EGV trotz Berufstätigkeit bei ALG II

Hallo,

ich bitte Dich - wenn die Alternative ist, auf der Straße zu
landen und zu betteln (oder wahlweise zu verhungern - denn
wenn es möglich wäre, Arbeitsplätze herbeizuzaubern, dann wäre
das wohl schon lange geschehen), dann ist das schon eine
bestimmte Form von Zwang.
Aber mitunter völlig unsinnige - angefangen über die
einzuhaltende Anzahl von Bewerbungen (bei nicht vorhandenen
Stellen) über lustige Bewerbungstrainings (z.B. zur Erstellung
von Online-Bewerbungen - in einem Kurs ohne auch nur einen
Computer) bis hin zur Zwangsverpflichtung zu einem €1-Job in
einem Ort, der durch öffentliche Nahverkehrsmittel nicht zu
erreichen ist, sondern nur durch einen einstündigen Fußmarsch
auf unbeleuchteten und des Winters ungeräumten Wegen).
Ganz abgesehen davon, dass die Argen dabei u.U. weitaus laxer
sind in Sachen Einhaltung ihrer Rahmenpunkte (z.B. Vermittlung
von Stellen), als sie von ihren Kunden einfordern.

genau so sieht es aus. Aber was will man von Menschen erwarten, die in ihren sicheren Sesseln sitzen und nichts zu befürchten haben.
Nach unten zu treten ist doch wesentlich einfacher, als nach oben :wink:

Wer seine Schäfchen im Trockenen hat und sicher ist, der braucht sich um sowas keine Gedanken machen und kann sich voll der Volkshetze und Stigmatisierung der Rangruppen hingeben.

Da kriefg ich 'nen Hals, und da frage ich mich auch mitunter, wer asozialer ist. Der lumpige Hartz IV-ler, oder die, die diese Menschen verachtend über einen Kamm schreren und ihnen jegliche Würde absprechen, indem sie sie als Bettler und Schmarotzer generalverurteilen.

Jetzt muss ich aufhören. Aufregung tut dem Herzen nicht gut. Was kann man froh sein, dass es noch anständige Mittelständler gibt, die Arbeitsplätze und Ausbildungsplätze schaffen und halten, weil sie noch anstand und Verantwortungsgefühl haben und nicht rumzocken, weil sie ja nen Bundesregierungsschirm aufgespannt bekommen.

TM

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[MOD] Vollzitat entfernt

Ich würde mich an deiner Stelle mal etwas runterfahren! Arbeite mal ein paar Wochen in einer ARGE – dann weißt du eventuell, worauf ich hinaus möchte. Wenn es nämlich darum geht, jeden Monat pünktlich das Geld überwiesen zu bekommen, dann sind die Gesetze gut genug. Wenn aber Bedingungen gestellt werden, ist alles schlecht. So sieht, leider, die allgemeine Stimmung aus. Und das ist das, was ich nicht in Ordnung finde. Wenn ich das mit drastischen Worten kund tue, die dir Bluthochdruck bescheren, dann tut es mir sehr leid.

Außerdem solltest du deine Klischees über Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes überdenken. Es sind nicht alles Beamte und es gibt tatsächlich auch befristete Mitarbeiter. Und da du so schön über mich herziehst – woher möchtest du wissen, dass ich nicht selbst einmal Alg II bezogen habe?

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Hallo,

ich bitte Dich - wenn die Alternative ist, auf der Straße zu
landen und zu betteln (oder wahlweise zu verhungern - denn
wenn es möglich wäre, Arbeitsplätze herbeizuzaubern, dann wäre
das wohl schon lange geschehen), dann ist das schon eine
bestimmte Form von Zwang.

Aber darüber kann man sich doch nicht beschweren! Ich beschwere mich doch auch nicht, dass ich mich mit schwierigen Kunden befassen muss - dafür bekomme ich schließlich mein Entgelt! @TM: Das mit den schwierigen Kunden soll nicht heißen, dass alle schwierig sind!

In der EGV stehen keine unmenschlichen Vorgaben - es geht um
bestimmte Rahmenpunkte, die es einzuhalten gilt - nichts weiter!

