Ehrenmord = Unwort

Hallo.
Immer wieder muß ich das fürchterliche Wort „Ehrenmord“ und auch das scheußliche Wort von der „Schutzgeld“ -Erpressung lesen.
Welche Ehre ist es, jemanden umzubringen?
Schutzgeld-Erpressung? Welchen Schutz erhält der Erpreßte?
Warum gibt es eigentlich noch keine Kampangne, diese beiden schrecklichen Wörter aus der deutschen Sprache zu tilgen?
Gruß
Jochen

Ich glaube nicht, dass es eine Ehre ist zu töten, sondern es wird als Beschmutzung der Ehre empfunden, wie sich eine Frau verhalten hat; sie wird als Strafe für diese (vermeintliche) Ehrverletzung ermordet. Das ist zwar keine Antwort auf deine Frage. Doch ich glaube, dass du den Begriff Ehrenmord falsch verstanden hast.

Levay

Hallo Jochen

Warum gibt es eigentlich noch keine Kampangne, diese beiden
schrecklichen Wörter aus der deutschen Sprache zu tilgen?

Das würde wahrscheinlich nicht funktionieren. Eleganter wäre es, das Wort „Ehrenmord“ als Unwort des Jahres vorzuschlagen.
Aber soweit ich weiß, lässt sich die elitäre Jury da nicht vom Volk beeinflussen. Ob das gut oder schlecht ist, wage ich nicht zu entsheiden. :wink:
Gruß,
Branden

Tach!

Schutzgeld-Erpressung? Welchen Schutz erhält der Erpreßte?

Schutz vor Repressalien durch denjenigen, der das Schutzgeld haben will.

Grüße
Heinrich

Hallo,

Aber soweit ich weiß, lässt sich die elitäre Jury da nicht vom
Volk beeinflussen. Ob das gut oder schlecht ist, wage ich
nicht zu entsheiden. :wink:

Doch lässt sie: http://www.unwortdesjahres.org/ „Satzung“ klicken, Abschnitt 2.2, mann kann zumindest Wörter vorschlagen
LG Backs

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Hallo Jochen

Hallo.
Immer wieder muß ich das fürchterliche Wort "Ehrenmord"
und auch das scheußliche Wort von der
"Schutzgeld" -Erpressung lesen.
Welche Ehre ist es, jemanden umzubringen?
Schutzgeld-Erpressung? Welchen Schutz erhält der Erpreßte?

Saugeile Frage/Statement - um’s mal sehr salopp zu sagen.
Ich gehe natürlich davon aus, daß diese Frage hintergründig
gemeint ist.

Eine Möglichkeit wäre, neue Begriffe für diese niederträchtigen
Tatsachen zu schaffen und sie konsequent anzuwenden. Ebenso
müßte man dann jedesmal allergisch auf die noch gängigen
Begriffe reagieren. Das schafft schon mal Bewußtsein.
Ich gehe mit falsch belegten Begriffen seit Jahrzehnten so um,
daß ich die Begriffe ‚neu‘ mit ihrem ursprünglichen Inhalt
erfülle; und lasse sie gleichzeitig dann nicht mehr mit ihrer
Fehlbelegung durchgehen. Egal, ob eine Debatte dadurch aus der
Spur kommt.

Bei diesen beiden Wörtern sieht es natürlich mit 'ner Neubelegung
schlecht aus. Also…neue Wortschöpfungen müssen her!!

Warum gibt es eigentlich noch keine Kampangne, diese beiden
schrecklichen Wörter aus der deutschen Sprache zu tilgen?

Du hast sie gerade ins Leben gerufen! Aber die reine Vernichtung
ist nie mein Ding gewesen. Ich bin da eher für die natürliche
Verdrängung durch Neuschöpfung. Was meinst? Gehen wir es an?!!
Hier tummeln sich so viele kreative Geister…sollte doch’n
Spaziergang sein. Ich selbst muß erst mal drüber nachdenken.
So aus der Rippe fällt mir so schnell nichts ein.

Vor allem sollten die Experten der deutschen Sprache mit ins
Boot steigen. Das Ganze könnte sehr interessant und auch witzig
werden. Ich empfinde es auch geradezu als schmerzliche Verletzung,
Begriffe wie ‚Schutz‘ und ‚Ehre‘ so durch den Dreck gezogen zu
sehen. Du hast vollkommen Recht, Dich dagegen aufzubäumen!

