Hi Harald,
Es ist meine Bestimmung, zu leben. Ich habe die Wahl, wo ich
das tun werde. Der Tod ist nur der Weg zu diesem Leben.
hehe, da Du nun mal keine andere Wahl hast, als irgendwann zu sterben, hast Du keinefreie Wahl 
Ich missioniere nicht, ich beantworte Deine Fragen 
Natürlich missionierst Du. Du gibst Antworten mit reliösem Hintergrund auf Fragen weltlicher Motivation.
Ich finde meine Argumente logisch.
Religion kann nur in ihrem System logisch sein. Das Problem ist, dass religiöse Menschen immer wieder diese Religionslogik auf weltliche Probleme anwenden, wo sie nicht gültig ist.
Beweise finden.
Da man Gott nicht beweisen kann, brauche ich keine Beweise
suchen.
Das macht die Sache doch ziemlich einfach, nicht? Deshalb sollte religiöse Logik auch nicht auf weltliche Probleme angewendet werden.
Niemand ist gezwungen, meine Sichtweise zu teilen.
Doch, Du zwingst die Leute in Deine Sichtweise, weil Du andere Argumente nicht akzeptierst.
Ich kann gar keine Entscheidung für andere treffen. Warum
unterstellst Du mir so etwas?
Das ist keine Unterstellung. Du hast selber geschrieben, dass man Entscheidungen für andere (Behinderte) treffen ‚muss‘.
Vor allem, wenn es völlig unnötig ist.
Ein behinderter braucht nicht zwingend eine Religion, damit es
ihm gut geht. Das ist nur Deine Sicht der Dinge.
Ich habe auch gar nicht gesagt, dass er eine Religion braucht.
Natürlich hast Du das gesagt. Deine Argumentation war doch, dass man die Entscheidung für das Kind treffen soll, damit es die „Ewigkeit bei Gott“ erleben kann.
Wer weiss, vielleicht sitzen die
Selbstmordattentäter im Nahen Osten ja wirklich in einem
Himmel, und alle Christen wandern in eine Art Hölle?
Glaubst du das?
Und wieder einmal ausweichen. Du kannst dagegen nicht
argumentieren, und das weisst Du.
Warum soll ich gegen etwas argumentieren, das Du gar nicht
glaubst?
Ich beweise Dir auch nicht, dass die Erde keine Scheibe ist.
Und ob ich gegen etwas argumentieren würde, an das Du glaubst,
kannst Du erst beweisen, wenn Du mir sagst, woran Du glaubst.
Nun, ich glaube nicht, zumindest nicht im religiösen Sinn. Himmel und Hölle sind Zuckerbrot und Peitsche, mehr nicht. Religion ist ein wunderbares massenpsychologisches Mittel, um Menschen zu manipulieren. Da die Mehrheit der Menschen nun mal gerne geführt wird und eine angeborene Empfindlichkeit für Angst hat, funktionieren Religionen.
Nehmen wir nur mal das Beispiel der Erde, die sich um die Sonne dreht. Die katholische Kirche hat sich nur solange gesträubt, die anzuerkennen, weil ihre Vormachtstellung in der Gesellschaft durch diese Erkenntnis gefährdet war.
Es kann nur eine Wahrheit geben!
Das glaubst jetzt wieder nur Du. Wie wär’s mit einem Beweis?
Für die Rechnung 2x2= gibt es genau eine Lösung, alles andere
ist falsch. Ein Fußballspiel hat ein Ergebnis und nur dieses
Ergebnis ist wahr. Zwei verschiedene Ergebnisse in einem Spiel
sind falsch. Wenn ich Dir nun mehrere Ergebnisse nennen würde,
kann es dennoch nur eine Wahrheit geben.
Für die Rechnung 2x2= gibt es beliebig viele Lösungen, wenn Du das Zahlensystem modifizierst. Nimm einen Modul, und Du kommst zum Beispiel auf 2 als Lösung. Was ist nun wahr? Oder definiere die 5 als Nachfolger der drei, und die vier als Nachfolger der 5, und schon hast Du 2x2=5. Mathematik ist Philosophie.
Ein Fussballspiel hat viele Ergebnisse. Der eine sagt, Mannschaft eins hat 2:1 gewonnen, der andere sagt, moralisch hat die Zweite Mannschaft gewonnen, die Zahlen würden nicht zählen.
Es gibt mindestens so viele Wahrheiten, wie es Menschen gibt.
