Eifersucht

Also, nachdem ich mit Eurer Hilfe meine Frage der Heimat-Losigkeit für mich klären konnte (und ich damit auch in anderer Hinsicht ein riesiges Stück weiter gekommen bin), bin ich sehr neugierig, was Ihr zu folgender Frage sagt:

Wieso emfpindet der Mensch Eifersucht?
Vor kurzem hab’ ich die Aussage gelesen: „Wenn man liebt, ist man automatisch auch eifersüchtig“. Für mich klingt das widersprüchlich, denn wahre Liebe (die m.E. bedingungslos ist), stellt keine Besitzansprüche.

Beim Versuch, die Antwort zu ergründen, bin ich auf zwei mögliche Ursachen gestoßen:
Mangelndes Vertrauen einerseits und fehlender Selbstwert andererseits.
Wie könnte Eifersucht noch begründet werden?

Was denkt Ihr? *schonüberdimensionalneugierigbin* *undmichaufEurePostingsfreu*

Mit liebem Gruß,
profound

Hallo profound

Wieso emfpindet der Mensch Eifersucht?
Vor kurzem hab’ ich die Aussage gelesen: „Wenn man liebt, ist
man automatisch auch eifersüchtig“.

Diese Aussage trifft auf mich nicht zu.

Für mich klingt das

widersprüchlich, denn wahre Liebe

Was ist wahre Liebe ?
Gefühlsmäßige Abhängigkeit von einer anderen Person !

Beim Versuch, die Antwort zu ergründen, bin ich auf zwei
mögliche Ursachen gestoßen:
Mangelndes Vertrauen einerseits und fehlender Selbstwert
andererseits.
Wie könnte Eifersucht noch begründet werden?

Eifersucht ist eher eine Krankheit und nervt, meine Ex war
von dieser Krankheit befallen.

Gruß Iwan

Hi,

‚Iwan‘ hat schon irgendwie Recht mit der Behauptung, dass Eifersucht krankhaft ist, bzw sein kann.

Aber ich bin der Meinung, dass EIFERSÜCHTIG HANDELN bzw REAGIEREN krankhaft ist, vor allem wenn’s in Extremen ausartet (jaja, ich war auch mal in so einer Beziehung, aber nicht allzu lange… der Typ war Südafrikaner, ein Afrikaaner der schlimmsten Sorte, der nicht mal das Wort Emanzipation kannte - aber women’s lib war ihm ein Begriff… Anyway, er war nicht nur EXTREM eifersüchig, wenn ich mich mit einem Mann unterhielt und vielleicht auch scherzte. Nein, er DACHTE sich auch Männer AUS, die gar nicht existierten, und war dann VÖLLIG davon überzeugt, dass ich mit diesen nicht-existenten Menschen was hatte.)

Aber ‚normal‘ Eifersucht zu empfinden, das ist m.E. nicht krankhaft, sondern normal. Man muss schon entscheiden können, ob eine Frau gerade mit meinem Freund flirtet, oder ob er mit ihr flirtet. Die meisten eifersüchtigen Männer nehmen es nämlich der Frau übel, wenn ein Mann mal mit ihr flirtet! DAS ist doch nun wirklich kein Grund zur Eifersucht.

Wenn man aber ein bisschen Eifersucht verspürt, ich glaube, dann ist das eine normale Reaktion, ein Ausdruck einer unterbewussten Angst, dass der Mensch, den man liebt, eben nicht mein ‚Besitz‘ ist, und dass sich Sachen verändern können, und dass es eben vielleicht irgendwann mal vorbei sein könnte.

Sollte man diese Eifersucht aber ausdrücken, und seinen Partner andauernd, oder auch nur ab und zu, damit nerven, dann beeinflusst selbige natürlich auch die Beziehung, die dann evtl den Bach runtergeht. Und die Leute, die überhaupt keine Einsicht in ihre eigenen Eifersucht haben, fühlen sich dann evtl bestätigt: Siehst Du, jetzt hat er/sie mich - sicherlich für ne(n) andere(n) - verlassen! Ich wusste doch die ganze Zeit, dass er/sie mir nicht treu bleiben würde!!

