Ein paar Gedanken zu Jobebenen und Geld

Hallo Roby,

Ok wenn die Bezahlung auch der einer 40 Stunden woche
entspricht geht das in Ordnung. Hast du schon mal rebelliert
deswegen oder von anfang an hingenommen? Oder bei einem
Personalgespräch nebenbei erwähnt als du eine Gehaltserhöhung
haben wolltest?

Die Bezahlung ist auf 35 Stunden ausgerichtet. Und wieso rebellieren ? Ich habe es aufgrund meines Einsatzes immerhin innerhalb von 3 Jahren im Betrieb zum Teamleiter geschafft (ab 01.08.) und das, obwohl mein Chef mehr gegen als für mich gearbeitet hat. Mein Engagement hat sich wohl gelohnt. Als Teamleiter werde ich jetzt natürlich einen aussertariflichen Vertrag bekommen (mehr Cash, dafür alle Überstunden included).

Ausserdem kann man’s an meiner aktuellen Leistungszulage, die deutlich >10% liegt, erkennen.

Ich denke, dass jeder sein Gehirn einschalten kann und sich
(vor allem seit es das Internet gibt) über Sachverhalte
informieren kann.

Wenn nur der Widerstand nicht wäre.

Welcher Widerstand ? Etwa der innere Schweinehund, den man überwinden muß ?

Schau Dir doch mal den neuesten Fall eines misshandelten
Sträflings an, bei dem 6 Polizisten beteiligt waren. Sie sind
nicht entlassen, lediglich suspendiert (d.h. es gibt weiterhin
Gehalt).

Ok, das ist ein überzeugender Fall. Aber müssten die nicht
einfach rausfliegen? Denen gehts ja jetzt besser als denen im
Dienst!

Langfristig nicht, wenn die Schuld nachgewiesen wird.

Übrigens gibt’s auch einige andere Beamte, die jahrelang noch Gehalt bekommen.

Schau mal hier (Homepage Bund der Steuerzahler):
http://195.52.88.96/schwarzbuch/pdf/bw/059-Baden-Wue…

Grüsse

Sven

Hallo Roby,

Ich halte mich für relativ unnahbar wenn es um sowas geht.
Habe auch zu offensichtliche Schleimer die auf meiner
Wellenlänge sein wollen schon mal wieder gehen lassen.

löbliche Ausnahme, die Praxis sieht jedoch ganz anders aus.

Und dass es

wesentlich leichter ist, über die technischen Abteilungen
Aufträge zu erhalten, als über den Einkauf, ist auch klar
(weniger Verhandlungen, mehr Einfluss durch guten Service
usw.). Die technische Abteilung wird ja auch nicht am
Einkaufspreis gemessen, sondern daran, dass das Produkt
funktioniert (in Firmen, wo der Projektleiter aus der
Konstruktion kommt und ganz klare Kostenvorgaben hat, sieht
das übrigens schon wieder anders aus).

Ich wusste garnicht das die solche Mittel einsetzen. Denen ist
wohl alles recht…

Es ist gängige Praxis und wird auch so angewendet. Warum nicht den Weg des geringsten Widerstands gehen ?

Grüsse

Sven

Hallo haploid,

meiner Meinung nach, ist es
doch logisch, dass die Mitarbeiter darum bemüht sind, dass
niemand ein „Rekordtempo“ hinlegt.
Der Boss wird Das dann doch sofort als Standardtempo vorlegen.

Dem stimme ich zu und akzeptiere es, solange das bisherige Tempo einigermaßen nachvollziehbar ist. Leider prüfen immer noch viele Firmen ihre Zeiten mit REFA-Zeitaufnahme, wo die Arbeiter ganz ordentlich bescheissen können. Moderner wäre ein MTM-System, das objektiver ist und übrigens auch von den Betriebsräten / Gewerkschaften anerkannt (bei meiner MTM-Ausbildung waren auch Betriebsräte anderer Firmen mit dabei).