Grüße, Yndigo

Gruß
Jochen

Doch ich glaube, dass du den Begriff Ehrenmord falsch
verstanden hast.

Eine dritte Variante wäre der „Rufmord“.

mfg
Klaus

Immer wieder muß ich das fürchterliche Wort "Ehrenmord"
und auch das scheußliche Wort von der
"Schutzgeld" -Erpressung lesen.
Welche Ehre ist es, jemanden umzubringen?
Schutzgeld-Erpressung? Welchen Schutz erhält der Erpreßte?

Was ist daran fürchterlich, Dinge so zu benennen wie sie von den ausführenden Verbrechern auch empfunden werden? In manchen (Un-)Kulturen ist es eben üblich, die Todesstrafe an Verwandten gleich selbst auszuüben, wenn nur dadurch die Familienehre wieder hergestellt wird. Meistens sind Frauen die Opfer und der jüngste Bruder der Täter (da dieser wegen des Alters am leichtesten einer Strafe entkommen kann.)

„Schutzgeld“ ist ebenso ein Fachausdruck aus der Verbrecherszene: Zahle oder du stirbst. Was ist daran schwer zu verständlich? Wie soll man sonst zu Ehrenmorden und Schutzgelderpressung denn sagen?

Gruß
d.

Immer wieder muß ich das fürchterliche Wort "Ehrenmord"
und auch das scheußliche Wort von der
"Schutzgeld" -Erpressung lesen.
Welche Ehre ist es, jemanden umzubringen?
Schutzgeld-Erpressung? Welchen Schutz erhält der Erpreßte?

Hi,

Was ist daran fürchterlich, Dinge so zu benennen wie sie von
den ausführenden Verbrechern auch empfunden werden?

Die Tatsache, daß ich allein durch die Duldung des Wortes,
eine ~gewisse~ Toleranz/Akzeptanz zeige; oder auch nur
meine Blödheit. (Denn wieso habe ich nicht schon längst
darauf reagiert? Schließlich habe ich schon immer größtes
Unbehagen bei dieser Wortwahl empfunden. Aber das ist ein
sehr persönlicher Grund.)

Ja, in jenen (Un-)Kulturen ist der Schwestern-Mord,
Tochter-Mord, Ehefrauen-Mord, etc., ein Akt der SOGENANNTEN
Ehre; und wird von jenen auch wohl als solche empfundenen.
Damit IST es aber noch lange kein Akt der Ehre; sondern
etwas gänzlich anderes. Aber das ist ein weiteres Thema.
Somit finde ich es überfälligerweise an der Zeit, diesem
scheinbar Positiven etwas entgegen zu setzen. Idealerweise
ein entlarvendes Wort. (Werde wohl wieder mal ne schlaflose
Nacht haben.)

In manchen
(Un-)Kulturen ist es eben üblich, die Todesstrafe an
Verwandten gleich selbst auszuüben, wenn nur dadurch die
Familienehre wieder hergestellt wird. Meistens sind Frauen die
Opfer und der jüngste Bruder der Täter (da dieser wegen des
Alters am leichtesten einer Strafe entkommen kann.)

Feige Rattenä…e! Sorry, aber auch die Wut braucht mal
frische Luft. (Und nichts gegen die echten Ratten.)

„Schutzgeld“ ist ebenso ein Fachausdruck aus der
Verbrecherszene: Zahle oder du stirbst. Was ist daran schwer
zu verständlich? Wie soll man sonst zu Ehrenmorden und
Schutzgelderpressung denn sagen?

‚Schutzgeld‘ ist im üblichen Zusammenhang genauso paradox.
Es ist einfach zu harmlos. Im Mindesten schlicht falsch.
Ja richtig, ein Fachausdruck aus der Verbrecherszene. Bin
ich die Verbrecherszene? Oder Du? Oder wir?
Ich bin überwiegend in Deutschland aufgewachsen und hatte
deutsche Eltern. Soll heißen, daß ich eigentlich besonders
sensible auf deutsche Wortschöpfungen reagiere. Deshalb ist
es mir auch geradezu peinlich, daß ich mir doch wieder
welche unterjubeln ließ.

Um passende Wörter zu finden, werde ich mir gründliche
Gedanken machen darüber, worum es sich eigentlich tatsächlich
handelt.