Das ist aber m.E. der Extremfall. Ein bisschen Eifersucht zu verspüren halte ich für natürlich - genau wie das Bauchkribbeln oder die Nervosität, wenn man sich neu in jemanden verliebt…

Gruss, Isabel

Wieso emfpindet der Mensch Eifersucht?
Vor kurzem hab’ ich die Aussage gelesen: „Wenn man liebt, ist
man automatisch auch eifersüchtig“. Für mich klingt das
widersprüchlich, denn wahre Liebe (die m.E. bedingungslos
ist), stellt keine Besitzansprüche.

Eifersucht ist eher ein egozentrisches Verhalten, daß das was es ‘liebt’ nicht mit anderen teilen will, es für sich allein besitzen will. Es ist der Mehrheit der Menschen (und auch Tieren) eigen. Deshalb hat vielleicht dieser von Dir zitierte Ausspruch einige Gültigkeit.

Du überforderst den Menschen wenn Du von ihm wahre Liebe erwartest, die nur ein Idealbild und eine Erfindung von Romantikern ist. Das was im Allgemeinen Liebe genannt wird, gleicht wohl mehr einem ‘Sich gegenseitigem Auffressen‘. Und ganz brutal gesagt geht man wenn man satt ist oder nichts mehr zu fressen hat, wieder auseinander.

Was Menschen auf die Dauer zusammenhält, sind eher Gründe, die die Vernunft miteinbeziehen und auch ein höheres Element im Menschen.

Ganz cool
rolf

Hmm,

Für mich klingt das
widersprüchlich, denn wahre Liebe (die m.E. bedingungslos
ist), stellt keine Besitzansprüche.

was ist für Dich „wahre Liebe“ ? Für mich hört sich ein Konstrukt, daß frei von Anspruchs-/Besitzdenken ist zumindest komplett asexuell an.

Mangelndes Vertrauen einerseits und fehlender Selbstwert
andererseits.

M.M. fehlendes Selbstwertgefühl, also letzteres.

Gruss
Enno

Was ist für Dich „wahre Liebe“ ? Für mich hört sich ein
Konstrukt, daß frei von Anspruchs-/Besitzdenken ist zumindest
komplett asexuell an.

Korrekt, bis auf das, dass ich’s nicht „Konstrukt“ nennen würde, weil’s einer der grundlegendsten Bestandteile aller Existenz ist.
Kann mich auch irren, das hab’ ich jetzt nur so aus’m Bauch heraus gesagt. Vielleicht könnte man das noch besser erklären, ich momentan nicht *entschuldigendgrins* …

Was ist für DICH wahre Liebe?

Grüße, profound

Du überforderst den Menschen wenn Du von ihm wahre Liebe
erwartest,

Warum sollte man sich die erwarten? Damit kann man nur enttäuscht werden. ICH SELBST möchte so von MIR aus empfinden, nicht sie bei Anderen suchen!

[Liebe,]… die nur ein Idealbild und eine Erfindung von
Romantikern ist.

Es würde mich sehr interessieren, wie Du zu diesem Schluss kommen kannst.

Das was im Allgemeinen Liebe genannt wird,
gleicht wohl mehr einem ‘Sich gegenseitigem Auffressen‘. Und
ganz brutal gesagt geht man, wenn man satt ist oder nichts mehr
zu fressen hat, wieder auseinander.

Ich glaube nicht, dass jemand ernsthaft von „Liebe“ spricht und obiges praktiziert. Sorry, Rolf, da muss ich passen und Dir sagen, dass ich bei Deiner Ansicht nicht mitreden kann.

Was Menschen auf die Dauer zusammenhält, sind eher Gründe, die
die Vernunft miteinbeziehen und auch ein höheres Element im
Menschen.

Es stimmt schon, dass rationale Gründe mitspielen, aber wenn nur solche Gründe die „Liebesverbindung“ zweier Menschen definieren, verwenden sie das falsche Wort.

Auch noch ganz cool? *zwinkerndgrins*
Silvia

„Wenn man liebt, ist
man automatisch auch eifersüchtig“.

Diese Aussage trifft auf mich nicht zu.

Also, Iwan, das hab’ ich auch nicht angenommen *amüsiertlächle*, aber es freut mich, dass Du was dazu sagst :wink:

Was ist wahre Liebe ?
Gefühlsmäßige Abhängigkeit von einer anderen Person !