Aber mitunter völlig unsinnige - angefangen über die
einzuhaltende Anzahl von Bewerbungen (bei nicht vorhandenen
Stellen) über lustige Bewerbungstrainings (z.B. zur Erstellung
von Online-Bewerbungen - in einem Kurs ohne auch nur einen
Computer) bis hin zur Zwangsverpflichtung zu einem €1-Job in
einem Ort, der durch öffentliche Nahverkehrsmittel nicht zu
erreichen ist, sondern nur durch einen einstündigen Fußmarsch
auf unbeleuchteten und des Winters ungeräumten Wegen).

Dass die EGVs sehr standardisiert sind, hatten wir ja bereits erwähnt. Und dass einiges unsinnig ist, ist eben die Folge! Was spricht also dagegen, mal beim pAp vorzusprechen und die Beanstandungen anzubringen? Es wird nichts verlangt, was nicht möglich ist. Bewerbungen kann es nur geben, wenn es Stellen gibt (Initiativbewerbungen ausgenommen), Bewerbungstrainings sind zwar unangenehm, aber vorgeschrieben und Jobangebote sind, im angemessenen Rahmen, der Sinn der Sache.

Und wenn der persönliche Ansprechpartner nicht mit sich reden
lässt, hat der Kunde eben Pech gehabt …

Dann kann man immer noch beim Vorgesetzten vorsprechen…

Viele Grüße!

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genau so sieht es aus. Aber was will man von Menschen
erwarten, die in ihren sicheren Sesseln sitzen und nichts zu
befürchten haben.
Nach unten zu treten ist doch wesentlich einfacher, als nach
oben :wink:

Ich bitte dich - solch eine Diskussion, wie sie hier gerade läuft, musste ich noch bei keinem Kundengespräch führen! Du schaukelst dich hier hoch, obwohl es dafür gar keinen nachvollziehbaren Grund gibt!

Wer seine Schäfchen im Trockenen hat und sicher ist, der
braucht sich um sowas keine Gedanken machen und kann sich voll
der Volkshetze und Stigmatisierung der Rangruppen hingeben.

Wer sagt, dass ich ,meine Schäfchen im Trockenen" habe? Wo betreibe ich ,Volkshetze"? Sind die millionen AlgII-Bezieher wirklich eine Randgruppe? Ich bitte dich höflichst, sachlich zu bleiben!

Da kriefg ich 'nen Hals, und da frage ich mich auch mitunter,
wer asozialer ist. Der lumpige Hartz IV-ler, oder die, die
diese Menschen verachtend über einen Kamm schreren und ihnen
jegliche Würde absprechen, indem sie sie als Bettler und
Schmarotzer generalverurteilen.

Da stimme ich zu! Und falls auch diese Aussage auf mich gemünzt sein sollte: Bitte zeige mir auf, an welcher Stelle ich solche Pauschalisierungen vorgenommen habe! Um es an dieser Stelle nocheinmal klar zu stellen. Das Prinzip der sozialen Sicherung ist eine sehr gute Sache. Und ich verurteile keinen AlgII-Empfänger. Bei den Meisten ist es tatsächlich so, dass sie unverschuldet in der Situation sind. Aber ich kann es nicht verstehen, wenn sich jemand darüber aufregt, dass es bestimmte Bedingungen gibt!

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Ich kann den Standpunkt von That’s me durchaus nachvollziehen. Nicht alle Sachbearbeiter können sich wirklich in die Lage eines ALG II-Empfängers hineinversetzen und wollen es wahrscheinlich auch gar nicht. Sie halten sich nur an Ihren Gesetztestexten fest, ohne zu wissen, wie das tägliche Leben für die Personen überhaupt aussieht, wie schwer sie es haben und unter welchem Druck sie stehen. Aber das ist eine Sache für sich, die man sowieso nicht ändern kann. Das macht die Sache ansich aber natürlich für den Empfänger nicht einfacher. Ich möchte natürlich auch nicht sagen, dass der Job eines Sachbearbeiters in der ARGE immer einfach ist, aber dafür werden diese Sachbearbeiter mit Sicherheit auch entsprechend gut entlohnt.

Es wurde jetzt auf jeden Fall erst mal ein Schreiben an die ARGE aufgesetzt, in dem darum gebeten wird, alle strittigen Punkte abzuklären, bevor die EGV unterschrieben wird.

Mal schauen was dabei heraus kommt - ich glaube ja - nichts Gutes. Ich lass mich überraschen.

Liebe Grüße

Hallo,

Es wurde jetzt auf jeden Fall erst mal ein Schreiben an die
ARGE aufgesetzt, in dem darum gebeten wird, alle strittigen
Punkte abzuklären, bevor die EGV unterschrieben wird.

