Eine Frage an Eltern

Hallo,

also ich hab gestern mit einer Bekannten telefoniert die ich all die Jahre eigentlich als die Übermama gesehen hab, so eine richtige Vorzeigemama halt.

Sie arbeitet halbtags, kümmert sich um Haus,Kind und Mann.

Nun hat sie mir am Telefon erklärt das sie wenn sie nochmal so jung wäre sich nicht wieder für Kinder entscheiden würde. Kinderlose hätten es doch viel einfacher und besser.
Da hab ich echt geschluckt, denn wenn ich mir die Frage stelle ob ich es wieder machen würde wäre die Antwort sofort … ja.
Und ich bin bei weitem nicht so perfekt.

Wie seht ihr das, wenn ihr die Möglichkeit hättet euch wieder für oder gegen Kinder zu entscheiden, würdet ihr wieder genauso entscheiden?

Gespannte Grüße
Andrea

Guten MOrgen,

was für eine Frage: Klar, ich würde mich wieder für mein Kind entscheiden…
Es gibt natürlich ab und zu Gedanken, das man das jetzt ohne Kind viel einfacher und schneller machen könnte, aber mit Kind bringt es einfach mehr Spass.
Ein schönes WE noch Manu

Hi!

Ich würde mich jederzeit wieder für meine Kinder entscheiden.
Ich könnte mir aber vorstellen, daß es einfach zu anstrengend ist, immer und überall perfekt zu sein.

alien

Hallo Andrea,

Sie arbeitet halbtags, kümmert sich
um Haus, Kind und Mann.

Nun hat sie mir am Telefon erklärt das sie wenn sie nochmal so
jung wäre sich nicht wieder für Kinder entscheiden würde.
Kinderlose hätten es doch viel einfacher und besser.

Diese Antwort ist zunächst wirklich ungewöhnlich,
weil man annimmt, dass jemand, der zu Hause dis-
zipliniert „seine Truppen“ führt, dies nur kann,
weil er es zu seiner ureigensten Sache gemacht hat.

Es könnte bedeuten, dass auf die eigene
Arbeit zu Hause kein adäquater Feedback
erfolgt; d.h. das arme Mädel wird im
großen und ganzen irgendwie ausgenutzt
oder misachtet oder dergleichen …

Aber da Du uns auch gar nichts weiter
verraten hast, bleibt es beim Blick in die
Kristallkugel.

Grüße

CMБ

Hallo Andrea,

Wie seht ihr das, wenn ihr die Möglichkeit hättet euch wieder
für oder gegen Kinder zu entscheiden, würdet ihr wieder
genauso entscheiden?

Wenn die Meinung eines getrennt lebenden (Wochenend-) Vaters zählt: dafür, ganz klar dafür.

Alles Gute wünscht
… Michael

Hallo Andrea,

mein Lebenspartner und ich sind uns einig: Unsere 2 Mädels sind das beste, was uns je „passiert“ ist. Ein uneingeschränktes „Ja“ also zu deiner Frage.
Was deine Freundin anbelangt, vermute ich, dass diese selbst auferlegte Perfektion einen ganz einfach völlig schaffen kann. Im Grunde meines Herzens bin ich auch ein bisschen perfektionistisch veranlagt, aber ich bin auch Realist und lernfähig. So habe ich beschlossen, dass es bei uns halbwegs sauber, ordentlich und wohnlich sein muss, aber wenn eben kein Staub gewischt ist, dann darf den gerne wegmachen, wen es stört. Manchmal ist eine Burg aus Bausteinen, eine Schneeballschlacht oder eine Lesestunde mit den Kindern einfach wichtiger.
Wenn man nun aber immer alles 100% ordentlich machen will, die Kinder müssen stets umfassend gefördert werden, der Haushalt muss bei „Schöner Wohnen“ lobend erwähnt werden und der Garten einem englischen Park zu gleichen hat, dann bleibt man einfach selbst auf der Strecke. Auf Dauer hält man das nicht durch.
Klar ist es im Berufsleben einfacher ohne Kinder. Der Job ist aber nicht alles.
Ich für meinen Teil jedenfalls werde bei „Schöner Wohnen“ lieber mal als Negativbeispiel erwähnt und habe aber glückliche Kinder und die Kraft, mich immer wieder für sie entscheiden zu wollen.:wink:

Viele Grüße, Heike

Hi Andrea,

Nun hat sie mir am Telefon erklärt das sie wenn sie nochmal so
jung wäre sich nicht wieder für Kinder entscheiden würde.
Kinderlose hätten es doch viel einfacher und besser.

Irgendwie sehe ich das nicht als eine Aussage gegen die Kinder.
Sondern Sozialneid gegenüber Kinderlosen.