Ist es das für Dich selbst? Kann man dann wirklich von wahrer Liebe sprechen? Wie kann Abhängigkeit mit Liebe gekoppelt sein?
Wie steht’s mit dem typischen Beispiel einer Frau, die aufgrund ihrer „gefühlsmässigen Abhängigkeit“ ihrem Partner gegenüber sich schlagen lässt oder sonstwas mit ihr machen lässt?

Im Gegenteil, WAHRE Liebe lässt dem Anderen jeglichen Freiraum, der derjenige braucht.
Meiner Meinung zumindest, die nicht den Anspruch auf Korrektheit stellt :wink:

Auf die Eifersucht ist Isabel bestens eingegangen, aber dass Du das als „Krankheit“ (Gefühlskrankheit) siehst, ist klar.

Hab noch zu wenig Ansichts-Seiten dieses Phänomens, um da was sagen zu können …

Gruß, profound

Aber ‚normal‘ Eifersucht zu empfinden, das ist m.E. nicht
krankhaft, sondern normal. Man muss schon entscheiden können,
ob eine Frau gerade mit meinem Freund flirtet, oder ob er mit
ihr flirtet. Die meisten eifersüchtigen Männer nehmen es
nämlich der Frau übel, wenn ein Mann mal mit ihr flirtet! DAS
ist doch nun wirklich kein Grund zur Eifersucht.

Abgesehen davon, dass dies im umgekehrten Fall (Mann, der mit Frau flirtet) genauso zu unterscheiden wäre, frag’ ich jetzt ganz direkt:
Was ist verkehrt am Flirten mit dem Anderen Geschlecht?
Oft denk’ ich mir, rein verstandesmässig gesehen, gar nix, warum kann ich mich persönlich zB nicht aufrichtig darüber freuen, dass mein Mann so eine angenehme Ausstrahlung auf Andere (nicht nur auf Frauen hat)? Dass dann das andere Geschlecht auf ihn aufmerksam wird, ist klar, aber ich WEISS doch, dass er sich nicht auf mehr mit seinem ihn bewundernden weiblichen Gegenüber einlässt. Wieso stehen dann aber mit einer solch immensen Heftigkeit (und auch Geschwindigkeit, noch bevor ich überhaupt bewußt denken kann) und Aufdringlichkeit dermassen eifersüchtige Emotionen auf, die einfach nimmer einzufangen sind??
Wenn ich mich dann wieder beruhigt hab’, überdenk’ ich die Sache jedes Mal mit dem Ergebnis, dass ABSOLUT KEIN GRUND für meine Emotionen bestanden haben und noch bestehen.

DAS find’ ich doch nicht normal!

Wenn man aber ein bisschen Eifersucht verspürt,

Siehst Du, Isabel: Was ist ein bisschen Eifersucht? Wo ist die Grenze?

dann ist das eine normale Reaktion, ein Ausdruck einer
unterbewussten Angst, dass der Mensch, den man liebt, eben
nicht mein ‚Besitz‘ ist, und dass sich Sachen verändern
können, und dass es eben vielleicht irgendwann mal vorbei sein
könnte.

Auch hier: ich weiss doch, dass er nicht mein Besitz ist. Mir ist vollkommen bewußt, dass unsere Beziehung eines Tages (vielleicht sogar schlagartig) vorbei sein kann. Warum sollt’ ich mich also davor fürchten? Führe ich es dadurch dann nicht sowieso herbei?
Und da ist auch ein Aspekt der wahren Liebe: Wenn ich den Anderen so liebe, dann liegt mir SEIN Wohlergehen am Herzen. Wenn das bedeutet, zu gehen, müsste ich doch (vom Verstand her zumindest) das zulassen können, ohne solch überschwappende Gefühle zu haben.
Hm, ehrlich jetzt: Ist das irgendwie nachvollziehbar? *zweifelnddreinblick*

Und die Leute, die überhaupt keine
Einsicht in ihre eigenen Eifersucht haben …

Interessante Formulierung :wink:

Hast Du übrigens meine Mail bekommen?

Lieben Gruß, profound

keine Krankheit
Hallo Iwan,

Eifersucht ist eher eine Krankheit und nervt, meine Ex war
von dieser Krankheit befallen.