Mal schauen was dabei heraus kommt - ich glaube ja - nichts
Gutes. Ich lass mich überraschen.

Oftmals ist es auch so, dass der persönliche Ansprechpartner letztlich bestimmte ,Verfehlungen" duldet. Gerade bei der Ortsabwesenheit denke ich, dass in dem beschriebenen Fall durchaus die Vorgaben nicht allzu streng gesehen werden. Schließlich ist der Betroffene in einem Arbeitsverhältnis. Wie das von den Vorschriften genau ist, weiß ich leider nicht - evtl. können die Abwesenheitstage auch weiter nach oben korrigiert werden. Förderlich ist es aber auf jeden Fall, eine harmonische Kommunikation mit dem Ansprechpartner zu pflegen.

Viele Grüße!

ot: Das Leben eines Sachbearbeiters …
Hi!

Nicht alle Sachbearbeiter können sich wirklich in die Lage eines ALG-II-Empfängers hineinversetzen und wollen es wahrscheinlich auch gar nicht. Sie halten sich nur an Ihren Gesetzestexten fest, ohne zu wissen, wie das tägliche Leben für die Personen überhaupt aussieht, wie schwer sie es haben und unter welchem Druck sie stehen.

Ich kann zwar nur vom Alg-Bereich sprechen, aber ich versichere Dir, dass man so einen Job auch nur dann länger durchhalten kann, wenn man sich in die Schicksale der Kunden NICHT hineinversetzt! Und wenn das schon im Alg so ist …

Also, ich habe mich (zum Glück erfolgreich) damals mit Händen und Füßen gegen eine Versetzung ins Alg II gewehrt, einfach, weil ich weiß, dass ich abends nicht einfach nach Hause gehen und die Arbeit Arbeit sein lassen kann. Mit was ich teilweise konfrontiert bin, reicht mir schon im Alg. (Und ich bin „nur“ in der Leistungsbearbeitung, nicht in der persönlichen Betreuung/Vermittlung.)

Okay, die Arbeitsvermittlung in unserer GSt. war auch gnadenlos unterbesetzt und es hatte sich sehr viel angestaut, aber von unseren Arbeitsvermittlerinnen sind – ich versichere, dass das keine Übertreibung ist – im 2. Halbjahr 2007 die Hälfte (6 von 12) und zusätzlich 4 aus der Eingangszone aus psychischen Gründen länger krank gewesen. (Darunter waren welche, von denen ich das nie gedacht hätte.)
Ich kenne ähnliche Zahlen aus dem Alg II.

Da hat man gar keine andere Chance, als sich an Gesetzestexte zu klammern. (Es ist zwar nicht zwingend und sicher auch von Persönlichkeit zu Persönlichkeit des SBs unterschiedlich, aber dies kann auch zu Lasten der Freundlichkeit gehen.)

Natürlich kann und will ich nicht bestreiten, dass es sehr wohl auch Kollegen gibt (m. E. zu viele; jedenfalls bin ich (zu) vielen begegnet), die sich nicht aus persönlichen Gründen ignorant (und auch teilweise mitleidlos) verhalten, sondern weil sie wirklich ignorant sind (meinetwegen auch geworden sind) und nur noch „Dienst nach Vorschrift“ schieben. (Ich meine das beurteilen zu können, weil ich nun doch schon einige Jahre dabei bin.)

Das macht die Sache an sich aber natürlich für den Empfänger nicht einfacher.

Auch das mag ich nicht bestreiten.

Ich möchte natürlich auch nicht sagen, dass der Job eines Sachbearbeiters in der ARGE immer einfach ist,

Schön. :smile:

aber dafür werden diese Sachbearbeiter mit Sicherheit auch entsprechend gut entlohnt.

*Gelächter* ;-D Wahrscheinlich wärst Du ziemlich ernüchtert, wenn Du mal einen entsprechenden Gehaltszettel sehen würdest … „Gut“ ist mit Sicherheit nicht das richtige Wort dafür!

Ich wollte mit meinem Statement gewiss nicht die Situation der Person beschönigen oder ein eventuelles Fehlverhalten von Kollegen rechtfertigen oder entschuldigen, aber vielleicht erklären.

