motivation auslöst. Geld
ist nunmal Motivationsfaktor… Ist es da… keine
Probleme… aber sobald es fehlt, dann stört es jeden.

Ich sehe es ja auch, dass dies klappt. Wenn man will. Man muss
auch vielmehr bereit sein, in anderen Berufen, als dem
gelernten zu arbeiten. Der Deutsche ist in meinen Augen da
noch weitestgehend unflexibel.

Gebe ich Dir recht. Aber das gilt eben auf für deutsche Arbeitgeber: einen Branchenfremden einzustellen und auszubilden.

Daher: Ich sehe es genauso wie Effenberg. Ich würde seine
Aussage jederzeit so bestätigen. Egal, ob ich vor 50 Leuten
stehe, die arbeitslos sind oder nicht. Falls diese wirklich
ernsthaft Arbeit suchen, dann können sie mir auch ihre Meinung
sagen, aber ich bin mir einfach sicher… mehr als 20 sind es
auf keinen Fall. Die anderen würden sich hinter diesen 20
evtl. verstecken oder aber dazu stehen.

Es ist leicht gesagt, aber nach einer längeren Arbeitslosigkeit fällt man fast unvermeidlich in ein Motivationsloch. Das mag man kritisieren, wenn man noch nicht in der Situation war, ist aber eigentlich nur ein gesunder Schutzmechanismus. Es ist nun mal nicht so einfach, nach 100 Absagen (oder mehr) immer und wieder von neuem anzufangen. Noch einmal: das kann man kritisieren. Aber wie der Kritiker reagieren würde, wäre er in der Situation, weiss man eben nur, wenn der Kritiker mal in der Situation war.

Darüber sich zu beschweren, dass Effenberg das gesagt hat,
empfinde ich mehr als grotesk. Ich empfinde es schon eher als
heuchlerisch.
Jemand, der wirklich Arbeit sucht, der findet einen Job. Egal
wo.

Das ist in einer Zeit, wo es mehr Arbeitslose als freie Stellen gibt, wirklich Quatsch.

Wieviele Arbeitslose arbeiten denn nebenher noch schwarz
irgendwo… ? In meinem fernen Bekanntenkreis kenne ich ca. 6
Leute, die arbeitslos sind… davon arbeiten min. 2 nebenher.
Ohne dem Amt dies mitzuteilen.

Das ist allerdings richtig. Allerdings sind die meisten Schwarzarbeiter in fester Stellung (abends und am Wochenende). Dann können sie sich nämlich besser verkaufen: bei einem Maurer in fester Stellung, weiß man, dass er grundsätzlich gut ist. Bei einem arbeitslosen Maurer weiß man es nicht.

Da bekommt man schon ein wenig die Hasskappe…

Gestehe ich Dir zu. Allerdings finde ich die Leute, die Steuern hinterziehen (zum Teil im großen Umfang), obwohl sie es nicht wirklich nötig haben, schlimmer. Ist aber eine subjektive Bewertung, klar.

zu guter Letzt…

Herr Effenberg ist sein Geld wert. Und dies sage ich als
Borussenfan.

Habe ich im anderen Artikel geschrieben. Solange Effenberg nicht bereit ist, seiner Arbeit ganz nachzukommen (und dazu gehört für mich auch, in der Nationalelf zu spielen, wenn er berufen wird), ist er für mich das Geld nicht wert. Nicht in seinen politischen Äußerungen sondern in seinem Verhalten als Fussballspieler sollte er Vorbild sein. Und das ist er nie gewesen.

Jeder Fußballstar ist sein Geld wert. Mit ihnen werden soviele
Umsätze und Gewinne generiert, warum sollen sie daran nicht
teilhaben? Es ist ein Unternehmen. Der Zuschauer, die Medien
und die Fans bezahlen das Unternehmen. Das Unternehmen bezahlt
seinen Mitarbeitern soviel, dass es selber noch Gewinn
erwirtschaftet. Ein Angestellter in einem „normalen“
Unternehmen bekommt auch nur soviel Geld, wie sein Unternehmen
ihm geben kann und will.

Stimme ich Dir grundsätzlich zu. Effenberg ist der einzige deutsche Fussballspieler, wo ich (aus angegebenen Grund) eine Ausnahme mache. Effenberg und früher Bernd Schuster.

Hallo Ralf,

Möglich. Ich denke aber mal, dass vieler dieser Menschen krank
und/oder alt etc. sind. Also in einer (oder mehreren)
Kategorien, wo es eh praktisch sinnlos ist, Arbeit zu suchen.

Wer entscheidet denn hierbei über Sinn und Unsinn? Darf dies in die persönlichen Bereich fallen? Darf ich entscheiden, ob es für mich sinnvoller ist zu arbeiten oder keine Arbeit zu suchen, weil ich mich krank und nicht arbeitsfähig fühle?
Diejenigen, die nicht mehr in der Lage sind zu arbeiten, die bekommen eh aus einem anderen Topf ihr Geld.