Gute Nacht, yndigo

Gruß
d.

Ja, …
… liebe® yndigo, du solltest wirklich in-di-goo
(in meinem Dialekt: in-dich-gehen)!

Um passende Wörter zu finden, werde ich mir gründliche
Gedanken machen darüber, worum es sich eigentlich tatsächlich
handelt.

Bin wirklich gespannt, ob dir (oder sonst jemandem?) etwas
Überzeugendes einfällt.
Lass es uns bitte wissen.

Grüße
Rolf

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Hallo

Immer wieder muß ich das fürchterliche Wort "Ehrenmord"
und auch das scheußliche Wort von der
"Schutzgeld" -Erpressung lesen.
Welche Ehre ist es, jemanden umzubringen?
Schutzgeld-Erpressung? Welchen Schutz erhält der Erpreßte?
Warum gibt es eigentlich noch keine Kampangne, diese beiden
schrecklichen Wörter aus der deutschen Sprache zu tilgen?

Da kommt mir doch glatt Günter Grünwald in den Sinn: „Aaah, die Ehre meiner Familie wurde beschmutzt; da muss ich gleich mal meine Schwester anzünden.“ Verdeutlicht wohl ein wenig, wie unsinnig manche Wörter sind.

Warum aber möchtest du ebenso mit den Genannten verfahren, und sie einfach ihrer Existenz berauben?

Gruß B.

Hallo, Backs Banny.
Das ist wirklich ein konstruktiver Vorschlag. Werde die beiden Wörter dort vorschlagen.
Zum Unwort „Schutzgeld“: Ich bin als Jugendlicher im Vergnügungsviertel Hamburg St. Pauli aufgewachsen.
Die damals (in den 50er Jahren) agierenden Banden waren sicher KEINE Chorknaben, aber längst nicht so brutal wie die jetzt dort herrschenden (Achtung!! Politisch unkorrekt!) ausländischen Verbrecherbanden.
Es gab auch damals wie überall manchmal Zoff durch die Gäste. Wenn der Wirt dann an eine der Banden „Schutzgeld“ bezahlt hatte, saß ständig ein „Aufpasser“ der Bande im Lokal, der dann für „Ruhe und Ordnung“ im Lokal sorgte.
Somit erhielt der Wirt doch tatsächlich eine Gegenleistung für das „Schutzgeld“.
Gruß
Jochen

Hallo lieber Rolf,

… liebe® yndigo,

(weiblich)

du solltest wirklich in-di-goo
(in meinem Dialekt: in-dich-gehen)!

Um passende Wörter zu finden, werde ich mir gründliche
Gedanken machen darüber, worum es sich eigentlich tatsächlich
handelt.

Bin wirklich gespannt, ob dir (oder sonst jemandem?) etwas
Überzeugendes einfällt.

2 x ich auch!

Lass es uns bitte wissen.

Selbstverständlich! Werde zu diesem Thema demnächst einen
Artikel reinsetzen. Weiß nur noch nicht in welches Brett.
Aber bereits jetzt ist schon mal klar, nicht nur mir,
sondern in meinem gesamten Umfeld, daß von nun an zumindest
nur noch vom z.B. Schwester-Mord oder dem Schwester-Mörder
die Rede sein wird.

Grüße, Yndigo

Grüße
Rolf

Hallo,
Dein Argument, dass wir uns ja nicht mit der Verbrecherszene identifizieren (normalerweise) kann hier nicht angewandt werden. ‚Schutzgeld‘ definiert das Geld über das scheinbare Motiv des Erpressers näher, und das ist nun mal, den „Kunden“ zu „schützen“ (und zwar meistens vor sich selber, hehe).

Ich verstehe daher deine Einwände und des Originalfragestellers Einwände gegen das Wort nicht ganz. Das Wort ist für mich völlig logisch. Aber auch wenn’s das nicht wäre — seit wann ist Sprache logisch. Man kann aus deutschen Komposita ohne Hintergrundwissen nun mal den exakten Zusammenhang der Teilwörter nicht schließen.

Gruß,

  • André

Somit erhielt der Wirt doch tatsächlich eine Gegenleistung für
das „Schutzgeld“.