Verwechselst du da nicht etwas?

Eifersucht ist keine Krankheit. Eifersucht ist ein menschliches Gefühl, welches man nicht steuern kann, genausowenig wie Liebe.

Was du wohl meinst, ist die „grundlose“ Eifersucht. Die kann möglicherweise krankhaft sein.
Aber ich glaube, das war hier gar nicht gemeint.

Gruß
Roland

hallo profound,

Wieso emfpindet der Mensch Eifersucht?

eine gute frage, über die ich mir auch schon sehr oft gedanken gemacht habe…

Vor kurzem hab’ ich die Aussage gelesen: „Wenn man liebt, ist
man automatisch auch eifersüchtig“.

so ein schwachsinn! aber ich habe das auch schon oft gehört. und auch den umkehrschluss: wer nicht eifersüchtig ist, ist nicht wirklich liebesfähig… vielleicht sollte man erst mal definieren, was liebe eigentlich ist. und da scheiden sich ja schon die geister, und zwar häufig ganz grundlegend!

Für mich klingt das
widersprüchlich, denn wahre Liebe (die m.E. bedingungslos
ist), stellt keine Besitzansprüche.

das sehe ich auch so. wobei ich mit dem terminus „wahre liebe“ etwas vorsichtig wäre.

Beim Versuch, die Antwort zu ergründen, bin ich auf zwei
mögliche Ursachen gestoßen:
Mangelndes Vertrauen einerseits und fehlender Selbstwert
andererseits.

die sich häufig wechselseitig bedingen…

Wie könnte Eifersucht noch begründet werden?

vielleicht in einer grundsätzlichen angst vor veränderungen…

in der angst, nicht mehr genügend aufmerksamkeit zu bekommen… austauschbar zu werden… tatsächlich ausgetauscht zu werden…

und natürlich in dem anspruch, für einen menschen die ständige hauptrolle im leben spielen zu wollen und dabei noch nicht mal die vorstellung ertragen zu können, dass es manche akte gibt, in denen eben „nur“ die „nebenrollen“ (wenn man denn überhaupt in derartigen kategorien denken kann oder möchte, aber vielen menschen hilft diese einteilung in einer solchen situation) bühnenerlaubnis haben…

und in manchen fällen wohl auch in der kulturellen prägung…

auch nachdenkliche grüße
tabaiba

Tatsächlich hat Eifersucht etwas mit dem eigenen Selbstwertgefühl zu tun. In verschiedenen Studien hat man festgestellt, das Menschen, die in Beziehungen sehr eifersüchtig waren, ein geringes Selbstwertgefühl haben.
Und jeder von uns kann es doch aus nachvollziehen, wenn ich mit mir und meinem Leben zufrieden bin, strahle ich das auch aus. Zufriedenen Menschen wirken auf uns snziehender, weil sie mit ihrem Leben zufrieden scheinen(etwas, was doch jeder von uns anstrebt:wink:
Halte ich mich für häßlich, dumm oder erfolglos, strahle ich das auch. Ich frage mich, warum mein Partner noch mit einer häßlichen, dummen oder erfolglosen Frau zusammen ist. Ich schaue mir die anderen Frauen in seiner Umgebung an, und rechne ihnen Eigenschaften wie schönheit, Intelligenz oder Erfolg zu. Und dann ist die Eifersucht da.

Hallo Profound,

Wieso emfpindet der Mensch Eifersucht?
Vor kurzem hab’ ich die Aussage gelesen: „Wenn man liebt, ist
man automatisch auch eifersüchtig“.

Eifersucht entsteht nur dann, wenn eine starke emotionale Bindung vorhanden ist.
Eifersucht ist die Angst, Deine Angebetete durch Einfluss eines Dritten, oder durch äußere Umstände oder Sachzwänge, zu verlieren.
Konsequenz: Liest Du jeden Tag in der Zeitung…Eifersuchtsdrama…

Für mich klingt das
widersprüchlich, denn wahre Liebe (die m.E. bedingungslos
ist), stellt keine Besitzansprüche.

