Eigene Kinder 'ausspionieren'

Hallo,

Moment, ich rede hier ja nicht von Mails, VoIP-Gesprächen,
etc. die 1:1 unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden.

Ich auch nicht.

Aber was daneben stattfindet sind die ganz öffentlichen Dinge
wie eingestellte Profile, Bilder, Texte in sozialen
Netzwerken, an die jeder x-beliebige Internetnutzer (ggf. nach
einfacher Registrierung auf der entsprechenden Plattform) ran
kommt.

Die meine ich auch. Und sehe es ehrlich gesagt mit einer gewissen Besorgnis.

Und warum sollten Eltern hierauf nicht genauso Zugriff
nehmen wie jeder andere es auch kann?

Weil sie andere Hintergedanken haben? Im familiärem Kreise?

Gruß
Der Franke

Hallo,

Und warum sollten Eltern hierauf nicht genauso Zugriff
nehmen wie jeder andere es auch kann?

Weil du einen Aspekt übersiehst, den auch der „ich-überwache-lückenlos-Guru“ übersieht: Natürlich KANNST du das tun. Aber wenn du es heimlich tust und unter dem Stichwort „hinterherspionieren“ tust du es auf Kosten der Vertrauensbasis.

Für mich war zu allen Zeiten der Erziehung und in der Pubertät ganz oben an, dass nichts auf Kosten der Vertrauensbasis gehen soll. Das habe ich auch in der obligatorische Flunkerphase hoch gehalten. Manche gewünschte / gefühlte Schimpftirade habe ich gedrosselt oder mir eher verkniffen und (erst mal) gar nichts gesagt, um klarzumachen und vorzuleben, dass ich vertrauenswürdig bin!

Das hat mir - so bin ich sicher, wenn ich in mein Umfeld gucke - manch einen Kummer erspart! Ich kann auf ein gutes Vertrauensverhältnis blicken, dass eine wirklich beruhigende Bank ist! (auch für die andere Seite!)

Was also spricht dagegen, dass man mit seinem Kind darüber spricht? Sich mal Sachen zeigen lässt? Und dann anlassbezogen weiter spricht. Fotos zum Beispiel auf dem man Personen erkennen kann, sind tabu! Das habe ich aber nicht verboten, sondern erklärt. Allerdings gehöre ich auch nicht zu den Leuten, die in irgendwelche Foren die Fotos ihrer Kinder (als Großportrait oder halbnackert) als Avatar oder im Album haben. Genauso tabu ist, irgendwelche Freunde ungefragt ins Netz zu stellen. So was macht man aber wesentlich besser klar, wenn man drüber spricht und nebeneinander am Rechner sitzt, als wenn man zum Gespräch zitiert, nach einer vorherigen Spionieraktion!

Man kann sein Kind von vornherein als unfähig, nicht vertrauenswürdig betrachten, misstrauisch wie „ich-überwache-lückenlos-Guru“ - und wird als Ergebnis Kinder haben, die ihr Recht auf Privatsphäre sich dadurch schaffen, dass sie Dinge, die sie vorher vertrauensvoll offen gemacht hätten, anfangen immer heimlicher zu tun. In der Folge dann ein kaputtes Eltern-Kind-Verhältnis, verstärkt dadurch, dass Eltern alla „ich-überwache-lückenlos-Guru“ sich dann noch überzeugt sehen, mit ihrem Misstrauen recht zu haben, weil Dinge heimlich passieren und im Zweifel auch das ein oder andere „Vergehen“ ans Tageslicht kommt.

Und dass die Sachen eh offen im Netz stehen ist kein Argument. Mit dem gleichen Argument könntest du deinen Kindern hinterher laufen, wenn sie verabredet sind, um zu gucken, wohin sie gehen, mit wem sie reden etc. Auch das ist für jeden auf der Straße sichtbar. Nur würdest du auch mit so einer Aktion nur eines deinen Kindern beweisen: dass du ihnen nicht über den Weg traust. Und in meinen Augen beweist so was eigentlich nur, dass man sich und seiner Erziehung nicht über den Weg traut.

Nein Danke. Da sehe ich Null Vorteil drin.

LG Petra

4 „Gefällt mir“

Hallo Marzeppa,

Seine Veröffentlichungen interessieren mich allerdings auch dann noch.

dann solltest Du aber ehrlicherweise zugeben, dass das, was Dich da umtreibt, nicht die vorgeschobene Sorge um Deinen Sprössling ist, sondern reine, wild galoppierende Neugier.

Gruß

=^…^=

Vertrauensbasis
Nur kurz, aber ich bin angesprochen worden.

Über das Vertrauensverhältnis zwischen Kind und Eltern können wir ein andermal diskutieren, wenn weniger Aufgeregtheit da ist. Jedenfalls halte ich eine so empfindliche „Vertrauensbasis“, wie Du sie andeutest, für ungewöhnlich und nicht erstrebenswert.

Gruß

marzeppa

Wo liest du heraus, dass diese Vertrauensbasis empfindlich ist. Sie ist genau das Gegenteil davon!

Vertrauen scheint bei dir negativ besetzt zu sein bzw. wohl eher nach dem Motto: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.

Für mich keine Basis. Weder in der Kindererziehung noch in der Partnerschaft.

LG Petra

1 „Gefällt mir“

lieber würde ich
Hallo!

Wie einige andere hier auch meine ich:

  1. Dass Kinder, je nach Alter nicht unkontrolliert im Internet unterwegs sein sollten.
  2. Heimliche Überwachung einen Vertrauensbruch darstellt.

Deshalb meine ich, Kinder sollten Schritt für Schritt Selbständigkeit im Internet einüben. Zuerst mit Eltern gemeinsam, später mit Begleitung, dann mit zeitweisem Über-die-Schulter-gucken, dann mit Interesse und Gesprächsbereitschaft seitens der Eltern.

Und klare Regeln gehören dazu. Noch lebe ich diesbezüglich in der Theorie, aber ich stelle mir z.B. vor, dass ich sage: wenn du ein Profil in einem solchen Netzwerk anlegst, möchte ich sehen, was Du veröffentlichst. Dann gemeinsam mit dem Kind durchsprechen, was drin stehen soll und was nicht. Oder sogar „Kontrolltermine“ vereinbaren, zu denen man das Profil und evtl. die Online-Pinnwand oder sowas (gemeinsam) überprüft. Dann könnte man Warnungen oder Ratschläge aussprechen, wie der eine oder andere Kontakt einzuschätzen ist.

Wichtig ist, glaube ich, dass man sich zum Einen für die Online-Aktivitäten des Kindes interessiert, sich auch ein wenig damit auskennt und andererseits ganz klar Stellung bezieht, auch Konsequenzen nicht scheut, wenn da was aus dem Ruder läuft.

Grüße
kernig

ich finde das es nicht richtig ist kinder aus zu spionieren weil kinder auch geheimnisse brauchen.Es gibt einige Sachen wie zum beispiel Schulnoten die sollte man den eltern sagen da sie es später auf dem zeugniss sowieso sehen doch sachen die sie mit ihren freunden reden bleibt ihre sache