Ist aber auch umgekehrt: bewerb Dich mal als Doktor bei der
Müllabfuhr. Da hast Du eh keine Chance, weil überqualifiziert.
Das heißt, die Arbeitgeber denken sich: warum soll ich den
einstellen, bei einem besseren Angebot (und die
Wahrscheinlichkeit, dass er ein solches bekommt, ist realtiv
hoch), ist er eh weg.

Sicherlich gehört auch Flexibilität der Arbeitgeber dazu… dennoch: Ich muss bereit sein, auch woanders zu arbeiten. Ich habe einen Beruf gelernt und habe zwischen dem Studium auch in einigen anderen Firmen gearbeitet. Dann arbeite ich eben nur 2 Monate hier und 3 Monate dort… aber… wenn man will, bekommt man einen Arbeitsplatz. Meine Meinung, da ich noch nie ohne dastand.

Wo wird einem arbeitslosen eine Stelle angeboten? Ist eh alles
auf Eigeninitiative. Vom Arbeitsamt angebotene Stelle ist fast
so häufig wie ein Lottogewinn.

Ja… Angeboten in der Zeitung… hier steht: suchen Zeitungsausträger, Postbote, Kurierfahrer (bei UPS z.B.) und dann muss ich mich da bewerben… Ich muss den Willen zeigen.

Gebe ich Dir recht. Aber das gilt eben auf für deutsche
Arbeitgeber: einen Branchenfremden einzustellen und
auszubilden.

Zugegeben, manche tun sich da schwer.

Es ist leicht gesagt, aber nach einer längeren
Arbeitslosigkeit fällt man fast unvermeidlich in ein
Motivationsloch. Das mag man kritisieren, wenn man noch nicht
in der Situation war, ist aber eigentlich nur ein gesunder
Schutzmechanismus. Es ist nun mal nicht so einfach, nach 100
Absagen (oder mehr) immer und wieder von neuem anzufangen.
Noch einmal: das kann man kritisieren. Aber wie der Kritiker
reagieren würde, wäre er in der Situation, weiss man eben nur,
wenn der Kritiker mal in der Situation war.

Ich kann nicht aus eigener Erfahrung sprechen, da ich immer einen Job gefunden habe, wenn ich wusste, das der eine wegfällt. Das bereits seit meinem 16. Lebensjahr. Ich habe nebenbei irgendwas gearbeitet und sehr gutes Geld verdient bei vergleichbar wenig Zeitaufwand. Nur ich muss mich eben auch schon drum kümmern, wenn der Job anfängt wegzufallen und nicht erst, wenn ich auf der Parkbank schlafen muss.
Aber meine Ma war in so einer Situation. Sie ist Sportlerin. *um mal wieder zum Thema zu kommen :smile:* und als Sportler weiß man, dass nach einem (Leistungs-)tief auch ein (Leistungs-)hoch kommt. Und genau da muss angesetzt werden. Es geht aufwärts. Wenn ich will.

Das ist in einer Zeit, wo es mehr Arbeitslose als freie
Stellen gibt, wirklich Quatsch.

Das kann ich auf keinen Fall unterschreiben. Es gibt zu wenig Menschen, mit einer richtigen (Aus-)bildung. Wieviele der Arbeitslosen haben denn nichtmal einen Realschulabschluss? Und es kann mir keiner sagen, dass man den nicht schaffen kann. Aber der ist leider nunmal Eingangsvoraussetzung in die meisten Berufe.
Und selbst wenn es mehr Arbeitslose als freie Stellen gibt, warum ist nicht nur die Differenz arbeitslos? Immerhin müssten ja die offenen Stellen besetzt werden können. Können sie aber nicht. Weil eben kaum einer da ist, der sie haben will oder aber der sie ausfüllen kann. Wo wir wieder beim Willen und Können des Arbeitslosen sind.

Gestehe ich Dir zu. Allerdings finde ich die Leute, die
Steuern hinterziehen (zum Teil im großen Umfang), obwohl sie
es nicht wirklich nötig haben, schlimmer. Ist aber eine
subjektive Bewertung, klar.

Da gebe ich dir nun wieder recht. Klar. Wer die Pflicht hat, Steuern zu zahlen, hat auch das Recht, sie zu sparen. Aber legal.

Stimme ich Dir grundsätzlich zu. Effenberg ist der einzige
deutsche Fussballspieler, wo ich (aus angegebenen Grund) eine
Ausnahme mache. Effenberg und früher Bernd Schuster.

Gut… wenn man mal diesen Punkt außen vor läßt… aber ansonsten ist es eben so. Würden wir nicht soviel für den Fußball bezahlen, dann würden sie nicht soviel verdienen.

Gruß
Marco

Möglich. Ich denke aber mal, dass vieler dieser Menschen krank
und/oder alt etc. sind. Also in einer (oder mehreren)
Kategorien, wo es eh praktisch sinnlos ist, Arbeit zu suchen.

Wer entscheidet denn hierbei über Sinn und Unsinn? Darf dies
in die persönlichen Bereich fallen? Darf ich entscheiden, ob
es für mich sinnvoller ist zu arbeiten oder keine Arbeit zu
suchen, weil ich mich krank und nicht arbeitsfähig fühle?

