Hallo,
Und warum sollten Eltern hierauf nicht genauso Zugriff
nehmen wie jeder andere es auch kann?
Weil du einen Aspekt übersiehst, den auch der „ich-überwache-lückenlos-Guru“ übersieht: Natürlich KANNST du das tun. Aber wenn du es heimlich tust und unter dem Stichwort „hinterherspionieren“ tust du es auf Kosten der Vertrauensbasis.
Für mich war zu allen Zeiten der Erziehung und in der Pubertät ganz oben an, dass nichts auf Kosten der Vertrauensbasis gehen soll. Das habe ich auch in der obligatorische Flunkerphase hoch gehalten. Manche gewünschte / gefühlte Schimpftirade habe ich gedrosselt oder mir eher verkniffen und (erst mal) gar nichts gesagt, um klarzumachen und vorzuleben, dass ich vertrauenswürdig bin!
Das hat mir - so bin ich sicher, wenn ich in mein Umfeld gucke - manch einen Kummer erspart! Ich kann auf ein gutes Vertrauensverhältnis blicken, dass eine wirklich beruhigende Bank ist! (auch für die andere Seite!)
Was also spricht dagegen, dass man mit seinem Kind darüber spricht? Sich mal Sachen zeigen lässt? Und dann anlassbezogen weiter spricht. Fotos zum Beispiel auf dem man Personen erkennen kann, sind tabu! Das habe ich aber nicht verboten, sondern erklärt. Allerdings gehöre ich auch nicht zu den Leuten, die in irgendwelche Foren die Fotos ihrer Kinder (als Großportrait oder halbnackert) als Avatar oder im Album haben. Genauso tabu ist, irgendwelche Freunde ungefragt ins Netz zu stellen. So was macht man aber wesentlich besser klar, wenn man drüber spricht und nebeneinander am Rechner sitzt, als wenn man zum Gespräch zitiert, nach einer vorherigen Spionieraktion!
Man kann sein Kind von vornherein als unfähig, nicht vertrauenswürdig betrachten, misstrauisch wie „ich-überwache-lückenlos-Guru“ - und wird als Ergebnis Kinder haben, die ihr Recht auf Privatsphäre sich dadurch schaffen, dass sie Dinge, die sie vorher vertrauensvoll offen gemacht hätten, anfangen immer heimlicher zu tun. In der Folge dann ein kaputtes Eltern-Kind-Verhältnis, verstärkt dadurch, dass Eltern alla „ich-überwache-lückenlos-Guru“ sich dann noch überzeugt sehen, mit ihrem Misstrauen recht zu haben, weil Dinge heimlich passieren und im Zweifel auch das ein oder andere „Vergehen“ ans Tageslicht kommt.
Und dass die Sachen eh offen im Netz stehen ist kein Argument. Mit dem gleichen Argument könntest du deinen Kindern hinterher laufen, wenn sie verabredet sind, um zu gucken, wohin sie gehen, mit wem sie reden etc. Auch das ist für jeden auf der Straße sichtbar. Nur würdest du auch mit so einer Aktion nur eines deinen Kindern beweisen: dass du ihnen nicht über den Weg traust. Und in meinen Augen beweist so was eigentlich nur, dass man sich und seiner Erziehung nicht über den Weg traut.
Nein Danke. Da sehe ich Null Vorteil drin.
LG Petra