Ein Mitarbeiter ist „besonders schnell“ und unterbietet die
Pflegezeiten der anderen Mitarbeiter.
Daraufhin wird die Tourenplanung gestrafft, und die anderen
Mitabeiter haben eine kürzere Zeitvorgabe für ihre
Tätigkeiten.
Wenn es der Eine Mitarbeiter in dieser Zeit schafft, sollten
es die Anderen auch können.
Natürlich erfolgt in diesem Bereich keine finanzielle
Anerkennung des erhöhten Einsatzes.

Hier sollten meiner Meinung natürlich andere Grundsätze gelten als bei industrieller Fliessbandarbeit, denn die „Ware“ ist hier kein Objekt, sondern ein Mensch.

Leider wird das abstrakte Produkt „Dienstleistung am Menschen“ (Grüsse an Roby) nicht richtig anerkannt (und somit auch schlecht bezahlt).

Wir haben es hier halt eindeutig mit einer Fehlplanung im Gesundheitssystem zu tun: es wird viel zu viel Geld für unnötige Mittelchen ausgegeben und für die ernsten Fälle bleibt zu wenig übrig.

Allerdings muß man auch dazu sagen, dass die heutigen Rentner in der Vergangenheit wesentlich weniger Abgaben bezahlt haben und heute wesentlich mehr Rente usw. dafür erhalten, somit also die heutige Jugend die zusätzliche Last trägt. Da es unseren Nachkommen noch schlechter gehen wird (weniger AN für mehr Rentner, die länger leben), sollte man unbedingt starke Einschnitte bei den Sozialversicherungen machen:

  • nur noch Abdeckung Standardschutz, keine Extrabehandlungen mehr
  • Eigenbeteiligung auch bei gesetzl. Versicherten
  • jeder Versicherte sollte eine Kopie der Arztrechnung erhalten, er merkt dann endlich, was ein Standard-Arztbesuch kostet (in Verbindung mit einer moderaten Selbstbeteiligung würde das Wunder bewirken
  • Unfälle aus Extremsportarten sollten nicht durch die Solidargemeinschaft bezahlt werden, sondern müssten separat versichert werden
  • gleiches gilt für’s Rauchen und Alkohol (da nicht nachprüfbar, empfehle ich hier eine allgemeine Abgabe über den Verkaufspreis, die ausdrücklich der Krankenversicherung zukommen sollte)
  • kein Rennen von Facharzt zu Facharzt, mehr Koordination durch Hausarzt (damit gibt’s auch weniger mehrfaches Röntgen usw.)
  • Umstellung der Krankenhaus-Entlohnung von Krankentagen auf Behandlungserfolg (damit Abbau von Kapazitäten)

So, und wenn wir das alles umsetzen, dann haben wir auch endlich Geld, um den (wirklich) Pflegebedürftigen ein einigermaßen angenehmens Leben zu finanzieren, ohne dass man beim Pflegen mit der Stoppuhr arbeiten muß.

Zum Thema Pflichtjahr (siehe Posting weiter oben):
Abschaffung Wehrpflicht, Ersatz durch Pflichtjahr mit freier Wahl (Umwelt, Soziales, Katastrophen, Bundeswehr). Damit wieder alle ran müssen (Gerechtigkeit) und wesentlich mehr Zivis zur Verfügung stehen. Diese sollte man natürlich nicht dort einsetzen, wo Ausbildung nötig ist, aber ich denke, dass sie das Pflegepersonal entlasten könnten.

Grüsse

Sven

Die Bezahlung ist auf 35 Stunden ausgerichtet. Und wieso
rebellieren ? Ich habe es aufgrund meines Einsatzes immerhin
innerhalb von 3 Jahren im Betrieb zum Teamleiter geschafft (ab
01.08.) und das, obwohl mein Chef mehr gegen als für mich
gearbeitet hat. Mein Engagement hat sich wohl gelohnt. Als
Teamleiter werde ich jetzt natürlich einen aussertariflichen
Vertrag bekommen (mehr Cash, dafür alle Überstunden included).