Gruß
Elke

Hallo Andrea,

Nun hat sie mir am Telefon erklärt das sie wenn sie nochmal so
jung wäre sich nicht wieder für Kinder entscheiden würde.

für Kinder würde ich mich immer wieder entscheiden.

Wie seht ihr das, wenn ihr die Möglichkeit hättet euch wieder
für oder gegen Kinder zu entscheiden, würdet ihr wieder
genauso entscheiden?

allerdings nicht „genauso“, denn „genauso“ ist halt mit einem Mann, der nichts weniger als ein geeigneter Familienvater war, gewesen. Und ich hätte lieber mehr als ein Kind gehabt. Meine Tochter findet allerdings ihr Leben OK, so wie es ist.

Gerade an Weihnachten 2005 hatte ich ein tolles Gespräch dazu mit meiner 26-jährigen.

Gruß, Karin

Hallo

Ich würde mich auch wieder für Kinder entscheiden.

Nun hat sie mir am Telefon erklärt das sie wenn sie nochmal so
jung wäre sich nicht wieder für Kinder entscheiden würde.

Ich denke, dass sie sich extrem ungerecht behandelt fühlt, und es deswegen so sagt. Zu diesem Gefühl kann man wohl auch leicht kommen als Mutter. - Oder meint sie explizit „wenn sie nochmal so jung wäre“? Meint sie, sie hat die Kinder zu früh gekriegt?

Kinderlose hätten es doch viel einfacher und besser.

Einfacher ist das natürlich, obwohl, nicht alles. Aber besser finde ich es trotzdem nicht.

Viele Grüße
Thea

Hallo Semjon,

ließ doch bitte fdas Ausgangsposting nochmal, ich hab eine Frage gestellt. Ich wollte nicht wissen ob meine Bekannte ein Problem hat und wenn ja welches.

Bitte lies noch mal und antworte dann.

Gruß Andrea

Hi!

allerdings nicht „genauso“, denn „genauso“ ist halt mit einem
Mann, der nichts weniger als ein geeigneter Familienvater war,

Kannst du das so theoretisch entscheiden? In Anbetracht des Umstandes, daß Deine Tochter das Produkt Eurer Gene ist?
Mir fällt das schwer, da ich meine Kinder so gelungen finde. :wink:

alien

Hallo Andrea,

ließ doch bitte das Ausgangsposting nochmal,
ich hab eine Frage gestellt.

Die Frage rührt an ein fundamentales
Problem der Sicht auf die eigene Existenz -

nämlich die, ob Du Dein ganzes Schicksal
(welches Dich ereilt - Du „entscheidest“
höchstens „halbblind“) von Anfang bis Ende
noch einmal so und genau so erleben wollen
würdest (Nietzsche - „ewige Wiederkehr“).

Ich wollte nicht wissen ob meine Bekannte ein
Problem hat und wenn ja welches.
Bitte lies noch mal und antworte dann.

Ich glaube, die wenigsten Leute haben
sich für ihre Kinder entschieden,
weil sie vorher gar nicht wussten,
welche das hinterher sind :wink:

(einige wenige Leute, die hier schreiben
haben sich aber tatsächlich im Sinne des
Wortes „entschieden“ für ihre Kinder, die
anderen haben sie „empfangen“ - bzw. das
wussten sie in dem Moment gar nicht …)

Du siehst, Deine Frage zielt auf den existentiellen
Aspekt des „noch einmal alles so ertragen könnens
bzw. wollens“.

Aber da Du mich eingangs so direkt gefragt hast: Ja.

Grüße & gute Nacht

2 „Gefällt mir“

JA, UNBEDINGT!!!

Ich bin keine Übermama, raste auch mal aus, wenn Ronja 500mal dasselbe Lied singt, sage auch mal: „Hol dir’s doch selber!“, wenn sie Durst hat, aber ich liebe meine Zwerge (besagte Ronja, 4 1/2, und Brüderchen Jèrôme, 1 1/2) absolut heiß und innig und würde es nie mehr anders haben wollen.

Kinder geben einem so viel, man muß nur versuchen, nicht nur an die Arbeit, sondern auch an de Spaß zu denken, den sie einem machen.

Was ich ändern würde, könnte ich anders entscheiden: bei Ronja hab ich wieder zu arbeiten angefangen, als sie etwas über 2 war (mußte leider sein). Jetzt bei Jèrôme genieße ich es unheimlich, zu Hause sein zu können, weil gerade jetzt die Zeit ist, wo er am meisten Fortschritte macht.

Grüßle
Regina

Danke an alle und jetz noch…
eine kleine Zusammnfassung und Antwort.

Mir ist ist klar das meine Bekannte sowas wie ein Burn Out hat, aber das war nicht die Frage für mich sondern ob diejenigen die Eltern sind sich wieder für eine Elternschaft entscheiden würden. Und ich denke die Mehrzahl hat dies auch verstanden.