Es ist nun mal eine Tatsache, dass die Chancen auf dem Arbeitsmarkt für kranke 57-jährige praktisch gleich Null sind. Dass sich diese Leute nicht noch Absagen und Beulen abholen, die schlicht unvermeidlich sind (und Geld für Bewerbungskosten ausgeben), ist schlicht verständlich.

Diejenigen, die nicht mehr in der Lage sind zu arbeiten, die
bekommen eh aus einem anderen Topf ihr Geld.

Aha. Aus welchem denn? Und hast Du als Steuerzahler etwas davon, wenn dies aus einem anderen Topf finanziert wird?

Ist aber auch umgekehrt: bewerb Dich mal als Doktor bei der
Müllabfuhr. Da hast Du eh keine Chance, weil überqualifiziert.
Das heißt, die Arbeitgeber denken sich: warum soll ich den
einstellen, bei einem besseren Angebot (und die
Wahrscheinlichkeit, dass er ein solches bekommt, ist realtiv
hoch), ist er eh weg.

Sicherlich gehört auch Flexibilität der Arbeitgeber dazu…

Ja. Und die ist oftmals gleich Null. Aber die Kritik geht dann an die Arbeitslosen.

dennoch: Ich muss bereit sein, auch woanders zu arbeiten. Ich
habe einen Beruf gelernt und habe zwischen dem Studium auch in
einigen anderen Firmen gearbeitet. Dann arbeite ich eben nur 2
Monate hier und 3 Monate dort… aber… wenn man will,
bekommt man einen Arbeitsplatz. Meine Meinung, da ich noch nie
ohne dastand.

Mag ja sein, dass dies für Dich zutrifft. Vermute mal: Single, unter 30, räumlich flexibel, zeitlich flexibel, mehrsprachig (wahrscheinlich dreisprachig), gutaussehend (kannst also auch im Außendienst arbeiten), nicht auf den Mund gefallen (kannst auch verkaufen), gute Computerkenntnisse (na ja, zumindest Word, Excel etc.), gute Ausbildung (vielleicht BWL). Wenn Du diese Eigenschaften hast und mal arbeitslos warst, dann wäre Dir wirklich nicht zu helfen gewesen. Das bedeutet aber nicht, dass Du Deine Erfahrung auf Menschen, ohne all diese Eigenschaften übertragen kannst.

Wo wird einem arbeitslosen eine Stelle angeboten? Ist eh alles
auf Eigeninitiative. Vom Arbeitsamt angebotene Stelle ist fast
so häufig wie ein Lottogewinn.

Ja… Angeboten in der Zeitung… hier steht: suchen
Zeitungsausträger, Postbote, Kurierfahrer (bei UPS z.B.) und
dann muss ich mich da bewerben… Ich muss den Willen zeigen.

Ach so. Und wer sich dann da bewirbt, bekommt automatisch die Stelle? Noch einmal: es gibt mehr Arbeitslose als freie Stellen.

Gebe ich Dir recht. Aber das gilt eben auf für deutsche
Arbeitgeber: einen Branchenfremden einzustellen und
auszubilden.

Zugegeben, manche tun sich da schwer.

Eben. Aber auch hier: die Kritik richtet sich stets auf die „unflexiblen“ Arbeitslosen (die es natürlich auch gibt, klar). Dass viele Arbeitgeber aber kaum noch ausbilden (wollen), wird kaum behandelt.

Es ist leicht gesagt, aber nach einer längeren
Arbeitslosigkeit fällt man fast unvermeidlich in ein
Motivationsloch. Das mag man kritisieren, wenn man noch nicht
in der Situation war, ist aber eigentlich nur ein gesunder
Schutzmechanismus. Es ist nun mal nicht so einfach, nach 100
Absagen (oder mehr) immer und wieder von neuem anzufangen.
Noch einmal: das kann man kritisieren. Aber wie der Kritiker
reagieren würde, wäre er in der Situation, weiss man eben nur,
wenn der Kritiker mal in der Situation war.

Ich kann nicht aus eigener Erfahrung sprechen, da ich immer
einen Job gefunden habe, wenn ich wusste, das der eine
wegfällt. Das bereits seit meinem 16. Lebensjahr. Ich habe
nebenbei irgendwas gearbeitet und sehr gutes Geld verdient bei
vergleichbar wenig Zeitaufwand. Nur ich muss mich eben auch
schon drum kümmern, wenn der Job anfängt wegzufallen und nicht
erst, wenn ich auf der Parkbank schlafen muss.
Aber meine Ma war in so einer Situation. Sie ist Sportlerin.
*um mal wieder zum Thema zu kommen :smile:* und als Sportler weiß
man, dass nach einem (Leistungs-)tief auch ein
(Leistungs-)hoch kommt. Und genau da muss angesetzt werden. Es
geht aufwärts. Wenn ich will.

Was ist das denn für eine Logik? Sag das mal einem z.B. gehbehinderten 52-jährigen Arbeitslosen.