LG und der Person viel Erfolg :smile:
Liza

Hallo,

Darum gehts ja auch bei der EGV - beide Seiten verpflichten
sich, bestimmte Zielsetzungen und Vereinbarungen einzuhalten!
Oder hab ich das Problem verkannt?

in der Prxis sieht das nach meinen Erfahrungen als Beistand und Betreuer anders aus. Es scheitert oft an den Geldmitteln, am Willen des Sachbearbeiters zu diskutieren, oder an der Arbeitslast der SB.
Die EGV wird vorgelegt, eine Verhandlung und Erläuterung ist nicht vorgesehen. Geschweige denn ein gemeinsames Erarbeiten sinnvoller Ziele. Einwände und Gegenfragen werden als Querulantentum aufgefasst und abgeschmettert. Entweder unterschreiben oder Sanktionen.

Beispiele: Fragen nach Kursen, Fortbildungen, Bildungsgutschein -> Kein Geld, kein Anspruch.
Jemand bemängelt dass SB doch auch Angebote schicken muss/soll -> Antwort. "Meinen Sie ich habe sonst nichts zu tun? Wenn ich für jeden Kunden auch noch Stellen raussuchen soll, komme ich zu gar nichts mehr.
Die Stellensuche und die Nachweise dafür ist ihre Aufgabe.

Noch zum gesperrten Teil ganz kurz.

Da stimme ich zu! Und falls auch diese Aussage auf mich gemünzt sein :sollte: Bitte zeige mir auf, an welcher Stelle ich solche :stuck_out_tongue:auschalisierungen vorgenommen habe!

Es war einfach dein Spruch, sollen sie sich doch abmelden, wenn es ihnen nicht passt. „Geschenktes Geld“ Sowas klingt eben recht heftig.

Wenn ich dir zu nahe getreten bin, entschuldige ich mich hiermit offiziell. Meine Reaktion liegt wohl daran, dass ich es mit antändigen obdachlosen Leuten die hängen gelassen werden, ehem. Drogenabhängigen und einigen verkappten Existenzen zu tun habe. Da sind auch faule Hunde darunter, aber wie diese Leute behandelt werden, das haben sie trotzdem nicht verdient.

Das Netz ist voll von Beispielen von Behördenwillkür und unnötiger, dummsinniger Schickane (Ich sage nur EGV für Schüler ab 15 J. die noch die Schule besuchen und z.T. durchgezogene Sanktionen bei Verstoß gg. EGV).
Es gibt allerdings auch wirklich heftige, derbe (dummdreiste) Leistungsbezieher und wie es in den Wald schreit…die brauchen sich also nicht wundern.
Im Gegenzug gibt es aber auch heftige SB, die den Leuten unnötig das Leben schwer machen, und zeigen dass sie am längeren Hebel sitzen und es anscheinend genießen, wenn andere vor ihnen kuschen (müssen).

Um es an dieser Stelle nocheinmal :klar zu stellen. Das Prinzip der :sozialen Sicherung ist eine sehr gute :Sache. Und ich verurteile :keinen AlgII-Empfänger. Bei den Meisten ist :es tatsächlich so, dass :sie unverschuldet in der Situation sind.
Aber ich kann es nicht :verstehen, wenn sich jemand darüber aufregt, dass es :bestimmte :Bedingungen gibt!

Generell ist es ok, durch eine EGV die Drückeberger unter Druck zu setzen. Auch langzeitarbeitslose resignieren und brauchen Motivationsschub. Ob der „Zwang“ psychologisch gesehen hilfreich ist, und wirklich motiviert, lassen wir mal dahingestellt.

Aber im Gegenzug sollten eben auch die Vorgaben einer EGV durchgeführt werden, und ich bezweifle stark, dass die Mehrzahl der SB da nach Vorschrift vorgehen. Das Ding wird hingeknallt (oft ohne vorheriges richtiges Profiling) die Leute werden verpflichtet, und wenn sie nicht spuren wird ihnen gedroht. Verhandeln? No. Stellenangebote seitens SB? Fehlanzeige.
Sinn des ganzen? Kunde soll sich sinnlos bewerben, hauptsache er tut was und es wurde gefordert. Das hierfür verschwendete Geld könnte man anderweitig einsetzen.
Förderung fast Null. Will der Kunde einen Kurs machen ist es zu teuer oder eine Förderung nicht vorgesehen.
Der SB muss EGVs vorlegen und bekommt Druck vom Chef, wenn er das nicht durchzieht. Teufelskreis, der am Ziel vobeischießt.

TM

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