Hallo,
So blöd es
klingen mag, auch wenn es Internet ist, behandle ich diese
Bereiche als Privatsphäre meiner Kids.
Unbedingt, bedingungslos und bestimmt nicht blöd!
Privatsphäre ist Privatsphäre. Ich halte selbige für eines der wichtigsten Güter, die man in der Demokratie hat. Ihre Verteidigung ist wahrscheinlich heute so wichtig wie schon lange nicht mehr angesichts einer Zeit, in der sich einerseits naive Leuts ohne die Konsequenzen zu durchblicken im Netz „ausziehen“ und verewigen - andererseits der Staat meint, immer tiefer in selbige Einblick nehmen zu können.
Wenn ich ein Gut, was auch immer es ist, meinen Kindern beibringen will, kann ich es nur, wenn ich das vorlebe. Alles andere ist Doppelmoral und fliegt spätestens während der Pubertät auf.
Das heißt nun nicht, dass man alles völlig ohne Kontrolle laufen lässt. Aber ich kann schwören, dass ich an bestimmte Zonen im Zimmer nie rangegangen bin! Ich kann genauso schwören, dass ich - obwohl ich aus technischen Gründen ab und an den Rechner mal mitbenutze - dort auch nur da „fummele“, wo gemeinfrei ist.
Auch bei uns hat es Anlässe (allerdings wirklich nur wenige) gegeben, wo ich mal Bedarf hatte, näher hinzugucken. Dann lief das aber nicht heimlich ab, sondern ich bin ins Zimmer gestocht und habe gesagt: Zeig mir das und das!
Was auch immer da heimlich zu tun, finde ich ganz persönlich unterste Schublade und zeugt nicht von einem guten Vertrauensverhältnis. Und für das sind beide Seiten verantwortlich. Ist es kaputt, dann haben beide Seiten dazu ihren Beitrag geleistet, das rechtfertigt solche Maßnahmen also nicht.
Zum hier genannten Tesafilm-Pulverbeispiel noch: Ich kenne es auch, dass man in vermeintlich harmlosen Zonen, wo man dran darf (bzw. die Kinder es auch wissen, dass man drangeht - Tesa, Schere, Lineal sind wohl die Klassiker
) über Sachen stolpert, die man entweder nicht hat sehen wollen (dann werden sie ignoriert) oder wo Alarmglocken schrillen. Ob ich in dem Fall der Kombi Spritzen und Pulver den Gang über den Doktor gewählt hätte oder die direkte Konfrontation gesucht hätte, weiß ich nicht. Allerdings finde ich da die Zwischenstufe der „Heimlichkeit“, um sich Gewissheit zu verschaffen, noch verständlich, weil das ein Bereich ist, den man selbst nicht beurteilen kann. Dennoch ist ein solcher Akt dann Grenzüberschreitung und müsste selbst bei positiven Ergebnis auch als solcher benannt sein.
Wenn ich das Vertrauensverhältnis betrachte, dass ich zu meinem inzwischen erwachsenen Nachwuchs habe, scheint der Weg übrigens nicht der Falsche gewesen zu sein…
LG Petra