Ein Widerspruch vielleicht, jedoch…manche Leute verbinden damit auch (animalisch) Besitzansprüche…

Beim Versuch, die Antwort zu ergründen, bin ich auf zwei
mögliche Ursachen gestoßen:
Mangelndes Vertrauen einerseits und fehlender Selbstwert
andererseits.

Ersterem stimme ich zu (begründet oder unbegründet), Zweitem nicht so ganz. Manche haben ein übersteigertes Selbstwertgefühl (warum auch immer, vielleicht Kompensationsmechanismus), s.o. (Besitzanspruch)

Wie könnte Eifersucht noch begründet werden?

Eifersucht ist Leidenschaft,
die mit Eifer sucht, was Leiden schafft :wink:

Mit liebem Gruß,

Rollifern

Das was im Allgemeinen Liebe genannt wird,
gleicht wohl mehr einem ‘Sich gegenseitigem Auffressen‘. Und
ganz brutal gesagt geht man, wenn man satt ist oder nichts mehr
zu fressen hat, wieder auseinander.

Ich glaube nicht, dass jemand ernsthaft von „Liebe“ spricht
und obiges praktiziert. Sorry, Rolf, da muss ich passen und
Dir sagen, dass ich bei Deiner Ansicht nicht mitreden kann.

Es gibt in den indischen Upanischaden eine Aussage die besagt: ‚Hunger das ist der Tod‘ und ‚Der Esser wird essend gegessen.‘ Das trifft beides auf das Leben zu, die Lebenskraft ist so gestaltet, daß sie verzehren muß um zu leben. Wir nehmen und geben zugleich, erhalten und spenden, was irgendwann zum Tode führt.

Darwins Spruch vom Überlebenskampf der Starken, zeigt das Gleiche in anderen Worten auf, nämlich das Fressen und Aufgefressen werden. Das hört sich brutal an, hat aber eine Wahrheit. Was im Tierreich offensichtlich ist, tritt beim Mensch in etwas eleganterer Form auf: “Pardon Madam, darf ich Sie verspeisen?”

Wenn das jetzt alles wäre, dann lohnte es sich wahrscheinlich nicht zu leben. Oder nur insoweit, daß man halt möglichst viel vom Kuchen abbekäme, bis die eigene Stunde geschlagen hat. Aber das ist natürlich nicht die ganze Wahrheit, nur ein bestimmter Blickwinkel.

PS. Ich weiß natürlich was Du jetzt weiter fragen wirst, aber ob ich da antworte, muß ich mir erst überlegen :smile:

…anyway
rolf

… die Lebenskraft ist so gestaltet, daß sie verzehren muß um
zu leben.

Das scheint nur die halbe Sache zu sein, denn wenn sie verzehren muss, muss sie auch geben. Genauso berechtigt könnte man sagen:
„Die Lebenskraft ist so gestaltet, dass sie geben muss, um zu leben.“ Das bestätigt Deine weitere Aussage:

Wir nehmen und geben zugleich, erhalten und spenden, was
irgendwann zum Tode führt.

… wobei das nicht ganz sein kann, denn nicht das Erhalten/Nehmen und Spenden/Geben führt zum Tod. Aber ich lass’ Deine Aussage mal ein bisschen mehr berechtigt als meine stehen, ok? *einbisschenschelmischgrins* …

“Pardon Madam, darf ich Sie verspeisen?”

*michspontanherzhaftzerkuglthab* wie ich mir so bildlich vorgestellt hab’, wie Du Deiner Frau beim Kennenlernen diese Frage stellst!!
Sorry, Rolf, das ist kein Auslachen oder so, in keinster Weise irgendwie abwertend gemeint, das möcht’ ich sicherheitshalber dazu sagen. Du musst aber schon zugeben, dass es sehr schwer ist, an dieser Frage mit allem Ernst *StirninFaltenleg* vorüberzugehen *kichergrins* …

Aber jetzt wirklich im Ernst … mit Darwin hab’ ich so meine spitzen Konfrontationen. Seine Theorie nämlich - ich nenn’s absichtlich so - entzieht dem menschlichen Leben absolut jeglichen Sinn.
Und da bin ich eindeutig dagegen. Punkt.
Was aber nicht heißt, dass es für Dich nicht doch genau so ist. Sei Dir gegeben … Aber nachdem ich ja nicht wirklich weiß, ob das überhaupt Deine eigene Ansicht ist, oder einfach nur so provokativ (in positiver Hinsicht mein ich) dahingeschrieben ist, was ich eher glaub’, muss ich Dir die unvermeidliche Frage doch stellen *herausforderndgrins* …

Aber das ist natürlich nicht die ganze Wahrheit, nur ein
bestimmter Blickwinkel.