Und abschließend möcht ich mich bedanken denn ihr habt mir die Gewißheit gegeben das dies nicht die Regel ist.
Es wäre eine unerträgliche Vorstellung wenn viele diese Meinung früher oder später vertreten würden, jedenfalls für mich.

Schöne Grüße
Andrea

ja, ja und JA! :smile:
Hiho,

Wie seht ihr das, wenn ihr die Möglichkeit hättet euch wieder
für oder gegen Kinder zu entscheiden, würdet ihr wieder
genauso entscheiden?

Ich kann gar nicht genug Worte finden, um zu beschreiben, wie SEHR ich mich immer und immer wieder FÜR Kinder entscheiden würde, wenn ich noch mal die Wahl hätte! :smile:

Das ist weiß Gott nicht missionarisch gemeint, ich glaube nicht, daß Kinder für jeden was sind oder daß jeder Kinder kriegen sollte (solch eine Einstellung finde ich engstirnig). Aber für mich? Immer wieder ein riesiges JA.

Unsere Große (leider nicht meine leibliche Tochter) ist jetzt fast 13, der Kleine wird 3. Und ich kann gar nicht fassen, daß es wirklich mit jedem Tag, jedem Monat immer besser wird.

Klar, ich habe vor dem Mutter-Sein auch tolle Sachen gemacht. Ich bin viel gereist, war lange im Ausland, habe studiert und einen Abschluß gemacht, habe als Fernseh-Redakteurin gearbeitet und viele wichtige Promis interviewt.

Im Gegensatz zum Abenteuer, Kinder zu haben, verblaßt das alles, wird farblos und uninteressant. Ich weiß nicht, wie ich es besser beschreiben soll. Joostein Gaardner hat mal gesagt:
„Die Welt wird jedes Mal neu geschaffen, wenn ein Kind geboren wird. Es wird uns eine ganze Welt geschenkt“.

Und genau so ist es. Meine Kinder sind lebendig gewordener Sinn, lebendig gewordene Freude für mich.

Oh, versteh mich nicht muß: Ich bin keine Übermutti. Mir reißt der Geduldsfaden, manchmal schreie ich rum, manchmal könnte ich sie an die Wand klatschen. Es gibt sogar Momente, wo ich so sauer, genervt oder gestreßt bin, Momente, wo ich sogar nach der Liebe für meine Kinder suchen muß. Keine Mutter kann ihre Kinder immer gleichmäßig lieb haben, und eine strahlende Persilfamilie gibt es nicht.

Und keine Aufgabe ist so schwer wie eine liebevolle Erziehung. Ich muß es wissen, denn ich habe schon viele schwere Aufgaben bewältigt. Dieser kommt keine gleich.

Trotzdem weiß ich doch immer wieder: Meine Kinder sind das wundervollste Geschenk meines Lebens. Wenn ich früher angefangen hätte (mein erstes leibliches Kind kam mit 31) dann hätte ich wahrscheinlich 5 bekommen. Und ich würde mich immer wieder dafür entscheiden.

So, genug des Überschwangs. Du wolltest es ja wissen. :wink:
Liebe Grüße,
Nike

Hallo Semjon,

ließ doch bitte das Ausgangsposting nochmal,
ich hab eine Frage gestellt.

Die Frage rührt an ein fundamentales
Problem der Sicht auf die eigene Existenz -

nämlich die, ob Du Dein ganzes Schicksal
(welches Dich ereilt - Du „entscheidest“
höchstens „halbblind“) von Anfang bis Ende
noch einmal so und genau so erleben wollen
würdest (Nietzsche - „ewige Wiederkehr“).

Diese Frage mag zwar philosophisch interessant sein ist aber so nicht gemeint. Und selbst wenn ich dies mal so betrachte so würde ich nur Dinge anders machen die mich persönlich nur perifär betreffen. Global wären meine Entscheidungen samt der Konsequenzen die gleichen. Ob nun gut oder schlecht im Ausgang. Denn ich hab die Erfahrung gemacht das wirklich alles einen positiven Effekt hat in irgendeiner Art und Weise. Soviel zu Nietzsche…

Ich wollte nicht wissen ob meine Bekannte ein
Problem hat und wenn ja welches.
Bitte lies noch mal und antworte dann.

Ich glaube, die wenigsten Leute haben
sich für ihre Kinder entschieden,
weil sie vorher gar nicht wussten,
welche das hinterher sind :wink:

Nein man entscheidet sich Eltern zu werden und Kinder zu haben, man weiß nie wie sie sich entwickeln. Und darum ging es mir, würde man aus heutiger Sicht wieder dafür entscheiden die Verantwortung der Elternschaft zu übernehmen?