Das ist in einer Zeit, wo es mehr Arbeitslose als freie
Stellen gibt, wirklich Quatsch.

Das kann ich auf keinen Fall unterschreiben. Es gibt zu wenig
Menschen, mit einer richtigen (Aus-)bildung. Wieviele der
Arbeitslosen haben denn nichtmal einen Realschulabschluss? Und
es kann mir keiner sagen, dass man den nicht schaffen kann.
Aber der ist leider nunmal Eingangsvoraussetzung in die
meisten Berufe.
Und selbst wenn es mehr Arbeitslose als freie Stellen gibt,
warum ist nicht nur die Differenz arbeitslos? Immerhin müssten
ja die offenen Stellen besetzt werden können.

Nein. Wenn z.B. alle Arbeitslosen Köche und alle freie Stellen für Tischler sind, die Arbeitgeber aber für ihre freien Stellen nur Tischler suchen und nicht bereit sind, Köche umzuschulen, dann bleibt die Differenz auch wenn die Arbeitslosen noch so motiviert sind. Und würde ich arbeitslos werden, könnte ich z.B. auch mit noch so einer großen Motivation nicht als Tischler anfangen. Denn dazu gehört nicht nur Motivation. Ich kann ja kaum einen Nagel gerade in die Wand schlagen.

Gestehe ich Dir zu. Allerdings finde ich die Leute, die
Steuern hinterziehen (zum Teil im großen Umfang), obwohl sie
es nicht wirklich nötig haben, schlimmer. Ist aber eine
subjektive Bewertung, klar.

Da gebe ich dir nun wieder recht. Klar. Wer die Pflicht hat,
Steuern zu zahlen, hat auch das Recht, sie zu sparen. Aber
legal.

Aber wer macht das schon? Wer nimmt nicht Steuervorteile mit, wenn er nicht in der Gefahr steht, die Berechtigung hierzu nachweisen zu müssen (da geht es dann natürlich nicht um Hundertausende, sondern vielleicht nur um zig Euro, aber immerhin)? Wer setzt nicht ein Buch, das eigentlich als Geschenk für einen Freund gedacht ist, von der Steuer ab, wenn er hierzu die Möglichkeit hat? Von größeren Steuerbetrügen mal abgesehen.

Stimme ich Dir grundsätzlich zu. Effenberg ist der einzige
deutsche Fussballspieler, wo ich (aus angegebenen Grund) eine
Ausnahme mache. Effenberg und früher Bernd Schuster.

Gut… wenn man mal diesen Punkt außen vor läßt… aber
ansonsten ist es eben so. Würden wir nicht soviel für den
Fußball bezahlen, dann würden sie nicht soviel verdienen.

Richtig.

Hallo Ralf,

ich glaube wir gehen zur InnenPolitik :smile:

Gruß
Marco

Moin, Marco!

Normalerweise versuche ich es zu vermeiden, mich in Diskussionen einzumischen, wenn ich zum Thema nix beitragen kann. Aber Dein Posting kann ich so dann doch nicht ruhigen Gewissens stehenlassen. Auch wenn mir Aussagen eines Herrn Effenbergs gelinde gesagt am A*** vorbeigehen.

Auch wenn ich jetzt Gefahr laufe, gelyncht zu werden. Ich
denke, Effenberg sagt das, was viele denken.

Soweit gebe ich Dir recht. Verständnis für derartige Aussagen habe ich jedoch kein bißchen.

Ich nehme mich da nicht aus.

Das schockt mich jetzt schon ein wenig, ganz ehrlich. Von Dir bin ich doch eigentlich eher gewöhnt, das Du keine Pauschalverurteilungen vornimmst.

Ich sehe, wie bei mir zu Hause (also in der Heimat)
Menschen lieber arbeitslos rumsitzen (weil man es ja gerade
noch so aushält), anstatt sie sich Arbeit suchen.

Wie Du weißt, bin ich noch „in der Heimat“ :smile:
Und ich gedenke derzeit nicht, hier weg zu gehen. Allerdings finde ich es doch sehr heftig, den zugegeben nicht wenigen Arbeitslosen hier zu unterstellen, ihnen wäre die Arbeitslosigkeit lieber, als einen Job zu finden.
Ich glaube vielmehr, das jeder, auch Du, die Pflicht hätte, sich vor einem derartigen Pauschalurteil die Hintergründe der Situation zu verinnerlichen. Ich persönlich habe (leider) sehr viel Kontakt zu direkt Betroffenen. Auch wenn ich mich selbst noch zur arbeitenden Bevölkerung zählen darf, denke ich doch, das ich die Situation zumindest ansatzweise beurteilen kann.
In Deutschland greift leider immer mehr die Unsitte um sich, zu pauschalisieren. Das beginnt mit der Aussage, das alle Politiker korrupt, alle Beamten und ÖD-Angestellten faul und letztlich eben alle Arbeitslosen faul und arbeitsscheu wären. Die Tendenz zur Sippenhaft scheint den Deutschen im Blut zu liegen. Vorzugsweise kommen solche Pauschalen Verurteilungen in der Regel von Menschen, die mit der Situation selbst nix zu tun haben.