Als was hast du denn angefangen? Und das mit dem aussertariflichen Vertrag klingt so, wie wenn alles was aufsteigt in permanenter Zeitnot ist.

Ausserdem kann man’s an meiner aktuellen Leistungszulage, die
deutlich >10% liegt, erkennen.

Wie weit gehen denn Betriebe? Ich dachte bei 20% ist die Schmerzgrenze erreicht.

Welcher Widerstand ? Etwa der innere Schweinehund, den man
überwinden muß ?

Genau!

Ok, das ist ein überzeugender Fall. Aber müssten die nicht
einfach rausfliegen? Denen gehts ja jetzt besser als denen im
Dienst!

Langfristig nicht, wenn die Schuld nachgewiesen wird.

Das kann ja dauern… Und wie war das mit den Krähen und den Augen?

Schau mal hier (Homepage Bund der Steuerzahler):
http://195.52.88.96/schwarzbuch/pdf/bw/059-Baden-Wue…

Ist natürlich heftig, aber der Prozentsatz ist nicht enorm hoch.

Hi Roby,

Naja, wer eine Fortbildung macht, sollte auch den Willen haben
sich fortzubilden. Diese Mitarbeiter schicke ich so schnell
auf keine Fortbildung mehr. Erreichen wollte ich damit nämlich
nicht, das es eine lustige Truppe wird, sondern das die Leute
was lernen.

gewissermassen haben sie ja etwas gelernt…

Hmm, nützt aber dem Betrieb nicht viel.

Ein Risiko geht man immer ein, klar. Aber wer nicht wagt, der
nicht gewinnt (so sehe zumindest ich das). Wer irgendwann in
eine höhere Position aufsteigt, kann sich meist selbst bessere
Arbeitsbedingungen schaffen und verdient auch mehr Geld.

Das mit den Arbeitsbedingungen ist eine gute Motivation!

Scheinbar doch, denn wenn man immer wartet, bis der Berg der
unerledigten Sachen ziemlich hoch ist, verliert man die
Motivation die Arbeit zu erledigen. Eine Sache abzulegen ist
schnell erledigt. 30 Vorgänge auseinander zu dividieren ist
mühsam. Ausserdem sollte man lernen, bestimmte Arbeiten zu
delegieren, sonst säuft man ab.

Heisst das dann richtig rumkommandieren und Leute mit etwas zu
beauftragen obwohl sie eigentlich schon etwas zu tun haben?

Nein, nein. Das wäre arg antiquierter Führungsstil. Delegieren heisst im Prinzip nur gewisse Arbeiten, die auch jemand anders erledigen kann auch an jemand anders abzugeben. Aber auch das will gelernt sein, man kann nicht jede unangenehme Arbeit delegieren. Das ist nicht der Sinn. Wenn ich Aufgaben delegiere habe ich mehr Zeit für Aufgaben, die nur ich erledigen kann. Ich selbst bin mir auch für die Ablage nicht zu schade, wenns die Zeit zulässt. Nur normalerweise habe ich mehr mit Troubleshooting und Controlling zu tun.
Gruss Sebastian

Hi Roby,

.Genau aus diesem Grund besuche ich Seminare. Es
ist schon sehr erstaunlich, was man da lernen kann. Ich hätte
das früher kaum für möglich gehalten. Ich komme gerade vom
heutigen Seminartag zurück. Das Thema heute war, Struktur in
Gespräche zu bringen und die klare Zieldefinition dessen, was
ich mit dem Gespräch erreichen will. Es war für mich
überraschend, mit welchen einfachen Mitteln ich den Verlauf
eines Gesprächs in die von mir gewünschte Richtung bringen
kann, welche verschiedenen Ebenen es dort gibt. Und genau dies
ist auch bei MA-Gesprächen anwendbar.