Prima, ist doch ein hervorragendes Beispiel. Wo siehst du also das Problem mit dem Wort „Schutzgeld“?
Und mit dem Ehrenmord ist das doch genauso, da ist eben das Motiv der Zusammenhang der Teilwörter im Kompositum. Dass die Wörter etwas makaber sind, weil sie natürlich eher die Sichtweise der entsprechenden Verbrecher darstellen, ändert doch an der Wortbedeutung nichts.

Theoretisch dürftest du Mundraub auch doof finden, schließlich ist es für uns ‚brave‘ Bürger ja immer noch ein Raub, egal ob „für den Mund“.

Gruß,

  • André

Moin André

Hallo,
Dein Argument, dass wir uns ja nicht mit der Verbrecherszene
identifizieren (normalerweise) kann hier nicht angewandt
werden.‚Schutzgeld‘ definiert das Geld über das scheinbare
Motiv des Erpressers näher, und das ist nun mal, den „Kunden“
zu „schützen“ (und zwar meistens vor sich selber, hehe).

:smile:)
Rein logisch betrachtet ist das völlig richtig. Nur habe ich
ein Problem damit, in Fällen wie z.B. ‚Ehrenmord‘ und (weniger)
‚Schutzgeld‘, diese Logik in den Vordergrund zu stellen.
Um mal bei ‚Ehrenmord‘ zu bleiben: MIR IST NICHT DARAN GELEGEN,
VERSTÄNDNIS FÜR EINEN FEIGEN, FEHLGELEITETEN MÖRDER ZU
TRANSPORTIEREN. VIELMEHR WILL ICH EIN WORT NENNEN KÖNNEN,
DASS MÖGLICHST GENAU DAS AUSSAGT WAS ES IST; UND NICHT, WAS
DER MÖRDER MEINT; DAS ES IST.

Da ich eine Freundin krasser Beispiele bin, Folgendes:
Während der letzten deutschen Verbrecher-Diktatur wurde
die deutsche Sprache teilweise regelrecht vergewaltigt.
Besonders perfiede (ich hoffe das wird so geschrieben)
waren völlig harmlose Begriffe, mit denen man Umstände
benannte, die unaussprechlich scheußlich waren/sind.
Eines der geeignetsten Beispiele ist die sogenannte
‚Endlösung‘. Ein nettes, harmloses Wort, daß den
millionenfachen Mord, Qual, Horror, Folter gemeinsten
und schrecklichsten, unvorstellbaren Ausmaßes ganz
schlicht umschreibt.

ICH WILL DAS NICHT. Wenn man sich nur einmal vorstellt,
was diese Mädchen und Frauen durchmachen müssen…
und dann wird nett vom ‚Ehrenmord‘ gesprochen. Nur weil
es die Motivation des Mörders so schön logisch beschreibt.
Na gute Nacht. Diese nekrophile Nazibande hatte auch ihre
Motive.

Ich verstehe daher deine Einwände und des
Originalfragestellers Einwände gegen das Wort nicht ganz. Das
Wort ist für mich völlig logisch.

Ja, das Wort ist logisch. Aber ich bin der lebendige Mensch,
der die Freiheit hat, zu entscheiden, wann und wofür ich es
gebrauche. Gern lasse ich mich belehren; z.B. von Dir oder
anderen. Nicht aber lasse ich mir, sofern es mir bewußt wird,
von einem den Verstand vernebeln, der seine Tochter oder
Schwester mordet.

Aber auch wenn’s das nicht wäre — seit wann ist Sprache
logisch. Man kann aus deutschen Komposita ohne
Hintergrundwissen nun mal den exakten Zusammenhang
der Teilwörter nicht schließen.

Man kann sich aber bemühen, etwas in die richtige Richtung
zu verändern. Wäre dankbar für Deine kompetente Hilfe bei
der Suche. Werde bald den Artikel dafür schreiben.

Gruß, Yndigo

Gruß,

  • André
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Hi,

Rein logisch betrachtet ist das völlig richtig. Nur habe ich
ein Problem damit, in Fällen wie z.B. ‚Ehrenmord‘ und
(weniger)
‚Schutzgeld‘, diese Logik in den Vordergrund zu stellen.

Es geht nicht allein um Logik, sondern auch um Verständlichkeit. Mittlerweile ist dieses Wort „Ehrenmord“ in die Sprache eingeführt, es ist sozusagen ein terminus technicus und jeder weiß, worum es dabei geht, nämlich um etwas Negatives. Das zu ändern dürfte schwierig bis unmöglich sein. Selbiges gilt auch für andere eingeführte Wörter.