Diese ist manchmal nicht ums Eck zu bekommen, klar… keine Frage.

Das ist eine richtige und sinnvolle Feststellung. Wer ist daran schuld? Die Arbeitslosen?

ABER dann muss ich eben wechseln.

Nein. Das ist aus meiner Sicht zuviel verlangt. Zumindest wenn Du es generell auf alle Arbeitslosen beziehst. Auch für Arbeitslose gibt es noch ein Recht auf eine intakte Familie. Willst Du allen Ernstes von einem Arbeitslosen Familienvater verlangen, seine Heimat zu verlassen, wenn gleichzeitig die Kinder „in der Heimat“ zur Schule gehen und die Frau einen Job hat? Das kann es nicht sein.

Ein Wechsel kann unter gewissen Umständen durchaus sinnvoll sein. Schau doch Dich selbst an. Jung, ungebunden, flexibel. In dieser Situation gebe ich Dir Recht, da gäbe es kaum eine Ausrede, nicht zu wechseln. Was wäre jedoch gewesen, wenn Du „in der Heimat“ Frau und Kind hättest? Wärest Du unter derartigen Umständen bereit gewesen, für Deine Karriere Deine Frau zu verlassen? Das kann ich mir kaum vorstellen. Genauso kann ich mir nicht vorstellen, das Du eventuell ein eigenes Haus, für das Du mühsam Deine Raten zahlst, einfach zu verlassen.

Ich finde, Du solltest die Situation doch etwas differenzierter betrachten. Auch Flexibilität hat Grenzen.

Dadurch gibt es wieder Altersstrukturprobleme, auch keine
Frage, denn eigentlich können ja nur jüngere Menschen
wechseln, da sie noch recht flexibel sind und auch anderswo
schnell einen neuen Freundeskreis aufbauen können.

Du sagst es doch selbst. Das zeigt mir, das Du eigentlich verstehen solltest, das eine Pauschale Verurteilung der Arbeitslosen falsch ist.

Aber dennoch: Sicherlich ist es eine Pauschalisierung, dass
allen Arbeitslosen das Geld gekürzt werden sollte.

Mein Reden.

Es gibt ja
immerhin nur 40% die sich nachweislich (!!) laut BA
nicht um eine Stelle bemühen und ich glaube weitere
20%, die es nur unzureichend (weniger als das Gesetz von ihnen
eigentlich verlangt) machen.

Wo hast Du denn diese Zahlen her? Von der BA? Und die behaupten allen Ernstes, das sich 40% nachweislich nicht um eine Stelle kümmern würden? Sorry, Marco, aber das halte ich für totalen Schwachsinn. Nach der derzeit gültigen Rechtslage wird jedem Arbeitslosen, der diesen Tatbestand erfüllt, sofort die Unterstützung gestrichen. Das finde ich auch völlig legitim, ich halte es sogar für zwingend erforderlich. Und ich kann Dir versichern, die Arbeitsämter hier in B greifen da eiskalt durch. Und nicht nur hier, im Land Brandenburg ebenfalls.
Wenn also die von Dir angegebenen Behauptungen tatsächlich von der BA stammen, dann sind die genauso verpflichtet, denen, den sie das angeblich nachgewiesen haben, die Leistungen zu streichen. Da dies jedoch nicht geschieht, kann eine solche Behauptung nur falsch sein. Sie passt sicher ins aktuelle Meinungsbild, sie wird dadurch aber nicht besser. Aber ich persönlich weiß auch, was ich von derart markigen Sprüchen der Arbeitsämter zu halten habe.

Ich weiß auch von vielen Menschen, die sagen: Ich bin das und
das… solche Arbeit mache ich nicht. sie ist unter meinem
Niveau.

Wir finden offensichtlich zumindest in Ansätzen doch wieder zusammen :smile:
An solchen Stellen ist die viel gepriesene Flexibilität erforderlich. Soetwas darf es nicht geben.

Hier ist doch das entscheidende Problem der Deutschen. Sie
haben so ein brachiales Titeldenken.

Hier gebe ich Dir völlig Recht.

Ich bin Doktor (jetzt nicht unbedingt Arzt) und fahre keinen Müll
einsammeln, fege die Straße oder trage eben die Post aus. Warum?
Ich muss früh aufstehen, bin jedem Wetter ausgesetzt oder es ist eine
dreckige Arbeit.

Ich persönlich habe auch schon Straßen gefegt und Post ausgetragen. War nicht schön, hat aber Geld gebracht. Ich finde, um seinen Lebensunterhalt selbst zu sichern, ist dies zumutbar. Allerdings nur bei adäquater, leistungsgerechter Bezahlung. Und genau da liegt aus meiner Sicht der und begraben. Dazu aber gleich noch etwas detaillierter.