So ein Wissen kann ich glaube ich auch ganz gut gebrauchen.

Diese Kurse bieten z.B. die Handelskammern an. Ein AG wäre saublöd, wenn er einem MA so einen Kurs verweigern würde. Denn letztlich profitiert er enorm dadurch (wenn der MA nicht gerade einer meiner beschriebenen Kollegen ist).

In den Gesprächen weise ich schon darauf hin, das
Verantwortung für mich nicht nur ein Schlagwort ist, sondern
auch übernommen werden muss. Anhand der gesetzten Zeitfenster
lässt sich relativ kurzfristig herausfinden, ob ein MA dafür
geeignet ist. Die Treffen finden im Anschluss an die
Arbeitszeit, also in der Freizeit statt. Der Ort wird
gemeinsam festgelegt, die Kosten übernimmt die Firma. Ich
halte das für fair.

Fändest du es andersrum fair, es zählt als Arbeitszeit und die
Kosten übernehmen die Mitarbeiter?

Das könnte ich natürlich auch machen, wäre für mich genauso fair.
Allerdings haben wir uns Intern eben so geeinigt. Wir haben auch mal einen Tag der Weihnachtsfeier für ein Seminar verwendet. Dafür gab es als Ausgleich vom Betrieb einen Tag Urlaub extra.
Wenn das nicht fair ist.
Gruss Sebastian

Hallo Sven,

der Umbau des Sozialsystems ist nicht so einfach, es gibt verschiedene Dinge zu berücksichtigen:

„es wird viel zu viel Geld für
unnötige Mittelchen ausgegeben und für die ernsten Fälle
bleibt zu wenig übrig“
-Definition der ernsten Fälle?

„nur noch Abdeckung Standardschutz, keine Extrabehandlungen
mehr“
-Definition Standartschutz, Extrabehandlungen?

„Eigenbeteiligung auch bei gesetzl. Versicherten“
-für welche Leistungen?

„jeder Versicherte sollte eine Kopie der Arztrechnung
erhalten“
-meine absolute Zustimmung!

„Unfälle aus Extremsportarten sollten nicht durch die
Solidargemeinschaft bezahlt werden, sondern müssten separat
versichert werden“
-meine Zustimmung, da ich selbst keine dieser Sportarten ausübe, aber würdest Du einen Skifahrer in einer Lawine ersticken lassen, weil er nicht genügend versichert ist?

„gleiches gilt für’s Rauchen und Alkohol (da nicht
nachprüfbar, empfehle ich hier eine allgemeine Abgabe über den
Verkaufspreis, die ausdrücklich der Krankenversicherung
zukommen sollte)“
-da ich selbst rauche, würde ich Das ungerecht finden.
Die hohen Steuern, die von Staats wegen, auf Tabak erhoben werden, könnten doch einfach an die Krankenkassen umgeleitet werden.
-ein Viertel Rotwein am Tag, gilt als Gesundheitsfördernd, allerdings bin ich für eine Anhebung der Steuern, für die harten Alkoholika z.B. Whisky, Rum etc…
-was mir auch stinkt, dass durch die öffentliche Hand, der Tabakkonsum gefördert wird, z.B. durch grossflächige Werbeplakate an Bushaltestellen und S-Bahnhöfen (auch vor Schulen).

„kein Rennen von Facharzt zu Facharzt, mehr Koordination
durch Hausarzt (damit gibt’s auch weniger mehrfaches Röntgen
usw.)“
-solange es noch unfähige und nicht fortbildungswillige Hausärzte gibt, empfinde ich es als lebensnotwendige Errungenschaft, auch Fachärzte direkt aufsuchen zu können.
-ich habe auch in einer allgemeinärztlichen Praxis gearbeitet, die Hausärzte gehen auf alle Wünsche der Patienten ein, um sie nicht als Kunden zu verlieren (z.B. Krankschreibung wegen nervlicher Belastung, weil die Kunden gerade keine Lust mehr auf ihren Arbeitsplatz haben).
Zuerst versuchen sie aber, die vermeintlichen Krankheiten, unter der eigenen Regie zu therapieren und da ist das Problem, es fehlt ein Gütezertifikat für Ärzte, sie müssten gezwungen sein, ihre Fort-/Weiterbildungen in bestimmten Zeiträumen, zu belegen und damit ihre Befähigung zur Behandlung von kranken Menschen zu beweisen - Piloten werden doch auch engmaschig kontrolliert.