Um mal bei ‚Ehrenmord‘ zu bleiben: MIR IST NICHT DARAN
GELEGEN,
VERSTÄNDNIS FÜR EINEN FEIGEN, FEHLGELEITETEN MÖRDER ZU
TRANSPORTIEREN. VIELMEHR WILL ICH EIN WORT NENNEN KÖNNEN,
DASS MÖGLICHST GENAU DAS AUSSAGT WAS ES IST; UND NICHT, WAS
DER MÖRDER MEINT; DAS ES IST.

Deine Shifttaste scheint zu klemmen.
Da das Wort „Ehrenmord“ genau definiert ist, sehe ich nicht, wie es das Verständnis für einen Mörder transportieren könnte außer bei denen aus der Szene des Mörders selbst. Die aber wirst du mit deinem Appell nicht erreichen können, zumal sie ohnehin keine deutschen Muttersprachler sind.

[…]

Besonders perfiede (ich hoffe das wird so geschrieben)

perfide

waren völlig harmlose Begriffe, mit denen man Umstände
benannte, die unaussprechlich scheußlich waren/sind.
Eines der geeignetsten Beispiele ist die sogenannte
‚Endlösung‘. Ein nettes, harmloses Wort, daß den
millionenfachen Mord, Qual, Horror, Folter gemeinsten
und schrecklichsten, unvorstellbaren Ausmaßes ganz
schlicht umschreibt.

ICH WILL DAS NICHT.

Niemand will das.
Aber auch hier gilt meiner Meinung nach: das Wort ist bekannt und mit negativer Bedeutung besetzt.
Zudem wird es, eben aus den von dir genannten Gründen, heute umgangssprachlich nicht mehr genutzt.

Wenn man sich nur einmal vorstellt,
was diese Mädchen und Frauen durchmachen müssen…
und dann wird nett vom ‚Ehrenmord‘ gesprochen. Nur weil
es die Motivation des Mörders so schön logisch beschreibt.

Eben. Das tut es. Da das Wort aber negativ besetzt ist, wird es nicht „nett“ benutzt, wie du schreibst.

Na gute Nacht. Diese nekrophile Nazibande hatte auch ihre
Motive.

Nekrophil waren die Nazis sicher nicht.
Im übrigen wehre ich mich auch dagegen, dass Wörter wie etwa hier der Ehrenmord in Nazivergleiche gesetzt werden. Dadurch werden die Verbrechen der Nazis relativiert und das sollte nicht sein.
Man kann einfach keinen einfachen Mord, aus welcher Motivation heraus er auch ausgeführt werden mag, mit den Naziverbrechen vergleichen.

Ich verstehe daher deine Einwände und des
Originalfragestellers Einwände gegen das Wort nicht ganz. Das
Wort ist für mich völlig logisch.

Ja, das Wort ist logisch. Aber ich bin der lebendige Mensch,
der die Freiheit hat, zu entscheiden, wann und wofür ich es
gebrauche.

Du musst dann allerdings möglicherweise in Kauf nehmen, dass man dich nicht mehr versteht oder dass du dich sehr umständlich ausdrücken musst, um manche Wörter zu vermeiden.

Gern lasse ich mich belehren; z.B. von Dir oder
anderen. Nicht aber lasse ich mir, sofern es mir bewußt wird,
von einem den Verstand vernebeln, der seine Tochter oder
Schwester mordet.

Wieso wird dir der Verstand vernebelt? Das verstehe ich jetzt nicht. Das Wort „Ehrenmord“ ist doch negativ besetzt, wie weiter oben schon erwähnt.

Aber auch wenn’s das nicht wäre — seit wann ist Sprache
logisch. Man kann aus deutschen Komposita ohne
Hintergrundwissen nun mal den exakten Zusammenhang
der Teilwörter nicht schließen.

Man kann sich aber bemühen, etwas in die richtige Richtung
zu verändern.

Wer definiert dabei, was richtig ist und was falsch?
In der Sprache doch eigentlich immer die Mehrheit, oder?
Außer man lebt in einer Diktatur, in der es Sprachregelungen von oben gibt.