(einige wenige Leute, die hier schreiben
haben sich aber tatsächlich im Sinne des
Wortes „entschieden“ für ihre Kinder, die
anderen haben sie „empfangen“ - bzw. das
wussten sie in dem Moment gar nicht …)

Mal zur Anmerkung, letztlich habe ich meine beiden auch empfangen obwohl ich mich entschieden hatte Kinder zu bekommen. Denn beide male waren wir schon der Meinung es wird wohl nichts mehr mit Nachwuchs.
Heute ist es so das man spätestens in dem Moment in dem man weiß das man ein Kind erwartet entscheiden kann ob man die Verantwortung tragen will oder nicht. Also ist die wirklich nicht entscheidend.

Du siehst, Deine Frage zielt auf den existentiellen
Aspekt des „noch einmal alles so ertragen könnens
bzw. wollens“.

Also ich genieße, schade wenn du glaubst das es ums ertagen geht. Glaubst du das man Kinder erträgt? Das klingt für mich sehr negativ.

Aber da Du mich eingangs so direkt gefragt hast: Ja.

Na das ist doch eine Antwort, also erfreust du dich auch an deinen Kindern und ihrer Entwicklung und erträgst es nicht :wink:

Schöne Grüße
Andrea

Hi Elke,

Nun hat sie mir am Telefon erklärt das sie wenn sie nochmal so
jung wäre sich nicht wieder für Kinder entscheiden würde.
Kinderlose hätten es doch viel einfacher und besser.

Irgendwie sehe ich das nicht als eine Aussage gegen die
Kinder.
Sondern Sozialneid gegenüber Kinderlosen.

Nun ob das Sozialneid ist oder ein Burn Out darüber läßt sich trefflich streiten, zumal wir zuwenig von den Verhältnissen vor Ort wissen. Beides wäre möglich.

Aber meine eigentliche Frage hast du nicht beantwortet. Würdest Du dich wieder für die Elternschaft entscheiden?

Schöne Grüße
Andrea

Hi Nike,

So, genug des Überschwangs. Du wolltest es ja wissen. :wink:

*grins* ja ich wollte es wissen und schön das es Menschen,Eltern,Mütter und Väter gibt die genauso denken und fühlen.

Ich möchte übrigens auch nicht einen einzigen Moment missen, das fängt schon bei der Geburt an.
Dieses wohlige Gefühl als meine Söhne (11/7) auf meinem Bauch in der dannn ja leeren Kuhle lagen war/ist einmalig. Ebenso wie viele andere Erlebnisse oder ein „Mama, ich hab die lieb“ heute.

Ich wünsche mir das ich diese Momente nie vergesse, und wenn dann als letztes.

Schöne Grüße
Andrea

Hi Andrea,

Es wäre eine unerträgliche Vorstellung wenn viele diese
Meinung früher oder später vertreten würden, jedenfalls für
mich.

Ich glaube nicht, dass viele Eltern sich überhaupt
vor sich selbst trauen würden, so einen Gedanken zuzugeben.

Mir bereitet ja schon die Überlegung Probleme, ob ich nochmals
Kinder in so geringem Abstand zu einander (15 Monate) haben
würde. Wenn ich dazu nein sage, bedeutet das ja schon
(fast), dass ich mich gegen unseren jüngeren Sohn ausspreche
(bei uns ist dasdurch die Adoption natürlich eine verschärfte
Fragestellung: denn ich hätte definitiv ein ganz anderes
Kind bekommen, wenn ich damals gesagt hätte: nein danke,
wir warten lieber noch ein Jahr oder zwei).

Andererseits glaube ich aber, dass nahezu alle Eltern Zeiten
haben, wo sie an ihrer Entscheidung zweifeln.

Was ich übrigens unten mit dem Sozialneid geschrieben habe
(ich hatte nicht viel Zeit), war wertneutral gemeint.
Es IST eine Tatsache, dass es Kinderlosen eben in vielen
messbaren Bereichen besser geht als Familien mit
Kindern. Dass Kinder aber eine Qualität ins Leben bringen,
die eben nicht messbar ist, bleibt unbestritten.
Ob und wie man das gegeneinander abwägt, steht wo ganz anders.

Grüße
Elke

2 „Gefällt mir“

Hi Andrea,

Nun ob das Sozialneid ist oder ein Burn Out darüber läßt sich
trefflich streiten, zumal wir zuwenig von den Verhältnissen
vor Ort wissen. Beides wäre möglich.

Dazu oben. Gerade eben geschrieben :wink:

Aber meine eigentliche Frage hast du nicht beantwortet.
Würdest Du dich wieder für die Elternschaft entscheiden?

Ja. Obwohl es meine Herren mir im Moment gerade sehr
schwer machen, diese Frage ohne Zweifel zu beantworten.

Gruß
Elke