„Umstellung der Krankenhaus-Entlohnung von Krankentagen auf
Behandlungserfolg (damit Abbau von Kapazitäten)“
-Behandlungserfolg bei Mammakarcinom im Endstadium? da gibt es keinen mehr.
Meiner Meinung nach, fehlen viel mehr Psychotherapeuten, die in Krankenhäusern, Altenheimen, Sozialstationen und vielleicht praxenähnlichen Gesundheitszentren eingesetzt sind.
Viele „Krankenhausfälle“, bräuchten eher eine psychotherapeutische Unterstützung, um ihre Krankheit annehmen zu lernen und nicht in letzter Hoffnung noch zu DocA und DocB zu wandern.

Thema Pflichtjahr:
Meine Mutter war im 2.Weltkrieg dienstverpflichtet.
Möchtest Du von Jemand umsorgt werden, der jeden Tag nur an das Ende seines Pflichteinsatzes denkt?

Zukunft der Solidargemeinschaft:
Da ich auch noch nicht jenseits der 50 bin, wird mich das Problem der fehlenden Solidargemeinschaft in den nächsten Jahren, auch persönlich betreffen.
Es bleibt:
-finanzielle Eigenvorsorge
-Schonung der eigenen Resourcen, im Hinblick auf eine etwaige Arbeitstätigkeit im hohen Alter.

Gruß
vom haploid

Hallo Roby,

Als was hast du denn angefangen? Und das mit dem
aussertariflichen Vertrag klingt so, wie wenn alles was
aufsteigt in permanenter Zeitnot ist.

angefangen habe ich als Tankwart und Fabrikarbeiter (vor meinem Studium), heute bin ich Dipl.-Ing. In Zeitnot ist man eigentlich nicht, man sollte sich halt keine Hobbies zulegen, die ein jederzeit pünktliches Erscheinen erfordern, insbesondere Aktivitäten vor 18.00 Uhr (wobei ich mir auch schon mal den Abgang um 15.00 Uhr gönne, wenn nichts los ist, dafür aber auch mal bis spät abends bleibe, wenn’s brennt)

Ausserdem kann man’s an meiner aktuellen Leistungszulage, die
deutlich >10% liegt, erkennen.

Wie weit gehen denn Betriebe? Ich dachte bei 20% ist die
Schmerzgrenze erreicht.

Ist es meistens auch. Aber man kann ja auch bei der T-Einstufung nach oben gehieft werden. Spätestens beim AT-Vertrag ist es dann Verhandlungssache.

Ist natürlich heftig, aber der Prozentsatz ist nicht enorm
hoch.

Zum Glück gibt es nicht so viele schwarze Schaafe, dass dabei ein hoher Prozentsatz rauskommen würde.

Hallo Haploid,

der Umbau des Sozialsystems ist nicht so einfach, es gibt
verschiedene Dinge zu berücksichtigen:

Meiner Meinung nach wird es deshalb nicht einfach, weil immer irgendeine Lobby was dagegen hat (klar, es geht um viel Geld).

„es wird viel zu viel Geld für
unnötige Mittelchen ausgegeben und für die ernsten Fälle
bleibt zu wenig übrig“
-Definition der ernsten Fälle?