Welche Wahrheistaspekte gibts noch?

ob ich da antworte, muß ich mir erst überlegen :smile:

Wenn ich jetzt frech wäre, würd’ ich Dir beinhart sagen: Das hättest Du Dir vorher überlegen müssen, bevor Du von nicht ganzer Wahrheit und anderen Blickwinkeln gesprochen hast!
Sorry, could not resist …

Durchaus auch im Mail wenn Du magst … *ichmalvorsichtigerweisesag* …

In diesem Sinn,
Silvia

Hallo, Rollifern!

Eine Frage muss ich stellen:

Für mich klingt das
widersprüchlich, denn wahre Liebe (die m.E. bedingungslos
ist), stellt keine Besitzansprüche.

Ein Widerspruch vielleicht …

Wie erklärt sich dieser Widerspruch?

Manche haben ein übersteigertes Selbstwertgefühl

Diejenigen sind aber auch nicht eifersüchtig.

Gruß,
Silvia

Hi, tabaiba!

… vielleicht sollte man erst mal definieren, was liebe
eigentlich ist.

und

wobei ich mit dem terminus „wahre liebe“ etwas vorsichtig wäre.

Das ist gut … wenn Du schon den Vorschlag machst … wie definierst Du Liebe?

Mangelndes Vertrauen einerseits und fehlender Selbstwert
andererseits.

die sich häufig wechselseitig bedingen…

*malsehrscharfnachdenkemuss* … das muss ich mir noch überlegen …

Wie könnte Eifersucht noch begründet werden?

vielleicht in einer grundsätzlichen angst vor
veränderungen …

Das würde bedeuten, dass Menschen, die ohne Veränderungen nicht sein können (in dem Sinn, dass sie diese aktiv, willig, permanent … herbeiführen) nicht eifersüchtig wären?
Entweder ist meine Schlussfolgerung falsch, denn meiner Erfahrung nach sind solche Menschen sehr wohl - sogar sehr *ggg* - eifersüchtig … oder ich hab’ einen Gedankenfehler … *malnachdenken* …

in der angst, nicht mehr genügend aufmerksamkeit zu
bekommen… austauschbar zu werden… tatsächlich
ausgetauscht zu werden…

Diese Sache ist gegeben. Jeder Mensch IST austauschbar, … Theoretisch nimmt das Wissen um eine Sache die Angst. Sollte das da anders sein??

und natürlich in dem anspruch, für einen menschen die ständige
hauptrolle im leben spielen zu wollen

Perfekt :wink:
Das wäre nämlich meine nächste Frage gewesen, die ich irgend jemandem gestellt hätte. Das wäre der dritte für mich mögliche Grund, auf den ich in der letzten Stunde gekommen bin. Dabei bin ich aber wieder an die zweitmögliche Ursache gelangt: Warum will man ständig die wichtigste Person im Leben des Partners sein? Ist das nicht auch mangelnder Selbstwert?
Hm, ich muss zugeben, diese Gedankenverbindung ist noch nicht wirklich durchdacht, durchaus möglich, dass diese Frage aufgrund Unsinnigkeit gleich wieder verpufft *breitgrins* … aber ich musste sie doch loswerden.

Aja, nochwas: Als Beruf führst Du an „Minderheiten vorbereiten“?? *mirjeglicheFantasiedazufehlt* … Vorbereiten worauf?
Ich will Dir nicht zu nahe treten, aber ich denke, wenn Du darauf nicht angesprochen werden wolltest, hättest Du’ nicht so geschrieben. Drum frage ich ganz unverschämt …

Damit erfreute Grüße,
Silvia

Hallo, Rollifern!

Eine Frage muss ich stellen:

Für mich klingt das
widersprüchlich, denn wahre Liebe (die m.E. bedingungslos
ist), stellt keine Besitzansprüche.