Viele Grüße
WoDi

Theoretisch dürftest du Mundraub auch doof finden, schließlich
ist es für uns ‚brave‘ Bürger ja immer noch ein Raub, egal ob
„für den Mund“.

Also ein Mundraub ist (im Normalfall) eher ein Diebstahl denn ein Raub.

Grüße,

Anwar

Hi WoDi,

Hi,

Rein logisch betrachtet ist das völlig richtig. Nur habe ich
ein Problem damit, in Fällen wie z.B. ‚Ehrenmord‘ und (weniger)
‚Schutzgeld‘, diese Logik in den Vordergrund zu stellen.

Es geht nicht allein um Logik, sondern auch um
Verständlichkeit.

Mittlerweile ist dieses Wort „Ehrenmord“ in
die Sprache eingeführt, es ist sozusagen ein terminus
technicus und jeder weiß, worum es dabei geht, nämlich um
etwas Negatives. Das zu ändern dürfte schwierig bis unmöglich
sein. Selbiges gilt auch für andere eingeführte Wörter.

Um mal bei ‚Ehrenmord‘ zu bleiben: MIR IST NICHT DARAN
GELEGEN, VERSTÄNDNIS FÜR EINEN FEIGEN, FEHLGELEITETEN
MÖRDER ZU TRANSPORTIEREN. VIELMEHR WILL ICH EIN WORT
NENNEN KÖNNEN, DASS MÖGLICHST GENAU DAS AUSSAGT WAS ES
IST; UND NICHT, WAS DER MÖRDER MEINT, DAS ES IST.

Deine Shifttaste scheint zu klemmen.

*lol* …und was klemmt bei Dir? :smiley:

Da das Wort „Ehrenmord“ genau definiert ist, sehe ich nicht,
wie es das Verständnis für einen Mörder transportieren könnte

Indem es genau auf ‚Ehre‘ und ‚Mord‘ definiert ist. Zwei
Begriffe, die für die zugrundeliegende Motivation derartiger
Taten, schon allein durch die bloße Benennung, als erstes auf
etwas Ehrenvolles hinweist, das mit Ehre aber so rein gar
nichts zu tun hat. Und wenn wir hundertmal wissen, daß Ehre
in Verbindung mit Mord etwas mieses ist. Warum nennen wir es
denn dann so?? (Deine Antwort ist klar; also bitte nicht
noch einmal.)

außer bei denen aus der Szene des Mörders selbst. Die aber
wirst du mit deinem Appell nicht erreichen können, zumal sie
ohnehin keine deutschen Muttersprachler sind.

Es geht mir hier doch nicht um einen Appell an die Mörder,
bzw. potenziellen. Die armen Kerle sind doch eh schon so
meschugge, daß es nur noch für einen Tunnelblick reicht.

Das ist auch nicht mein Anliegen. Eher in der Art, daß man
allgemein im deutschsprachigen Raum, und besonders vor
Gericht und im Polizei-Apparat z.B. von Lynchmord spricht.
Auf diesem Wege würde es sehr wohl auch jene erreichen.
Es würde Ächtung transportieren, nicht Ehre. Mein Anliegen
ist, uns selbst zu erreichen.

[…]

Besonders perfiede (ich hoffe das wird so geschrieben)

perfide

DANKE

waren völlig harmlose Begriffe, mit denen man Umstände
benannte, die unaussprechlich scheußlich waren/sind.
Eines der geeignetsten Beispiele ist die sogenannte
‚Endlösung‘. Ein nettes, harmloses Wort, daß den
millionenfachen Mord, Qual, Horror, Folter gemeinsten
und schrecklichsten, unvorstellbaren Ausmaßes ganz
schlicht umschreibt.

ICH WILL DAS NICHT.

Niemand will das.

Da irrst Du aber ganz gewaltig. Aber das ist ein anderes Thema.
(Immer noch. Leider.)

Aber auch hier gilt meiner Meinung nach: das Wort ist bekannt
und mit negativer Bedeutung besetzt.
Zudem wird es, eben aus den von dir genannten Gründen, heute
umgangssprachlich nicht mehr genutzt.

Siehst Du; so werden harmlose, ansich gute, normale Wörter
vernichtet.

Wenn man sich nur einmal vorstellt,
was diese Mädchen und Frauen durchmachen müssen…
und dann wird nett vom ‚Ehrenmord‘ gesprochen. Nur weil
es die Motivation des Mörders so schön logisch beschreibt.