Nein. So kann der Spieß nicht gut werden. Ich bin arbeitslos
und nehme jede Stelle an, die mir angeboten wird. Und
das Arbeitslosengeld (–hilfe) liegt unter dem Mindestlohn,
der in Deutschland gezahlt werden muss.

Mindestlohn? In Deutschland? Sorry, aber einen Mindestlohn gibt es in Deutschland, wenn überhaupt, dann nur auf dem Papier. Und was glaubst Du denn, was an Arbeitslosenunterstützung gezahlt wird? Der berühmte „junge, flexible Single“ ohne Familie, der arbeitslos ist, bekommt in der Regel nicht mehr als 1.000 Mark im Monat und das auch nur, wenn Bedürftigkeit vorliegt. Dabei rede ich jetzt nicht vom Arbeitslosengeld, sondern von der Arbeitslosenhilfe. Arbeitslosen geld ist eine Versicherungsleistung, für die Beiträge entrichtet wurden und auf die Jeder einen Rechtsanspruch hat. Arbeitslosen hilfe dagegen ist eine Sozialleistung, die Bedürftigkeit zwingend voraussetzt. Mir persönlich sind viele Fälle bekannt, die monatlich nicht mehr als 600 Mark Arbeitslosenhilfe bekommen. Der restliche Bedarf des Lebensunterhalts (Miete etc.) wird vom Sozialamt übernommen. Und glaube mir, von denen ist keiner so recht glücklich mit seiner Situation. Denn im Gegensatz zur landläufigen (von Politik und Medien gepuschten) Meinung wird man vom Soz.Amt nicht unbedingt mit Geld beworfen.

Ihr glaubt nicht, was das für eine Motivation auslöst. Geld
ist nunmal Motivationsfaktor… Ist es da… keine
Probleme… aber sobald es fehlt, dann stört es jeden.

Du hast im Ansatz völlig Recht - Geld motiviert unheimlich. Aber ist Dir eigentlich bekannt, wie das zumindest hier in Ost-B zur Zeit gehandhabt wird?

Mal als Beispiel: Ein junger Mann (24) verfügt über eine abgeschlossene Ausbildung als Industriemechaniker und wurde nach der Ausbildung vom Ausbildungsbetrieb auf die Straße gesetzt. Was folgte, war ein Monat Arbeitslosigkeit. Dann, aus eigener(!!!) Initiative eine Feste Anstellung. Tariflohn? Fehlanzeige. Stundenlohn 10,- DM Brutto. Aber egal, ein Job! Leider ging der Arbeitgeber nach drei Monaten in Insolvenz. Auch beim nächsten AG (wieder durch Eigeninitiative) nur vier Monate, bei wieder 10,- DM Brutto je Stunde. Wieder Insolvenz.

Anschließend Soz.Hilfe zusätzlich zu den großzügigen 620,- DM ALG. Und dann? Der Junge Mann bewarb sich bei der Stadtreinigung als Straßenfeger (kein Scherz!). Ablehnung, denn laut BSR bestünde kein Bedarf. Stattdessen eine Aufforderung des Soz.Amtes, sich zu gemeinnütziger Arbeit einzufinden. Selbstverständlich gegen Bezahlung. Ganz großzügig zahlte das Soz.Amt für jede geleistete Stunde zwei (!) DM die Stunde. Natürlich muß dies dann als Einkommen von der Soz.Hilfe abgezogen werden. Und was durfte er als gemeinnützige Arbeit tun? Straßen fegen (auch kein Scherz!). Da wundert es mich nicht, das die BSR keine Straßenfeger benötigt. Billiger kann man keine Arbeitskräfte bekommen.

Sorry, Marco, aber bei solchen Praktiken frage ich mich, wo die Motivation herkommen soll. Kannst Du Dir den Fall so nicht vorstellen? Nun, ich weiß, das das (zumindest hier) kein Einzelfall ist. Und in diesem besonderen Einzelfall handelt es sich um meinen kleinen Bruder.

Ich sehe es ja auch, dass dies klappt. Wenn man will. Man muss
auch vielmehr bereit sein, in anderen Berufen, als dem
gelernten zu arbeiten. Der Deutsche ist in meinen Augen da
noch weitestgehend unflexibel.

Ich gebe Dir ja Recht, das man jede verfügbare Chance ergreifen sollte. In diesem Punkt kann ich Dir nur zustimmen - jeder Job ist akzeptabel, unabhängig vom Ausbildungsstand. Aber als eine wesentliche Grundvoraussetzung sollte gelten, das man seine Arbeit auch angemessen bezahlt bekommt. Das, was sich viele AG herausnehmen, grenzt schon an die dunkelsten Zeiten des Frühkapitalismus. Auf die Frage nach Tarifgerechter Bezahlung bekommst Du hier in der Regel die Antwort, das Du den Job ja nicht machen mußt. Der nächste Bitte. Stehen doch genug Leute draußen an.