Ein Teil der unnötigen Mittelchen wurde ja zum Glück schon abgeschafft (wenn man sich mal anschaut, was in den 80ern noch alles so bezahlt wurde), ich bin mir aber sicher, dass es immer noch genügend davon gibt.
Ernste Fälle sind für mich auf jeden Fall diejenigen, die zu starken finanziellen Problemen beim Patienten führen können oder z.B. Medikamente, die regelmäßig genommen werden müssen, nicht aber die typischen 10 - 20 € - Medikamente, die man evtl. einmal braucht (z.B. wegen einer Grippe).

„Eigenbeteiligung auch bei gesetzl. Versicherten“
-für welche Leistungen?

analog zur privaten Krankenversicherung, bei der es oftmals 1. Selbstbeteiligung und 2. Beitragsrückerstattung gibt. Also ein Ansporn, etwas sparsam zu bleiben (trotzdem sollte Zahnvorsorge und Gesundheits-Check sowie Impfung kostenlos bleiben, da präventiv).

„jeder Versicherte sollte eine Kopie der Arztrechnung
erhalten“
-meine absolute Zustimmung!

so mancher würde in Ohnmacht fallen, wenn er erkennen müsste, dass ein einfach Zahnarztbesuch (Prophylaxe + Zahnsteinentfernung) schnell mal > 100€ kosten kann.

„Unfälle aus Extremsportarten sollten nicht durch die
Solidargemeinschaft bezahlt werden, sondern müssten separat
versichert werden“
-meine Zustimmung, da ich selbst keine dieser Sportarten
ausübe, aber würdest Du einen Skifahrer in einer Lawine
ersticken lassen, weil er nicht genügend versichert ist?

Nein, natürlich nicht, aber wie wäre es mit einer saftigen Kostenbeteiligung ? Denk mal an die Privathaftpflicht, dort müssen Surfbretter, Pferde, Hunde, Aquarien usw. auch separat versichert werden. Warum nicht auch bei der Krankenversicherung ?

Übrigens sollte das auch für Spätfolgen einer Brustvergrösserung gelten.

„gleiches gilt für’s Rauchen und Alkohol (da nicht
nachprüfbar, empfehle ich hier eine allgemeine Abgabe über den
Verkaufspreis, die ausdrücklich der Krankenversicherung
zukommen sollte)“
-da ich selbst rauche, würde ich Das ungerecht finden.
Die hohen Steuern, die von Staats wegen, auf Tabak erhoben
werden, könnten doch einfach an die Krankenkassen umgeleitet
werden.

Wäre z.B. eine Möglichkeit, wobei ich immer noch Luft für weitere Erhöhungen sehe (aber lieber kleine Schritte, als gar keine, daher wäre eine Umleitung schon mal sehr gut).

-ein Viertel Rotwein am Tag, gilt als Gesundheitsfördernd,
allerdings bin ich für eine Anhebung der Steuern, für die
harten Alkoholika z.B. Whisky, Rum etc…

wobei der Rotweinkonsum etlicher Leute höher ist als nur das berühmte 1/4. Abgesehen von der positiven Wirkung auf Herz usw. hat der kontinuirliche Alkoholkonsum trotzdem negative Auswirkungen auf die Leber.

-was mir auch stinkt, dass durch die öffentliche Hand, der
Tabakkonsum gefördert wird, z.B. durch grossflächige
Werbeplakate an Bushaltestellen und S-Bahnhöfen (auch vor
Schulen).

Sollte meiner Meinung nach abgeschafft werden, ebenso wie Zigarettenautomaten. Ausserdem wäre ich dafür, dass Zigaretten auch in Deutschland wie in der Schweiz einzeln (Stück für Stück) am Kiosk gekauft werden können, dann kommt der Zugzwang bzgl. Päckchen leerrauchen nicht so zum Zuge.

„kein Rennen von Facharzt zu Facharzt, mehr Koordination
durch Hausarzt (damit gibt’s auch weniger mehrfaches Röntgen
usw.)“
-solange es noch unfähige und nicht fortbildungswillige
Hausärzte gibt, empfinde ich es als lebensnotwendige
Errungenschaft, auch Fachärzte direkt aufsuchen zu können.