Eben. Das tut es. Da das Wort aber negativ besetzt ist, wird
es nicht „nett“ benutzt, wie du schreibst.

Na gute Nacht. Diese nekrophile Nazibande hatte auch ihre
Motive.

Nekrophil waren die Nazis sicher nicht.

Darüber kann man streiten. Ist ein anderes Thema.

Im übrigen wehre ich mich auch dagegen, dass Wörter wie etwa
hier der Ehrenmord in Nazivergleiche gesetzt werden. Dadurch
werden die Verbrechen der Nazis relativiert und das sollte
nicht sein.
Man kann einfach keinen einfachen Mord, aus welcher Motivation
heraus er auch ausgeführt werden mag, mit den Naziverbrechen
vergleichen.

Wow, Du sagst, daß Du mein Anliegen nicht verstehst…
Wo nimmst Du auf einmal all die Sensibilität her, die mir Deinen
Nazi-Absatz glaubwürdig erscheinen ließe?
Außerdem habe ich die beiden Tatsachen/Geschehnisse nicht
gleichgesetzt.
Und bei diesen innerfamiliären Lynchmorden von ‚einfachen‘
zu sprechen, ist im Mindest höchst unsensibel; ums höflich
zu formulieren.

Ich verstehe daher deine Einwände und des
Originalfragestellers Einwände gegen das Wort nicht ganz. Das
Wort ist für mich völlig logisch.

Ja, das Wort ist logisch. Aber ich bin der lebendige Mensch,
der die Freiheit hat, zu entscheiden, wann und wofür ich es
gebrauche.

Du musst dann allerdings möglicherweise in Kauf nehmen, dass
man dich nicht mehr versteht oder dass du dich sehr
umständlich ausdrücken musst, um manche Wörter zu vermeiden.

Soweit sind wir ja nun noch nicht. Außerdem zäumt man ein
Pferd nicht von hinten auf.

Gern lasse ich mich belehren; z.B. von Dir oder
anderen. Nicht aber lasse ich mir, sofern es mir bewußt wird,
von einem den Verstand vernebeln, der seine Tochter oder
Schwester mordet.

Wieso wird dir der Verstand vernebelt? Das verstehe ich jetzt
nicht. Das Wort „Ehrenmord“ ist doch negativ besetzt, wie
weiter oben schon erwähnt.

Weil es ein, durch Leichtfertigkeit übernommener Begriff ist,
der Falsches sugeriert. Er befriedigt den Intellekt; kann
aber auf Dauer die feinere Wahrnehmung täuschen.

Aber auch wenn’s das nicht wäre — seit wann ist Sprache
logisch. Man kann aus deutschen Komposita ohne
Hintergrundwissen nun mal den exakten Zusammenhang
der Teilwörter nicht schließen.

Man kann sich aber bemühen, etwas in die richtige Richtung
zu verändern.

Wer definiert dabei, was richtig ist und was falsch?
In der Sprache doch eigentlich immer die Mehrheit, oder?

Genau! Wir sind das Volk.

Grüße, Yndigo

Außer man lebt in einer Diktatur, in der es Sprachregelungen
von oben gibt.

Viele Grüße
WoDi

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Hi,

Da das Wort „Ehrenmord“ genau definiert ist, sehe ich nicht,
wie es das Verständnis für einen Mörder transportieren könnte

Indem es genau auf ‚Ehre‘ und ‚Mord‘ definiert ist. Zwei
Begriffe, die für die zugrundeliegende Motivation derartiger
Taten, schon allein durch die bloße Benennung, als erstes auf
etwas Ehrenvolles hinweist, das mit Ehre aber so rein gar
nichts zu tun hat. Und wenn wir hundertmal wissen, daß Ehre
in Verbindung mit Mord etwas mieses ist. Warum nennen wir es
denn dann so?? (Deine Antwort ist klar; also bitte nicht
noch einmal.)

Ein leicht hinkendes Beispiel: das Wort Straßenraub. Jeder kennt es und niemand würde auf die Idee kommen, dass es dort die Straße selbst ist, die geraubt wird.