Daher: Ich sehe es genauso wie Effenberg. Ich würde seine
Aussage jederzeit so bestätigen. Egal, ob ich vor 50 Leuten
stehe, die arbeitslos sind oder nicht. Falls diese wirklich
ernsthaft Arbeit suchen, dann können sie mir auch ihre Meinung
sagen, aber ich bin mir einfach sicher… mehr als 20 sind es
auf keinen Fall. Die anderen würden sich hinter diesen 20
evtl. verstecken oder aber dazu stehen.

Das ist -entschuldige bitte den Ausdruck- absoluter Schwachsinn. Das ist nichts anderes als pauschalisierende Polemik. Damit könntest Du am Politikerstammtisch vielleicht Punkte holen. Aber von der Realität ist es absolut nicht zu bestätigen.

Jemand, der wirklich Arbeit sucht, der findet einen Job. Egal
wo.

Auch diese Aussage ist Stammtischpolemik. Das hätte ich von Dir eigentlich nicht so erwartet.
Es mag ja noch sein, das man möglicherweise einen Job findet. Aber mal ehrlich, arbeitest Du für acht bis zehn Mark Brutto die Stunde?
Wenn Du Dich hier mal umschauen würdest, gerade in Hinsicht auf die tollen Angebote in der Tagespresse (Kurierfahrer, Zeitungsvertrieb etc.), würdest Du schnell merken, das Dir keiner dieser großzügigen Arbeitgeber mehr als zehn Mark Brutto, meist sogar noch weniger anbietet. Damit kämst Du dann auf ein wahrlich gigantisches Bruttogehalt von satten 1760,- DM pro Monat. Nach Abzügen hast Du vielleicht noch 1.500 Mark über, davon darfst Du dann Miete und sonstige Kosten bestreiten. Würdest Du persönlich unter diesen Umständen arbeiten? Und das vielleicht noch mit Freude und Dankbarkeit ggü. dem AG?

Wieviele Arbeitslose arbeiten denn nebenher noch schwarz
irgendwo… ? In meinem fernen Bekanntenkreis kenne ich ca. 6
Leute, die arbeitslos sind… davon arbeiten min. 2 nebenher.
Ohne dem Amt dies mitzuteilen.

Ist das ein Wunder? Aber ehrlich, wenn ich´s mir Recht überlege, stellen wir das doch einfach mal gegenüber.

Du bist Arbeitslos, bekommst sagen wir mal großzügig 1.000 Mark im Monat. Gehst Du vielleicht jetzt noch ein bisserl schwarz arbeiten, so etwa vier Stunden am Tag für zehn Mark auf die Hand, hast Du etwa 800 bis 900 Mark „extra“. Und hast viel Freizeit. Insgesamt hast Du damit etwa 1.800 bis 1.900 Mark „Netto“ im Monat.
Dem gegenüber stelle ich mal den Ehrlichen Bürger, der eine 40-Stunden-Woche schiebt, für 10 Mark Brutto die Stunde. Der hat real Netto nicht mehr als 1.500 Mark. Und keine Freizeit.

Sei doch mal ganz realistisch und ehrlich, Marco. Welche Variante würde Dir persönlich, mal völlig abgesehen von moralischen und rechtlichen Sichten, besser gefallen?

Ich will damit auf gar keinen Fall sagen, das ich das jetzt gutheißen würde. Im Gegenteil. Aber Verständnis für derartige Verhaltensweisen habe ich.

Bleibt die Frage, woran das ganze liegt. Du scheinst der Meinung zu sein, das daran die Arbeitslosen samt und sonders allein schuld sind. Das sehe ich eben anders.
Schuld an dieser Situation sind vorrangig die ignoranten, realitätsfremden Politikerbonzen, die es bis heute nicht auf die Reihe gebracht haben, Arbeit wieder lohnenswert zu machen. Wenn ich allmonatlich meine Gehaltsabrechnung sehe, bekomme ich regelmäßig Heulkrämpfe. Ehrliche Arbeit lohnt sich in D einfach nicht mehr. Die Arbeitgeber müssen wesentlich zuviel bezahlen, damit der Arbeitnehmer überhaupt noch was in der Tasche behält.
Und weiterhin sind daran diejenigen Arbeitgeber Schuld, die Ihre Arbeit entweder von billigen Arbeitskräften aus Süd-Ost-Europa für fünf Mark die Stunde erledigen lassen oder die eben jene Schwarzarbeitenden Menschen überhaupt beschäftigen.

Was würdest Du denn als Arbeitsloser machen, wenn Dir der AG beim Vorstellungsgespräch direkt ins Gesicht sagt, das er Dich zwar nicht einstellen kann, weil es ihm zu teuer ist, das er aber gleichzeitig sagt, für zehn Mücken die Stunde kannst Du bei mir ohne Karte arbeiten kommen.

Das ist leider keine Utopie, das spielt sich genauso tagtäglich hier ab. Jeder weiß es und trotzdem behaupten immer noch alle, die Arbeitslosen sind nur zu faul. Eigenartigerweise gehen die gleichen, faulen Arbeitslosen fleißig schwarz arbeiten und das nicht zu knapp. Irgendwie passt das nicht zur These der permanenten Faulheit, oder?