Wobei es bei einigen Leuten da einen richtigen Tourismus von Facharzt zu Facharzt gibt, nur weil jeder Arzt etwas sagt, was die betroffenen nicht hören wollen.

-ich habe auch in einer allgemeinärztlichen Praxis gearbeitet,
die Hausärzte gehen auf alle Wünsche der Patienten ein, um sie
nicht als Kunden zu verlieren (z.B. Krankschreibung wegen
nervlicher Belastung, weil die Kunden gerade keine Lust mehr
auf ihren Arbeitsplatz haben).

Das ist oftmals ein arbeitsrechtliches Problem, wobei ich hier vorschlagen würde, "Dauer-"patienten zum Amtsarzt zu schicken.

Zuerst versuchen sie aber, die vermeintlichen Krankheiten,
unter der eigenen Regie zu therapieren und da ist das Problem,
es fehlt ein Gütezertifikat für Ärzte, sie müssten gezwungen
sein, ihre Fort-/Weiterbildungen in bestimmten Zeiträumen, zu
belegen und damit ihre Befähigung zur Behandlung von kranken
Menschen zu beweisen - Piloten werden doch auch engmaschig
kontrolliert.

Wobei ich fairerweise dafür wäre, dass diese Weiterbildung entsprechend auch finanziell anerkannt wird (bzgl. Problem von z.T. mangelhaften Vergütungen von Krankenkassen)

„Umstellung der Krankenhaus-Entlohnung von Krankentagen auf
Behandlungserfolg (damit Abbau von Kapazitäten)“
-Behandlungserfolg bei Mammakarcinom im Endstadium? da gibt es
keinen mehr.

Aber bei der Frage, ob Weissheitszähne unbedingt stationär behandelt werden müssen oder wie lange Fälle mit Knochenbrüchen u.ä. im Krankenhaus bleiben müssen.

Für Patienten im „Endstadium“ muß natürlich eine getrennte Regelung gefunden werden.

Thema Pflichtjahr:
Meine Mutter war im 2.Weltkrieg dienstverpflichtet.
Möchtest Du von Jemand umsorgt werden, der jeden Tag nur an
das Ende seines Pflichteinsatzes denkt?

Ist da heute nicht bei Zivis sowieso schon so ? Ich meine ja auch nicht den Einsatz direkt am „Kunden“, aber es gibt so viele Jobs, die heute auch von Pflegepersonal gemacht wird und wo man garantiert keine Ausbildung braucht (z.B. für den Einkauf bei häuslicher Pfelge).

Ausserdem sehe ich Pflichtjahr nicht nur in Bezug auf Pflege, sondern auch in Bezug auf Umweltschutz, Säuberung der Städte usw.

Zukunft der Solidargemeinschaft:
Da ich auch noch nicht jenseits der 50 bin, wird mich das
Problem der fehlenden Solidargemeinschaft in den nächsten
Jahren, auch persönlich betreffen.

Da ich mit meinen 31 Jahren so ziemlich einer der letzten starken Jahrgänge bin, werde ich voll in die Versorgungslücke fallen.

Es bleibt:
-finanzielle Eigenvorsorge

wichtig, wird von vielen Leuten nicht gesehen.

-Schonung der eigenen Resourcen, im Hinblick auf eine etwaige
Arbeitstätigkeit im hohen Alter.

Schonung bzgl. Nervenkostüm und Körper ja. Aber nicht in Bezug auf Engagement / Eigeninitiative und „am Ball bleiben“, besondern beim letzten Punkt endet es oft mit Arbeitslosigkeit ab >50J. (wenn mein Chef nicht am 01.08. in Rente gehen würde, dann hätte er mit seinen 60 Jahren mangels EDV- und Englischkenntnisse ein massives Problem bei der Jobsuche).

Grüsse

Sven