Ein Widerspruch vielleicht …

Wie erklärt sich dieser Widerspruch?

Deines Erachtens ist wahre Liebe bedingungslos. Das ist halt nach Deinem Verständnis D e i n e Deffinition von wahrer Liebe. Wenn Liebe erst dann wahre Liebe ist, wenn Du die Bedingungslosigkeit mit ihr verknüpfst, könnte ich Dir recht geben. Über das, was wahre Liebe ist, kann man natürlich, wie auch schon geschehen, trefflich philosophieren und streiten. Bedingungslosigkeit und

…ein übersteigertes Selbstwertgefühl

müssen sich aber nicht ausschließen. Bedingungslosigkeit heißt ja nicht, sein Ego im gleichen Maße abzulegegen wie die emotionale Bindung wächst und zur wahren Liebe wird. Dieses würde ja ausschließen, das ein, an übersteigertem Selbstwertgefühl „leidender“, zu wahrer Liebe, nach Deiner Deffinition, fähig ist.

Diejenigen sind aber auch nicht eifersüchtig.

Das möchte ich nicht unterschreiben. Es ist durchaus möglich, dass ein, mit großem Selbstwertgefühl ausgestatteter Mensch (nicht nur dieser) gewisse Besitzansprüche hegt, die er geltend macht, wenn jemand anderes an seinem „Besitz“ Ansprüche anmeldet.

Gruß,

Rollifern

Hm, das würde bedeuten, man vergleicht sich ständig?

Ein interessanter Gedanke, muss ich sagen.

Muss ich mal durchdenken :wink:

Naja, aber dann stellt sich die Frage, warum auch Menschen, die wissen, dass sie meinetwegen, schön, intelligent, erfolgreich und sind, auch eifersüchtig sind? … *grübelgrübel* …

*mirdieWorte(noch)fehlen*

hallo silvia,

Das ist gut … wenn Du schon den Vorschlag machst … wie
definierst Du Liebe?

es ist gar nicht so einfach, das in konkrete worte zu fassen. für mich hat liebe jedenfalls nicht unbedingt mit sexualität zu tun, wobei natürlich - wenn die beteiligten personen der jeweiligen sexuellen orientierung entsprechen - die geistige und emotionale nähe auch schnell das bedürfnis nach physischer nähe entstehen lässt.

zusätzlich zur partnerschaftlichen liebe gibt es liebe (nicht immer, aber durchaus vorkommend) zwischen freunden oder freundinnen, und natürlich die zwischen eltern und kindern, zwischen geschwistern.

es gibt auch die liebe zu einem thema, zu einem buch, zu einer idee (zu gott, z.b.). das bedeutet, dass liebe nicht zwangsläufig etwas reziprokes sein muss. liebt ein buch „zurück“? liebt musik „zurück“? liebt gott „zurück“? (okay, das ist jetzt sehr dünnes eis, ich weiß…)

aber was ist liebe? ein annäherungsversuch:
liebe ist hingabe, nicht aber ständige absorption.
liebe ist verständnis und faszination.
liebe hat keine dauer (was nicht heißt, dass sie nicht langandauernd sein kann)
liebe ist bedingungslos.
liebe verändert - sie hinterlässt spuren. aber sie will den anderen nicht verändern.
liebe ist ein gefühl, welches auch im kopf lebt.

kürzlich bin ich wieder über ein zitat von kreuder gestolpert (aus der gesellschaft vom dachboden). es gefällt mir sehr sehr gut und trifft meines erachtens das wesen der liebe: „so könnte ein dichter, dachte ich, vollendete liebe dem wasser vergleichen, sie umgibt das geliebte ganz, schmeichelnd und weich, ohne es festzuhalten.“

Mangelndes Vertrauen einerseits und fehlender Selbstwert
andererseits.

die sich häufig wechselseitig bedingen…

*malsehrscharfnachdenkemuss* … das muss ich mir noch
überlegen …

tu das :smile:

Wie könnte Eifersucht noch begründet werden?

vielleicht in einer grundsätzlichen angst vor
veränderungen …

Das würde bedeuten, dass Menschen, die ohne Veränderungen
nicht sein können (in dem Sinn, dass sie diese aktiv, willig,
permanent … herbeiführen) nicht eifersüchtig wären?