Kannst Du ehrlichen Gewissens sagen, das Du dann hochmoralisch sagen wirst: Nein, danke, ich mache sowas nicht? Erst recht dann nicht, wenn ich zu Hause Frau und Kind ernähren muß?

Da bekommt man schon ein wenig die Hasskappe…

Die kriege ich lediglich, wenn ich meine Gehaltsabrechnungen sehe…

zu guter Letzt…

Herr Effenberg ist sein Geld wert. Und dies sage ich als
Borussenfan.

Das kann ich nicht beurteilen, Du weiß ja, was ich von Fußball halte :smile:

Jeder Fußballstar ist sein Geld wert. Mit ihnen werden soviele
Umsätze und Gewinne generiert, warum sollen sie daran nicht
teilhaben? Es ist ein Unternehmen. Der Zuschauer, die Medien
und die Fans bezahlen das Unternehmen. Das Unternehmen bezahlt
seinen Mitarbeitern soviel, dass es selber noch Gewinn
erwirtschaftet. Ein Angestellter in einem „normalen“
Unternehmen bekommt auch nur soviel Geld, wie sein Unternehmen
ihm geben kann und will.

Wenn man das jetzt mal nicht auf Fußball reflektiert, hast Du damit genau das gesagt, was ich meine. Die Unternehmen bezahlen den Arbeitnehmern nur soviel, wie sie geben wollen. Und leider sind gerade hier im Osten die Unternehmen der Meinung, das zehn Mark die Stunde für einen faulen Arbeitslosen Motivation genug sein müssen. Das kotzt mich einfach nur an.

Auch hier ist wieder ein deutsches Problem: Hohes Einkommen =
hoher Neidfaktor.

Das ist allerdings grundsätzlich richtig. Typisch Deutsch eben :smile:

Falsch: Ein hohes Einkommen ist eine Anerkennung seiner
Tätigkeit. Wer nix schafft (keine Gewinne, keinen Umsatz),
kann nix verdienen. Je mehr Gewinn das Unternehmen macht und
je weniger Mitarbeiter das Unternehmen hat, umso mehr bekommt
der Angestellte eben… ganz einfache Mathematik.

Nun Ja, ich habe in meinem Bekanntenkreis die Mathematik der Unternehmer anders kennen gelernt. Die ganz einfache Mathematik lautet hier: Viele Arbeitslose = Hoher Druck auf den einzelnen = Gute Chance, wenig Lohn durchzusetzen. Und weiterhin gilt Weniger Lohn bei gleicher Arbeit bedeutet mehr unterm Strich für den Unternehmer. Für die Angestellten gibt es nix, die dürfen dankbar sein, das sie überhaupt arbeiten dürfen. Polemik? Eigentlich eher traurige Realität.

In diesem Sinne…

Auch so :smile:

Gruß & Bye…

Der Dicke MD.

Dein Beitrag hier war off-topic, da nicht wirklich sportbezogen. Daher führen Marco und ich die Diskussion auch im Brett Inlandspolitik weiter.

Kannst Dich ja da beteiligen, wenn Du willst.

Auch wenn ich ja grundsätzlich anderer Ansicht bin als Marco, muss ich ihm in einem Punkt recht geben:

Es gibt ja
immerhin nur 40% die sich nachweislich (!!) laut BA
nicht um eine Stelle bemühen und ich glaube weitere
20%, die es nur unzureichend (weniger als das Gesetz von ihnen
eigentlich verlangt) machen.

Wo hast Du denn diese Zahlen her? Von der BA? Und die
behaupten allen Ernstes, das sich 40% nachweislich
nicht
um eine Stelle kümmern würden? Sorry, Marco,
aber das halte ich für totalen Schwachsinn.

Ob die Zahlen stimmen, weiß ich nicht. Aber grundsätzlich gab es die Untersuchung. Es wurden anonym die Arbeitslosen befragt und da gaben X% an, sich nicht ernsthaft um eine Arbeitsstelle zu bemühen. Wie hoch X war, weiss ich nicht mehr. War aber recht hoch.

Allerdings muss auch folgendes berücksichtigt werden:

15% der arbeitslos Gemeldeten wurden von ihrem Betrieb in den Vorruhestand „entlassen“ und warten auf ihre Rente. 7% haben gesundheitliche oder familäre Probleme. 5% haben schon eine neue Stelle oder Arbeitsplatz gefunden. Das zusammen sind zwar nicht 40%, aber immerhin 27%.

Hallo Dicker, hallo Ralf,

15% der arbeitslos Gemeldeten wurden von ihrem Betrieb in den
Vorruhestand „entlassen“ und warten auf ihre Rente. 7% haben
gesundheitliche oder familäre Probleme. 5% haben schon eine
neue Stelle oder Arbeitsplatz gefunden. Das zusammen sind zwar
nicht 40%, aber immerhin 27%.

Genau in dieser Untersuchung kam heraus, dass es eben 40% waren, die nicht suchen und etwa 20% nur mit mäßigem Ehrgeiz…

Gruß
Marco

in InnenPolitik gehts weiter… *owt*
:smile: