Hallo Harald,
danke für Deine Antwort.
Allerdings kommen für mich doch noch einige Fragen auf. Darf ich?
ich habe gelernt, Gott zu vertrauen. Seine Entscheidungen sind
für mich Recht.
O.k. aber wie unterscheidest Du, was göttliche Entscheidungen sind, und was „nur“ menschliche?
Geb ich Dir Recht, der Tod an sich ist keine Strafe. Aber er
wurde in der Absicht der Strafe herbeigeführt.
ja, aber nicht als Strafe für das Kind, sondern als Strafe für
den Übeltäter.
O.k. aber weiter unten, zitierst Du:
" 13 Da sprach David zu Nathan: Ich habe gesündigt
gegen den HERRN. Nathan sprach zu David: So hat auch der HERR
deine Sünde weggenommen; du wirst nicht sterben. 14
Aber weil du die Feinde des HERRN durch diese Sache zum
Lästern gebracht hast, wird der Sohn, der dir geboren ist,
des Todes sterben."
Jetzt frage ich mich, wenn der Herr die Sünde genommen hat und David dann dafür verschont ( mit seinem eigenen Leben ), wäre ja SEIN Tod als Strafe gesehen worden, der des Kindes aber nicht als DESSEN Strafe.
Versteh ich nicht.
Was ich ausserdem nicht verstehe: Wer sind die FEINDE des Herren? Wie kann ein Gott Feinde haben? Ist das nicht auch eher wieder menschlich?
" 21 Da sprachen seine Männer zu ihm: Was soll das, was
du tust? Als das Kind lebte, hast du gefastet und geweint; nun
es aber gestorben ist, stehst du auf und issest? 22 Er
sprach: Als das Kind noch lebte, fastete ich und weinte; denn
ich dachte: Wer weiß, ob mir der HERR nicht gnädig wird und
das Kind am Leben bleibt. 23 Nun es aber tot ist, was
soll ich fasten? Kann ich es wieder zurückholen? Ich werde
wohl zu ihm fahren; es kommt aber nicht wieder zu mir zurück.
Wenn dieser Gott allmächtig ist, dann könnte er das Kind auch wieder zurückschicken. David hätte das doch wissen müssen, oder nicht?
Aber er hakt die Sache ein bißchen vorschnell ab, finde ich.
Und wenn ich mir nun mal betrachte, wie die Einstellung früher ( noch bis vor ein paar hundert Jahren ) zur Kindersterblichkeit war und das mit Davids Aussage vergleiche, dann hat er wohl die geringere Strafe erhalten. Und das Essen danach fühlt sich für mich so an wie " Erledigt, Sohn ist leider tot, aber jetzt hab ich keine Strafe mehr zu erwarten."
Und ist Strafe nicht etwas menschliches, dass aus Verletztheit
und einer Art Rachegefühle hervorgeht?
Rache entsteht aus einer persönlichen Verletztheit, Strafe aus
der Verletzung eines Gesetzes.
Man könnte statt Strafe auch Folgeerscheinung sagen.
Wenn ich zu schnell fahre, muss ich eine Strafe zahlen. Das
hat nichts mit einer persönlichen Verletztheit des Beamten zu
tun.
Folgeerscheinungen sind für mich eher „natürlichen“ Ursprungs.
Wenn ich auf eine heiße Herdplatte fasse, verbrenne ich mir die Finger.
Unsere „irdischen“ Gesetze kommen vom Staat ( also von uns selbst )und nicht von einem „Einzelwesen“.
Darin sehe ich den Unterschied.
Liebe Grüsse
Tanja