Aber auch diese Diskussion kann nur entstehen, weil Du die religiöse Logik auf weltliche Probleme anwendest. Natürlich kannst Du sagen, dass 2x2=4 ist. Und Du kannst es auch beweisen. Aber dafür verwendest Du weltliche Logik. Sobald Du in die Religion abwanderst, kannst Du nun mal nichts mehr beweisen.
Er ist nicht zu einem Gott mutiert, er hat sich selber dazu
ernannt.
Und er ist kein christlicher Gott.
Natürlich ist Luzifer ein christlicher Gott. Was wäre der erste christliche Gott ohne Luzifer? Nichts, völlig unnötig. Damit die Sache interessant wird, braucht die christliche Religion das Spannungsfeld, das zwischen Luzifer und Gott gesponnen wird.
Natürlich kann Gott auch Lästern verzeihen, aber darum ging es
nicht.
Es gab nämlich keine Lästerer, die Gott um Verzeihung baten.
Es geht darum, dass Gott das Recht hat, die Länge unseres
Lebens zu bestimmen.
Zitat von Dir:
„13 Da sprach David zu Nathan: Ich habe gesündigt gegen den HERRN. Nathan sprach zu David: So hat auch der HERR deine Sünde weggenommen; du wirst nicht sterben. 14 Aber weil du die Feinde des HERRN durch diese Sache zum Lästern gebracht hast, wird der Sohn, der dir geboren ist, des Todes sterben.“
Wenn Du so eine Bibelstelle zitierst, dann kannst das später nicht einfach widerrufen. Laut dieser Stelle gab es Lästerer, und sie sind der Grund für den angekündigten Tod des Kindes. Aus Rache ein Kind töten, ist das nicht Mord?
Schade, dass es so rüber gekommen ist.
Aber wenn das der Fall wäre, müßte es eine
Massensäuglingssterblichkeit geben.
Wieso das nun wieder? Spricht der christliche Gott etwa noch zu den Vätern der Kinder und kündigt den Tod dieser Kinder an? Dann sollten vielleicht alle Väter dem christliche Glauben entsagen, damit ihre Kinder eine Chance auf ein Leben haben?
Muß ich meine Wahrnehmung erweitern?
Wenn die Sonne scheint, kann ich davon ausgehen, dass es Tag
ist?
Kann ich dann auch annehmen, dass es bei meinem Nachbarn auch
Tag ist?
Muß ich da meine Wahrnehmung der Sonne auf meinen Nachbarn
erweitern?
Schon wieder ein weltliches Argument. Du sagst: Es ist Tag, wenn die Sonne scheint. Schön, das ist so definiert und für jeden nachvollziehbar. Wenn Du aber sagst, ein angekündigter Tod eines ungeborenen Kindes mit der Begründung, das geschehe, weil der Vater die Lästerer eines Gottes angfestiftet habe, dann ist das nicht nachvollziehbar. Das ist religiöse Argumentation. Genauso können aus religiösen Gründen im Nahen Osten die Menschen getötet werden, und es auch noch als heilige Tat abstempeln.
Meine Güte, Deine Begründung für den Tod des Kindes lautete,
dass Gott das Kind tötete (‚zu sich nahm‘, bla bla), weil
David die Feinde Gottes zum Lästern brachte. Das ist so gut
wie ein Geständnis. Die Frage nach einem natürlichen Tod
stellt sich hier nicht. Bei uns würde man sowas Mord nennen.
Es war geplant und das Motiv wären ‚niedere Beweggründe‘.
Alle Menschen müssen sterben. Also ermordet Gott alle
Menschen?
Du brauchst auch gar nicht nach einem natürlichen Tod fragen.
Das ist Fakt. Es hat kein Mensch dem Kind ein Leid getan. Es
ist ganz natürlich gestorben. Warum sprichst Du von Mord?
Du leugnest den von Dir beschriebenen Zusammenhang (siehe die von Dir beschriebene Bibelstelle). Klar kann ich sagen, dass das Kind eines natürlichen Todes gestorben ist, wenn es diese Bibelstelle nicht gäbe. Ich kann auch sagen, das die Atombombenopfer in Hiroshima und Nagasaki heute eines natürliche Todes sterben, denn Krebs ist ein natürlicher Tod. Dass da mal Atombomben gefallen sind kann ich prima verschweigen. Trotzdem ist es Mord.
Nur weil ein Gott die Tat begangen hat, ist das nicht zu entschuldigen.
Wie gehabt, es geht um diesen einen Fall des toten Kindes, nicht um alle Menschen.
Gruss,
Herb