Un-Kraut, Un-Kosten, Un-treue
Sei gegrüßt!
Sag mal…*grins*…was hast Du eigentlich für einen Eindruck von mir??? Ich ahne Fürchterliches…!!! *seufsz*. Also:
Muss man alles selber ausprobieren?
Dann müßte ich unbedingt an einem Krieg teilnehmen, um zu
sehen, ob Krieg wirklich schlecht für den Menschen ist.
Selbstverfreilicht: N E I N!! Ich lade Dich ein, meinen Gedankengängen zu folgen.
Diese These ist doch nicht dogmatisch aufzufassen. Schau auf meine Vika: Das Dogma ist (immer noch) weniger Wert als ein Kuhfladen (mit Hilfe dessen Substanzen treibt das Heu und Korn wenigstens kräftiger…).
Aber wenn ein Krieg stattfindet, Harald, dann muß ich auch nicht wegrennen, oder? Ich muß nicht, aber ich KANN! Verstehst Du? Und ob Krieg, Krankheit, Armut oder Leid: WENN ich wegrenne, dann holt mich die Lektion, die ich lernen MUß eh woanders wieder ein. Ja… *ernsthaftbrauenhochziehend* …ist Dir das denn noch nicht so begegnet?
Erlebst Du denn nur Dinge, die an den RAND der Normalverteilung fallen. Garnichts „Leidvolles“.(?)
Die Untreue gibt es doch genauso wenig wie es Un-Kraut gibt. Oder Un-Kosten. Das sind Un-Wörter.
Es gibt Kraut, welches dem Gärnter nicht nützt, aber den Kühen (und damit wieder dem Menschen…)
Es gibt Kosten, die „nicht Not tun“, aber da sie entstanden sind, waren sie wohl doch von Nöten (auf die eine oder andere Weise, nicht wahr)??
Und es gibt Treue, die dem einen oder/und dem anderen Partner nichts nützt. Aber erfüllt sie nicht doch einen Zweck durch die Lehren, die jeder (füher oder später) daraus zieht? Denn WENN ein Partner fremdgeht, gibt es dafür doch auch einen GRUND. Und ob der nun „niederer“ Art ist oder aus ethisch/moralischen Gesichtspunkten her in einem Menschen gewachsen ist, ist doch E G A L.
Wenn ein Mann merkt, er begehrt seine Frau nicht mehr und kann sich Abmühen so arg er möchte: es ist kein Begehren mehr da. Soll er dann noch mit ihr Kopulieren, damit SIE sich gut fühlt!?? (Umgekehrt natürlich genau so - und das passiert auch sicher genauso oft). Wenn er dann nicht mit seiner Gattin „verkehrt“, dann ist das das Ausleben seiner wahren Gefühle. Und wenn er eine andere Frau begehrt und diese ihn und er schläft nicht mit ihr, ist das auch moralisch.
Aber er ist eben nicht von Kopf bis Fuß MORAL sondern auch ein lebendiger, „eingefleischter“ Mensch. Kein Gott!
Die Doppelmoral ist genau so heuchlerisch wie die Kirche bezüglich ihres geforderten Treuversprechens. Das hatten wir ja schon. Aber (und *zwinker* jetzt wird´s interessant): Das ist alles „verkehrte Welt“. Und wahrscheinlich ist es gut, daß kein Otto-Normal-Ehe-Verbrauchender dahinterschaut.
Ich jedenfalls finde, jeder und A B S O L U T jeder Mensch soll seine eigenen Erfahrungen machen. Ohne Dogma. Frei sein. Frei sein EIGENSTÄNDIG zwischen GUT und BÖSE zu entscheiden. Und wenn er jemandem schadet, möge er bestraft werden. Nicht nur vor dem Gesetz. Vielmehr von seinem Gewissen. Das ist Ethik. Das ist Moral.
„Und Gesetze brauchen wir auch nicht 80 Bände BGB. Es reichen die 10 auf der Tafel“. (Weiser Auspruch von Fürstin M. zu Sayn Wittgenstein-Sayn in einer Talkshow letztens). Aber überlassen wir das Ausführen dieser Thematik lieber den Philosophen…
*lach* Hätte ich mir jetzt 2 Bauernhöfe verdient?
Weil Du ein Netter bist: ja. Jedoch habe ich ja nicht dogmatisch die letzten Postings hindurch eine These vertreten, die Menschen mögen hingehen und sich ver-un-treuen und daß ich ihr heimlicher Anführer bin, oder. *lach*
Alle Menschen sind Egoisten! Jeder denkt nur an sich.
(Ich bin der Einzige, der nur an mich denkt. *g*)
(((Wenn Du wüsstest, wie Recht Du hast…))) Das ist tatsächlich ein weiser Spruch! *ohne-g*
Die Lösung dürfte in der griechischen Sprache zu finden sein.
Die Griechen hatten nämlich drei Worte für „Liebe“.
„eros“: kommt Dir sicher bekannt vor 
Ja, Herr Zauner. Aus den Postings von Metapher. Hatten wir nämlich gerade… 
Die körperliche, erotische Liebe ist natürlich nur von kurzer
Lebensdauer. Nur das Neue ist reizvoll.
Einspruch: Aber das ist doch Pathos! Das lebt und will doch nicht wirklich ein Mensch leben! DAS sind die Ausnahmen, Harald!!
„phileo“: die geschwisterliche Liebe, die kann unter Umständen
ein Leben lang halten, ist aber auch leicht zerbrechlich. Ich
brauch sicher keine Beispiele anführen, was alles zum
Zerbrechen familiärer oder freundschaftlicher Beziehungen
führen kann.
„agape“: die göttliche Liebe!
Das ist es, wovon Paulus schrieb. Diese Liebe ist ewig, weil
Gott ewig ist. Und wenn wir in einer persönlichen Beziehung zu
Gott stehen, schenkt Er uns von dieser Liebe. Und mit dieser
Liebe ist es möglich, seinen Partner allen Widerwärtigkeiten
zum Trotz ein Leben lang zu lieben.
Himmel nochmal *lach*. Was treibt Dich nur an, das höchste Wort der Wörter so auseinanderzufleddern? In meinem Verständnis ist das Wort „Liebe“ das Wort, welches als „Anführer“ aller Gefühle (ja, auch Wut und Hass und Trauer) und aller Wörter voranstreitet und alles umschließt, Allumfassend ist. Jedes Gefühl ist ein Lebendiges Gefühl und daher ein Gefühl der Liebe.
„Man“ sagt wahrscheinlich nicht umsonst: Ich habe aus Liebe getötet (obwohl derjenige warscheinlich einen ungeheuren Zorn in sich getragen hat bei der Tat. (