okay, ich hab mich wohl etwas unklar ausgedrückt. ich meinte die veränderungen im leben, die man sich nicht selbst aussucht. natürlich wird sich zunächst keiner darüber freuen, wenn ihm in der arbeit gekündigt wird oder wenn er von seinem partner verlassen wird. aber manche menschen können solche veränderungen besser hinnehmen und damit umgehen, andere verzweifeln darüber völlig. und manche können alleine den gedanken nicht ertragen, in eine andere abteilung versetzt zu werden … oder die vorstellung, dass sich die form ihrer beziehung verändern könnte, weil es da vielleicht plötzlich noch eine andere person gibt, für die sich der partner interessiert.

Diese Sache ist gegeben. Jeder Mensch IST austauschbar, …
Theoretisch nimmt das Wissen um eine Sache die Angst. Sollte
das da anders sein??

NEIN, für mich ist nicht jeder mensch austauschbar. überhaupt nicht. er ist sicherlich in seiner funktion austauschbar. ich kann, wenn ich mich heute von meinem partner trenne, nächstes jahr natürlich wieder einen anderen partner haben. das ist klar. aber die beziehung wird anders sein, als die, die ich mit meinem jetzigen partner habe. nicht besser oder schlechter, aber anders. genauso verhält es sich mit freundschaften. einzig mit eltern ist es anders. der neue partner deiner mutter kann ein toller mensch sein, er wird niemals dein vater werden…und er sollte dies auch nicht versuchen.

und natürlich in dem anspruch, für einen menschen die ständige
hauptrolle im leben spielen zu wollen

Perfekt :wink:
Das wäre nämlich meine nächste Frage gewesen, die ich irgend
jemandem gestellt hätte. Das wäre der dritte für mich mögliche
Grund, auf den ich in der letzten Stunde gekommen bin. Dabei
bin ich aber wieder an die zweitmögliche Ursache gelangt:
Warum will man ständig die wichtigste Person im Leben des
Partners sein? Ist das nicht auch mangelnder Selbstwert?

mag sein, ja. das kann eine große rolle spielen.

aber es kann auch an einer ganz anderen struktur liegen. menschen, die eher dem nestbauer-typus entsprechen, haben wahrscheinlich größere probleme mit eifersucht, als menschen, die nicht so viel wert auf definitionen legen und für die veränderung bewusster bestandteil des lebens ist.

und natürlich spielen dabei auch tradierte werte eine große rolle. wir sind doch - auch hierzulande - meist mit dem idealbild einer monogamen, dauerhaften (bis dass der tod und so…) partnerschaft aufgewachsen. in vielen anderen ländern ist dieses ideal noch viel deutlicher. ein mann, dessen frau den anspruch hat, auch andere männer lieben zu „dürfen“ (bei anderen frauen ist das, solange keine sexuelle komponente dazu kommt, ja meist unproblematisch), zählt als „waschlappen“, der seine frau nicht zufriedenstellen kann. eine frau, die sich mit anderen männern einlässt, wird ganz schnell zur hure. sich von diesen bildern zu befreien, ist leider nicht für jeden menschen so einfach.

Aja, nochwas: Als Beruf führst Du an „Minderheiten
vorbereiten“?? *mirjeglicheFantasiedazufehlt* … Vorbereiten
worauf?

diese formulierung passt auf meine beiden tätigkeitsschwerpunkte :wink:
also:
die einen darauf vorbereiten, sich hierzulande in allgemeinverständlicher form artikulieren zu können… (zumindest an der sprachlichen oberfläche *g*)
und die anderen darauf vorbereiten, selbständig zu essen, sich an- und auszuziehen, sich in gewohnter umgebung zu orientieren … um dann auch mal den ein oder anderen schritt hinaus in unbekannte regionen wagen zu können. nicht jeder mensch schafft das problemlos.
(sogar nicht-behinderte…)

Ich will Dir nicht zu nahe treten, aber ich denke, wenn Du
darauf nicht angesprochen werden wolltest, hättest Du’ nicht
so geschrieben. Drum frage ich ganz unverschämt …

nur zu… :smile:
wobei: das ist schon echt heftig unverschämt *ggg*

herzliche grüße
tabaiba