Das ist auch nicht mein Anliegen. Eher in der Art, daß man
allgemein im deutschsprachigen Raum, und besonders vor
Gericht und im Polizei-Apparat z.B. von Lynchmord spricht.
Auf diesem Wege würde es sehr wohl auch jene erreichen.
Es würde Ächtung transportieren, nicht Ehre. Mein Anliegen
ist, uns selbst zu erreichen.

Lynchmord wird wohl seltener benutzt als Lynchjustiz. Das Problem ist, dass Lynchmord/-justiz schon anders definiert ist und du eine Komponente hinzufügen willst.

[Endlösung]

Aber auch hier gilt meiner Meinung nach: das Wort ist bekannt
und mit negativer Bedeutung besetzt.
Zudem wird es, eben aus den von dir genannten Gründen, heute
umgangssprachlich nicht mehr genutzt.

Siehst Du; so werden harmlose, ansich gute, normale Wörter
vernichtet.

Ehrenmord ist weder ein gutes noch ist es ein harmloses Wort.

Na gute Nacht. Diese nekrophile Nazibande hatte auch ihre
Motive.

Nekrophil waren die Nazis sicher nicht.

Darüber kann man streiten. Ist ein anderes Thema.

Sieh dir einfach die Definition von nekrophil an. Ich glaube nicht, dass man darüber streiten kann.

Im übrigen wehre ich mich auch dagegen, dass Wörter wie etwa
hier der Ehrenmord in Nazivergleiche gesetzt werden. Dadurch
werden die Verbrechen der Nazis relativiert und das sollte
nicht sein.
Man kann einfach keinen einfachen Mord, aus welcher Motivation
heraus er auch ausgeführt werden mag, mit den Naziverbrechen
vergleichen.

Wow, Du sagst, daß Du mein Anliegen nicht verstehst…
Wo nimmst Du auf einmal all die Sensibilität her, die mir
Deinen Nazi-Absatz glaubwürdig erscheinen ließe?
Außerdem habe ich die beiden Tatsachen/Geschehnisse nicht
gleichgesetzt.

Aber verglichen oder zumindest eine Verbindung hergestellt.

Und bei diesen innerfamiliären Lynchmorden von ‚einfachen‘
zu sprechen, ist im Mindest höchst unsensibel; ums höflich
zu formulieren.

Du liest offenbar sehr stark gefiltert.
Schon mal darüber nachgedacht, dass ich den „einfachen“ im Gegensatz zum „vielfachen“ Mord meine?

Ich verstehe daher deine Einwände und des
Originalfragestellers Einwände gegen das Wort nicht ganz. Das
Wort ist für mich völlig logisch.

Ja, das Wort ist logisch. Aber ich bin der lebendige Mensch,
der die Freiheit hat, zu entscheiden, wann und wofür ich es
gebrauche.

Du musst dann allerdings möglicherweise in Kauf nehmen, dass
man dich nicht mehr versteht oder dass du dich sehr
umständlich ausdrücken musst, um manche Wörter zu vermeiden.

Soweit sind wir ja nun noch nicht. Außerdem zäumt man ein
Pferd nicht von hinten auf.

Ok. Welches eine Wort willst du an Stelle von Ehrenmord verwenden, so dass dich jeder auf Anhieb versteht? Also ohne weiter gehende Erklärung deinerseits?

Wieso wird dir der Verstand vernebelt? Das verstehe ich jetzt
nicht. Das Wort „Ehrenmord“ ist doch negativ besetzt, wie
weiter oben schon erwähnt.

Weil es ein, durch Leichtfertigkeit übernommener Begriff ist,
der Falsches sugeriert. Er befriedigt den Intellekt; kann
aber auf Dauer die feinere Wahrnehmung täuschen.

Es ist doch völlig gleich, wie ein Wort übernommen wird, ob nun durch Leichtfertigkeit oder sonst wie. Wenn es eine eindeutige Definition hat, und das trifft hier klar zu, ist doch nichts dagegen einzuwenden.

Man kann sich aber bemühen, etwas in die richtige Richtung
zu verändern.

Wer definiert dabei, was richtig ist und was falsch?
In der Sprache doch eigentlich immer die Mehrheit, oder?

Genau! Wir sind das Volk.

So ist es. Also: wer definiert z.B. im vorliegenden Fall, was richtig und was falsch ist?
Du? Wohl nicht. Ich? Natürlich auch nicht.
Aber du würdest gern, stimmt’s?

Viele Grüße
WoDi